Das nachfolgende Gespräch, dessen Abdruck ich dem FORVM für sein 100. Heft gestattet habe, führte ich im Beisein von Herrn cand. phil. Hosoo mit Herrn Prof. Mitsuro Muto, welcher in seiner japanischen Heimat einen Lehrstuhl für Wirtschaftsphilosophie innehat. Auf Fragen von Herrn Professor Muto, (…)
[(Mit Aufdeckung der Verbrechen des Stalinismus stehen die Marxisten, insbesondere die jungen, vor einem ganz neuen, ihnen rätselhaften Tatbestand. In der „wissenschaftlichen Gesetzmäßigkeit“ der historischen Entwicklung zur klassenlosen Gesellschaft, die ihnen vertraut war und an die sie (…)
Wir wollen den Abdruck dieses Essays nicht schließen, ohne unserer speziellen Freude Raum zu geben, daß der 42jährige Prager Philosoph nunmehr Mitglied des „Internationalen Komitees für den DIALOG im Neuen FORVM“ ist (vgl. August/September-Heft, S. 551). Kann ich also Kommunikation nicht nur (…)
Die Entwicklung des Neuen im Schoße des Alten vollzieht sich heute auch durch eine sehr bemerkenswerte Durchdringung aller ökonomischen und soziologischen Theorien mit den Termini und den Begriffsbildungen des Marxismus. Gleichzeitig beobachten wir eine starke Strömung zur Überwindung der (…)
I. Vom Widerspruch im Intellektuellen Vor allem meine ich, daß es keinen Intellektuellen gibt, der nicht „links“ ist. Natürlich gibt es Leute, die Bücher oder Essays schreiben und zur Rechten gehören. Aber für mich genügt es eben nicht, seine Intelligenz funktionieren zu lassen, damit einer (…)
So bin ich
Zu seinem Siebzigsten am 21. Juni 1975 gab Sartre in einem Gespräch mit Michel Contat‚ Freund und Mitarbeiter, Redakteur von Les Temps Modernes, eine Totalaufnahme seines gegenwärtigen Zustands: gesundheitlicher Verfall, finanzielle Panik — aber was das Werk betrifft: zufriedene Rückschau, ganz (…)
So bin ich
Täglich vier Stunden Musik Die Musik spielt in Ihrem Leben eine große Rolle. Nur wenige Leute wissen das ... Sartre: Die Musik hat mir stets viel bedeutet, als Zerstreuung und zugleich als ein Hauptelement der Bildung. In meiner Familie waren alle Musiker: mein Großvater spielte Klavier und (…)
I. Toter Sartre, guter Sartre Seit Marx ist Philosophie bekanntlich nicht mehr möglich. Wenn es dennoch Philosophen gibt, desto schlimmer für sie. Über die Pariser Boulevards transportierte man in einem gewaltigen Leichenzug den Sarg Jean Paul Sartres; eine unpassend etablierte Show für das (…)
Der Wert und die Moral
Eine Sendung von Café Critique.
Physik des Begehrens, Phänomenologie der Freiheit
1. Lieber Thomas, du arbeitest an einem „ungeschriebenen, aber immer wieder eingeforderten Buch“. Wenn ich dich richtig verstehe, willst Du im Anschluss an Antonio Negri einen neuen Materialismus entwerfen, in dem Marx, Spinoza und Heidegger zusammen gedacht werden. Du unterstellst offenbar (…)
Simone de Beauvoir und ihr sozialgeschichtliches Sachbuch „Das andere Geschlecht“
Zum Begriff der „existenzialistischen Ethik“ im Widerstreit mit katholischen Argumenten in einer seit Jahrtausenden von starren Vorurteilen geprägten Geschlechterbetrachtung. Das Buch birgt zwei Bücher in sich: als erster Teil werden „Fakten und Mythen“, als zweiter die „Gelebte Erfahrung“ (…)
Hamburg: Laika Verlag 2013, 384 Seiten, Euro 24,90 Es war abzusehen: Albert Camus’ Geburtstag jährt sich zum 100. Mal und die Feuilletons lassen sich das nicht zweimal sagen. Bei einem Schriftsteller und Philosophen wie Camus ist dies prinzipiell auch zu begrüßen. Was jedoch damit einhergeht, (…)
Und Jacques’ an der Marne getöteter Vater. Was bleibt von diesem anonymen Leben? Nichts, eine verschwindend kleine Erinnerung – die geringe Asche eines beim Waldbrand verbrannten Schmetterlingsflügels.* Seinen Vater vermisste Jacques zeitlebens. Er war noch kein Jahr alt, als dieser im Herbst (…)


