LICRA, Publikationen
September
2013
Hrsg. Joanna Nittenberg und Benjamin Kaufmann

Trotz allem ...

Aron Menczer und die Jugendaliah

Sämtliche jüdische Organisationen Österreichs wurden aufgelöst und nur einige wenige blieben erhalten, wie die IKG oder die Jugendbünde, die nun unter dem Dach einer neu geschaffenen Jugendalijah zusammengefasst wurden. Diese unterstand Adolf Eichmann, dessen Ziel es war, die gezwungene Auswanderung und Vertreibung der Juden zu forcieren. Viele Vertreter des jüdischen Lebens flohen aus Österreich.
Einer jedoch blieb. Aron Menczer übernahm die Leitung der Jugendalijah-Schule im Alter von nur 21 Jahren und avancierte damit zur wichtigsten Bezugsperson jüdischer Jugendlicher in Wien in der Zeit zwischen dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und seiner Ermordung 1943.

Die 1993 erschienene Broschüre „Trotz allem… Aron Menczer 1917-1943“ ist heute vollständig vergriffen. Basierend auf dieser Publikation erscheint nun eine erweiterte Neuauflage mit zahlreichen Ergänzungen sowie neuen Texten und Fotos.

Buchpräsentationen:

17. September 2013, Jüdisches Museum Wien
21. Oktober 2013, Theater Hamakom
19. November 2013, Republikanischer Club

Joanna Nittenberg und Benjamin Kaufmann (Hg.): Trotz Allem... Aron Menczer und die Jugendalijah, Edition INW, Wien 2013. 191 Seiten. ISBN 3-950035664.

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Aron Menczer (* 18. April 1917 in Wien; † 7. Oktober 1943 im KZ Auschwitz-Birkenau) war von 1939 bis zu ihrer Auflösung im Mai 1941 Leiter der Wiener Jugendalijah.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel für Aron Menczer vor der Marc-Aurel-Straße 5

Aron Menczer wurde Bluma und Simcha Menczer am 18. April 1917 als vierter von sechs Söhnen geboren. Als Jugendlicher trat er in die Gordonia ein und wurde 1938 Madrich der Jugendalijah. 1939 übernahm er die Leitung der Wiener Zweigstelle der Jugendalijah von Jehuda Weissbrod.[2] In dieser Funktion brachte Menczer tausende jüdische Kinder außer Landes, mehrheitlich nach Palästina, aber auch nach Skandinavien oder mit Kindertransporten nach Großbritannien. Unter den von ihm Geretteten waren Persönlichkeiten wie Ora Kedem, Paul Grosz und Ari Rath.[1]

Am 24. September 1942 wurde Aron Menczer nach Theresienstadt deportiert, u. A. gemeinsam mit Desider Friedmann und Robert Stricker. In der ersten Sitzung des vereinigten Hechaluz-Theresienstadt wurde Menczer im November desselben Jahres in den Vorstand gewählt.[1]

Am 24. August 1943 erreichte ein Transport mit 1264 für einen Gefangenenaustausch vorgesehenen Waisenkindern und 20 Betreuern aus dem liquidierten Ghetto Bialystok Theresienstadt. 53 Freiwillige meldeten sich in Theresienstadt, um sich um diese Waisen zu kümmern, unter ihnen Ottla Kafka und Aron Menczer. Nachdem der Austausch nicht zustande gekommen war, wurden die überlebenden 1196 Waisen mitsamt den 53 Freiwilligen am 5. Oktober nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft am 7. Oktober 1943 vergast.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Joanna Nittenberg, Benjamin Kaufmann (Hrsg.): Trotz allem… Aron Menczer und die Jugendalijah. Edition INW, Wien 2013, ISBN 978-3-9500356-6-7, S. 77.
  2. Herbert Rosenkranz: Verfolgung YVA 03-3912, 1977, S. 177.