Konrad Lorenz erhielt Anfang Oktober zusammen mit Karl Frisch und Nikolaas Tinbergen den Medizin-Nobelpreis für 1973. 1940 publizierte er in der „Zeitschrift für angewandte Psychologie und Charakterkunde“, Leipzig, eine Arbeit, aus der die nachfolgenden Zitate stammen (Band 59, Heft 1 und 2, (…)
Vor eineinhalb Monaten fand in Comilla, Bangladesh, eine achttägige Internationale Frauenkonferenz über Gen- und Fortpflanzungstechnologien statt. 150 Frauen aus aller Welt berichteten über die medizinisch-technologischen Entwicklungen und diskutierten deren Ursachen und Folgen — wie etwa (…)
Die Philosophin und Schriftstellerin Eva Meyer lebt in Berlin. Sie ist mit ihren Veröffentlichungen — u.a. „Zählen und Erzählen“, „Versprechen — ein Versuch ins Unreine.“ — eine der Vordenkerinnen für eine Theorie des Weiblichen im deutschsprachigen Raum. Eva Meyer ist neben ihrer (…)
Biologismus — Rassimus — Nationalismus
Die Jahrtausendwende in Europa ist geprägt von einer geopolitischen Neuordnung und einem neuen Verständnis der Nation. Verstärkte Prozesse der Eingliederung von Nationen in einen supranationalen Staatenbund lassen Regionen („Europa der Regionen“) in einem neuen Licht wirken. Die Region in (…)
vorwörter 1 dieser text wurde bei einer gleichnamigen veranstaltung (1988) vorgetragen. ein thema dieser veranstaltung schien mir der gedanke zu sein, der „romantischen“ sichtweise einer schönen, freundlichen, gerechten natur die unbarmherzigkeit gegenüberzustellen, mit der sogenannte (…)
Posthum wurde Wilhelm Reich zu einem der wichtigsten Theoretiker der Studentenbewegung. Denn er war der Theoretiker der sexuellen Revolution, der Befreiung von der sexuellen Zwangsmoral — und seine Theorien schienen sich zunächst leichter in die Praxis umsetzen zu lassen als die von Marx: es (…)
Konrad Lorenz und die Ethologie
I. Vorwort Über die Zeit des Nationalsozialismus gibt es zu verschiedensten Themenbereichen massenhaft Literatur. Nicht wirklich fündig werden die Suchenden unter dem Schlagwort „Wissenschaftsgeschichte des 3. Reiches“ sowie deren Randbereiche, etwa „Hochschulen im NS“ oder (…)
Die Ausbreitung holocaustrelativierender TierRECHTSgruppen hat weder vor der autonomen Linken noch vor trotzkistischen Gruppen haltgemacht. Während einer der Obertierrechtler der Offensive für Tierrechte (OFT) mittlerweile bei der trotzkistischen Linkswende gelandet ist und dort wohl die seither (…)
Für die Herausbildung des modernen europäischen Rassismus hatte der (Sozial-)Darwinismus eine ähnlich große Bedeutung, wie für Zuchtwahlprogramme und Eugenik der Nazis. Charles Darwin wurde „als fünftes von sechs Kindern am 12. Februar 1809 in Shrewsbury“ (HEMLEBEN, 1968: 11) in England (…)
Den roten Faden des Sammelbandes bildet der foucaultsche Begriff der Biopolitik. Ausgedrückt wie abgelehnt hat sein Schöpfer darin die im weltweiten Siegeszug der Rassenbiologie im 19. Jahrhundert entstandene Regulierung von Körpern als Teile des biologisch-organisch vorgestellten Volksganzen. (…)
Waren Frauen im „Dritten Reich“ wirklich nur desexualisierte Gebärmaschinen? Über die Geschlechterverhältnisse im Nationalsozialismus. Der Umgang mit dem Nationalsozialismus war bis zum Ende der achtziger Jahre ein Thema, das in der gesamten Frauenbewegung beinahe ausnahmslos auf eine Art (…)
Empire und die biopolitische Wende
Frankfurt, New York: Campus, 2007, 316 Seiten, 29,90 Euro Die Diskussion um „Biopolitik“ ist in linken und sozialwissenschaftlichen Zusammenhängen so verbreitet wie noch nie. Das liegt an der unveränderten Attraktion der Rezeption von Michel Foucault, aber auch an der „Entdeckung“ Giorgio (…)
Antifeminismus, Biologismus und völkische Töne
„Wir von der KNA wissen, dass dieses Buch ein Meilenstein ist“, schreibt Denise Friederich in ihrer Rezension von Hermans „Das Eva-Prinzip“. Doch wer ist Denise Friederich? Sie ist das einzige weibliche Mitglied des Vorstands der rechtsextremen PNOS, der „Partei national orientierter Schweizer“. (…)
Biopolitik in der Debatte
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2011, 343 Seiten, Euro 39,95 Dieses Buch ist die Fortsetzung von „Empire und die biopolitische Wende“ von denselben Herausgeber_innen und ebenso ein Ergebnis der Tagung „Zukunft und Visionen des Sozialen“ des Research Centre for Feminist, Gender (…)
Geschlechtsspezifische Zuordnungen à la weiblich/intuitiv/emphatisch/irrational und männlich/analytisch/individualistisch/systematisierend haben (wieder) Konjunktur. Neuerdings neurowissenschaftlich „untermauert“. War es im 17. Jahrhundert noch die zu „zarte Beschaffenheit der Gehirnfasern“ (…)
Zuweilen konnte man sich in den vergangenen zwei Jahren nur wundern, mit welcher Selbstverständlichkeit der Großteil der Linken davon überzeugt war, mit ihrer vorbehaltlosen Unterstützung der rigorosesten staatlichen Corona-Maßnahmen auf der politisch richtigen Seite zu stehen, auf der linken (…)


