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nadir

ein Informationssystem zu linker Politik und sozialen Bewegungen im Internet

Mit nadir wollen wir an der Erarbeitung neuer Grundlagen der Linken durch die Bereitstellung eines Ortes zur Kommunikation und Information mitarbeiten. Wir wollen einen Beitrag zur Entwicklung einer emanzipativen Perspektive leisten, die international und internationalistisch allen Widerständen und Kämpfen eine gemeinsame Richtung gibt, um die herrschenden Verhältnisse grundlegend zu verändern — you`ll never walk alone.

Was ist nadir?

Das nadir infosystem bietet unterschiedlichen Strömungen und Bewegungen der Linken eine Plattform im Netz.

Es ist mit der virtuellen Version eines Infoladens vergleichbar: Es stellt Email (Postfächer) und Newsgroups (Informations- und Diskussionsaustausch) bereit, verschickt Mailinglisten (Rundbriefe), füttert ein digitales Infosystem (Archiv, Aktuelles, Adressliste etc.), das Ganze ist in einer Domain namens nadir.org untergebracht (die Räume des Infoladens).

Warum überhaupt ins Internet?

Das Internet bietet neue Möglichkeiten der Kommunikation und Information.
Auf aktuelle Berichte aus dem mexikanischen Urwald, von der Botschaftsbesetzung in Lima/Peru oder vom Castortransportkann jederzeit und von jedem Ort aus zugegriffen werden.

Informationen lassen sich ausführlicher veröffentlichen, da die Ablage im Web weniger Kosten verursacht als die Produktion von Papierausgaben in Form von Bücher, Broschüren, Exzerpten, etc. Komprimierte Publikationen wie Flugblätter oder grad Plakate lassen sich mit einem Verweis auf weitergehende Informationen im Web durch die Bekanntgabe der Internet Adresse mit Hintergrundinformationen verknüpfen. Andererseits können Informationen, die sonst kein Flugblatt „wert“ wären, in den Netzen publiziert werden und somit einen größeren Kreis von Menschen erreichen.
Mit Hilfe einer Volltextsuche (Suchmaschine) kann das nadir infosystem, wie auch das Internet insgesamt, schnell und einfach durchsucht werden. Sind linke Inhalte erst einmal im Netz, werden sie über die Suchmaschinen auch Menschen zugänglich, die nicht zur Szene gehören.

Zeitungen, Bücher und Broschüren, die einmal in nadir veroeffentlicht wurden, werden nie vergriffen sein. Sie koennen ausserdem im Netz regelmaessig aktualisiert werden (worauf wiederum schon in der Printausgabe hingewiesen werden kann).

Weshalb zu nadir?

Wir meinen, daß die Möglichkeiten des Internet von noch viel mehr Gruppen, Projekten und Zeitungen/Periodika genutzt werden sollten und zwar in Bezug auf aktuelle Veröffentlichungen wie auch der digitalen Archivierung älterer Materialien.
Möglichkeiten, eigene Inhalte kostengünstig ins Netz zu bringen gibt es inzwischen viele. nadir ist aber nicht einfach ein weiterer Provider, sondern ein Projekt, in dem fortschritliche Menschen die Möglichkeit haben, ihre Gedanken, Infos und politischen Ansätze in einem linken Kontext selbstbestimmt und kommerzfrei darzustellen. Auch wenn es kein Problem mehr ist, bei AOL oder T-Online eine Homepage zu bekommen, so ist dieser Ort unreflektiert gewählt und mensch begibt sich in die Abhängigkeit von Konzernen, die nicht an (unzensierten) Informationen sondern am Geschäft interessiert sind. Sie setzen sich nicht für die Meinungsfreiheit ein, wie verschiedene Zensurmaßnahmen, z.B. gegen die radikal, gezeigt haben.

Durch die Konzentration vieler unterschiedlicher Gruppen, Initiativen, Zeitungen und Projekte an einem Ort wird eine bessere Auffindbarkeit erreicht. Wer z.B. das Angehörigen Info sucht, wird auch auf die Rote Hilfe Zeitung aufmerksam.
Wir wollen, daß sich viele Gruppen an dem Projekt nadir infosystem beteiligen, es als ihr Projekt begreifen und durch die Zusammenarbeit eine Diskussion um und über die Nutzung dieser elektronischen Medien entsteht und sich ein bewußter Umgang damit entwickelt. Dies ist Vorraussetzung fuer einen entschiedeneren Widerstand gegen die staatlichen Überwachungs- und Zensurbestrebungen im Bereich der neuen Medien.

Ein paar Worte zur Nutzung

Neue Medien, Internet, alles schön und gut, aber wieviele erreichen wir damit überhaupt ? Wir denken eine ganze Menge, denn schon jetzt werden, mit steigender Tendenz, täglich über 1.500 Seiten von unserem Webserver abgefragt. Besonders gefragt sind Seiten zu aktuellen Ereignissen, die in einer Woche mehrere hundert Anfragen zu verzeichnen haben, aber auch Zeitschriften wie die radikale Zeiten haben über 100 Anfragen pro Woche. Mehr als die Hälfte der Anfragen kommen aus der BRD.

Zur Struktur des nadir Infosystems im Web

Es ist in fünf Bereiche gegliedert:

  • aktuell: aktuelle tagespolitische Infos.
  • periodika: elektronische Kopien linker Periodika, z.B. TATblatt, Gegendruck, Angehörigen-Info, Rote Hilfe Zeitung, radikale Zeiten, widerstand etc.
  • archiv: Das Archiv ist unser Schwerpunkt im Web (und befindet sich im Aufbau). Wir haben den Anspruch, zu allen fuer die Weiterentwicklung der Linken wichtigen Themen mindestens grundlegende Informationen zur Verfuegung zu stellen. Aktuelle Diskussionen und Ereignisse sollen in den Kontext ihrer Geschichte gestellt werden.
    Vor allem im Bereich Archiv brauchen wir die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen, die zu einzelnen Bereichen des Archiv beitragen oder sie kontinuierlich betreuen.
  • initiativ: Hier können linke Gruppen, Initiativen, Vereine, Projekte etc. sich und ihre Arbeit darstellen.
  • netz: Die Suche im Internet ist mitunter recht aufwendig und schwierig. Damit aus den überall im Web verstreuten Informationsangeboten und Kommunikationsmöglichkeiten tatsächlich ein Netz wird, sammeln wir z.B. Email und Web Adressen anderer linker Projekte. Ein wichtiges Anliegen ist uns die Kommentierung der Adressliste. Der jetzige Zustand, daß jedeR selbst herausfinden muß, was sich hinter einem kargen Verweis befindet, ist unbefriedigend und verschwendet die Zeit der NutzerInnen.
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nadir.org
Website mit linksextremen Inhalten[1]
Sprachen Deutsch
Betreiber unbekannt
Redaktion unbekannt
Registrierung nein
Online ab 1994 (aktuell online)
https://www.nadir.org/

Nadir.org ist ein Internetportal mit Sitz in Hamburg. Es versteht sich als „ein Informationssystem zu linker Politik und sozialen Bewegungen im Internet“. Es ist eine der ältesten und früher bedeutendsten von linken Gruppen und Initiativen genutzten Internetseiten. Seit 2006 wurden Neueinträge weitestgehend eingestellt, ein Manifest gegen Vorratsdatenspeicherung wurde im Oktober 2008 veröffentlicht.[2] Nach und nach wurde es durch die offene Informationsplattform indymedia abgelöst. Themen waren unter anderem Antifaschismus, Antirassismus und Arbeit gegen Sexismus.

Insbesondere wurden die Zeitschriften Radikale Zeiten, die Rote Hilfe Zeitung, Gegendruck, ZECK und Interim elektronisch bereitgehalten.[3]

Die Infogruppe Hamburg stellte das Portal 1994 ins Netz. Mittlerweile wird das Portal vom Verein Nadir.org e.V. betrieben, der auch medienrechtlich verantwortlich ist.

Der Name des Portals beruhte auf einer Fehlinformation über den astronomischen Begriff Nadir – den auf der Himmelskugel gegenüber dem Zenit liegenden Punkt beziehungsweise dessen Richtung – als allgemeiner einen „Punkt, auf den eine Zentralperspektive in unendlich weiter Entfernung zuläuft“ bzw. einen „Fluchtpunkt in der Unendlichkeit“.[4]

Einschätzung des Verfassungsschutzes Nordrhein-Westfalen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hamburger Nachrichtenportal ist laut Verfassungsschutzbericht des Landesamtes für Verfassungsschutz NRW aus dem Jahr 2004 „das älteste linksextremistische Portal“.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marie-Isabel Kane: Das Politikverständnis in linksautonomen Publikationsorganen. Bundeszentrale für politische Bildung, 21. Dezember 2011, abgerufen am 18. Mai 2018.
  2. Stefan Krempl: Provider bei der Vorratsdatenspeicherung zwischen allen Stühlen. In: Heise online. 28. November 2008, abgerufen am 18. Mai 2018.
  3. Tilman Baumgärtel: Linke im Internet. In: Telepolis. 17. März 1997, abgerufen am 18. Mai 2018.
  4. Zum Namen nadir. In: nadir.org. 22. Januar 1999, abgerufen am 18. Mai 2018.
    Anna von Villiez: Virtuelle Subversion. In: Die Tageszeitung (taz) Hamburg. 26. August 1999, S. 23, abgerufen am 18. Mai 2018.
  5. Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über das Jahr 2004. (PDF, 4,6 MB) 31. Januar 2005, S. 151, archiviert vom Original am 11. Februar 2007; abgerufen am 18. Mai 2018.
    Linksextremismus: Internet und elektronische Kommunikation. Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen, archiviert vom Original am 26. Oktober 2016; abgerufen am 18. Mai 2018.