Ahmed Ouyahia
Beiträge
Context XXI, ZOOM 5/1998

Ökonomie und Politik

Wie ein Regime den Zusammenbruch des Staates überlebt
November
1998

Während in Europa Schlagzeilen über den algerischen Terror rar geworden sind, gehen die Bandenkriege um Ressourcen, die Abrechnungen und die Massaker an der Zivilbevölkerung weiter. Durch ein arabisches Sprachgesetz sind auch noch die Konflikte zwischen arabisch Sprechenden und der berberischen (…)

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Ahmed Ouyahia (2011)

Ahmed Ouyahia (kabylisch: ⴰⵃⵎⴻⴷ ⵓⵢⴰⵃⵢⴰ, arabisch أحمد أويحيى, DMG Aḥmad Ūyaḥyā; * 2. Juli 1952 in Iboudraren bei Beni Yenni) ist ein algerischer Politiker. Er war insgesamt viermal Premierminister.

Politische Laufbahn

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Nachdem Ouyahia in Algier Politikwissenschaften studiert und seinen Wehrdienst abgeleistet hatte, trat er zunächst in den diplomatischen Dienst ein. Von 1992 bis 1993 war er algerischer Botschafter in Mali. Anschließend diente er zunächst als Staatssekretär in der Regierung von Premierminister Redha Malek und anschließend im Kabinett von Staatspräsident Liamine Zéroual.

Am 31. Dezember 1995 wurde er zum Premierminister ernannt. Nach rund drei Jahren Amtszeit trat er am 15. Dezember 1998 zurück. Von 1999 bis 2002 war er Justizminister unter Präsident Abd al-Aziz Bouteflika. Vom 5. Mai 2003 bis 25. Mai 2006 und vom 23. Juni 2008 bis zum 3. September 2012 bekleidete er das Amt des Premierministers ein zweites beziehungsweise drittes Mal. Am 16. August 2017 wurde er von Präsident Bouteflika erneut zum Ministerpräsidenten ernannt, als Nachfolger von Abdelmadjid Tebboune.[1] Am 11. März 2019 trat er zurück, das Amt übernahm der bisherige Innenminister Noureddine Bedoui.[2]

Während seiner ersten Amtszeit als Premierminister gehörte Ouyahia zu den Gründungsmitgliedern der Partei Rassemblement national démocratique. Von 2000 bis 2013 war er deren Generalsekretär.

Korruptionsprozesse

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Im Zuge einer Anti-Korruptionskampagne wurde Ouyahia Mitte April 2019 vor Gericht geladen.[3] Im Juni wurde er zusammen mit seinem ehemaligen Amtskollegen Abdelmalek Sellal unter dem Vorwurf der Korruption verhaftet. Anfang Dezember wegen Machtmissbrauchs und der Verschwendung öffentlicher Gelder angeklagt,[4] wurde er am 10. Dezember 2019 zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.[5] Ein Berufungsgericht bestätigte die Verurteilung im März 2020.[6] Im Juni 2020 wurde er wegen eines weiteren Korruptionsfalls zu zwölf Jahren Haft verurteilt.[7] Die Strafe wurde von einem Berufungsgericht auf acht Jahre reduziert.[8] Wegen Korruption wurde er in weiteren Prozessen zu Haftstrafen von jeweils mehreren Jahren verurteilt,[9][10] zuletzt im Dezember 2022 zu zwölf Jahren Gefängnis.[11] Insgesamt wurde er zu 23 Jahren Haft verurteilt und befindet sich seit 2020 im Gefängnis.[12]

Commons: Ahmed Ouyahia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Algeriens Premier nach drei Monaten entlassen. In: Die Presse. 15. August 2017, abgerufen am 26. Mai 2026. 
  2. Hans-Christian Rößler: Präsident Bouteflika gibt dem Druck der Straße nach. FAZ.net, 11. März 2019, abgerufen am selben Tage.
  3. Algeriens Ex-Regierungschef vor Gericht geladen. zeit.de, 20. April 2019, abgerufen am 22. April 2019.
  4. Prozess gegen Ex-Premiers sueddeutsche.de, 4. Dezember 2019, abgerufen am 12. Juli 2020.
  5. Algerien – Gericht verurteilt ehemalige Regierungschefs zu Haftstrafen Maghreb-Post, 10. Dezember 2019, abgerufen am 12. Juli 2020.
  6. Algérie: lourdes peines de prison confirmées contre d'ex-dirigeants de l'ère Bouteflika. In: L’Orient-Le Jour. 25. März 2020, abgerufen am 18. Mai 2026 (französisch). 
  7. Algeria: Prison sentences for Ouyahia and Bouchouareb in SOVAC case. In: News › Africa. Middle East Monitor, 25. Juni 2020, abgerufen am 26. Mai 2026 (englisch). 
  8. Amara Benyounès retrouve la liberté. In: TSA. 3. November 2020, abgerufen am 18. Mai 2026 (französisch). 
  9. Affaire Tahkout: Ouyahia et Sellal condamnés à 7 ans de prison ferme. In: 24H Algérie. 12. Dezember 2021, abgerufen am 18. Mai 2026 (französisch). 
  10. Affaire Condor : 5 de prison ferme contre Ouyahia et Sellal. In: African Manager. 1. Dezember 2020, abgerufen am 18. Mai 2026 (französisch). 
  11. Tribunal de Sidi M’hamed:12 ans de prison ferme contre Ouyahia et 10 ans de prison ferme contre Sellal et Bedoui. In: Ouest Tribune. 2. Dezember 2022, abgerufen am 18. Mai 2026 (französisch). 
  12. Ahmed Ouyahia en résidence surveillée à Alger après une courte hospitalisation. In: Tamurt Info. 14. März 2026, abgerufen am 18. Mai 2026 (französisch).