ZOOM 1/1998
März
1998

Liebe Leserin, lieber Leser!

Wenn Sie erwartet haben, im dritten Jahr ihres Erscheinens in der ZOOM endlich einen Kameratest zu finden, dann müssen wir Sie leider enttäuschen. Wenn Sie sich aber mehr Debatten in der ZOOM erhoffen, dann trifft sich das schon besser. Mit dieser Ausgabe möchten wir gleich zwei Diskussionen eröffnen. Die Auseinander­setzung mit gesellschaftlicher Gewalt ist für ein Medium, deren Herausgeberin die „Gewaltfreiheit“ im Namen führt, ein, wenn nicht: das zentrale Thema. Der Text von Franz Schandl über „Dialektik und Dimension der Gewalt“ (Seite 4) ist ur­sprünglich in Folge des Un­glücks bei Ebergassing ent­standen. Knapp drei Jahre später ist Gelegenheit, die da­malige, überhitzte Debatte nüchterner und den verän­derten gesellschaftlichen Be­dingungen entsprechend zu führen. Während Gewalt zu­nehmend unsichtbarer wird, ist sie doch keineswegs am Verschwinden — im Gegen­teil. Der angestrebte, in fak­tischen Schritten bereits lau­fend vollzogene NATO-Beitritt wird die innenpolitische Diskussion auch die nächsten Monate mitbestimmen. Im März wird die Bundesregie­rung ihren „Optionenbe­richt“ präsentieren. Wir wol­len dem platitüdenhaft geführten öffentlichen Dis­kurs eine differenziertere Analyse von NATO, Neutra­lität und möglichem antimili­taristischem und pazifisti­schem Widerstand gegenü­berstellen — etwa der Frage, ob sich dieser eher an einer Anti-NATO- oder einer Pro-Neutralität-Strategie orien­tieren soll (Seite 12). Beide Debatten sollen in den näch­sten Ausgaben fortgesetzt werden. Wir laden alle Lese­rinnen ein, sich an diesen zu beteiligen. Schließlich möch­ten wir Sie noch auf die Anti-NATO-Arbeitsgruppe hin­weisen, die sich in der Ar­beitsgemeinschaft für Wehrdienstverweigerung gebildet hat. Termine der Treffen kön­nen Sie bei uns erfragen.

Wenn Sie erwartet haben, wir berichteten auch in die­ser Ausgabe über die gegen Alternativmedien gerichteten Vorgänge rund um die Pu­blizistikförderung, müssen wir Sie ebenfalls enttäuschen. Völlig überraschend hat die ZOOM Ende letzten Jahres doch noch eine Förderung zugesprochen bekommen. Ebenfalls gefördert wurde die akin. Da diese aber nach wie vor mit finanziellen und per­sonellen Problemen zu kämpfen hat, möchten wir das Augenmerk unserer Le­serinnen auf die von uns sehr geschätzte Wochenzeitschrift lenken, insbesondere auf die Möglichkeit, diese zu abon­nieren: akin, Wipplingerstraße 23/20, 1010 Wien.

Wir würden uns freuen, zahlreiche ZOOM-LeserInnen beim „anti militarismus benefiz“ am 28. Februar im Ernst Kirchweger Haus begrüssen zu können (siehe hintere Umschlagseite) und wünschen viel Spaß beim Lesen,

Die ZOOM-Redaktion
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