Eduard Wallnöfer
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FŒHN, Postkarten

Geld regiert

Für Politiker gibt’s Geld. Für Geld gibt’s Politiker.
 
1991

Eine Demokratie, wie sie im Büchl steht. Im Scheckbuch der Großindustriellen. Landeshauptmann E. Wallnöfer bestätigt den Erhalt von öS 500.000,- für die ÖVP.

FŒHN, Heft 15

Anhang: Die Tiroler Parteienfinanzierungsmaschin’

Mai
1991

Wie gesagt, liegen die Parteien den zum Teil oder zum Großteil oder ganz dem Volke gehörenden großen Betrieben auf der Tasche. Noch in die letzte Vorfeldorganisation einer Vorfeldorganisation strömen über nutzlose Inserate in winzigsten Blättern Gelder von Austria Tabakwerke und Casinos Austria, (…)

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Eduard Wallnöfer 1974 in Bludenz

Eduard Wallnöfer (* 11. Dezember 1913 in Schluderns, Südtirol; † 15. März 1989 in Innsbruck) war ein österreichischer Politiker (ÖVP) und von 1963 bis 1987 Landeshauptmann von Tirol. Posthum wurde 2006 bekannt, dass er ab 1941 Parteimitglied der NSDAP gewesen war.

Leben und Politik

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Eduard Wallnöfer besuchte die damals zweijährige Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Imst, die er 1933 abschloss. Er begann seine Karriere in den 1930er Jahren als Sekretär in der Landwirtschaftskammer. Wallnöfer heiratete 1940 die Bauerntochter Luise Thaler und übernahm deren elterlichen Hof in Mieming. Die letzten 13 Monate des Krieges diente er als Funker.

Ab 1945 war Wallnöfer Gemeinderat in Mieming. 1949 zog er in den Tiroler Landtag ein und wurde Landesrat, 1958 wurde er zum Obmann des Tiroler Bauernbundes gewählt. Eduard Wallnöfer trat 1963 die Nachfolge des überraschend verstorbenen Landeshauptmannes Hans Tschiggfrey an und übergab das Amt 1987 krankheitshalber an Alois Partl. Wallnöfer starb 1989 im Alter von 75 Jahren an einer Lungenentzündung im Innsbrucker Krankenhaus.

Während seiner Amtszeit erfolgte ein wirtschaftlicher Aufschwung Tirols und ein Ausbau der Verkehrswege (zum Beispiel Inntalautobahn). Er regte 1972 die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) an. Als Bauer und Schütze verkörperte er für viele Tiroler den Typus des erfolgreichen „Landesvaters“. In der Bevölkerung erlangte er breite Zustimmung und hohe Sympathie.

Er war Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindungen KÖHV Leopoldina Innsbruck und KÖHV Amelungia Wien, beide im ÖCV.[1]

Herwig van Staa, Landeshauptmann von Tirol von 2002 bis 2008, ist Wallnöfers Schwiegersohn.

Nationalsozialistische Vergangenheit

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Am 30. Juni 1938 beantragte Wallnöfer die Aufnahme in die NSDAP-Ortsgruppe Imst und wurde zum 1. Jänner 1941 aufgenommen (Mitgliedsnummer 9.566.289).[2][3][4] Im Zweiten Weltkrieg war er zunächst vom Wehrdienst freigestellt.

Wallnöfers NSDAP-Mitgliedschaft wurde erst im Jahr 2005 einer breiten Öffentlichkeit bekannt, da entsprechende Akten im Berlin Document Center im deutschen Bundesarchiv gefunden wurden. Wallnöfer hatte sich 1946 nicht – wie vorgeschrieben – als ehemaliges Parteimitglied registrieren lassen, weshalb auch kein Entnazifizierungsakt im Tiroler Landesarchiv aufzufinden war.

Eduard-Wallnöfer-Preis

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Anlässlich des 65. Geburtstags von Eduard Wallnöfer gegründete die Tiroler Industrie 1978 die „Eduard-Wallnöfer-Stiftung der Tiroler Industrie“.[5] Die Stiftung verleiht alljährlich neben Stipendien den „Eduard-Wallnöfer-Preis für Technik und Wissenschaft“ sowie verschiedene Anerkennungspreise an Forschungs- und Studienprojekte junger Menschen aus Tirol und Südtirol, „die im weitesten Sinne im Interesse der Länder Südtirol und Tirol liegen und entweder für deren technische, innovative und wirtschaftliche oder soziale, kulturelle und gesellschaftliche Weiterentwicklung nutzbar gemacht werden können“.[6]

Der Eduard-Wallnöfer-Preis für Technik und Wissenschaft ist mit 10.000 Euro dotiert.[6] Eine Liste der Preisträger seit 1984 ist auf der Website der Stiftung abrufbar.[7]

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Eduard-Wallnöfer-Denkmal in Matrei in Osttirol
Commons: Eduard Wallnöfer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Gerhard Hartmann: LH i.R. Ök.R Eduard Wallnöfer. In: ÖCV Biolex. Abgerufen am 25. März 2023. 
  2. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/46760505
  3. Michael Wladika, Doris Sottopietra, Helmut Wohnout: Zur Repräsentanz von Politikern und Mandaten mit NS-Vergangenheit in der Österreichischen Volkspartei 1945-1980: Eine gruppenbiographische Untersuchung. Forschungsprojekt im Auftrag des Karl von Vogelsang-Instituts. Wien April 2018, S. 183–190 (vogelsanginstitut.at [PDF]). 
  4. Horst Schreiber: Zur NSDAP-Mitgliedschaft von Eduard Wallnöfer, Langfassung: [1], abgerufen am 20. März 2022.
  5. Leistungsbereitschaft und Begabungen fördern. In: eduard-wallnoefer-preis.at. Abgerufen am 24. April 2026. 
  6. a b Eduard-Wallnöfer-Preis der Tiroler Industrie. In: eduard-wallnoefer-preis.at. Abgerufen am 24. April 2026. 
  7. Die Bilanz der ausgezeichneten Arbeiten kann sich sehen lassen. In: eduard-wallnoefer-preis.at. Abgerufen am 24. April 2026 (Lister der Preisträgerinnen und Preisträger seit 1984).