ZOOM 2/1998
Mai
1998

Berríos, der lästige Biochemiker

Vor kurzem ließ sich der faschistische Diktator Augusto Pinochet zum Senator auf Lebenszeit ausrufen. Im Februar vor fünf Jahren trat der damalige Oberbefehlshaber der chilenischen Armee eine Urlaubsreise nach Uruguay an. Just zu dieser Zeit wurde dort der Biochemiker Eugenio Berríos ermordet. Die Spuren seines „Verschwindens“ führen gleichermaßen zum chilenischen Geheimdienst wie zum Drogenhandel.

Eugenio Berríos, 44jähriger chilenischer Biochemiker, verschwand im Oktober 1991 aus Santiago de Chile, just zu jener Zeit, als Richter Adolfo Bañados ankündigte, ihn im Zuge der Untersuchung über die Ermordung des ehemaligen Außenministers Orlando Letelier 1985 in Washington als Zeugen vorzuladen. Niemand zeigte sich über Berríos plötzliches Verschwinden sonderlich besorgt. Beamte, Polizei, Politiker, Regierungsmitglieder und Offiziere der Armee verhielten sich in der Affäre wie patriarchische Familien gegenüber kompromittierenden Familiengeschichten: taktvoll, zurückhaltend und mit komplizenhafter Scham. Doch Berríos „Verschwinden“ war der Anfang von seinem Ende.

Im selben Monat reiste Berríos mit falschem Paß in Uruguay ein. Dort wohnte er in zwei Hotels in Montevideo und einer recht luxuriösen Villa in deren Nähe. Die ganze Zeit über wurde er von einem Agenten des chilenischen Geheimdienstes, unterstützt von mehreren uruguayanischen Kollegen, begleitet. Richter Bañados beantragte via Interpol Berríos Auslieferung, aber niemand in Uruguay nahm von der Anwesenheit des Biochemikers Notiz. Polizisten, hochrangige Militärs und Diplomaten täuschten Desinteresse vor, obwohl die Abwesenheit Berríos alle Merkmale des „Verschwindenlassens“ trug, wie sie von den Regierungen in Zeiten der nationalen Sicherheitsdoktrin angewandt wurde.

Ein Jahr lang erschien die Episode wie eine Erfindung derjenigen, die „in der Vergangenheit leben“. Gelegentliche Anklagen der Presse wurden als absurd vom Tisch gewischt. Zu dieser Zeit wußten viele Leute, Zivilisten wie Militärs, auf beiden Seiten der Anden von Berríos Verbleiben.

Ein Jahr, nachdem er Santiago verlassen hatte, flüchtete Berríos im November 1992 aus seiner goldenen Zelle. Damals entwickelte er sich zu einer umgänglichen und, wenn er betrunken war, rührseligen Person. Er erzählte außergewöhnliche und unzusammenhängende Geschichten über die jüngere chilenische Vergangenheit, von denen Wohlmeinende es vorzogen, sie als erfunden abzutun. Aber an dem Tag, als er die Botschaft seines Landes in Montevideo kontaktieren wollte, verwandelte sich sein unbestimmter Status als „Beschützter“ in den eines einfachen Gefangenen. Vermutlich zum Schutz vor allzu neugierigen Blicken in Parque de Plata untergebracht, einem Badeort im Besitz eines uruguayanischen Offiziers der Gegenspionage, entwischte der Biochemiker seinen Bewachern durch ein Badezimmerfenster. Eines sonntags morgens tauchte er auf einer Polizeistation auf. Geradezu hysterisch verkündete er, von chilenischen und uruguayanischen Militärs entführt worden zu sein. Um Hilfe bettelnd, erklärte er: „Pinochet will mich ermorden.“ Dies wollte er wortwörtlich ins Polizeiprotokoll aufgenommen wissen. Er identifizierte sich mit einem Paßfoto, das er in seinem linken Schuh versteckt hatte.

Die Polizeioffiziere konnten nichts tun: Rund um die Station standen Militärlaster mit schwerbewaffneten Soldaten. Der befehlshabende Offizier, Oberstleutnant Tomás Casella, Chef der Abteilung für Counter-Intelligence-Operationen, kümmerte sich um den Gefangenen. Der örtliche Polizeichef, Ex-Colonel Ramón Rivas, tauchte auf und verlangte, daß Berríos ihm ausgehändigt werde. Dutzende von Berríos Nachbarn in dem Badeort wußten von seiner Existenz, seinen Ängsten und seiner Entführung.

Eugenio Berríos überlebte noch weitere drei Monate. Die mit seiner Bewachung beauftragten Chilenen und Uruguayaner brachten ihn zurück nach Montevideo. Sie versteckten ihn bis Ende Februar 1993, als Richter Bañados das Urteil im Mordfall Letelier verkündete. Am selben Tag brach General August Pinochet zu einer privaten Reise nach Uruguay auf, angeblich auf Urlaub. Der wahre Grund für die Reise wurde nie bekannt. Spekulationen besagen, daß der Oberbefehlshaber der chilenischen Armee nicht in Santiago sein wollte, während das Gericht General Manuel Contreras einvernahm. Die Identität der 15 Personen in Pinochets Gefolge blieb ungeklärt. Oberstleutnant Tomás Casella begleitete den General immer in Uruguay. Er wurde zusammen mit dem Ex-Diktator in Montevideo und Punta del Este fotografiert. Anfang März kehrte Pinochet nach Santiago zurück.

Etwa zur selben Zeit wurde Eugenio Berríos nach El Pinar, einem Strand in der Nähe von Montevideo, gebracht. Aus der zwei Jahre später durchgeführten Autopsie geht hervor, daß er mit zwei Genickschüssen ermordet wurde. Seine Mörder begruben ihn unter der Oberfläche einer Sanddüne. Sie wurden nie identifiziert, obwohl die Justiz im Besitz vieler stichhaltiger Spuren war. Beunruhigende Fragen blieben unbeantwortet. Warum warteten die Entführer so lange mit der Ermordung des lästigen Zeugen? Warum riskierten die Mörder, Hinweise auf eine gemeinsame geheime Mission zurückzulassen, die die Reputation zweier militärischer Geheimdienste schädigten?

Zwei abgedankte lateinamerikanische Diktatoren: Alfredo Stroessner (Paraguay) und Augusto Pinochet (Chile)

Eugenio Berríos Entführung und „Verschwinden“ kam erst sechs Monate später, im Juni 1993, durch einen anonymen Brief an Journalisten und Parlamentsabgeordnete ans Tageslicht. Verfaßt hatten ihn zwei verärgerte Polizisten, die der Korruption beschuldigt wurden. Sie beschlossen, Ex-Colonel Ramón Rivas beim Polizeichef anzuzeigen. Rivas ermöglichte die militärische Operation zur Gefangennahme Berríos und vernichtete offizielle Dokumente, um die Spur des Biochemikers zu verwischen. Die Enthüllung dieser beiden Tatsachen – unter genauer Angabe von Orten, Namen und Daten – zwang Verteidigungsminister Mariano Britos, eine behördliche Untersuchung einzuleiten.

Kurz darauf wurden dem uruguayanischen Konsulat in Mailand von einer unbekannten, englisch sprechenden Person Unterlagen übergeben. In diesen befand sich eine Kopie einer Fotografie Berríos mit einer Kopie der Tageszeitung Il Messagiero vom 10. Juni. Die Minister, die die Dokumente dem Parlament überreichten, legten ein Expertengutachten bei, welches die Authentizität von Berríos Handschrift bestätigte. Ein weiteres Gutachten der Polizei schloß die Möglichkeit aus, daß das Foto retouchiert worden war. Die Experten irrten offensichtlich: Zu dieser Zeit lag Berríos bereits drei Monate unter einer Sanddüne.

Die Regierung unter Präsident Luis Alberto Lacalle erklärte die Untersuchung für abgeschlossen. Oberstleutnant Casella wurde zum Colonel befördert, und der Vorfall geriet in Vergessenheit.

Im April 1995 entdeckten Fischer an einem Strand die Überreste eines Skeletts, nachdem die Winde zweier Winter die Lage der Sanddünen verändert hatten. Gerichtsmediziner kamen zu dem Ergebnis, daß die Löcher im Schädel von großkalibrigen Waffen stammten und es sich zweifellos um einen Mord handelte. Den Todeszeitpunkt konnten sie mit März 1993 genau bestimmen. Die Polizei hatte zu dieser Zeit keine Meldungen von vermißten Personen erhalten, was die Identifizierung des Leichnams praktisch unmöglich machte.

Aufgrund eines unbestimmten Gefühls führten die Ärzte vom forensischen Institut die Untersuchungen monatelang im geheimen fort. In der Nähe der Skelettreste fanden sie ein kleines chilenisches Medaillon mit der Mutter Gottes. Die Identifizierung des Leichnams war eine äußerst schwierige Angelegenheit, aber die Ärzte experimentierten mit einer neuen Methode: Sie rekonstruierten die Physiognomie des Leichnams mit Hilfe eines Computerprogramms auf Grundlage der Knochenstruktur.

Das Vorhaben, die Knochen einem DNA-Test zu unterziehen, stieß auf beinahe unüberwindbare Widerstände. Zwei Jahre nach dem Mord bestätigten die Laborergebnisse schließlich, daß die Überreste mit 99,99 Prozent Wahrscheinlichkeit jene des Biochemikers waren, der nach seinem Tod Briefe aus Italien geschrieben hatte.

Julio Maria Sanguinetti, seit 1994 Staatspräsident von Uruguay

Für die auf Lacalle folgende Regierung von Julio María Sanguinetti war die Bestätigung von Berríos Tod eine „verfluchte Erbschaft“. Die Entwicklungen widersprachen allen offiziellen Erklärungen, aber die Regierung ließ den Fall geschlossen. Obwohl es niemand zugeben würde, wurde Berríos Opfer einer Politik südamerikanischer Regierungen, welche die Existenz einer parallelen militärischen Diplomatie leugnet. Diese wurde während der Zeit des Staatsterrorismus etabliert und überlebte den Übergang zur Demokratie unbeschadet.

Es gibt Hinweise über die Identität der Mörder und schwerwiegende Vermutungen über den Kopf, der hinter dem Verbrechen steht. Die Frage nach den Motiven führt zu unüberwindbaren Widersprüchen. Falls Berríos ein unbequemer Zeuge mit einem Hang dazu war, betrunken oder nüchtern Geheimnisse über den chilenischen Geheimdienst DINA auszuplaudern, sollte sein „Verschwinden“ die typischen Merkmale dieser Methode aufweisen, wie sie in den siebziger Jahren angewendet wurde: die Verwischung jeder Spur des Opfers, sodaß niemand sicher sein kann, ob es tatsächlich tot ist. In diesem Fall haben die Entführer Berríos mindestens eineinhalb Jahre am Leben gelassen, bevor sie sein vorbestimmtes Schicksal besiegelten und somit die damit verbundenen Risken vervielfachten.

In zahlreichen Fällen überlebten „Verschwundene“, deren Verhaftung von den Behörden geleugnet wurde, solange, wie sie ihren Ergreifern nützlich waren. In Berríos Fall war der Aufschub der Exekution ein Rätsel, umso mehr, als die militärische Allmacht politische Kosten und vermehrte Probleme mit der Zivilregierung riskierte und dadurch eine schwerwiegende institutionelle und diplomatische Krise auslöste.

Inspektor Luis Fuentes Sotomayor und Kommissar Rafael Castillo Bustamante taten, was sich kein lokaler Polizist in Montevideo erlauben konnte. Sie befragten Portiere, Aufzugführer, Türsteher und Barkeeper. Sie identifizierten einen der chilenischen Offiziere, die den Biochemiker länger als ein Jahr gefangengehalten hatten, als Carlos Herrera Jiménez. Der Hauptmann der chilenischen Armee sitzt derzeit wegen einer Reihe von Menschenrechtsverletzungen im Gefängnis. Die Kriminalisten fanden heraus, daß

  • Herrera Berríos nach Uruguay gebracht hatte und dort mit seiner Bewachung betraut war, bis er wegen mutmaßlicher Beteiligung in die Ermordung von General Prats in Buenos Aires inhaftiert wurde;
  • Oberstleutnant Castella zusammen mit ihm den Mietvertrag des Appartements unterzeichnet hatte, das als Berríos Gefängnis diente;
  • er regelmäßig dem Militärattaché an der chilenischen Botschaft in Montevideo und dem heutigen Befehlshaber der schlagkräftigsten Division der chilenischen Armee, General Timmermann, Bericht erstattete und
  • er ausführlich und oft mit Santiago telefonierte, was auf ständige Kontakte mit seinen Vorgesetzten hinweist.

Da Herrera seine Verwicklung in die Entführung nicht zugab, lenkten die Kriminalisten ihre Ermittlungen in eine andere Richtung. Sie analysierten die beiden mutmaßlichen Berríos-Briefe aus Mailand. Einer war an Berríos Eltern adressiert, der zweite, maschinengeschriebene Brief an die uruguayanischen Behörden. In diesem stellte er oder die Autoren den Verdacht auf, daß die US-amerikanische Drug Enforcement Administration (DEA) Berríos schützte und daß der ganze Vorfall in Parque de Plata Folge der „schlechten Gesellschaft“ war, in die Berríos geraten war und die ihn in Kokainkonsum und -handel verwickelt hatte. Der Brief erwähnte einige Namen. Einige von ihnen existierten, andere stellten sich als falsch heraus.

Rechtsanwälte und Ermittler, die versucht haben, die unbekannten Elemente des Falles zu entschlüsseln, stimmen darin überein, daß der zweite Brief bestimmte Informationen enthält, von denen nur Berríos wissen konnte. Ihrer Meinung nach sollte mit dem Brief von gemeinsamen geheimen Aktionen des chilenischen und uruguayanischen Militärs abgelenkt werden, die zu der Zeit (Juni 1993) parallel zu militärischen Institutionen liefen. Heutige Vermutungen gehen in die Richtung, daß Berríos Verwicklung in Drogenhandel aufgebracht wurde, um seinen Tod als eine Exekution der Mafia hinzustellen.

Die Kriminalisten waren im Besitz von Hintergrundinformationen über Berríos, die im Zuge von Erhebungen über andere Zwischenfälle ans Tageslicht gekommen waren, in denen die DINA verwickelt war. Berríos hatte 1975 Momente von Grandeur, als er direkt unter Michael Townley in einem Gebäude der DINA arbeitete. Dort wurden Experimente mit Saringas durchgeführt, welches sich auf der Liste der international geächteten chemischen Kampfstoffe befindet. Durch die freundliche und exzentrische Persönlichkeit des Biochemikers verführt, setzten Townley und DINA-Chef Oberst Manuel Contreras, Augusto Pinochets rechte Hand, auf den Erfolg der Experimente, durch den die Geheimpolizei in den Besitz einer schrecklichen und tödlichen Waffe gelangt wäre. Sarin bewirkt beim Einatmen eine Nervenlähmung mit unmittelbar tödlicher Folge. Als Todesursache kann ein Schlaganfall oder Erstickung angegeben werden. Es kann dazu benutzt werden, Exekutionen zu vertuschen. Die Experimente liefen unter dem Codenamen „Andrea Projekt“. Zwischen 1975 und 1977 arbeitete Berríos mit DINA-Mitarbeitern zusammen und war über Geheimnisse der „Operation Condor“ informiert, deren Ziel die Koordinierung der Repression durch die Geheimdienste in Südamerika war. Im Rahmen geheimer Missionen im Ausland traf sich Berríos mit prominenten Verbündeten der DINA wie dem Castro-Gegner und Kubaner Orlando Bosch oder dem italienischen Neofaschisten Stephano dello Chiaie (siehe ZOOM 4+5/96). Berríos kannte Einzelheiten über einige der berüchtigtsten Mörder. Auch zur Ermordung von Orlando Letelier war der Einsatz von Saringas geplant.

Punta del Este, Pinochets „Urlaubsdomizil“ zur Zeit der Ermordung Berrios im Februar 1993

Die Auflösung der DINA läutete den unerwarteten Niedergang Berríos ein. Seine geschäftlichen Mißerfolge und finanziellen Schwierigkeiten zwangen ihn zu kleineren Betrügereien, Scheckfälschungen und Erpressungen von Zivilisten und Militärs. Das Gericht verhängte Haft über ihn, damit er als Zeuge im Letelier-Fall aussagt. Zu dieser Zeit war Berríos ein gerngesehener Gast in Nachtlokalen, in denen auch Agenten und ehemalige Geheimdienstler verkehrten: Bar Los Asesinos („Zu den Mördern“), Oliver’s Piano Bar und dem New Crazy Club. Dort gab er Details des Staatsterrorismus preis und umgab sie mit einem Schleier des Geheimnisvollen. Als eines Tages im Haus seiner Eltern, in dem er wohnte, eingebrochen wurde, fand die Polizei in der Garage ein behelfsmäßig eingerichtetes Labor, in dem Berríos Kokain verschnitt.

Im September 1993 konnten die Kriminalisten die dunkle und außergewöhnliche Geschichte des Biochemikers anhand des maschinengeschriebenen Schreibens vervollständigen. Ihr abschließender Bericht enthielt unerwartete Neuigkeiten: Berríos wurde mit einem peruanischen Drogenring in Verbindung gebracht, hatte aber gleichzeitig auch Kontakte zu Geheimdiensten. Einige Mitglieder des Drogenrings von Guillermo Cornejo Hualpa waren Regierungsbeamte, die den Kontakt mit Mitarbeitern des chilenischen Außendienstes herstellten, um Drogen im Diplomatengepäck zu schmuggeln.

Untersuchungen haben ergeben, daß Berríos unmittelbar vor seinem „Verschwinden“ in den Labors experimentiert hat, um eine Formel zur Dissoziation von Kokain zu finden, die dessen Entdeckung verhindert. Die Idee ist für Drogenhändler so verführerisch wie Saringas für Militärs. Berríos versprach: „Ich werde den Geruch von Kokain zum Verschwinden bringen.“

Zur selben Zeit beteiligte sich der Biochemiker zusammen mit einigen alten Freunden der DINA in einem ehemaligen Gebäude der DINA in der Bustos-Straße 2224 aktiv am Drogenhandel. Berríos produzierte Kokain, das über Montevideo nach Europa gebracht werden sollte.

Demonstration auf der Plaza de la Independencia in Mon­tevideo gegen das Amnestiegesetz für die Militärregie­rung im Februar 1987

Die Untersuchung der chilenischen Kriminalisten kam zu der Schlußfolgerung, daß Eugenio Berríos ein „Kokain-Erzeuger, -Konsument und -Händler ist“. Besonders widmen sie sich den Beziehungen zwischen Drogenhändlern und heutigen wie ehemaligen Geheimdienstagenten. In einer ausführlichen Akte Nr. 7981 am Sechsten Gerichtshof in Santiago laufen die zwei Handlungen, militärische Kollaboration und Drogenhandel, auf zwei parallelen Schienen, die an zahlreichen Stellen aufeinandertreffen. Die Hartnäckigkeit, mit der die Regierung Untersuchungen über die fortgesetzte militärische Zusammenarbeit auszuweichen versucht, scheint die Notwendigkeit zu bestätigen, daß Berríos als unsicherer und unzuverlässiger Zeuge ausgeschaltet werden mußte, da seine Aussage in einem Schlüsselverfahren gegen die Diktatur sorgsam versteckte Wahrheiten ans Tageslicht gebracht hätte.

Die Verbindungen zwischen Geheimdiensten und Drogenhändlern sind eine überzeugende Erklärung für den Umgang mit dem Berríos-Fall, einer der kompliziertesten und riskantesten Undercover-Operationen, die nach dem Ende der Diktaturen ans Tageslicht gekommen sind. Die Ereignisse haben eine institutionelle Krise ausgelöst, in welcher die zivile Regierung militärischem Druck nachgeben mußte. Die erwähnte Akte beinhaltet die Ergebnisse einer vom chilenischen Regierungschef angeordneten Untersuchung.

Wenn jemals Klarheit geschaffen werden kann, welche Experimente Berríos durchführte oder welche Wunder er seinen Ergreifern versprochen hat, könnte es möglich sein, das Rätsel zu entschlüsseln, das eine großangelegte verdeckte Operation gerechtfertigt und seinen unvermeidbaren Tod über ein Jahr lang hinausgezögert hat.

Verbrechen in Uniform

Die Broschüre Verbrechen in Uniform untersucht die Involvierung lateinamerikanischer Sicherheitskräfte in die illegale Drogenindustrie. Sie ist das Ergebnis eines langfristigen Projektes zu Drogen und Demokratie, welches von dem Transantionalen Institut in Amsterdam und Acción Andina in Kooperation mit dem bolivianischen Zentrum für Dokumentation und Information CEDIB durchgeführt wird. Die Fallstudien werfen ein Licht auf den speziellen „modus operandi“ der Korruption der nationalen Sicherheits- und Polizeikräfte. Die Autoren fordern das traditionelle Bild des den Staatsapparat korrumpierenden Kriminellen heraus, der Schutz für seine schmutzigen Geschäfte erhält. Anstelle dessen entwerfen sie ein weitaus komplexeres Bild der engen Verzahnung von kriminellen und staatlichen Strukturen, in der uniformierte Beamte völlig in die Arbeitsebene der illegalen Ökonomie integriert sind. Jenseits der niedrigsten Form der Korruption – der weitverbreiteten Bestechung – legt Verbrechen in Uniform Beweise für die Involvierung von Militär und Polizei auf höchster Ebene vor – vom Schutz des Drogenhandels bis zur direkten logistischen Teilnahme.

Bezugsadresse:
Transnational Institute (TNI)
Paulus Potterstraat 20, 1071 DA Amsterdam / Holland
Tel: ++31-20-662 66 08
Email: tni atenna.ne

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