Streifzüge, Heft 34
Juli
2005

Fassadenschau (1. Teil)

Inspektionsreisen durch Geschichte und Gegenwart eines doch seltsamen Landes

Die Renovierung der Vergangenheits-Fassade mittels Provokation ist ein periodisch wiederkehrendes, reinigendes Ereignis in der nationalen Geistesgeschichte, nur mit Nutzen verknüpft und gänzlich ohne Gefahr.

(Günther Nenning, 1963) [1]

Die wahre Ordnung auf Erden muss im Herzen von ihrer Nichtswürdigkeit überzeugt, ihre Fassaden müssen sauber sein wie fabrikneuer Battist.

(Gerhard Fritsch, 1967) [2]

Die Fassade, die darf wahrlich nicht runterfallen. Dir nicht, mir nicht, aber auch dem Staat nichtAuf unsere Fassade verlässt sich der Blick, der zur Sicht wird, ja zur Sichtweise. Egal, was in uns steckt, es versteckt sich hinter der Fassade. Zu bestimmten Anlässen muss die Fassade gereinigt, verputzt und bemalt werden. Das ist gerade wieder einmal der Fall. Auch am Staatsgebäude der Zweiten Republik finden sich neue Ornamente, werden Inschriften verändert.

1.

Kein Staat, der sich nicht bejubelt. Ein Staatsjubiläum ist eine säkularisierte Messe, die alle heiligen Zeiten aufgeführt wird. Sein Zweck erfüllt sich, wenn sich die Selbstbestätigung bestätigt. Es geht um Überprüfung und Vergewisserung des Staates. Um die Ausbildung einer Einbildung. Um die Politur der Identität. Gelegentlich muss nachjustiert werden. Insgesamt ist aber nicht Kritik angesagt, sondern Beipflichtung. „Der Staat, den alle wollen“, heißt es dieser Tage, oder „Ganz Österreich feiert“. Wer vermag sich schon dieser Pflichterfüllung zu entziehen? Sie wird als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Es ist ein totales Szenario. Staatsbürgerschaft definiert nicht nur Zugehörigkeit, sondern auch gleich Hörigkeit mit.

Bevor wir denken, haben wir zu gedenken. Das Gedenken freilich ist religiös besetzt, es meint eine andächtige Form, in der spezifische Akzente zelebriert werden und eine positive Ausstrahlung entwickeln. „Wir hoffen, dass Sie unserer Meinung sind, dass wir die Pflicht haben, im Jahr 2005 besonders stolz auf Österreich zu sein“, schreiben Hannes Androsch, Herbert Krejci und Peter Weiser in einem offenen Brief. [5] Hoffen. Pflicht. Stolz. Österreich meint nicht Kenntnis von, sondern Bekenntnis zu. Der freie Wille ist der Wille zum Staat, dem man gehört. So weiß der Staat, wovon nicht einmal ich weiß, nämlich dass ich ihn will. Wahrscheinlich weiß der Staat sowieso mehr als ich, und auch wenn es nicht stimmt, er bestimmt. Wollten die Nazis ihre Feinde vernichten, so wollen die real existierenden Staatsdemokraten ihre Gegner nicht einmal mehr erwähnen, sie sind a priori schon genichtet. Es hat sie schlicht und einfach nicht zu geben. Wir sind niemand, wo doch alle …

Immer wenn von „niemand“ oder „alle“ die Rede ist, beginnt es mich zu fürchten. Der ultimative Einschluss und der ultimative Ausschluss sind identisch. Beide Male bleibt nichts übrig. Der Jargon der Eingemeindung löscht das Ich in einem Wir aus, in dem er dieses ganz einfach als eherne Kraft voraussetzt. Es erscheint als unhintergehbare Größe. Es nicht anzuerkennen, stellt eine Verrücktheit dar, und zweifellos es ist auch eine große Verrückung. Doch erst dieser Perspektivenwechsel lässt das Allmächtige als das auftreten was es ist: Durchgesetztes, das einem historischem Ablauf folgt, keinem biologischen Kreislauf. Kein Staat redet von seinem Ablaufdatum.

Das kumpelhafte „Wir sind doch alle Österreicher!“ impliziert Gefolgschaft, nimmt einen in Geiselhaft, und wenn man nicht spurt, gerät man gleich allen so gescholtenen „Nestbeschmutzern“ in ideelle Schubhaft. Dieses aggressive Wir umschließt nicht nur die Sprecher, sondern auch die Angesprochenen, macht sie zu patriotischen Komplizen. Anstatt mit Rollen und ihren Klischees zu brechen, werden sie dekliniert: Wir-unser-uns-uns.

Wie kommt dieses Wir in die Menschen, was ist sein Inhalt? Es geht doch nicht an, dass die Menschen nur als eine den Staaten zugeordnete Spezies von Staatsbürgern fungieren dürfen. Man kann auch nicht zu irgendeiner Geschichte stehen, gleich einem Bekenntnis zur Herkunft, der Heideggersche Käfig [6] ist zu sprengen. Seine Stärke liegt in der kollektiven Einbildung. Geschichte muss aufhören, identitätsstiftende Instanz zu sein. Das Sich-aus-der-Herkunft-Definieren lässt einen nicht frei, sondern legt einen fest. Der Zufall der Geworfenheit ist kein Kriterium einer vorgegebenen Verbindlichkeit. Herkunft und Zukunft sind keine normativen Zusammengehörigkeiten! Die Zwangsvergemeinschaftungen haben aufzuhören und freiwilligen Assoziationen zu weichen. Nicht woher jemand kommt ist von entscheidender Bedeutung, sondern wohin jemand geht, was jemand will und tut.

2.

Gegenwart folgt der Vergangenheit, aber Geschichte folgt der Gegenwart. Geschichte ist nicht das, was gewesen ist, sondern stets das, was man aus der Vergangenheit macht. Was sich uns als Geschichte darstellt, ist also keine Ablagerung der Vergangenheit, sondern ein Abbau. Da wird selektiv zugegriffen. Geschichte ist kein Heraustreten, das sich gleich einer objektiven Wirklichkeit aufdrängt und erkannt werden kann, nein sie entsteht vielmehr mittels einer absichtsvoll angelegten Schablone. Durch unablässiges Verwenden wird sie zu einem festen Maßstab, ja es erscheint so, als gäbe es keinen anderen. Am prägendsten ist zweifellos das beharrliche Wiederholen von Essentials. Nichts ist so hartnäckig wie das Gerücht, das sich verdichtet hat, auch bedichtet wird, auf jeden Fall aber abgedichtet werden muss. So wird dicht gemacht, was nicht dicht ist. Geschichte demonstriert, was Gegenwart von der Vergangenheit will.

Gegenwart als Vollzug des Geschehenen verfügt eben nicht über das Geschehene (wie sollte sie auch), aber sie verfügt über die Erinnerung. Da werden die Dispositive gesetzt wie gedacht, was gesagt, und vor allem auch wie gefühlt werden soll. Bereits in Kindheitstagen empfangen wir die ersten Wegweiser, wofür und wogegen eins zu sein hat. Erinnerung ist nicht nur nichts Objektives, sie ist auch nichts Subjektives. Der einzelne Wille ist das Produkt der unmittelbaren Wirkmächtigkeit der Gegenwart und ihrer Beeindruckungen (die in ihrer Akzentuierung ein anderes Schwergewicht haben als Eindrücke). Am besten erinnert man sich nicht an das, woran man sich erinnert, sondern woran man erinnert wird. Aktiv und Passiv werden des öfteren verwechselt. Das mag Erinnerungsträgern oft gar nicht mehr auffallen, wenn sie etwa ganz selbstverständlich selbstbewusst sagen: „Mein Eindruck ist …“

Erinnerungen werden nicht gehabt, Erinnerungen werden produziert. Vor allem in Jubeljahren ist man der Erinnerungsindustrie regelrecht ausgeliefert. Erinnerung funktioniert als Wertung und Entwertung von Vergangenem. Sie ist nicht gleich einem Schatz, der sich anhäuft, sondern etwas, das sich den Gelegenheiten entsprechend verwandelt, ja partiell austauscht. Das einmal Erinnerte kann morgen schon anderes erinnert werden, sofern es überhaupt noch erinnert wird. Jede Erinnerung kann nur wachgehalten werden, wenn sie regelmäßig angerufen wird. Nicht bediente Erinnerungen vergehen.

Hegel schreibt: „Die eigentliche so genannte Erinnerung ist die Beziehung des Bildes auf eine Anschauung, und zwar als Subsumtion der unmittelbaren einzelnen Anschauung unter das der Form nach Allgemeine, unter die Vorstellung, die derselbe Inhalt ist. (…) Zu unserem wirklichen Besitztum werden die in der dunklen Tiefe unseres Inneren verborgenen liegenden Bilder der Vergangenheit dadurch, dass sie in der lichtvollen plastischen Gestalt einer daseienden Anschauung gleichen Inhalts vor die Intelligenz treten und dass wir sie, mithilfe dieser gegenwärtigen Anschauung, als bereits von uns gehabte Anschauungen erkennen.“ [7] Wahrlich, da hat uns das Gehabte gehabt und das Gewollte gewollt. Mehr als aus der Vergangenheit schöpft die Erinnerung ihre einleuchtende, also „lichtvolle plastische Gestalt“ aus der Gegenwart, nicht nur in affirmativer, sondern auch in kritischer Absicht. Vor allem die Instrumente der Belichtung wie der Bergung sind jetzige, nicht vergangene. Geschichte wird vom Resultat aus gedacht, sie ist eine rückwärtsgewandte Option.

3.

Als falsche Geborgenheit wird der Mythos sich so lange behaupten, so lange die kalte Realität des Geschäfts die Geschicke der Menschen leitet, diese nicht sie selbst sind, sondern Charaktermasken gesellschaftlicher Rollen. Nur so kommt die Sucht nach Identität wie auch nach Differenz (als deren Kehrseite) in die Welt. Es ist heute unmöglich, jenseits dieser Mythen zu bestehen. Auch der Kampf gegen diesen oder jenen Mythos endet in einem alternativen Mythos, nicht jenseits davon. Staaten brauchen nicht nur Verfassungen und Gesetze, sondern auch Haltungen und Fügungen, die sie stützen. Der zentrale Antrieb einer Nation als Nation liegt nicht in ihrer ökonomischen Potenz oder ihrer militärischen Macht, sie liegt in der unbedingten und fraglosen Anhänglichkeit der Angeschlossenen. Sich ohne sie nicht denken zu können, darin besteht wahre Stärke.

Günther Nenning hat das schon 1963 in bemerkenswerter Offenheit angesprochen: „Geschichtslügen und Geschichtslücken sind ein probates, ja notwendiges Mittel der nationalen Biologie. Sie sichern das Weiterleben nach erworbener Schande. Jeder Deutsche, jeder Österreicher – die Opfer ausgenommen, deren Großteil ohnehin ermordet wurde – hätte, als das ganze Ausmaß der Hitlerschen Barbarei offenkundig wurde, an sich selbst, an seiner Nation, an der Menschheit verzweifeln sollen. Aber Nationen müssen weiterleben, ohne so absurde Schlussfolgerungen zu ziehen.“ [8]

Nenning wirft hier jedoch eherne Größen wie Mensch und Menschheit in einen Topf mit einem weltgeschichtlich jungen Formprinzip, der Nation. An Mensch und Menschheit ist nicht zu verzweifeln, wohl aber an der Nation. Da ist kategorisch die Frage zu stellen, ob es nicht ein Jenseits von ihr gibt, ja geben muss. Das blutige 20. Jahrhundert mit seiner nationalsozialistischen Pointe legt das nahe. Die Abschaffung der Nation schafft nicht sogleich Mensch und Menschheit mit ab. Das Gegenteil möchte ich annehmen: Jene „absurde Schlussfolgerung“ ermöglicht erst umfassende Menschlichkeit. Nenning betreibt, man sehe sich nur die Wortwahl genau an, die Biologisierung des Nationalen. Die Nation ist aber kein schützenswertes Biotop, sondern eine gemeingefährliche Drohung. Es gibt kein gesundes Nationalgefühl. „Muss man für die Nation sein? „, wird als Entscheidungsfrage gar nicht erst zugelassen. Es hat nur die schlichte Ergänzungsfrage: „Wem gehörst du?“, zu geben. Bevor man sich entscheiden kann, ist man schon entschieden: Nation kann nicht nicht gedacht werden.

Unter solchen Bedingungen hat auch Österreich eine Nation werden müssen. So richtig gelungen ist das aber erst in den Siebzigerjahren, in Sapporo und Cordoba. Karl Schranz und Hans Krankl haben da großen Anteil daran. Von der Welt gedemütigt, aber über Deutschland gesiegt, das ist Österreich. Hätte Karl Schranz 1974 zur Bundespräsidentschaft kandidiert, hätte dies das Österreich-Bewusstsein sicher mehr gestärkt als dieser typisch Kreiskysche Rückgriff auf den Wehrmachtshauptmann Kirchschläger. Die positive Bestätigung nationaler Existenz erfolgt(e) jedenfalls nicht auf Schlachtfeldern, sondern auf Schipisten, wo uniformierte Mannschaften Erfolge um Erfolge heimfahren, und daher auch von einer sonstwo unbegreiflichen Wichtigkeit. Dieser alpine Größenwahn ist das stabilste Fundament des Glaubens an Österreich. So betrachtet hat diese nachholende „nation building“ durchaus lächerliche und somit schon fast wieder sympathische Züge. Das wahre Staatsoberhaupt heißt ja auch Peter Schröcksnadl, seit Jahren Reichsschneeverweser der Alpenrepublik.

4.

Die Vergangenheit ist nicht der Schlüssel zur Zukunft. Geschichte lehrt nicht, was kommen wird, sondern höchstens von dem, was einmal gewesen ist. Das Kundigmachen über das Wesen einer Gesellschaft ist nicht durch eine Wesensschau des Gewesenen zu leisten. Die Menschen sind nicht die Lehrlinge der Geschichte, sondern die Gesellen der Gesellschaft. Ob sie jemals Meister ihrer Geschicke werden, ist offen. Den damaligen Menschen ist nicht anzukreiden, dass sie zu wenig belehrt gewesen sind und somit zu wenig gelernt haben, es ist ihnen der Vorwurf zu machen, dass sie schlicht etwas absolut Falsches wollten und es auch taten. Sie setzten auf die Karte des Faschismus, verbanden ihr Schicksal mit ihm.

„Nichts schützt vor den Mitbürgern außer die Liebe“, [9] schreibt Gerhard Fritsch. Wie sich Leute in verschiedenen, vor allem auch extremen Situationen verhalten, ist eine Frage von Menschenliebe, Menschenachtung und Selbstbewusstsein. Der Mangel an alledem ist beträchtlich. Oft drängt sich gerade dadurch das Faktische auf: „Die anderen sind auch nicht so“, oder „Wenn ich’s nicht tät, tät’s ein anderer“. Die kontrafaktische Setzung von Anständigkeit ist keine leichte Aufgabe für das Individuum. Keine Selbstverständlichkeit (wie man meinen sollte), sondern eine enorme Anstrengung. Es hintergeht dabei nichts weniger als seine Charaktermaske, verzichtet also auf die Fassade. In den meisten Fällen wird das sanktioniert, nicht honoriert. Das Subjekt ist zu anderem abgerichtet. „Die Kälte der gesellschaftlichen Monade, des isolierten Konkurrenten, war als Indifferenz gegen das Schicksal der anderen die Voraussetzung dafür, dass nur ganz wenige sich regten.“ [10]

Kein Gewissen folgt dem Wissen. Das Verhalten ist keine Frage von Angelerntem oder gar Auswendig-Gelerntem, sondern eine Frage von Bewusstheit, nicht nur individueller, sondern kollektiver. Das Ziel kann doch nicht sein, dass alle korrekte Stehsätze über Hitler und Konsorten aufsagen. Erinnerung und Erfahrung, Aufklärung und Belehrung sind keine ausreichenden Faktoren zur Bestimmung von Absicht, Wille und Handlung. Um zu wissen, dass man Menschen in kein Lager stecken darf, sie nicht foltern und töten darf, nicht erpressen und drangsalieren, nicht unterdrücken und ausbeuten, braucht man nur in Gesellschaften eine besondere Moral und entsprechende Gesetze (z. B. Menschenrechte), wo dies nicht Gewissheit ist, sondern eine offensichtliche Gefahr besteht.

Die Besserwisserei der Nachgeborenen sollte sich zügeln. Sie sind heute nicht gescheiter, sie leben unter anderen Bedingungen. Sie werden an dem beurteilt werden, was sie zu ihrer Zeit getan, unterlassen oder vorbereitet haben, nicht ob sie die Vorfahren adäquat beurteilten oder nicht. Nachher sieht man stets klarer. Gegen die Befangenheit in einer historischen Konstellation ist nicht einfach eine andere Befangenheit zu setzen. Es gilt vielmehr alle Befangenheiten selbst zum Gegenstand der Kritik zu machen. Zu fragen: Warum denke und handle ich wie ich denke und handle?

Die Bedingungen sind zwar andere, aber das System ist dasselbe, weiterhin regieren Markt und Tausch, Wert und Geld, kurzum das Kapital diese Gesellschaft. Die Menschen haben sich zu rechnen, zu verkaufen und zu kaufen, sie sind dem Konkurrenzprinzip ausgeliefert. Darin liegt die heimliche wie unheimliche Identität von Demokratie und Faschismus. Bei aller Differenz funktionieren sie auf denselben Betriebsgrundlagen und ebenso die verdinglichten Träger dieser Verhältnisse, die zu Charaktermasken degradierten Menschen.

5.

Der jetzige Staat hat beschlossen zuzulassen, was früher verpönt gewesen ist. Es soll nur nicht so recht auffallen, muss aber doch Spuren hinterlassen. Der Umbau des Staatsmythos ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sich die Befreiung von 1955 Richtung 1945 verschiebt. Irgendwann einmal wird sich als Erinnerung durchgesetzt haben, dass es nie anders gewesen sei. Ansteht ein neues Arrangement der Geschichte, ein neuer Mix von Mythen. Dafür engagiert man sich.

Im Jubiläum feiert sich die Gegenwart durch einen Verweis auf die ihr genehme Sicht der Vergangenheit. Was gestern noch stimmig gewesen ist, muss heute aber nicht mehr stimmen. Man geht mit der Zeit. Die alten Mythen haben ausgedient, vor allem deswegen, weil sie in der neuen internationalen Konstellation weder nötig noch brauchbar, ja ab und zu sogar ausgesprochen schädlich sind. Mit dem Ende des Kalten Kriegs wurde der Antikommunismus zu einer sekundären Größe. Das Stillhalteabkommen der Westalliierten, insbesondere der USA mit den Faschisten und ihrer Nachkommenschaft wurde implizit beendet, wenn auch nicht aus antifaschistischen Gründen. Das ist erstmals bei der Bundespräsidentschaftswahl 1986 aufgefallen. Ein Unterschied bezüglich der Kriegsgeneration zu Zeiten Waldheims ist allerdings gravierend: Damals waren die Wehrmachtsangehörigen durchschnittlich zwischen 60 und 70 Jahre alt, nicht wenige befanden sich noch in entscheidenden gesellschaftlichen Positionen. Man musste sie berücksichtigen. Heute sind dieselben zwischen 80 und 90 Jahre alt, und täglich werden es weniger.

Fassadieren geht in etwa so: Der so genannten „Befreiung“ werden die Anführungszeichen entfernt und schon ist man bei einer wirklichen angelangt. Das, was ja auch Realität gewesen ist, im offiziellen Österreich lange aber nicht ausgesprochen werden durfte, wird nun langsam zum Konsens. Man geht vorsichtig auf Distanz zu den alten Legenden. „Vor 60 Jahren gab es gewissermaßen den Triumph der rot-weiß-roten Fahne über das Hakenkreuz“, [11] sagt Bundespräsident Heinz Fischer. Dies dürfte tatsächlich, auch wenn gerade das kleine, aber nicht unbedeutende Wörtchen „gewissermaßen“ sich in den Zeitungsspalten verflüchtigt hat, [12] ein Schlüsselsatz des neuen Mythos sein. Ein normativer Wunsch, der gestern noch eine Unmöglichkeit dargestellt hat, wird zu einer deskriptiven Aussage, ja zum zentralen Selbstbildnis aufsteigen. Das ist ein dekorativer Einschnitt mit Folgen.

Eine Lüge ist nur gut, wenn sie gut ist. Wer sollte sie sonst glauben? Die alten Märchen ziehen nicht mehr so richtig, und sie zahlen sich auch nicht mehr aus. Letzteres ist in seiner ganzen ökonomischen Bedeutung gemeint. Nach der früheren Versorgung der Nazis steht nun die Entsorgung an. Die einst Protegierten sind im Verschwinden begriffen, sodass man sich jenen zuwenden kann, die immer schon eine verschwindende Menge gewesen sind. Die offiziöse Zuneigung zum Opfer wird umso größer, je weniger von ihnen mehr unter den Lebenden weilen. Umgekehrt nimmt die Treue zu den Tätern ab, je mehr von ihnen verstorben sind. Noch einmal: Die Opfer werden beliebter, je mehr von ihnen tot sind, und die Täter werden unbeliebter, je mehr von ihnen ebenfalls tot sind.

Man muss sich diese Sätze auf der Zunge zergehen lassen, um ihre Schwere zu erfassen. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Gemeinsamkeit letztendlich darin besteht, dass die Jetzigen froh sind, sowohl einstige Täter als auch Opfer los zu sein. Dass einmal eine Ruhe sein muss, bezog sich so nicht nur auf die übrig gebliebenen „Volksfeinde“, sondern ebenfalls auf die eigene Sippschaft. Gut ist, wenn alle tot sind. Mit den Leuten erledigen sich auch die Probleme, die sie uns machten. Zumindest glaubt man das.

Was da stattfindet, ist eine Art Großvaterweglegung. Wenn heute einige versprengte Jungnazis mit Tafeln wie „Großvater, wir danken dir“, aufmarschieren, dann demonstriert das nur noch Hilflosigkeit, es deklariert sich da kein geheimer Konsens mehr. Was man den Großvätern jetzt heimzahlt, ist Folge davon, dass man sich nach 1945 nicht wirklich mit ihnen auseinandersetzte oder gar (auch wenn der Terminus fragwürdig ist) abrechnete. Allerdings stellt sich die Frage, wie man das hätte bewerkstelligen können. Da hätte es auch Bereitschaft dieser Unseligen geben müssen. Die jedoch gab es nicht, absolut nicht. Der Nationalsozialismus hatte in der Gesellschaft, der er sich bemächtigte, jeden Widerstand nicht nur gebrochen, sondern de facto ausgelöscht. Auch weit über das Kriegsende hinaus. Darin liegt die Tragik von mindestens zwei Generationen.

Und was sagt die dritte? Die stiehlt sich anderweitig davon. Bezüglich der nach 1945 so selbstverständlich eingemeindeten und hofierten Nazis wird es übermorgen heißen: Wir werden nichts mit euch zu tun gehabt haben. Und in gewisser Hinsicht wird das von Tag zu Tag wahrer. Wir treten ein in das Stadium der Verdrängung der Verdrängung. Es suggeriert: Wir haben nie verdrängt. Wir doch nicht! Im Gegenteil, wir räumen auf. Sogar eine Historikerkommission haben wir eingesetzt.

In Österreich wird sich das Bedürfnis durchsetzen, nicht nur Opfer des Nationalsozialismus, sondern gar ein Land des antifaschistischen Widerstands gewesen zu sein. Man kann hier durchaus an alten Strängen anknüpfen. Schon am 5. September 1945 war in der demokratischen Dreiparteienzeitung „Neues Österreich“ zu lesen: „Mag der eine oder andere Österreicher sich auch von den Phrasen Hitlers betören lassen, in ihrer Mehrheit hatten die Österreicher nie etwas mit all den Welteroberungsplänen der Nazi gemein, und der Eigendünkel vom , Herrenvolk‘ war ihnen so fremd wie der ganze Hitlerismus.“ [13] Und am 12. Dezember 1948 schreibt das Blatt gar: „In Wahrheit war Wien während der ganzen Nazizeit ein brodelnder Kessel der Auflehnung und Empörung.“ [14] Außer den Nazis haben das wohl auch alle gemerkt. Da wird kaltschnäuzig eine innere Distanz behauptet, die jetzt in Zeiten, wo man sich wieder äußern darf, zu einer äußeren geworden ist. SS und Gestapo dienen dann als die große Müllhalde. Denen, die zu jeder Missetat fähig gewesen sind, will und wird man fortan auch alle Verbrechen, anhängen. „Ja, das war ja die SS …“, wer kennt nicht diesen Satz?

6.

Verdrängung bedeutet, etwas zu wissen, von dem man nichts mehr wissen will, etwas zu spüren, dass man nicht mehr spüren will, aber auch zu ahnen, was man nicht ahnen will, so dass laut Sigmund Freud „ihr Wesen nur in der Abweisung und Fernhaltung vom Bewusssten besteht“. [15] Verdrängung kann gelten als Flucht, die nicht gelingen kann, somit also über eine Ausflucht nicht hinauskommt. Ihre Leistung besteht aber darin, für ihre Träger erfolgreich wie folgenreich Momente des Nichtseins zu schaffen. Je größer die Gruppen sind, die sich ihrer bedienen, desto stärker ihre Wirkung. Mit der Verdrängung einher geht dann eine kollektive Abwehr.

Der postfaschistische Konsens in Österreich war keine Erfindung der Nazis, sondern der Antifaschisten. Die Legende vom sauberen Österreich ist keine faschistische, sondern eine demokratische, dazu da, ein Volk reinzuwaschen. Dass dem befreiten Österreich die Alliierten aus taktischem Kalkül eine Hintertür offen ließen, wurde hierzulande zum Freispruch umgedeutet. Ja nicht nur umgedeutet, man versetzte sich direkt in den Stand des (ach du vieldeutiges Wort) ersten Opfers. [16] Mir wurde des öfteren die Anekdote erzählt, dass die Engländer nach dem Krieg die Deutschen hassten, ja sogar vor ihnen ausspuckten. Bei den Österreichern hingegen blieb ihnen die Spucke weg, sie waren regelrecht entzückt von dem „nice country“. Wahrscheinlich glaubten die Alliierten, die von ihnen in die Welt gesetzte Losung selbst. Dieser Freispruch Österreichs hat ja schon in Chaplins ansonsten grandioser Hitler-Parodie ihre Vorwegnahme gefunden.

Aus der formal richtigen Feststellung, dass ein nichtexistenter Staat, die Republik Österreich, nicht verantwortlich sein könne für die Gräuel des Dritten Reichs, zimmerte man hier den falschen Schluss, dass dessen Staatsbürger ebenfalls mitunschuldig sind. In der mühsamen Konstruktion der österreichischen Nation fand das seinen Höhepunkt. Doch darauf konnte man sich einigen. Dieser Antifaschismus war nationalistisch, proösterreichisch, aber antideutsch.

Es war die Demokratie, die den Faschismus in eine finstere Ecke steckte und von verworrenen Zeiten und Ähnlichem zu sprechen begann. Nicht die Nazis verdrängten, sondern die Demokraten. Die Nazis wollten gar nichts verdrängen, geschweige denn verdrängt werden. Die Nazis sagten entweder stahlhart die Wahrheit oder sie verbreiteten knallharte Lügen. Aber sie verdrängten nicht. Wer sie auf den Stammtischen oder sonst wo reden hörte, konnte nur bemerken, dass ihnen Verdrängung als demokratische Untugend erschien, ja dass sie eigentlich weiter bekennen wollten, aber keineswegs aus Reue, sondern aus Treue.

„Unsere Ehre heißt Treue“. In dieser Formel offenbart sich die absolute Gleichgültigkeit gegenüber dem Inhalt durch das unbedingte Bekenntnis zur Form. Untreu wird in dieser Logik der, der sagt: „Ich war ein Mörder, es tut mir schrecklich leid, könnt ihr mir vergeben?“ Treu ist, wer zu seinen Taten steht, auch wenn es Untaten gewesen sind: Der Nationalsozialist zeichnet sich dadurch aus, dass das Individuum in ihm nicht nur durchgestrichen wird, sondern gelöscht ist. Unter dieser Voraussetzung ist der Nazi zu allem fähig, außer zu Selbstkritik und Reflexion.

Die Leute wussten, was mit ihnen und durch sie geschah. So manche haben das sogar weiterhin als Leistung betrachtet. Über einen mir bekannten und bis zu seinem Lebensende bekennenden SS-Mann wurde glaubhaft Folgendes erzählt: Wenn er betrunken und gut gelaunt war, holte er des öfteren zwei Fotos aus der Lade. Das eine zeigte 16 Menschen (angeblich Partisanen) vor ihrer Erschießung, das zweite nach ihrer Liquidierung. Er hatte sich die Bilder zum Andenken geschossen und als Andenken aufbewahrt. Wohl auch als Beweis dafür, dass er kein Maulheld ist. Es erfüllte ihn mit Genugtuung. Da war er dabei. Das hat er getan. Da war keine Spur von Vertuschung. Genervt hat ihn, dass er im Klima der Verdrängung das Hinterzimmer eines Wirtshauses nutzen musste.

Oder man denke nur an die im letzten Winter in diversen Tageszeitungen erschienene Traueranzeige für einen Wiener Busunternehmer, die in den Tagen der offiziellen Feierlichkeiten den leidigen Kontrapunkt eines oberirdischen Österreichs setzte. Da wurden pingelig alle Orden, Kreuze und Medaillen des ehemaligen Wehrmachtssoldaten aufgezählt. Kein Ort war da besser als der genutzte. Denn da verbietet es die Pietät, dagegen zu polemisieren. Klar sollte allerdings sein: Nur Nazis oder Vollidioten können sich heute noch positiv auf Auszeichnungen der Deutschen Wehrmacht beziehen.

7.

Eine Verdrängung anderer Art ist diese: Über den Faschismus reden, bedeutet über den Kapitalismus zu schweigen. Man soll zwar wissen, was jener angestellt hat, aber nicht, was jener ist, vor allem nicht, was er im Zusammenhang darstellt. Die empirische Altlast wird daher vor der Analyse geschützt, wahrscheinlich weil diese etwas treffen könnte, das partout nicht getroffen werden darf. Im Fassadenritual spielt dieser Antifaschismus den Part der Braven im Kampf gegen die Bösen: Gutwillig, gutmütig, gutmeinend. Indem er die heiligen Ideale gegen die böse Realität beschwört, verbreitet er einmal mehr die staatsbürgerliche Illusionen über Wesen und Funktion des Staates. Dass der Faschismus etwas mit der bürgerlichen Gesellschaft zu tun haben könnte, ist eines der best gehüteten Geheimnisse.

Das eine wie das andere Österreich verbindet eines: Österreich. Etwas anderes als Österreich kommt auch dem anderen Österreich nicht in den Sinn. Dem Fetisch hängt es an, nur möchte es das Heim auch innen ornamentieren, auf dass die Behaglichkeit nicht nur äußerer Trug, sondern auch innerer Schein ist. So ketten sich beide an das Staatsgebäude. Die einen betätigen die Apparate und die anderen bestätigen die Werte. Der interne Streit im Hause Österreich sollte von dieser Gemeinsamkeit nicht ablenken.

Besonders der Aufstieg des unseligen Schlagworts vom „Rechtsextremismus“ verdeutlicht die Schranken einer Theorie, die eine Legitimationsideologie der sogenannten westlichen Zivilisation darstellt. „Rechtsextremismus“ ist keine Kategorie, sondern eine Positionierung im Koordinatensystem einer sich verewigenden Demokratie. Der Raster macht natürlich nur Sinn, wenn er auch seine Linksextremen kennt, dafür ausgerechnet in der goldenen Mitte keinen Extremismus ausnehmen kann. Statt inhaltlicher Bestimmung sind wir nun im Fantasygebäude der Totalitarismustheorie gelandet. Da wehrt sich das sich ganz unspektakulär Freiheit nennende System gegen die bösen Extremismen. Und wem dann gar Österreich als „Leuchtturm der Freiheit“ (Paul Lendvai) nicht einleuchtet, der fällt raus, aus der FDGO.

8.

Dem Kampf gegen den Extremismus hat sich auch die junge Republik verschrieben. Und da der eine schon vorübergegangen war, hat man sich intensiv um den anderen kümmern können. Der Antifaschismus mündete bald in den Antitotalitarismus und entpuppte sich als Antikommunismus, der die Zweite Republik zumindest bis 1990 beherrschte. Die eigentliche Bedrohung, das war der Bolschewismus. Spätestens 1947, zu Beginn des Kalten Krieges, war man wieder auf der richtigen Seite. Nicht der Antifaschismus bildete den Staatskonsens, sondern der Antikommunismus. Hätte es die Totalitarismus-Formel nicht gegeben, man hätte sie für die Nachfolgestaaten des Drittes Reiches erfinden müssen. Mit der Niederschlagung der Oktoberstreiks 1950 hatte man via Putschlegende einen antikommunistischen Gründungsmythos und in der Figur des Franz Olah einen entsprechenden Helden gefunden. Ein Hauch von Peron lag über diesem Typus des rechten Arbeiterführers. „Olah griff eisern durch“, resümierte unlängst Günther Nenning in der Wochenendausgabe der Kronen Zeitung. Olah war der erste antikommunistische Politstar der Zweiten Republik.

Der Nationalfeiertag ist nicht zufällig auf den 26. Oktober gefallen. Dieser Tag galt als der Anti-Russentag. Die Erzählung besagte, dass dies das Datum sei, wo die Landsleute sich des Abzugs des letzten russischen Besatzungssoldaten erfreuten. „Österreich ist frei“ meint: „Österreich ist russenfrei“. So kam das rüber, nicht nur damals in den seligen Volksschultagen, als ich zum ersten Mal davon hörte. In zähen Verhandlungen haben unsere politischen Heroen den Sowjets den Staatsvertrag abgeluchst und die fremden Mächte aus dem Land geworfen, auf dass wir wieder Herren seien in einem freien Staat. Das prägte. Die Fiktion muss geglaubt werden und wird so zu einer realen Sequenz der Kommunikation. Und je mehr die Sequenz um sich greift, desto mehr wird sie zur ultimativen Konsequenz: „Alle sagen das …“

Dass die Russen über uns gekommen sind, das war für die meisten das schlimmste Unglück, das „wir je mitgemacht haben“. Wer kennt sie nicht diese Sprüche der Entwehrmächtigen und der ihnen nachfolgenden sich wieder ermächtigenden Generation des Wiederaufbaus. Kein einziges Mal vermag ich mich daran zu erinnern, dass die Präsenz der Roten Armee nach 1945 in Zusammenhang mit dem Überfall auf die Sowjetunion gebracht wurde. Dass die Alliierten nicht freiwillig oder mutwillig ins Deutsche Reich und seine Ostmark eingefallen sind, sondern durch die Nazis regelrecht dazu gezwungen worden sind, geht auch heute noch nicht in so manche österreichische Birne hinein. Da glaubt man eher noch dem Gerücht, dass Hitler Stalin zuvorgekommen ist.

„Russ“ (in Abwandlung auch „Russenkind“ oder „russisch“) wurde für viele Jahre zum geflügelten Schimpfwort, ganz inflationär habe ich es in meiner Bundesheerzeit erfahren, wo es als Steigerungsform von „fickrige Affenscheiße“ (auch so pflegte man uns zu nennen) den ersten Platz in der Skala der Abwertungen eingenommen hat. Wann und wo? Truppenübungsplatz Allentsteig. 1979. Neues Lager. Panzer Artillerie Bataillon Drei. Notizen des Gefreiten Schandl. Ungedruckt.

Vor allem beim heimischen Berufsmilitär, dieser Negativauslese gewaltbereiter Männer, konnte jedem auffallen, wie tief diese Staatsdiener noch in der braunen Scheiße steckten. Da mussten sie gar nicht besoffen sein. Da sang man auch ungeniert das Polenmädchen beim Exerzieren, auch wenn man die vierte Strophe, wie man uns sagte, auslassen musste: „In einem Polenteiche/da fand man ihre Leiche/Sie war eiskalt, sie war eiskalt/Sie hielt den Zettel in der Hand/Worauf geschrieben stand/ich hab‘ einmal geküsst/Und schwer gebüßt.“ „Unwertes Leben“, nannte einer unserer Offiziere da schon mal das Menschenmaterial, für das er verantwortlich gewesen ist. Belobigungen und Beleidigungen der jungen Soldaten standen des öfteren in Zusammenhang damit, ob sich der ausbildende Unteroffizier mit uns einen Russlandfeldzug vorstellen konnte oder nicht. Bei nicht wenigen dieser Männer hatte man das Gefühl, sie wären sofort wieder losgezogen, hätte sich eine Gelegenheit ergeben. Doch die hat sich, zu unser aller Vorteil, nicht geboten: „Die Menschen hatten jetzt Schonzeit.“ [17] (Hans Lebert)

[1Günther Nenning, Anschluß an die Zukunft. Österreichs unbewältigte Gegenwart und Vergangenheit, Wien-Köln-Stuttgart-Zürich 1963, S. 14.

[2Gerhard Fritsch, Fasching. Roman (1967), Frankfurt am Main 1995, S. 66.

[3Günther Nenning, Anschluß an die Zukunft. Österreichs unbewältigte Gegenwart und Vergangenheit, Wien-Köln-Stuttgart-Zürich 1963, S. 14.

[4Gerhard Fritsch, Fasching. Roman (1967), Frankfurt am Main 1995, S. 66.

[5Hannes Androsch/Herbert Krecji/Peter Weiser, Die Patrioten sind überall, Der Standard, 12. Februar 2005, S. 39.

[6Vgl. Franz Schandl, Der postmoderne Kreuzzug, krisis 24, Bad Honnef 2001, S. 45f.

[7Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften III (1830), Werke 10, Frankfurt am Main 1986, S. 261.

[8Günther Nenning, Anschluß an die Zukunft, S. 14.

[9Gerhard Fritsch, Fasching, S. 26.

[10Theodor W. Adorno, Erziehung nach Auschwitz (1966), Gesammelte Schriften 10.2, Frankfurt am Main 1997, S. 687.

[11Protokoll der Sitzung der National- und Bundesrat umfassenden Bundesversammlung am 14. Jänner 2005, S. 19.

[12Vgl. etwa Die Presse bzw. Wiener Zeitung vom 15. Januar, jeweils S. 9. Zweifellos wurde hier medial vorvollzogen, was ansteht. Auch in meinem Kommentar „Staatsmythos im Umbau“ (Der Standard, 2. Februar 2005, S. 27), findet sich das Zitat ohne besagtes Wort.

[13Zit. nach Alexander Pollak, Die Wehrmachtslegende in Österreich. Das Bild der Wehrmacht im Spiegel der österreichischen Presse nach 1945, Wien-Köln-Weimar 2002, S. 46.

[14Ebenda, S. 52.

[15Sigmund Freud, Die Verdrängung (1913), Studienausgabe, Band III, Frankfurt am Main 2000, S. 108.

[16Zur weiteren Problematik des Begriffs vom Opfer siehe: Franz Schandl, Fan und Führer, krisis 28, Münster 2005, S. 58ff.

[17Hans Lebert, Die Wolfshaut. Roman (1960), Frankfurt am Main 1993, S. 107.

Vorabdruck aus: „Physiognomie der Zweiten Republik“ hg. von Gerbert Frodl, Paul Kruntorad, Manfried Rauchensteiner, Czernin-Verlag, Wien, Herbst 2005
1.7. 2005

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