Erich Ribolits

Geboren am: 2. Dezember 1947

Gestorben am: 7. April 2021

Geb. 1947, lebte in Wien. Ursprünglich Techniker und Berufsschullehrer, später in der Lehrer/innenbildung und als Bildungswissenschafter an der Universität Wien beschäftigt. Seit 2008 Pensionist, weiterhin aktiv als Lehrbeauftragter an österreichischen Universitäten tätig. Forschungsarbeiten zum Verhältnis von Arbeit, Bildung und Gesellschaft. Diverse Veröffentlichungen, darunter: Die Arbeit hoch? Berufspädagogische Streitschrift wider die Totalverzweckung des Menschen im Post-Fordismus, Wien 1995, sowie: Bildung ohne Wert. Wider die Humankapitalisierung des Menschen, Wien 2009.

Im WWW
Universität Wien: Erich Ribolits
Beiträge von Erich Ribolits
Streifzüge, Heft 1/1998

Und jetzt wird wieder in die Hände gespuckt ...

■  Erich Ribolits
März
1998

Wider die Überhöhung der Arbeit zur zentralen menschlichen Bestimmungsgröße und die daraus folgende Unfähigkeit, dem Weniger-werden der Erwerbsarbeit anders als mit dem Ruf nach neuen Arbeitsplätzen zu begegnen. Schon Ende der 50er Jahre prognostizierte Hannah Arendt in ihrem Buch „Vita activa“, daß (...)

Streifzüge, Heft 2/2003

Wieso sollte eigentlich gerade Bildung nicht zur Ware werden?

■  Erich Ribolits
Juni
2003

Heute warnt alles, was sich als fortschrittlich dünkt, vor einer Ökonomisierung der Bildung. Spätestens seit die GATS-Verhandlungen über eine Liberalisierung des Handels mit Dienstleistungen und die damit verbundenen Implikationen für das Bildungswesen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurden, (...)

Streifzüge, Heft 2/2003

Mythos Intelligenz

Welchem Interesse dient das Tradieren der Anlage-Umwelt-Kontroverse?
■  Erich Ribolits
Juni
2003

Gibt man in der Internet-Suchmaschine Google die Wortkombination „Intelligenz angeboren“ ein, erhält man Verweise auf mehr als 2400 Websites. Ähnlich hohe Trefferquoten liefert die Suche nach „Intelligenz genetisch bedingt“ oder nach sonstigen Kombinationen von Stichwörtern, mit denen die (...)

Streifzüge, Heft 33

Pädagogisierung

Oder: „Wollt ihr die totale Erziehung“?
■  Erich Ribolits
März
2005

Ein den meisten von uns im ersten Anschein durchaus sympathisch erscheinendes Phänomen postmoderner Gesellschaften zeigt sich darin, dass sich gegenwärtig kaum mehr ein Lebensbereich finden lässt, der vom vordergründigen Appell zum „vernünftigen“ Verhalten verschont bleibt. Ob es die Zigarettenpackung (...)

Streifzüge, Heft 38

Grundeinkommen

Bedingung der Möglichkeit von Bildung?
■  Erich Ribolits
Oktober
2006

Viele Befürworter eines Grundeinkommens betonen, dass ihre Forderung keineswegs bloß als Krisenmaßnahme zur Milderung der aktuellen Situation zu verstehen sei, in der eine anwachsende Zahl von Menschen keine Chance mehr hat, sich durch den Verkauf ihrer Arbeitskraft einen adäquaten Lebensstandard (...)

Streifzüge, Heft 40

Zwangsehe

Vom ewigen Flirt der Pädagogik mit der Emanzipation und ihrer Zweckheirat mit der Ökonomie
■  Erich Ribolits
Juni
2007

Der Titel der gegenständlichen Veranstaltung signalisiert einen kritischen Blick auf das Verhältnis von Bildung und marktgesteuerter Ökonomie. Wer Probleme damit hat, dass Bildungsaktivitäten zu eng mit ökonomischen Gegebenheiten verkoppelt sind, idealisiert meist eine andere Ausrichtung der (...)

Streifzüge, Heft 41

Die sanfte Art, Menschen zum Funktionieren zu bringen

■  Erich Ribolits
Oktober
2007

Führe mich sanft Gib mir einen Trunktrank Etwas das Eifer schafft Eine geheime Wissenschaft Die mich entkrampft Führe mich sanft Es ist alles so einfach Tocotronic (Indierock-Band/Hamburg) Eines der großen Zauberwörter der heutigen Zeit heißt Beratung. Ohne sie geht heute kaum mehr etwas – in der (...)

Streifzüge, Heft 44

Wer bitte sind hier die Bildungsfernen?

■  Erich Ribolits
Oktober
2008

Wer heute schwerwiegende Mängel in den Grundkompetenzen des Lesens, Schreibens, Rechnens sowie der Verwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien hat, gehört zu den programmierten Verlierern des Arbeitsmarktes. Denn zum einen haben die technologischen Entwicklungen der letzten (...)

Streifzüge, Heft 47

Bildung hat keinen Wert

Über den Verlust von Bildung, sobald dieser Wert zugeschrieben wird
■  Erich Ribolits
Oktober
2009

Spätestens nachdem am „Gipfel von Lissabon“ im Jahre 2000 durch die Europäischen Bildungsminister deklariert worden war, die Europäische Union zum „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt“ machen zu wollen, ist der Begriff „Wissensgesellschaft“ zum fixen (...)

Streifzüge, Heft 50

Erhebet euch Geliebte, wir brauchen eine Tat!*

Zu den Protestaktionen der Studierenden im Herbst 2009
■  Erich Ribolits
Oktober
2010

Geschrieben steht: Im Anfang war das Wort!
Hier stock’ ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
 Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
ich muss es anders übersetzen,
wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
 Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
 Bedenke wohl die erste Zeile,
dass deine Feder (...)

Streifzüge, Heft 53

Bildung – (k)ein Menschenrecht?

■  Erich Ribolits
Oktober
2011

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Streifzüge, Heft 56

Die Antiquiertheit der Menschenwürde

Warum auch ein Recht auf Bildung nichts mit Menschenwürde zu tun hat
■  Erich Ribolits
März
2012

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Streifzüge, Heft 55

Kritische Bildung

Königsweg zu einem veränderten gesellschaftlichen Sein?
■  Erich Ribolits
Juni
2012

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Streifzüge, Heft 57

Das Ende der Emanzipation

■  Erich Ribolits
März
2013

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Streifzüge, Heft 59

Das Ende der Politik

Die Hassliebe des Bildungsbürgers gegenüber der Politik
■  Erich Ribolits
Oktober
2013

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Streifzüge, Heft 66

Warum Bildung bei der Überwindung der Machtverhältnisse nicht hilft, zu deren Erhalt aber ganz wesentlich beiträgt

Teil 1
■  Erich Ribolits
März
2016

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Streifzüge, Heft 67

Die geltende Vernunft bekämpft nicht Macht, sondern nur deren „Entarten“ zu Herrschaft

Teil II des Beitrags „Warum Bildung bei der Überwindung der Machtverhältnisse nicht hilft“
■  Erich Ribolits
September
2016

Als Konsequenz der bisherigen Ausführungen gilt es die Hoffnung zu begraben, dass Bildung kraft des ihr immanenten Appells, „sich seines Verstandes ohne die Anleitung durch andere zu bedienen“, Grundlage dafür sein kann, die in den gesellschaftlichen Umständen zum Ausdruck kommende Macht tatsächlich (...)

Streifzüge, Heft 77

Habe Mut, dich deiner Sehnsucht nach Lust und Liebe zu besinnen!

■  Erich Ribolits
Dezember
2019

Kritik, die heutzutage an Politik und Politikern vorgebracht wird, fokussiert im Kern nahezu immer die materiell bestimmten Lebensbedingungen der Menschen sowie ihre ungleichen Möglichkeiten, durch „Leistung“ zu Wohlstand gelangen zu können. So wird häufig beklagt, dass Arbeitnehmer/innen ein (...)

Erich Ribolits (* 2. Dezember 1947 in Wien; † 7. April 2021 ebenda[1][2]) war ein österreichischer Erziehungs- und Bildungswissenschaftler.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ribolits ließ sich zunächst an einer Höheren Technischen Lehranstalt in Elektrotechnik ausbilden. 1976 legte er an der Wiener Berufspädagogischen Akademie des Bundes seine Lehramtsprüfung ab und arbeitete fortan als Berufsschullehrer. Parallel studierte er an den Universitäten Wien und Klagenfurt Pädagogik und Politikwissenschaft. Nachdem er 1984 promovierte, war er ab dem folgenden Jahr als Lehrbeauftragter an diversen berufspädagogischen Akademien tätig. 1988 wurde er als Professor an die Agrarpädagogische Akademie Wien berufen. Nach mehreren Lehraufträgen und Gastprofessuren an anderen österreichischen pädagogischen Akademien und Universitäten habilitierte er sich 1996 an der Universität Wien. Die Habilitationsschrift wurde unter dem Titel "Die Arbeit hoch? Berufspädagogische Streitschrift wider die Totalverzweckung des Menschen im Post-Fordismus" publiziert. 2000 wurde ihm der Titel „Universitätsprofessor“ an der Universität Wien verliehen. Bis zu seiner Pensionierung 2008 war er dort als Leiter der Forschungseinheit „Aus- und Weiterbildung“ tätig. Bis 2019 war Erich Ribolits als Lehrbeauftragter an den Universitäten Wien, Klagenfurt und Graz tätig und führte bis 2020 seine Publikations- und Vortragstätigkeit weiter.

Er war unter anderem Mitherausgeber der pädagogischen Taschenbuchreihe "schulheft", in der er zahlreiche Bände redaktionell mitbetreute[3]. Er war weiters Mitglied in zahlreichen Beiräten und Gremien, u. a. bei Ö-Cert[4], in der wissenschaftlichen Open-Access-Zeitschrift Momentum Quarterly und in der Initiative Kritische Erwachsenenbildung[5].

Ribolits beschäftigt sich in seinem Werk mit der Aus- und Weiterbildungsforschung. Dabei setzt er sich u. a. mit der Ökonomisierung der Bildung oder der Pädagogisierung auseinander.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Arbeit hoch? Berufspädagogische Streitschrift wider die Totalverzweckung des Menschen im Post-Fordismus. München, Wien: Profil-Verlag, 1995, 2. durchg. u. erg. Auflage 1997. ISBN 978-3-89019-415-8
  • Misere Lehre. Der Anfang vom Ende der dualen Berufsausbildung. (Redaktion, gem. m. Johannes Zuber). schulheft 85. Wien: Verein der Förderer der Schulhefte, 1997. ISBN 3-901655-05-0
  • Karma und Aura statt Tafel und Kreide. Der Vormarsch der Esoterik im Bildungsbereich. (Redaktion, gem. m. Johannes Zuber). schulheft 103. Wien: Verein der Förderer der Schulhefte, 2001. ISBN 3-901655-23-9
  • Pädagogisierung: Die Kunst, Menschen mittels Lernen immer dümmer zu machen! (Redaktion, gem. m. Johannes Zuber). schulheft 116. Innsbruck, Wien: StudienVerlag, 2004. ISBN 3-7065-1993-3
  • Verlierer im Überfluss. Bildungssystem und Ungleichheit – Aspekte eines diffusen Zusammenhanges. (Redaktion, gem. m. Michael Sertl, Johannes Zuber). schulheft 123. Innsbruck, Wien: StudienVerlag, 2006. ISBN 3-7065-4313-3
  • Bildung ohne Wert. Wider die Humankapitalisierung des Menschen. Wien: Löcker, 2009. ISBN 978-3-85409-535-4
  • Bildung – Kampfbegriff oder Pathosformel. Über die revolutionären Wurzeln und die bürgerliche Geschichte des Bildungsbegriffs. Wien: Löcker, 2011. ISBN 978-3-85409-607-8
  • Kritisch denken: für eine andere Erwachsenenbildung. (Redaktion, gem. m. Ingolf Erler, Daniela Holzer, Christian Kloyber). schulheft 148. Innsbruck, Wien: StudienVerlag, 2012. ISBN 978-3-7065-5185-4
  • Abschied vom Bildungsbürger. Über die Antiquiertheit von Bildung im Gefolge der dritten industriellen Revolution. Wien: Löcker, 2013. ISBN 978-3-85409-694-8
  • Bildung und Emanzipation. (Redaktion, gem. m. Eveline Christof). schulheft 125. Innsbruck, Wien: StudienVerlag, 2013. ISBN 978-3-7065-5284-4
  • Bildung und Macht. Eine kritische Bestandsaufnahme (Hrsg., gem. m. Eveline Christof). Wien: Löcker, 2015. ISBN 978-3-85409-762-4
  • Lust – die ignorierte Dimension der Pädagogik. (Redaktion, gem. m. Eveline Christof). schulheft 171. Innsbruck: StudienVerlag, 2018. ISBN 978-3-7065-5694-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nachruf bei Ö-CERT. Abgerufen am 9. April 2021.
  2. Nachruf auf kritische-eb.at. Abgerufen am 10. April 2021.
  3. Schulheft – Pädagogische Taschenbuchreihe. Abgerufen am 9. April 2021 (deutsch).
  4. Akkreditierungsgruppe : Über uns :: Ö-CERT. Abgerufen am 9. April 2021.
  5. Wer wir sind – Kritische Erwachsenenbildung. Abgerufen am 9. April 2021 (deutsch).