Omar Al-Rawi
Beiträge
Context XXI, Heft 1-2/2005

Frauenkörper und der „afrikanische Brauch“

FGM im Irak
Mai
2005

Obwohl die irakische Gesellschaft gemeinhin nicht für die Verbreitung weiblicher Genitalverstümmelung bekannt ist, machte eine neue Studie von Wadi deutlich, dass diese Praxis zumindest regional in einigen Teilen Irakisch-Kurdistans weit verbreitet ist. Während Tarafa Baghajati und (...)

Café Critique, Jahr 2008

Islamkritik und Politik im Namen des Volkszorns

Die FPÖ und das postnazistische Österreich
Oktober
2008

Die FPÖ hat bei der Nationalratswahl 2008 17,54, das BZÖ 10,70 Prozent der Stimmen gewonnen und es wäre rein rechnerisch möglich, dass die beiden Parteien Teil der nächsten Regierungskoalition werden. Ihr Erfolg ist zu einem maßgeblichen Teil einem Rassismus geschuldet, der sich in Aussagen ausdrückt (...)

Omar Al-Rawi (* 8. Mai 1961 in Bagdad) ist ein österreichischer Politiker (SPÖ) und Integrationsbeauftragter der IGGiÖ (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ableistung des Zivildienstes beim Arbeitersamariterbund war Al-Rawi von 1991 bis 1992 in der Bauindustrie tätig. Von 1992 bis 1996 übte er die Funktion eines Betriebsrats der Hofman & Maculan AG aus, von 1997 bis 1999 die des Betriebsratvorsitzenden der ERA-Bau AG. Seit 2000 ist er Betriebsrat der Strabag.

Von 1978 bis 1990 engagierte sich Al-Rawi in der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft.

Seit 1999 ist er Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich. Im selben Jahr gründete er zusammen mit Carla Amina Baghajati, Tarafa Baghajati, Mouddar Khouja und Andrea Saleh die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen. 2001 kandidierte er für den Wiener Gemeinderat. Seit 2002 ist er Abgeordneter zum Wiener Landtag und Gemeinderat.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Al-Rawi sowie die von ihm gegründete Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen sollen der islamistischen Muslimbruderschaft nahestehen[1][2], was von diesem sowie von der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich wiederholt bestritten wurde. In einer Studie der George Washington Universität im Jahr 2017 wurde Al-Rawi als Unterstützer von Organisationen im Umfeld der Muslimbruderschaft angeführt.[3] Der Abgeordnete Efgani Dönmez forderte Al-Rawi aufgrund dieses Naheverhältnisses zur Muslimbruderschaft zum Rücktritt auf.[4] Al-Rawi fiel auch durch Unterstützung für den aus Palästina stammenden Imam Adnan Ibrahim auf, der als Vertreter eines gemäßigten, „europäischen“ Islam gilt, dem aber auch Aufrufe zum Dschihad vorgeworfen werden.[5]

Auf einer Demonstration gegen die gewaltsame Erstürmung eines Gaza-Solidaritätsschiffes durch israelische Soldaten verkündete Al-Rawi am 4. Juni 2010 in Wien, er wolle den Kampf der beim Ship-to-Gaza-Zwischenfall umgekommenen Aktivisten weiterführen.[6] Die IKG Wien wirft Al-Rawi vor, dass sowohl seine Äußerungen, als auch andere Botschaften und Äußerungen von Teilnehmern, auf der von ihm mitveranstalteten Demonstration hetzerisch gewesen seien.[7] Al-Rawi sei einer jener „Provokateure“, welche die Aufregung über den Schiffszwischenfall „künstlich verstärkt und damit vorhandene antisemitische Ressentiments bei manchen abgerufen beziehungsweise aktiviert“ hätten.[7] Der Bundesverband der israelitischen Kultusgemeinden forderte Al-Rawi auf „Konsequenzen zu ziehen und sich aus dem politischen Leben zurückzuziehen“.[8][9] Sowohl Al-Rawi als auch die Islamische Glaubensgemeinschaft haben die Vorwürfe der IKG zurückgewiesen und betont, dass Meinungsdifferenzen über den Nahostkonflikt nicht zu einer Störung des in Österreich guten Verhältnisses zwischen Muslimen und Juden führen dürften.

Die Initiative Liberaler Muslime Österreichs warf Al-Rawi „Treffen mit extremistischen ausländischen Salafisten-Führern“ vor und forderte seinen Rücktritt.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Beig: Larise, Dunja / Schmidinger, Thomas (Hg.): Handbuch des politischen Islam, 2. September 2008, abgerufen am 8. November 2013
  2. oe1.orf.at: Geheime Unterwanderung. Es geht um Druck, nicht Terror, 1. Januar 2007
  3. Lorenzo Vidino: The Muslim Brotherhood in Austria. In: GW Program on Extremism. August 2017, S. 30 (gwu.edu [PDF]).
  4. Radikaler Islam: Politstreit um Muslimbruderschaft-Studie. In: www.kleinezeitung.at. 15. September 2017 (kleinezeitung.at [abgerufen am 25. April 2018]).
  5. Florian Klenk: Scharia in St. Joseph (Memento vom 25. September 2008 im Internet Archive), 3. Juni 2008.
  6. LICRA: Ist das die Meinung der SPÖ? (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 12. August 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.juedische.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven), Die Jüdische, 15. Juni 2010.
  7. a b Die Presse: Zorn über Gaza-Vorfall: Rabbiner werden angespuckt, 16. Juni 2010
  8. Wann wird GR Omar Al-Rawi politische Konsequenzen ziehen? (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 12. August 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.juedische.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven), Die Jüdische, 13. Juli 2010.
  9. Benjamin Weinthal: Austrian Jewish community calls for gov’t to ban IHH branch, 16. Juli 2010
  10. Die Salafisten- und Jihadisten-Gefahr wächst und bedroht Österreich. Initiative Liberaler Muslime, 9. September 2013, abgerufen am 26. April 2018.