Grundrisse, Nummer 25
März
2008

Körper. Kommunikation. Konflikt.

Zu Geschichte, Taktiken und Aktionsformen der Tute Bianche und der Disobbedienti in Italien

We are invisible but we make ourselves visible and noticeable.

Einleitung

Die Tute Bianche, („weiße Overalls“) haben spätestens seit den Protesten gegen das IWF in Prag im Jahr 2000 auch internationale Bekanntheit erlangt. In diesem Artikel soll versucht werden, Geschichte, Strategien und Taktiken sowie Aktionsformen der Tute Bianche und der Disobbedienti in Umrissen zu erklären.

Warum eine Analyse der Disobbedienti und nicht der Bewegung in Italien im Allgemeinen? Dies aus mehreren Gründen: Erstens wäre eine allgemeine Analyse gezwungenermaßen oberflächlicher; zweitens sind die Tute Bianche und die Disobbedienti meines Erachtens unter anderem deshalb interessant, weil sie neue Wege gingen und versuchten, aus dem „autonomen Ghetto“ auszubrechen,indem sie in in einen Dialog mit anderen politischen Realitäten und Subjektivitäten traten und außerdem durch geschickte Taktiken grundlegende Gesellschaftskritik sowie radikale Politik „denkbarer“ und „handelbarer“ zu machen trachteten. Sie zeigten sich besonders offen für neue Sprachen und Handlungsweisen, die auch für nicht in autonome Praxen und Jargons Eingeweihte verständlich und nachvollziehbar waren.

Die Tute Bianche und die Disobbedienti sind historisch gesehen einer politischen Linie nahe, die aus der Autonomia Operaia der 1970er Jahre entstanden ist; sie stehen also in einer autonomen, (post-)operaistischen „Tradition“. Auch ihre theoretischen Analysen sind postoperaistisch orientiert, insbesondere die von Negri und Hardt in den Büchern Empire bzw. Multitude angestellten Überlegungen haben großen Stellenwert eingenommen.

A. Geschichte

Drei Entwicklungslinien

Die Tute Bianche sind entstanden, um den Konflikt auf der Straße auszuweiten, es ging darum, ein bisschen aus den alten geschlossenen, beinahe ‚autistischen‘ Handlungsweisen der Autonomen auszubrechen. Letztere dienten in den 1980ern und zu Beginn der 1990er Jahre vor allem der Verteidigung von in Wirklichkeit sehr geschlossenen Räumen.

(Daniele Codeluppi, Centro Sociale AQ16, Reggio Emilia).

Die Tute Bianche sind in verschiedenen nord- und mittelitalienischen Centri Sociali [1] und deren Umfeld entstanden, drei Entwicklungslinien sind wichtig für ihr Agieren: Sie sind stark von „Luther Blissett“ [2] beeinflusst, von denen sie vor allem den subversiv spielerischen Umgang mit den Massenmedien sowie einige „Kommunikationsguerilla-Taktiken“ übernommen haben. Zweitens hatte die Entwicklung der italienischen Centri Sociali in den 1990er Jahren Einfluss auf die Entstehung der Tute Bianche: Im Jahr 1998 fand ein nationales Treffen verschiedener sozialer Zentren statt, in denen die Isolierung und Kriminalisierung der „autonomen Szene“ rund um die besetzten Zentren thematisiert und problematisiert worden war. Bei diesem Treffen wurde beschlossen, einen Versuch dahingehend zu unternehmen, aus der Ghettoisierung herauszukommen. Resultat war die „Carta di Milano“, eine Art „Konstitution“, die einige Centri Sociali unterzeichnet hatten. In dieser Charta wurde unter anderem ein offenerer Umgang mit Medien und Institutionen wie z.B. linken Parteien wie der Rifondazione Comunista oder linken Gewerkschaften (es gibt in Italien keine Einheitsgewerkschaft) sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen beschlossen: „An Stelle eines mit Vorurteilen beladenen antiinstitutionellen Diskurses, diesem ‚Wir sprechen nicht mit dem bürgerlichen Staat‘, entwickelte sich eine weitaus subtilere Infiltrierung lokaler Institutionen, eine Art Dialog, der sich keineswegs unterordnete, mit dem aber eine neue Qualität antagonistischer Praxis erreicht wurde“ (Bui, 2002: 134). Es kam also zu mehr Kommunikation mit linken Kräften außerhalb der autonomen Szene rund um die Centri Sociali - gemeinsame Aktionen wurden möglich und gemeinsame Projekte wurden durchgeführt: „Dieses ‚mit dem spreche ich nicht und mit dem anderen schon gar nicht‘ hatte zur Folge, dass man einfach mit niemandem mehr reden konnte. Stattdessen hatte eine Phase begonnen, in der ganz viele Leute anfingen, ohne Vorurteile miteinander zu kommunizieren“ (ebd.: 135).

Die dritte Ebene, die das Entstehen der Tute Bianche nachhaltig beeinflusst hatte, war die Bewegung der Zapatistas in Mexiko, insbesondere deren Formen politischen Agierens sowie das Faktum, dass sie Kommunikation als einen entscheidenden Aspekt anerkannt haben. „Die Tute Bianche versuchen deren Vorstellungen auf der Grundlage der beiden Leitlinien [der Zapatistas, Anm. St.W.] weiterzuentwickeln, also eines durch lokale Aktionen gekennzeichneten Raums sowie der Vorstellung eines öffentlichen europäischen und globalen Raums“ (Raparelli 2002: 85).

Von den „Unsichtbaren“ zur Auflösung der Disobbedienti

Die Tute Bianche hießen zunächst „die Unsichtbaren“, bevor ihre Praxis ausgefeilter und italienweit angewandt wurde und sie sich in „weiße Overalls“ umbenannten. Mit diesem Namen wollten sie auf die Unsichtbarkeit gesellschaftlich marginalisierter Subjekte ohne politische Repräsentation aufmerksam machen. Ende der 1990er Jahre entstanden die Tute Bianche und traten von nun an in weißen Overalls in Erscheinung. Sie waren in verschiedenen italienischen Städten (besonders im Nordosten Italiens und in Rom) netzwerkartig verbreitet und hatten eine tendenziell nicht-hierarchische Form der Organisierung: Es gab keine gewählten Vorsitzende oder ähnliches. Aus medientaktischen Gründen hatten sich die Tute Bianche jedoch für einen Sprecher (Luca Casarini) entschieden; von verschiedenen anderen Centri Sociali wurde die Wahl dieses portavoce als Tendenz zur Hierarchisierung kritisiert.

Die Tute Bianche führten verschiedenste, teils sehr erfolgreiche Aktionen durch, beschlossen jedoch bereits vor Genua, die weißen Overalls auszuziehen: „Genua repräsentierte einen Übergang. Kurz vor Genua gab es Diskussionen, in denen entschieden wurde, nicht in den weißen Overalls teilzunehmen, weil die Bewegung so groß und breit gefächert war und wir nicht eine fixe, starre Identität repräsentieren wollten. Wir vertraten außerdem dieselben Inhalte wie verschiedene andere Realitäten, wie etwa das Rete del Sud, und wollten uns nicht mittels der weißen Overalls von ihnen abgrenzen, sondern vielmehr gemeinsame Vorgehensweisen und Aktionen entwickeln“ (Neva Cocchi, TPO Bologna). Die Tute Bianche wollten demnach vermeiden ein „Label“ zu werden, das andere Gruppierungen und Kollektive ausschloss; vielmehr ging es darum, mit verschiedenen sozialen und politischen Realitäten in Genua gemeinsam Widerstand zu üben. Die Gewalterfahrungen in Genua waren schließlich auch der Auslöser für die AktivistInnen, sich als Tute Bianche ganz aufzulösen. Das Konzept war angesichts der militärischen Niederschlagung der Bewegung an seine Grenzen geraten und neue Wege mussten gefunden werden: „Das Schlüsselerlebnis der Tage von Genua ist jener Abschnitt des 20. Juli, an dem der qualitative Sprung der Repression intensiv erlebt und die unmittelbare Notwendigkeit einer Neuorientierung der Praxen und Formen der globalen Bewegung deutlich wird “ (Raparelli 2002: 86/87). Gleichzeitig waren in Genua aber auch positive Erfahrungen mit verschiedenen anderen Kollektiven und Gruppen gemacht worden; die AktivistInnen der Tute Bianche zogen daraus die Konsequenz sich mit ihnen zusammenzuschließen, und gemeinsam neue Praxen zu entwickeln. Gianmarco De Pieri aus Bologna definiert die Disobbedienti folgendermaßen: „Sie sind die Fortsetzung der Tute Bianche, mit viel mehr Frauen und Männern, die dieseErfahrung teilen in Italien und Europa. [...] Aber die Disobbedienti haben ebenso wenig wie die Tute Bianche ein Programm, dem man sich anschließen könnte und sie haben auch kein klares politisches Projekt. Sie wollen ein ständiges Fragen sein, ein zapatistisches fragend Laufen. [...]. Es ist ein Weg, der aus ständigem Fragen, aus zu bildenden Sprechweisen und Mythen, sowie aus von uns gemeinsam zu erfindenden Praxen besteht“ (in: Azzellini 2002: 158). Zu den Disobbedienti gehörten neben den ehemaligen AktivistInnen der Tute Bianche die giovani comunisti (die Jugendorganisation der Rifondazione Comunista), Kollektive von StudentInnen, Prekären und auch Individuen, die sich damit identifizieren konnten. Die Disobbedienti richteten ihr Augenmerk auf den „sozialen Ungehorsam“; bei den Aktionen wurde darauf geachtet, einer Kriminalisierung der Bewegung entgegenzuwirken. Die Zusammenarbeit mit den giovani comunisti wurde jedoch schon vor Jahren aufs Eis gelegt, da sie „innerhalb der Logik der Partei und der Repräsentation blieben“, so Daniele Codeluppi.

In den letzten Jahren gibt es die Disobbedienti offiziell nicht mehr, auch wenn die AktivistInnen in Berichterstattungen der Massenmedien immer noch als solche bezeichnet werden. Theoretische Analysen und politische Praxen wurden weiterentwickelt, es ist jedoch ein eindeutiger „roter Faden“ der politischen Arbeit und auch der Aktionsformen zu erkennen. Nicht erst seit der Mitte-links Regierung unter Prodi (an der auch die Rifondazione Comunista beteiligt war) war die Stoßrichtung wieder klar von linken Parteien und Institutionen abgewandt (die teilweise Zusammenarbeit war ja auch früher rein taktischer Natur und hatte keinen einen tatsächlichen „Glauben“ an diese Institutionen bedeutet). Es findet mehr gemeinsames Agieren mit politischen Realitäten anderer autonomer Centri sociali statt [3] und insbesondere eine intensive Zusammenarbeit mit parteiunabhängigen lokalen Bewegungen „von unten“: Wie etwa gegen die Errichtung der NATO-Base in Vicenza („No Dal Molin“), gegen die Erbauung des Schnellgeschwindigkeitszuges TAV oder gegen die Müllverbrennungsanlage in Acerra in der Nähe Neapels, um einige zu nennen. Zentrale Thematiken sind nach wie vor die der Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse, Migration und MigrantInnenrechte, autonome Kulturproduktion und Freiräume, Recht auf Wohnraum, Disziplin- und Kontrollszenarien in den Metropolen, Biomacht und Biopolitik. Heute sind die AktivistInnen der ehemaligen Disobbedienti gemeinsam mit ein paar anderen politischen Realitäten oder neu entstandenen Centri sociali im „Global Meeting Network“ lose zusammengeschlossen. Alternative Medienberichterstattung unter www.globalproject.info als auch gemeinsame theoretische Auseinandersetzungen, Kampagnen und Aktionen werden durchgeführt. [4]

B. Strategien und Taktiken

Ziviler und sozialer Ungehorsam

Bei den Tute Bianche stand das Konzept des zivilen Ungehorsams im Mittelpunkt. Es handelt sich dabei um eine politische Praxis, die mittels Aktionen gesellschaftliche und politische Normen kollektiv bricht, um darauf hinzuweisen, dass diese Normen historisch und unter bestimmten politischen Bedingungen entstanden sind. Die Praxis des zivilen Ungehorsams soll auf die herrschende „kulturelle Grammatik“ aufmerksam machen: Es wird versucht, in die hegemonialen Diskurse einzugreifen und diese zu verschieben: „Die Formen müssen an den Zielen ausgerichtet sein und das bedeutet, die Grenzen weiter auszudehnen, Illegalität in Legalität zu verwandeln“ (Federico Martelloni 2002, 93). Es geht also darum, Legalität und Illegalität als in einem hegemonialen Kräftefeld Entstandene zu begreifen und gleichzeitig zu versuchen, bestimmte Verschiebungen zu erzielen.

Bei den Protesten in Genua im Jahr 2001 ist das Konzept des zivilen Ungehorsams, wie von den Tute Bianche praktiziert, an seine Grenzen gestoßen bzw. gescheitert: unter anderem in Anbetracht dessen, dass es sich bei der Praxis des zivilen Ungehorsams um ein politisches und kein militärisches Konzept handelt, das den Zusammenstoß zwischen dem G8-Gipfel - geschützt durch die Sicherheitskräfte des Staates - und der Bewegung primär simulieren sollte; der Staat reagierte jedoch - mit militärischen Mitteln auf den zivilen Ungehorsam - das Resultat: ein Toter und viele Schwerverletzte; dazu Federico Martelloni: „Der zivile Ungehorsam war politisch und nicht militärisch angelegt. [...] Der politische Mechanismus bestand darin, im Vorfeld öffentlich zu machen, was dann passieren würde. Dies legte auch die Ebene der Auseinandersetzung fest. Körper gegen Körper war dabei einkalkuliert, ebenso, dass du aufgehalten und niedergeknüppelt wirst. Aber was in Genua passiert ist, dass die GenossInnen Angst haben müssen zu sterben, dass die Carabinieri schießen, es Angriffe mit Tausenden von Gasgranaten gibt [...], das war nicht einkalkuliert. Der Staat hat dort beschlossen, keine politische, sondern eine ausschließlich militärische Antwort zu geben“ (ebd.).

Mit der Umbenennung und Umwandlung in die „Disobbedienti“ versuchten die AktivistInnen, die Ebene des Konflikts „herunterzuschrauben“ und einer Kriminalisierung der Bewegung entgegenzuwirken. In der Phase nach Genua konzentrieren sich die AktivistInnen auf den „sozialen Ungehorsam“. Die Disobbedienti führten weiterhin eigene Aktionen durch, nahmen aber auch an den verschiedensten Streiks und Demonstrationen der Gewerkschaften teil; hier brachten sie vor allem die Anliegen jener ein, die auch für die Gewerkschaften „unsichtbar“ waren, die „Sans-Papiers“ sowie die prekär Beschäftigten.

Kommunikation, Medien, Schaffung alternativer Mythen

Die Tute Bianche und die Disobbedienti zeichnen sich durch einen für die autonome Bewegung unorthodoxen Umgang mit den Medien aus. Einerseits ist die Schaffung alternativer Medien notwendig (wie etwa indymedia oder http://www.globalproject.info/); sie wollen sich jedoch nicht alleine auf diese verlassen, sondern versuchen bewusst, in das massenmediale Geschehen einzugreifen. Viele ihrer spektakulären Aktionen dienten dazu, sich einen Zugang zur offiziellen Berichterstattung „zu erkämpfen“, um dergestalt auf bestimmte Themen aufmerksam zu machen. In diesem Zusammenhang wird die „Schaffung alternativer Mythen“ relevant, eine Technik, die die Tute Bianche von den Zapatistas übernommen haben: Es geht um die Produktion eigener Bewegungsmythen bzw. „um das Problem der Beziehung zwischen dem Imaginären und dem Imaginierbaren, dieser Bewegung zwischen der Vorstellung von sich selbst und der anderen, möglichen Welt, die man andeuten will“ (Roberto Bui). In einer Bewegung ist die kollektive Vorstellungskraft zentral; das, was erreicht werden will, muss zunächst auch imaginiert werden können. Roberto Bui erklärt dies folgendermaßen: „Wir glauben, dass die Multitude eine Suche nach neuen, begründenden Mythen ausdrückt. [...] Ohne eine Vorstellung, auf die man sich beziehen kann, eine offene und unendlich redefinierbare Erzählung, an der man frei teilhaben kann und die man frei benutzen kann, wird die Bewegung sich nur damit abmühen, ihre neue, experimentelle und noch unbekannte Erfahrung zu fixieren“ (2002: 134). Die Bewegung soll also die jeweils eigene Geschichte ihrer Erfahrung und ihrer Vorstellungen „schreiben“; dabei handelt es sich jedoch nicht um eine fertige Geschichte, sondern um eine, die als „Rohentwurf“ dient; eine Geschichte, die beliebig und von allen in der Bewegung Teilnehmenden abänderbar ist. Nicht „absolute Wahrheiten“ stehen dabei im Zentrum, sondern die imaginäre Kraft der Menge. Die Tute Bianche und die Dissobedienti versuchten eben diese „alternativen Mythen“ in ihrem Umgang mit den Medien strategisch einzusetzen: „Es geht darum, nicht mehr nur zu sagen ‚die Journalisten lügen‘, sondern zu versuchen diese Lügen durch ein Angebot von alternativen Mythen zu steuern durch die Verwendung bestimmter Wörter Sinnentstellungen zu produzieren, die dann von der Presse übernommen werden“ (ebd.135). Ein Beispiel in diesem Zusammenhang ist die Verwendung des Begriffs Multitude. Dieser Begriff war bis kurz vor Genua kein besonders geläufiges Wort; zur Zeit der Proteste wurde er jedoch zum Synonym für die AkteurInnen der Proteste: „Wie das geht, wurde z.B. vor Genua offensichtlich, als alle Kommentatoren auf einmal von der Vielfalt sprachen, ein Begriff, von Toni Negri aus der Etica Spinozas aufgegriffen wurde. Plötzlich konnten alle auf wunderbare Weise verstehen, was Vielfalt bedeutete, ohne jemals Negri und Spinoza gelesen zu haben“ (ebd.).

Zum Einsatz von Körpern und zur Generierung von Symbolen

Für uns ist die Frage des Körpers fundamental, weil wir glauben, dass man Politik nicht (nur) mit Worten machen kann, nicht nur mittels Deklarationen oder dem Internet. Du musst Politik konkret machen, und dein Körper funktioniert auch als Objekt, um auf Widersprüche aufmerksam zu machen.

[Neva Cocchi, Bologna]

Die Tute Bianche und die Disobbedienti verwenden einerseits bewusst ihren eigenen Körper und schaffen eigene Symbole, um auf gesellschaftliche Widersprüche hinzuweisen. Sie betrachten die Herrschaft im Empire als alle Lebensbereiche umfassend und erkennen dadurch die Relevanz, die dem Körper in diesem Zusammenhang zukommt. Wenn Herrschaft über den Körper, über das Leben ausgeübt wird, dann muss auch mit dem Körper Widerstand geleistet werden. Die Tute Bianche und Disobbedienti gehen so weit, den Körper als Symbol des Ungehorsams zu definieren: „Der Körper kehrt als konkretes Symbol des zivilen Ungehorsams wieder und ist das Paradigma dieser Ära der Biomacht, der Kontrolle über das Leben selbst, die im Namen des globalen Marktes ausgeübt wird“ (Cassurino 2002, 94).

a) Die Farbe Weiß und das Spiel mit der „Unsichtbarkeit“

Die Tute Bianche nannten sich zu Beginn die „Unsichtbaren“; die Verwendung der Farbe Weiß für ihre Kleidung sollte diese Unsichtbarkeit ausdrücken. Ihre Intention war es, durch eine Farbe bzw. Begrifflichkeit symbolisch auf das Fehlen politischer oder sozialer Rechte für bestimmte gesellschaftliche Subjekte aufmerksam zu machen. Die Tute Bianche bezogen sich zunächst vor allem auf (oft illegalisierte) MigrantInnen und die immer größer werdende Anzahl prekär Beschäftigter, die kaum gewerkschaftliche Vertretung haben und somit im politischen Kontext „unsichtbar“ sind. Unsichtbar bleiben diese gesellschaftlichen Gruppen vor allem auch, weil „traditionelle“ politische Kämpfe wie etwa Streiks de facto wegfallen (Menschen ohne gesicherten Arbeitsvertrag beispielsweise können kaum bzw. nur mit hohem Risiko streiken). Es sollte daher gemeinsam mit neuen Formen des Widerstands experimentiert werden.

Die Verwendung weißer Overalls hatte mehrere Bedeutungen: Erstens sollten sie, wie schon erwähnt, auf die Unsichtbarkeit bestimmter sozialer Gruppen aufmerksam machen. Zweitens wurden sie in Anlehnung an die blauen Overalls der industriellen MassenarbeiterInnen getragen. Die weißen Arbeitsanzüge symbolisierten auch den Übergang zum Empire, in dem die Formen der Ausbeutung vielfältiger und subtiler werden und, nicht mehr primär Industriearbeiter betreffen. Die Farbe weiß als Summe aller Farben ist Ausdruck dafür, dass auch die gesellschaftlichen, Widerstand leistenden Subjekte vielfältiger werden. Die Farbe dient somit als „Darstellungsform für eine Vielfältigkeit verschiedener Subjekte, die sich gemeinsam gegen die kapitalistische Herrschaft auflehnen und sich innerhalb des Konflikts als eine einzige Multitude wieder erkennen" (Cassurino 2002, 90). Weiß soll demnach Symbol der Multitude sein, die sich einerseits aus den verschiedensten ausgebeuteten Subjekten konstituiert und andererseits auch die Formen des politischen Widerstands vervielfältigt.

b) Die symbolische Inszenierung von Konflikt

Wir sind uns der Wichtigkeit, die der Körper hat, bewusst geworden: Du kannst ihn je nach Kontext unterschiedlich einsetzen und wenn du Mechanismen in Gang bringen und Veränderungen erzielen möchtest, musst du ihn wirklich verwenden.

[Interview mit Francesco, TPO Bologna]

Strategie der Tute Bianche war es, symbolisch Konflikt zu inszenieren, um auf gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse und hierarchische Spaltungen aufmerksam zu machen. So verlas beispielsweise Luca Casarini im Mai 2001 in Genua im Palazzo Ducale (in dem zwei Monate später der G8-Gipfel stattfand) eine „Kriegserklärung an die Mächtigen der Ungerechtigkeit und des Elends“: Er beschrieb die DemonstrantInnen als ein „Heer von Träumern, Armen und Kindern, Indigenen der Welt, Frauen und Männern, Schwulen, Lesben, Künstlern, Arbeitern“ (zit. in: della Porta et al. 2003:131). In dieser „Kriegserklärung“ wurden verschiedenste Metaphern verwendet, um die politische Analyse der Tute Bianche zu verbildlichen. Luca Casarini sprach etwa vom Imperium, von der Festung, der Belagerung etc.; auch die geplante Demonstrationspraxis wurde metaphorisch geschmückt: In einem „Pakt mit der Stadt Genua“ beschreibt er einen „Krieg [...], der mit den Körpern, mit den Worten, mit dem Teufelszeug und mit den mechanischen Instrumenten gekämpft geführt wird, die wir in unseren friedlichen Werkstätten der Phantasie aushecken“ (zit. in: ebd.). Wenn dieser Krieg in den „friedlichen Werkstätten der Phantasie“ ausgeheckt wird, kann es sich nicht um eine tatsächliche militärische Konfrontation handeln. Auch mittels des Einsatzes des Körpers wurde Konflikt inszeniert; doch die Tute Bianche wollten durch ihr beinahe „militärisch“ wirkendes Auftreten nicht primär einen realen Konflikt auf der Straße herbeiführen. Sie wollten keine tatsächliche militärische Auseinandersetzung - dies wäre auch aufgrund des augenscheinlichen Kräfteungleichgewichts ein masochistischer Akt: mit Schaumstoffumhüllungen, Autoreifen und Plastikschilder gegen die Gewehre und Panzer der Sicherheitskräfte.Vielmehr ging es ihnen um die symbolische Kraft dieser Inszenierung. In gleichsam karnevalesker Art wurde ein Aufeinanderprallen der verschiedenen Akteure (der Tute Bianche als VertreterInnen der gesellschaftlich Marginalisierten und der Polizei als Vertreterin bzw. Schützerin des Herrschaftsapparates) dargestellt, das sozusagen den politischen Konflikt zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten körperlich darstellen sollte. Durch die Kleidung der Tute Bianche sollte das martialische Auftreten der Sicherheitskräfte imitiert, ironisch überhöht und in seiner Absurdität lächerlich gemacht werden. Die Schutzumhüllungen dienten dazu, auf das tatsächliche Gewaltmonopol der Polizei und des Militärs und die von ihnen ausgeübte Repression hinzuweisen. Negri und Hardt schreiben hierzu: „[...] Konnten die „Weißen Overalls“ mit einem weiteren symbolischen Geniestreich aufwarten. Sie begannen die Spektakel polizeilicher Repression mimetisch nachzuahmen: Wenn die Polizisten ihre volle Kampfmontur anlegten und hinter ihren Plexiglasschilden und gepanzerten Fahrzeugen wie Robocops wirkten, bewehrten sich auch die Tute Bianche mit weißen Knieschützern und Footballhelmen und verwandelten ihre Rave-Trucks in monströse Vehikel für ein Scheingefecht - ein Spektakel voll postmoderner Ironie“ (Hardt/Negri 2004: 295).

c) Der Schutz des Körpers

Der Körper ist ein wertvolles Gut. Der Körper sind wir alle und jeder von uns. Wir haben nur einen Körper und fragen uns, was in den vergangenen drei Jahren geschehen wäre, wenn wir uns keine Sorgen um den Schutz gemacht hätten.

[Luca Casarini]

Die Bekleidung der Tute Bianche hat außerdem auch Schutzfunktion: In möglichen Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften sollten schlimmere körperliche Verletzungen durch am Körper angebrachte Schaumstoffe oder Autoreifen bzw. durch die „Schildkrötenformation“ wie sie in Genua angewandt wurde - verhindert werden: Die AktivistInnen hatten sich seitlich, nach oben und nach vorne mit Plastikschilden „schildkrötenähnlich“ geschützt). Sie thematisieren den Körper als wertvolles, zu schützendes Gut: „Der auch kollektiv geschützte Körper schafft Frauen und Männer, die wieder zu Protagonisten des Konflikts werden, da die Praxis einschließend ist und die Angst überwunden wird“ (Cassurino 2002, 93). Dieser körperliche Schutz sollte helfen, die Angst zu überwinden und außerdem auch langsameren oder schwächeren AktivistInnen die Möglichkeit geben, an den Aktionen teilzunehmen. Durch den Schutz soll symbolisiert werden, dass die AktivistInnen ihren Körper nicht in quasi masochistischer Manier aufs Spiel setzen wollen: „Du hast durch diese Bekleidung dein Recht eingefordert, deinen Körper zu schützen und dadurch dein Recht, Widerstand zu leisten ausgedrückt und eingefordert“ (ebd.). Direkter physischer Kontakt mit der Polizei sollte beispielsweise durch mit Luft gefüllte Lastwagenschläuche oder die Verwendung von Schildern so gering wie möglich gehalten. „Deren Ziel ist es, die Körper zu massakrieren und die Kontrolle über die direkte Aktion zu entreißen, damit sie keine Zustimmung mehr erhält und in ganz konkreter Hinsicht auf das angestrebte Ziel wirkungslos wird. Unser Ziel ist es, sie auf Abstand zu halten, die Belagerung aufrecht zu erhalten und zu versuchen, eine Bresche zu öffnen, durch die die Multitude körperlich hindurch kann“ (ebd.: 94). Dass diese Überlegung zumindest in Genua nicht funktioniert hat und das Konzept deshalb gescheitert ist, ist bereits dargelegt worden. Der symbolische Wert des Einsatzes des eigenen Körpers hat in Genua zwar funktioniert, der praktische Wert war jedoch de facto annulliert: „Aber gleichzeitig wird diese praktische Schutzfunktion lächerlich gemacht, wenn du vor dir eine militärische Kraft hast, im Vergleich zu der du einfach nichts bist“ (Neva Cocchi, Interview).

C. Aktionsformen

Historische Splitter: Ausschnitte einiger Aktionen

Im Folgenden werden einige der Aktionen der Tute Bianche und der Disobbedienti vor und nach den Protesten in Genua dargestellt. Das erste Mal wurden die weißen Overalls im September 1994 auf einer Demonstration gegen die Räumung des historischen Centro Sociale Leoncavallo in Mailand angezogen. Erst im Jahr 1998 trugen die Tute Bianche - diesmal theoretisch reflektierter und beeinflusst durch die Carta di Milano - die weiße Kleidung wieder und traten auch erstmals mit diesem Namen auf. Zu dieser Zeit begann die systematische Theoretisierung und Thematisierung der Prekarisierung von Arbeits- und Lebensverhältnissen. Das in diesem Kontext geforderte garantierte Grundeinkommen („reddito garantito“) sollte genauso wie kostenloser Transport und freier Bildungszugang in lokalen Zusammenhängen sichtbar und verständlich gemacht werden. Die AktivistInnen stiegen in öffentliche Busse und verteilten gefälschte Fahrscheine, auf denen ein kostenloser Nahverkehr für Arbeitslose, MigrantInnen, und prekär Beschäftigte gefordert wurde (vgl. Azzellini 2002, 89). Im selben Jahr sind die Tute Bianche in ihren weißen Overalls des öfteren bei Live-Übertragungen in Fernsehstudios eingedrungen, bei Konzerten auf der Bühne erschienen und bei Kongressen aufgetaucht, um so die Aufmerksamkeit der Medien zu erringen und verschiedene Themen sichtbar zu machen. Zu den bekannteren Aktionen gehören auch der Versuch einer Stürmung des Nato-Flughafens in Aviano während des Kosovo-Krieges im April 1999 sowie eine Demonstration in Bologna im Jahr 2000 gegen einen Neonazikongress, der daraufhin abgebrochen wurde. Zu den wichtigsten Erfahrungen zählen die Proteste gegen den IWF Gipfel in Prag sowie gegen ein Treffen der OSZE in Bologna im Jahr 2000. In Prag, wo DemonstrantInnen aus dem Pink-Silver-Block bis zum Konferenzgebäude vorgedrungen sind, sind die Tute Bianche das erste Mal in einem internationalen Kontext mit weißen Overalls erschienen. In den Jahren nach Genua, nach dem 11. September 2001 und den darauf folgenden Kriegen in Afghanistan und Irak wurde die Antikriegsbewegung in Italien immer wichtiger, sie involvierte bei weitem nicht nur die Disobbedienti und andere Centri Sociali, sondern weite Teile der Zivilgesellschaft. In diesem Zusammenhang war die Praxis des trainstoppings, also der Gleisbesetzungen, um Züge mit Waffenlieferungen aufzuhalten, weit verbreitet.

Die Thematisierung der Illegalisierung von MigrantInnen sowie der Kampf für MigrantInnenrechte und gegen Abschiebepraxen und -gefängnisse war und ist im Zentrum des politischen Handelns der Disobbedienti. Eine Demonstration der Tute Bianche im Oktober 1998 verschaffte JournalistInnen und ParlamentarierInnen Zugang zum Abschiebegefängnis (CPT - Centro di Permanenza Temporanea) in Triest. Dieses Abschiebegefängnis wurde nach der durch die Demonstration bedingten Medienaufmerksamkeit geschlossen (vgl. Azzellini 2002, 27). Eine ähnliche Aktion wurde im Mai 2000 gegen das Abschiebegefängnis in der Via Correlli in Mailand durchgeführt; auch dieses wurde anschließend zeitweilig geschlossen. Im Jänner 2002 drangen einige AktivistInnen in das CPT in Bologna in der Via Mattei ein, das gerade eben fertig gestellt, jedoch noch nicht eröffnet worden war und zerstörten teilweise die Infrastruktur des Gebäudes: Es wurden Stromleitungen herausgezogen, Schlösser demoliert und Transparente mit Forderungen wie „Bleiberecht für alle“ aus den Fenstern gehängt. Einige Personen wurden durch das Einschreiten der Polizei verletzt, aber das Ziel der Aktion wurde erreicht: Die Eröffnung durch die reale Zerstörung der Infrastruktur und die notwendigen Reparaturarbeiten konnte hinausgezögert werden und gleichzeitig wurde breit über dieses Thema berichtet.

„Genua hat uns gezeichnet“ [5]

„Wir haben unsere Unschuld verloren, weil wir uns unserer Rechte zu sicher waren“; so Luca Casarini, der ehemalige Sprecher der Tute Bianche hinsichtlich der Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua 2001. Die Proteste waren ein historisches Ereignis: Sie waren nicht nur das bis dato größte Lebens- und Widerstandszeichen der so genannten globalen Protestbewegung, sondern bedeuteten auch die polizeiliche und militärische Niederschlagung der Bewegung, wie sie sonst nur in Diktaturen zu finden ist. In wenigen anderen Situationen sind die beiden „Gesichter“ des Empire so klar und offensichtlich zu erkennen wie in Genua: Auf der einen Seite eine Multitude verschiedenster, nicht repräsentierbarer Subjektivitäten, die sich zusammenfand, um kollektiv ihr Unbehagen und ihren Widerstand gegenüber den Herrschaftsstrukturen und den Spielarten der Macht auf die Straße zu tragen. Auf der andere Seite die hässliche, oft verschleierte Fratze des Empire: Krieg als Strukturmerkmal des Empire und das Einswerden von Krieg und Polizeiaktion, das durch den Diskurs der „Sicherheit“ möglich wird.

Die Proteste selbst waren nicht nur ein Aufschrei Hunderttausender gegen die hegemoniale Politik, sondern auch ein lebendiger Beweis einer Bewegung, die nicht an Repräsentation glaubt, sondern eine politische Kultur „von unten“ aufbaut, in der Marktwirtschaft und Konsumwahn abgelehnt werden; sie basiert vielmehrauf Kollektivität, Solidarität und Hierarchieabbau. Dem G8 wurden in Genua nicht lediglich Manifeste, Flugblätter und Pressekonferenzen gegenübergestellt. Auch die Multitude tanzender Körper war Ausdruck des Widerstandes gegen eine globale kapitalistische Herrschaftsordnung. Die Bewegung handelte nicht ausschließlich durch rationale Erklärungsansätze; ein bestimmter Umgang mit Körperlichkeit war ebenso Teil ihres politischen Agierens. Politik, Kunst, (Gegen)Kultur, gelebte Körperlichkeit und Begehren flossen in dieser Bewegung zu einer Symbiose zusammen. Dieses Ungeheuer der Multitude, die nicht auf eine einzige Identität und „politische Linie“aufbaut, die nicht auf Organisationen oder Parteien reduziert werden kann, sondern die ihre Stärke aus der Vielfalt des Handelns, Denkens und Fühlens speist, traf sich in diesen Tagen in Genua. Eine Multitude, die „integraler Teil eines gewebten Netzes [ist], das sich in multiplen Lebensformen ausdrückt und materiellen und immateriellen Reichtum in den Räumen, in denen [sie] leben, produziert“ (TPO Bologna).

Die Tute Bianche haben gemeinsam mit anderen politischen Realitäten und vor allem AktivistInnen verschiedenster Centri Sociali eine wichtige Rolle in Genua gespielt, insbesondere auch durch die Organisierung des „Demonstrationszugs der Ungehorsamen“, der am 20. Juli 2001 durch die Taktik der zivilen Ungehorsams in die rote Zone eindringen sollte, um dadurch die „symbolische Repräsentation der Machtausübung im postfordistischen Kapitalismus“ (Vecchi 2002) anzugreifen. Die Tute Bianche haben bei dieser Demonstration eine „defensiv-offensive Strategie“ verfolgt: Es sollte ein nicht destruktiver Konflikt entfacht werden. Dies bedeutete, dass körperlicher Selbstschutz mittels Polstern, Schilden, Helmen, Arm- und Schienbeinschützern, Handschuhen, Gasmasken und Gasschutzbrillen erlaubt war, nicht aber Gewalt an Personen oder Angriffe auf Gebäude der Stadt Dies war auch mit dem Genoa Social Forum vereinbart worden, indem von den einzelnen Gruppen, die an diesem Tag unterschiedliche Aktionsformen wählten, ein „Pakt des gegenseitigen Respekts“ unterschrieben wurde. In dieser defensiv-offensiven Strategie wollten die Tute Bianche einerseits radikale politische Praxis auf die Straße bringen, während sie zugleich versuchten, durch die explizite Ablehnung von offensiver Gewaltanwendung einer Gewaltspirale entgegenzuwirken: „Helme und Polsterungen zu verwenden bedeutet nicht, die erste Stufe der Eskalation hinaufzusteigen. Für uns war es das genaue Gegenteil: Der Zusammenstoß mit den Ordnungskräften wird mit einkalkuliert, doch der Gebrauch bestimmter Mittel erlaubte es, die Angst zu lindern, die physischen Schäden zu begrenzen und die Gruppe, die sich an der Aktion beteiligt, kompakt zu halten.“ (Luca Casarini 2001, 27). Die Schutzbekleidung war weder explizit legal noch illegal nach italienischem Gesetz, die Tute Bianche nutzten eine Gesetzeslücke. Mittels der Praxis des zivilen Ungehorsams und des versuchten Eindringens in die Rote Zone sollte, so Azzellini, keine Kriegssimulation betrieben werden, sondern „sie unterstreicht die politische Dimension des Konflikts. Sie ist immanent politisch“ (ebd.). Der „Demonstrationszug der Ungehorsamen“ wurde noch während des autorisierten Teils der Demonstration vier Stunden lang mit Tränengas und Knüppelattacken angegriffen. Spezielle Gruppen löschten die von den Sicherheitskräften verschossenen Gasgranaten mit durch Wasser gefüllten Mülleimern, während andere mit auf Einkaufswagen gestapelten Wasserflaschen umherfuhren, Wasser verteilten und durch Tränengas verbrannte Augen ausspülten. Eine Massenpanik wurde in dieser Situation nur durch oben genannten Vorgehensweisen und die Diszipliniertheit der TeilnehmerInnen verhindert (vgl. Azzellini 2002,13). Am Rande der Demonstrationsspitze dieser Demonstration wurde gegen 17.30h Carlo Giuliani erschossen.

Bürgerkrieg, Kriminalisierung und „Genua nach Genua“

Die Geschehnisse während des Gipfels können auch als Antizipation oder „Miniaturform“ kommender Bürgerkriege in europäischen Städten betrachtet werden (vgl. Petrillo 2002). Der Krieg wurde hier nicht „nach Außen“ sondern „nach Innen“ geführt. In diesem Bürgerkrieg standen einander zwei gänzlich ungleiche Gegner gegenüber: Auf der einen Seite die „aggressiven“ DemonstrantInnen, deren „Waffen“ selbstgebaute Schilder waren; auf der anderen Seite die „Verteidiger“, 20.000 Polizei- und Militärkräfte mit Feuerwaffen, gepanzerten Fahrzeugen und Schlagstöcken mit Metallspitzen. Das Bild der gefährlichen, zerstörungswütigen DemonstrantInnen musste aufrechterhalten werden, um das Verhalten der Sicherheitskräfte zu rechtfertigen: „Es reichte nicht, willkürlich einen Belagerungszustand der Stadt herbeigeführt zu haben, er musste auf Basis realer oder imaginierter Zusammenstöße motiviert sein, um eine Rechtfertigung für die Repression zu finden“ (ebd.: 32). So auch Negri: „Das Massaker von Genua kommt nicht von irgendwoher, war nicht zufällig, war nicht nur ein unangenehmer Zwischenfall. Es ist entschieden worden“ (Negri 2001: 102). Und dies sei nicht auf Basis „eines klaren Willens, sondern aufgrund von einer Oszillation von Absichten“ (ebd.) geschehen. Durch die Missachtung von Menschenrechten bei den DemonstrantInnen [6] wurde eine weitere Strategie verfolgt: „Den Kopf oder den Arm eines fünfzehnjährigen Jugendlichen einzuschlagen, hat ein klares Ziel: durch die Gewalterinnerung den Ordnungsruf „Du darfst nicht demonstrieren“ körperlich einzuschreiben; das ist es, was die Militärs dieser Republik damit erreichen wollten“ (Caminiti 2001,191). Kollektive, körperlich eingeschriebene Angst sollte also erreicht werden. In den Jahren nach Genua zeichnete sich in Bezug auf die Aufarbeitung der Geschehnisse von Genua von Seiten des italienischen Staates eine klare Linie ab: Die Prozesse gegen Polizei und Militär wurden mehrheitlich auf Eis gelegt, wie auch der Prozess gegen den Mörder von Carlo Giuliani eingestellt worden ist.

Ende 2007 wurde der erste Maxi-Prozess gegen AkivistInnen abgeschlossen: und zwar gegen die 25 italienischen AktivistInnen, denen „Verwüstung und Plünderung“ in Genua vorgeworfen wurde. [7] Von öffentlicher Anklageseite waren im Oktober 225 Jahre Haft gegen die AktivistInnen gefordert worden. Im Endeffekt wurde das Strafausmaß mehr als halbiert: 110 Jahre für 24 der 25 AktivistInnen. 110 Jahre sind, so die italienische Rechtshilfe, „der Preis, den man bezahlen muss, wenn man die eigenen Ideen ausdrückt und gegen den Status quo eintritt.“ Gleichzeitig kann die Verringerung des Strafausmaßes aber auch als Erfolg der Bewegung gelesen werden, die Anfang November wieder die Straßen Genuas füllte und zeigte, dass es ein kollektives soziales und politisches Gedächtnis gibt. 80 000 demonstrierten gegen die Krmininalisierung der Bewegung. „La storia siamo noi“, „Die Geschichte sind wir“, so das Transparent, das den Demonstrationszug anführte. [8]

[1Centri Sociali lassen sich als zumeist besetzte, soziale, kulturelle und politische Zentren beschreiben, die jedoch in ihrer Vielfalt kaum verallgemeinerbar sind. Es handelt sich um gelebte Räume, in denen „andere Formen“ des sozialen Umgangs und der Wissensproduktion praktiziert werden und Körperlichkeit sowie freud- und lustvolles Handeln ebenso relevant sind - und als politisch aufgefasst werden - wie die politischen Kämpfe um ein Grundeinkommen, gegen Prekarisierung, Krieg, Ausbeutung und für MigrantInnenrechte. Selbstverwaltung, Eigenproduktion, politische Autonomie und Unabhängigkeit von Parteien, Gewerkschaften und Institutionen zählen zu den Grundpfeilern der meisten Centri Sociali.

[2Das „Luther Blissett“ Projekt war ein Kollektiv, das von 1994 bis 1999 existierte und aus der Erfahrung der Besetzung der Literatur-Fakultät in Bologna im Jahr 1990 hervorgegangen war. Zentral für das „Luther Blissett“ Projekt war die Praxis des kollektiven Schreibens, das als Gegenstück zur intellektuellen Urheberschaft angesehen wurde. Das Kollektiv wendete sich gegen den „Geniekult“ sowie die Annahme, dass der Autor/die Autorin der/die originäre ErfinderIn der jeweiligen Texte bzw. Geschichten sei. Vielmehr wurde das Schreiben (ebenso wie andere gesellschaftliche Praxen) als ein Produkt der gesellschaftlichen Produktion betrachtet (vgl. Maffeis, 2002: 133).

[3Insbesondere auch im Bereich der Bewegung für die Rechte von MigrantInnen: So organisierten verschiedenste Centri sociali ganz Italiens gemeinsam mit MigrantInnenorganisationen im März letzten Jahres eine autonome Demonstration gegen Abschiebegefängnisse und für die Legalisierung von MigrantInnen. An dieser nahmen über 5000 Menschen teil, es kam beim Versuch, die Polizeimauer am Weg zum Abschiebegefängnis zu durchbrechen wieder zu symbolischen Zusammenstößen zwischen Polizei und AktivistInnen der ehemaligen Disobbedienti.

[4Dieser Artikel ist historischer Natur, ich gehe nicht näher auf Theorie und Praxis der letzten Jahre ein, deshalb sind diese kurzen Anmerkungen gezwungenermaßen unvollständig und beschränkt.

[5Daniele Codeluppi, Reggio Emilia

[6In der Nacht vom 21. auf den 22. Juli 2001 wurde die Schule A. Diaz, in der DemonstrantInnen und JournalistInnen schliefen, von Sondereinheiten der italienischen Polizei gestürmt. Bei dieser Razzia wurden die zum Teil schlafenden Personen so stark geprügelt, dass 60 der 93 Anwesenden auf Krankenbahren heraus getragen wurden. Mehrere Personen wurden lebensgefährlich verletzt, einige fielen ins Koma (vgl. La Repubblica, 24.7.2001). Viele der Verletzten wurden in Gefängnisse weitergebracht. Die offizielle Einsatzbegründung war, dass sich in dieser Schule der harte Kern des Black Block befunden habe, der die Ausschreitungen provoziert habe. Es hatte kein Durchsuchungsbefehl vorgelegen, die Polizei berief sich auf den Artikel 41 der Strafprozessordnung, wonach ein Ort ohne richterliche Anordnung durchsucht werden kann, wenn der Verdacht auf das Vorhandensein von Waffen besteht und eine Dringlichkeitssituation gegeben ist (vgl. Azzellini 2002, 16). Es wurde behauptet, dass nach der Untersuchung zwei Molotowcocktails gefunden worden seien. Die von dieser Razzia betroffenen und krankenhausreif geschlagenen Personen waren hauptsächlich AktivistInnen der unabhängigen Medienagentur Indymedia, aber auch etwa Lorenzo Guadagnucci, Wirtschaftsredakteur der konservativen Bologneser Tageszeitung Il Resto del Carlino (vgl. Azzellini 2002, 16 und della Porta 2003, 32 f.).

In derselben Nacht wurde auch eine Razzia in der gegenüberliegenden Pertini-Schule durchgeführt, in der sich der Sitz des Genoa Social Forums und der des Media Centers befanden. Auch hier wurden Menschen geprügelt, die Einrichtung und Computer der JounalistInnen von Indymedia zerstört, die Computer-Festplatten der Rechtsanwälte und Foto- und Filmmaterial beschlagnahmt. (vgl. La Repubblica, 23.7.01; della Porta 2003, 33 und Azzellini 2002, 16). Die Annahme des Genoa Social Forums ist, dass durch die Aktion Beweismaterial zu den Polizeiübergriffen zerstört werden sollte. Die Polizei meinte später zu den Vorkommnissen, dass sie „Pressezentrum sowie den Sitz des GSF und seiner Rechtsanwaltgruppe nur aus Irrtum betreten und sofort wieder verlassen [haben], nachdem der Irrtum erkannt worden sei“ (della Porta 2003, 33).

Viele der während der Proteste Verhafteten wurden in die Kaserne Bolzaneto, die zum Zwecke des G8-Gipfels in ein Gefängnis umgewandelt worden war, gebracht. Hier kam es zu schweren Misshandlungen der inhaftierten DemonstrantInnen. Diensthabende waren hier unter anderem Polizisten der Spezialeinheit GOM (Gruppi operativi mobili), die 1997 eingerichtet wurde, und das Ziel hat, die gefährlichsten Gefangenen zu überwachen. Diese Spezialeinheit war bereits 1998 und 2000 in „Gewaltepisoden in den Gefängnissen von Mailand und Sassari verwickelt“ (della Porta 2003: 215).

In Bolzaneto war das Recht, einen Anwalt zu sprechen, bereits im Vorfeld per Dekret aufgehoben worden. Die Staatsanwaltschaft begründete dieses Verbot damit, dass neben logistischen Problemen Verdunkelungsgefahr bestehe (ebd.). Den Verhafteten wurde Essen und Trinken vorenthalten, sie wurden akustischem Stress ausgesetzt, zu Schlafentzug gezwungen und mussten teilweise viele Stunden mit erhobenen Händen an der Wand stehen. In der italienischen Presse war lange Zeit vom „Lager Bolzaneto“ die Rede: Frauen waren sexualisiertem (Psycho-)Terror ausgesetzt, viele wurden geschlagen, Gefängnisärzte rissen den Menschen Piercings aus und die Köpfe der Gefangenen wurden an den Wänden blutig geschlagen. Viele wurden dazu genötigt, faschistische Lieder zu singen. Laut Berichten von Amnesty International kam es in den Gefängnissen, in den Kasernen und Polizeiwagen zu systematischen Folterungen. Ein Einsatzpolizist sagte nach den Geschehnissen in einem Interview: „Die grundlegende Kultur in unseren Einheiten ist rechts, eine militärische Kultur. In Bolzaneto gibt es Sympathisanten von Forza Nuova (eine faschistische Partei, Anm. St.W.), man sieht sogar einige Hakenkreuze. In der Einsatzpolizei herrscht eine Kultur der Gewalt, vielen gefällt die Vorstellung zu prügeln“ (Il manifesto, 1.8.2001). Laut Berichten von Festgenommenen (vgl. Azzellini 2002, 19 und La Repubblicca, 26.7.2001) hingen an den Wänden der Polizeireviere Bilder von Mussolini und Fotos der deutschen Wehrmacht. Am Samstagabend nach der Großdemonstration wurde der Einsatz der Polizei in der Sporthalle „Palasport“ des Genueser Messegeländes gefeiert. 70 der 270 aus Bologna eingesetzten Polizisten hatten sich ein T-Shirt drucken lassen, auf dem geschrieben stand: „G8, Genua, Juli 2001. Ich war dabei“. Das auf das T-Shirt gedruckte Bild zeigt einen am Boden liegenden Demonstranten, auf den von einem Polizisten in Robocop-Kleidung eingeprügelt wird (vgl. Azzellini 2002, 19).

[7Der zweite große Prozess gegen AktivistInnen wird in den nächsten Monaten abgeschlossen werden: der gegen 13 AktivistInnen von „Sud Ribelle“, die wegen „subversiver Vereinigung“ angeklagt sind. Von Anklageseite wurden im Jänner insgesamt 76 Jahre (Haft bzw. andere freiheitseinschränkende Maßnahmen) gefordert, für die ehemaligen Sprecher der Disobbedienti Luca Casarini und Francesco Caruso wurden jeweils 6 Jahre Haft gefordert. Auch hier wurde für eine Soli-Demo mobilisiert: Im kalabresischen Cosenza (wo auch der Prozess stattfindet) demonstrierten am 2. Februar über 15 000 Menschen gegen die Kriminalisierung der AktivistInnen unter dem Leitmotiv „Siamo sempre sovversivi“, „Wir sind immer (noch) subversiv“.

[8Mit diesem Gerichtsurteil, das für zwei Personen Haftstrafen von elf Jahren bedeutet, wird die immer wieder versuchte Spaltung in „gut“ und „böse“ fortgeschrieben: Während 14 AktivistInnen, die wegen der Geschehnisse beim Demozug der Disobbedienti in der Via Tolemaide angeklagt worden waren, ein deutlich verringertes Strafausmaß bekamen, sind diejenigen, die als Black Block eingestuft wurden, wegen „Verwüstung und Plünderung“ verurteilt worden, und zwar mit Haftstrafen von 6 bis 11 Jahren.

Anmerkung: Übersetzungen einiger italienischer Zitate von der Autorin

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