MOZ, Nummer 49
Februar
1990
Weihnachtsrevolution in Rumänien:

Zusammenbruch einer Entwicklungsdiktatur

In nur einer Weihnachtswoche schaffte Rumänien den Sprung von einer kommunistischen Diktatur zur westlichen Freiheit, so die Geschichtsschreibung westlicher Nachrichtenagenturen und TV-Stationen. Es war und ist um vieles komplizierter.

MONATSZEITUNG-Mitarbeiter Roman Viorel erlebte den Volksaufstand in Temesvar/Temeschburg.

Volk und Armee warten auf die Ergebnisse der Unterredung des „Frontul Democratic Román“ mit der Regierung
Foto: Dr. M. Copaceanu

Während der Weihnachtsrevolution in Temeschburg, Hauptstadt der Provinz Banat, und Bukarest: Die Demonstranten trugen Plakate und malten an die Wände „Hitler = Ceausescu“. Die Neuschöpfung „Ceauschwitz“ war als Überschrift im „Spiegel“ zu lesen. Deshalb darf das deutsche Publikum die Umwälzungen und die Perspektiven in Rumänien leichter als alle anderen begreifen.

Als der volkstümliche Führer in den 70er Jahren Erfolge erzielen konnte und der Westen ihn gegen die UdSSR aufbaute, waren fast alle dafür; von den Lügen und den asiatischen Greueltaten wollte damals niemand etwas wissen. In einer Diktatur sind alle Befehlsempfänger, und die geheime Staatspolizei war grausam. Beide versuchten mit kriminellen Mitteln, die soziale Frage zu lösen — und scheiterten.

Nach dem Zusammenbruch des Systems geht die Jagd nach den Kriminellen und Sündenböcken Hand in Hand mit dem Wunsch nach „Weg mit der Vergangenheit“ und „Es muß anders werden“. Die Eile nach ‚Persilscheinen‘ ist menschlich und unvermeidbar. Der Führer war an allem schuld. Das Leben geht weiter.

Die Freiheit

Der Eiserne Vorhang nach Westen ist demontiert. Die geheime Staatspolizei, die Staatspartei und das gesamte kommunistische System wurden abgeschafft. Der Führer und seine Frau sind tot. Alle 3,8 Millionen Mitglieder der KP änderten ihren Glauben. Die Diskriminierung und Unterdrückung der nationalen Minderheiten, der Ungarn, der Deutschen, der Juden, der Zigeuner usw. sind beendet.

Die ‚patriotische‘ Zwangsarbeit, die Rationierung von Lebensmitteln, Erdgas, Wasser und Strom ist abgeschafft worden. Die Straßen sind wieder vollbeleuchtet, die Wohnungen wieder geheizt. Die monatliche gynäkologische Pflichtuntersuchung der Frauen zwischen 15 und 45 Jahren und das Verbot, Patienten über 70 Jahren in Krankenhäusern aufzunehmen, ist aufgehoben. Abtreibungen sind erlaubt.

Die Zerstörung der 10.000 Dörfer, der Kirchen, der Synagogen und der Friedhöfe ist eingestellt worden. Alle westlich-liberalen bürgerlichen Rechte sind garantiert. Es gibt keine politischen Häftlinge mehr. An Stelle der Alleinherrschaft wird die Gewaltenteilung eingeführt. Die Religion, die Presse, die Universitäten, die Staatsgrenzen usw. sind frei bzw. offen. Die alten Feindbilder und -phantasien sind auf einmal weg. Wie ist das möglich? Ein orientalischer Hauch von Fata Morgana mischt sich unverkennbar mit subtiler okzidentaler Propaganda.

Aber, und darauf kommt es jetzt an, die außenpolitische Isolierung des Landes ist beendet, und der Aufnahme Rumäniens in das ‚Europäische Haus‘ Gorbatschows und die EG steht nichts mehr im Wege.

Das Entwicklungsland

Einer der teuersten Irrtümer des Westens war, daß er dem Kommunismus in Rumänien und besonders dem Entwicklungsdiktator Ceausescu die Schaffung einer neuen Utopie-Gesellschaft unterstellte. Die Realität war weit davon entfernt: es ging um viel Elementareres und Primitiveres.

Die Karpaten und die rumänische Geschichte teilen das Land in eine byzantinisch-orientalische (Moldavien und Walachei) und eine österreichisch-mitteleuropäische Hälfte (Banat und Transsylvanien). Das politische Zentrum liegt in der Walachei. 10% der Bevölkerung des Landes leben in Bukarest.

Die Rumänen in Moldavien und der Walachei lebten fünfhundert Jahre lang unter türkischer Herrschaft. In Transsylvanien und im Banat erkannte Österreich, später auch Ungarn, die orthodoxen Rumänen nur als Tolerierte an. Die forcierte kommunistische Industrialisierung sollte diese historische Teilung durch die Aufhebung des Stadt-Land-Gefälles und den Aufbau einer neuen nationalen Oberschicht gegen die alte, nichtrumänische „parasitäre Stadt“ überwinden.

Als Stalin einen kommunistischen industrialisierten „cordon sanitaire“ gegen den Westen aufbaute, benutzten die rumänischen Bauern die „kommunistische Diktatur des Proletariats“ lediglich zur Überwindung der bitteren Unterentwicklung und zur Lösung der nationalen Frage. Ceausescu ging weiter. Er setzte sein eigenes Entwicklungsmodell durch.

Westliche marxistische Vorstellungen von postkapitalistischer Gesellschaft braucht ein hungriger, analphabetischer Bauer nicht. Der Ceausescu- und Petresti-Klan gehörte dieser walachischen, orientalischen Schicht an und wußte das ganz genau. Sie kannten als arme Bauern nur den walachischen Hof („conac boeresc“), wo der Bojar das Gesetz machte, seine Wächter allmächtig und die Bauern dem System völlig ausgeliefert waren. Es gab nur eine Rettung: in die Stadt!

Genau dieses Modell byzantinischen Ursprungs wählte Ceausescu als Vorbild zur Umwälzung der Verhältnisse in ganz Rumänien. Die Machtstrukturen der Bojaren dienten als Modell zur Brechung der alten Strukturen und zur Überwindung der Unterentwicklung auf beiden Seiten der Karpaten. Ceausescu übernahm die Rolle des walachischen Bojaren, die Männer der Securitate waren die Wächter, und die Bevölkerung wurde rechtlos wie im Mittelalter.

In das enorme „Haus der Republik“, errichtet nach dem aufgeblasenen walachischen Bojaren-Hof-Konzept, konnte der Bauernsohn nicht mehr einziehen. Trotzdem hat Ceausescu in 25 Jahren Alleinherrschaft über vier Millionen seiner Genossen in die Industriegesellschaft und die Stadt ‚hinübergerettet‘. Daß auch ‚in der Walachei‘ die erste Generation der Bauern in den Städten noch keine qualifizierte Arbeiterschaft und qualifiziertes Management ergibt und der Umsiedlungsprozeß sozio-ökonomische Spannungen erzeugt, ist nicht verwunderlich. Außerdem mußte diese neue Schicht auf einmal die im Zweiten Weltkrieg dezimierte und danach ausgewanderte hochqualifizierte jüdisch-deutsche Elite ersetzen.

Auch im Westen zog sich der vergleichbare Vorgang über mehrere Generationen hin, begleitet von schweren sozialen Krisen. Genau so eine Krise setzte dem Ceausescu-Regime ein Ende. Der Schießbefehl des Diktators auf die „Faschisten“ — wie er die Demonstranten von Temeschburg nannte, um seine Handlungsweise zu rechtfertigen — machte aus ihm und seinen Komplizen Mörder.

Der Putsch

In den letzten sieben mageren Jahren, während der Rückzahlung der Auslandsschulden, hofften die Rumänen, daß danach alles besser werde, und hielten durch. Als es im April dieses Jahres soweit war — das Land hatte keine Auslandsschulden mehr — und sich im Dezember noch kein Neubeginn abzeichnete, war das Ceausescu-System nicht mehr zu retten.

Der Mensch erträgt einen schlechten Zustand, dessen Ende abzusehen ist, besser als endlose Unsicherheit. Der Aufstand der Massen begann, als sich das Ceausescu-Regime in Temeschburg von der guten Seite zeigen wollte. Der verhaßte Gauleiter des Kreises Timis, der Walache Matei, wurde durch einen einheimischen, Balan, ersetzt. Dieser bemühte sich um einen Ausgleich, auch im Falle des evangelischen ungarischstämmigen Priesters László Tökés.

Als sich die Lage zuspitzte, kam Matei wieder, diesmal mit dem Ministerpräsidenten Dascalescu und den Sondereinheiten der gefürchteten geheimen Staatspolizei Securitate. Das Staatsoberhaupt und der Oberkommandierende der Armee, Ceausescu, flog unbekümmert für drei Tage nach Teheran.

Während in Temeschburg Jugendliche auf der Straße erschossen wurden, besuchte Ceausescu das Museum für persische Teppiche. Die Presse berichtete ausführlich über den Besuch im Iran und fand keine Worte für die Getöteten. Die ausländischen Vertretungen Rumäniens waren angewiesen worden, auf Anfragen mit „Nicht bekannt“ zu antworten.

Eine Diktatur ohne Diktator funktioniert schlecht. Das Durcheinander im Krisenstab von Temeschburg muß perfekt gewesen sein. Der Ministerpräsident hatte, wahrscheinlich einer Instruktion Ceausescus folgend, nur das Rezept: „Alle an die Arbeit.“ Auf Arbeitsverweigerung kannte man keine andere Alternative als Mord. Auch Schießereien auf die wehrlosen und ahnungslosen Arbeiter in den Fabriken wurden nicht gescheut.

Der Beschluß, 20.000 Arbeiter aus der Walachei (Oltenia) — ausgestattet mit Holzstöcken — mit der Bahn nach Temeschburg gegen die 100.000 Demonstranten ins Feld zu schicken, schlug fehl und entblößte die Torheit der Regierenden. Als die walachische Schlägertruppe ankam, wurden sie mit Nahrungsmitteln am Bahnhof erwartet; sie solidarisierten sich notgedrungen mit den „Faschisten“ und kehrten unverrichteter Dinge zurück.

Um sich eine Legitimation zu schaffen, inszenierte die Securitate eine regelrechte Kristallnacht. Alle Schaufenster in der Innenstadt wurden zertrümmert. Danach schossen sie auf die „Hooligans“, die in Wirklichkeit normale Jugendliche waren. In der Stadt wußte man schnell, daß die Securitate die Leichen aus dem Leichenschauhaus stahl, um die Spuren zu verwischen, und daß ein Auftrag über zirka 2.000 Säcke für die Leichen an eine Fabrik vergeben worden war.

Wer über Nacht nicht nach Hause kam, wurde von den Angehörigen im Leichenschauhaus gesucht. Die Securitate, gestört bei der grausamen Arbeit, geriet außer Kontrolle, verwechselte die traurige Gemeinde mit Demonstranten und schoß wieder wahllos in die friedliche Menschenmenge. Das wiederholte sich vor der Kathedrale, als die Angehörigen für ihre Toten Kerzen spenden wollten.

Von diesem Augenblick an war für alle sonnenklar, wer die „Hooligans“, Brandstifter und Mörder waren. Die gesamte Arbeiterschaft Temeschburgs ging auf die Straße und forderte die Übergabe der Leichen an die Angehörigen und den Rücktritt Ceausescus. Es wurde ein Exekutivkomitee der „Nationalen Rumänischen Front“ („Frontul Democratic Román“) gebildet. Auch der Einheimische Bajan, der letzte Statthalter Ceausescus, wurde abgesetzt.

Damit war die Herrschaft der Ceausescu-Diktatur in Temeschburg beendet, als der Diktator noch im Iran war. Nach Tagen passiver Sympathie mit den Demonstranten solidarisierte sich die Armee mit den neuen Volksvertretern.

Die Spaltung des Landes war vollzogen und offensichtlich. In Temeschburg gab es eine neue Volksregierung (,„Frontul Democratic Román“) und eine Dissidenten-Armee. Und es war zu erwarten, daß der Ceausescu-Klan eine andere Armee, z.B. aus der Walachei oder aus Moldavien, gegen die Banater Aufständischen einsetzen oder einen Luftangriff gegen Temeschburg vorbereiten würde. Dann hätte man mit mehreren hunderttausend Toten rechnen müssen. Das wußte die Armee besser als alle anderen.

Der Bürgerkrieg der mitteleuropäischen Banater gegen die orientalischen Walachen stand unmittelbar bevor. Die aufgebrachten Massen auf dem OpernPlatz forderten „Heute Temeschburg, morgen das ganze Land“ und „Jugoslawia, Jugoslawia“. Es war eine Forderung an das ganze Land. Wenn Ceausescus Securitate und ein Teil der Armee die Staatskrise überstehen würde, dann blieb den Aufständischen nur der Tod oder die Flucht nach Jugoslawien.

Der Verteidigungsminister Milea nahm die politische Spaltung des Landes wahr und verweigerte die Spaltung der Armee und damit die Teilnahme am Bürgerkrieg. Er verlor sein Leben dabei, aber die Führung der Armee erkannte, daß die selbstmörderische Politik Ceausescus beendet werden mußte, unabhängig von der Frage der Nachfolger. Informelle Kreise zur Übernahme der Macht: standen seit langem bereit.

Die Revolution

Daß das neue amerikanisch-sowjetische außenpolitische ‚Design‘ für Osteuropa zwangsläufig einen Neubeginn auch für Rumänien bedeuten würde, war allen klar. Auch daß das nicht so einfach würde wie in der DDR, der Tschechoslowakei, Ungarn und Polen, wo die Rote Armee und der KGB gewaltfreie Revolutionen begünstigten, ohne sich in den Vordergrund zu stellen.

In Rumänien mußten diese Aufgabe die Armee und die einheimischen ‚Dienste‘ übernehmen. Das Machtvakuum bestand nur kurze Zeit. Das Bukarester Establishment füllte es rasch. Die „Front zur Nationalen Rettung“ („Frontul Salvarii Nationale“) integrierte mühelos die Dissidenten von Temeschburg („Frontul Democratic Román“); die Lage normalisierte sich, besonders nach der Hinrichtung von Nicolae und Elena Ceausescu, sofort.

Der neue Staatspräsident ist Ion Iliescu. Er hat, wie Gorbatschow, Anfang der 50er Jahre in Moskau studiert. Obwohl sie sich nicht kennen, denken beide ähnlich. Das Herz der Revolution waren Mazilu, UNO-Beamter, und Silviu Brucan, Kopf der Volksbewegung und Botschafter in den USA. Ministerpräsident Petre Roman hat in Frankreich promoviert. Obowhl alle Kommunisten waren, ist die lähmende Isolierung des Landes nach Osten und Westen durchbrochen.

Die Armee war aus dem Dilemma, gegen die eigenen Truppen zu schießen, entlassen und beteiligte sich aktiv an der Weihnachtsrevolution. Mehrere Generäle sind Minister geworden, und zum Neujahrsfest 1990 veröffentlichten die Zeitungen eine lange Liste der beförderten Oberste und Generäle.

Die letzte Revolution in Rumänien fand am 23. August 1944 statt. Mit Hilfe der Roten Armee übernahmen die ca. 1.000 Kommunisten des Landes die Macht und etablierten die Diktatur. Die gegenwärtige Revolution brach am 22. Dezember 1989 aus und beseitigte den Diktator Ceausescu und seine 1.000 engen Mitarbeiter.

Beide Veränderungen waren in einen europäischen Kontext eingebunden: Weder der neuen Ordnung Stalins (Jalta I) und noch der Gorbatschows (Jalta II) konnte sich das nicht-neutrale Land entziehen. Beide Revolutionen waren entscheidend von der Armee geprägt. Der Kreis hat sich geschlossen, die nostalgische Erinnerung an die alten Zeiten kommt hoch. Die Vorstellungen über die Zukunft sind vage. Wie soll es weitergehen?

„Es muß anders werden“

Nicht die bescheidenen Halbbauern, die Ceausescu in die Industrie und in die Stadt befördert hatte, sind gegen die Diktatur auf die Barrikaden gegangen, sondern deren gebildete Kinder. Erst als die Securitate auf diese unschuldigen Jugendlichen sinnlos und wild schoß, kamen die Eltern, kam die Arbeiterschaft nach, und die Armee suchte nach einer anderen Führung.

Die neue Generation, die unter Ceausescu aufgewachsen war, wollte die unumgänglichen Entbehrungen und die Sozialkosten für die weiteren Millionen Bauern, die Ceausescu durch seine forcierte Industrialisierung in die Stadt holen wollte, nicht mehr übernehmen.

Sie hatten kein Verständnis für das primitive Entwicklungsmodell Ceausescus und auch kein Solidaritätsgefühl mit dem elenden rumänischen Dorf wie noch ihre Eltern. Sie haßten den greisen Diktator und seine Frau und deren Erinnerungen und Vorstellungen aus der Welt der Großeltern.

Wir haben es also mit einer Revolution der Jugend, mit und ohne Uniform, und mit einem Konflikt zwischen dem orientalischen und dem okzidentalischen Teil Rumäniens zu tun. Nicht zufällig begann der Protest gegen Ceausescu in Temeschburg und wurde von der Jugend getragen. Es war ein Konflikt zwischen dem walachischen und dem mitteleuropäischen Rumänien, zugleich aber auch ein Generationskampf.

Die walachischen Machtstrukturen konnten sich schnell regenerieren. Vertreter aus dem Banat und aus Transsylvanien sind nur noch zur Dekoration in der neuen provisorischen Regierung. Dagegen sind die Vorstellungen der älteren Generation endgültig Makulatur geworden. Die Jugend will nach ‚Europa‘.

Die neue Regierung wird nur bestehen können, wenn sie es schafft, diese Jugend und die 7 Millionen rumänischen Arbeiter mit demokratischen Mitteln in das neue Europa zu integrieren. Die Verhandlungen werden hart sein. Europa hat seine eigenen Arbeitslosen und wird sich hüten, neue Verpflichtungen einzugehen. Von der UdSSR wird mehr zu erwarten sein. Die Mentalität, die Probleme, das übernommene System usw. sind ähnlicher. Die Bauern — es sind noch 50% der Bevölkerung —, die es nicht geschafft haben, werden weiterhin in primitiven Dörfern vegetieren müssen. Sie haben sich auch nicht an der Revolution beteiligt.

45 Jahre rumänische Geschichte unter der kommunistischen Diktatur lassen sich nicht einfach über einen Kamm scheren: Nicht alles war so durchgängig schlecht, wie es vielen jetzt scheinen will. Prägend war jedoch der Status Rumäniens als Entwicklungsland. Dieser wird sich auch unter den jetzt veränderten Bedingungen nicht ändern, denn die Kluft zwischen dem nun bürgerlichen Rumänien und dem Westen beläuft sich, optimistisch gerechnet, auf mehrere Generationen.

In seiner Neujahrsansprache widmete sich Staatspräsident Ion Iliescu ausführlich der noch nicht gelösten Bauernfrage. Nach dem Zusammenbruch des Ceausescu-Modells — dem walachischen Bojarenhof („conacul boeresc oltean“) — bot Iliescu die traditionsreichste walachische Dorfgemeinschaft („devalmasia valaha“) als Zukunft an. Die Industrie soll effizienter werden, Baustellen werden geschlossen. Viele erwarten, daß ein Teil der arbeitslosen Industriearbeiter wieder in die Dörfer gedrängt werden kann. Denn der Kampf jeder gegen jeden um einen Arbeitsplatz hat in Rumänien schon begonnen.

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