FORVM, No. 232
April
1973

Linke in der Linken

Zur Geschichte und Theorie der Jusos

Innerhalb der Jungsozialisten ist ein Konflikt ausgebrochen. Es geht dabei vor allem um die Theorie vom „Staatsmonopolistischen Kapitalismus“ (Verschmelzung der Macht der Monopole mit der Macht des Staates) und um die sich daraus ergebenden strategischen Konsequenzen. Die auf Lenin zurückgehende „Stamokap“-Theorie ist in der Literatur der sozialistischen Länder über die Entwicklung des Spätkapitalismus heute bestimmend. In die Diskussion innerhalb der Jungsozialisten wurde dieser Begriff durch das „Hamburger Strategiepapier“ für den Bundeskongreß der Jusos 1971 in Hannover eingeführt. Der Bundesvorstand (BV) der Jusos antwortete mit einer von Johann Strasser ausgearbeiteten Polemik („Strasser-Papier“) gegen die „Stamokap-Fraktion“. Strasser kritisierte vor allem die Beschreibung der Rolle des Staates als Instrument der herrschenden Klasse und die Stellung der Juso-Linken zur DKP. Auf das Strasser-Papier antworteten der Bundeszentralrat des SHB (Sozialdemokratischer Hochschulbund), gegen dessen Theorie und Politik vom BV der Jusos schwerwiegende Vorwürfe erhoben wurden, und die Autoren des Hamburger Strategiepapieres. Beide Stellungnahmen betonten, daß die ideologischen Differenzen innerhalb der Jusos in aller Offenheit und Schärfe diskutiert werden müßten; darüber dürften jedoch die größeren und schwererwiegenden Meinungsverschiedenheiten gegenüber den prokapitalistischen Kräften innerhalb der SPD nicht in den Hintergrund treten. Im nachfolgenden Beitrag beschreiben die Autoren des Hamburger Strategiepapieres die Entwicklung der theoretischen und politischen Differenzen bei den Jungsozialisten seit dem Bundeskongreß 1969 in München.

A. K.
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