Grundrisse, Nummer 15
September
2005

Reading Capital Politically – Das Kapital lesen, aber politisch

Kapitel 5: Die Wertform

Der Abschnitt über die Wertform im „Kapital“ beginnt mit der einfachen Wertform und endet mit der Geldform. Dieser Argumentationsaufbau führt uns geradewegs zum endgültigen Wertausdruck, dem Geld, das im zweiten und dritten Kapitel des 1. Bandes des „Kapitals“ näher bestimmt wird. Geld mit allen Implikationen als Wert zu begreifen, ist in der aktuellen Krise elementar. Es darf keinerlei Unsicherheit über die Rolle des Geldes im derzeit laufenden Gegenangriff des Kapitals geben. Das Kapital versucht nicht nur, uns durch Entlassungen und Lohnkürzungen direkt und durch höhere Preise (für Essen, Kleidung, Transport etc.) indirekt Geld wegzunehmen, sondern reduziert auch die Quantität und Qualität der Dienstleistungen, die wir für unsere Steuern erhalten (Feuerwehr, Ausbildung, Gesundheitsversorgung etc.). Die Krise bringt aber auch fundamentale Änderungen im ganzen Finanzsystem mit sich, als deren dramatischsten Effekte die systematische Geldentwertung durch Inflation, Reorganisation der internationalen Währungsinstitutionen sowie Vereinbarungen zwischen den kapitalistischen Nationalstaaten über Währungsangelegenheiten zu nennen sind. Um diese Prozesse zu verstehen, müssen wir wissen, was Geld überhaupt ist.

Was bedeutet Geld für das Kapital? Welche Rolle spielt es im Klassenkampf? Hat sie sich seit Marxens Zeit etwas verändert? Diese Fragen werden im „Kapital“ natürlich nicht beantwortet, aber wir bekommen einige fundamentale Einsichten in die Natur des Geldes und seinen Stellenwert fürs Kapital, die heute nicht weniger zutreffen als damals. Gestützt auf diese Einsichten, lässt sich leichter verstehen, wie das Kapital Geld als Waffe gegen uns verwendet.

Um die These, dass Geld gegen die ArbeiterInnenklasse eingesetzt wird, zu illustrieren, können wir auch die Schriften bürgerlicher ÖkonomInnen lesen und müssen nicht ausschließlich die Marxsche Untersuchung der Wertformanalyse studieren. In der Zeit nach dem II. Weltkrieg bestand die wichtigste Funktion der Inflation darin indirekt Realeinkommen von der ArbeiterInnenklasse zum Kapital zu übertragen. Das Kapital setzte diesen Mechanismus bewusst und kalkuliert im Klassenkampf und gegen die Dritte Welt ein. Solche inflationäre Entwicklungspolitiken erfordern künstliche Preissteigerungen durch eine entsprechende Fiskal- beziehungsweise Währungspolitik. Die Geldentwertung führte zu einem eklatanten Rückgang der Reallöhne. Weil Kapitalanlagen durch Inflation in ihrem Wert steigen, bewirkt diese einen ständigen Werttransfer der ArbeiterInnenklasse zum Kapital. Diesen Angriff auf die ArbeiterInnenklasse verteidigen bürgerliche EntwicklungsökonomInnen wie W. A. Lewis mit jener „Abstinenztheorie“, die Marx bereits vor 100 Jahren im 3. Abschnitt des 24. Kapitels widerlegt hat. [1] Im Gegensatz zur verschwenderischen ArbeiterInnenklasse, behaupten sie, hätten die Kapitalisten eine stake Neigung ihr Einkommen zu bewahren und zu investieren. Daher, so argumentieren solche „EntwicklungsökonomInnen“, würde ein Transfer der Realeinkommen von der verantwortungslosen ArbeiterInnenklasse zu den weisen, vorausschauenden KapitalistInnen direkt zu vermehrten Spareinlagen und steigenden Investitionen führen. In anderen Worten: Durch eine kalkulierte, ständige Entwertung des Geldes in den Händen der ArbeiterInnenklasse versucht das Kapital, sich selbst zu bereichern und dadurch eine schnellere Akkumulation zu ermöglichen. Es ist tatsächlich das Kapital, das Geld als Waffe einsetzt. Auch heute zieht Inflation, wiewohl durch andere Methoden erzeugt, den ArbeiterInnen wieder mit aller Macht weltweit ihr Realeinkommen aus der Tasche.

Trotz offenkundiger Beispiele hatten die Linke im Allgemeinen und marxistische ÖkonomInnen im Besonderen nur wenig über die Wertform, die Geldform, beziehungsweise die Rolle des Geldes im Kapitalismus zu sagen. Mensch könnte versucht sein, dies einfach intellektuellen Fehlern zuzuschreiben, nämlich der generellen Tendenz, die Warenzirkulation als „Oberflächen“-Phänomen zu behandeln, in der sich Änderungen in den „zugrunde liegenden“ Produktionsverhältnissen bloß widerspiegeln würden. Wert wird in der Produktion „geschaffen“ und in der Warenzirkulation nur „realisiert“. In diesem Zusammenhang wird allein die Substanz des Wertes als wesentlich und wirklich gedacht. Hingegen wird die Form des Werts als äußerlich und indifferent gegenüber ihrem Inhalt angesehen und als eine bloß unwesentliche Formalität abgetan. Änderungen der Form der Geldentwertung durch Inflation werden durch unkontrollierbare Folgeerscheinungen von Änderungen in der Produktionssphäre erklärt. Mit anderen Worten: Weil die Zirkulation nur als eine Widerspiegelung von Kämpfen in und um die Produktion angesehen wird, werden Geld und Waren nicht als wichtige Aspekte des Kampfes erkannt. Wir sollten die Politik der Linken, die sich für Wertform und Geld nicht interessiert, nicht einfach einem intellektuellen Missverständnis über die Beziehung zwischen Zirkulation und Produktion zuschreiben. Unsere Fragestellung muss vielmehr lauten: Warum hat die Politik der Linken immer wieder zu einer solchen Vernachlässigung der Wertform geführt?

Am Beginn dieser Fehlentwicklung steht die Zweite Internationale. Ihre Debatten über Partei/Gewerkschaften/Parlament und Ökonomie/Politik habe ich bereits erwähnt. Bis zu einem gewissen Ausmaß bezogen sich diese Diskussionen auf eine Formfrage – nämlich auf die Organisationsform der ArbeiterInnenklasse. Die SozialdemokratInnen traten für organisatorische Formen ein, die sie für geeignet hielten, um Länge und Intensität des Arbeitstages herabzusenken sowie um höhere Löhne zu kämpfen: Gewerkschaften und das Parlament. Die Bolschewiki lehnten diese Formen ab und plädierten für eine andere, für die leninistische Partei. Ihre Ablehnung der sozialdemokratischen Organisationsformen resultierte nicht aus besonderen Vorlieben für Formfragen, sondern betraf unmittelbar und zentral den Grundgehalt des Klassenkampfes: den Sturz des Kapitalismus. Sturz des Kapitalismus bedeutete für Lenin und andere Kampf um die Eroberung der Staatmacht in Auseinandersetzung mit anderen gut organisierten, nicht proletarischen Gruppen und Organisationen. Der Sieg der Bolschewiki, ihre Machtergreifung in Russland 1917 begründete die Ausrichtung auf „Inhalte“ (den Umsturz der Staatsmacht), stellte die leninistische Form der Partei außer Diskussion und beendete für Jahrzehnte die orthodox-marxistische Debatte über Organisationsfragen. Nichtparteiförmige Organisation und eine ganze Reihe von Kämpfen wurden aus dieser Perspektive als sekundär und unwesentlich denunziert.

Unter Führung der Partei als wohletablierte Form der Klassenkontrolle, so wurde argumentiert, könnten alle anderen Probleme geregelt werden. Teilweise erkannte Lenin, dass die Wiedereinführung von bürgerlichen Formen der Produktionsorganisation, wie z.B. Lohnhierarchien, Schritte zurück bedeuteten. Manchmal war er einfach blind gegenüber den Beziehungen zwischen Form und Klasseninhalt, wie etwa seine positive Beurteilung des Taylorismus zeigt. Diese Tendenz, Form und Inhalt zu trennen (den Klasseninhalt der Formen zu ignorieren oder zu verfälschen), wuchs in dem Maße, in dem „Entwicklung“ und Kapitalakkumulation zu vorrangigen Zielen der Partei wurden. Der Widerstand der Partei gegenüber anderen Formen von Organisation kann an ihrer negativen Haltung zu den Arbeiterräten in Westeuropa nach dem Ersten Weltkrieg und der Zerschlagung der „Sowjets“ in Russland selbst abgelesen werden. Das vielleicht dramatischste Beispiel dieser Form-Inhalt-Konfusion war die Behauptung, das Zwangsarbeitslager, der Gulag, wäre eine geeignete Form, um emanzipatorische Ziele der ArbeiterInnenklasse zu verwirklichen, statt sie als eine Form der Kontrolle über die ArbeiterInnenklasse zu denunzieren.

Wenn auch die gewaltigen Probleme in dieser Periode – zum Beispiel die Beziehung BäuerInnen/ArbeiterInnen, die ausländische Intervention und das niedrige industrielle Entwicklungsniveau– diese Trends verständlich machen, sind sie von der Linken zu Unrecht bloß als Frage der äußerlichen Form von Kampf und Organisation behandelt worden. Anstatt zu erkennen, dass die alte Formel der Parteiherrschaft einerseits historisch bedingt war, andererseits zugleich einen Faktor für den Misserfolg der Russischen Revolution darstellte, interpretiert die orthodoxe Linke die leninistische Parteiformel völlig unhistorisch als zeitlose Wahrheit -– eine Form erstarrt für alle Ewigkeit. [2] „Tritt ein in die Partei und zerschlage den Staat“ ist ihr Slogan geworden – welche Partei und welchen Staat auch immer.

Und danach? Einmal mehr verdeckt die Diskussion über „sozialistische“ Entwicklung den Klassencharakter der vorgeschlagenen Maßnahmen: Indem erneut Formfragen und inhaltliche Fragen durcheinander gebracht werden, wird das eigentliche Ziel, alle zum Arbeiten zu zwingen um die Akkumulation zu steigern, verschleiert. Allerdings wurde der Akzent verschoben: In der Diskussion über den „Sozialismus“ spricht die Linke nur von Form (Organisation der Produktion) und nie von Inhalt (Arbeitzwang). Hinter den Masken ArbeiterInnenpartei und sogar ArbeiterInnenkontrolle findet sich die Fortsetzung des paradoxen Versprechens des Kapitals, das Marx so oft attackiert hat: eine wachsende Produktivität, die, statt die arbeitende Klasse von Arbeit zu befreien – und damit von ihrer Natur als ArbeiterInnenklasse –, zu immer mehr Arbeit und mehr Akkumulation führt.

Die sozialdemokratische Fokussierung auf die Form der parlamentarischen Demokratie, die ihren bourgeoisen Inhalt ignoriert und damit ihren begrenzten Nutzen für die ArbeiterInnenklasse, und die linke Fokussierung auf den Inhalt des Klassenkampfs, die die Form dieses Kampfes auf die Partei reduziert, sind zwei politische Richtungen, die versuchen, die ArbeiterInnenklasse an den Kapitalismus zu fesseln. Für die SozialdemokratInnen sind außergesetzliche Handlungen undemokratisch und antisozial(istisch). Für die Linke sind nach der Eroberung der Staatsmacht (d.h. in den sozialistischen Ländern) Kämpfe um die Länge des Arbeitstages oder über Lohnhöhe konterrevolutionär und aufrührerisch. In beiden Fällen wird der Einsatz der Polizei unterstützt, um das Kapital zu schützen und die ArbeiterInnenklasse zu disziplinieren. Watts und Budapest, Detroit und Prag – die Analogien kommen einem leicht in den Sinn.

Die Kämpfe der ArbeiterInnenklasse haben aber diese beiden Einschränkungsversuche immer wieder durchbrochen. Sowohl in bürgerlichen als auch in sozialistischen Demokratien fährt die ArbeiterInnenklasse fort, die legalen Beschränkungen des Kapitals in ihrem Handeln abzulehnen, das reicht von direkter Aneignung über Wildcat-Streiks bis hin zum bewaffneten Kampf. Von den Kohlenrevieren und den Städten der Vereinigten Staaten über die Weizenfelder Russlands bis zu den Fabriken Südchinas findet der Kampf der ArbeiterInnenklasse seine Fortsetzung. Einer der bemerkenswerten Faktoren in der gegenwärtigen Weltkrise ist die Vielfalt ihrer Kampfformen. Als Grundlage, um diese Formen zu verstehen und eine noch stärkere Organisation zu entwickeln, müssen wir die wesentlichste Form des Klassenkampfs begreifen. Verschiedene Aspekte dieser Form werden in Marxens Analyse der Wertform herausgearbeitet.

Seine Analyse des Tauschwertes als Form oder der Wertform ist in vier Abschnitte gegliedert:

  1. Einfache, einzelne oder elementare Wertform
  2. Totale oder entfaltete Wertform
  3. Allgemeine Wertform
  4. Geldform.

Diese Teile sind analytisch und entwickeln in vier Stufen die Bestimmung der Wertform. Marx beginnt mit der einfachsten Form: der Beziehung zwischen zwei austauschbaren Einzelwaren: xA = yB und kommt zur völlig entwickelten Form xA = y$. In jeder dieser Stufen erhält die Wertform eine vollständigere Bestimmung als ein spezifisches Element der Ware. Marx zeigt, dass, geradeso wie der Gebrauchswert einen Ausdruck und eine Existenz im Warenkörper, auch der Wert seinen unabhängigen Ausdruck und seine eigenständige Existenz in der Geldform bekommt. Der Fortgang durch die vier Stufen ist ein Fortschritt in der Erscheinungsweise von Wert auf eine immer allgemeinere Weise – beginnend mit einer zufällig gewählten einzelnen Ware, dann einer Vielfalt von Waren, dann irgendeiner gegebenen Ware, die mit allen anderen universell austauschbar ist und endlich eine gegebene Ware, die, fixiert durch gesellschaftliche Gewohnheit als Geld fungiert. Wir entdecken derart nicht nur den völlig entwickelten Wertausdruck, sondern gleichzeitig auch die bestimmende Rolle von Geld in einer kapitalistischen Ökonomie. In den „Grundrissen“, also bevor Marx die Darstellungsweise ausgearbeitet hatte, die er im „Kapital“ verwenden wird, ist offensichtlich, dass das Verständnis von Geld ein zentrales Thema seiner Studien über Wert und abstrakte Arbeit ist. In den Notizbüchern, die das „Geldkapitel“ enthalten, werden zahlreiche der Bestimmungen des ersten Kapitels des „Kapitals“ diskutiert, nicht als abstrakte Qualitäten von Waren im allgemeinen, sondern direkt als Bestimmungen von Geld. Geld erscheint direkt als die ultimative Ware.

Einzelne, einfache oder zufällige Wertform

„… die einfachste Warenform“, schrieb Marx 1867 an Engels, enthält „das ganze Geheimnis der Geldform und damit in nuce aller bürgerlichen Formen des Arbeitsprodukts …“ [3] Im dritten Unterkapitel des ersten Kapitels beginnt Marx daher mit der einfachsten Warenform: dem Tausch von zwei einzelnen Waren in gegebenen Mengen:

x Ware A = y Ware B
          (ist wert)

Was er zeigt, ist ganz einfach, nämlich wie es dazu kommt, dass durch diesen Austausch der Wert der Ware A seinen unabhängigen Ausdruck und seine konkrete Manifestation in der Ware B findet. Diese einfache oder grundlegende Austauschrelation wird zufällig genannt, da es ein Zufall ist, welche Ware den Wert der anderen ausdrückt. Dieses Verhältnis ist keine mathematisch reversible Gleichung, obwohl sie oben in Form einer Gleichung dargestellt wird. Marx betont, dass das Gleichheitszeichen eine Abkürzung für „ist wert“ darstellt. Der Ausdruck „ist wert“ ist nicht reversibel, linke und rechte Seite können nicht wie bei einer gewöhnlichen Gleichung vertauscht werden. x Ware A ist y Ware B wert. Das ist nicht das gleiche, wie zu sagen, dass y Ware B x Ware A wert ist. Wenn A B wert ist, dann drückt B den Wert von A aus. Ist B A wert, dann drückt A den Wert von B aus. Der Großteil der Analyse dieses Unterkapitels besteht darin, die Bearbeitungen und Bedeutungen dieses nicht umkehrbaren Verhältnisses zu analysieren.

Marx behandelt zuerst die qualitativen Aspekte dieser Relation, wobei er die quantitativen Konstanten x und y vernachlässigt. Er formalisiert die asymmetrische Struktur des „ist wert“ in der Gleichung und analysiert die Rolle beider Pole [Ware A und Ware B].

Die Ware A wird relative Wertform genannt, weil ihr Wert ausgedrückt und relativ zur Ware B ist. Ware B ist die Äquivalentform, weil sie als materielles Äquivalent für den Wert der Ware A dient. Mit anderen Worten: Ausgedrückt wird der Wert der Ware A, die Ware B übernimmt die Rolle der Erscheinungsform des Wertes der Ware A. Deshalb ist der Tauschwert die Form des Wertes, denn er ist Erscheinungsform oder Manifestation des Wertes. Um den Wert der Ware B auszudrücken, ist es notwendig, die Gleichung in „y Ware B ist x Ware A wert“ umzukehren. In diesem Fall ist B die relative Wertform und A die Äquivalentform.

Ein weiteres Mal finden wir beides – den Gegensatz und die Einheit. Wir haben einen Gegensatz, da die relative Wertform [die Ware A] und die Äquivalentform [die Ware B] exakt das Gegenteil voneinander sind und zwei entgegengesetzte, widersprüchliche Pole bilden. Wir haben eine Einheit, weil jeder Pol ein Teilausdruck der einfachen Form des Tauschwertes als Ganzes ist. Zusammen sind sie „voneinander abhängig und untrennbar.“ Ware A kann keine relative Form haben, ohne dass sie ein Äquivalent B hat und umgekehrt. Wir finden wiederum die „Einheit der Gegensätze“, die wir im Fall des Gebrauchs- und Tauschwertes der Ware fanden. Die zwei Teilausdrücke des Wertes repräsentieren zwei Seiten des aktuellen Austauschprozesses. Wenn ein Gut auf den Markt gebracht wird, findet seine BesitzerIn heraus, was es wert ist, indem sie es austauscht. Was angeeignet wird, ist der Ausdruck seines Wertes. Formal gesprochen: Um herauszufinden, ob die BesitzerIn ein angemessenes Geschäft machte, müsste das Äquivalent wiederum verkauft werden, um so zu sehen, ob das, „was es wert ist“, ein Äquivalent gleich dem ursprünglichen Gut ausdrückt. Diese Einheit der Gegensätze, wie die zwischen Gebrauchs- und Tauschwert, nimmt die Form eines Klassenkampfes an: zwei einander entgegengesetzte Sichtweisen und Kräfte vereint in einer widerspruchsvollen Totalität. Das ist ganz offensichtlich der Fall, wenn das „Gut“, das auf den Markt gebracht wird, die Arbeitskraft der ArbeiterInnenklasse ist. Wenn Arbeitskraft an das Kapital verkauft wird, befindet sie sich in der relativen Wertform und der Wert, der erzielt wird (mittels des Lohns oder eines anderen Einkommens) entspricht der Äquivalentform. Eine Untersuchung jeder dieser Formen wird das Verhältnis weiter aufklären.

Die relative Wertform

Warum wird der Wert in B und nicht in etwas anderem ausgedrückt? Weil das einzige, was die andere Ware mit A gemeinsam hat, ihr Wert ist. Das wird durch ihren unterschiedlichen Gebrauchwert garantiert. Wenn sie nicht unterschiedlich, sondern gleich wären – z.B. zwanzig Yards Leinen sind zwanzig Yards Leinen wert – dann könnte dieser Ausdruck all die gemeinsamen Charakteristika der zwei Mengen Leinen ausdrücken. Das würde keine Wertform bilden und im Wesentlichen sinnlos sein, genauso sinnlos wie jeder andere Ausdruck der Form A ist gleich A, den man für sich nimmt. Da das einzig Gemeinsame der Wert ist, handelt es sich dabei um den einzigen Aspekt der Ware A, der durch die unterschiedliche Naturalform der Ware B ausgedrückt werden kann. Das heißt, dass die Ware A einen Ausdruck ihres Wertes in B findet – ihr Wert [der Wert der Ware A] findet zu einem unabhängigen Ausdruck.

Aber Wert ist Arbeit. Marx hebt hervor, dass die Beziehung zwischen zwei Waren notwendigerweise die Beziehung zwischen der in ihnen enthaltenen Arbeit darstellt. Es ist diese Gleichsetzung der zwei Arbeitsprodukte, durch die wir abstrakte Arbeit von nützlicher Arbeit getrennt sehen, wobei es letztere ist, welche die spezifischen Waren produzierte. Mit anderen Worten: Was wir sehen, ist, wie die anscheinend fragmentierte Welt des Warenaustausches dennoch die zugrunde liegenden sozialen Verhältnisse von Kapital und Arbeit zum Ausdruck bringt. Erst die Gleichsetzung im Austausch bringt die Reduktion der verschiedensten Arten von nützlicher Arbeit auf abstrakte Arbeit hervor, die vom Kapital durch soziale Spaltung und Arbeitsteilung im Kampf mit der ArbeiterInnenklasse durchgesetzt wird. So wie Formbarkeit und Verteilung der Arbeit die Ersetzbarkeit einer ArbeiterIn durch eine andere und daher die „Abstraktheit“ der Arbeit impliziert, drückt der Tausch die Ersetzbarkeit einer verkörperten Arbeit durch die andere und daher Wert aus.

In seiner Diskussion der quantitativen Aspekte der relativen Wertform weist Marx auf zwei Punkte hin. Erstens, eine Größe kann nur relativ zu einer anderen ausgedrückt werden, wenn beide in der gleichen qualitativen Einheit ausgedrückt werden können. Wenn einmal feststeht, dass zwei Waren in ihrem Wert gleich sind, dann ist es möglich zu erkennen, wie eine Wertmenge der einen in einer bestimmten Menge von Gebrauchswert der anderen Ware ausgedrückt werden kann. Zweitens zeigt er, dass der Wertausdruck sich ändern wird, wenn sich die notwendige Produktionszeit der Ware A oder der Ware B ändert. Einige Seiten vorher, im ersten Unterkapitel besprach Marx im Zusammenhang mit dem Begriff der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit die Auswirkungen unterschiedlicher [Arbeits]Produktivität. Im zweiten Unterkapitel analysierte er das Verhältnis von Produktivität, nützlicher und abstrakter Arbeit. Wir erinnern uns zum Beispiel daran, dass – angenommen Arbeitszeit und Arbeitsintensität bleiben gleich – bei gestiegener gesellschaftlicher Produktivität derselbe [Tausch]Wert sich in einem höheren Quantum Gebrauchswert verkörpert. In diesem Unterkapitel zeigt er, welche Implikationen dies auf die einfache Wertform und den quantitativen Ausdruck des Wertes der Ware A hat. Das ist ziemlich evident. Wenn die Produktivität in der Erzeugung der Ware A sich erhöht, sodass ihr Wert fällt, muss es eine Verringerung in der Menge der ausgetauschten Ware B geben, solange die Produktivität der Erzeugung von B sich nicht verändert. Wenn die Produktivität der nützlichen Arbeit, die B produziert, steigt und ihr Wert je Einheit fällt, muss es einen Anstieg in der Menge der Ware B geben, die den Wert von A ausdrückt. Wenn die Produktivität beider Waren sich ändert, dann kann die quantitative Änderung berechnet werden, indem beide Effekte berücksichtigt werden. Das zeigt deutlich, warum die relative Wertform relativ genannt wird: Der relative Wert der Ware A kann sich ändern (auf Grund der Änderung des Wertes der Ware B), obwohl sein Wert (in abstrakter Arbeitszeit) der gleiche bleibt, oder sein relativer Wert kann gleich bleiben, obwohl der Wert von A sich ändert.

Die Äquivalentform

Wie wir gesehen haben, verkörpert die Ware in der Äquivalentform mittels ihrer Naturalform, ihres Gebrauchswertes, den relativen Wert der anderen Ware. Sehen wir uns das Verhältnis näher an. Wenn wir sagen, dass B den Wert von A ausdrückt, sprechen wir von einer Vermittlungsbeziehung, die Reflexionsbeziehung (Spiegelung) genannt wird. In dieser Beziehung steht die Ware A mittels einer anderen Ware zu einem Aspekt von sich selber in Verhältnis (dem Wert), ähnlich Personen, die ihr Bild im Spiegel sehen oder über ihre Persönlichkeit in den Bemerkungen anderer hören. In der Betrachtung, wie die Äquivalentform diese Aufgabe erfüllt, sagt Marx: “Um solch einen Wertspiegel zu machen, muss die Schneiderei [die Ware B produziert] selbst nichts widerspiegeln außer ihrer abstrakten Eigenschaft, menschliche Arbeit zu sein.“ (MEW 23; 72) In einer Fußnote bemerkt Marx, dass Hegel diese Art von Verhältnis „Reflexionskategorie“ nennt. [4] In der ersten deutschen Ausgabe des Kapitals schrieb Marx: „Sein [des Rocks] Aequivalentsein ist sozusagen nur eine Reflexionsbestimmung der Leinwand.“ [5] „Die relative Werthform einer Waare ist vermittelt, nämlich durch ihr Verhältniß zu andrer Waare.“ [6] Mit anderen Worten: Die Ware A kann explizit in ein Verhältnis zu sich selbst als Wert nur durch die Vermittlung einer anderen Ware kommen, deren konkretes Anderssein A’s Gegensatz oder Negativum ist. Nur so kann die andere Ware einen einzelnen Aspekt [den Wertaspekt] der Ware A ausdrücken. Auf diese Art und Weise können wir erkennen, wie die Erscheinung oder Erscheinungsform des Wertes (der Tauschwert) Ausdruck seines Wesens ist: Wert selbst. Wir können das Verhältnis oder die reflexive Vermittlung in folgender Weise darstellen:

Diese Reflexionsbeziehung ist ein Aspekt der Warenform, des Klassenverhältnisses selbst. Wir können die Beziehung Gegensatz/Einheit jetzt genauer erkennen als in der zuvor diskutierten einfachen Wertform. Ich merkte an, dass die relative Wertform und die Äquivalentform in gleicher Weise im Widerspruch stehen wie ArbeiterInnenklasse und Kapital. So wie die relative Wertform ihre Bedeutung nur in der Äquivalentform findet, so erkennt die ArbeiterInnenklasse sich selbst als ArbeiterInnenklasse nur in ihrem Verhältnis zum Kapital. In der Tat existiert die ArbeiterInnenklasse nur innerhalb dieses Verhältnisses. Die relative Wertform drückt also die Perspektive der ArbeiterInnenklasse aus. Streiche das Kapital, und es gibt keine ArbeiterInnenklasse als solche mehr. Und umgekehrt: Die Weigerung als ArbeiterInnenklasse zu funktionieren (das heißt: zu arbeiten), bewirkt die Vernichtung des Kapitals. Ausgedrückt in der Sprache der Herrschenden: Die Masse der ArbeiterInnen sieht ihre gemeinsame Lage als ArbeiterInnenklasse widergespiegelt vom Kapital, das als Spiegel dient. Auf diese Weise erhält die Klasse ihre Bestimmung und Selbst-Erkenntnis. Das gilt sowohl für die Klasse an sich, bei der alle ArbeiterInnen ihre Arbeitskraft gegen Einkommen austauschen, als auch für die Klasse für sich, wenn die ArbeiterInnen ihre Einheit im Kampf entdecken.

Die Perspektive des Kapitals ist die der Äquivalentform. Die Äquivalentform betont und drückt die gemeinsame Eigenschaft von Waren – Wert – aus, genauso wie das Kapital die gemeinsame Eigenschaft der Menschen in Form der ArbeiterIn – der Arbeitskraft – durchzusetzen und auszudrücken versucht. Das Kapital ist nur dann Kapital, wenn es der ArbeiterInnenklasse gegenübersteht; umgekehrt gilt dasselbe für die ArbeiterInnenklasse, doch ist das Verhältnis nicht im Gleichgewicht. Die ArbeiterInnenklasse versucht aus diesem gegenseitigen Verhältnis zum Kapital auszubrechen – den Spiegel zu zerstören –, während das Kapital die Identität der Menschen als ArbeiterInnen beizubehalten und auszuweiten versucht.

In der englischen Ausgabe des Kapitals [wie in der 4. deutschsprachigen Ausgabe] bespricht Marx die Äquivalentform unter der Überschrift der drei „Eigentümlichkeiten“. Erstens: in der Äquivalentform wird der Gebrauchswert zur Erscheinungsform seines Gegenteils, des Werts. Da der Wert der Ware A sich in etwas anderem als sich selbst ausdrückt, wird – durch sein Verhältnis zu einem anderen Gebrauchswert – die Besonderheit des Wertes, nämlich ein soziales Verhältnis zu sein, aufgezeigt: „… deutet dieser Ausdruck selbst an, dass er ein gesellschaftliches Verhältnis verbirgt.“ (MEW 23; 71) Das haben wir gesehen. Zweitens manifestiert sich die konkrete nützliche Arbeit die dem Wert zugrunde liegt in ähnlicher Weise selbst. Auch das haben wir in der Besprechung des Doppelcharakters der Arbeit untersucht. Drittens: Die Arbeit von offensichtlich „privaten“ Individuen wird „zur Form ihres Gegenteils, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form.“ (MEW 23; 71) Obwohl Aristoteles davon ausging, dass der Austausch zweier Waren ein Gemeinsames erfordert, konnte er nicht erkennen, was dieses Gemeinsame sein könnte, da er in einer Gesellschaft lebte, die auf Sklavenarbeit beruhte. Wie Marx bemerkte konnte er deshalb auch nicht den Begriff einer wertproduzierenden Arbeit entwickeln und verstehen, wie privater Austausch soziale Arbeit ausdrücken könnte. Der Begriff des Wertes und die Funktion der Äquivalentform konnte erst zu einem Zeitpunkt verstanden werden, zu dem die Warenproduktion nicht mehr nur zeitweilig stattfand, sondern die kapitalistische Gesellschaft die Warenproduktion verallgemeinert und die Beziehung zwischen Menschen auf die von Warenbesitzern reduziert hatte. In der ersten deutschen Ausgabe des Kapitals fügt Marx noch eine vierte Eigentümlichkeit hinzu – „Der Fetischismus der Waarenform ist frappanter in der Aequivalentform als in der relativen Werthform“. [7] –, die er relativ ausführlich besprach. In der dritten deutschen Ausgabe, auf die unsere gegenwärtige englische Übersetzung beruht, sind so gut wie alle Besprechungen des Fetischismus der Warenform (und ihrer Kategorien) in das vierte Unterkapitel verlegt worden. Übrig blieb nur eine nebenbei gemachte Anmerkung über den „rätselhaften Charakter“ der Äquivalentform, der den bürgerlichen politischen ÖkonomInnen völlig entging. Dieser „rätselhafte Charakter“ ist die scheinbar „natürliche“ Eigenschaft einer Ware in Äquivalentform, den Wert scheinbar durch ihre natürlichen und körperlichen Eigenschaften ausdrücken zu können. Auch das Kapital begreift sich selbst insofern als ein „natürliches“ Verhältnis, als es die Arbeit aller als Manifestation der menschlichen Natur begreift und nicht als Aktivität, die durch ein Zwangsverhältnis entsteht.

Die Unzulänglichkeiten der einfachen Wertform und der Übergang zur entfalteten Wertform

Die Diskussion über die relative Wertform und die Äquivalentform hat ergeben, wie diese einfache Wertform des Tauschwertes den Warenwert in einer unabhängigen und bestimmten Art ausdrückt. Marx hat uns gezeigt, dass sowohl Substanz als auch Maß des Wertes ins Spiel kommen und in dieser Form Ausdruck erlangen. Wir sahen auch, wie der innere Widerspruch zwischen Gebrauchswert und Wert (die Klassenbeziehung reflektierend) einen klar erkennbaren, äußerlichen Ausdruck durch diese Gegenüberstellung der beiden Waren erhellt. Die Analyse des Ausdrucks xA = yB zeigt, dass die Naturalform des Äquivalents B nur als Wertform von A figuriert, während die Naturalform von A nur als Gebrauchswert figuriert, dessen Wert von B ausgedrückt wird. Das zeigt uns – zusammen damit, dass der Wert, sowohl quantitativ wie qualitativ, die Grundlage für die Gleichheit darstellt, die ausgedrückt wird –, wie alle Elemente, die wir bis hierher analysiert haben (Gebrauchswert, Tauschwert, abstrakte Arbeit, gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit usw.) in ihrem elementaren Zusammenhang mit der einfachen Wertform verknüpft sind. In der entfalteten Wertform, der allgemeinen Wertform und der Geldform, die [bei Marx] folgen, wird uns gezeigt, wie weitere Bestimmungen berücksichtigt werden, um einen vollständigeren und komplexeren Ausdruck des Wertes zu bekommen.

Marxens anschließende Diskussion der entwickelteren Wertformen zeigt zahlreiche Aspekte der Warenform, die in der einfachen Form noch nicht enthalten sind. Daher sind die einfachen Formen noch mit Mängeln behaftet. In der einfachen Form ist der Wert von A in der Form von B ausgedrückt. Der Wert erhält dadurch zwar einen unabhängigen Ausdruck, trotzdem bleibt ein Widerspruch zwischen Form und der Natur des Wertes.

Sich auf diesen „Mangel“ beziehend, meint Marx, dass die einfache Form weit davon entfernt ist „ihre qualitative Gleichheit und quantitative Proportionalität mit allen anderen Waren darzustellen.“ (MEW 23; 76) Das ist offensichtlich richtig, aber warum? Der Grund liegt in der vorherigen Analyse des Wertes. Dort sahen wir, dass der Wert abstrakte Arbeit ausdrückt. Wir sahen auch, dass abstrakte Arbeit das Produkt der kapitalistischen Produktionsweise ist, in der Arbeit immer der Durchsetzung der Warenform unterliegt, weil es sich um allgemeine Warenproduktion handelt. Weiters sahen wir, dass der Begriff der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit auf dem Durchschnittszeitaufwand der ganzen warenproduzierenden Gesellschaft beruht. Wenn also die Substanz und das Maß des Wertes die Universalität der Warenform widerspiegeln, so tut dies auch der Wertausdruck. Die Wertform muss die Verbindungen zwischen allen Waren repräsentieren. Die Entwicklung der Wertform muss Fortschritt in diese Richtung beinhalten. Wenn in der einfachen Wertform die Ware A ihren Ausdruck in der Ware B findet, und wenn weiters das gewählte B immateriell oder zufällig ist (und wir haben hier einen weiteren Grund, sie zufällig zu nennen), dann kann hiezu jede Ware herangezogen werden. „Die Anzahl ihrer möglichen Wertausdrücke ist nur beschränkt durch die Anzahl von ihr verschiedner Warenarten.“ (MEW 23; 76). Aus diesem Grund besteht die zweite Form des Wertes, die entfaltete relative Wertform aus einer „stets verlängerbaren Reihe ihrer verschiednen einfachen Wertausdrücke“ (MEW 23; 76). Damit ist der unmittelbare Widerspruch zwischen der einzelnen Repräsentation des Wertes von A und der Vielfalt der Waren (der Universalität des Wertes) aufgelöst. Diese neue Form hat natürlich wieder ihre Widersprüche, was uns zur folgenden Form führt.

Die entfaltete Wertform

Die Diskussion um die Mängel der einfachen Wertform hat gezeigt, warum darin der Wert nicht in vollständiger Weise ausgedrückt wird. Durch die Zufälligkeit und die Einschränkung auf eine eins zu eins Relation zwischen Waren, scheitert sie daran, die Beziehung zwischen jeder Ware und allen anderen zu zeigen. Die offensichtlich nächste Stufe [die entfaltete Wertform],

wird durch den zufälligen Charakter der Beziehung der Gesamtsumme aller möglichen Formen [yB, wC, zD usw.], die den Wert einer gegebenen Ware [Ware A] ausdrücken, bestimmt.

Das ergibt die bekannte Form einer unendlichen Folge einfacher Wertgleichungen, z.B.

xA = yB
xA = wC
xA = zD

oder

            yB
xA =    wC
            zD

Jede Gleichung zeigt die Charakteristik der einfachen Wertform: die Polarität zwischen relativer Wertform und Äquivalentform, eine Einheit von Gegenüberstellungen, Rückwirkungen usw. Auf diese Art ist die vorhergehende Form in der vollständigeren Form bewahrt, die daher auch die Beziehungen der ersteren zum Klassenkampf enthält.

Diese Form ist unendlich in dem Sinne, dass die Anzahl der Gleichungen nur durch die Zahl der Waren beschränkt ist und die Zahl der Waren durch das Kapital konstant gesteigert wird. Das bedeutet, dass immer eine weitere hinzugefügt werden kann – es wird in der Form theoretisch keine direkte Grenze ausgedrückt. Diese Unendlichkeit erklärt eine der grundlegendsten Charakteristiken des Kapitalismus – sein Streben nach Unendlichkeit. Es sucht und tendiert dazu, sich dauernd auszudehnen – beständig immer mehr Menschen, Material und Produktion unter seine Kontrolle zu bringen – endloses Wachstum, dessen einziges Ziel die erweiterte soziale Kontrolle ist. Es ist an dieser Stelle nicht sachdienlich, die Quellen dieses Wachstums zu diskutieren (einige Ideen wurden in der Einleitung berücksichtigt), sondern nur festzustellen, wie die erweiterte Wertform diese Tendenz in Richtung Unendlichkeit ausdrückt. Diese Unendlichkeit ist natürlich die Perspektive des Kapitals auf sich selbst. Jene der ArbeiterInnenklasse ist davon unterschieden. Obwohl die Aktivität der ArbeiterInnenklasse zeitweise die Entwicklung des Kapitals bewirken mag, bringt sie die tatsächliche Entwicklung letztlich in eine Position, aus der heraus sie die Ansprüche des Kapitals auf Unendlichkeit verweigern und es schließlich zerstören muss.

Andererseits entdeckt die ArbeiterInnenklasse durch das Kapital einen anderen Typus von Unendlichkeit – den der potentiell unendlichen Möglichkeiten des Lebens. In dieser Bewegung, in der das Kapital eine Welt der stets zunehmenden Güter und Aktivitäten eröffnet, wird der ArbeiterInnenklasse das gewaltige Potential einer Gesellschaft jenseits der Traditionen und des Kapitals gezeigt. Denn das Kapital revolutioniert zwar die Gesellschaft, will jedoch die sich eröffnenden Möglichkeiten im eigenen Interesse beschränken.

Durch diese zweite Form [die entfaltete Wertform] wird die Beziehung der Widerspiegelung, der Reflexion, durch die der relative Wert von A einen unabhängigen Ausdruck durch ein bestimmtes Äquivalent erhält, durch die Summe der wertausdrückenden Waren erweitert. „Jeder andere Warenkörper wird zum Spiegel des Leinwandwerts.“ (MEW 23, 77) Aus diesem Grund nennt Marx die relative Wertform “entfaltet“. Die Äquivalentform bleibt spezifisch in dem Sinne, dass, obwohl es eine endlose Liste von Äquivalenten gibt, jede der spezifische Ausdruck des relativen Wertes von A ist. Erst in der nächsten Form wird die Äquivalentform verallgemeinert. In der entfalteten Form ist der Wert der Ware A, deren relativer Wert ausgedrückt wird, zufällig. Wir haben also eine Situation, in der alle Waren, außer einer, als Ausdruck der Wertform für alle anderen dienen. So werden die verschiedenen Arten der nützlichen Arbeit, die alle diese Waren produziert, durch die Beziehung der Produkte untereinander als gleich ausgedrückt.

Die Bedeutung dieser neuen Form ist für Marx direkt mit ihrem umfassenden Charakter verbunden. Da alle Waren systematisch einbezogen werden, verschwindet die Zufälligkeit. Die Form ist eine der sozialen Totalität; das bedeutet, diese reflektiert eine Situation, die das Ganze der Gesellschaft umfasst, und dadurch wird die Totalität der allgemeinen Warenproduktion im Kapitalismus besser repräsentiert.

Bis hierher haben wir die Beziehung zwischen dieser Form und dem Ausdruck der Substanz des Wertes festgestellt. Aber auch die Größe der Wertquantität spielt in dieser Form eine Rolle. In der einfachen Wertform sahen wir, dass die quantitativen Proportionen x und y des Austausches xA = yB, obwohl im Austausch realisiert, durch die Menge von Arbeit definiert werden, die in ihnen verkörpert wird. Ein weiterer Grund, dies eine zufällige Form zu nennen, lag darin, dass die Proportion zufällig oder durch Zufall bestimmt schien. Aber in der entfalteten Wertform ist die Zufälligkeit verschwunden, denn es „wird offenbar, daß nicht der Austausch der Wertgröße der Ware, sondern umgekehrt die Wertgröße der Ware ihre Austauschverhältnisse reguliert.“ (MEW 23, 78)

Mängel der entfalteten Wertform

Obwohl uns diese Wertform eine vollständigere Repräsentation des Wertes gibt, indem ein Aspekt der Beziehung zwischen allen Waren manifest gemacht wird, zeigt Marx auf, warum selbst diese Wertform inadäquat ist. Er listet drei Mängel auf, die er zuerst aus dem Blickwinkel der relativen Wertform [der Ware A] betrachtet:

  1. Die Reihe der Gleichungen für den relativen Wertausdruck der Ware ist unfertig und unabgeschlossen.
  2. Diese Reihe bildet ein zusammengesetztes Mosaik unabhängiger Ausdrücke, die ohne Zusammenhang auseinander fallen.
  3. Die relative Wertform jeder Ware ist verschieden, weil die Liste (der Ausdrücke) verschieden ist. So gibt es keinen gemeinsamen Ausdruck, der die Universalität offensichtlich machen würde.

Und vom Blickwinkel der Äquivalentform [Warereihe B, xC, wD usw.]:

  1. Weil wir spezifische Äquivalente haben, haben wir eine Reihe nicht aufeinander bezogener, fragmentarischer Äquivalentformen.
  2. Die Arbeit, die in jedem Äquivalent verkörpert ist, erscheint als besondere, nicht als allgemeine oder abstrakte Arbeit.
  3. Abstrakte Arbeit wird nur durch die Totalität seiner besonderen Formen ausgedrückt, aber diese Totalität ist immer eine unvollständige Reihe, der eine innere Einheit fehlt.

In Kürze: Was Marx sagt, ist nicht nur, dass ein adäquater Ausdruck des Wertes die Wechselwirkung aller Waren des Kapitals repräsentieren muss, sondern dass dies auch auf eine Art und Weise geschehen muss, die jede theoretische Wechselwirkung sichtbar macht. Die einfache Reihe von Gleichungen, wie sie in der Relation der entfalteten Wertform enthalten ist, erlaubt das nicht. Von beiden Seiten der Gleichung aus betrachtet, haben wir eine unfertige, fragmentierte und unverbundene Reihe. Aus diesem Grund bleibt die allgemeine Wechselwirkung, die die abstrakte Arbeit produziert, unausgedrückt. Das Problem, dass in xA = yB, xA = wC etc B und C nicht aufeinander bezogen sind und wir dadurch keinen gemeinsamen Ausdruck für den Wert von A haben – Problem der Fragmentierung. Weiters liegt das Problem darin, dass die Hinzufügung einer neuen Ware in diese Wertform den Wertausdruck verändert – Problem der Unfertigkeit. Da immer wieder neue Waren hinzugefügt werden (solange das Kapital wächst), wird die Liste der Waren immer unfertig sein, und eine einzige Repräsentation der universellen abstrakten Arbeit ist unmöglich. Diese Kritik der entfalteten Wertform durch Marx ist mit der Kritik von Hegel am Schlecht-Unendlichen vergleichbar – auch [Hegel] versteht darunter eine unverbundene, unfertige Reihe.

Wie wird diese Schwierigkeit überwunden? Die Antwort ist schon in der Form selbst enthalten. Wenn A gegen B, C, D und so weiter ausgetauscht wird und die letzteren Waren den Wert der ersteren ausdrücken, dann ist es auch wahr, dass B, C, D, und so weiter gegen A ausgetauscht werden können. Folglich drückt A, betrachtet als Äquivalent, den Wert von B, C, D und so weiter aus. Anders ausgedrückt müssen wir, um das Problem zu lösen, nur die Perspektive wechseln, den Tauschprozess gleichsam von rückwärts aus betrachten. Wir haben diesen Perspektivenwechsel schon bei der einfachen Wertform: xA = yB gesehen. Wie wir sahen, ist die einfache Wertform nicht ohne weiteres reversibel, wenn wir sie umdrehen verlieren sie ihre ursprüngliche Bedeutung. Wie bis jetzt dargelegt, drückt xA = yB den relativen Wert von A durch die Naturalform B aus. Um einen Wertausdruck für B zu erhalten, müssen wir die Perspektive ändern und yB = xA schreiben. Es ist der gleiche Austausch, der hier stattfindet: von A nach B und vice versa. Obwohl die Bewegung die gleiche ist, sind die Konsequenzen des Perspektivenwechsels im Fall der entfalteten Wertform weitreichender. Wogegen wir im Fall der einfachen Wertform nach dem Wechsel eine weitere einfache Wertform erhalten, schreiten wir hier von

            yB
xA =    wC
            zD

zu

yB
wC = xA
zD

Nun sind wir weiter gekommen, weil wir erreicht haben, was wir benötigten: nämlich einen gemeinsamen Ausdruck für den Wert aller Waren: xA. Wir haben jetzt eine „unendliche“ Liste, aber eine, die nicht länger fragmentarisch ist, da jede Ware mit jeder beliebigen anderen durch einen allgemeinen Ausdruck des Wertes in A verknüpft ist.

Die Analyse der Wertform (und folglich des Kapitals) lässt sich in folgenden Ergebnissen zusammenfassen: Die Form ist widersprüchlich - sie beinhaltet sowohl die Entgegensetzung wie auch die Einheit der beiden Pole; sie ist reflexiv — die beiden Pole enthüllen in ihrer Interaktion ihr spezifisches Wesen, das sie vereint; totalisierend — das Wesen hängt von allen Elementen ab und muss durch alle ausgedrückt werden; unendlich — die Warenwelt des Kapitals expandiert kontinuierlich. In der Marx’schen Diskussion der allgemeinen Wertform finden wir weitere Verfeinerungen dieser charakteristischen Merkmale.

Die allgemeine Wertform

Wir haben nun das Entstehen der allgemeinen Wertform verfolgt. Die entfaltete Form erwies sich als konsequente Erweiterung der einfachen Form. Die allgemeine Wertform resultierte aus einem Perspektivenwechsel der entfalteten Wertform. Das allgemeine Äquivalent wurde zufällig gewählt. Wir bewegten uns von einem einfachen und akzidentiellen, partiellen Ausdruck der relativen Wertform verschiedener Waren zu einer, die den Wert (jeder Ware) in einer einzelnen Ware ausdrückt. Jede Ware findet ihren Wertausdruck in einer einfachen oder elementaren Form (z.B. yB = xA), aber da das Äquivalent für alle dasselbe ist, ist diese Form allgemein und einheitlich.

Wert erhält nun einen einzelnen Repräsentanten. Durch diese Gleichsetzung des Wertes einer Ware mit einem einzelnen Repräsentanten wird nicht nur ihr Wert von ihrem körperlichen Gebrauchswert unterschieden, sondern auch das Gemeinsame aller Waren findet einen einheitlichen Ausdruck, da es nur einen einzelnen, singularen Repräsentanten aller Warenwerte gibt.

Diese Form ist allgemein oder universell in all ihren Bestandteilen. Die relative Wertform einer jeden bestimmten Ware ist allgemein, „weil sie zugleich die relative Wertform aller Waren ist“. [8] D.h. der relative Wert aller Waren wird auf die gleiche Weise durch das gleiche Äquivalent ausgedrückt. Die Äquivalentform ist allgemein, weil das Äquivalent die einzigartige Form der Erscheinung des Wertes für alle Waren geworden ist. Deswegen gilt die den Wert produzierende Arbeit als die allgemeine Form der Realisation menschlicher Arbeit, als abstrakte Arbeit. Das allgemeine Äquivalent ist daher zu einem Symbol oder Repräsentanten genau jener sozialen Situation geworden, aus der die abstrakte Arbeit und der Warenwelt entstammen: das Kapital und seine Klassenstruktur. Wenn wir vom allgemeinen Äquivalent und der allgemeinen relativen Wertform sprechen (und diese Form die allgemeine Wertform nennen) so bedeutet dies keineswegs, dass sich die charakteristischen Widersprüche aller Formen in allgemeine Harmonie aufgelöst hätten – weder in die Form selbst noch in die Warenwelt. Ganz im Gegenteil. Sie sind in neuer Weise erhalten geblieben. Geblieben sind die unumkehrbare (irreversible) und widersprüchliche Polarität und Reflexivität der einfachen Wertform sowie die totalisierenden und unendlichen Aspekte der entfalteten Wertform. Aber es gibt auch einen neuen Aspekt. Indem das allgemeine Äquivalent den Charakter der unmittelbaren Austauschbarkeit mit jeder anderen Ware erhalten hat, haben all die anderen ihre Qualität verloren. Sie können nicht länger unmittelbar gegeneinander, sondern müssen durch das allgemeine Äquivalent getauscht werden.

Diese Beobachtung erhellt einen fundamentalen Aspekt der allgemeinen Form: die Äquivalentform, der allgemeine Wertausdruck aller Waren, wird zum allgemeinen Vermittler zwischen ihnen. Zuvor sahen wir, wie einzelne Waren sich auf ihren jeweiligen Wert durch die Vermittlung über ein Äquivalent (Spiegelung) bezogen. Nun sehen wir, wie das allgemeine Äquivalent die Rolle der Vermittlung übernimmt. Das allgemeine Äquivalent erhält eine neue, erweitere Rolle. „Indem alle Waaren sich in einer und derselben Waare als Werthgrößen bespiegeln, wiederspiegeln sie sich wechselseitig als Werthgrößen “. [9] Diese Reziprozität zwischen zwei beliebigen Waren (alle Kombinationen), diese wechselseitige Widerspieglung der Waren, wodurch sie sich als Waren aufeinander beziehen, entspricht der Interaktion der einzelnen Wareneigentümer, welche die warenproduzierende Gesellschaft charakterisiert. Aber diese Weise der reziproken Beziehung ist durch das allgemeine Äquivalent vermittelt. [10] Nun erscheint das Äquivalent in doppelter Weise als Vermittler. Erstens als Ausdruck des Wertes für eine jede Ware, zweitens für die Beziehung einer jeden Ware zu jeder anderen als Werte. Diese zweite Form einer Vermittlung zwischen zwei Extremen ähnelt einer Vermittlung als Urteilsschluss. In einem logischen Schluss werden zwei Extreme mittels eines dritten Begriffs vereint. In diesem Fall vermittelt das allgemeine Äquivalent die Beziehung zwischen zwei beliebigen Waren. Zur Illustration: Hier ist darauf zu achten, wie die Beziehung zwischen yB und wC durch die wechselseitige Beziehung zu xA vermittelt wird:

yB
wC =   xA
zD

oder

yB-xA-wC

Der allgemeine Vermittler tut nichts anderes, als die partikulare Charakteristik des Wertes jeder einzelnen Ware als das allgemeine Element, welches sie vereint, zum Ausdruck zu bringen. Dadurch fügt das allgemeine Äquivalent jedes Einzelding in das allgemeine Wertverhältnis ein. Erneut können wir sehen, wie die allgemeine Form die Gesamtheit der unterschiedlichsten Elemente zu einer Totalität formt; anstatt fragmentiert zu sein werden sie zu einem Ganzen zusammengefasst. Die laufende Folge der Warenverhältnisse wächst und bleibt potentiell unendlich, aber diese Unendlichkeit ist nicht mehr länger eine lästige Addition getrennter Elemente. Die kapitalistische Warenwelt ist nun als eine integrierte und einheitliche Unendlichkeit ausgedrückt, in welcher die Erscheinung einer neuen Ware nicht länger der Schaffung eines neuen begrenzten Prozesses, sondern, die Fortsetzung eines unendlichen Prozesses bedeutet – vorangetrieben vom eigenen Tun.

Das ist in der Tat das Kapital. Seine Entfaltung ist weder zufällig, noch kommt sie „von außen“. Die Welt des Kapitals ist nicht äußerlich „hinzugefügt“, sondern generiert ihre eigene Ausweitung – ein Teil davon ist die Entfaltung der Warenwelt. Sie ist unendlich, wie ein sich ausdehnendes Universum – nicht wie eine Einkaufstasche, in die wir eine Ware nach der anderen legen. Ob wir jetzt von der Ausdehnung in internationaler Hinsicht sprechen, dass verschiedene Teile der Welt in die Umlaufbahn der kapitalistischen Durchsetzung sozialer Kontrolle durch Arbeit gezogen werden, oder von seiner Ausdehnung in alle Sektoren industrieller Produktion, oder seinem Eindringen in alle Aspekte der Reproduktion der Arbeitskraft (das Trachten nach einem 24-Stunden-Arbeitstag) – in jedem Fall sind die neuen kontrollierten Bereiche nicht bloß Zusätze. Art und Ausmaß der Kontrolle ist das Ergebnis zuvor geführter Kämpfe, jedenfalls sollen diese Bereiche nach der Intention des Kapitals organisiert werden. Kolonialismus brachte Rohstoffe in englische Fabriken. Die Kontrolle der Textilproduktion ergänzte die Kontrolle der Kleidermanufakturen. Die Kontrolle des Schlafzimmers entspringt der Absicht, das Arbeitskräfteangebot zu steuern.

Die neue Vermittlungsform, ausgedrückt in der allgemeinen Wertform, die Vermittlung, welche die Wechselbeziehungen aller Elemente der Warenwelt (und des Kapitals) garantiert, ist für die Art und Weise, in der das Kapital Kontrolle ausübt, fundamental. Die Vermittlungsleistung des allgemeinen Äquivalents zwischen allen Elementen drückt zweifellos die Tendenz des Kapitals aus, alle Beziehungen in der gesellschaftlichen Fabrik zu vermitteln. Es mischt gleichsam überall mit: zwischen den WarenproduzentInnen mit Geld W-G-W, zwischen ManagerInnen und ArbeiterInnen mit Löhnen und dem Gesetz, zwischen Eltern und Kindern mit der Schule, zwischen Männern und Frauen mit Heirat und Verhütungsmitteln, zwischen sich selbst und Weißen mit Schwarzen und so weiter.

Was bedeutet es, dass das Kapital überall als eine vermittelnde Kraft interveniert? In den genannten Beispielen entdecken wir, dass die vermittelnde Einheit, die ich Kapital nenne, vom Geld über den Staat bis zu den ArbeiterInnen reicht. Dies beleuchtet eine in der Einführung diskutierte strittige Frage, die hier, damit solche Behauptungen Sinn machen, noch mal betont werden muss, nämlich dass alle diese vermittelnden Einheiten Momente des Kapitals selbst sind. Während Geld als Kapital zu betrachten wahrscheinlich nicht schwierig ist (wir werden uns damit im nächsten Abschnitt auseinandersetzen), ist es schwieriger, den Staat oder spezielle Teile der ArbeiterInnenklasse als Kapital zu betrachten. Vorhin betonte ich den Aspekt, dass die ArbeiterInnenklasse Teil des Kapitals sei. Kapital ist nicht nur der eine Pol, sondern schließt die ArbeiterInnenklasse ein, ja ist die ArbeiterInnenklasse -– zumindest solange sie als Arbeitskraft fungiert, so lange sie arbeitet. Daher kann ein Teil der ArbeiterInnenklasse durch das Kapital vermittelt werden, da es in dieser Rolle selbst Kapital ist. Zum Beispiel vermitteln Männer die Beziehung zwischen Kapital (Industrie oder Staat, der den Lohn zahlt) und [unentlohnten] Hausfrauen: Kapital (K) – bezahlte Männer (M) – unbezahlte Frauen (W), jedes einzelne der drei Elemente ist Teil des Kapitals, aber jedes spielt eine andere Rolle: Das Kapital erzwingt Arbeit (im Austausch gegen Einkommen), Männer sind bezahlte Arbeiter in der Fabrik oder im Büro, Frauen sind unbezahlte Arbeiterinnen zu Hause. Jedes der Elemente vermittelt die beiden anderen in verschiedener Weise. Da gibt es K-M-W, aber auch K-W-M und M-K-W. Die drei Elemente ergeben eine Totalität – eine Subtotalität – der kapitalistischen Gesellschaft, nichtsdestoweniger eine Totalität. Im ersten Fall, K-M-W, vermitteln Männer das Kapitalverhältnis ihren Hausfrauen, indem sie sie dazu bringen, durch Reproduktionsarbeit die Arbeitskraft der Männer wiederherzustellen (Kochen, Waschen, Emotionsarbeit) und zugleich die Wucht weiblicher Revolte gegen ihre Lebensbedingungen auffangen. Im zweiten Fall, K-W-M, vermitteln die Frauen das Verhältnis der Männer zum Kapital. Eine Art geschieht durch Einkaufen, bei dem die wirkliche Äquivalenz des Geldlohns zu den Subsistenzmitteln klar wird – Frauen müssen mit der Kohle haushalten, wenn ihnen das nicht gelingt (wegen der Preise etc.), wird das ihnen und nicht dem Kapital zum Vorwurf gemacht. Im dritten Fall, M-K-W, vermittelt das Kapital die Beziehung zwischen Männern und Frauen durch Heiratsgesetze, Geburtenkontrolle usw. Hier erscheint das Kapital als der Staat mit seinen Gesetzen und seiner Polizeigewalt.

Bei der Spaltung der anderen Segmente der ArbeiterInnenklasse wird diese Art der Vermittlung vom Kapital weidlich ausgenützt. Betrachten wir kurz zwei weitere wohlbekannte Fälle: die Schule und der Gebrauch migrantischer Arbeit. Im Fall der Schule kann die Verwaltung (V) das Kapital repräsentieren, deren Aufgabe es ist, die Beziehungen zu zwei Gruppen von ArbeiterInnen zu organisieren: den SchülerInnen (S) und den ProfessorInnen (P). Die übliche hierarchische Organisation der Schule stellt ProfessorInnen in die Mitte, als Vermittler zwischen SchülerInnen und Schulverwaltung: V-P-S. Diese Rolle ist zumindest eine zweifache. Die ProfessorInnen müssen die Verwaltungsrichtlinien, die Regeln, das Benotungssystem und dergleichen übernehmen und den SchülerInnen auferlegen. Andererseits müssen sie jegliche Unzufriedenheit der SchülerInnen durch ihre “Bildung“ auffangen. Manchmal, im Falle von Streiks der Lehrkräfte, in Zeiten von Entlassungen oder knapper Arbeitsplätze, versucht das Kapital, die SchülerInnen zur Disziplinierung der ProfessorInnen einzusetzen: V-S-P. Es mag gelegentlich auch vorkommen, dass SchülerInnen sich einmischen (intervene), um eine beliebte ProfessorIn vor der Entlassung zu bewahren. Im Allgemeinen gestaltet die Verwaltung die Beziehungen zwischen SchülerInnen und ProfessorInnen (P-V-S) mittels verschiedener institutioneller Strukturen, von der Klasseneinteilung bis hin zum Polizeieinsatz. Im Fall migrantischer Arbeit gibt es den wohlbekannten Versuch des Kapitals, ImmigrantInnen (I) gegen ortsansässige ArbeiterInnen (O) auszuspielen. ArbeitgeberInnen (A) versuchen, die Forderungen der ImmigrantInnen nach Arbeit und Einkommen zu nutzen, um die Gewerkschaften, die von den ortsgebundenen ArbeiterInnen dominiert werden, zu schwächen(A-I-O). Gleichzeitig werden ortsansässige LohnarbeiterInnen zwischen die Einkommensforderungen der ImmigrantInnen und das Kapital gestellt (A-O-I). Natürlich spielt in all dem das Kapital noch mal seine eigene Rolle, indem es die Beziehungen zwischen den ImmigrantInnen und den ortsansässigen ArbeiterInnen sowohl in der Fabrik als auch in der Gemeinschaft strukturiert – und das ergibt dann O-A-I.

Verstehen wir diese Art der Vermittlung im Klassenkampf, erkennen wir auch besser seine Komplexität. Es wird auch deutlich, wie die Initiative und die Macht der ArbeiterInnenklasse diese Art der Herrschaft zerstören und eine Neuzusammensetzung der Klassenverhältnisse erzwingen kann. Die Verweigerung oder das Umgehen der Vermittlung durch die ArbeiterInnenklasse ist eine mögliche Form. Wenn zum Beispiel Hausfrauen direkt vom Kapital einen Lohn verlangten, so umgingen sie die kapitalistische Vermittlung durch die Männer und etablierten ein direktes K-F. SchülerInnen, die das Verwaltungsgebäude stürmten, um eine Beendigung des Krieges zu fordern oder Kürzungen des Budgets zu verhindern, umgingen die Vermittlung durch ProfessorInnen und etablierten V-S, eine direkte Konfrontation zwischen ihnen und dem Kapital. Eine weitere Möglichkeit wäre, wenn die vom Kapital entworfenen Vermittlungen zu so harten Konflikten führten, dass ein Teil der Gesellschaft zusammenzubrechen begänne oder in neue Formen gezwungen würde.

Nehmen wir nochmals das Beispiel Bildung. In den Universitäten der Sechzigerjahre trugen die StudentInnen ihre Kämpfe im Allgemeinen direkt mit der Verwaltung aus, beziehungsweise gingen sogar darüber hinaus. In den High Schools kam es selten vor, dass der Hauptimpuls des SchülerInnenprotests sich gegen die Verwaltung richtete; stattdessen wurde er gegen andere SchülerInnen oder gegen Lehrkräfte gerichtet. Lehrkräfte mussten als Vermittler fungieren, ihr Job wurde unter dem kontinuierlich wachsenden Druck der SchülerInnen – durch ihren passiven Widerstand, ihre Ablehnung der Disziplin, ihre Gewalt – so schwierig, dass das eine Veränderung ihrer Beziehung zum Kapital erzwang. Die Weigerung der SchülerInnen, ruhig zu sitzen und zu arbeiten, trug (neben Inflation etc.) maßgeblich zu neuen Forderungen der Lehrkräfte nach weniger Arbeit und mehr Geld bei. Die Forderung nach mehr Disziplin im Klassenzimmer ist das Äquivalent zur Beschleunigung am Fliessband – es steigert die Intensität des Arbeitstages und den Wert der Arbeitskraft. Diese Gegebenheiten haben die LehrerInnen dazu bewegt, neue militante Gewerkschaften zu bilden, die eine ganz neue Anordnung der Macht im Bildungsbereich geschaffen haben. Angesichts der Weigerung der Lehrkräfte, in kritischen Situationen Disziplin durchzusetzen, also angesichts dieser Arbeitsverweigerung, waren Schulverwaltungen und Stadtregierungen gezwungen, höhere Löhne zu zahlen, beziehungsweise Polizei und Wachdienste zu holen. Diese Entwicklungen repräsentieren einen wichtigen Einbruch der kapitalistischen Kontrolle über die Erzeugung neuer Arbeitskraft. Zugleich ergeben sich daraus ernsthafte Probleme für die Strategie der ArbeiterInnenklasse. Wie kann die wachsende Macht der SchülerInnen und Lehrkräfte so organisiert werden, dass sie sich mehr gegen das Kapital richtet als gegeneinander? Die autonome Macht der SchülerInnen erzwang ein neues Niveau autonomer Organisation und die Macht der Lehrkräfte eine Neuzusammensetzung der Klassenstruktur. So lange jedoch die Dynamik und die Richtung dieser Entwicklungen nicht verstanden werden, besteht die Gefahr des Zusammenbruchs und der Niederlage. Auch an den Universitäten war in den Sechzigerjahren eine ähnliche, jedoch weniger dramatische Entwicklung zu sehen. Die Kämpfe der StudentInnen gegen den Krieg erzwangen eine Neuzusammensetzung des Lehrpersonals. Eine neue Generation radikaler Lehrkräfte wurde eingestellt und diese trugen zur Neuorganisation der Lehrkräfte auf Universitätsebene bei. Die Kämpfe führten auch zum allgemeinen Zusammenbruch der Fähigkeit, den Nachschub an Arbeitskraft mit höherer Bildung zu disziplinieren, zu planen und zu organisieren. Unter dem Druck der StudentInnen verfiel die Jagd nach einem Universitätsabschluss als Karrieregarantie und wurde durch eine Abschlussinflation abgelöst, sodass nicht einmal mehr ein Doktorat eine Anstellung garantiert. All diese Entwicklungen führten zu Bestrebungen des Kapitals, mit Hilfe der Finanzkrise in den Schulen wieder Arbeitsdisziplin einzuführen und Bildung auf nationaler Ebene neu zu strukturieren. Eine derartige Umstrukturierung muss notwendigerweise auch Versuche beinhalten, neue Arten der Vermittlung zu finden, die jene ersetzen können, die von den Kämpfen der ArbeiterInnenklasse aufgebrochen werden.

Letztlich zielt der Klassenkampf auf die Zerstörung der Spaltungen, die das Kapital der ArbeiterInnenklasse aufzwingt. Und obwohl die ArbeiterInnen um Einheit von StudentInnen und ProfessorInnen gegen die Verwaltung streben können, Männer und Frauen um Einheit gegen das Kapital, Einheit von Schwarzen und Weißen notwendig ist, so ist doch klar, dass der Weg zur Zerstörung der Vermittlung nicht so einfach ist wie das Verkünden der Parole: “Vereinigt euch und kämpft!”

Wie ich bereits im Abschnitt zur abstrakten Arbeit dargelegt habe, sind die Spaltungen real und hierarchisch; es handelt sich um Machtverteilungen. Einheit erfordert nicht nur einen Machtkampf der verschiedenen Segmente der ArbeiterInnenklasse gegen das Kapital, sondern manchmal auch zwischen diesen Segmenten. Das Problem der politischen Organisierung ist, wie diese Kämpfe innerhalb der Klassen zu entwickeln sind, sodass sie die Klasse stärken und nicht schwächen. Die Analyse der von der allgemeinen Wertform hervorgebrachten Vermittlung zeigt uns mehr vom Charakter solcher Kämpfe. Sie ist zumindest ein Schritt zu ihrer Lösung.

Die Geldform des Wertes

Der Übergang von der allgemeinen Wertform zur Geldform ist viel einfacher als die vorherigen Übergänge. Der einzige Unterschied zwischen den beiden ist, dass in der Geldform das allgemeine Äquivalent durch gesellschaftliche Gewohnheit in einer einzigen Ware fixiert wird. Sobald das geschieht, wirkt dieses allgemeine Äquivalent als Geld, und wir haben die Geldform.

Da dies das Ziel der gesamten Analyse war, ist es sinnvoll, diese Beziehung in umgekehrter Weise zu formulieren. Geld wird zum Teil als allgemeines Äquivalent bestimmt (weitere Definitionen erfolgen in späteren Kapiteln des Kapitals). Die Geldform ist das totale Verhältnis

yB
zC = xGold
wD

und muss vom Geld in Goldform unterschieden werden. Diese Geldform beinhaltet alle Bestimmungen der früheren Formen. Sie besitzt die widersprüchliche Einheit und die reflexiven Beziehungen zwischen der relativen Wertform und der Äquivalentform, die in der einfachen Wertform zum Ausdruck kommen. Sie beinhaltet die Totalität und Unendlichkeit, die in der entfalteten Wertform zum Ausdruck kommen und in der allgemeinen Wertform verschmolzen sind. Und sie hat den vermittelten Charakter, der in der allgemeinen Form besprochen wurde. So ist die Geldform, gleich dem Kapital, widersprüchlich, reflexiv, totalisierend, unendlich und vermittelt.

Geld erscheint nicht einfach als ein Element dieser Totalität, sondern, in seiner Rolle als allgemeines Äquivalent, als Ausdruck der Totalität. Geld ist hier sowohl eine Ware unter vielen als auch der einzige Ausdruck der Wechselwirkungen [aller Waren] als Momente des Kapitals, das heißt, als Wert. Indem Geld alle Waren als Werte zum Ausdruck bringt, bringt es auch das Reich des Kapitals zum Ausdruck – die sozialen Beziehungen, die aus allen Gebrauchswerten Waren macht. Als ein Moment der Geldform ist Geld ein Teil des Kapitals und somit Kapital. Wenn das Kapital im Grunde die soziale Beziehung der Warenform ist (von der die Warenwelt ein Moment ist), dann ist Geld der wesentliche Ausdruck der Warenform selbst. Eine Münze in der Hand zu haben, heißt in der kapitalistischen Gesellschaft, einen goldenen Tropfen dieser Gesellschaft zu besitzen. Schau tief in diese Münze hinein, wie in eine Kristallkugel, und hinter ihrem goldenen Glanz, an dem viele Augen hängen blieben, entdeckst du Blut und Schweiß des Klassenkampfes.

Die verschiedenen Rollen der Äquivalentform erweisen sich als Aspekte des Geldes, in der Äquivalentform hatten wir bereits das Geld gesehen. So steht zum Beispiel Geld als Äquivalent in widersprüchlicher Einheit mit der Arbeitskraft. Indem das Geld den Charakter aller anderen waren widerspiegelt, zeigt es ihre Werteigenschaft auf; Waren sind Teil des Kapitals. Die Tendenz des Kapitals, sich unendlich auszudehnen, ist zum Teil auch die Tendenz, aus sozialen Beziehungen Geldbeziehungen zu machen, das heisst, alle Gebrauchswerte in Werte zu verwandeln, indem sie Geld gleichgesetzt werden. Geld wird zum Zauberstab, durch den neue Elemente der Welt dem Kapital einverleibt werden.

Ein Objekt mit Geld gleichzusetzen heisst, ihm einen Preis zu geben. Somit ist die Preisform eine Unterform der Geldform, in der jedes

yB = xGold

Aber die Preisform steht nie für sich alleine. Sie ist Teil der Geldform. Jene Ware, die einer bestimmten Menge Geld gleichgesetzt wird, dadurch ein Preis gegeben und damit augenblicklich in die ganze Welt des Kapitals eingebunden. [11] Wie? Indem ein Preis festgesetzt wird, wird bekräftigt, dass dieser durch irgendeine Art nützliche Arbeit produzierte Gebrauchswert nur ein einzelnes Produkt jenes universellen Instruments kapitalistischer Kontrolle ist: der Arbeit. Irgendein Objekt mit Geld gleich zu setzen bedeutet es allen anderen Waren gleich zu setzen, und das heißt, jene Arbeit, die es hervorgebracht hat, allen anderen Arbeiten gleich zu setzen, ihre Abstraktion zu bekräftigen. (Wie Marx übergehen wir dabei jene Fälle, wo Dinge, die nicht das Produkt von Arbeit sind, einen Preis zugeschrieben bekommen.) Es macht keinen Unterschied mehr, ob das Ausmaß der verkörperten Arbeit gesellschaftlich notwendig ist oder nicht – wie wir bereits zuvor gesehen haben, ist das oft nicht der Fall. Die qualitative Gleichheit der Arbeit wurde bestätigt und die Quantität wurde gesellschaftlich festgelegt. Geld zeigt der Ware an, dass sie ein Produkt abstrakter Arbeit ist – ein Wert.

Das Geld setzt nicht nur alle Waren als Arbeitsprodukte gleich, sondern fungiert auch als allgemeiner Vermittler zwischen all den unterschiedlichen Bestandteilen des Kapitals. Wenn die Arbeitskraft mit Geld gleichgesetzt wird, vermittelt Geld dieses Verhältnis mit dem Kapital. Der Geldlohn (G) ist eine Form, mit der das Kapital (K) sein Verhältnis zur ArbeiterInnenklasse (AK) vermittelt: (K – G – AK) Wie wir im vorhergehenden Abschnitt gesehenen haben, existieren noch viele andere Formen der Beziehung, aber der Geldlohn ist die wesentlichste. Mit der Bedeutung des Geldlohns ist zugleich die Bedeutung der nicht-entlohnten Verhältnisse gegeben. Unbezahlte Beziehungen werden auf verschiedenste Weise vermittelt – zum Beispiel stellen die Männer eine Beziehung ihrer nicht-entlohnten Frauen zum Kapital her. Für alle Arbeitenden gilt, dass ihre Arbeit gegen Mittel des Unterhalts (Lebensmittel) getauscht wird, aber dies geschieht nicht immer unmittelbar für Lohn. Sogar Kinder arbeiten für das Kapital, indem sie ihre Arbeitskraft für ihre zukünftige Rolle als ArbeiterInnen produzieren (sei es bezahlt, sei es unbezahlt), sie werden dafür jedoch nicht direkt entlohnt. Sie und ebenso die Hausfrauen werden aus Ressourcen (Geld) unterstützt, die ihr entlohnter Vater oder ihre Mutter erhält. Zwischen Kapital und Vater gibt es das durch den Geldlohn hergestellte Verhältnis, zwischen Kapital sowie Kinden und Hausfrauen tritt der Vater. Die Tatsache, dass Kinder und Hausfrauen für das Kapital arbeiten, wird unter diesen Umständen durch ihre Nicht-Entlohnung verdeckt. Es scheint, als ob sie nur eine private Beziehung zum männlichen Lohnempfänger hätten, aber keine zum Kapital.

Dies hebt eine wichtige Überlegung zum Geld hervor, die oft übersehen wird: Um nämlich die Rolle der Vermittlung oder des allgemeinen Äquivalents zu spielen, müssen zahlreiche Beziehungen existieren, in denen Geld nicht direkt vermittelt. In der Diskussion um entlohnte und nicht-entlohnte Arbeit im „Kapital“ macht Marx dies deutlich. Damit das Kapital fähig ist, den Geldlohn zur Vermittlung seiner Beziehung zur ArbeiterInnenklasse als LohnarbeiterInnen zu verwenden, muss es sich selbst erhalten. Aber wenn gesagt wird, dass es „unter dem Kapital“ immer auch Nicht-Entlohnte geben muss, dann bedeutet dies, dass Geld seine Rolle als allgemeiner Vermittler in einer sehr speziellen Weise ausübt. Schlussendlich müssen alle Waren erhalten, um zu überleben, aber dies muss nicht notwendigerweise durch Löhne geschehen. Trotzdem bleibt Geld der universale Vermittler, da es sogar seine Abwesenheit definiert. Jene, die keine Löhne erhalten, werden mit Blick auf die LohnempfängerInnen definiert – sie sind durch die fehlende Kontrolle über Geld bestimmt. Kinder mögen kein Geld bekommen, aber sie erhalten gekaufte Güter – sie üben zwar keine Kontrolle darüber aus, aber das Geld, mit dem sie unterstützt werden und mit dem ihre Nahrung gekauft wird, zirkuliert trotzdem. Daher kämpfen auch die Nicht-Entlohnten um Löhne, nicht weil sie die Herrschaft des Kapitals ausdehnen wollen – darunter leiden sie bereits –, sondern um Macht zu gewinnen, Macht das Kapital zu zerstören.

Auf vielfältige Weise ist die Aufrechterhaltung der nicht-geldförmigen, unentlohnten Beziehungen für das Kapital von entscheidender Wichtigkeit. Das Bild der zu den Fabrikstoren strömenden Massen ist eine traditionelle, aber beschränkte Version. Die Lage der einkommenslosen StudentInnen, Frauen und GettobewohnerInnen in den entwickelten Ländern wurde oftmals von uns diskutiert. Aber die Debatte um die ursprüngliche Akkumulation zeigte eine weit dramatischere Situation in der Dritten Welt. Das Kapital schuf und erhielt eine riesige, sich teilweise selbst versorgende Arbeitskraftreserve, die nicht entlohnt war. Das war eines der Hauptziele des Kolonialismus – eben die Schaffung einer weltweiten Reservearmee. Und die Armut bleibt weiter das Werkzeug, mit dem unzählige Millionen am Leben erhalten werden und zugleich (so das Kalkül) einfach zur Verfügung stehen, wenn es dem Kapital passt. Die Arbeitskräftereserven werden durch Migration in Gebiete verfrachtet, in denen billige Arbeitskräfte benötigt werden, um die Lohnforderungen besser gestellter ArbeiterInnen niederzuhalten, (z.B. wenn ArbeiterInnen aus Mexiko und der Karibik in die USA begracht werden; ebenso aus südeuropäischen Ländern in die nördlichen Staaten Europas). Das Kapital stützt sich auch auf diese Reserven durch die Beschäftigung in ihren Heimatgebieten, wo Runaway-shops [US-amerikanisch: Fluchtbetriebe] sich billige Arbeit vor Ort suchen.

Wir haben also gesehen, dass die Spaltung in Entlohnung und Nicht-Entlohnung einen fundamentalen Aspekt der Geldform darstellt. Sie ist eine spezifische Spaltung zwischen einigen Waren (die Arbeitskraft einzelner) und Geld. Sie zeigt die fundamentale Spaltung zwischen der direkten Anwesenheit der Geldform und ihrer indirekten Anwesenheit, oder die notwendige Koexistenz von geldförmigen und nicht geldförmigen Beziehungen im Kapital.

Die Tatsache, dass Geld ein Vermittler ist, dass es zwischen Kapital und ArbeiterInnenklasse tritt, bedeutet zweierlei. Erstens: Vom Standpunkt der ArbeiterInnenklasse aus muss der Angriff auf das Kapital diese Vermittlung zugleich nutzen wie zurückweisen, ebenso wie Frauen und StudentInnen Männer und ProfessorInnen instrumentalisierten, aber auch umgingen. Streiks sind bereits Formen dieser Tendenz im Kapital, da ArbeiterInnen die Vermittlung durch den Lohn zurückweisen und das Kapital durch Arbeitsverweigerung, Sabotage und Fabrikbesetzungen, etc. direkt attackieren. Ein weiterer Weg des Klassenkampfes, die Vermittlungsfunktion des Geldes zurückzuweisen, besteht in der Außerkraftsetzung der Preise. Sie ist die Essenz der direkten Aneignung und umfasst nicht nur den Preis der Arbeitskraft, sondern ebenso die Preise aller anderen Waren. Dazu zählen die Selbstreduktion der Mietpreise und Kosten für öffentliche Dienstleistungen, das Auswechseln von Preisschildern in Supermärkten, die Verwendung manipulierter 15 Cent Münzen anstatt der 50 Cent Wertmarken in der U-Bahn oder die vollständige Ausschaltung der Preise durch Ladendiebstähle, Diebstahl durch Beschäftigte oder „Schwarze Weihnachten“, bei denen Güter angeeignet werden. Die Zurückweisung der Preise ist eine Verweigerung der Spielregeln des Kapitals. Die Weigerung, die Rolle des Geldes zu akzeptieren, bedeutet, alles abzulehnen, was in die Bestimmung des Geldes eingeht – das ganze Set der Wertbeziehungen. Das ist die Perspektive der Macht der ArbeiterInnenklasse.

Anders ist die Bedeutung der Geldvermittlung für das Kapital. Weil Geld der allgemeine Vermittler ist, ist es überall dort, wo es zwischen Kapital und ArbeiterInnenklasse gestellt ist, mögliches Objekt der Manipulation. Als die Lohnkämpfe in den 30er Jahren in den USA und Europa die traditionelle Methode der Lohnmanipulation durch das Kapital verunmöglichten, war es nur natürlich, dass das Kapital mit Hilfe der Ideen Keynes und anderer neue Wege suchte, das Geld im Klassenkampf einzusetzen. Die wesentlichsten Ideen Keynes drehten sich daher in erster Linie um die Frage, wie staatliche Regulation mittels monetärer und fiskalischer Manipulation von Richtung und Ausmaß des Geldflusses genutzt werden kann, um die ArbeiterInnenklasse zu kontrollieren.

Ideologisch wurden diese Ideen natürlich völlig anders präsentiert. Monetäre und budgetäre Politik wurden als Werkzeuge dargestellt, um Vollbeschäftigung und Wirtschaftswachstum zu garantieren. Aber Wachstum bedeutete in Wirklichkeit Kapitalakkumulation, und Vollbeschäftigung bedeutete Durchsetzung des Arbeitszwangs und den Weiterbestand der notwendigen, minimalen Reservearmee mittels Feinsteuerung der Ökonomie. Die Keynesianische Strategie benutzte diese, um die Ökonomie entweder zu stimulieren oder sie „abzukühlen“. Das bedeutet, die Forderungen des Proletariats mittels Inflation oder Rezession zu managen. Wir kommen zu jenem Beispiel zurück, das am Beginn dieses Abschnitts zitiert wurde: Die Inflation wird benützt, um die Lohnkämpfe der ArbeiterInnenklasse zu unterlaufen und Wert zum Kapital zu transferieren. Da wir das Geld aus der Perspektive der Wertform betrachtet haben, in der Form und Substanz als allgemeiner Vermittler vereinigt sind, können wir den Mechanismus der Inflation besser verstehen. Inflation bedeutet, dass die Preise nicht aufgrund wachsenden Inputs von Arbeit, sondern durch eine Entwertung des Geldes steigen. Die Preise sind das Geldäquivalent der Warenwerte, welche eben durch diese Preisform ausgedrückt wird. Die Preise zu erhöhen bedeutet, die Masse des Geldes (sei es in Gold oder in Papierform) zu erhöhen, die sich mit Waren austauschen. Wenn die Gesamtsumme des Geldes, über die die ArbeiterInnenklasse verfügt, steigt, dann sinkt folgerichtig die Warenmenge, die sie damit erwerben kann. Auf diese Weise wird die Wertmenge, die die ArbeiterInnenklasse für ihre Arbeitskraft erhält, reduziert und das Ausmaß des Mehrwertes für das Kapital erhöht.

Eine Frage kann möglicherweise gestellt werden: Macht es irgendeinen Unterschied, dass die ArbeiterInnenklasse gegenwärtig Papiergeld und nicht Gold erhält? Marx zeigt im dritten Kapitel des „Kapitals“, dass dies keinen Unterschied macht. Wenn Geld als Mittel der Zirkulation (als allgemeiner Vermittler) fungiert, benötigt es keineswegs eine körperliche Form, weder als Gold noch als Papiergeld. Tatsächlich ist das Geld, welches die ArbeiterInnenklasse erhält, oftmals nicht einmal mehr Papiergeld, sondern Guthaben auf Bankkonten, welche Zug um Zug im Austausch für Waren an das Kapital zurücktransferiert werden. In diesem Fall ist das Geld einfach Rechengeld, welches über den Fluss des Wertes (sei es in Form der Arbeit oder der Waren) Buch führt, welches aber nicht „wirklich“ existieren muss. Ja mehr noch: Die Tatsache, dass das existierende Geld Papierform angenommen hat, bedeutet, dass der Wert, den es repräsentiert, einfach manipuliert werden kann. Wenn X Ware B = Y Masse Gold ist, dann bedeutet eine Preiserhöhung entweder eine Erhöhung der zugefügten Arbeitmenge für die Produktion von B oder der Arbeitsinput in die Goldproduktion wird reduziert. Aber für das Papiergeld sind die Produktionskosten für alle Zwecke gleich Null, und das Papiergeld repräsentiert nur ein bestimmtes Ausmaß an Wert. In diesem Fall ist es einfach, die Preise zu erhöhen, indem mehr Papiergeld in Umlauf gebracht wird, sodass ein gegebenes Quantum an Waren, das durch mehr Papiergeld repräsentiert wird, einen höheren Preis hat (vorausgesetzt die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes bleibt konstant).

Darin bestand die Idee von Keynes, später von Lewis und anderen. Der Staat könnte mehr Geld drucken oder mittels Kreditsystem das Geldvolumen ausdehnen, um auf diese Weise die Preise zu erhöhen, was den Wert jeder Geldeinheit senkt und daher die Lohnhöhe der ArbeiterInnenklasse unterläuft. Diese Wertsenkung könnte sowohl bei gleichbleibenden, als auch bei steigenden Löhnen durchgeführt werden. Im letzteren Fall würde es eine natürliche Tendenz der Kapitalisten geben, die Preise zu erhöhen, um die steigenden Kosten auszugleichen, was aber durch eine entsprechende Ausweitung der Geldversorgung begleitet werden müsste, welche der Staat zu garantieren hätte.

In der gegenwärtigen Inflation wird diese Handhabung des Geldes durch eine weitere ergänzt. Indem die Verfügbarkeit von Öl und Nahrungsmittel administrativ eingeschränkt wurde, konnte die Erhöhung ihrer Preise durchgesetzt werden; so wurde die Preiserhöhung für Nahrungsmittel produziert und die Ölpreise konnten mit der allgemeinen Inflation mitziehen. Dies ist nicht nur in einem oder mehreren Ländern durch den Staat passiert, sondern wurde durch die gemeinsame Aktion multinationaler Konzerne und einer Anzahl von Staaten auf Weltebene durchgesetzt. Im Fall des Erdöls wären die OPEC, die „Seven Sisters“ und sowohl westliche wie östliche Regierungen zu nennen; im Falle des Getreides die ProduzentInnen, GetreidehändlerInnen, die Vereinigten Staaten und die UdSSR. Die resultierenden Preiserhöhungen haben die Löhne der ArbeiterInnenklasse weltweit gesenkt und sind Teil der weltweiten Gegenoffensive des Kapitals, die Lohnkämpfe einzudämmen. Die Produktion dieser Inflation durch das Management der Kapitalflüsse wurde in zunehmenden Maß durch das Kapital zur Eindämmung der Lohnkämpfe umgeleitet. Das Management der Kapitalflüsse, welche durch diese Inflation produziert wurden, wurde in zunehmenden Maß durch das Kapital zu internationalen, staatlichen Institutionen wie Weltbank und Währungsfonds verlagert.

Wie immer auch die Manipulation des Geldwertes bewirkt wurde, sei es durch Unternehmen, nationale Regierungen oder internationale Übereinkünfte, es sollte nun klar sein, dass das Objekt der Manipulation das Wertverhältnis zwischen ArbeiterInnenklasse und Kapital darstellt. Wir haben gesehen, auf welch komplexe Weise das Geld die Klassenbeziehung ausdrückt, und ebenso die komplexe Rolle, die es im Herzen dieser Beziehung spielt. Es existieren viele Funktionen und Institutionen des Geldes, die im ersten Kapitel des „Kapital“ nicht herausgearbeitet werden, aber die Analyse des allgemeinen Äquivalents in der Geldform und in der Preisform erlauben uns einige fundamentale Einsichten in die Rolle des Geldes als Medium der Zirkulation und als Vermittler zwischen den Klassen. Wenn auch nicht im Detail, so erlaubt uns diese Analyse doch den wesentlichen Charakter der Kontrolle mittels Geld und Inflation in der gegenwärtigen Periode des Klassenkampfes zu erkennen.

Genauso wie bei den anderen Kategorien dieses Kapitels haben wir gesehen, wie wir durch die Überwindung des Fetischismus zu den dahinter liegenden Klassenverhältnissen gelangen. So konnten wir einige der politischen Funktionen des Geldes erkennen. Geld erscheint als Vermittler für das Kapital, durch welches es seine Kontrolle über die bezahlte wie unbezahlte Arbeit innerhalb und außerhalb der Fabrik ausübt. Es ist ein Mittel, die Wertmenge oder den Reichtum zu kontrollieren, die die ArbeiterInnenklasse schafft. Wenn die Macht der ArbeiterInnenklasse jenes Niveau erreicht, das es erlaubt, die direkte Beeinflussung des Geldlohnes durch das Kapital zu stoppen (und Lohnsenkungen zu verhindern), versucht das Kapital, das Geld indirekt einzusetzen, indem es die Wertrelationen durch Inflation verändert und die Löhne der ArbeiterInnenklasse auf diesem Umweg angreift. Dies wird immer wichtiger, da auch die Nicht-Entlohnten um Löhne kämpfen und daher auch die unbezahlte Arbeit aus dem Schatten der Löhne getreten ist. Auf ähnliche Weise hat die Tendenz der ArbeiterInnenklasse, mehr Geld für weniger Arbeit zu fordern, um das Verhältnis zwischen dem produzierten und dem erhaltenen Wert aufzulösen, das Kapital genötigt, neue Formen der Manipulation des Geldwertes anzuwenden, um dieser Tendenz zu begegnen. Während des Kampfzyklus der 60er Jahre gelang es der ArbeiterInnenklasse die Dominanz des Kapitals über die Bestimmungen des Wertes und die Geld/Preis Beziehungen zu brechen und diese in ihrem Sinne zu verschieben. Das stellte die grundlegende Basis des Kapitalismus, seine Kontrolle über die Arbeit, in Frage und ist ebenso die Ursache für die derzeitige Krise. Angesichts der Probleme, mit denen das Kapital beim Versuch, die Klassenbeziehungen in seinem Interesse neu zu strukturieren, konfrontiert ist, besteht unser gegenwärtiges Problem darin, unsere Kämpfe auf dem neuen Terrain der andauernden Krise effizienter zu gestalten.

Sigeln und Zitierweise: Textstellen aus dem „Kapital 1. Band“ sind nach der verbreiteten 4. Auflage, identisch mit Band 23 der Marx-Engels-Werke, direkt im Text als (MEW 23) angegeben. Alle anderen als Fußnoten. Das von Cleaver mehrfach zitierte erste Kapital der Urausgabe des 1. Bandes des Kapitals findet sich auch unter: http://perso.wanadoo.fr/dumauvaiscote/Das%20Kapital_Kap1_1867.htm im Internet.

[1W.A. Lewis, „Economic Development with unlimited supplies of labour,“ Manchester School, May 1954, 139-191

[2Über die sich verändernde Beziehung zwischen Organisation und Klassenzusammensetzung, siehe Bologna, Sergio „Zusammensetzung der Arbeiterklasse und Theorie der Partei an den Anfängen der Rätebewegung“. In: Bologna, Sergio/Cacciari, Massimo Zusammensetzung der ArbeiterInnenklasse und Organisationsfrage, Merve Verlag 1973

[3Marx an Engels 22. Juni 1867, In: Karl Marx, Friedrich Engels, „Briefe über das Kapital“, Berlin 1954, Seite 137

[4In der deutschen Ausgabe findet sich in diesem Abschnitt folgend Fußnote: „“Es ist mit solchen Reflexionsbestimmungen überhaupt ein eigenes Ding. Dieser Mensch ist z.B. nur König, weil sich andre Menschen als Untertanen zu ihm verhalten. Sie glauben umgekehrt Untertagen zu sein, weil er König ist.“ (MEW 23; 72 FN)

[5Karl Marx, „Das Kapital“, Erstausgabe, Neudruck der ersten Ausgabe von 1867, Hamburg 1980 , Seite 22

[6Marx Engels Gesamtausgabe = MEGA II. Abteilung, Band 5, Seite 638

[7Marx Engels Gesamtausgabe = MEGA II. Abteilung, Band 5, Seite 637

[8„Das Kapital“, Urausgabe, Neudruck der ersten Ausgabe von 1867, Hamburg 1980 Seite 29

[9„Das Kapital“, Urausgabe, Neudruck der ersten Ausgabe von 1867, Hamburg 1980 Seite 30

[10Diese Reziprozität zwischen zwei Waren lässt sich irgendwie mit Hegels bürgerlicher Gesellschaft vergleichen. Aber die Vermittlung der reziproken Beziehung durch ein universelles Äquivalent ist unterschieden von Hegels Konzept. Die Einführung in die syllogistische Vermittlungen der Wissenschaft der Logik durch Marx zeigt die Unterschiede.

[11In seiner Analyse der Produktion und Zirkulation von Waren zeigt Marx, wie der Preis eines Produktes ins Kapital einbezogen wird, selbst wenn es aus einer nicht-kapitalistischen Produktionsweise stammt (MEW 24, S. 113-115) Heute, aus der Perspektive der sozialen Fabrik, in der so genannte nichtkapitalistische Produktionsweisen als Weg verstanden werden, die nicht bezahlte Arbeit zu organisieren, stimmt das umso mehr.

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