MOZ, Nummer 57
November
1990
Theater

Karacho

Szene aus Karacho, Odeon
Foto: Lukas Dostal

Der Gedanke, sich zu erheben, mehr zu scheinen als zu sein, ist sein uneingelöster Wunschtraum. Sich diesem Traum anzunähern, ist sein begehrtes Ziel. Intellektuell, ‚visionär‘ zu schweben, sich als Maß aller Dinge jenseits der ge­schlossenen ‚Räume‘, ‚Orte‘, ‚Kul­turen‘ zu bewegen, bleibt der Motor allen Begehrens. Wieder ist es die Technologie, der wir uns vertrauensvoll zuwenden, um die­sem Wunsch näher zu kommen. Da aber beginnt uns das Schicksal ein­zuholen: Wir bleiben am Boden haften, die Maschinen erreichen an unserer Stelle jene neuen Dimensi­onen.

Von ihren nicht mehr einsamen Bahnen blicken Hipparcos, Koper­nikus oder Ulysses auf uns Zurück­gebliebene, im Wirrwarr Wohinwärtsgehende.

Karacho, eine szenische Komposi­tion von Erich Piplits, ist ab. 8. No­vember 1990 im ODEON, Wien 2, Taborstraße 10 zu sehen.
Kartenvorbestellungen: Tel. 26 51 27