Hugo Potyka

Geboren am: 12. Mai 1927

Gestorben am: 23. Juni 2016

Hugo Potyka wurde 1927 als Sohn des Architekten Anton Potyka und dessen Frau Frida Rauwolf in Wien geboren. Ab 1937 besuchte er die Schubert-Realschule in der Glasergasse in Wien 9, seine Matura legte er im Jahr 1945 in der Oberschule für Knaben in der Radetzkystraße in Wien 3 ab. 1943 war er für neun Monate als Luftwaffenhelfer eingerückt, wurde dann aber krankheitshalber zurückgestellt.

Nach Ende des Krieges begann Hugo Potyka sein Studium an der Technischen Hochschule Wien, da für ihn außer Zweifel stand, dass er wie sein Vater Architekt werden wollte. Unzufrieden mit dem Lehrpersonal und den Bedingungen an der Hochschule, suchte er sich Alternativen und besuchte unter anderem 1948 ein Städtebauseminar in Dänemark bei Steen Eiler Rasmussen. Im Jahr 1950 wurde er an der Akademie der bildenden Künste Wien aufgenommen, wo er in Lois Welzenbacher einen Lehrer fand, dessen Begeisterung ihn anzustecken vermochte. Hugo Potyka beendete sein Architekturstudium an der Akademie im Jahr 1953 mit einem Diplom zum Thema Ortsplanung. Bereits früh hatte sich sein Interesse für Städtebau abzuzeichnen begonnen und so besuchte er in den 1950er Jahren Städtebauseminare von Roland Rainer in Wien und Hubert Hoffmann in Graz. Zudem bildete er sich auf internationalen Kongressen und Studienreisen fort und nahm in den 1960er Jahren an Seminaren zum Thema Stadtplanung in Salzburg und in Ljubljana teil.

Hugo Potyka, der bereits seit frühester Zeit im Architekturbüro seines Vaters Anton Potyka mitgearbeitet hatte und an zahlreichen Wettbewerben beteiligt war, machte sich 1954 – im gleichen Jahr, als er auch seine Frau Elfie heiratete – selbständig und ging eine Bürogemeinschaft mit Ottokar Uhl ein. Bereits nach einigen Jahren kehrte er jedoch in das väterliche Büro zurück (kurze Zeit gemeinsam mit Ottokar Uhl), bis 1960 ein Streit die Zusammenarbeit beendete.

Im Laufe der Jahrzehnte arbeitete Hugo Potyka immer wieder in Partnerschaft oder Kooperationen mit anderen Architekten, zahlreiche Projekte entstanden unter anderem in der Bürogemeinschaft mit Evelyne Bettelheim Anfang der 1980er Jahre. 1971 gründete er die „Konsulentengruppe Raumplanung“, deren Aufgaben sich im Wesentlichen auf Planung und Forschung beschränkten.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1973 übernahm Hugo Potyka dessen Kanzlei, um die laufenden Projekte fertigzustellen. Parallel arbeitete er an seinen eigenen Planungen wie dem großen Revitalisierungsprojekt „Planquadrat“ und war an dem nachhaltigen Großprojekt des Wiener Hochwasserschutzes (Entlastungsgerinne / Donauinsel) beteiligt. Aufgrund seiner guten Vernetzung hatte Hugo Potyka stets eine gute Auftragslage und konnte zahlreiche Mitarbeiter beschäftigen, zudem wurde er unter anderem von der Stadt Wien mit mehreren Konzepterstellungen beauftragt.

Gleichzeitig mit seiner planenden Tätigkeit, die erst in den ersten Jahren des 21.Jahrhunderts endete, war Hugo Potyka auch stets als Lehrender tätig. Bis 2013 gab er unermüdlich sein großes Wissen im Rahmen von Vorlesungen an der Universität für Bodenkultur jungen Studierenden weiter.

Beitræge von Hugo Potyka
FORVM, No. 157

Aufruf zur Genauigkeit

Kritik zu dem Projekt „Wien jenseits der Donau“ von Friedrich Kurrent und Johannes Spalt
Januar
1967

Es ist ist erfreulich, daß das Neue FORVM gelegentlich auch Fragen der Architektur, ja sogar der Planung zur Diskussion stellt. Nur so kann nämlich die Veröffentlichung des Artikels „Wien jenseits der Donau“ von Kurrent und Spalt verstanden werden. Vor allem ist anzumerken, daß die Autoren mit (...)