Gaby Weber

Geboren am: 4. Januar 1954

Journalistin, lebt in Montevideo/Uruguay.

Beiträge von Gaby Weber
MOZ, Nummer 33
Interview

Erinnerungen an das Feuer

■  Eduardo Galeano ▪ Gaby Weber
September
1988

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Das ist machbar!

MOZ, Nummer 38
Uruguay:

Bitterer Mate-Tee

■  Gaby Weber
Februar
1989

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Das ist machbar!

MOZ, Nummer 39
Argentinien:

Todos por la Patria

■  Gaby Weber
März
1989

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Das ist machbar!

MOZ, Nummer 51
Sowjetunion: „Neues Denken“ für die „Dritte Welt“

Schaf im Wolfspelz

■  Gaby Weber
April
1990

Die Vordenker der Moskauer Perestroika arbeiten zur Zeit an einer Neugestaltung der Beziehungen zur südlichen Halbkugel. Statt von „Imperialismus“ und „Ausbeutung“ ist nun von „ost-westlicher Interessensidentität“ und „Konfliktvermeidung“ die Rede. Die antiimperialistische Phraseologie soll (...)

MOZ, Nummer 58
Geschichte im Zick-Zack Kurs:

Wo sind die Intellektuellen?

■  Gaby Weber
Dezember
1990

Nach dem Zwischenspiel von 1968 haben Europas Intellektuelle spätestens nach den ‚Revolutionen‘ im Osten wieder ihren traditionellen Platz eingenommen — am Fuße des Throns. Der Kapitalismus habe gesiegt, sagen sie, die Dichter und Denker, die Schreiber und Sänger, die Liberalen und die (...)

Gaby Weber (2011)

Gabriele „Gaby“ Weber (* 4. Januar 1954 in Stuttgart) ist eine deutsche Romanistin, Journalistin und Publizistin. Ein Schwerpunkt ihrer Publikationen liegt auf der Geschichte der deutsch-lateinamerikanischen Beziehungen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weber studierte Romanistik und Publizistik an der Freien Universität Berlin, wo sie 1979 mit dem Magister Artium abschloss und 1982 am Lateinamerika-Institut promoviert wurde. 1978 gründete sie taz mit.[1] Sie war als Journalistin und seit 1986 als freie Korrespondentin tätig, zuerst aus Montevideo und von 2002 an aus Buenos Aires. Dort arbeitet sie überwiegend für die Rundfunk-Anstalten der ARD.

Neben der Korrespondententätigkeit hat sie mehrere Reportagen und umfangreiche Recherchen zur Geschichte nachrichtendienstlicher Aktivitäten veröffentlicht, darunter 1989 Gespräche mit Guerilla-Führern in Argentinien, Bolivien, Chile und Uruguay, 2004 über Daimler-Benz und die Argentinien-Connection und 2005 ein Theaterstück über Adolf Eichmann und die Atomforschung in Argentinien. Die Recherchen zu diesem Thema führten zu umfangreichen Korrespondenzen und Berichten über die noch immer gesperrten nachrichtendienstlichen Archivalien der Bundesregierung.[2][3] Nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts müssen die vom Bundeskanzleramt als Aufsichtsbehörde gesperrten Archivbestände jedoch überwiegend freigegeben werden.[4]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

René Martens lobte Webers Verdienste bezüglich der Geschichte von Daimler-Benz in Argentinien, befand aber zu ihrem DLF-Feature Die Entführungslegende oder: Wie kam Eichmann nach Jerusalem? aus dem Jahr 2011, dass sie ins „Nirvana der Verschwörungstheorien ab[gedriftet]“ sei. Ein vorangegangener Beitrag von ihr zum Thema sei zunächst bei der antizionistischen Jungen Welt veröffentlicht und dann beim Neonazi-Portal Altermedia wohlgefällig aufgenommen worden, da darin Israel unterstellt wird, ihm sei Eichmanns angebliche Mitwisserschaft am israelischen Atomprogramm wichtiger als seine Rolle im Holocaust. Raphael Gross, der Leiter des Frankfurter Fritz-Bauer-Instituts, erklärte dazu:

„Wir wissen relativ viel über die Art und Weise, wie Eichmann gesucht wurde, und auch über die Umstände seiner Ergreifung. […] Derart viele Zeugenaussagen stehen Webers Spekulationen entgegen, dass ich diese als Historiker nicht besonders ernst nehme.“[5]

In ihrem 2012 erschienenen Buch Eichmann wurde noch gebraucht hält es Weber für wahrscheinlich, dass die Entführung Adolf Eichmanns nach Israel durch den Mossad lediglich vom Bekanntwerden geheimer unterirdischer Atomtests der USA in Argentinien ablenken sollte, die 1960 aufgrund des Erdbebens von Valdivia bekannt zu werden drohten. In den Medien stieß Webers neue Ablenkungsthese überwiegend auf Kritik; Rainer Blasius bezeichnete die Autorin in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als „Verschwörungstheoretikerin“,[6] der Historiker Sven Felix Kellerhoff sprach von einem „Musterbeispiel dafür, wie Verschwörungstheorien funktionieren“.[7] Der Philosoph Bernhard Taureck dagegen bezeichnete Webers Recherchen als gründlich und ihre These als „begründete Vermutungen“.[8]

2019 schrieb Weber auf Telepolis, dass die Übernahme von Monsanto durch die Bayer AG mit Steuergeldern finanziert worden sei, weil die Bundesbank von Bayer Unternehmensanleihen gekauft habe.[9] Die Tageszeitung (taz) bewertete diesen Bericht als Falschmeldung, Weber unterliege zwei Denkfehlern, nämlich dass die Bundesbank über Steuergelder verfüge und dass die Geldpolitik der Notenbanken so etwas wie Subventionen seien.[10]

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eichmann wurde noch gebraucht. Der Massenmörder und der Kalte Krieg. Das Neue Berlin, Berlin 2012, ISBN 978-3360021380
  • Chatting with Sokrates. Dialog um Öl, Atom und Eichmann · Ein Theaterstück. Die Buchmacherei, Berlin 2008, ISBN 978-3-00-025223-5
  • Daimler-Benz und die Argentinien-Connection. Von Rattenlinien und Nazigeldern. Assoziation A, Berlin 2004, ISBN 3-935936-33-8
  • Die Verschwundenen von Mercedes-Benz. Assoziation A, Berlin 2001, ISBN 978-3-922611-92-9
  • Besichtigung der Hinterhöfe. Reportagen über die Geschäfte der Schweizer Multis in Afrika, Asien und Lateinamerika. Mit einem Vorwort von Jean Ziegler. Rotpunktverlag, Zürich 1989, ISBN 3-85869-057-0
  • Die Guerilla zieht Bilanz : lateinamerikanische Guerilla-Führer sprechen über Fehler, Strategie und Konzeption – Gespräche, aufgezeichnet in Argentinien, Bolivien, Chile und Uruguay. Focus, Gießen 1989, ISBN 3-88349-375-9.
  • `Krauts' erobern die Welt. Der deutsche Imperialismus in Südamerika. Libertäre Assoziation, Hamburg 1982, ISBN 978-3-922611-31-8
  • Das Gehirnwäscheprogramm der CIA. Libertäre Assoziation, Hamburg 1981, ISBN 3-922611-06-0

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: Wunder gibt es nicht[12]
  • 2015: Desinformation – Ein Lehrstück über die erwünschte Geschichte[13]
  • 2016: Krater für den Frieden[14]
  • 2016: Ein Geschenk des Himmels – wie Daimler-Benz Nazigold waschen durfte[15]
  • 2017: Tödliche Agri Kultur – Wie Monsanto die Welt vergiftet[16]
  • 2017: Der Kampf um die Akten[17] – englische Fassung: On my behalf – the fight for the files[18]
  • 2017: Federn lassen – Von der Dritten Welt zum globalen Süden[19]
  • 2018: Der Jahrhundertraub – Der Preis des roten Goldes[20]
  • 2019: Geld oder Money – der Tyrannosaurus Rex in der Pampa[21]

Rundfunkproduktionen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gaby Weber: Wenn Sie das Geldwäsche nennen. taz, 3. November 2016, abgerufen am 3. November 2016.
  2. Gaby Weber: Eichmanns Festnahme - was geschah wirklich? Hamburger Abendblatt, 19. März 2007, abgerufen am 8. April 2014.
  3. Gaby Weber: Angela Merkel hält Akten geheim. Ossietzky, Nr. 23, 8. Dezember 2008, abgerufen am 8. April 2014.
  4. NS-Verbrecher: Bund muss Eichmann-Akten teilweise freigeben. In: kgp / ddp / AFP. Spiegel Online, 30. April 2010, abgerufen am 8. April 2014.
  5. Die Eichmann-Bombe - Verschwörungstheoretisches im Deutschlandfunk. In: Jüdische Allgemeine. 1. März 2011, abgerufen am 8. September 2022.
  6. Rainer Blasius: Ablenkung? Adolf Eichmann und die Weltpolitik im Mai 1960. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 101, 30. April 2012, S. 8.
  7. Sven Felix Kellerhoff: Sollte Eichmann-Coup US-Atomprogramm decken? Die Welt, 14. Mai 2012, abgerufen am 8. April 2014.
  8. Bernhard Taureck: Gaby Weber: Eichmann wurde noch gebraucht. (PDF) Der Massenmörder und der Kalte Krieg. In: Die Buchkritik. SWR2, 26. September 2012, archiviert vom Original; abgerufen am 8. April 2014.
  9. Kauf von Monsanto mit Steuergeldern finanziert telepolis, 24. Juni 2019.
  10. Falscher Bericht über Monsanto-Kauf. taz.de, 26. Juni 2019.
  11. Preisträger des Alternativen Medienpreises 2015 (Memento vom 18. Juni 2015 im Internet Archive)
  12. Wunder gibt es nicht - 2017 auf YouTube
  13. DESINFORMATION - Ein Lehrstück über die erwünschte Geschichte auf YouTube
  14. Krater für den Frieden auf YouTube
  15. Ein Geschenk des Himmels - wie Daimler-Benz Nazigold waschen durfte auf YouTube
  16. Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet auf YouTube
  17. Der Kampf um die Akten auf YouTube
  18. On my behalf - the fight for the files auf YouTube
  19. Federn lassen – Von der Dritten Welt zum globalen Süden auf YouTube.
  20. Der Jahrhundertraub – Der Preis des roten Goldes auf YouTube.
  21. Video auf YouTube
  22. Die nukleare Pflugschar und Sendemanuskript (Memento vom 19. Juni 2015 im Internet Archive). Auf: deutschlandfunk.de vom 2. September 2011, abgerufen am 19. Juni 2015.
  23. Mercedes-Benz Argentina – Rechtsweg ausgeschlossen? In: deutschlandfunk.de. Vom 22. Juli 2014, abgerufen am 21. September 2018.