FŒHN, Heft 6
Januar
1986

Das andere Österreich

Das andere Österreich. Öster­reich — der ideale Industriestan­dort.

(Broschüre der ICD-Austria)

ICD-Austria ist eine im öffentlichen Auftrag tätige Gesellschaft, die ausländische Investoren und mögliche Kooperationspartner berät und in allen Phasen einer industriellen Ansiedlung unterstützt. Unübertroffene Stabilität bei stetigem Wachstum.

Während der letzten Jahrzehnte steuerte Österreich einen Erfolgskurs wirtschaftlicher Stabilität, gepaart mit gesundem Wachstum, der in Europa seinesgleichen sucht — und anhält:

  • Höheres Wachstum industrieller Produktivität und des Bruttoinlandsprodukts als in anderen industrialisierten Ländern
  • Deutlich günstigere Arbeitskosten als in vergleichbaren Industriestaaten
  • Eine ausgeprägt niedrige Inflationsrate
  • Eine der stabilsten Währungen der Welt
  • Niedrige Kreditzinsen

Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Produktivität je Arbeiterstunde 1979-1983 in %:

Österreich 3,2
Irland 3.1
BRD 2,4
Japan 2,4
GB 2,2
Frankreich 1,9
USA 1,4

Konfliktfreies Sozialklima — hohes Wirtschaftswachstum

Der soziale Friede in Österreich gilt allen Industrieländern als Vorbild. Er beruht auf der Sozialpartnerschaft. Diese ist eine freiwillige, gut eingespielte Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretungen. Sie funktioniert seit Jahrzehnten. Das gemeinsame Ziel: gesamtwirtschaftlich optimale Lösungen zu realisieren und drohende Konflikte bereits am grünen Tisch zu bereinigen.

Die bekannt gute Arbeitsmoral und der hohe Ausbildungsstand der österreichischen Arbeitnehmer ermöglichen hohe Produktivität und Qualität.

Jährliche Zunahme der Lohnkosten nominell in Landeswährung 1979 -1983 in %:

Irland 17
Frankreich 14,8
GB 12,8
USA 7,9
Österreich 6,5
BRD 5,8
Japan 5,6

Streikzeit in Minuten pro Arbeitnehmer 1983:

Irland 180
USA 93
GB 85
Frankreich 42
Japan 6
BRD 1
Österreich 5,4 Sekunden

Österreich hat die niedrigste Streikrate aller Industrieländer. Produktionsausfälle durch Streiks werden in Sekunden pro Beschäftigtem und Jahr gemessen.

Österreich ist bekannt für hochqualifizierte Arbeitskräfte mit — im Vergleich zu hochindustrialisierten europäischen Staaten — günstigen Lohnkosten. Unabhängige Untersuchungen ergaben, daß österreichische Produktionskosten bis zu 30% unter dem deutschen Niveau liegen.

Arbeitskosten - Stundenlöhne (StdL) + Lohnnebenkosten (LNK) = Arbeitskosten (AK) — in der Industrie in DM pro Stunde:

 StdLLNKAK
USA 22,57 8,81 31,38
BRD 15,20 11,05 26,25
Frankreich 10,94 10,20 21,14
Österreich 10,43 9,52 19,95
Japan 13,55 4,25 17,80
GB 12,11 4,89 17,00
Irland 10,87 3,08 13,95

Durchschnittliche jährliche Zunahme der Lohnstückkosten 1979 -1983 in %:

Irland 13,9
Frankreich 12,9
GB 10,6
USA 6,5
BRD 3,4
Österreich 3,3
Japan 3,2

Äußerst niedriges Wachstum der Lohnstückkosten durch hohe Produktivitätszunahme und niedrige Lohnsteigerungen.

Günstige Startbedingungen durch gezielte Förderungen

Ein weitgespanntes, äußerst flexibles Förderungs-Instrumentarium trägt den speziellen Bedürfnissen jedes Investors in umfassender Weise Rechnung. Das Besondere daran: der Investor kann die für ihn günstigste Kombination aus einer Vielzahl von Förderungen auswählen und schafft sich damit bestgeeignete Startbedingungen.

  • 40% Investitionsprämie für Investitionen in Maschinen und Anlagen in weiten Teilen Österreichs — auch nahe der deutschen Grenze. In allen übrigen Regionen gilt die 8% Investitionsprämie. (Diese Förderungen sind vorläufig mit 31.12.1985 begrenzt.)
  • Bis zu DM 14.000,— bar als Investitionszuschuß je geschaffenem Arbeitsplatz. Weitere Zuschüsse bis zu DM 5.000,— pro Arbeitsplatz bei Beschäftigung von Arbeitslosen.
  • ERP-Sonderprogramm: Für bestimmte Regionen vergibt der ERP-Fonds geförderte Kredite mit begünstigtem Zinssatz. Bei einer maximalen Laufzeit von 15 Jahren mit bis zu 5 tilgungsfreien Jahren, beträgt der Zinssatz während der tilgungsfreien Zeit 1%, danach 5%.
  • TOP-Kredite: Für Investitionen mit Struktur- und Leistungsbilanz-verbessernder Wirkung stehen zinsgestützte Kredite bis zu 75% der Gesamtinvestition zur Verfügung (maximal öS 70 Mio.). Der Zinssatz beträgt 5,5%-6% bei einer Laufzeit bis zu 10 Jahren.
  • Zinsstützungsaktionen der Bundesländer: Für Industrie- und Gewerbeprojekte von besonderer regionaler Bedeutung gewähren die Bundesländer Zinszuschüsse von 2%-3% bei einer Laufzeit bis zu 10 Jahren.

Neu: Leasingförderung.

In einigen Regionen wird dem Investor diese Alternative angeboten, die andere Förderungen ausschließt. Dem Investor wird eine, seinen Erfordernissen entsprechende, voll ausgestattete Produktionsstätte auf Leasingbasis zur Verfügung gestellt. Dabei übernimmt die öffentliche Hand die Bezahlung der Leasingraten bis zu einer Höhe von 30% der Investitionssumme.

Großzügige Exportförderung und -finanzierung

In Österreich findet der Investor eines der bestentwickelten Exportfinanzierungs- und Garantiesysteme der Welt. Die Exportförderung sieht günstige Refinanzierungskredite bis zu 85% des gesamten Vertragswertes vor. Weitere Exportfinanzierungen speziell für kleinere Unternehmen:

  • Rediskontverfahren der österreichischen Nationalbank (Finanzierungskosten nach geltendem Diskontsatz).
  • Kredite des „Exportfonds“ (Finanzierung dzt. 8% pro Jahr). Darüber hinaus gewährt die Republik Österreich durch die Österreichische Kontrollbank AG in den meisten Fällen Exportgarantien zur Deckung wirtschaftlicher und politischer Risken. In vielen Fällen war dieses großzügige Exportfinanzierungs- und Garantiesystem ausschlaggebend für die Entscheidung, Drittländer über österreichische Produktionsstätten zu bearbeiten.

Ertragssteuerbelastung unter 40%

Holdingkonstruktionen erlauben bei entsprechender Ausschüttungspolitik eine Senkung der Ertragssteuerbelastung bis unter 40%, da für Ausschüttungen von Kapitalgesellschaften in Österreich der halbe Körperschafts-Steuersatz von max. 27,5% zur Anwendung kommt. In Verbindung mit erhöhten Abschreibungen und der Bildung von steuerfreien Rücklagen ergeben sich sogar noch geringere effektive Steuerbelastungen.

Ein Verlustvortrag ist bis zu 7 Jahren gestattet.

Die Vermögenssteuer beträgt 0,9% -1,4% des Reinvermögens.

Ausländische Investitionen in Österreich in Mrd. öS:

1978 44,5
1979 46,7
1980 50,2
1981 52,9
1982 56,3
1983 60,1
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Austrian Business Agency - Österreichische Industrieansiedlungs- und WirtschaftswerbungsgmbH

Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1982 (als ICD Austria)
Sitz 1010 Wien, Opernring 3
Leitung René Siegl (Geschäftsführer)
Branche Wirtschaftsförderung
Website www.investinaustria.at

Die Austrian Business Agency - Österreichische Industrieansiedlungs- und WirtschaftswerbungsgmbH (ABA - Invest in Austria) ist die Betriebsansiedlungsagentur der Republik Österreich und berichtet an das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort[1]. Die Organisation ist zuständig für die Akquisition und die Betreuung von ausländischen Unternehmen, die in Österreich eine Niederlassung gründen wollen. Die ABA informiert über den Wirtschaftsstandort Österreich und berät internationale Investoren bei standortrelevanten Fragen.

Die Betriebsansiedlungsagentur wurde 1982 als ICD Austria von der ÖIAG[2] gegründet und 1995 in Austrian Business Agency (ABA) umbenannt. Anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums 2007 hat die ABA ihr Corporate Design umgestellt und verwendet nun statt Austrian Business Agency den Namen ABA-Invest in Austria, um den Unternehmenszweck klarer erkennbar zu machen. ABA-Invest in Austria beschäftigt 25 MitarbeiterInnen.

Die ABA betreute viele internationale Unternehmen wie Sony, Infineon, Ikea, Matsushita Electric Works, Hutchison Mobilfunk, Holmes Place oder Starbucks bei ihrer Ansiedlung in Österreich.

Eine Teilorganisation der ABA, die Location Austria, bewirbt seit 1997 Österreich als Standort für internationale Filmproduktionen. Location Austria ist gemeinsam mit Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) für die Abwicklung der Fördermaßnahmen im Rahmen der Initiative "Film Industry Support Austria" (FISA) zuständig. FISA ist eine Initiative des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zur Unterstützung von Kinofilmen mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 25 Prozent der förderungsfähigen österreichischen Herstellungskosten.[3]

Tätigkeitsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wettbewerb um Direktinvestitionen befindet sich Österreich in Konkurrenz mit der internationalen Staatengemeinschaft. Die Betriebsansiedlungsagentur bewirbt den Wirtschaftsstandort und hat das Ziel, das Image Österreichs als Industrienation weiter zu verbessern. Österreich ist das viertreichste Land in der EU[4], wird aber nach wie vor hauptsächlich als Tourismus- und Kulturnation wahrgenommen.

Die ABA unterstützt ausländische Unternehmen kostenlos bei der Firmengründung in Österreich. Die Investoren erhalten Informationen über den Wirtschaftsstandort Österreich sowie über die wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Zum Tätigkeitsbereich von ABA-Invest in Austria gehört außerdem die Herstellung aller notwendigen Kontakte in Österreich sowie die Beratung bei der Standortsuche und Bereitstellung von relevanten Informationen für ein Unternehmen, wie etwa Kostenfaktoren (z. B. Lohnkosten und Infrastrukturkosten), steuerliche Aspekte oder die Performance von Wirtschaftsbranchen im Land. Unternehmen erhalten auch bei Erweiterungsinvestitionen Unterstützung.

Internationale Direktinvestitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 konnte die ABA-Invest mithelfen, 355 internationale Unternehmen anzusiedeln. Die Investitionssumme betrug 734,48 Millionen Euro und die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze 2.888.

Aus dem traditionell stärksten Investorland Deutschland kamen 108 Unternehmen nach Österreich. Deutschland zeichnete damit im Vorjahr für rund ein Drittel aller ABA-Projekte verantwortlich. Die Schweiz überholte mit 36 Neuansiedlungen Italien (28). Mit 14 Unternehmen war die Zahl der Neugründungen aus Großbritannien doppelt so hoch wie im Jahr davor (7).

Ungebrochen ist auch das Interesse seitens Unternehmen aus CEE/SEE-Ländern. Ihr Anteil lag 2018 mit 88 Unternehmen bei etwa einem Viertel aller neuen ABA-Ansiedlungen. Am stärksten waren darunter Ungarn (17 Unternehmen), Slowenien (14 Unternehmen). Russland (10 Unternehmen) und die Slowakei (8 Unternehmen) vertreten.

Von den angesiedelten Unternehmen betreiben 32 am Standort Österreich Forschung und Entwicklung und 29 Unternehmen sind Produktionsunternehmen. Unter den Branchen sind IT/Telekom/Software (56) und wirtschaftsnahe Dienstleistungen (55) am stärksten vertreten. 22 ausländische Startups entschieden sich 2018 für den Wirtschafts-Standort Österreich.

Bundesländerranking - Wien vor Niederösterreich und Salzburg

Auch 2018 siedelte sich mit 182 die Mehrzahl der internationalen Unternehmen in der Hauptstadt Wien an (2017: 157). Stärkstes Bundesland nach Wien war Niederösterreich mit 32 Unternehmen (2017: 29) vor Salzburg mit 30 Betriebsansiedlungen (2017: 42). Für die Steiermark entschieden sich 29 Unternehmen (2017: 26), für Kärnten 22 (2017: 27). Danach folgen Tirol mit 18 Neuansiedlungen (2017: 26) und Vorarlberg mit 16 Neuansiedlungen (2017: 7). 15 Unternehmen gingen nach Oberösterreich (2017: 23), sechs ins Burgenland (2017: fünf). Fünf Unternehmen haben Standorte in mehreren Bundesländern.

Unternehmensansiedlungen, ABA-Projekte (Quelle: ABA-Invest in Austria)
Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Unternehmen 152 201 256 158 198 183 201 228 276 297 319 344 355

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) der Republik Österreich, www.bmdw.gv.at
  2. ÖIAG - Österreichische Industrieholding AG, www.oebib.gv.at
  3. www.filmindustrysupportaustria.at
  4. Eurostat 06/2018, BIP pro Kopf in KKS