Streifzüge, Heft 1/2000
März
2000

Ihr und wir

Für (zunehmenden!) Zuspruch und Zufluß möchten wir uns auf diesem Wege herzlichst bedanken. Wir sind Euch und Ihnen ja ausgeliefert. Daß das Spendenaufkommen nachläßt, können wir nicht dulden. Das Börsel will gezückt sein. Daß andere auch diese Möglichkeit haben, die Streifzüge kennenzulernen, dafür sollten wir gemeinsam sorgen. Also bitte, schickt uns nicht nur Geld, Anregungen und Artikel, sondern auch Adressen von Personen, denen wir ein Gratis-Probeabo zustellen können.

Entschuldigen wollen wir uns ausdrücklichlich bei unseren in Deutschland lebenden Beziehern. Ihnen haben wir in den letzten beiden Ausgaben die Kontonummer vorenthalten. Goschert Geld fordern, und dann nicht einmal ordern, wohin es gehen soll, das ist wahrlich traurig. Wir versprechen, das soll nie wieder vorkommen.

Da wir in erster Linie ein kleiner Theorie-Zirkel sind und keine aktive Gruppe (womit nichts gegen aktive Gruppen gesagt ist), geht es primär um die Absicherung theoretischer Tätigkeit. Abozahlen und Spenden stehen in keinem kommerziellen Wettbewerb, aber sie helfen mit, unsere Erkenntnis- und Entfaltungsmöglichkeiten zu erhöhen. Das können nicht nur wir wollen, sondern das ist auch der Leser Pflicht, nehmen sie sich ernst, wie wir sie nehmen oder zumindest gerne nehmen wollen. Wir können nur ermöglichen, was Sie uns leisten, nur halten, was Ihr uns läßt.

Wir erwarten Rezipienten, die bereit sind, sich auch auf schwierige Texte einzulassen, die sich anstrengen, auch komplizierteren Gedanken zu folgen, die bereit sind, sich nicht auf den gesunden Menschenverstand zu verlassen und somit auf ordinäre Weise zu kapitulieren, sondern eben diesen, wo immer möglich, durch Kritik zu ersetzen. Wir wollen dabei Hilfestellung leisten und zu ungeahnten Reflexionen verführen. Mit uns können sie in Gegenden gelangen, die wir alle nicht für möglich gehalten hätten. Der Geist reicht weit, nimmt er sich nur alles heraus. Daß hier manches bei der ersten Lektüre direkt verrückt klingen mag, sollte nicht verwundern, sondern weiterhin zum Nachdenken anregen. Nicht wir sind verrückt, sondern die Verhältnisse.

Wir machen Fehler und sind des öfteren auch unsicher in unseren Einschätzungen, die selbstverständlich nicht immer widerspruchsfrei sind. Auch sind wir in Vorstellungen und Begriffen befangen, von denen sich einige als nicht tragfähig und zukunftsträchtig erweisen werden. Kritische Theorie ist work in progress. Ihre Qualität bemißt sich an der Aussagekraft, die sie in ihrem jeweiligen Kontext entwickelt. Unser Nichtwissen ist größer als unser Wissen, eines aber wissen wir sicher: In den ausgetretenen Sackgassen können und wollen wir uns nicht mehr bewegen. Getreu einem der hellsten Köpfe, die wir kennen, und den wir auch weiterhin außerordentlich schätzen: „Es gibt keine Landstraße für die Wissenschaft, und nur diejenigen haben Aussicht, ihre lichten Höhen zu erreichen, die die Mühe nicht scheuen, ihre steilen Pfade zu erklimmen.“ (Karl Marx)

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