Volkstreue außerparlamentarische (...)
Beiträge
Context XXI, Heft 4-5/2006

Who is who

Eine kleine Auswahl oberösterreichischer Rechtsextremer
März
2006

Fred Duswald, Kallham Der ehemalige Fabrikant ist „Alter Herr“ der Münchner Burschenschaft Danubia und war in den 70er Jahren Führungskader der neonazistischen Nationaldemokratischen Partei (NDP). Auch als Vorstandsmitglied des 1998 behördlich aufgelösten Vereins Dichterstein Offenhausen betätigte er (...)

Die Volkstreue außerparlamentarische Opposition (VAPO) war eine militante österreichische neonazistische Gruppe, die von 1986 bis Anfang/Mitte der 1990er vor allem durch ihre „Wehrsportübungen“ bekannt wurde.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die VAPO wurde 1986 von Gottfried Küssel gegründet und in der VAPO-Publikation Die Sturmfahne folgendermaßen beschrieben:

Die VAPO ist die fundamentale nationale Opposition. Sie ist keine Organisation im herkömmlichen Sinn, sondern eine lose Kampfgemeinschaft von nationalen Gruppen und Personen. […] Da auch keine Mitgliederlisten geführt, keine Verantwortlichen bestimmt und keine Organisationsformen und Instanzenwege beachtet werden müssen, ist der Zugriff durch Behörden sehr erschwert, ja nahezu unmöglich gemacht.[2]

In den darauffolgenden Jahren gründete die VAPO in einigen Städten Kameradschaften und führte Kundgebungen in St. Pölten und Linz durch. Zudem wurden zusammen mit der Kameradschaft Langenlois „Wehrsportübungen“ durchgeführt, bei denen laut Christa Zöchling das Verprügeln und Besiegen von „Vertretern des verhassten Systems“, Linken, Kommunisten und Ausländern geübt wurde.[3] An zumindest einer dieser von Küssel organisierten Wehrsportübungen nahm unter anderem der von 2017 bis 2019 amtierende Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ)[4][5] und der 2018/19 als Generalsekretär im Infrastrukturministerium amtierende Andreas Reichhardt (FPÖ) teil.[6][7]

Neben diesen Aktivitäten nahm die VAPO auch an den jährlichen Rudolf-Heß-Gedenkmärschen teil.

Im Zuge der Briefbombenattentate Anfang/Mitte der 1990er wurde die VAPO von der Polizei zerschlagen und einige Mitglieder, darunter der VAPO-Vorsitzende Gottfried Küssel, wegen NS-Wiederbetätigung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Ideologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ideologie der VAPO beziehungsweise ihrer Mitglieder orientierte sich stark am Nationalsozialismus und hatte die „Neugründung der NSDAP“ und die „erneute Machtergreifung“ in Österreich zum Ziel.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkstreue außerparlamentarische Opposition (VAPO), Artikel des DÖW.
  2. Die Sturmfahne, Rundbrief aller VAPO-Aktivisten, Jänner 1987, S. 7.
  3. Österreichs Neonazi-Szene. FM4-Artikel vom 31. Jänner 2007.
  4. Heinz-Christian Strache bei Wehrsportübung mit Gottfried Küssel. Zeit-im-Bild-Beitrag vom 24. März 2009.
  5. Die Akte Strache. Süddeutsche-Zeitung-Artikel vom 10. Oktober 2017.
  6. Jakob Winter: Kameraden machen Karriere. Profil-Artikel vom 21. Dezember 2017.
  7. Pressereferent des FPÖ-Klubs hatte in 90er-Jahren Kontakt zu Neonazis. Der-Standard-Artikel vom 21. Dezember 2017.