Reform
Beitræge
FORVM, No. 195/I

BH-Volksbegehren, Begründung

März
1970

Die Wahlzeit mußte genutzt werden. Denn in ihr gab es gewaltige, unsere Erwartung weit übertreffende Publizität für das BH-Volksbegehren, unentbehrlicher Vorspann für unsere sehr schwachen eigenen Kräfte (vgl. die Dokumentation der Pressestimmen und Schlagzeilen in diesem und dem vorigen Heft). Um (...)

FORVM, No. 195/II

Brief an Husak

März
1970

O. S., Professor für Nationalökonomie in Prag, nun in Basel, stellv. Ministerpräsident neben Dubček, Reformerhaupt, Lieblingsziel Moskaus, im Oktober 1969 aus der Partei gesäubert. An das Präsidium der KPC: Sie sind nun die politischen Repräsentanten der Tschechoslowakischen Sozialistischen (...)

FORVM, No. 203/II

Bürger der CSSR, kapituliert nicht!

Flugblatt zum 52. Jahrestag der Republik
November
1970

Ein geheimes Flugblatt, das für die Bevölkerung zum Kampf für die Ideen des Prager Frühlings aufruft, wurde anläßlich des 52. Jahrestages der Gründung der Tschechoslowakischen Republik am 28. Oktober 1970 in der ganzen Tschechoslowakei verteilt. Das Flugblatt war von einer „Sozialistischen Bewegung (...)

FORVM, No. 205/206

Ist Eigentum egal?

Walter Hesselbachs Beitrag zur Theorie und Praxis der Gemeinwirtschaft
Januar
1971

Dr. Eduard März, arbeitet derzeit an einem Buch „Große sozialistische Ökonomen“ sowie an einer Neuauflage seines 1959 erstmals erschienenen Marx-Buches. Der Autor des von März rezensierten Buches, Dr. h. c. Walter Hesselbach, geb. 1915, ist Vorsitzender des Vorstandes der Bank für Gemeinwirtschaft, (...)

FORVM, No. 220

Französische Sozialdemokraten über Wirtschaftsdemokratie

April
1972

Das Kapitel „La democratie économique“ aus dem Programmentwurf der Sozialistischen Partei Frankreichs besteht aus einem Mehrheits- und zwei Minderheitsberichten. Die Dokumentation kontroversieller Texte ist beispielhaft für praktizierte Demokratie innerhalb einer Partei. Der Programmentwurf ist (...)

FORVM, No. 222

Grundgesetz deckt Linksradikale

Juni
1972

Der vierte Kanzler der Bundesrepublik Deutschland ist nicht ein altersgrauer Zeuge der wechselvollen Perioden deutscher Geschichte auf dem Wege vom 19. zum 20. Jahrhundert; er ist nicht Repräsentant des deutschen Bürgertums, geschweige denn ein so penetrant typischer, wie es seine beiden letzten (...)

FORVM, No. 229

Ich bin kein Liberaler

NF-Gespräch über Sozialdemokratie
Februar
1973

Welchen Funktionswandel hat die Sozialdemokratie in der bürgerlichdemokratischen Epoche durchgemacht? Was unterscheidet die SPÖ von anderen bürgerlichen Parteien? Es ist schwer, diesen Funktionswandel der sozialdemokratischen Bewegung in Österreich in wenigen Sätzen anzudeuten. Ich habe darüber (...)

FORVM, No. 232

Links, aber sozialdemokratisch

Aus dem Grundsatzprogramm
April
1973

Als sich der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) in Theorie und Praxis immer weiter von der SPD entfernte, gründete die Partei einen neuen Hochschulverband. Sie wurde bald durch die Entwicklung dieses Sozialdemokratischen Hochschulbundes (SHB) enttäuscht. Es bildete sich ein Bündnis (...)

FORVM, No. 232

Kurzsichtiges Langzeitprogramm

April
1973

1 Langzeitprogramm und Godesberg Pragmatismus als Prinzip ist bestenfalls eine Selbsttäuschung, deren ideologische Prämissen leider erst nach Jahren sichtbar werden, wenn deutlich wird, daß die Wertungen, von denen solcher Pragmatismus unbewußt ausging, keineswegs so selbstverständlich sind, wie (...)

FORVM, No. 232

Langzeitprogramm der Konzerne

Zum Entwurf der SPD-Kommission
April
1973

Jochen Steffen, Landesvorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein, Mitglied des Parteivorstandes der SPD, war stellvertretender Vorsitzender der LZPK (Langzeitprogrammkommission) der SPD, deren Arbeitsresultat er hier dennoch scharf kritisiert. 1 Entstehung und Schwerpunkte des LZP Noch keine (...)

FORVM, No. 237/238

Wohnung ist Gefängniszelle

Sozialdemokratischer Strategie-Vorschlag
September
1973

1 Baukapital ist parasitär Wenn der abhängig Arbeitende das Fabriktor, die Bürotür oder ähnliche Verschlußvorrichtungen auf dem Heimweg passiert, verläßt er das Reich der Solidarität und des durch Solidarität wirksamen Faustrechts. In allen seinen übrigen Lebensbereichen wird der solidarische Bruch (...)

Streifzüge, Jahrgang 2024

Antipolitik als Dissidenz

Februar
2024

Reform (gebildet aus lat. re: zurück und formare: bilden, gestalten; zusammengesetzt etwa: Wiederherstellung), auch Reformierung und Reformation, bezeichnet eine planvolle Umgestaltung bestehender Verhältnisse, Systeme, Ideologien oder Glaubenslehren in Politik, Religion, Wirtschaft oder Gesellschaft. Sie wird häufig als Gegenwort zur Revolution eingesetzt, die für schneller ablaufende Entwicklungen beziehungsweise für Änderungen mit radikalerem Wandel steht.

Das Wort erscheint schon in den Paulus-Briefen der Bibel, später auch in dem Zusammenhang mit der kirchlichen evangelischen Reformation zur Zeit Martin Luthers.

Religiöse und kirchliche Reformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine religiöse Reform richtet sich auf die Reform der Glaubenslehre. Zu unterscheiden davon ist eine Reform der Organisation einer Religionsgemeinschaft, die allerdings oft die Folge einer Reform der Glaubenslehre ist. Schon früh gab es in der Kirchengeschichte Bewegungen der steten Erneuerung festgefahrener Formen, etwa was das einhalten von Ordensregeln in den Ordensgemeinschaften betraf. Ein beispielhaftes Reformkloster war etwa die Abtei Cluny.

Politische und soziale Reformen in der Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschneidende gesellschaftliche Veränderungen bezeichnet man schon für die Zeit der Römischen Republik als Reformen. Die Gracchische Landreform scheiterte in zwei Anläufen 133 und 121 v. Chr., Marius war hingegen mit seiner Marianischen Heeresreform 107 v. Chr. erfolgreich.

Bekannte historische Beispiele für Reformen in Deutschland sind die Preußischen Reformen, die Lebensreform-Bewegung, die aus Reformbewegungen[1] hervorgegangene Sexualreform, Reformen an Universitäten[2] und Schulen (Bildungsreformen), die Bismarckschen Sozialreformen (damit teilweise zusammenhängend die Medizinische Reform[3][4]), die verschiedenen Währungsreformen in Deutschland, die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 und die Arbeitsmarkt-Reformen im Rahmen der Agenda 2010.

In autoritären Regimen fordern Dissidenten häufig Reformen, bevor diese von den Regierungen angestrebt werden. Glasnost und Perestroika standen als Begriffe für Michail Gorbatschows Reformen in der Sowjetunion vor dem Umbruch von 1989 und nach den Reformen der Entstalinisierung unter Nikita Chruschtschow. In der Volksrepublik China bedeuteten die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen und Privateigentum nach dem Tod Mao Zedongs wirtschaftliche Reformen (→ Geschichte Chinas: Wirtschaftliche Modernisierung (seit 1978)).

In der politischen Diskussion in Deutschland sprechen die politischen Parteien oft von Reformen. Damit drücken sie aus, dass sie die bestehenden Verhältnisse gemäß ihren Parteiprogrammen umzugestalten wünschen. Beispiele für Reformbestrebungen der jüngsten Vergangenheit betreffen etwa die Arbeitsmarktpolitik (→ Hartz-Konzept) und die Steuerpolitik (→ Ökologische Steuerreform der rot-grünen Koalition der Regierung Schröder), oder die Gesundheitspolitik (→ Gesundheitsreform 2007 der Großen Koalition mit dem Kabinett Merkel I).

Kontrovers diskutiert wird die These, dass die Politik in Deutschland an Immobilismus oder Reformstau leide.[5] Der frühere Bundespräsident Roman Herzog rief in seiner Berliner Rede 1997 dazu auf, dass ein „Ruck durch Deutschland“ gehen müsse und warb so für Reformbereitschaft bei der deutschen Gesellschaft und Politik. Thomas Straubhaar und andere erklären das Ausbleiben als notwendig erachteter Reformen mit den damit verbundenen Risiken und Kosten, denen offene Ergebnisse und häufig unerkannt bleibende positive Wirkungen gegenüber stünden.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralph Bollmann: Reform. Ein deutscher Mythos. wjs, Berlin 2008, ISBN 3-937989-43-9.
  • Yvonne Heiniger, Thomas Straubhaar, Hans Rentsch u. a.: Ökonomik der Reform. Wege zu mehr Wachstum in Deutschland. Orell Füssli, Zürich 2004, ISBN 3-280-05046-4.
  • Hans Peter Grüner: Der Preis der Arbeitsmarktreform. Wirtschaftsdienst, März 2002, 141–144.
  • Hans Peter Grüner: Demokratie, Reform und Wissenschaft. Wirtschaftsdienst, 2007, 87, 567–570.
  • Diethart Kerbs, Jürgen Reulecke (Hrsg.): Handbuch der deutschen Reformbewegungen 1880–1933. Wuppertal 1998.
  • Susan Richter/ Thomas Maissen/ Manuela Albertone (Hg.): Languages of Reform in the Eighteenth Century. When Europe lost its fear of change. London 2019 (Routledge Research in Early Modern History). ISBN 978-1-032-08759-7
  • Ulrich Schödlbauer: Was geht. Anmerkungen zur Reformgesellschaft. In: Ders. (Hrsg.): Warum Reformen scheitern. Die Kultur der Gesellschaft. Manutius-Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-934877-61-0.
  • Doreen Spörer: Regierungssysteme und Reformen. Studien zur neuen politischen Ökonomie. VS, Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-15034-0 (zugl. Dissertation, Universität Konstanz 2005).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Reform – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: Reform – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Linse: Sexualreform und Sexualberatung. In: Diethart Kerbs, Jürgen Reulecke (Hrsg.): Handbuch der deutschen Reformbewegungen 1880–1933. Wuppertal 1998, S. 211–226.
  2. A. Thorbecke: Statuten und Reformationen der Universität Heidelberg vom 16. bis 18. Jahrhundert. Heidelberg 1891.
  3. Wilfried Witte: Medizinische Reform (1848/49). In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1221 f.
  4. Erwin Heinz Ackerknecht: Beiträge zur Geschichte der Medizinalreform von 1848. Dissertation Leipzig 1931; auch in: (Sudhoffs) Archiv für Geschichte der Medizin. Band 25, 1932, S. 61–109 und 113–182.
  5. Manfred G. Schmidt: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland. S. 112 f.
  6. Josef Schmid: Wirtschaftspolitik für Politologen. S. 101.