radiX, Nummer 3
Mai
2000

Krieg als langfristige Zerstörung von Lebensgrundlagen

Generell, egal ob die Menschen in Österreich die NATO-Bomardements gegen Jugoslawien unterstützten oder dagegen auftraten, bestreitet niemand die schweren Schäden, die das Bombardement der jugoslawischen Industrie und Infrastruktur zugefügt hat. Aber dies stellt nicht die einzige Folge der NATO-Bomben dar. Die Bomben verursachten auch eine ökologische Katastrophe, die nicht nur die Bundesrepublik Jugoslawien, sondern die gesamte Region in Mitleidenschaft zog. In sehr geringem Ausmaß sogar Österreich.

Dieser Artikel versucht einige Änderungen in der ökologischen Situation in Jugoslawien aufzuzeigen und die Menschen hierzulande an einen weniger bekannten Aspekt des NATO-Bombardements auf das tägliche Leben in der Bundesrepublik Jugoslawien zu erinnern.

Brennende Raffinerien

Eine der bestbekannten Geschichten über die ökologischen Schäden, ist jene über die Öl-Raffinerien. Es gibt in Jugoslawien zwei Öl-Raffinerien, in Pancevo und Novi Sad. Novi Sad ist die drittgrößte Stadt des Landes und Pancevo liegt nur 19 km von der Hauptstadt Belgrad entfernt. Alle beide Städte liegen an der Donau und beide Raffinerien wurden während des Krieges bombardiert. Die Folge davon waren Großbrände, die gewaltige Wolken mit toxischem Rauch verursachten. Relativ viel Öl wurde auch in die Donau gespühlt und sorgte dort für ein Massensterben unter der Flußfauna.

Da ich während des Bombardements in Belgrad war, weiß ich nicht genau wie in Novi Sad und Pancevo auf den toxischen Rauch reagiert wurde, aber nach dem Bombardement der Raffinerie in Pancevo wurden in Belgrad alle BewohnerInnen gewarnt die Fenster zu öffnen und angewiesen das Radio einzuschalten, da die Wolken sich in Richtung Belgrad bewegen könnten. Die Reinigung der Donau wurde durch die weiteren Bombardements erschwert.

Die NATO bombardierte die Raffinerien jedoch nicht nur ein mal um sie in Brand zu setzen, sondern bombardierte sie ständig, speziell in Novi Sad. Einmal waren fünf oder sechs Raketenangriffe auf die Raffinerie von Novi Sad, jeweils im Abstand von ca. einer Stunde.

Praktisch bedeutete dies, daß die Rettungsmannschaften und Feuerwehren getroffen werden sollten, die die Verwundeten aus der Raffinerie trugen. Ich kann mich erinnern an mindestens sieben verschiedenen Tagen von Bombardements der Raffinerie in Novi Sad gehört zu haben.

Ich weiß nicht ob irgend jemand die Verschmutzung der Donau nach diesen Bombardements gemessen hat, jedenfalls wurden solche Ergebnisse nie veröffentlicht. Viele große Städte flußabwärts — auch in Rumänien, Bulgarien und vielleicht sogar in der Ukraine — hängen in ihrer Wasserversorgung von der Donau ab

Die NATO versuchte auch alle Benzinlager außerhalb der Raffinerien zu treffen um zu „sehen wie gut serbische Panzer ohne Benzin funktionieren.“ Natürlich verursachte jedes zerstörte Benzinlager ebenso toxischen Rauch. Als etwa eine Rakete das Benzinlager im Belgrader Vorort Zeleznik traf, wurden alle BewohnerInnen von Zeleznik und Zarkovo evakuiert und alle anderen BewohnerInnen Belgrads dazu aufgefordert ihre Fenster zu schließen.

Normalerweise werden während der Bombardements die Fenster geöffnet um Verletzungen durch in Kleinstscherben zerlegte Fenster, die der Druck in die Zimmer jagt, zu verhindern. Der Großteil der Verletzungen, die die BewohnerInnen Sarajewos während des Bosnsichen Krieges erlitten, kam durch solche zerschmetterten Fenster zustande. Bei geöffneten Fenstern können die Druckwellen der Bomben hingegen weniger anrichten.

Die von den USA propagierte Strategie des Öl-Embargos — obwohl sie Milosevic teuer kam — war in jedem Krieg, in dem sie bisher angewandt wurde, unwirksam, da Nachbarregierungen — in diesem Fall das NATO-Mitglied Ungarn — immer Willens sind für entsprechende Preise Benzin und alle anderen Ölprodukte in das boykottierte Land zu schmuggeln.

Ich kann mich an Jugopetrol-Tankwagen erinnern, die noch eine Woche nach der Verhängung des Embargos in Rumänien gefilmt wurden. Auch über andere Schmugglerwege — etwa die Donau — konnte mit Bestechung der Grenzbeamten immer Öl und Benzin eingeführt werden. Das einzige Resultat des Embargos war, daß Benzin und Öl für die einfache Bevölkerung extrem teuer wurden. Die Regierung gab zwar Bezugsscheine aus, die nicht verkauft werden durften, aber es gab zu wenige Tankstellen, an denen überhaupt noch Benzin erhältlich war. Nur zwei große staatliche Ölkonzerne hatten Importgenehmigungen. Die kleinen Geschäftsleute konnten nur überleben, wenn sie regierungsfreundlich waren und die richtigen Leute bestachen. Wenn also das Öl-Embargo nur die Folge hatte, daß sich die Benzinpreise erhöhten und das ökonomische Monopol der Milosevic-Clique ausgebaut werden konnte, könnte sich die NATO wohl nur damit rechtfertigen, daß die besten Geheimdienste der Welt keine Ahnung über die Situation hatten.

Bombardierung der chemischen Industrie

Ich erwähnte zuvor die Verschmutzung der Gewässer. Eine weitere Ursache für diese Vergiftung der Flüsse bildete das Bombardement der chemischen Industrie und von Lagerstätten gefährlicher Chemikalien. Vor den NATO-Angriffen war das wichtigste Zentrum der chemischen Industrie in Jugoslawien im bereits erwähnten Pancevo. In Pancevo bombardierte die NATO eine Reihe verschiedener Industrieanlagen und -depots, die entweder mit gefährlichen Substanzen arbeiten oder diese lagern. Die jugoslawischen Medien berichteten aufgrund der Zensur relativ wenig darüber. In Wirklichkeit hätte die Verseuchung von Pancevo zur Evakuierung der Bevölkerung führen müssen. So eine Evakuierungsverordnung wurde auch tatsächlich für einen Tag von der Jugoslawischen Armee ausgeführt, aber schon am nächsten Tag wurde Order erlassen, daß jedeR zurückkehren könne. Die meisten BewohnerInnen der Stadt hatten keine andere Möglichkeit und kein Geld irgendwo unterzukommen.

Ich las im Internet einen Artikel eines Journalisten welcher im Juli oder August nach dem Bombardement in Pancevo war. Er befrage die Fischer, welche ihm die Auskunft erteilten, daß die wenigen Fische die sie lebend fingen durchscheinend und von rötlicher oder gelblicher Farbe waren mit Augen „boulging, like the eyes of junkies“. Sein Führer brachte ihn zu einigen Chemiefabriken, bei denen eine Reihe unmarkierter und unbewachter Becken mit Chemikalien herumstanden, die meisten davon mit einer gelben Farbe. Der Artikel führt weiters aus, daß über der Stadt ein seltsamer Gestank gelegen hätte, den die Bevölkerung sonst nicht gewohnt wäre.

Durch Pancevo fließt nicht nur die Donau, sondern auch zwei kleinere Flüsse, die direkt mit dem Grundwasserspiegel verbunden sind. Aus all dem läßt sich schließen, daß giftige Chemikalien in die Flüße und in das Grundwasser gekommen sind, ein Grundwasser, das zigtausende Menschen mit Trinkwasser versorgte und eine große Zahl bedrohter Tier- und Pflanzenarten enthielt.

Giftgas in den Flüßen

Ebenso in die Donau gigen die Chemikalien der Prva Iskra-Baric-Fabrik im Vorort Baric, 20 Kilometer südwestlich von Belgrad. In der Fabrik wurde Giftgas der Jugoslawischen Armee gelagert. Einer der Lagerbehälter wurde eines Nachts bombardiert oder eine Rakete wurde ganz in die Nähe des Behälters geschossen um Panik auszulösen und einige Techniker und Feuerwehrmänner mit dem Giftgas zu kontaminieren. Wenn der Wind wie üblich in Richtung Belgrad geblasen hätte und der Tank direkt getroffen worden wäre, hätte das Giftgas direkt die Stadt erreichen können und die Hälfte der 1 Million BewohnerInnen Belgrads töten oder zumindest schwer vergiften können. Eine ähnliche Taktik — giftige Chemielager zu bombardieren — wurde auch in Pancevo angewendet.

Das Leck in den Behältern von Baric wurde noch in der Nacht des Bombardements repariert, aber die dortigen Arbeiter entschieden, daß es wesentlich sicherer wäre die ganzen Kampfstoffe in den Fluß Save zu pumpen. Dabei liegt 15 km flußabwärts die Pumpstation, die Belgrad mit Trinkwasser versorgt, und weitere 5 km später fließt die Save in die Donau. Die Chemie die in die Save gepumpt wurde konnte durch den Geschmack oder Geruch des Wassers nicht festgestellt werden und es war auch nicht möglich das Wasser zu reinigen. Die wichtigen Personen wurden gewarnt und es wurde ihnen auch erlaubt ihre engsten FreundInnen und Familien zu warnen das Wasser für eine Woche lang nicht mehr zu trinken und sich nicht damit zu waschen. Sie wurden angewiesen Mineralwasser dazu zu benützen. Die einfache Bevölkerung wurde jedoch nicht informiert und wußte nicht was für Wasser sie da trank. All das hat sich in der zweiten Hälfte des Mai ereignet. Was ich von Leuten mit Haustieren gehört habe, haben die meisten Hunde mit großen Schmerzen überlebt, aber alle Leute, die Vögel oder Fische hielten, berichteten, daß diese innerhalb einer Woche starben. Die gehaltenen Fische starben alle nachdem ihr Wasser gewechselt worden war. Zwei Bekannte von mir mit empfindlicheren Mägen hatten die ganze Woche über Magenschmerzen. Wenige Tage nach dem Ende dieser Woche veröffentlichte die regierende Partei eine Studie, daß keine Verseuchung des Wassers in Belgrad festzustellen sei. Die Meßdaten dazu wurden genau nach dieser einwöchigen Frist genommen.

Der größte Fluß Jugoslawiens ist die Donau, der zweite die Save, der dritte die Morava, die durch den Zusammenfluß der westlichen und östlichen Morava gebildet wird. An der westlichen Morava liegt die kleine Stadt Lucani, zwischen Uzice und Cacak. Auch in Lucani wurde die Industrie bombardiert, was auch hier zum Austritt von Chemikalien in den Fluß führte. Ich weiß, daß einige Menschen in den Dörfern entlang der westlichen Morava starben nachdem sie sonst völlig sauberes Wasser getrunken hatten. Nach diesen Toten gingen einige Offizielle herum um die Dorfbevölkerung zu warnen das Wasser zu trinken. Meine Großmutter hat einen Bauernhof in einem solchen Dorf in der Nähe des Flußes und auch sie wurde so gewarnt.

Wetter

Für ihr Bombardement verwendete die NATO sehr viele lasergesteuerte Waffensysteme und Sateliteninformationen. Die Zielgenauigkeit der lasergesteuerten Waffen ist bei Regen und Nebel stark reduziert. Dies ist unter Umständen einer der Gründe warum nicht bereits im Oktober 1998 mit dem Bombardement Jugoslawiens begonnen wurde obwohl die NATO-Repräsentanten ständig damit drohten.

Es verwundert bei der Lektüre der Invasionspläne, wie viel Wert auf das Wetter gelegt wird. Aber die NATO wußte, daß Jugoslawien in den Achzigerjahren nicht nur ein wichtiger Waffenexporteur war, sondern auch eine starke Armee besaß, die das blockfreie Land eisern sowohl gegen Gefahren der NATO wie des Warschauer Paktes verteidigte.

Die NATO verstand, daß sie gutes Wetter für einen befriedigenden Sieg über Jugoslawien benötigte. Aber durch den Rauch und Smoke der Bomben war das Wetter ganz entgegen der üblichen Wetterlage während dieser Jahreszeit ständig bewölkt. Die NATO schoß Gegenstände aus Silber und einigen anderen Materialien in die Wolken um diese zum regnen zu bringen. Bisher ist jedoch nicht genau bekannt was für Technik dabei wirklich angewandt wurde und die NATO weigert sich darüber Auskünfte zu erteilen.
Eine andere Ursache der Wetterveränderungen stellt die Tatsache dar, daß ständig NATO-Flugzeuge über Jugoslawien flogen und Tonnen an Treibstoffen in die Atmosphäre bliesen. Dadurch entstand über dem Balkan ein eigenes Ozon-Loch, das sich angeblich in Richtung Nordwesten bewegt, also in Richtung Österreich und der EU.

Im späten Mai und in der ersten Hälfte des Juni konnte ich ein sehr seltsames Wetter beobachten. Es existierten nicht nur die unüblichen Hochwolken, sondern ebenso ständige Lichtblitze im bewölkten Himmel. Normalerweise, wenn es um Belgrad blitzt, kann ich diese sehen oder zumindest erraten wo sie gerade sind. Aber diese Lichtblitze sahen nicht aus wie normale Blitze. Mindestens vier mal kann ich mich erinnern, daß diese Lichtblitze aus einem undefinierten Platz kamen. Mindestens der halbe Himmel wurde von diesen Lichtblitzen erfüllt. Die einzige logische Erklärung dafür wäre, daß sehr starke Blitze von weit her kamen, aber dann wäre der Donner nicht so stark gewesen. Vielfach kam es außerdem zu Ausfällen der Radioübertragung. Den Großteil des August verbrachte ich aber in Rumänien auf dem Ecotopia-Camp, wo ich auch die Wetterveränderungen in den Nachbarstaaten Jugoslawiens beobachten konnte.

Uran-Geschosse

Die NATO verwendete während ihres Bombardements ständig Depleted Uranium (DU)-Geschosse aus abgereichertem Uran. Solche DU-Geschosse werden nicht verwendet weil sie das beste Material für panzerbrechende Waffen, ... darstellen, sondern weil sie es den Atomkraftwerken erlauben auch noch ihren nuklearen Müll den eigenen Staaten zu verkaufen, anstatt für die Entsorgung des Mülles zu bezahlen.

Atomkraftwerke benützen angereichertes Uran für ihren Betrieb. Abgereichertes Uran ist ein Nebenprodukt dieser Anreicherung, mit anderen Worten: unnützer Abfall, der irgendwo gelagert werden muß. Die Art der Entsorgung als DU-Geschosse bedeutet, daß mit jedem DU-Geschoß gefährliche radioaktive Partikel in den Boden, die Luft und das Wasser gelangen.

In größerem Ausmaß wurden DU-Gschoße bisher in den Kriegen der NATO gegen den Iraq und Jugoslawien eingesetzt. Im Iraq konnten zuerst die Folgen der DU-Geschosse nicht leicht erkannt werden. Nach den DU-Explosionen wurden die mikroskopisch kleinen radioaktiven Partikel in den Wind, das Wasser, ... getragen. Über den Boden gelangten sie in die Nahrungsmittel und über die Flüße und das Grundwasser in das Trinkwasser der Menschen. Die Konsequenzen daraus sind noch immer unabsehbar. Wie wir aus Hiroshima, Nagasaki und Tschernobyl gelernt haben, zeigen sich die wirklichen Schäden erst nach einer Generation. Seit dem US-Bombardement gegen den Iraq hat sich der Anteil an Krebskranken unter der Bevölkerung des Iraq, insbesondere unter den Kindern, massiv vergrößert.

Ich kann mich noch an die Fotos erinnern die mir ein DU-Experte am Ecotopia-Camp diesen Sommer gezeigt hat, speziell zwei Fotos von Kindern, die solche radioaktiven Partikel irgendwie in der Körper aufgenommen haben. Eines der Kinder hatte einen großen Tumor im Magen mit einem rot infizierten Punkt an der Stelle an der sich der Partikel befand.

Gegen Jugoslawien — inclusive des Kosov@ — setzten die Luftwaffen der NATO-Staaten mehr DU-Geschosse ein als sie zählen können. Jemand erwähnte etwas von etwa 37.000 DU-Sprengköpfen. Auf Anfragen bei US-Offiziellen wurde geantwortet, daß diese Waffen ständig benutzt würden und niemand mitzählen würde.

Die jugoslawische Bevölkerung wußte zwar während des Krieges von der Verwendung der DU-Geschosse, wurde aber über die Konsequenzen völlig im Dunklen gelassen.

Um die Verseuchung des Landes festzustellen ließ die jugoslawische Regierung ein UN-Team in das Land, welches zwar erhöhte Beta- und Gammastrahlung messen konnte, diese aber als „tolerierbar“ einschätzte. Die Alphastrahlung, welche bei DU-Waffen den größten Anteil der freigesetzten Radioaktivität ausmacht, wurde jedoch nicht gemessen. Die selbe UN-Kommission hatte bereits zuvor die chemische Verseuchung als „tolerierbar“ bezeichnet, obwohl einige Chemikalien in der zehnfachen Konzentration der von der UNO definierten Grenze der Gesundheitsgefährdung gemessen wurden.

Auch die Fauna Jugoslawiens wurde von diesem Krieg in Mitleidenschaft gezogen. Wie jeder Zooangestellte in Belgrad bestätigen kann machten die Bomben Tiere verrückt. Wildlebende Tiere flohen zu tausenden aus Jugoslawien und insbesondere aus dem Kosov@.

Quo vadis Jugoslawien?

Das Ölembargo für Jugoslawien tut sein übriges. Die größte Stadt Jugoslawiens, Belgrad, ist nicht im Programm „Energie für Demokratie“ und bekommt damit auch im Winter keine Heizmaterialien, kein Öl, kein Benzin. Das NATO-Bombardement zerstörte das Fernwärmeheizkraftwerk, das fast die Hälfte der Stadt mit Wärme versorgte. Offiziell ist Belgrad nicht im Programm weil es von der Serbischen Erneuerungsbewegung Vuk Draskovics regiert wird, welche Milisevic unterstütze. Dann stellt sich allerdings die Frage, warum der Westen Draskovic immer noch als Oppositionsführer betrachtet. In Wirklichkeit hatten viel mehr BelgraderInnen für die sogenannte „demokratische Opposition“ gestimmt, als etwa in Pirot , das sich auf der Liste der Öllieferungen des Westens befindet. Dahinter steht der Gedanke die Bevölkerung zur Wahl prowestlicher Parteien zu bewegen. Es ist jedoch eine Illusion, daß die Bevölkerung, nachdem die NATO das ganze Land zerbombt hat, ausgerechnet jene Parteien unterstützen soll, die von jenen unterstützt werden die das Land zuvor zusammengebombt haben.

Aber unter Umständen ist es gar nicht so ein einheitlicher Wusch des Westens Milisevic loszuwerden. Schließlich stellt seine Existenz den besten Grund dar offizielle und inoffizielle EU-US-Protektorate wie Bosnien, Kosov@ oder Mazedonien in der Region besetzt zu behalten. Viel wahrscheinlicher ist eine langfristige neuerliche Eskalation der Konflikte in der Region, etwa in Montenegro wo Milosevic bereits ihm ergebene Paramilitärs ausrüsten läßt. NATO und Milosevic gemeinsam könnten hier einen neuerlichen Krieg produzieren.

Kriege werden benötigt da die US-Regierung noch lange nicht alle DU-Geschosse verbraucht hat. Eine Änderung der Regierung in Belgrad und eine erneute Verlagerung des Interventionsspielplatzes vom Balkan in den Mittleren Osten würde eine Beruhigung des Balkan erlauben, das ist zur Zeit aber unwahrscheinlich. Die USA haben schon einmal gezeigt, daß sie einen destabilisierten Balkan wollen, da sie Milosevics Machtergreifung voll unterstützt haben, ganz so wie jene Saddam Husseins im Iraq.

Logischer wäre ein neuerlicher Krieg in Montenegro und dann könnten später auch noch SeparatistInnen in der Vojvodina mit Geld und Waffen unterstützt werden.

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