MOZ, Nummer 57
November
1990

Behinderte mahnen

Fiir bessere Pflegevorsorge und die Abschaffung der großen Heime
Foto: Renate Saßmann

Vierzehn Tage lang hielten österreichische Behinderte zu Herbstbeginn dieses Jahres vor dem Stephansdom in Wien eine Mahnwache ab. Veranstaltet wurde diese Aktion vom „Forum der Krüppel- und Behinderten-Initiativen“.

Grund für die Mahnung, die im Wahlkampf an die Politiker gerichtet war, war Verschleppung und Verhinderung einer zentralen Forderung der Behinderten und ihrer Organisationen, nämlich die Schaffung einer einheitlichen Pflegevorsorge.
Zwei weitere Forderungen der Behinderten betreffen die Auszahlung des Pflegegeldes, das nach dem tatsächlichen Bedarf unabhängig vom jeweiligen Einkommen vergeben werden soll, bzw. wird die Abschaffung der großen Pflegeheime verlangt. Zum „Abbau von Vorurteilen“ wird die Einstellung der Spendenkampagnen wie etwa „Licht ins Dunkel“ gefordert, „die mit den ‚Leiden der Behinderten‘ die Entlastung der öffentlichen Budgets fördern, das Gewissen der Spender beruhigen sollen und an denen die Falschen Geld verdienen“ (Flugblattext).

Weitere Forderungen betreffen technische Maßnahmen, damit behinderten Menschen das tägliche Leben erleichtert wird. Dies nimmt auch die steirische Grün-Aktivistin Alexandra Bader zum Anlaß, in einem offenen Brief an den Bundesgeschäftsführer der Grünen Alternative, Johannes Voggenhuber, „die Umsetzung grünalternativer Forderungen für Behinderte in den Grünen“ zu beanspruchen.

Vor allem geht es dabei um den Einbau eines Treppenliftes im neuen Büro der Grünen. Manfred Srb konnte beispielsweise aus diesem Grund nicht an einer Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Bezirksgruppe Neubau teilnehmen.

Unterstützungserklärungen sind an Johannes Voggenhuber, Grüne Alternative, Stiftgasse 6, 1070 Wien zu senden.

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