Heft 8/2003 — 1/2004

Medieninhaber: Bureau № 2 — Agentur für Kommunikation und Information
Herausgeberin: LICRA-Österreich (Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus)
Redaktion: Katrin Auer, Hannah Fröhlich, Manfred Gmeiner, Stephan Grigat (koordinierender Redakteur), Alex Gruber, Heide Hammer (Radio), Günter Hefler, Mary Kreutzer, Eva Krivanec, Wolfgang Lamsa, Stella Puig-Waldmüller (Internet), Heribert Schiedel, Thomas Schmidinger, Alexander Schürmann-Emanuely (geschäftsführender Redakteur), Markus Zingerle (Radio)
Titelgraphik: diE nOt
Layout: Birgit Baschant
Hersteller: Resch druck & grafik, 1150 Wien
Offenlegung: Der Medieninhaber ist zu 100% Eigentümer, von sonst nichts und sonst niemand; Leitungsorgan ist die Redaktion; grundlegende Richtung: Kritik
Context XXI ist Mitglied der VAZ — Vereinigung alternativer Zeitungen und Zeitschriften

Liebe Leserin, lieber Leser!

Die Zeitschrift Context XXI wurde seit ihrem Beste­hen von der Arbeitsgemeinschaft für Wehrdienstverweige­rung, Gewaltfreiheit und Flüchtlingsbetreuung heraus­gegeben; ebenso die Vorgän­gerzeitschrift ZOOM. Seit der letzten Nummer hat die Ar­ge diese Herausgeberschaft aufgekündigt, womit eine langjährige Zusammenarbeit beendet wird. In Zukunft wird die Zeitschrift von der bisher als Mitherausgeberin fungierenden österreichi­schen Sektion der Internatio­nalen Liga gegen Rassismus und Antisemitismus (...)

Beiträge

Blocher regiert

Erfolg und Ideologie der Schweizerischen Volkspartei

4

Die SVP ist zur stärksten politischen Kraft in der Schweiz geworden. Sie setzt auf Ressentiments gegen Marginalisierte und auf einen Nationalismus, der sich einen antifaschistischen Anstrich gibt. Nachdem Blocher aufgrund des Wahlerfolgs der Schweizerischen Volkspartei (SVP) einen zweiten (...)


Ein Handlungsreisender in Sachen Judenmord

Adolf Eichmann, die Moderne und der Antisemitismus

7

Die Betonung von Bürokratie und moder­ner Arbeitsteilung im Prozess der Menschenvernichtung blendet den Antisemitismus selbst noch beim Hauptorganisator der Shoah aus. Am 31. Mai 1962 wurde Adolf Eichmann in Isra­el hingerichtet. Er war zuvor in Argentinien, wohin er sich nach der Niederwerfung (...)


Der Weg nach Auschwitz

14

Christopher Browning unternimmt den Ver­such, die Ergebnisse der historischen Forschung zur national­sozialistischen Ver­nichtungspolitik zu­sammenzufassen. Die Untersuchung des Historikers Christopher Browning über die Entfesse­lung der „Endlösung“, die von namhaften Historikern so­gleich zum neuen (...)


Aufklärung als AnTITOtalitarismus

Zwei Ausstellungen in Kärnten/Koroška

16

Die Thematisierung von „antifaschisti­schen Gräueltaten" fungiert in Kärnten/Koroska als Instru­ment revisionistischer Deutschnationaler. Aber auch die SPÖ beteiligt sich an der Relativierung der NS-Verbrechen. Die traditionelle Vor­gangsweise der Institu­tionen und pressure groups in Kärnten/Koroska, (...)


„Wohlsein nach Schandtaten“

Der Antisemitismus der Gruppe 47

18

Wie deutsch waren die Stars der deutschen Nachkriegsliteratur? Als Ingeborg Bachmann 1952 in Niendorf an einer Tagung der Gruppe 47 teilnahm, notierte sie in ihr Tagebuch: „Am zweiten Abend wollte ich abreisen, weil ein Gespräch, dessen Voraussetzungen ich nicht kannte, mich plötzlich denken (...)


Die Mühen der Erinnerung

Ein Gruppenexperiment

20

Was passiert, wenn Nachfahren von Op­fern und Tätern des Nationalsozialismus versuchen, unter psy­choanalytischer Anlei­tung ins Gespräch zu kommen? von Hannah Fröhlich und Heribert Schiedel nebst Interviews mit Josef Shaked und Gerlinde Farkas-Zehetner Von Jänner bis Juni 2003 trafen sich etwa 80 (...)


Das Vergnügen der Assoziation

Überlegungen anlässlich des European Social Forum

24

Die Praxis des Glücks wird subversiv, wenn sie kollektiv ist. (Felix Guattari) Zehntausende treffen in Paris zusammen und be­haupten: „Eine andere Welt ist möglich“. Der spezifische Mut zum Pathos erreicht so­mit — auch mit Michael Hardt/Toni Negri — Diskurs­stränge in der deutschspra­chigen Linken, (...)


Staat ohne Faschismus, Subjekt ohne Regression

John Holloways Versuch, die Welt zu verändern

27

Über ein Unterfangen, die Revolution zu ret­ten, ohne vom Faschis­mus zu reden. Die Welt verändern, ohne die Macht zu überneh­men — so der Titel von Hol­loways letztem Buch — klingt zwar wie eine Headline aus dem letzten Pfarrblatt, den­noch gibt es darin kaum eine Zeile, die für ein solches (...)


Fallstricke des Antikapitalismus

Anmerkungen zur Globalisierungskritik

29

Die Nähe zwischen rechten und linken No-Globals ist kein Zufall, sondern hat inhaltliche Gründe. Eine Wiederholung von Grundsätzlichem. Nicht erst seit dem Austrian Social Forum (ASF) in Hallein, an welchem ursprünglich der rechte Seelentröster Franz Alt hätte teilnehmen sollen, sehen sich linke (...)


Der sozialdemokratische Leviathan

32

Über einen Versuch, die Sozialfaschismusthese zu retten und gegen ihre Urheber zu wenden. Es gibt Menschen, die sich im Deutschland des Jahres 2003 empört in eine anklägerische Pose werfen, ihren Austritt aus der Sozialdemokratie erklären und laut „Verrat“ schreien. Und es gibt immer noch einige (...)


Der Irak, die Türkei und die Kurden

34

Stabilität in der kurdischen Gesellschaft ist für die ganze Region von Bedeutung. Für die weitere Entwicklung des Irak sind die Reaktionen und die Politik der Nachbarstaaten gegenüber dem Land von großer Bedeutung. Während in Kuwait, das sich nach dem Überfall Saddam Husseins 1990 auch weiterhin vom (...)


Ordnungsmacht und Destabilisierung im Irak

35

Die Iraker sind nicht nur Opfer, sondern ei­genständige Akteure. Um die heutige Situation im Irak zu begreifen hilft ein Blick zurück ins Jahr 1914. Die englischen Trup­pen wollten nach dem Meso­potamischen Feldzug einen neuen Staat gründen. Es kam zu gravierenden Ordnungs­problemen. Der irakische (...)


Besatzung und Demokratie nach dem Krieg

36

Eine Entwicklung nach iranischem Vorbild ist im Irak derzeit ausge­schlossen. Die Besatzungsmächte USA und Großbritanni­en haben ihren Verbündeten innerhalb der einstigen iraki­schen Exilopposition entge­gen früheren Versprechun­gen die Bildung einer Über­gangsregierung verweigert. Nur so konnten sie (...)


Kriegsgründe

Ressentimenthaftes und Analytisches zum Irakkrieg

37

Zwei Neuerscheinun­gen zum Krieg am Golf versuchen die wahren Gründe für die US-Militärintervention aufzuzeigen. Wenn Journalistinnen für schlampig geschriebe­ne Bücher gefeiert werden, gehören sie zu den KriegsgewinnlerInnen. In den letzten Wochen wurde dem Buch der Standard-Joumalistin Gu­drun (...)


Internationalismus und Bellizismus

40

Die Denunziation von Befürwortern der Mi­litärintervention im Irak als Kriegshetzer interessiert sich nicht für die irakische Oppo­sition. Was herauskommt, wenn internationalistische Be­wegungslinke sich zusam­mensetzen um ihr Tun zu re­flektieren, nur um dann wie­der in den alten Trott verfal­len zu (...)


Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Symposium

42

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