Werner Vogt

Geboren 1938 in Landeck/Tirol. Arzt und Publizist. Mitarbeiter der Studie „Systemanalyse des Gesundheitswesens in Österreich“. Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft „Kritische Medizin“ in Wien. Arbeitete als Arzt in Nicaragua, Rumänien, Kosovo. Setzte sich bei der Aufdeckung von Gräueltaten durch Nazi-Ärzte am Spiegelgrund ein. Von 2003 bis 2009 als Pflegeombudsmann der Stadt Wien und im Sozialministerium im Einsatz.

Beitræge von Werner Vogt
FORVM, No. 253/254

Krank!

Die österreichische Medizin — aufgerührt durch einen Fernsehfilm
Januar
1975

Am 15. November 1974 lief im ersten Fernsehprogramm des ORF die Reportage „KRANK“ von Götz Hagmüller. In einer einstündigen Dokumentation bot der Film nicht den sonst üblichen objektiven Standpunkt, sondern ergriff, bewußt einseitig, die Partei des Patienten. Ein massiver Protest der Österreichischen (...)

FORVM, No. 259/260

Eine 2. ÖVP

brauchen wir nicht
Juli
1975

Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

FORVM, No. 286
forvm-umfrage

kein sozialismus ohne klassenlose

zum neuen spö-programm
Oktober
1977

Über das kommende neue Parteiprogramm der SPÖ hat das NEUE FORVM eine Umfrage in Auftrag gegeben, nicht auf plumpe Demoskopie rekurrierend, sondern auf die in den USA übliche „Delphi“-Methode (Befragung von Fachleuten über ein Fachgebiet), die wesentlich signifikantere Ergebnisse bringen kann. (...)

FORVM, No. 307/308

Geschichten aus der Mörderklinik

Von der Euthanasie zur Gutachterei
Juli
1979

Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

FORVM, No. 317/318

Die Untoten des Doktor Gross

Rede an die Freunde*
Mai
1980

Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

Werner Vogt (geboren am 3. Februar 1938 in Zams,[1] Bezirk Landeck, Tirol; gestorben am 11. November[2] 2023 in Stockerau[2]) war ein österreichischer Unfallchirurg, Autor, Sozial- und Gesundheitsreformer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vogt, anfangs Lehrer, studierte dann Medizin, und arbeitete von 1969 bis 2000 als Unfallchirurg am Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus in Wien. Weiters war er bei Hilfeleistungen als Arzt in Nicaragua, Temesvár und im Kosovo tätig. Sein medizinkritisches Engagement zeigte sich in der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Kritische Medizin in Wien und als Mitinitiator des Volksbegehrens Sozialstaat Österreich.[3][4] Österreichweit bekannt wurde Vogt durch seine Auseinandersetzungen zu Heinrich Gross, welche zu Gerichtsverfahren führten. Das bewirkte eine Rehabilitation von Opfern wie Friedrich Zawrel, einem Überlebenden der NS-Euthanasie und Kinder-Euthanasie Am Spiegelgrund in Wien.

Vogt wurde 2003 von der Stadträtin Elisabeth Pittermann zum Pflegeombudsmann bestellt. Im Zuge von Auseinandersetzungen, dass der Pflegeombudsmann ein Experte der Pflegewissenschaft sein soll, wurde 2006 seine Funktion von der Stadträtin Renate Brauner aufgelöst und die Agenda auf die bereits bestehende Patientenanwaltschaft reduziert.[5][6][7] Vogt setzte für weitere zwei Jahre sein Engagement als Pflegeombudsmann im Sozialministerium fort.[8]

Werner Vogt, der in Oberolberndorf (Niederösterreich) lebte, verstarb am 11. November 2023 im Landesklinikum Stockerau.[2] Er wurde am 9. Dezember 2023 auf dem Neustifter Friedhof (Gruppe K, Reihe 4, Nummer 7) in Wien begraben.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Ernst Berger: Systemanalyse des Gesundheitswesens in Österreich. Eine Studie über Entstehung und Bewältigung von Krankheit im entwickelten Kapitalismus, durchgeführt im Auftrag des Bundeskanzleramtes am Institut für Höhere Studien und Wissenschaftliche Forschung. Zwei Bände. 2. Auflage. Wien: Montan-Verlag. 1978. 3-900089-71-X.
  • Euthanasie- und Gerichtsgutachter, zwei Möglichkeiten der Ausübung von Gewalt gegen Menschen, Artikel.[9]
  • mit Michael Lewin (Hrsg.): Arm. Krank. Tot. Argumente für ein gewaltloses Krankenhaus, Europaverlag Wien 1989, ISBN 3-203-51089-8.
  • Einatmen – Ausatmen: Der Mißstand als Norm, Europaverlag Wien 1991, ISBN 3-203-51122-3.
  • Ärztliche Kritikfeindlichkeit – eine mühsam erworbene Eigenschaft, Artikel, Zwischen den Welten, Wien 1996.
  • Reise in die Welt der Altenpflege: Ein kritisches Tagebuch, Edition Steinbauer, Wien 2005, ISBN 3-902494-02-6.
  • Mein Arztroman. Ein Lebensbericht, Edition Steinbauer, Wien 2013, ISBN 978-3-902494-53-5.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstlerische Auseinandersetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Vogt: Mein Arztroman. Ein Lebensbericht, Edition Steinbauer, Wien 2013, S. 316.
  2. a b c Armin Thurnherr: Unvergessen. Werner Vogt (Seinesgleichen geschieht.). In: Falter vom 15. November 2023, S. 5
  3. Onlineauftritt Volksbegehren Sozialstaat Österreich (Memento vom 25. Mai 2007 im Internet Archive) Werner Vogts Ecke
  4. Onlineauftritt Volksbegehren Sozialstaat Österreich (Memento vom 26. März 2007 im Internet Archive) Werner Vogt: Wesen und Unwesen der österreichischen Gesundheitspolitik. Realität und Visionen, PDF 31KB.
  5. Christian Mayr: Ein Unbequemer muss weg - Natürlich gehe ich im Zorn. Wiener Zeitung, 27. Dezember 2006, abgerufen am 15. März 2015.
  6. Onlineauftritt Pflegeombudsmann.AT Die Wiener Patientenanwaltschaft und die Wiener Pflegeombudsmannstelle wird organisatorisch zusammengefasst.
  7. Stadt Wien (Memento vom 14. Juli 2010 im Internet Archive) Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft
  8. Werner Vogt, Mein Arztroman (siehe Publikationen), S. 310 f.
  9. ORF Ö1@1@2Vorlage:Toter Link/oe1.orf.at (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Radiodoktor: Lobby für Pflegepatienten – Pflege-Ombudsstelle seit Herbst 2003 im Amt - Kurzbiographie zu Werner Vogt
  10. Israelitische Kultusgemeinde Wien verleiht am 27. November die Friedrich Torberg-Medaille APA/OTS, 24. November 2000.
  11. Heinrich Gross & Co.: Ärztekammer ehrt ehemalige Aufdecker, Presseaussendung der Ärztekammer Wien, 21. November 2013, abgerufen am 22. November 2013.
  12. SOS-Mitmensch-Sprecher Pollak erhält Menschenrechtspreis 2019. In: ORF.at. 6. Dezember 2019, abgerufen am 8. Dezember 2019.