FORVM, No. 90
Juni
1961

Die Selbstvernichtung der Presse

Wenn ein Altmeister der sozialistischen Publizistik hier die Schale seines Zorns über Österreichs Presse ausgießt, so liegt es im Wesen eines solchen Vorgangs, daß der Guß Gerechte wie Ungerechte trifft — ferner auch Publikationen der eigenen Partei, was freilich nicht im Wesen des Vorgangs, sondern im Wesen des Autors begründet ist. Hannak hat, trotz der für ihn charakteristischen ideologischen Bestimmtheit, sich jenes Maß von Nonkonformismus bewahrt, welches den Parteijournalisten auch für die von ihm vehement angegriffenen Gegner — innerhalb wie außerhalb seiner Partei — interessant macht. Welche hiemit zur Diskussion gebeten sowie versichert sein mögen, daß FORVM mit dem Autor in so manchem nicht übereinstimmt. Getreu unserer diesbezüglichen Tradition halten wir jedoch daran fest, daß eine provokante Einleitung das richtige Stimulans für die nachfolgende korrigierend-sachliche Diskussion ist.*

*) Wie wir knapp vor Redaktionsschluß feststellen konnten, ist unsere Einladung zur Diskussion auf die Zustimmung der Betroffenen gestoßen. Lediglich eine kleinformatige Wiener Tageszeitung antwortete auf den unserer brieflichen Einladung beigelegten Bürstenabzug des obigen Artikels mit der Erwirkung einer gerichtlichen Beschlagnahme. Hierauf gehen die weißen Flecken im Text auf Seite 215 zurück.

Jacques Hannak: Dr. Jacques Hannak, geboren 1892 in Wien, ist Redakteur der „Arbeiter-Zeitung" und hat eine Reihe von Büchern geschrieben, von denen die Geschichte der Sozialistischen Partei Österreichs, „Im Sturm eines Jahrhunderts“, das wichtigste ist. Daneben gilt seine literarische Tätigkeit seinem Hobby, dem Schachspiel. Die Standardbiographien der beiden Großmeister Steinitz und Lasker stammen von ihm.

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