FORVM, Günther Anders-Disput
November
2023
Zu: „Internationale Günther Anders-Gesellschaft“ (’I.)

Seltsames in Anders’ Namen
purgierte Fassung

Disput über Öffentlichkeit und Informationsfreiheit

Kriminalgeschichte im Philosophenmilieu: 1. Das intellektuelle und moralische
Totalversagen einer Gruppe Philosophen im praktischen Leben einer
Günther Anders gewidmeten Forschungsgemeinschaft; 2. deren
schludriger Umgang mit Wahrheit bereits in der Satzung und
desto falscher in der öffentlichen Selbstdarstellung.
Erster Teil, online 17. Juli bis 24. Oktober
Knopflos purgiert 25. November 2023

Follow-up coming soon.

Intro-Mail an alle

Liebe p.t. alle mit Interesse an Günther Anders und seiner Gesellschaft,

einen notorischen Rezensenten von Anders und anderen wissenschaftlichen Büchern, der am 10. März der Anders-Gesellschaft beigetreten war, hat deren Vorstand 5 Tage später wieder verstoßen: ein seltsam statutenwidriger und doch – oder eben deshalb – lehrreicher Vorgang. Kurz darauf wurde der nämliche Wissenschaftsjournalist, der sich zur Kopenhagener Anders-Tagung [1] angemeldet hatte und vom dortigen Organisator, Alexander Knopf, als Teilnehmer begrüßt worden war, von der Tagung wieder ausgeschlossen.

Seltsame Vorgänge. Mir waren sie Anlass, Statuten, Internetauftritt, Vorgeschichte und den aktuellen Zustand der „Internationalen Günther Anders-Gesellschaft“ (IGAG) genauer zu besehen, um sie miteinander in Einklang zu bringen.

Das Ergebnis schickte ich Alexander Knopf und dem Vorstand sowie dem Sekretariat der IGAG, diesem – unter Berufung auf die Drehscheibe, deren Funktion die Internetseite sich arrogiert, und mit der Bitte, meinen Text an die Mitglieder weiterzuleiten. Darauf kamen zwei Antworten:

Die erste ein Lausbubenstück von Dries, der die Weiterleitung aus inhaltlichen Gründen verweigert. Davon ein Andermal. Meine Analyse, die er den Mitgliedern aus – für ihn – guten Gründen vorenthalten möchte, anbei: Anlage Nr. 1 (Covermail) und Nr. 2 („Seltsames in Anders’ Namen“).

Die zweite Antwort kam von Knopf, den ich mit der Herausgabe der „Totenpost“ bei Wallstein betraut hatte. Das nachstehend Kursivierte wurde, weil zur Schurkerei gehörig, aus dieser Wiederverlautbarung getilgt: Seine Antwort lege ich als Nr. 3 (Covermail) und Nr. 3.1 (Brief) sowie meine Widerrede als Nr. 3.2 – darin als Nr. 3.3 ein enthusiastisches Danke-Mail von Knopf an Sakkas – hier gleichfalls bei, ebenso eine Rezension der „Totenpost“: Nr. 4 – Autor: der zweifach verstoßene Konstantin Sakkas, dessen Existenz mir bis zur Generalversammlung Anfang März unbekannt war und der mir völlig gleichgültig ist – im genauesten mir möglichen Wortsinn:

Er gilt mir gleich viel wie jede andere Person, die sich für Günther Anders’ Werk interessiert, und gleich viel wie sein Kontrahent, Christian Dries, den ich kennen und schätzen lernte, als er im Nachlass für seine Magisterarbeit forschte. Ihn habe ich seinerzeit mit einem Nachwort für „Die Kirschenschlacht“ betraut und „Die Weltfremdheit“ herauszugeben. Desto befremdlicher sein Verhalten gegen Sakkas, gegen das sein erwähntes Lausbubenstück allerdings nur eine Kleinigkeit ist.

Herzliche Grüße

Gerhard Oberschlick

Wien, 25. Juni 2013; gekürzt/kommentiert am 7. November des selben Jahres

Anhänge (4, nur mehr 2 in der purgierten Fassung)

1. Covermail an IGAG und Knopf

Werte Mitglieder des Vorstands, lieber Herr Knopf,

den beiliegenden Überlegungen folgend, rege ich an, die Entscheidungen i.S. Sakkas zu überdenken, schlage vor, beide rückgängig zu machen und seine Mitgliedschaft respektive Teilnahme nachträglich zu bestätigen.

Freundliche Grüße
Gerhard

Liebes Sekretariat,

bitte um Weiterleitung dieses Mails samt Anhang an die Mitglieder der IGAG – im Sinne der schönen Funktion einer Drehscheibe, welche unsere Gesellschaft zwischen Personen, die sich wissenschaftlich, journalistisch und künstlerisch mit der Person und dem Werk von Günther Anders auseinandersetzen, zu Recht sein will.

Herzlichen Dank und liebe Grüße
Gerhard Wien, 17. Juni 2023

2. Seltsames in Anders’ Namen

jüngster Abruf: 17.6.2023 19:25

Das stimmt so nicht mehr. [2] Wahr ist vielmehr: Die Tagung wurde zu einer geschlossenen Veranstaltung mutiert. Was Anders immerzu getrachtet hatte, möglichst genau und doch für alle verständlich zu formulieren, wird in einer willkürlich eingeschränkten und insofern esoterischen Öffentlichkeit erörtert werden.

Imaginatio antea

Zu seinen Lebzeiten hätte ich ihm das als skandalöse Neuigkeit hinterbracht und ironisch wie begütigend hinzugefügt: „Eigentlich haben sie es nur Dir nachgemacht. Hast Du nicht auch immer wieder wen hinausgeschmissen, Philosophen wie Burger und Schuh, aber mit Vorliebe Journalisten, besonders als Abschluss so manchen fingierten Interviews, aber nicht selten, wie z.B. die Sigrid Löffler, sogar im wirklichen Leben?“

Bild: Lotte Tobisch © Barbara Urbanek

Günther hätte die Augenbrauen und abwehrend eine Hand gehoben: Für jeden Gesprächsabbruch habe er gute Gründe gehabt. Nie hätte er in einer öffentlichen Veranstaltung jemanden am Diskutieren gehindert oder gar davon ausgeschlossen, keinen hinaus-, höchstens zurechtgewiesen, wenn einer Unsinn oder moralisch Dubioses von sich gab. Aber – hätte er gefragt – war es ein Journalist oder ein Philosoph, den sie ausgeschlossen haben?

Ein Journalist. – Darauf er: Das macht zwar keinen großen Unterschied, denn sachlich ist es in jedem Fall ein Skandal, der die Freiheit tangiert, Informationen zu empfangen und zu verbreiten. Dennoch gibt es zwei Unterschiede: Schließen sie einen Journalisten aus, dann schließen sie die Öffentlichkeit aus, für die er arbeitet, die er informiert und die er daher repräsentiert. Damit schränken sie ihre eigene Wirksamkeit ein, was ihre Beschränktheit beweist. Das ist der größere, der wissenschaftliche Skandal, dem der zweite, kleinere, nur vielleicht folgen wird, dann nämlich, wenn die Öffentlichkeit den ersten Skandal wahrnimmt und nun ihrerseits skandalisiert. Diesen Esoterik-Skandal würde ich ihnen dann allerdings gönnen. Welche Zeitung wollte diesen Journalisten entsenden?

Keine, er hatte sich autonom, aus eigenem Interesse angemeldet. Er ist nirgends angestellt, sondern schreibt als freier, sprich: vogelfreier Mitarbeiter hauptsächlich für kleinere Medien, aber auch für „Deutschlandfunk Kultur – Das Feuilleton im Radio“. Zuletzt hatte er was in der „Neuen Züricher Zeitung“ und in der „taz“. Ein notorischer Rezensent, übrigens, Deiner Nachlasswerke und anderer mehr oder weniger wissenschaftlicher Titel, aber auch von Filmen. In diesen Sparten hat er es sogar schon zu einigem Renommee gebracht.

Davon kann er leben, hätte Anders gefragt, und: den haben sie von einer Anders-Tagung ausgeschlossen? Unbegreiflich!

Begreiflich wird es vielleicht durch die Umstände, unter denen ihn die Internationale Gesellschaft, die deinen Namen trägt, kurz davor ausgestoßen hatte, hätte ich nun erwähnt und gemeint, es wäre vielleicht nicht verfehlt, uns ein wenig mit dieser Gesellschaft zu befassen, die es nun immerhin schon zehn Jahre gibt und drei Günther Anders-Preise verliehen hat.

Das interessiert mich weniger, hätte Anders entschieden. Erzähle lieber, was er angestellt hat, dass meine Gesellschaft ihn ausschließen musste. Hat er silberne Löffel gestohlen, Frauen vergewaltigt, kleine Kinder geschlagen, sich in antisemitischen Exzessen ergangen oder alles dieses zusammen?

Viel schlimmer, hätte ich gestehen müssen: Er hat sich unterstanden, den stellvertretenden Obmann vertrauensvoll nach möglichen Reisekostenzuschüssen für Kopenhagen zu fragen.

Was, hätte Anders gefragt, sollte daran schlimm sein?

Gar nichts, hätte ich eingeräumt, ich verstehe bis heute nicht, warum unser stellvertretender Obmann derart unwirsch darauf reagieren konnte oder musste, zumal die Kopenhagener Einladungsseite ausdrücklich verheißt: [3]

Das heißt, hätte ich fortgesetzt, dass Dries von allem Anfang im Unrecht war: er hätte den Fragesteller einfach an Knopf, den Organisator vor Ort, verweisen können und sollen. Der Journalist hat in seinem Antwortmail übrigens sofort eingelenkt: „Alles klar, lieber Christian, und no offence“. Wie entschuldigend versuchte er dann seine Situation zu erklären, um die Frage nach einer möglichen Kostendeckung begreiflich zu machen. Alles Bisherige ereignete sich zwei Tage vor einer sogenannten Generalversammlung der Anders-Gesellschaft, an der unser Journalist, frisch beigetreten, dann teilnahm. Als er am Tag danach dem nämlichen stellvertretenden Obmann dafür dankte, dass dieser ihn in die Gesellschaft aufgenommen hatte, ihm „zur Bewilligung der Einrichtung einer Forschungsstelle zu Anders an der Uni Freiburg“, von der Dries in der Generalversammlung berichtet hatte, gratulierte und dann noch „bestimmte Hintergrundinformationen“ zu einem „konkreten Vorgang in Eurer Gesellschaft“ anbot, eskalierte Dries die Situation. Nicht, weil jener, obwohl doch selbst Mitglied geworden, „in Eurer Gesellschaft“ statt „in unserer“ schrieb, sondern am Angebot von „bestimmten Hintergrundinformationen“ sollte sich der stv. Obm. stoßen: er betreibe weder in der Gesellschaft noch sonst wo Hinterzimmerpolitik und halte sich von Geraune aller Art fern. Was zu sagen wäre, könne und solle direkt und offen gesagt werden – oder es wäre irrelevant.

Erzähl’ das alles nur weiter haarklein, hätte Anders gesagt. Er habe ja, wie ich wisse, alle Zeit der Welt, sei zwar kaum am Klatsch interessiert, an dessen Folgewirkungen jedoch sehr wohl. Aber achte ja darauf, dass mir die Gesellschaft keine Schande macht, denn das gehört mindestens peripher mit zu den Aufgaben meiner Nachlassverwaltung. Sag an, woher du von diesen privaten Mails überhaupt weißt, wie es weiterging und was dabei herauskam.

Dries wandte sich anklagend im Hinterzimmer der IGAG an deren informelle Kerngruppe, bei der er Konsens für die Ausstoßung des Gegners suchte. Aber Deinen Namen vor ungefragten Gebrauch zu schützen, fehlt Deinem Statthalter auf Erden die rechtliche Handhabe, solange nicht jemand Dir fremde Texte unterschiebt oder einen von Deinen unbefugt publiziert. Auch kann ich manche Verwendung Deines Namens gar nicht so verwerflich finden: Es gab einmal eine italienische Gruppe „GÜNTHER ANDERS“ im Facebook, wo seit einiger Zeit Babette Babich – Mitglied der IGAG sowie kurioserweise des Beirats der Martin-Heidegger-Gesellschaft – eine „Günther Anders Research Group“ mit strikter Moderation betreibt, das heißt, dass dort Postings auch der von ihr aufgenommenen Gruppenmitglieder erst nach Freischaltung durch sie erscheinen. Aber auch als vor Jahren die Internetseite „guentheranders.net“ von einem „Günther Anders Forum“ installiert wurde, das ich als Missbrauch einschätzte, konnte ich nur die Kooperation verweigern, aber nichts dagegen unternehmen.

Ich werde jetzt doch meinen selektiven Rückblick auf die ersten zehn Jahre deiner Gesellschaft werfen, dann versteht sich von selbst, wie ich von den kuriosen Ereignissen in deren Innereien erfahren habe und wer dabei eine mehr oder weniger rühmliche Rolle gespielt hat oder spielt.

Selektiver Rückblick

Zehn Jahre nach der konstituierenden Generalversammlung [4] wird es ja vielleicht nicht ganz verfehlt sein zu prüfen, wo die gute Sache der Internationalen Günther Anders-Gesellschaft (IGAG) etwa verbesserungswürdig und vielleicht sogar -fähig sein möchte.

Ein seltsamer Auftritt
Wie die IGAG sich präsentiert

Im Folgenden werde ich einige Anregungen an die Generalversammlung vorlegen, aber zuvor noch einige Kleinlichkeiten zur Revision unserer Seite im Internet erwähnen. Das meint keinen Relaunch des Layouts, sondern Verbesserungen am Kontent. Vorweg wird angeregt, die Seite gelegentlich auch sprachlich zu prüfen, um lieblos sinnfreie Schludereien wie in der folgenden Abbildung, die keiner verstehen kann, auszumerzen:

Faksimile des Einladungstextes auf der IGAG-Seite
Abruf: 17.06.2023 19:25

„… oder durch eine Spende und ein weitere Satz hier und da für die gute Stimmung.“ [5]

Für die Prüfung des Inhalts wird dieser hier mit dem Internetauftritt des PEN Berlin [6] verglichen, der nicht kopiert, aber als Vorbild herangezogen werden soll. Ein signifikantes Beispiel: Die Satzung wird auf der Seite dieses PEN leicht auffindbar präsentiert.

A. Geheimverfassung

Die Statuten (PEN: „Satzung“) der IGAG sind auf der Webseite entweder gar nicht vorhanden oder gut versteckt. Da sie die Verfassung des Vereins enthalten, die Rechte und Pflichten der Mitglieder regeln sowie die Aufgaben der Organe bestimmen, muss sie allen bekannt sein können. Daraus folgt die

Anregung 1: Die Statuten sollen an geeigneter, leicht auffindbarer Stelle der Internetseite gut lesbar präsentiert und zum Download angeboten werden.

B. Kategorien der Mitglieder

Im Statut vorgesehen sind ordentliche, außerordentliche und Ehrenmitglieder. Um ein wenig Verwirrung zu stiften, präsentiert davon abweichend die Unterseite „Gesellschaft“ im Internet sechs Mitglieder einer Kategorie, von der das Statut gar nichts weiß – siehe dieses Faksimile:

Diese sechs Personen waren der Vereinsbehörde tatsächlich als Gründungmitglieder genannt worden, zum Beleg, dass es mehrere Personen gab, die sich zur IGAG vereinen wollten. Nach Prüfung der Statuten vollzog die Vereinspolizei die gesetzlich vorgesehene rechtliche Transsubstantiation der „Gründungsmitglieder“, indem sie diese als „organschaftliche Personen“ ansprach und „zur Aufnahme der Vereinstätigkeit“ einlud. Nicht mehr nur „Gründungsmitglieder“ und noch nicht echte „Vereinsorgane“, sind „organschaftliche Personen“ temporäre Zwischenwesen, befugt zur Aufnahme der Vereinstätigkeit durch den einzigen Akt, in der Eigenschaft einer ersten, konstituierenden oder Gründungs-Generalversammlung die Organe der Gesellschaft zu wählen: Vorstand und Rechnungsprüfer. Um die gesetzlich vorgeschriebenen und statutarisch vorgesehenen Ämter besetzen zu können, dürfen sie gewiss auch zusätzliche Mitglieder akquirieren, deren Aufnahme jedoch gemäß den Statuten zu erfolgen hat. Haben die „organschaftliche Personen“ ihre Funktion erfüllt, so sind in einer zweiten, endgültigen rechtlichen Transsubstantiation, die sich ohne weiteres Zutun ereignet, die gewählten Organe an die Stelle der eben dadurch nicht mehr als solche existenten organschaftlichen Personen getreten: Die vormaligen Gründungsmitglieder und zwischenzeitlich organschaftlichen Personen werden von der egalitären Verheißung des demokratischen Vereinsrechts zu ordentlichen Mitgliedern erhoben, gleichberechtigt mit allen, die später hinzukommen werden.

Tatsächlich aber haben das organschaftliche Mandat diejenigen Personen gemeinschaftlich wahrgenommen/ausgeübt, die bereits an den Vorbereitungen zur Vereinsgründung teilgenommen/mitgewirkt hatten, und nur sie waren bei der Gründungs-GV anwesend. Das Protokoll nennt 8 Namen. Aber gleichgültig, ob die tatsächlichen oder die behördlich registrierten nun rechtens als „Gründungsmitglieder“ anzusprechen waren: sie hätten auf der Unterseite „Gesellschaft“ nur als Elemente einer Vorgeschichte der Gesellschaft ihren legitimen Platz. Erwähnt werden aber nur die polizeinotorischen, und diese werden so präsentiert, dass der irrige Eindruck entstehen kann, als gehörten sie zum gegenwärtigen Status der IGAG als eine, dem Vorstand bei- und der übrigen Mitgliedschaft vor- oder übergeordnete, irgendwie privilegierte Art Aristokratie oder was Simmel als „Sondervereinigung“ eine „Gefahr für das umgebende Ganze“ nennt. [7]

CLASSIFIED

Faksimile des Protokolls der konstituierenden IGAG-Versammlung (gelöscht)

Daraus folgt die Anregung 2: Streichung der „Gründungsmitglieder“ oder Einfügung einer kurzen (Vor-) Geschichte der Vereinsgründung. In dieser wäre die behördliche Liste der angemeldeten Gründungsmitglieder um die tatsächlichen MitgründerInnen Wolfgang Beck, den 2018 verstorbenen Raimund Bezold, Reinhard Ellensohn und Kerstin Putz zu ergänzen, die auch bei den Vorstandswahlen in der konstituierenden Generalversammlung – ganz wie die 4 anwesenden „organschaftlichen Personen“ (2 hatten sich ja entschuldigen lassen) – mitgewirkt hatten. [8] die einander großteils nicht oder nicht aus dem Verein kennen, dessen Internetauftritt prätendiert:

Die Webseite der Gesellschaft will eine Drehscheibe für den Austausch zwischen Institutionen und Personen sein, die sich wissenschaftlich, journalistisch und künstlerisch mit der Person und dem Werk von Günther Anders auseinandersetzen. [9]

Wie die Gesellschaft ihrer Webseite die beanspruchte Funktion einer „Drehscheibe“ verleihen will, bleibt unerklärt. Auf der Webseite finden sich einige Texte von und einige über Anders, neuere bibliographische Angaben sowie lückenhaft alte und neue Termine/Veranstaltungen, sie bietet aber keinerlei Möglichkeit oder Anregung für den „Austausch zwischen“ irgendwem, auch nicht zwischen den Mitgliedern, deren Namen sie – ausgenommen die polizeilich vorangemeldeten „Gründungsmitglieder“ und den Vorstand – sogar geheim hält, statt die Kommunikation der Mitglieder untereinander zu fördern oder wenigstens zu ermöglichen. Die obige Deklaration scheint zu versprechen, den Mitgliedern eine Art virtuelles Vereinslokal der Gesellschaft zu bieten, erfüllt aber nur die bidirektionale Funktion einer Seite für Mitteilungen des Vorstands an die allgemeine Öffentlichkeit, die sich ihrerseits an die Gesellschaft zu Handen von Vorstand und Sekretariat mit Mails wenden und/oder Mitgliedsanträge einbringen kann.

Anregung 3: Die Namen aller Mitglieder sollen – ohne zwischen Gründungs- und sonstigen Mitgliedern zu unterscheiden – auf der Webseite veröffentlicht werden.
Die IGAG ist kein Geheimbund, weder ein verfolgter wie früher die Freimaurer, noch ein verfolgender wie Opus Dei. In mancher Hinsicht vorbildlich konzipiert, führt PEN Berlin seine 511 Mitglieder – von Cornelia Achenbach bis Hans Zischler [10] – auf der Internetseite namentlich an. Da weiß man gleich, in wessen Gesellschaft man sich durch den Beitritt begibt.

Anregung 4: Der Vorstand soll allen Mitgliedern die Mail-Adressen aller Mitglie-der mitteilen. – Ich weiß nicht, ob auch PEN Berlin die Mail-Adressen seiner Mitglie-der intern distribuiert, das ist aber dort nicht so bedeutend: Alle PEN-Mitglieder sind namhafte AutorInnen, deren Adressen relativ leicht zu erheben sein dürften, zumal die meisten eigene Webseiten betreiben und über diese zu erreichen sind. Die IGAG-Mitglieder sollen ohne Umweg über den Verein miteinander kommunizieren können.

B.2 außerordentliche Mitglieder

Laut Internetseite gibt es noch keine. Statt dessen hat der Vorstand im Rahmen seiner legitimen Geschäftstätigkeit

C. „Kooperationspartner“

gefunden, die als solche nicht Mitglieder der IGAG sind, sondern eben mit ihr kooperieren und im Statut nicht vorkommen, auch nicht vorkommen müssen. Laut Website sind es: „das Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek […] und der Verlag C.H.Beck“.

C.1 Die Kooperation mit dem Literaturarchiv (ÖLA)

ist eigentlich eine persönliche Leistung, die der aktuelle Direktor des Literaturarchivs, Priv. Doz. Dr. Bernhard Fetz, der Gesellschaft erbringt: seine Dienstadresse dient der IGAG als Postanschrift. Das Vereinsmitglied Fetz war Gründungsmitglied in beiderlei Bedeutung. Eine andere Kooperation mit dem ÖLA gibt es nicht. Dieses verwahrt Günther Anders’ Nachlass, in den es Interessent:innen gegen geringe Gebühr gleichermaßen Einblick gewährt, ob sie nun der IGAG angehören oder nicht. „Kooperation mit ÖLA“ ist eine, zugegeben: beide Seiten schmückende, false flag.

Bernhard Fetz, ordentliches Mitglied, seit Gründung der IGAG auch gewähltes Mitglied des Vorstands, wurde als solches zum Finanzbeauftragten bestellt, hat die operative Aufgabe jedoch informell an Reinhard Ellensohn abgeben, der diese Funktion freundlicherweise seit Anbeginn ausübt, ohne Mitglied des Vorstands zu sein.

Natürlich kann Fetz durch Wiederwahl wieder Vorstandsmitglied werden bzw. bleiben. Ob sein Nachfolger im ÖLA-Amte seine dienstliche Postadresse wie Fetz der IGAG zur Verfügung stellt oder ob ein späterer Vereinsvorstand eine andere Vereins-Postadresse wird finden müssen: gegenüber dem Literaturarchiv der Nationalbibliothek oder dieser selbst besteht jedenfalls kein Anspruch.

Ein Vorstands-Anspruch von Bernhard Fetz, etwa als Leiter des Literaturarchivs und weil dieses den physischen Nachlass von Günther Anders aufbewahrt, würde späteren Leitern des ÖLA einen Sitz in unserem Vorstand präjudiziell sichern und wäre sachlich ungefähr so gerechtfertigt, wie der Anspruch eines Direktors des Staatsarchivs auf den Titel eines Kultusministers ohne Portfeuille. In Wien gibt es das kakanische Institut „Nichtamtsführender Stadtrat“. Hat die Anders-Gesellschaft an so etwas einen dringenden Bedarf? Ich denke: nein. Das Statut eröffnet allerdings die Möglichkeit, für die drei Vereinsfunktionäre Stellvertreter:innen zu bestellen, die bei Bedarf in Funktion treten, diese dann aber auch tatsächlich auszuüben hätten. Da das Statut die ‒ derzeit zwei ‒ Angehörigen des Sekretariats befugt, die Mitglieder des Vorstands nach Absprache zu vertreten, besteht an zusätzlich gewählten Vorstands-Stellvertretern kein funktionaler Bedarf.

C.2 Der vorgeschobene Verlag C.H.Beck

Er wird als zweiter Kooperationspartner genannt, eine juristische Person, die bereits in der ersten Generalversammlung durch Erklärung des damaligen Verlagschefs Wolfgang Beck der IGAG als ordentliches Mitglied beigetreten war. Der Verlag bezahlt freiwillig den zehnfachen Mitgliedsbeitrag für sich selbst sowie normale Beiträge für einzelne Verlagsmitarbeiter:innen. Vermutlich deshalb führt ihn das Protokoll der 4. Generalversammlung vom 12. März 2018 als „förderndes Mitglied“, was ihm gemäß Statut Punkt 4.3 den Status eines außerordentlichen Mitglieds verleiht, ihn aber nicht zum Kooperationspartner macht.

Dem fälschlich als „Kooperationspartner“ bezeichneten und verheimlichten a.o. Mitglied Verlag C.H.Beck entspricht

C.3 Die verheimlichte C.H.Beck-Stiftung

Sie wird weder als Mitglied, noch als Kooperationspartner genannt, obwohl sie in der Rubrik „Anders-Preis“ als „Finanzieller Träger“ ausgewiesen ist, was dem Statut des Günther Anders-Preises ebenso wie dem Beschlussprotokoll der zweiten Generalversammlung [11] entspricht:

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......................................................CLASSIFIED................................................
..............................................................................................................................

Mit diesem Beschluss hat sich nun gleich bei der Gründung der Anders-Gesellschaft eine tatsächlich privilegierte Mitglieder-Gruppe gebildet, die im Vereinsstatut nicht vorgesehen ist, deren allgemeine/funktionale Bestimmung aber bewirkt hat, dass sie aus genau den selben Mitgliedern besteht, die auch bei der ersten GV tatsächlich anwesend waren, einfach weil sonst niemand da war: die polizeilichen Gründungsmitglieder/organschaftlichen Personen abzüglich die – entschuldigt ferngebliebenen – Professoren Bröckling und Thomä, jedoch zuzüglich Wolfgang Beck, Raimund Bezold, Reinhard Ellensohn und Kerstin Putz. Konstituiert wurde diese privilegierte Gruppe durch das Statut des Anders-Preises, das einem Kooperationsvertrag mit der Beck-Stiftung entspricht. Das Gruppenprivileg bestand zunächst in der Mitwirkung an der Auswahl der Jury-Mitglieder, sodann im Recht, der Jury maximal drei Preis-Kandidat:innen vorzuschlagen und einen nicht stimmberechtigten Vorsitzenden (für den ersten Preis Fetz, danach Dries) der Jury als Moderator beizustellen. Mit diesen Rechten privilegiert das endgültige Preis-Statut die Mitglieder des Vorstandes und des Sekretariats sowie die Rechnungsprüfer/Rechnungsprüferinnen. Da Wolfgang Beck in seiner Eigenschaft als Stiftungsvertreter der Jury gleichfalls ohne Stimmrecht beiwohnt, ist die privilegierte Gruppe, identisch zusammengesetzt, wieder komplett. – Auch das Statut des Anders-Preises ist nicht veröffentlicht, daher sind alle übrigen Mitglieder der IGAG nicht nur davon ausgeschlossen, neue Mitglieder der Jury und deren Moderator zu bestellen sowie Kandidat:innen für den Preis zu benennen, sondern sie sind von diesem Procedere nicht einmal informiert.

Damit hat sich eine, den übrigen Mitgliedschaft vor- oder übergeordnete, definiert privilegierte Art Aristokratie etabliert, die genau dem entspricht, was Simmel als „Sondervereinigung“ eine „Gefahr für das umgebende Ganze“ nennt. [12] Im Vergleich zu dieser Sondervereinigung ist die zwar fiktional eingefrorene, aber nur verbal als Ehrentafel präsentierte Riege der polizeibekannten „Gründungsmitglieder“ ohne weitere Bedeutung und völlig harmlos.

(Neuerdings wird neben dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek und dem Verlag C.H.Beck auch eine C.H. Beck Kulturstiftung als Kooperationspartnerin ausgewiesen. [13])

Anregung 5: Bestehende Kooperationsvereinbarungen der IGAG sind gegenüber den Mitgliedern offenzulegen, indem die jeweiligen Verträge auf der Homepage veröffentlicht werden. Neue Kooperationsvereinbarungen sind den Mitgliedern im Umlaufverfahren zur Bestätigung vorzulegen. Sofern niemand Antrag auf Entscheidung in der Generalversammlung stellt, entscheidet die einfache Mehrheit im Rücklauf.

Zurück zu: B.3 Ehrenmitglieder

Auch solche werden bisher keine ausgewiesen. Ernannt werden sie laut Punkt 5.3 des Statuts auf Antrag des Vorstandes durch die Generalversammlung.

Seltsamerweise hat der Vorstand noch nie den Antrag gestellt, Wolfgang Beck zum Ehrenmitglied zu ernennen, obwohl seine besonderen Verdienste um die IGAG kaum jemand übertreffen oder auch nur mit ihnen gleichziehen können wird: Auf seine Initiative haben wir die IGAG gegründet, er hat den Anders-Preis gestiftet, sorgt für dessen Dotierung sowie die Finanzierung aller damit verbundenen Kosten, und er war es, der die IGAG damit betraut hat, den hochdotierten Preis zu verleihen. Auf der Internetseite der Gesellschaft scheint Wolfgang Beck erstmals 2022 auf: als „Der Stifter“ in einer Bildlegende zur Präsentation des 3. Anders-Preises. Sonst hebt ihn die Homepage durch nichts hervor.

Anträge an die Generalversammlung
zur Verbesserung des Vereinsstatuts

Antrag 1: Die Generalversammlung möge beschließen, den Punkt 5.2 abzuändern, der den Vorstand zur Aufnahme von Mitgliedern, aber auch über ihren Status zu entscheiden ermächtigt – und ihm zu allem Überfluss erlaubt, Aufnahmeanträge ohne Begründung zurückzuweisen:

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......................................................CLASSIFIED................................................
..............................................................................................................................

Die Bestimmung über Statusänderungen widerspricht dem vorerwähnten Punkt 5.3, wonach die Generalversammlung über den Status „Ehrenmitglied“ entscheidet, dessen Ernennung der Vorstand nur beantragen kann.

Daher wird beantragt, den ersten Satz von Punkt 5.2 wie folgt zu ersetzen:

Neu:

5.2.1 Über die Aufnahme von Mitgliedern entscheidet die Generalversammlung, in den Zwischenzeiten die Mehrheit der Mitglieder im Umlaufverfahren:

Neue Mitgliedsanträge schickt der Vorstand, gegebenenfalls mit Angabe seiner Gegengründe, per Mail an die Mitglieder. Die Mitglieder können mittels ,Allen antwortenʻ-Mails innerhalb von 14 Tagen für ,Aufnehmenʻ oder ,Abweisenʻ votieren, gleichfalls mit oder ohne Begründung. Wird ein abschlägiges Votum mit Begründung eingereicht, so setzt dies für weitere 14 Tage eine Diskussion in Gang. Danach ruft der Vorstand zu einem neuerlichen Pro-/Contra-Votum auf. In jedem Falle entscheidet die einfache Mehrheit – entweder, ohne Diskussion, schon nach den ersten zwei Wochen, oder, im zweiten Fall, nach 28 Tagen. Sodann teilt der Vorstand dem/der Bewerber:in das Ergebnis mit.

Der zweite Satz von Punkt 5.2 bestimmt derzeit, dass die Aufnahme ohne Angabe von Gründen verweigert werden kann.

Diese sehr übliche Bestimmung mag in anderen Vereinen ihre Berechtigung haben, bei uns nicht. Sie wird gewöhnlich durch den Hinweis gestützt, dass es keinen allgemeinen Rechtsanspruch auf Mitgliedschaft in Vereinen gibt. Das stimmt natürlich und mag für die meisten Vereine wichtig sein. Ein „Fischereiverein obere Mur“ wird den Inhaber einer Papierfabrik, die ihre giftigen Abwässer in die Mur leitet, verständlicherweise nicht aufnehmen wollen. Ebenso verständlich ist es, wenn der Verein lieber keine Gründe für die Abweisung anführen will, um die ohnedies bestehende Feindschaft nicht unnötig zu vertiefen. Anders im Falle der IGAG.

Antrag 2: Finden ihre Mitglieder tatsächlich, ein Beitrittswerber sollte abgewiesen werden, dann sollen sie ihren Vorbehalt intern artikulieren und der Vorstand soll dem Betroffen Gelegenheit zur Stellungnahme geben. Aus diesem Grunde wird die unkontrollierbare Verfügungsmacht des Vorstands durch die obige Neufassung 5.2.1 ersetzt und der zweite Satz des alten Punkts 5.2 gestrichen.

Neu ist einzufügen:

5.2.2 Die Gewinnung von fördernden Mitgliedern liegt wie das Einwerben von Förderungen im Funktionsbereich des Vorstandes. Ihm nahezulegen, an bestimmte Personen, Firmen oder Organisationen heranzutreten, ist allen Mitgliedern anheimgestellt. Über die Neugewinnung fördernder Mitglieder informiert der Vorstand die Mitglieder.

Antrag 3: Die Generalversammlung möge beschließen, den Punkt 6.1 des Statuts, wonach
die Mitgliedschaft natürlicher Personen durch Tod, bei juristischen Personen durch Verlust der Rechtspersönlichkeit, freiwilligen Austritt, Streichung oder Ausschluss erlischt,

dahin zu ändern, dass die Variante „Streichung“ gestrichen wird.

Begründung: Da zum Ausdruck „Streichung“ keinerlei Distinktion angeführt wird, ist das Wort bloß ein floskulatorisches Hendiadyoin zu „Ausschluss“. Doppelmoppel-Überredungsrhetorik ist in den Statuten fehl am Platz.

Antrag 3.b: Die Generalversammlung möge beschließen, den Punkt 6.4 des Statuts zu ändern, wonach Mitglieder wegen grober Verletzung der Mitgliedspflichten und wegen unehrenhaften Verhaltens ausgeschlossen werden kann.

Der zweite Ausschlussgrund, das unehrenhafte Verhalten, ist zu streichen. Er versetzt den Vorstand in den Status einer Tugendpolizei, die sich nur an gängigen Vorurteilen orientieren kann. Günther Anders stellt aber die Aufgabe, gängige Vorurteile zu kritisieren, nicht sie entlang eines unbestimmt schwammigen Ehrbegriffs zu exekutieren.

Die Ermächtigungen, Aufnahmeanträge begründungslos zurückzuweisen, sowie Ausschließungen aus tugendpolizeilichen Gründen auszusprechen, können außerdem zu missbräuchlicher Anwendung verführen, zumal die Statuten für beide Fälle keinerlei Kontrolle vorsehen. Dies ist keine theoretische Erwägung, sondern eine Lehre aus dem eingangs erwähnten seltsamen Ereignis innerhalb der IGAG. Wie deren Vorstand ein ganz genau so wie alle anderen – nämlich vom stellvertretenden Vorstand oder von einem Mitglied des Sekretariats ohne formellen Vorstandbeschluss – aufgenommenes Mitglied kurz darauf wieder verstieß, ist keine schöne Story und wird doch als Warnung „nützlich und gut zu lesen“ sein: in Teil 2 unserer Kriminalstory im Philosophenmilieu (coming soon).

Imaginatio postea

Du weißt ja, hätte Anders gesagt, dass ich nur wenigen Vereinigungen jemals beigetreten und aus den meisten wieder ausgetreten bin, wenn sie einen unwidersprechlichen Grund dazu gaben. Es ist ja recht, dass du dich mit solchen juristischen Spitzfindigkeiten befasst und manchmal bewundere ich es sogar, wenn du dich darauf einlässt. –

Ist das mit der Bewunderung nicht etwas gar dick aufgetragen, hätte ich fragend eingeworfen. – Hab’ dich nicht so, hätte er geantwortet, das habe ich dir mindestens zweimal direkt gesagt: bei deiner „Verteidigung der gleicheren Kinder“ und anlässlich der Trottel-Causa, zu der ich dir damals sogar ein paar Zeilen geschrieben habe. Außerdem musst du sogleich eine Rüge aushalten, den dieses Mal ist mir, da du doch diese Vereinsstatuten mit beschlossen hattest, zweierlei unverständlich: Wie konntest du zugelassen, dass Jemand, der sich für meine Gedanken interessiert, von meiner Gesellschaft ausgeschlossen und noch dazu begründungslos ausgeschlossen werden kann? Und was ist dir eingefallen, einem tugendpolizeilichen Ausschlussgrund, über den die drei Vorstände heimlich in der Art eines kameralistischen Femegerichtes befinden können, zuzustimmen?

Weil ich beides nicht für möglich gehalten hatte, hätte ich mich matt zu rechtfertigen versucht; weil ich sie doch alle schon lange kannte und damals für tadellos hielt, zumal weil sie doch mit Deinem Denken so vertraut waren; und weil ich das gute Einvernehmen in jener Gründungsphase durch keine Einwände stören wollte, die ein, wenngleich bloß theoretisches, Misstrauen wenigstens andeutungsweise hätten durchblicken lassen.

Gleichviel, du hast zugestimmt, wäre Anders streng geblieben. Aus der späten Folge deines unangebrachten Konformismus kannst du lernen, dass Konfliktscheu keine sichere Lösung verbürgt, aber mindestens den Charakter verbiegt. Immerhin willst du das jetzt korrigieren, man wird sehen, mit welchem Erfolg.

P.S: Was darauf folgte, könnte freilich nur zum Hohn als „Erfolg“ bezeichnet werden.

Fortsetzung folgt.

[1„The plasticity of emotions“. Uni Kopenhagen, 29.6. bis 1.7.2023, Organisation: Alexander Knopf (Kopenhagen) und Christian Dries (Freiburg)

[2Jüngster Abruf: 17.06.2023 19:25

[427. Juni 2013

[5https://www.guenther-anders-gesellschaft.org/gesellschaft (Faksimile). — Was wie besoffenes Lallen klang, wurde mittlerweile geändert zu: „Werden Sie Mitglied / Wir freuen uns über neue Mitglieder. Unterstützen Sie die Günther Anders Gesellschaft durch Ihren Mitgliedsbeitrag oder durch eine Spende.“ Rest wie gehabt.

[6https://penberlin.de – Die dortige Satzung ist in mancher Hinsicht musterhaft.

[7Georg Simmel: Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Duncker & Humblot, Berlin 1908 (1. Auflage), S. 304; online: https://socio.ch/sim/soziologie/soz_5.htm

[8Laut Protokoll sind Bezold, Ellensohn und Putz während der Gründungs-Generalversammlung der IGAG so rechtzeitig beigetreten, dass sie den Vorstand mitwählen konnten. Ebenso beigetreten ist der C.H.Beck-Verlag „als juristische Person [= ordentliches Vereinsmitglied -G.O.] und wird jeweils durch Bezold oder Beck vertreten“. Durch ein ironisches Versehen ist der Beitritt von Wolfgang Beck als natürliche Person nie formell festgehalten worden. Seine Mitgliedschaft verstand und versteht sich, zwar an den Statuten vorbei, jedoch einfach von selbst: war die Vereinsgründung doch überhaupt erst auf seine Initiative und wohl bereits im Hinblick auf die von ihm beabsichtigte Einrichtung/Stiftung des Anders-Preises als dessen Träger erfolgt. Auch wird sein persönlicher Mitgliedsbeitrag von ihm oder für ihn ordnungsgemäß bezahlt.

B.1 ordentliche Mitglieder

Seit Aufnahme der Vereinstätigkeit ist die Zahl der ordentlichen Mitglieder auf etwa 50 angewachsen,[[Mitteilung von Reinhard Ellensohn an die 6. Generalversammlung am 10.3.2023 (nicht protokolliert).

[9https://www.guenther-anders-gesellschaft.org/ – „Philosophieren bei offener Tür“, 2. Absatz.

[10Stand 6.5.2023

[116. November 2015, 14:00–17:00, Institut für Philosophie der Uni Wien

[12Wie Anmerkung 7.

[13vu 25. November 2023