ZOOM 4+5/1996
Oktober
1996

Die Gladio-Nazi-Connection

Die Spur eines Gladio-Waffenlagers führt zu einem Naziterroristen

In der BRD haben die Behörden die Existenz geheimer Gladio-Waffenlager stets geleugnet. Doch ein 1981 entdecktes Depot, aus dem sich wahrscheinlich Naziterroristen bei ihren Anschlägen bedienten, ordnen selbst Strategen im österreichischen Verteidigungsministerium dem Stay-behind-Komplex zu. Die offiziellen Ermittlungen verliefen nach dem „Selbstmord“ des rechtsextremistischen Waffenwarts Heinz Lembke im Sande. Im Sommer letzten Jahres tauchten bei dem deutschen Naziterroristen Peter Naumann, der von seinen Kameraden als mutmaßliches „Bombenhirn“ der österreichischen Briefbomben bezeichnet wird, große Mengen weiterer Waffen aus Lembkes Beständen auf.

Wir müssen uns langsam, aber sicher daran gewöhnen, in militärischen und geheimdienstlichen Begriffen zu denken.

Franz Radl 1993 in einem Brief
an den inhaftierten Gottfried Küssel

Am 22. August 1980 nimmt der damals 52jährige Manfred Roeder, seit einer Verurteilung wegen Volksverhetzung zwei Jahre zuvor in den Untergrund abgetaucht, sein Tagebuch zur Hand und notiert: „Festessen mit Syb. und Raym.“ Anlaß für die Feier des ehemaligen Rechtsanwalts mit der 25jährigen Radiologie-Assistentin Sibylle Vorderbrügge und dem doppelt so alten Werkmeister Raymund Hörnle war der am selben Tag verübte Mord an zwei Vietnamesen. Die beiden starben beim Brand eines Hamburger AsylwerberInnenheims, nachdem Vorderbrügge und Hörnle drei Molotowcocktails durch ein Fenster geschleudert hatten. Seit mehreren Monaten „zündelten und bombten die beiden“, wie der „Spiegel“ damals schrieb, im Auftrag Roeders „quer durch die Republik“. „Erst wenn Blut fließt“, hatte Roeder einmal gesagt, sei das „eine richtige Revolution“. Und so hält er an diesem Tag in seinem Kalender fest: „Befreiung beginnt.“ Zehn Tage später wird er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Vorderbrügge verhaftet.

Terroristische Einzeltäter-Vereinigungen

Die Anschläge von Roeders „Deutschen Aktionsgruppen“, der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ (von der weiter unten noch die Rede sein wird) und anderer Organisationen markierten Anfang der achtziger Jahre einen Qualitätssprung im neonazistischen Terror der Bundesrepublik. Trotzdem wurde den Anschlägen nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Falls sie überhaupt Beachtung fanden, wurden sie nicht selten zu einem „Werk Moskaus“ uminterpretiert: „Wenn man die Kriegsführung des KGB und der verwandten Dienste – dazu gehört auch der Staatssicherheitsdienst – kennt, dann kann man mit Sicherheit davon ausgehen, daß man versucht, rechtsextreme Vereinigungen nicht nur zu infiltrieren, sondern auch für provokative Zwecke zur Diffamierung der Bundesrepublik zu mißbrauchen“, erklärte der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß vier Tage nach dem Anschlag auf das Münchener Oktoberfest am 26. September 1980, bei dem 13 Menschen getötet und 215 zum Teil schwer verletzt wurden. [1]

Dementsprechend einfach fiel es Verfassungsschutz und Justiz, Ausmaß und Hintermänner des Terrors konsequent zu verharmlosen. Die These vom „Einzeltäter“ – die „terroristische Einzeltäter-Vereinigung“ (Bernd Siegler im „konkret“) – entwickelte sich zum beliebtesten Erklärungsmuster. Nur bei Roeder, der wegen Rädelsführerschaft in einer „terroristischen Vereinigung“ zu 13 Jahren Haft verurteilt wurde, wichen die Gerichte von dieser Praxis ab.

Nach seiner vorzeitigen Entlassung 1990 wird Roeder neuerlich aktiv. Er entwickelt sich zum Reisekader der bundesdeutschen Rechten und leistet „Aufbauarbeit in Ostpreußen“. Anfang Juni dieses Jahres wurde er in Erfurt von der Polizei verhaftet, als er gemeinsam mit anderen Kameraden die Ausstellung des Hamburger Instituts für Sozialforschung über den Vernichtungskrieg der Wehrmacht stürmte, randalierte und Stellwände mit Parolen wie „Lüge“ besprühte. Zusammen mit dem Naziterroristen Peter Naumann, auf den noch ausführlicher eingegangen wird, störte Roeder letztes Jahr zu Pfingsten eine Diskussionsveranstaltung im Rahmen Antifaschistischer Aktionstage im niedersächsischen Hetendorf. [2]

Dort, in der Lüneburger Heide im Norden Deutschlands, ist Roeder kein Unbekannter. Noch in den Tagen zwischen den Hamburger Morden und ihrer Verhaftung suchten Roeder, Vorderbrügge und Hörnle den dortigen Revierförster Heinz Lembke auf, um Sprengstoff für weitere Anschläge zu beschaffen. Den Vernehmungsprotokollen Roeders bei der deutschen Bundesanwaltschaft (BAW) ist zu entnehmen, daß Roeder und Lembke gute Freunde waren, die sich oft trafen, um Anschläge zu besprechen.

Forstmeister Lembke

Der als 22jähriger 1959 aus der DDR geflohene Lembke machte in seiner neuen Heimat eine rasante neonazistische Karriere. Bereits 1960 stieg er zum Bundesgeschäftsführer des militanten Vereins „Bund Vaterländischer Jugend“ auf, engagierte sich im „Bund Heimattreuer Jugend“, [3] war Kandidat und Mitglied eines Schlägertrupps der deutschen Nationaldemokraten (NPD) und organisierte „Wehrsportübungen“. Einiges spricht dafür, daß Lembke auf der Mitgliederliste der deutschen Stay-behind-Organisation stand.

Daß der rechtsxtreme Förster Waffenlager mit militärischen Sprengstoffen angelegt hatte, erfuhren die Beamten des deutschen Bundeskriminalamts nicht nur von Roeders Kameradin Vorderbrügge, einen entsprechenden Tip erhielten sie auch drei Wochen nach Verhaftung des Nazipaares – unmittelbar nach dem Anschlag auf das Oktoberfest. Für dieses soll Lembke den Sprengstoff geliefert haben. Der Attentäter von München, Gundolf Köhler, war zumindest Sympathisant der Wehrsportgruppe (WSG) Hoffmann, ein weiteres (später bei einem Amoklauf ums Leben gekommenes) Mitglied der WSG bezichtigte sich selbst der Beteiligung. Für die Bundesanwaltschaft blieb schließlich nur der „Einzeltäter“ Köhler übrig, der sich bei dem Anschlag selbst in die Luft gesprengt hatte. Sein angebliches Motiv: universitäre Schwierigkeiten und ein Streit mit seiner Freundin. Als Hoffmann selbst 1986 zu neun Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt wurde, kam weder seine Rolle beim Münchener noch die beim Attentat in Bologna zur Sprache, die politischen Zusammenhänge werden vom Gericht bewußt ausgeblendet. Der Wehrsportgruppenführer wurde lediglich wegen kleinerer Einzeldelikte wie Geldfälschung und unerlaubten Waffenbesitz verurteilt, nicht wegen der Ermordung des jüdischen Verlegers Shlomo Levin und dessen Freundin Frieda Proschke durch das WSG-Mitglied Uwe Behrendt, nicht wegen der mutmaßlichen Ermordung eines weiteren WSG-Mitglieds in einem Beiruter Hoffmann-Lager, nicht wegen der geplanten Befreiung von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß.

Waffen für eine ganze Kompanie

Als die Polizei nach dem Münchener Attentat dem Hinweis auf Lembke nachgeht, findet sie bei einer Hausdurchsuchung ein leeres Magazin für ein Bundeswehrgewehr und einige Rollen Zündschnur. Lembke aber bleibt in Freiheit. Erst im März 1981 wird er in Beugehaft genommen, da er im Verfahren gegen Roeder „grundlos“ die Aussage verweigert – „Ausfluß eines übersteigerten und fehlgeleiteten Treuebegriffs“, wie der Generalbundesanwalt befindet.

Sechs Monate später kommt Lembke wieder frei und begeht einen folgenschweren Fehler: Wenige Tage nach seiner Enthaftung inspiziert er im Oktober 1981 Teile seines unterirdischen Waffendepots und wird dabei von Waldarbeitern beobachtet – so zumindest die offizielle Version. Neuerlich in Haft erstellt der bis dahin so schweigsame Forstmeister eine präzise Liste von in insgesamt 33 zusammengehörigen Erdlagern gebunkerten Waffen: unter anderem automatische Waffen, 13.520 Schuß Munition, 50 Panzerabwehrrohre, 156 kg Sprengstoff, 230 Sprengköpfe, 258 Handgranaten, chemische Kampfstoffe (u.a. Phosphor, Zyankali, Arsen und Strychnin) sowie Bundeswehrunterlagen über Sprengen, Minenlegen und Panzerabwehr – nach Schätzungen der „Österreichischen Militärischen Zeitschrift“ genug Kriegsmaterial, um eine 66 Mann starke Kompanie auszurüsten.

Nachdem die Waffen geborgen und Lembke einige Tage verhört worden ist, legen die Ermittler über das Wochenende eine Pause ein. Am darauffolgenden Montag will Lembke die Hintergründe seines umfangreichen Waffenlagers aufdecken und, wie er sich ausdrückt, „Roß und Reiter“ nennen. Dazu kommt es nicht mehr. Am Sonntag früh wird der „Heideförster“ an einem Elektrokabel erhängt in seiner Zelle aufgefunden – nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ein „einwandfreier“ Selbstmord. Das Kabel wurde Lembke erst einen Tag vorher vom Haftrichter genehmigt. Auf einem Zettel hinterließ er die Notiz: „Es ist Wolfszeit“ – ein möglicher Hinweis auf seine Rolle als „NS-Werwolf“ [4] –, auf einem anderen den Hinweis, er wolle nicht zum Verräter an seinen Gesinnungsfreunden werden.

Direkt nach Lembkes Tod werden, wie die Medien melden, der Militärische Abschirmdienst (MAD) als auch „zivile Nachrichtendienste“ in die Ermittlungen eingeschaltet. Einen Tag darauf, am 3. November, zieht der Bundesstaatsanwalt die Ermittlungen an sich, was der niedersächsische Innenminister Möcklinghoff als „kriminaltaktischen Schildbürgerstreich“ bezeichnet. Es wird eine Nachrichtensperre verhängt und drei gerade erst verhaftete Mitglieder aus Lembkes Gruppe wieder freigelassen (das örtliche Landeskriminalamt hatte noch von einer sechsköpfigen Gruppe gesprochen).

Ein Jahr später wird das Ermittlungsverfahren schließlich ganz eingestellt. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Ermittlungen wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung sprechen die Behörden nunmehr vom „Einzeltäter“ Lembke, der zwar in seiner „rechtsradikalen Gruppierung“ nicht allein gewesen sei, wohl aber bei seiner Leidenschaft fürs Waffensammeln. Die Mitglieder aus Lembkes Gruppe kommen mit geringen Geldstrafen davon, der geständige Waffenlieferant, ein Lüneburger Oberfeldwebel der Bundeswehr, wird zu 2.000,– Mark Geldstrafe verurteilt. In der Erklärung des Generalbundesanwalts vom 3. Dezember 1982 heißt es, die Ermittlungen hätten „keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür ergeben, daß Lembke die verfassungsmäßige Ordung der Bundesrepublik Deutschland durch Sprengstoffanschläge oder Mordtaten erschüttern wollte“. Vielmehr habe dieser eine Invasion aus dem Osten befürchtet, gegen die er einen „Partisanenkrieg“ führen wollte. Es sei daher nicht auszuschließen, „daß er die aufgefundenen Kampfmittel gesammelt und über mehrere Jahre hinweg vergraben hat, um bei einem von ihm befürchteten Angriff Widerstand leisten zu können“. Lembke – eine Ein-Personen-Gladio?

Die Herkunft der Sprengstoffe

Woher bezog der rechtsextreme Forstmeister derart große Mengen an Waffen und Kampfmitteln? Schon kurz nach dem Fund tauchten in den Medien Vermutungen auf, die Waffen stammten von der Bundeswehr oder nahegelegenen NATO-Truppenübungsplätzen. Aus Diebstählen bei der Bundeswehr, so Minister Möcklinghoff, stammten sie jedenfalls nicht, denn die Waffen „müßten regelrecht angeliefert worden sein“. Dies gilt heute umso mehr, da große Mengen an weiteren Sprengstoffen aus dem Fundus Lembkes bei dem Naziterroristen Peter Naumann aufgetaucht sind.

In der bereits zitierten Erklärung des Generalbundesanwalts heißt es, daß lediglich die Herkunft von drei Waffen geklärt werden konnte. Die Munition stamme aus einer privaten Delaborierungsfirma, die für Bundeswehr und NATO-Stellen tätig war. Wie diese allerdings in Lembkes Besitz gekommen sei, sei nicht mehr feststellbar. Gegen keinen Angehörigen dieser Firma habe sich ein ausreichender Verdacht ergeben, Lembke Munition oder Sprengstoff überlassen zu haben. In Hinblick auf die Herkunft der Panzerfäuste, der chemischen Kampfstoffe und der schriftlichen Anleitungen blieben die Ermittlungen gänzlich ergebnislos.

Nach damaligen Recherchen der beiden Journalisten Jürgen Roth und Bernd Ender [5] handelte es sich bei der erwähnten Rüstungsschrottfirma um ein in deutschem Bundesbesitz befindliches Unternehmen namens VEBEG. Die Firma habe laut Aussagen eines französischen Richters eine „Schlüsselrolle bei Waffentransfers“ gespielt. Und auch der von den deutschen Behörden so zuvorkommend behandelte Wehrsportgruppenführer Karl-Heinz Hoffmann soll aus der gleichen Quelle Waffen bezogen haben, die er in großen Mengen in den Nahen Osten verschob – „ganz sicher nicht ohne Wissen bundesdeutscher Nachrichtendienste“, wie Ender und Roth schreiben. [6] Rüstungsschrottfirmen wie das für Bundeswehr und NATO tätige Bundesunternehmen VEBEG sind ideale Tarnfirmen für Geheimdienste, um Waffen und Rüstungsgüter an Personen oder Gruppierungen zu transferieren, mit denen offizielle Geschäfte aus naheliegenden Gründen nicht möglich sind – ganz abgesehen von der Frage, wie denn ein kleiner Revierförster eine derart umfangreiche Ansammlung finanzieren sollte.

Für die Gladio-Interpretation von Lembkes Waffendepots spricht schließlich auch deren örtliche Lage, wie ein Stratege des österreichischen Verteidigungsministeriums in der „Österreichischen Militärischen Zeitschrift“ (ÖMZ) erläutert: „Die Stadt Uelzen [in deren Nähe die Depots entdeckt wurden] liegt im Einzugsgebiet der Lüneburger Heide. Sie ist auf der Linie Wittenberg–Bremen bzw. Salzwedel–Hamburg der erste große Verkehrsknotenpunkt. Der Fluß Ilmenau bietet gegen einen Angriff vom Osten her die vorderste nachhaltige Sperrmöglichkeit nach der ehemaligen Zonengrenze.“ [7]
Obwohl also eine ganze Reihe von Indizien darauf hindeuten, daß Lembkes Waffendepots der deutschen Stay-behind-Organisation zuzurechnen waren, und obwohl dies genau der von der Justiz gegebenen Interpretation von Lembkes Aktivitäten entspräche, wurde dies vom für die deutschen Geheimdienste zuständigen Kanzleramtsminister Stavenhagen energisch dementiert. Doch dieses Dementi, so der deutsche Geheimdienstexperte Schmidt-Eenboom, „mußte aus zwei Gründen erfolgen: Da das Depot von dem Rechtsradikalen Lembke angelegt worden war, wären erstens in der Bundesrepublik wie in Italien, Griechenland, der Türkei und in Belgien Fragen nach der Zusammenarbeit der geheimdienstlichen GLADIO-Organisationen mit faschistischen Gruppen und deren Unterstützung bei rechtsradikalen Terrorakten laut geworden; und zweitens hätte dieser Zufallsfund von 1981 die Legende zerstört, daß seit 1973 auf die Planung von Sabotageakten durch deutsche GLADIO-Kämpfer verzichtet worden sei.“ Drittens, so ließe sich anfügen, wäre weiters die Legende zerstört worden, daß es in der Bundesrepublik zu keiner Zeit geheime Gladio-Waffenlager gegeben habe.

Lembkes Nachlaßverwalter

17. August 1995: Der deutsche Naziterrorist Peter Naumann führt die Polizei vor laufenden Fernsehkameras zu insgesamt 13 Waffendepots, die er seit etwa 17 Jahren in Hessen und Niedersachsen angelegt hat. In diesen lagerten nach Naumanns eigener Aussage 200 kg Plastiksprengstoff, TNT, Zündmittel und verschiedene Waffen. Laut ermittelndem Richter der Bundesanwaltschaft, die gegen Naumann ein Verfahren wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung führt, stammt ein großer Teil der gefundenen Waffen aus dem Bestand Lembkes. Die BAW geht davon aus, daß Naumann, der mit Lembke befreundet war, dessen Lager nach seinem Tod weiterverwaltet hat. Bereits bei den Ermittlungen gegen Lembke waren die Behörden auf Naumann gestoßen: Dessen Fingerabdrücke hatten sich in den seinerzeit entdeckten Depots gefunden.

Der 43jährige Chemiker ist ein seit den siebziger Jahren höchst aktiver NS-Kader. Bereits 1974 starb ein Feuerwerker bei dem Versuch, eine selbstgebastelte Naumann-Bombe zu entschärfen. Für den Bombenbastler blieb der Unfall, soweit bekannt, ohne strafrechtliche Folgen. Etwa zur gleichen Zeit hob die Polizei ein Waffenlager und ein Chemielabor aus, das Naumann mit Parteikameraden von der „Nationaldemokratischen Partei Deutschlands“ (NPD) und Mitgliedern einer sogenannten „Europäischen Befreiungsfront“ angelegt hatte. Später plante der Naziterrorist zusammen mit zwei Mitgliedern der 1982 verbotenen „Volkssozialistischen Bewegung Deutschlands“ (VSBD), Odfried Hepp und Walther Kexel, den greisen Rudolf Heß mittels eines Sprengsatzes zu befreien. [8] 1987 wurde Naumann schließlich, von Hepp verpfiffen, „wegen des Verdachtes, Sprengstoffanschläge auf DDR-Grenzanlagen sowie auf Sende- und Strommasten in Südtirol beabsichtigt zu haben“, [9] verhaftet und im Jahr darauf wegen versuchter Gründung einer terroristischen Vereinigung und eines Sprengstoffanschlages auf ein Mahnmal für NS-Opfer in Rom zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. 1990 wurde er vorzeitig entlassen.

Auf der legalen Ebene engagierte sich Naumann seit 1972 in jeweils wechselnden Führungspositionen bei der NPD und deren Jugendorgansitionen, den „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) und dem „Nationaldemokratischen Hochschulbund“ (NHB). [10] Der wegen Volksverhetzung und Aufstachelung zum Rassenhaß zu zwei Jahren Haft verurteilte NPD-Chef Günter Deckert gehört zu seinen Freunden. 1985 gründete Naumann in seiner Heimatstadt Wiesbaden die im Mai letzten Jahres wieder aufgelöste „Arbeitsgemeinschaft Nationaler Verbände/Völkischer Bund“ (ANV-VB). Der VB, der laut Verfassungsschutz über nicht mehr als 20 Mitglieder verfügte, hielt konspirative Sonnwendfeiern ab, organisierte Schulungen, auf denen über die Arbeitsweise der Sicherheitsbehörden aufgeklärt wurde, und stellte Ordner für Naziveranstaltungen. Zu den Sonnwendfeiern reisten neben lokalen NPD-Funktionären auch hochrangige VertreterInnen der Szene aus dem Ausland an, wie etwa der Schweizer Heinz Manz oder die Österreicherin Lisbeth Grolitsch, zwei Schlüsselfiguren der europäischen Nazi-Internationale. [11]

Ulrichsbergtreffen und Rohrbomben

Aufgrund seiner exzellenten Kontakte zur österreichischen Nazi-Szene geriet Naumann auch immer wieder ins Blickfeld der Briefbombenermittler. Im Oktober 1993 wurde er von österreichischen Staatspolizisten in Begleitung der beiden Kärntner Neonazis Helmut Adolf Schatzmayr und Andreas Thierry beim Ulrichsbergtreffen gesichtet. Thierry unterhält enge Kontakte zum rechtsextremen Chefideologen und Grolitsch-Gefährten Herbert Schweiger aus Mürzzuschlag. Im Parteiarchiv der deutschen „Nationalistischen Front“ (NF) wird er als Kader geführt. Die 1992 verbotene, aber nach wie vor im Untergrund aktive NF – die versuchte Kopie von Himmlers SS – ist die wohl militanteste Neonaziorganisation Deutschlands.

Im Februar 1994 durchsuchte die deutsche Polizei im Zuge der Amtshilfe erfolglos Naumanns Wohnung. Bei einer neuerlichen Durchsuchung nach den Morden von Oberwart wurden bei ihm zwei Rohrbomben gefunden. Darüber, ob diese Ähnlichkeiten mit den Sprengsätzen von Klagenfurt oder Oberwart – ebenfalls Rohrbomben – aufweisen, hüllen sich die deutschen Ermittler bislang in Schweigen. Im Mai letzten Jahres rief Naumann seine Kameraden zu einem „Reinhold Elstner Gedenkmarsch“ nach München. Der 75jährige Elstner, wie Naumann Chemiker, hatte sich am 26. April vor der Münchener Feldherrenhalle mit Benzin übergossen und selbst verbrannt. Der in Österreich wenig bekannte Elstner wurde bald zum „Märtyrer“ der extremen Rechten. Sein Name taucht auffällig oft als Absender von Briefbomben auf, bei den an den Lübecker Oberbürgermeister und Arabella Kiesbauer adressierten Bomben ebenso wie auf dem Kuvert, welches in den Händen der Flüchtlingshelferin Maria Loley explodierte. Noch mit einem weiteren fingierten Absender der vierten Briefbombenserie hatte Naumann Kontakt: Walter Ochensberger, für dessen Nazi-Postille „Sieg“ er ebenso schrieb wie für die „Nachrichten der Hilfsorganisation für nationale Gefangene“ (HNG). In dieser erschien kurz vor der ersten Briefbombenserie im Herbst 1993 der Aufruf: „Zehn Briefe für zehn Jahre“. [12]

Naumann „isoliert und ohne Einfluß“?

Trotz all dieser Kontakte charakterisierte der Chef des hessischen Verfassungsschutzes Naumann noch nach Offenlegung seiner Waffendepots als den berühmten Einzeltäter, „isoliert und ohne Einfluß“. Wie „isoliert“ Naumann tatsächlich ist, wurde spätestens klar, als er vor der Presse ein Statement abgab, in welchem er erklärte, warum er seine Waffen der Polizei übergeben habe. Bei dem Termin war nicht nur ein Vertreter der NPD (Frank Rennicke, NPD-Chef Deckert war verhindert) anwesend, sondern auch Meinolf Schönborn. Der einflußreiche frühere Chef der NF bezeichnete den Schritt Naumanns, der „weder einen Deal mit dem BKA [Bundeskriminalamt] gemacht hat, noch aus der Szene aussteigen will“, als wegweisend, mutig und mit ihm abgesprochen. Seine Erklärung ließ Schönborn über das neonazistische Kommunikationsnetz der sogenannten „Nationalen Infotelefone“ verbreiten. Naumann selbst meldete sich in einem ausführlichen Interview der bis vor einem Jahr von den „Jungen Nationaldemokraten“ herausgegebenen Postille „Einheit und Kampf“ zu Wort, die ihn nicht ohne Stolz als „zu Unrecht als ‚Bombenhirn‘ der Briefbomben-Serie verdächtigt“ vorstellte. Dort bestätigte Naumann, daß sein Schritt in der Szene abgesprochen war, propagierte eine „kämpferische Gewaltlosigkeit“ im „alles entscheidenden Endkampf zwischen den völkerbewahrenden Kräften und jenen, die durch die gewaltsame Zerstörung der natürlichen Ordnung der Völker und dem folgenden Rassenchaos eine pyramidal aufgebaute ‚neue Weltordnung‘ erzwingen wollen“, und bestätigte, daß er die Sprengmittel für seine Anschläge in den späten siebziger Jahren von seinem „Freund und Kameraden“ Lembke erhalten hatte. Ein „Großteil“ seiner Sprengmittelbestände stamme „aus der Zeit mit Heinz Lembke“ (einige Waffen kämen aus Ex-Jugoslawien): „Diese Depots wurden von mir vor etwa 17 Jahren beginnend, aus Beständen, die Heinz Lembke mir nach und nach übergeben hatte, angelegt (...) Aus der gemeinsamen Überzeugung von der Notwendigkeit eines zweiten, unabhängigen Depotsystems hat mir Heinz Lembke in der Folgezeit aus seinen Beständen nach und nach jene Sprengmittel übergeben, von denen in den letzten Wochen unter anderem die Rede war.“ Die Sprengstoffe stammten, so Naumann heute, von einer „Privatfirma, die sich mit der Vernichtung überlagerter, jedoch noch verwendungsfähiger Sprengmittel befaßte“ (Hervorhebung J.M.).

Legte Naumann seine Waffendepots freiwillig offen, oder wurde er dazu gezwungen? Und wenn ja: von wem? In seinem „3. Rundbrief“ 1995 stellte das „Bildungswerk Anna Seghers“ eine Reihe weiterer Fragen: „Warum verliefen die meisten Ermittlungsverfahren gegen Naumann im Sande? (...) Warum führte die Feststellung von Naumanns Fingerabdrücken in einem der Lembke-Depots seinerzeit nicht zu einem Verfahren gegen den Wiesbadener? (...) Wie kommt es, daß Naumann von dem hessischen Verfassungsschutz-Chef Ferse als isolierter Einzelgänger bezeichnet wird? (...) Oder gab es einen ‚Deal‘ Naumanns mit Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt, die Depots offenzulegen gegen Verzicht auf eine Anklage in einer anderen Sache (Briefbomben), zu der BKA und BAW soviel Beweismittel hatten, daß sie Naumann unter Druck setzen konnten?“ Oder aber – und dies wäre wohl die brisanteste Erklärung – handelte es sich auch im Fall Naumann um eine Art „housecleaning“, in diesem Fall der bundesdeutschen Stay-behind-Organisation? Fürchteten vielleicht Geheimdienste, daß sich Naziterroristen weiterhin aus den seinerzeit mit ihrem Wissen und/oder in ihrem Auftrag angelegten Waffenlagern bedienen? Um Attentate zu begehen, die sich nunmehr – anders als in den Jahren des kalten Krieges – nicht mehr mit ihren Interessen decken?

Antworten auf diese Fragen könnte nur eine gründliche – und möglichst öffentliche – Untersuchung geben. Solange aber der Regen von oben nach unten fällt, wird es eine solche kaum geben.

Quellen:

zu Lembke:
Alwyn Mayer: Deutschland wir kommen. In: Michel R. Lang (Hg.): ’Straße frei...’ – Die neue Nazi-Internationale. Rotation, Berlin 1982;
Bernd Ender und Jürgen Roth: Geschäfte und Verbrechen der Politmafia – Eine kritische Bestandsaufnahme des internationalen Dunkelmännerwesens. 3. Aufl., IBDK Verlag, Aschaffenburg 1995;
Erich Schmidt-Eenboom: Schnüffler ohne Nase: Der BND – die unheimliche Macht im Staate. 3. Aufl., ECON, Düsseldorf 1993;
Pressemitteilung der Generalbundesanwaltschaft, 7.12.1982;
Volksblatt Berlin, 31.10., 3. und 4.11.1981;
Die Welt, 2., 3. und 4.11.1981;
analyse & kritik, 9.11.1981;
Der Spiegel 8/1982;
Bernd Siegler: Terroristische Einzeltäter-Vereinigung, konkret 3/89;
Der Rechte Rand Januar/Februar 1991;
antifa-info Nr. 14 – Frühjahr 1991;
R.: ’Einheiten für verdeckte Einsätze’, Österreichische Militärische Zeitschrift 2/1991, S. 122;
Jonathan Kwitny: The C.I.A.’s Secret Armies in Europe. In: The Nation, April 6, 1992;
Antifaschistischer Arbeitskreis Hetendorf 13: Vorweg, 1995.
zu Naumann:
Drahtzieher im braunen Netz – Ein aktueller Überblick über den Neonazi-Untergrund in Deutschland und Österreich. Konkret Literatur Verlag, Hamburg 1996;
Der Spiegel, 34/1995;
3. Rundbrief des Bildungswerks Anna Seghers e.V. 1995;
Antifaschistisches Info Frankfurt, Nr.16/95;
Die Presse, 18.11.1995;
Rabaz Nr.4/Winter 1995;
Der Rechte Rand Nr.37, Nov./Dez. 1995;
Einheit und Kampf Nr.14, Okt.-Nov.-Dez. 1995;

[1Über den Neonaziführer und mutmaßlichen Drahtzieher des Münchener Massakers, Karl-Heinz Hoffmann, äußerte sich Strauß dann auch folgerichtig: „Heutzutage gibt es keine Gefahr mehr von rechts, weder im Augenblick noch in Zukunft (...) Wenn niemand von diesem Verrückten spräche, würde man seine Existenz überhaupt nicht bemerken (...) Mein Gott, wenn jemand Spaß daran hat, am Sonntag mit einem Rucksack und im Kampfanzug mit Koppelschloß durchs Gelände zu spazieren, soll man ihn in Ruhe lassen (...) Hoffmann hat sich nichts zuschulden kommen lassen.“ Internationale Medien wie das US-Magazin „Newsweek“ vermuteten damals hinter dem Anschlag den mißglückten Versuch der Wahlhilfe für Strauß, der unter dem Motto „Freiheit statt Sozialismus“ für das Amt des Bundeskanzlers kandidierte.

[2Roeders Ehefrau Gertraud wurde 1992 gemeinsam mit dem Neonazi-Anwalt Jürgen Rieder aus Österreich ausgewiesen, der unter falschem Namen eingereist war, um als Redner bei den Kulturtagen des von Lisbeth Grolitsch und Herbert Schweiger geführten „Deutschen Kulturwerks Europäischen Geistes“ aufzutreten. Roeder selbst hat in Österreich seit einer Vortragsreise im Jahr 1976 Einreiseverbot. Die Tour war von Konrad Windischs Nachfolgeorganisation des „Bundes Heimattreuer Jugend“, der „Arbeitsgemeinschaft für Politik“ (AfP), organisiert worden Die AfP wurde damals gerichtlich aufgelöst, was aber de facto nicht mehr als die Umbenennung in „Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik“ zur Folge hatte. Der Hamburger Anwalt Rieger wiederum ist Drahtzieher des erwähnten faschistischen Zentrums in Hetendorf und unterhält Kontakte zu Uwe Jürgens, dem ehemaligen Hausarzt des rechtsextremen Waffenwarts Heinz Lembkes. Jürgens führte bis 1990 ebenfalls in der Lüneburger Heide eine Wehrsportgruppe an, die „Nothilftechnische Übungs- und Bereitschaftsstaffel“ (TeNo – der Name verweist auf eine Heinrich Himmler direkt unterstellte SS-Teilorganisation).

[3Daß Lembke nach seiner Flucht so rasch die Karriereleiter in rechtsextremistischen Jugendorganisationen erklomm, die mit ziemlicher Sicherheit von Geheimdiensten infiltriert waren, könnte darauf hindeuten, daß auch er bereits beim Verlassen der DDR angeworben worden ist. „Zonenflüchtlinge“ wurden in aller Regel ausführlichen Verhören durch den Verfassungsschutz unterzogen.

[4Seine Popularität für das völkische Gedankengut verdankt der „Werwolf“ einem 1910 erschienen gleichnamigen Roman des auch von den Nazis verehrten Heimatdichters der Lüneburger Heide, Hermann Löns.

[5Ender, dem gute Kontakte zum österreichischen Heeresabwehramt nachgesagt werden, kolportierte Anfang dieses Jahres im „Inlandsreport“ des ORF die Terrorthesen der FPÖ und der Rechtsextremen – etwa die angebliche Involvierung von Wolfgang Purtscheller in die Oberwarter Morde (den diesbezüglichen Reportbeitrag, nebenbei Grundlage einer Anzeige der Rechtsextremisten an die Staatsanwaltschaft, druckte die „Aula“ in ihrer letzten Ausgabe 5/96 im Wortlaut ab). Auch den Fernsehauftritt des Naziagenten Peter Weinmann, mit dem der Verdacht bezüglich der Briefbombenattentate auf ausländische Geheimdienste gelenkt wurde, hat Ender gestaltet.

[6Ender und Roth zitieren auch einen Bericht der Berliner „tageszeitung“ vom 27. April 1983, in dem ein ehemaliges Mitglied von Hoffmans WSG Kontakte mit einem Agenten des Bundesnachrichtendienstes schildert, in denen es um Lieferungen von Heeresfahrzeugen in den Libanon und nach Syrien ging. Es ist weiters bekannt, daß das deutsche Bundeskriminalamt im Sommer 1981 Fluchthilfe beim Ausbruch dreier weiterer WSG-Mitglieder (Hans-Peter Fraas, Peter Hamburger und der Doppelagent Odfried Hepp) aus Hoffmanns Beiruter Lager leistete.

[7Der ÖMZ-Artikel war nur mit dem Kürzel „R.“ gezeichnet. Gegenüber dem linksliberalen US-amerikanischen Magazin „The Nation“ erklärte der damalige Herausgeber der ÖMZ, General a.D. Franz Freistaetter, daß der Autor auf seiner Anonymität beharre, er persönlich aber ebenfalls glaube, daß Lembke „Stay-behind-Lager nutzte, um seine Nazitruppen zu trainieren“. Nicht uninteressant ist auch der an gleicher Stelle gegebene Kommentar von „The Nation“ zur österreichischen Reaktion auf die Gladio-Enthüllungen vor fünf Jahren: „In Österreich selber benutzte die Presse den Gladio-Skandal als Entschuldigung für bekanntgewordene Verletzungen der österreichischen Neutralität durch die CIA.“

[8Hepp war auch Mitglied der WSG Hoffmann, siehe Fußnote 6. Nach seiner Flucht aus dem Libanon belastete er Hoffmann, für das Oktoberfestattentat und die Ermordung von Levin und Proschke verantwortlich zu sein. Hepp und Kexel standen Mitte der achtziger Jahre in Frankfurt vor Gericht. Die „Hepp-Kexel-Gruppe“ hatte 1982 Banken überfallen und Sprengstoffanschläge auf US-Soldaten verübt. Kexel wurde 1985 nach Verurteilung zu 14 Jahren Haft erhängt in seiner Zelle aufgefunden. Hepp, der selbst für den westdeutschen Geheimdienst und die ostdeutsche Stasi arbeitete, behauptete damals, Kexel sei vom BND ermordet worden, da er zuviel über die Infiltration der rechten Szene, insbesondere der WSG Hoffmann, durch den Dienst gewußt habe. Hepp soll sich heute in Österreich aufhalten.

[9Mit den Anschlägen auf die Sendemasten sollte die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ verhindert werden. Zu Südtirol siehe Hans Karl Peterlini: Bomben aus zweiter Hand – Zwischen Gladio und Stasi: Südtirols mißbrauchter Terrorismus. Edition Rætia, Bozen/Bolzano 1992, S. 201f. Laut Peterlini ist die Involvierung Naumanns in den Südtirolterrorismus eine „aus der Luft gegriffene Behauptung“.

[10Näheres dazu in der Naumann-Biographie der „Bibliothek Rechtsextremismus“ der Düsseldorfer Comlink-Mailbox NADESHDA (BIBLIOTHEKNADESHDA.gun.de). Erst Ende letzten Jahres stießen auch die österreichischen Briefbombenermittler auf einen 1992 in der NHB-Zeitschrift „Vorderste Front“ erschienen Artikel „Die Deutsche Frage in Österreich“. In diesem beschwört der anonyme Verfasser – die antifaschistische Zeitschrift „Lotta Dura“ vermutet in ihm den ehemaligen Führer der „Aktion Neue Rechte“ (ANR), Bruno Haas – die „Bajuwarische Einheit“ und gibt einen historischen Überblick über die Bajuwaren und deren Siedlungsgebiete. Dazu machte er sich ausführliche Gedanken zu einem notwendigen Strategiewandel militanter Neonazis: „Aufgrund des Ausmaßes, welche die Repression in Österreich erreicht hat, [ist] SINNVOLLE politische Arbeit für Nationalisten nur noch als Untergrundarbeit denkbar.“ Hierzu sei es notwendig, die „Organisation nach dem Zellenprinzip, also autonome Kleingruppen, deren einfache Mitglieder nur die Mitglieder ihrer eigenen Zellen kennen“, aufzubauen.

[11Grolitsch ist Präsidentin des „Deutschen Kulturwerks Europäischen Geistes“ und des „Freundeskreises Ulrich von Hutten“. Im Herbst letzten Jahres leitete sie in Sachsen ein Strategietreffen, bei dem es auch um die Briefbomben ging; siehe Der Rechte Rand 39/96 bzw. ZOOM 2/96. Manz war der erste Sprecher der Europa-Burschenschaft „Arminia“.

[12Wenig glaubwürdig erscheint dagegen die Aussage des Berliner Neonazi Bendix Wendt, Naumann habe unter anderem im Melzer KZ-Stollen Sprengkurse abgehalten. An denen habe auch Peter Binder teilgenommen.

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