LICRA, Projekte
August
2014

Georg Gelernter

Georg Chaimowicz Ausstellung

Zur Person Georg Chaimowicz

Auf der Flucht aus Wien über Brünn, Prag und Amsterdam nach Bogotá beginnt Georg Chaimowicz’ künstlerische Arbeit im Alter von nur zehn Jahren. Er beobachtete, dokumentierte und kommentierte die Diskriminierungen, Beleidigungen und Erniedrigungen, die ihm widerfuhren. Eine Sammlung, die er bis zum Ende seines Lebens in 26.000 Werken fortsetzte. Bereits in diesen frühen Jahren zeigt sich der wache Geist des scharfen Beobachters und Kritikers ̶ auf weltpolitischer Ebene wie in den Diskriminierungen des Alltags ̶ für den er später gefürchtet, verachtet und verehrt wird. Bereits ein Jahr nach seiner Ankunft in Bogotá wird er an der Escuela de Bellas Artes de la Universidad Nacional akzeptiert.
1949 kehrt Georg Chaimowicz mit seiner Familie nach Wien zurück und setzt seine Studien an der Akademie der Bildenden Künste bei Sergius Pauser, Herbert Boeckl und Martin Polasek fort. Chaimowicz’ Werk ist von einer außerordentlichen Vielfalt geprägt, von verstörenden harten Tusche- Zeichnungen über surreale farbige Aquarelle, Collagen, die sich stilistisch an die bedeutenden Strömungen der zwanziger Jahre anlehnen, bis zur Reduktion auf weiße Blätter und Leinwände mit kleinen Versehrungen. Über all diese Formen ist seine Arbeit stets kritisch und politisch, dabei aber nie plakativ. Georg Chaimowicz war zu Lebzeiten einer der wichtigsten Mahner gegen das Vergessen und einer der pointiertesten Kritiker des Antisemitismus in Wien. Diese Haltung im Leben spiegelt sich auch in seinem gesamten Werk wieder.

Zur Ausstellung

Anspruch der Ausstellung ist es, die umfassendste Werkschau des Künstlers seit seiner Retrospektive im Jüdischen Museum Wien 1999 zu zeigen. Dazu sollen auch einige der Öffentlichkeit bislang unbekannte Arbeiten erstmals präsentiert werden. Großflächige Leinwände, Papierarbeiten und Skulpturen sollen Teil der Ausstellung sein und so die Breite seines Œuvre herausarbeiten. Die unterschiedlichen Schaffensperioden des Künstlers sollen beleuchtet und in Zusammenhang mit seiner Biographie gesetzt werden. Im Rahmen der Ausstellung sollen Vorträge von Wegbegleitern Chaimowicz’ einige sehr persönliche Einsichten in sein Schaffen bieten. Titel der Ausstellung soll Georg Gelernter sein, Chaimowicz’ Name in Robert Schindels Schlüsselroman Der Kalte.

15. Juli 2014, 19 Uhr

Eröffnung durch Kulturminister a.D. Dr. Rudolf Scholten.

29. Juli 2014, 19 Uhr

Lesung von Gedichten aus dem kolumbianischen Exil Trude Krakauers und Elfi Lichtenbergs, mit Dagmar Schwarz.

22. Juli 2014, 19 Uhr

Lesung von Auszügen zu Georg Chimowicz aus Robert Schindels Der Kalte.

31. Juli 2014, 19 Uhr

Vortrag von Felicitas Heimann-Jelinek zum Werk Georg Chaimowicz.