Chris Lohner
Beiträge
Streifzüge, Heft 1/2003

Einfach umwerfend!

Wenn eine arbeitslos ist, kann sie was erzählen
März
2003

Aus dem Spiegel blickt mir ein Zombie entgegen. Ein völlig verquollenes rotes Gesicht, das sich wie ein Reibeisen anfühlt. Meine legendären großen blauen Augen, meine Stupsnase sind buchstäblich im Lymph-Stausee ertrunken. Was, wenn dieses Aussehen nicht mehr verschwindet? Als ob ich nicht schon (...)

Streifzüge, Jahrgang 2017
VORLAUF ARBEITS-LOS

„Eine Umschulung Richtung IT oder Wirtschaft! Sonst geht’s nur bergab!“

Phänomenale Erlebnisse einer arbeitslosen Geisteswissenschaftlerin
Oktober
2017

„… Dummheit stand hoch im Kurs, die Sozialämter hatten wegen Lieferschwierigkeiten meistens zu, Arbeit gab’s nur für Crashtestdummies, und die Liebe war in Urlaub.“ Ahne, in: Wladimir Kaminer (Hg.): Frische Goldjungs, München 2001 Aus dem Spiegel blickt mir ein Zombie entgegen. Ein völlig (...)

Chris Lohner (Wien 2009)

Chris Lohner (eigentlich Christine Lohner;[1] * 10. Juli 1943 als Christine Keprda in Wien) ist eine österreichische Journalistin, Autorin, Moderatorin, Kabarettistin und Schauspielerin sowie die langjährige Stimme der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christine „Chris“ Lohner,[1] geborene Keprda – der Name kommt aus dem Tschechischen[2] –, wurde als eine von zwei Töchtern von Franz Keprda (1915–2004[3]), des damals jüngsten Volkshochschuldirektors, und einer Hausfrau geboren.[4] Nach der Matura im Jahr 1961 am Gymnasium, das sie gemeinsam mit Margit Fischer besuchte,[2] erhielt sie ein AFS-Stipendium für einen High-School-Aufenthalt in den Vereinigten Staaten (1962). Während dieser Zeit begann sie ein Schauspielstudium, das sie nach ihrer Rückkehr nach Österreich fortsetzte und mit dem Staatsexamen abschloss. Daneben arbeitete sie sieben Jahre lang in Italien, Frankreich, der Schweiz und Deutschland erfolgreich als Fotomodell.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1973 war Chris Lohner als Sprecherin und Moderatorin diverser Sendungen beim Fernsehen des Österreichischen Rundfunks (Österreich-Bild, Sonntags-Matinee, WIR, backstage) und bei Ö3 sowie als Gastgeberin der Talkshow Begegnungen bei 3sat tätig. Für ihre Programmansagen im ORF erhielt sie 1993 die Goldene Romy. 1994 hatte sie ihr Bühnendebüt in Wien mit „Ein flotter Zweier“. Seit 2001 moderierte sie die tägliche Sendung „Ganz ich“ auf Ö1 und präsentierte im Jahre 2006 ihr erstes Solostück „Sex? Aber mit Vergnügen!“ in einer Eigenproduktion. 2008 produzierte sie das Zweipersonenstück „Der Käfig“ von Jack Jacquine mit Fritz von Friedl als Partner. Beide Stücke wurden im stadtTheater walfischgasse in Wien aufgeführt. Im Oktober 2016 hatte ihr Programm Wolllust im Orpheum Wien Premiere,[5] im Februar 2018 folgte das Programm Anekdoten aus meinem Leben – schräg, witzig, komisch. 2020 spielte sie im Salzburger Landestheater im Stück "Network". 2023 tritt sie auf als Miss Higgins in "My Fair Lady" in der Bühne Baden.

Ihre „Markenzeichen“ sind ihre roten Haare und ihre Pagenkopf-Frisur, die sie mit ihrer fast gleichaltrigen, jedoch schon verstorbenen WIR-Moderationskollegin Brigitte Xander teilte, vor allem aber ihre Stimme, die seit 1979 in den automatischen Ansagen auf Bahnhöfen und ab der Baureihe 4020 auch in den Zügen der Österreichischen Bundesbahnen zu hören war, bis man sie 2011 auf die deutsche Computerstimme Petra umzustellen begann.[6] Unter anderem aufgrund von Fahrgastprotesten entschlossen sich die ÖBB allerdings 2015, wieder zu Chris Lohners Stimme, nun digitalisiert, zurückzukehren, die damit – außer auf Bahnhöfen – auch in den neuen Desiro ML-Triebwagen zu hören ist.[7][8]

Seit 1979 publiziert sie ihre Bücher.

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chris Lohner engagierte sich von 2001 bis 2021 als „Good Will Ambassador“ für die Licht für die Welt – Christoffel Entwicklungszusammenarbeit, in deren Funktion sie sich mehrmals im Jahr in Afrika aufhielt um augenkranke Menschen zu unterstützen. Sie ist Ehrenmitglied des WWF Österreich und hat die Patronanz der vom Aussterben bedrohten Libelle übernommen. Sie betrieb ihr eigenes Charity-Projekt Kaftan – it fits, Hilfe die passt.[4]

Seit 2021 ist sie ehrenamtliche Botschafterin von Jugend Eine Welt.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chris Lohner war nach siebenjähriger Beziehung ein weiteres Jahr mit Alfons Lohner verheiratet, dessen Namen sie, wie sie im Juli 2018 in einem Interview für das ORF-TV-Magazin Thema ausführt, nach der Scheidung behalten hat, denn: „… ich hab’ einen tschechischen Mädchennamen gehabt, Keprda, was immer sehr kompliziert war, ich musste das immer buchstabieren. […] mich hat niemand angesprochen mit Namen, sondern hat gesagt, ‚Mäderl steh’ auf, kannst du deinen Namen sagen‘.“[9] In diese Ehe brachte Alfons Lohner auch seine Tochter Marina Hajek, geborene Lohner, mit, die bei der ersten Begegnumg mit Chris Lohner fünf Jahre alt war, und über die Chris Lohner sagt, „das beste, was ich von ihm hab’, ist meine Stieftochter“.[9]

Im Weiteren lebte sie ab 1978[10] fünfzehn Jahre mit dem aus Jamaika stammenden Ex-Tennisspieler und Reggae-Sänger Lance Lumsden (eigentlich Lancelot; 30. Oktober 1939 bis 18. Juni 2011[11]) zusammen und blieb mit ihrem „Lebensmenschen“[12] auch nach der Trennung noch freundschaftlich verbunden.[13] Aufgrund seiner Hautfarbe war sie in dieser Zeit mit massiven Anfeindungen konfrontiert, wie sie in dem Thema-Interview darstellte:[9]

„Also, die schwierigste Beziehung die ich hatte, war die mit Lance Lumsden: Nicht zwischen uns, sondern nach außen. Das war eine Zeit, wo man mich als Neger-Hure beschimpft hat, und ich habe auch einmal Scheiße im Karton bekommen, zum ORF, und da hat’s geheißen: ‚Negerhur’ schleich dich aus Europa und verschwind im Negerkraal.‘ Also solche Dinge sind passiert. Ich hab’ das noch nie erzählt. Aber in Zeiten wie diesen, wo das alles immer sehr an der Kippe ist, muss man das auch einmal sagen.“

Chris Lohner: In: Thema, Juli 2018.

Ihr Vater Franz Keprda (1915 bis 2004), dessen Nachlass sie im Juli 2015 dem Österreichischen Volkshochschularchiv übertrug, war ausgebildeter Bibliothekar. In den 1930er Jahren war er im Wiener Volksbildungsverein angestellt, dessen Direktor er von 1947 bis 1968 war. In dieser Zeit leitete er auch die heutige Volkshochschule Margareten (polycollege) im 5. Wiener Gemeindebezirk Margareten.[3]

Chris Lohner lebt am südlichen Stadtrand von Wien.[9]

Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Wolllust
  • 2018: Anekdoten aus meinem Leben – schräg, witzig, komisch
  • Lohner packt aus: Eine freche Abrechnung mit dem Älterwerden[14]
  • Lohner führt sich auf: Menschen – Tiere – Anekdoten
  • Was, schon wieder Weihnachten?
  • 2020–2022: Bazooka und die Vier im Jeep
  • 2023 Chris Lohner und Erwin Steinhauer "Schreib. Nein, schreib nicht!"

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Chris Lohner – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Shirley Management GmbH, Firmenbuch-Nr. 409021b, auf wirtschaft.at der Wiener Zeitung, abgerufen am 10. Juli 2018: Handelsgericht Wien (007), Neueintragung, bekannt gemacht am 7. Februar 2014 („Erklärung über die Errichtung der Gesellschaft vom 18.11.2013;“, geschäftsführende Gesellschafterin „(A) Christine Lohner (10.07.1943), […]“) in Verbindung mit Änderung, bekannt gemacht am 17. Februar 2014 („Einbringungsvertrag vom 27.01.2014 Einbringung des Betriebes ‚Chris Lohner Moderatorentätigkeit‘ von Frau Christine Lohner in diese Gesellschaft gemäß Einbringungsvertrag vom 27.01.2014“.)
  2. a b Liane Pircher: Sommergespräch: „Verbrannt zu werden, finde ich angenehm“. Chris Lohner, die bekannteste Stimme Österreichs, über das Altern in Würde, den Vorzug der Feuerbestattung und ihr junges Interesse an Kommunikation ohne Worte. In: TT.com/telfser.com, Juli 2011. (Volltext In: KM-Fotografie.com/Picturenight.at, 24. Juli 2011, abgerufen am 10. Juli 2018.)
  3. a b Schenkung: Nachlass ihres Vaters Franz Keprda (1915–2004). In: VHS-Archiv, Aktuelles, Juli 2015. Vgl. auch: Chris Lohner im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien.
  4. a b c d Chris Lohner. Autorin Moderatorin Schauspielerin: Über mich. (Memento des Originals vom 16. August 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/chrislohner.com In: Offizielle Website von Chris Lohner, abgerufen am 10. Juli 2018.
  5. Viel zu lachen im Herbst. In: wien.ORF.at, 26. August 2016, abgerufen am 18. Oktober 2016.
  6. Arian Faal: Chris Lohner bleibt den ÖBB erhalten. Durchsagen auf Bahnhöfen bleiben. In: Wiener Zeitung, 4. August 2011, abgerufen am 10. Juli 2018.
  7. Nina Kozak: Chris Lohner kehrt zurück. (Memento vom 10. Dezember 2015 im Internet Archive) Beitrag im Blog der ÖBB am 13. November 2015, abgerufen am 8. Dezember 2015.
  8. Andreas Wetz: Chris Lohner: Die ÖBB bekommen ihre Stimme zurück. In: Die Presse, Printausgabe 3. Dezember 2015, abgerufen am 10. Juli 2018.
  9. a b c d zitiert nach: Interview im ORF-TV-Magazin Thema in ORF 2, Erstausstrahlung am 9. Juli 2018. (Thema: Chris Lohner – eine Fernsehikone wird 75. In: tv.ORF.at Programm ORF 2, 9. Juli 2018, abgerufen am 10. Juli 2018.)
  10. „Fühle mich mit 70 wohler als mit 20“. Österreichs prominentester Rotschopf feiert heute mit 200 Gästen seinen 70. Geburtstag. Interview in: Kurier, 13. Juli 2013, abgerufen am 10. Juli 2018.
  11. Former Jamaica tennis star Lance Lumsden is dead at 71: „Lance Lumsden, one of the best tennis players produced by Jamaica, passed away last Saturday at Andrews Memorial Hospital, St Andrew.“ In: The Gleaner/Jamaica-Gleaner, 23. Juni 2011. (Volltext (englisch), abgerufen am 10. Juli 2018).
  12. Philip Bauer: „Dann wurde ich nicht mehr eingeladen“. Interview unter Tennis in: derStandard.at, 4. November 2010, abgerufen am 10. Juli 2018.
  13. Susanne Huber: Chris Lohner: „Sein Tod war für mich ein Mörderschock“ In: KirchenZeitung Diözese Linz, Ausgabe 2014/44, 28. Oktober 2014, abgerufen am 10. Juli 2018: „Wir waren ja kein Liebespaar mehr, aber wir sind bis zum Schluss sehr enge Freunde gewesen. Sein Tod war für mich ein Mörderschock, ich dachte, das geht gar nicht. Er hat sich davongemacht.“
  14. Chris Lohner. Autorin Moderatorin Schauspielerin: Aktuelle Programme.@1@2Vorlage:Toter Link/chrislohner.com (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Offizielle Website von Chris Lohner, abgerufen am 10. Juli 2018.
  15. Ehrenzeichen für Chris Lohner. In: wien.ORF.at, 19. November 2015, abgerufen am 19. November 2015.