FORVM, No. 445-447
März
1991

Partygänger, Premierenbesucher

Und andere kulturelle Wallfahrer bei der Arbeit

Zur Rekonstruktion von Wirklichkeit in und durch Klatschkolumnen.

Das Schwierige in der Soziologie ist gerade, dahin zu gelangen, das auf überraschende und irritierende Weise zu denken, was man schon immer verstanden zu haben glaubt.

Pierre Bourdieu

1. Zum Informationswert des Belanglosen. Oder: Klatschkolumnenleser wissen mehr.

Jede Zeit erfindet die ihr spezifischen Wissensformen. Wie die höfisch-aristokratische Gesellschaft in erster Linie solche Wissensformen hervorbrachte, die den Erfordernissen des höfisch-geselligen Lebens, dem Konkurrenzkampf um Prestigechancen und dem Bedürfnis nach sozialer Distanz entsprachen: Memoiren, Briefsammlungen und Aphorismen (Maximen), welche allesamt in die Kunst der Menschenbeobachtung, Menschenbehandlung und Selbstbeobachtung einwiesen (Elias 1969, 161, Fn. 35), in der alleinigen Absicht, die Menschen zu durchschauen (v. Stackelberg 1974, 38 f.), so hat auch unsere Gesellschaft die ihr entsprechenden Wissensformen auf den Markt gebracht: Ratgeber-Magazine, Zeitschriften über Eß-, Trink-, Wohn- und Körperkultur, aber auch diverse Nachschlagewerke über Prominente, vom „Who is who“ bis hin zu Michael Graeters „Wer ist was in München“. Nicht vergessen werden darf

Die Wissensform der diskreten Indiskretion.

Die Klatschkolumne in der Tageszeitung, die offensichtlich gern gelesen, aber als eine der Selbstverständlichkeiten des Alltags (Bergmann 1987, 1 ff.) von den professionell Neugierigen, den Soziologen, geflissentlich übersehen wird. Gelingt es dem Ethnologen, das „Exotische heimisch (zu) machen“ (Bourdieu), indem er, wie z.B. Malinowski bekannte, Anteil am Klatsch der Leute nimmt, so daß ihm der mit Klatsch verbundene Informationsgewiınn wie von selbst zufällt, so scheint sich der Soziologe mit seiner eigenen, allzu vertrauten Welt bei dem Versuch schwerzutun, das „Heimische (zu) ‚exotisieren‘“. Hier soll dennoch der Versuch unternommen werden, die allzu vertrauten Dinge aus der gewöhnlichen Welt der Klatschkolumnen in eine Distanz zu rücken, so daß sie „in einem anderen Licht“ erscheinen, also der Analyse zugänglich werden.

Wir interessieren uns also für Klatschkolumnen, allerdings nur für solche, welche eine eindeutige Zuordnung erlauben: auf mehr oder weniger prominente Personen, die miteinander zunächst nur das eine gemeinsam haben, daß sie alle an einem Ort wohnen. Dies zwingt uns, Deutschland zu verlassen. In der Fremde können wir jedoch das deutlicher sehen, was es auch zu Hause gibt: Partygänger, Premierenbesucher und andere kulturelle Wallfahrer, die nicht ausschließlich die Freude am Vergnügen zusammenbringt. Doch sind Reisen in die Fremde nicht immer auch Reisen in die Ferne: Zürich liegt recht nah, jene Schweizer Metropole, wo das Geld mit dem Zweck seiner stillen Vermehrung residiert, also Leute wohnen, die ein bestimmtes Vermögen an ökonomischem, sozialem und kulturellem Kapital, an Geldvermögen, Beziehungen und Bildungswissen, aufzuweisen haben. Ihnen schenkt(e) Hildegard Schwaninger regelmäßig Aufmerksamkeit in den von ihr verfaßten Klatsch- oder Gesellschaftskolumnen, welche wöchentlich in der Züri-Woche nicht ganz eine Seite ausfüllen. 1985 hatte Frau Schwaninger 48 (dreispaltige) Gesellschaftskolumnen verfaßt, die mit Hilfe des Textanalyse-Systems Textpack V aufbereitet wurden. [1]

Textpack V erstellte eine Liste mit 1130 alphabetisch geordneten Namen von Personen, die 1985 in Zürich wohnten und dort einer beruflichen Tätigkeit nachgingen. [2]

Privatphoto: Hildegard Schwaninger am Klavier in guter Stube und Gesellschaft

Doch diese imposante Namensparade bleibt stumm; sie verrät (noch) nicht, nach welchen „Regeln“ unser Untersuchungsgegenstand funktioniert — welches seine „Funktionen“ sind. Erforderlich ist eine strukturalistische Tätigkeit, die das „Gegebene (nimmt), (es) zerlegt, (und es) wieder zusammen(setzt)“ (Barthes 1966, 191). Durch diese beiden Operationen des „Zerlegens“ und des „Neu-Ordnens“ (Arrangierens) bildet sich etwas Neues, „und dieses Neue ist nichts Geringeres als das allgemein Intelligible: das Simulacrum, das ist der dem Objekt hinzugefügte Intellekt“ (ebd., 192), der Bedeutung herstellt, indem er die funktionale Seite des Objekts sichtbar macht. Auf diese Weise wird etwas zum Vorschein gebracht, das im Ausgangstext unsichtbar respektive unverständlich bleiben mußte.

Die von Textpack V erstellte Liste von Namens- und Berufsinhabern wird zerlegt, indem zunächst solche Berufsgruppen herausgenommen werden, die sich bestimmten Konsumstrukturen (Konsumpräferenzen) mehr oder weniger eindeutig zuordnen lassen. Diese Konsumpräferenzen verteilen sich, folgt man hierin Bourdieu (1984, 299), auf drei Hauptposten: Ausgaben für „Selbstdarstellung und Repräsentation“ (wie Schönheits- respektive Körperpflege, Kleidung, Schmuck, Inneneinrichtung, Antiquitäten), für „Nahrung“ (Essen und Trinken) und für „Kultur“ (wie Theater, Konzerte, Kunstgegenstände etc). Diese Konsummuster verweisen auf der Nachfrageseite auf vorherrschende typische Lebensstile (Müller 1989, 60 ff.), sie verhelfen auf der Angebotsseite, typische Produzenten dieser Konsumgüter (Dienstleistungen) zu identifizieren, wodurch sich die Möglichkeit eröffnet, die restlichen Namens- und Berufsinhaber der Ausgangsliste beinahe vollständig unterzubringen.

Die aus der Ausgangsliste hervorgegangene Neu-Ordnung besteht also aus zwei „Säulen“ von Namens- und Berufsinhabern, die über typische Konsumstrukturen (Selbstdarstellung, Nahrung, Kultur) miteinander verbunden sind. Was die einen nachfragen, bieten die anderen an. Doch diese Tauschstruktur, die durchaus Sozialität konstituieren hilft — auf diese Weise ist „das Soziale nicht mehr dem Bereich der reinen Qualität unterstellt: Anekdote, Kuriosität, Stoff für moralisierende Beschreibung oder gelehrten Vergleich, sondern wird ein System, zwischen dessen Teilen man nun Verbindungen, Äquivalenzen und Zusammengehörigkeiten entdecken kann“ (Lévi-Strauss 1978, 26; eig. Herv.) —, erfaßt nur die eine, wenn auch vertrautere Seite von Prozessen der Vergesellschaftung innerhalb vorgezeichneter Netzwerkstrukturen. Die Akteure, über die die Klatschkolumnen in erster Linie berichten, sind darüber hinaus noch auf eine spezifische Weise miteinander verbunden, die Anlaß gibt, die Kontakt-Anlässe (Empfänge, Premieren, Jubiläen etc.), Kontaktorte (Clubs, vornehme Hotels etc.) und Kontakt-Praktiken (vornehme Sportarten, kulturelle Veranstaltungen etc.) in einem elementaren Sinn als „Arbeit“ zu begreifen: Als Möglichkeiten, verfügbare gesellschaftliche Ressourcen (ökonomisches, soziales, kulturelles Kapital) zu akkumulieren und zu transformieren (vgl. Müller 1988, 165 ff., insb. 168/169). Da die Klatschkolumnen mit einer Liebe zum Detail sich gerade diesen Themen widmen, fallen uns notwendige Analyse-Daten „wie von selbst“ zu, Analyse-Daten, deren Beschaffung normalerweise recht aufwendig ist, wie der von Weber aufgestellte und von Bourdieu in „Die feinen Unterschiede“ eingelöste Themenkatalog erahnen läßt: „Familienleben, Kindererziehung, Erholungs- und Vergnügungsformen, Formen und Gewohnheiten der Geselligkeit, Ernährungs- und Trinkgewohnheiten, geistige und ästhetische Interessenrichtung und -Betätigung nach Maß und Art (Lektüre), Beziehung zur Schule, zu den offiziellen Formen des Kirchenlebens und zu religiösen und anderen ‚Weltanschauungs‘-Fragen usw. ...“ (Weber 1924, 55)

2. Von typischen Konsumzu spezifischen Berufsstrukturen.

Freiberuflich Tätige und Selbständige in der Überzahl

Machen wir uns zunächst ein erstes Bild von den über typische Konsumstrukturen miteinander verknüpften Berufen, [3] die im Jahre 1985 in den Klatschkolumnen der Züri-Woche Erwähnung fanden. Auf der Anbieter-Seite, die zuerst skizziert werden soll, finden sich zunächst die Experten für Selbstdarstellung und Repräsentation:

  • Unter ihnen die Spezialisten zur Pflege des Körperbildes: wie Mediziner (Schönheitschirurgen), [4] Starfriseure (3), Kosmetik-Experten (5) mit Top-Produkten (z.B. von Estée Lauder, Rubinstein, Sander), Photographen (18).
  • Zu nennen sind außerdem die Experten für Bekleidung, repräsentiert durch die relativ starke Gruppe der Besitzer/Inhaber von Modeboutiquen (53; 4.7%), welche Modelle von Top-Designern anbieten (Armani, Bogner, Fendi, Gucci, Montana, Sander, Shields-Brooke, Valentino), in ihrem Gefolge der entsprechende Hof an Designern (23), Modellen und Werbefachleuten (15). Kleider- und Schuhboutiquen dominieren, wie einzelne Namen von Boutiquen (z.B. Grieder). Das Pelzdesigner-Ehepaar Bisang wäre hier ebenfalls zu nennen.
  • Aufzuführen sind ferner die Spezialisten für exklusiven Schmuck und exklusive Uhren (8), die unmittelbar Auskunft geben über den Status ihrer Träger.
  • Zur Selbstdarstellung und Repräsentation tragen ferner bei Immobilienhändler und Architekten (Innenarchitekten) (40; 3.5%), die vielen Anbietern von Gütern und Dienstleistungen zu einer repräsentativen Inneneinrichtung wie zu einer „guten Adresse“ verhelfen, damit deren rechter Wert leichter eingeschätzt werden kann, eine Hilfestellung, die vor allem bei symbolischen Dienstleistungen nicht unwichtig ist. Wenn Prominenten-Coiffeur Bruno Mattes (Kol. v. 26.9.85) seinem neuen Salon die dem Geschmack seiner Kunden zusagende respektive entsprechend teure Inneneinrichtung „maßschneidern“ läßt, so werden auf diese Weise nicht nur Zweifel über mögliche Unterschiede zwischen exklusiven und gewöhnlichen Haarkünstlern ausgeräumt, sondern es zeigt sich, daß auch die Dienstleister untereinander an der Konvertierungslogik der Kapitalsorten im Sinne Bourdieus partizipieren: die Anwesenheit des Innenarchitekten bei der Eröffnungs-Party bedeutet Beziehungsarbeit, läuft auf die Beschaffung respektive Verwertung von Sozialkapital hinaus.

Die zweite Gruppe auf der Anbieter-Seite repräsentieren die

Experten für Eß- und Trinkkultur.

Hier finden sich in erster Linie solche Adressen in und um Zürich (47; 4,1%), die „Kochkunst als genußorientierte Speisengestaltung“ (Barlösius/Manz 1988, insb.
742 ff.) offerieren, aber auch vornehmlich solche Bars und Clubs, welche sich auf die unter ihrer Klientel verbreitete Grundeinstellung zum Konsum eingestellt haben — auf die Betonung von Form und Manier.

Die dritte Gruppe schließlich betrifft die Produzenten und Verbreiter von „Kultur“ (im weitesten Sinn), welche, jedenfalls in bestimmten Sparten, auch das verkörpern, was gemeinhin

„Kulturprominenz“

genannt wird. Zu dieser Gruppe zählen:

  • Die Spezialisten des Kunsthandels (Antiquitäten) (25; 2,2%), die wie die meisten der auf der Anbieterseite aufgeführten Berufe dem sozialen Mechanismus unterworfen sind, daß sich ihr Prestige nach dem Prestige ihrer Kundschaft richtet.
  • Der engere Kreis von Kunstproduzenten: also bildende Künstler, die gerade nachgefragt sind (Maler, Bildhauer; 43; 3,8%).
  • Musikschaffende, hier in erster Linie Musiker (38; 3,4%), Opernsänger (23; 2,0%), aber auch Vertreter eher populärer Unterhaltungsmusik (Schlagersänger) (9).
  • Theater- und Filmschaffende (32; 2,8%), Schauspieler (69; 6,1%) und Regisseure (23; 2,0%), welche mit ihren Produkten Themen liefern für die gehobene Kommunikation.
  • Publizisten und Schriftsteller (37; 3,3%), darunter auch Vertreter der Trivialliteratur.
  • Angehörige solcher Berufe, welche Produkte der „Massenkultur“ herstellen oder verbreiten helfen:
    • also Spezialisten für Print-Medien: Zeitungen, Journale, Magazine (Modemagazine, Kunstzeitschriften, Magazine für Jungmanager etc. 59; 5,2%),
    • die Kommunikationsexperten von Radio und Fernsehen (14),
    • sowie die Spezialisten der Werbebranche (15).

Das relative Gewicht dieses kulturellen Produktionssystems spiegelt auch Zürichs Bedeutung als Medienplatz (Sitz von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, Sitz der schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft) wider.

Auch die Trägerschicht dieser Konsumkultur soll kurz vorgestellt werden:

  • Relativ stark vertreten ist die Gruppe der Unternehmer (73, 65%) respektive Finanz-Unternehmer (13) sowie die Gruppe der Manager (43; 3,8%). Auch der heutigen Unternehmen eigentümliche Beratungssektor ist mit dem Beruf des Unternehmensberaters (13) repräsentiert.
  • Geld und Diskretion gehören zusammen und wo eine intakte Fassade mehr bedeutet als eine Empfehlung, wo sie ein Produktionsmittel ist, kann sie gerade deshalb zur Zurückhaltung verpflichten: insofern sind die Bankiers (15) in den Klatschkolumnen nicht unbedingt häufig vertreten.
  • Die Gruppe der Selbständigen wird weiter vervollständigt durch mehr oder weniger prominente Namen, die entweder den Beruf des Hoteliers (10), Kaufmanns (37; 3,3%) oder Immobilienmaklers (14) angeben.
  • Die Freien Berufe sind mit ihren typischen Repräsentanten vertreten; im Vergleich zu den neuen Professionen, die nur der Vollständigkeit halber Erwähnung finden (gerade 3 Ingenieure finden sich in der Ausgangsliste von 1.130 Namen ), sind die klassischen Professionen recht gut repräsentiert: die stärkste Gruppe bilden die Mediziner (42; 3,7%), gefolgt von den Architekten (40; 3,5%) und den Anwälten (27; 2,4%). [5]
  • Eine gewisse Sonderstellung nimmt die Gruppe der Politiker [6] ein (Bundes- wie Lokalpolitiker (12)): nicht nur, weil sie Öffentlichkeit suchen, geraten sie in die Klatschkolumnen, auch der Umstand, daß sie sich als bürgerliche Honoratioren weitgehend aus dem Kreis der Selbständigen und Freiberuflichen rekrutieren, trägt hierzu u.a. bei. Da Politik auch von organisierten Interessen „gemacht“ wird, sind auch deren Repräsentanten vertreten, allerdings recht schwach (5 Verbandsfunktionäre).
  • Beamte (14) und (kaufm.) Angestellte (26; 2,3%) kommen in den Klatschkolumnen ebenfalls vor; in den dort präsentierten „Kurzgeschichten“ spielen sie jedoch eine Nebenrolle, gleich dem halben Dutzend „Schüler und Studenten“ (7), die nur deshalb Erwähnung finden, weil es sich um Töchter oder Söhne aus „gutem Hause“ handelt. [7]
  • Die eigentümlichste Spezies der Leistungsgesellschaft: der (Spitzen-) Sportler (11) darf indessen nicht fehlen. Wie kein anderer verkörpert er die klassischen Tugenden der Leistungsgesellschaft — Selbstdisziplin und methodische Lebensführung — und wird als Erfolgsmensch, der es durch Willen und Anstrengung zu etwas gebracht hat, zum Vorzeigeobjekt. Mehr noch: er ist der „letzte Asket“ in einer entzauberten Welt, der sich durch Übungen den Körper unterwirft.
  • Infolge seiner gesellschaftlichen Plaçierung hat der Arbeiter in den Gesellschaftskolumnen keinen Platz.

Die Klatschkolumnen der Züri-Woche sind ein Forum der Selbständigen und freiberuflich Tätigen. Sie dominieren innerhalb der Trägerschicht der städtischen Konsumkultur, sind aber auch stark vertreten auf der Anbieter-Seite, d.h. unter denjenigen Berufen, die sich auf Produktion respektive Vertrieb kultureller Güter und Dienstleistungen spezialisiert haben. Diese Subkultur der Selbständigen und freiberuflich Tätigen zeichnet sich durch eine spezifische Geschmackskultur aus (die einen geben vor, die anderen ahmen nach), noch auffallender sind die Umrisse horizontaler und vertikaler Vernetzungen, die die Neu-Gruppierung der Berufe sichtbar gemacht hat. Ein entscheidendes Produktionsmittel dieser beiden Berufsgruppen scheinen Reputation und soziale Beziehungen zu sein. Beide fallen nicht vom Himmel, sondern müssen, falls diesbezüglich kein Erbe angetreten werden kann, in der Regel erworben und gepflegt werden. Es wird gleich zu zeigen sein, daß vornehmlich Klatschkolumnen dazu taugen, über Techniken der Imagepflege und Beziehungsarbeit zu informieren. Zuvor scheint es allerdings angebracht, einige Grundbegriffe und Grundannahmen der Analyse, welche sich der Kultursoziologie Bourdieus verpflichtet weiß, kurz vorzustellen.

3. Anleihen bei Bourdieus „Kapitalfonds“.

Einige Grundbegriffe und Grundannahmen seiner Kultursoziologie.

Es sind vornehmlich die Selbständigen und freiberuflich Tätigen der gehobenen Einkommensklassen, die an der aufwendigen Konsumkultur partizipieren, deren Exklusivität (man denke nur an die gehandelten Modemarken) ihren Preis hat. Um an dem prestigereichen materiellen und kulturellen Konsum teilhaben zu können, benötigt man „ökonomisches Kapital“. Dieses wird eingesetzt zur Pflege des richtigen Körperbildes und Körpergebrauchs, d.h. zur Schönheitspflege (Kosmetik, Friseur etc.), zur Repräsentation (Kleidung, Schmuck etc.), zur Ernährung (Essen, Trinken), aber auch für diverse Praktiken des Körpertrainings. Neben einer asketischen Tradition, wie sie heute vom Bodybuilding (Honer 1985) vertreten wird, gibt es schon immer eine „stärker hedonistisch orientierte Auffassung“ von Körperkultur (Bourdieu 1985, 580). Entweder als „Fitness-Kult“ (Aerobic, Jogging, Saunieren) oder als „Kult der figürlichen Erscheinung“, der auf Körperharmonie Wert legt und nicht selten die anempfohlenen Praktiken des Körpertrainings (man denke an Bauchtanz) um diätetische Vorschriften erweitert (Kol. v. 31.1. u. 14.3.). Doch nicht allein der Körpergebrauch stellt eine unwiderlegbare „Objektivierung des Klassengeschmacks“ (Bourdieu 1984, 307) dar, dies gilt auch für das Körperbild und insofern insbesondere für Kleidung und Schmuck, die auf den ersten Blick die jeweils geltenden Klassifikationsschemata reproduzieren. „Produziert werden zunächst Klassen der Zeit und des Orts, die Situationen oder Tätigkeiten anzeigen, und als zweites Klassen des Status“ (Sahlins 1981, 256), aber auch Alters- wie Geschlechtsklassen. Auf diese Weise können Zugehörigkeit wie Abgrenzung in einem deutlich sichtbar gemacht werden.

Auf ähnliche Weise können

Eß- und Trinkgewohnheiten

zu Distinktionszwecken eingesetzt werden. Möglichkeiten hierzu sind gegeben über die Entnaturalisierung der entsprechenden Vorgänge respektive Verrichtungen: Formen und Manieren werden ausschlaggebend, die zu weitergehenden „Stilisierungen der Lebensführung“ einladen. Die intendierte distributionelle Funktion ist dann besonders augenfällig, wenn bestimmte Eßlokale zu Prominententreffs geworden sind, d.h. der offensichtliche Clubcharakter die vollzogene „Schließung nach außen“ dokumentiert. Allein über entsprechende Preise läßt sich dieser Effekt bis zu einem gewissen Grad erzielen.

Distinktionsprofit läßt sich vor allem erzielen über die Aneignung angemessener kultureller Produkte. Angemessen, weil akzeptiert, sind die etablierten Künste, also Theater, Malerei, Bildhauerei, Literatur und (klassische) Musik, die in den Klatschkolumnen auch ständig als Themen auftauchen. Die Pflege dieser kulturellen Produkte setzt jedoch zeremonielle und rituelle Verhaltensweisen voraus, da sie alle von einem Hof von Experten umgeben sind, die innerhalb eines institutionalisierten Rahmens die zur Pflege und zum Verständnis dieser Künste erforderlichen Fertigkeiten und Wissensbestände kanonisiert haben (Bourdieu 1974, 103 ff.; Bourdieu et al. 1983, 105 ff.). D.h. der „gehobene“ Kunstgenuß im Bereich der etablierten Künste setzt Bildung voraus, die über Familie und/oder Schule erworben werden muß.

Grenzfälle, wie das in den Klatschkolumnen berichtete Beispiel einer Photoausstellung (Kol. v. 25.7.), unterrichten am ehesten darüber, warum soziales Prestige an etablierte Künste gekoppelt wird. Zwar wird mittlerweile der Photographie ein mit der Malerei vergleichbarer Rang eingeräumt, was u.a. dadurch zum Ausdruck kommt, daß auch bei ihr nunmehr von Kunst die Rede ist — im konkreten Fall der erwähnten Ausstellung wurden die damit verbundenen ästhetischen Erwartungen dergestalt eingelöst, daß Portrait-Aufnahmen prominenter Zeitgenossen präsentiert wurden und es Berufsphotographen waren, die diese ambitionierte Form der Photographie pflegten — doch wird dem Publikum bei der Abgabe von Urteilen im Vergleich zu etablierten kulturellen Darbietungen weniger Kompetenz abverlangt. Und weniger Kompetenz bedeutet: geringer definiertes Unterweisungs- und Bildungsniveau und damit auch geringeres Sozialprestige.

Am ehesten scheinen die Voraussetzungen zum „gehobenen“ Kunstgenuß bei alteingesessenen Familien vorhanden zu sein, die, wenn auch in bescheidenem Umfang, unter den Unternehmern, Bankiers, Hoteliers, Anwälten und Juweliers (den Experten für Schmuck) unserer Ausgangsliste vertreten sind. Alteingesessen steht in erster Linie für Verfügbarkeit über „kulturelles Kapital“, bezeichnet aber auch Verfügungschancen über „soziales Kapital“.

Meint „soziales Kapital“ die Quantität und Qualität sozialer Beziehungen, eine höchst fundamentale Ressource für Selbständige und freiberuflich Tätige, u.a. daran ablesbar, daß die Freunde der Familie nicht selten auch „Geschäftsfreunde“ sind, so bedeutet „kulturelles Kapital“ nicht nur den Besitz von Bildungspatenten, sondern die in einem spezifischen Herkunftsmilieu (im Schoße der Familie) erworbene, ja einverleibte Kompetenz zur Ausbildung eines kulturellen Geschmacks respektive kultivierten Lebensstils, welcher „zu einem festen Bestandteil der Person, zum Habitus“ werden kann (Bourdieu 1983, 187; vgl. Müller 1988, 165 ff.). Insofern zeigt dies auch einen Wandel in der Bedeutung von Bildung an: „Während Bildung früher vor allem für Lebenschancen stand, deutet sie heute eher auf einen Lebensstil.“ (Meulemann 1987, 273)

Das Herkunftsmilieu alteingesessener Familien vermittelt nicht nur Gewohnheiten, Fähigkeiten und Einstellungen, die für die beruflichen Tätigkeiten von Selbständigen und Freiberuflichen unmittelbar nützlich sind: es „vererbt“ auch solche Techniken und Verhaltensweisen, die gerade diesen Berufen indirekt zugute kommen. Angesprochen ist vor allem die Fähigkeit zur Handhabung eines standardisierten Ausdrucksrepertoires, welches eine perfekte Selbstdarstellung gelingen läßt. Da sich perfekte Selbstdarstellung nur in direkter Interaktion verwirklichen läßt, läßt sie sich in Berufen mit kommunikativer Kompetenz, die face-to-face-Beziehungen (Beratungssituationen) institutionalisiert haben, voll zur Geltung bringen: über die Tendenz der Darsteller, den Eindruck zu erwecken, als habe man die gegenwärtige Sicherheit und Fähigkeiten schon immer besessen (Goffman 1969, 45), wodurch nicht nur eine Aura der Kompetenz verbreitet wird, sondern auch der Eindruck herbeigeführt werden soll, die Berufswahl sei ausschließlich auf persönliche Befähigung und Begabung zurückzuführen, stelle also eine der konkreten Person zurechenbare Leistung dar. Außerdem lassen sich ganz nebenbei auf subtile Weise die „kleinen Erkennungszeichen“ (Bourdieu) des Herkunftsmilieus signalisieren.

Körperbild

Erscheinungsweise, Kleidung, Geschmack wie Körpergebrauch: Sicheres Auftreten, Manieren, Sprache bringen augenfällig die soziale Stellung eines Individuums zum Ausdruck und suggerieren zugleich das Vorliegen höchst individueller Eigenschaften. Dieser Umstand, daß von „sichtbaren“ „Charaktereigenschaften“ auf die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe geschlossen werden kann, lädt dazu ein, über ein perfekt dargebotenes Körperbild und einen gut einstudierten Körpergebrauch die von allen vermutete soziale Stellung vorzutäuschen:

Der rätselhafte ‚Dr. Adam‘, der vergangenen Sommer in Zürich die Schauspielerin K. aus dem Schulden-Schlamassel holen wollte und dann (unter Zurücklassung beträchtlicher ungedeckter Spesen) spurlos verschwand, ist entlarvt. Es ist ein berüchtigter deutscher Hochstapler, der damals gerade auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen worden war. Inzwischen hat er bereits wieder einen hablichen Bürger von Augsburg um 120.000 Mark erleichtert. Merkwürdig, daß diese ... Geschichte in der ‚Bild-Zeitung‘ nicht erscheinen durfte. Weniger merkwürdig freilich, wenn man weiß, wer der Kunstmann-Anwalt gewesen ist, der ... mit ‚Dr.Adam‘ verhandelt und ... Verträge abgeschlossen hat: Dr. Bernhard Servatius, frisch erkorener Vorstandvorsitzender beim Axel-Springer-Verlag ...

(Kol. v. 10.1.)

Felix Krull ist gewiß keine bloß literarische Erscheinung. Er verkörpert die Chancen, die gegeben sind, wenn Glaubwürdigkeit und Kompetenz über eine gekonnt gehandhabte „persönliche Fassade“ (wie Kleidung, Haltung, Gestik, Sprechweise) vermittelt werden. Da er diese Chancen auf Kosten derjenigen erzielt, die seiner glaubhaft vorgetragenen Darstellung aufsitzen, verkörpert er ein spezifisches Berufsrisiko der Selbständigen und freiberuflich Tätigen — im Hochstapler „nur“ den Gentleman zu sehen, wie dieser unterwegs zum bürgerlich reputierlichen Erfolg.

4. Sichtbarer Aufwand für die Reputation.

Demonstrativer Konsum als diskreter sozialer Mechanismus zur Schließung nach außen.

Statussucher bevorzugen Unterscheidungsmerkmale mit hohem Symbolwert. Wegen ihres hohen Symbolwerts „erfüllen neben Sprache und Bildung vor allem Kleidung und Schmuck (...) die Funktion von Trennung und Verbindung am perfektesten“ (Bourdieu 1974, 63). Wenn, wie bei der Geburtstagsparty, zu der Sandra Paretti „mittags um zwölf in ihre Villa eingeladen hatte“ (Kol. v. 7.2.), die Gäste dem Urteil der Gesellschaftsreporterin zufolge „totally overdressed“ waren, so will diese einfache und wenig aufwendige Technik der zeremoniellen Überbetonung (Sahlins): der Smoking und das Abendkleid werden schon zur Mittagsstunde getragen, Extravaganz respektive Exklusivität und damit Distinktion anzeigen. Daß gerade im Bereich der Mode immer „neuere“ Distinktionstechniken nachgefragt sind, ist vor allem auf modespezifische, eigendynamische Wechselwirkungsprozese zurückzuführen, deren ungewöhnliche Struktur Simmel mit der Metapher des Kreises, die ja die prinzipielle Unendlichkeit solcher Wechselwirkungsprozesse anzeigt, zu erfassen sucht (Nedelmann 1986). Wo immer Mode im Spiel ist, geht es um individuelle Differenzierung und Nachahmung zugleich, innerhalb von Schichten wie zwischen einzelnen Schichten. Doch gerade der für Modeerscheinungen typische Nachahmungseffekt, der sich auch teurer Imitationen bedienen kann, vermag nicht immer die gewollte Auslesefunktion zu übernehmen. D.h., der Zugang zu bestimmten Kreisen ist insofern käuflich, als Kleidungssymbole bestimmter Lebensstile erwerbbar sind; doch verrät die zu aufwendige Nachahmung offenbar immer wieder den Neureichen:

Es war ein richtiges Kraut- und Rübenfest. Nobodys ohne Rang und Namen, die aber aufgemacht sind, als wären sie weiß Gott wer, waren ebenso vertreten wie brotlose Künstler (= unbekannte Künstler, H.T.) ... Andererseits sah man auch das Establishment. Modestars ... waren da ... Künstler ... mischten sich bunt mit Society-Damen ..., die sich in ihren Designer-Kleidern von der Masse abhoben, Millionären ... und der Crème der Mode-Kaufleute.

(Kol. v. 9.5.)

Es ist eine alte Einsicht, daß „Pannen“ respektive Abweichungen über die Funktionsweise „normaler“ Abläufe oder sozialer Mechanismen am ehesten informieren. So auch bei diesem Beispiel, dem entnommen werden kann, daß Partys und andere vergleichbare gesellschaftliche Arrangements die Funktion haben, auf diskrete Art Individuen nach solchen Gesichtspunkten auszuwählen, welche Homogenität schaffen und erhalten. Sie sind also darauf angelegt, die Grenzen zu anderen sozialen Gruppierungen immer wieder aufs neue zu vermessen, d.h. über Abgrenzung Zugehörigkeit zu vermitteln. Doch wie der im Zitat mitschwingende Unterton an Entrüstung verrät, der nur jenen modische Eleganz zugestehen will, die das auch verdienen, sich verdient haben, erfüllen Partys und andere gesellschaftliche Ereignisse darüber hinaus die Funktion, daß die durch sie Ausgelesenen sich soziale Anerkennung wechselseitig immer wieder aufs neue bestätigen.

Doch wie der Vergleich von zwei herausgegriffenen Geburtstagspartys prominenter Persönlichkeiten zeigt, gibt es trotz schichtspezifischer Vorgaben, welche Gemeinsamkeiten begründen helfen, durchaus bezeichnende „feine Unterschiede“ (Kol. v. 6.6. und v. 12.9.). Diese feinen Unterschiede beziehen sich auf das feststellbare Gefälle im „Raffinement“ der dargebotenen kulturellen Praktiken. Die erste Geburtstagsfeier zu Ehren des Bauunternehmers W. H. Spross, „Sohn eines kleinen Gärtners“, hält sich hinsichtlich der zeremoniellen Praktiken eher im konventionellen Rahmen. Es gibt eine Festansprache (die allerdings von einem Bundesrat gehalten wird), eine laudatio (vom Generaldirektionspräsidenten der Schweizerischen Bankgesellschaft) und eine Geburtstagsillustrierte, „eine Spross-Biographie in Magazinform“. Der Jubilar spendet für wohltätige Zwecke und er bittet um Spenden. Für die Dauer der Feier wird das öffentliche Grandhotel Dolder zu einem privaten Ort, an dem sich — und dies ist die exklusive Seite an der Veranstaltung — eine geschlossene Gesellschaft auserlesener und damit erlesener Namens- und Funktionsträger der Schweizer Gesellschaft versammelt:

Die Gästeliste, gespickt mit den wichtigsten Köpfen aus Politik, Armee, Wirtschaft, Finanz und Sport, brach Rekorde, und Spross selbst stellte nicht ohne Genugtuung fest, daß sein Geburtstagsfest ‚von der Besetzung her der Anlaß des Jahrzehnts ist‘.

Zeichnet sich diese Geburtstagsparty durch eine eher nüchtern-funktionsbetonte Einstellung gegenüber Vergnügungen aus und stellt Exklusivität beinahe ausschließlich über die Auswahl der Gäste und die Wahl der Lokalität her, so bevorzugt die andere Geburtstagsfeier, zu der der Rohbaumwoll-Händler Oliver Stahel 300 Gäste zu sich nach Hause eingeladen hatte, Stilelemente, die einen zweckfreien Luxus signalisieren und den Akzent von der Substanz auf die Form verschieben (Bourdieu 1984, 315 ff). Bereits die Wahl der Privat-Villa als Ort der Veranstaltung („mehr Bauernhaus mit buntgemischten Haustieren und einer beachtlichen Kunstsammlung als Protz-Villa“) eröffnet die Chance, einen exklusiven Lebensstil vorzuführen, so daß Exklusivität nicht mehr über eine erlesene Gästeliste vermittelt werden muß (bezeichnenderweise fällt daher die übliche Namensparade in der Klatschkolumne recht kurz aus). An die Stelle einer laudatio tritt die von der Mutter des Jubilars in zweijähriger Arbeit verfaßte Familienchronik und die Geburtstagsillustrierte als „Biographie in Magazinform“ wird abgelöst von einer künstlerisch-ästhetisch anspruchsvollen Präsentation von „Lebensbildern“:

Im Laufe des Abends traten 107 Artisten und Musiker aus zehn verschiedenen Ländern auf, Künstler-Agent Joe Bürli ... hatte eine Revue zusammengestellt, die sich auf das Leben Oliver Stahels bezog. Ein bunter Bilderbogen, vom Pantomimen, der aus dem Ei schlüpfte, bis zu einer Akrobatengruppe aus Kenia, die in den farbigen Kleidern der Baumwollpflücker turnte.

Es überrascht demnach auch nicht, daß die mit dem Essensvorgang gegebenen Chancen zur Ästhetisierung (Qualität gegen Quantität, Form gegen Substanz) voll genutzt werden:

Bestaunt wurde vor allem die Suppe (drei verschiedene Sorten), die man aus Eierschalen löffelte, welche dort, wo man das Ei geköpft hatte, mit Blätterteig überbacken waren. Das Raffinement kannte keine Grenzen!

Generell verblassen jedoch in den präsentierten Klatschkolumnen diese „feinen Unterschiede“. Vielmehr hat man den Eindruck, daß „demonstrativer Konsum“ (Veblen) vorherrscht, der kulturelle Interessen nach ihrem Prestigewert wahrnimmt. Ostentatives Dabeisein ist alles, das vorhandene ökonomische Kapital macht’s möglich. Doch darf aus dem Vorhandensein von Geld nicht unbedingt auch auf das Vorhandensein von Bildung geschlossen werden, obwohl Geld in der Regel Bildung erst ermöglicht. Dies zeigen Beobachtungen, welche die Gesellschaftsreporterin bei solchen kulturellen Darbietungen gemacht hat, welche „kulturelle Legitimität“ (Bourdieu et al. 1983, 106) beanspruchen, also etabliert sind und deshalb wenigstens ein Minimum an zeremoniellem Wissen voraussetzen. Hieran scheint es generell zu fehlen. Zunächst zwei Beispiele, die das bei anspruchsvollen Modevorführungen anwesende Publikum betreffen, dem exklusive Spitzenmodelle gezeigt wurden:

Im Publikum verbreitete sich während der Ballettaufführung (‚ein choreographisches Meisterwerk‘) allerdings eher Langeweile und Ratlosigkeit ..., denn viele Anwesende, die nirgends als in der hohlen Modewelt leben, waren bei dieser Konfrontation mit der Kunst ehrlich verunsichert ... Auch wenn manche mit der Ballettaufführung ihre liebe Mühe hatten: Die Kunst stahl an diesem Abend der Mode die Schau.

(Kol.v.21.3.)

Der Besitzer der Boutique ‚au Grenier‘ ließ die Mode zu klassischer Musik vorführen ... In der Tonhalle dirigierte die Waadtländerin Marie-Jeanne Dufour ... leichte Kost der klassischen Musik (von Rossinis Ouvertüre zur ‚Italienerin in Algier‘ bis zum Kaiserwalzer von Johann Strauß), während 30 Mannequins für einen Augenschmaus auf dem Laufsteg sorgten ... Man merkte, daß das (au Grenier-) Publikum sonst selten in der Tonhalle sitzt: Daß ständig der Mode laut applaudiert wurde, während das Orchester fröhlich fiedelte, war eine penetrante Unerzogenheit gegen die Musiker.

(Kol. v. 12.9.)

Ähnliche Beobachtungen gelten den Angehörigen der Zünfte Zürichs; wer ihnen zugehört — es sind nur Männer zugelassen — verfügt über beträchtliches Sozialkapital und repräsentiert etabliertes Bürgertum:

Auch die Zünfter hatten kein Glück, als sie unlängst im Opernhaus in einer geschlossenen Vorstellung den Sechseläuten-Aufzug in den ‚Meistersingern von Nürnberg‘ erlebten ... Als Hausherr Claus H. Drese vor den Vorhang trat, ... erwähnte er allerdings mit keinem Wort das Wichtigste: Nämlich, daß Peter Hofmann, im Programmheft als Stolzing angekündigt, auch an diesem Abend nicht sang. Entsprechend war die Enttäuschung, als plötzlich Spas Wenkoff auf der Bühne stand, ... der aber der Rolle des Stolzing ganz und gar nicht gewachsen war. Manche verunsicherten Zünfter, die sich in der Oper nicht so genau auskennen, murmelten dann, ob das jetzt wohl der Hofmann sei, aber der, den sie im Fernsehen gesehen hatten (sie meinten Ersatzmann René Kollo) sei es ja wohl auch nicht.

(Kol. v. 3.1.)

Auch die eher homogene Gruppe der Züricher Hochfinanz, unter der alteingesessene Familien durchaus vertreten sind, scheint mit solchen kulturellen Geschmacksrichtungen, deren Pflege Kennerschaft und damit kulturelles Kapital voraussetzt, nicht unbedingt vertraut zu sein. Unter der Überschrift „Schwierige Musik für die Hochfinanz und ein Tisch für 38.000 Franken“ kann man in der Kolumne vom 20.6. lesen:

Als die New Yorker Philharmoniker letzten Sonntag unter der Stabsführung ihres Hausdirigenten Zubin Mehta in der Tonhalle spielten (Ravel, Dvorak, Prokofieff, Druckman), saß die ganze Zürcher Hochfinanz im Parkett und brachte, obwohl von Druckman und Prokofieff zum Teil musikalisch überfordert, den Musikern einen triumphalen Empfang.

Auf diese Weise reduziert sich für die in den Klatschkolumnen aufgeführten „besseren Kreise“ der anspruchsvolle zeremonielle Kunstgenuß weitgehend auf ein pures Konsumverhalten, dessen Funktion in erster Linie darin zu bestehen scheint, einem ausgewählten Publikum immer wieder aufs neue eine Gelegenheit zu bieten, sichtbar und ohne großen Unterweisungsaufwand seine Zugehörigkeit zu eben diesen „besseren Kreisen“ zu demonstrieren. Wie man teure Kleidung kauft, so konsumiert man auch kostspielige Kulturveranstaltungen oder kauft wertvolle Kunstgegenstände, die alle das eine gemeinsam haben, daß ihnen ihr Wert anzusehen ist. Diese geradlinige Zurschaustellung von sozialem Prestige und beruflichem Erfolg scheint jedenfalls für Zürich, die Stadt Zwinglis, gerade jenen utilitaristischen Rahmen als soziale Gegebenheit vorauszusetzen, dessen Preisgabe A. Honneth (1984, 160 ff.) Bourdieus Theorie moralisch-kultureller Auseinandersetzungen abverlangt. In Zürich scheinen die den Gesellschaftskolumnen entstiegenen „feinen Leute“ auf „feine Unterschiede“ keinen allzu großen Wert zu legen, eher auf „grobe Unterschiede“, die sich sichtbar und auf direkte Weise in Geld ausdrücken lassen.

5. Unsichtbare Arbeit für den Beruf.

Zur existenziellen Bedeutung von Sozialkapital.

Wer Geld hat, hat auch Beziehungen und mit diesen Sozialkapital. Das Sozialkapital „ist die Gesamtheit der aktuellen und potentiellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von mehr oder weniger institutionalisierten Beziehungen gegenseitigen Kennens und Anerkennens verbunden sind; oder, anders ausgedrückt, es handelt sich dabei um Ressourcen, die auf der Zugehörigkeit zu einer Gruppe beruhen“ (Bourdieu 1983, 190 f). Die Gruppe — in unserem Fall der Selbständigen und freiberuflich Tätigen — reguliert über diverse soziale Mechanismen mehr oder weniger diskret diese Frage der Zugehörigkeit, weil an sie die existenzentscheidende Frage der „Kreditwürdigkeit“ gekoppelt ist. Der eher lockere Zusammenschluß der Selbständigen und freiberuflich Tätigen, wie er sich stets aufs neue bei den zahlreichen gesellschaftlichen Anlässen, über die die Klatschkolumnen regelmäßig berichten, reproduziert, ist in funktionaler Hinsicht vergleichbar mit dem (ebenfalls vom Prinzip her freiwilligen) Zusammenschluß „ausgelesener“ Persönlichkeiten mit ähnlichem inneren Habitus, wie er von der puritanischen Sekte repräsentiert wird. „Die Zugehörigkeit zu einer nach amerikanischen Vorstellungen ‚reputierlichen‘ Kirchengemeinschaft“, befindet Max Weber (1964, 384; vgl. auch Loader/Alexander 1985, 3), „garantiert die Reputierlichkeit des Individuums, die gesellschaftliche nicht nur, sondern auch und vor allem die geschäftliche“. Im Gegensatz zur Sekte, die infolge des erreichten Institutionalisierungsniveaus dem exklusiven Club das Vorbild abgab, ist das soziale Gefüge, welches Selbständige und freiberuflich Tätige bilden, das „Produkt einer fortlaufenden Institutionalisierungsarbeit“ (Bourdieu 1983, 192), welche das Netz einigermaßen dauerhafter Beziehungen, die den Zugang zu materiellen wie symbolischen Profiten gewährleisten, am Leben erhält. Da der Umfang an Sozialkapital vom Umfang des mobilisierbaren Netzes von Beziehungen [8] abhängig ist, ist Institutionalisierungsarbeit gleichbedeutend mit fortwährender „Beziehungsarbeit“ in der Form „ständiger Austauschakte“, „durch die sich die gegenseitige Anerkennung immer wieder neu bestätigt“ (Bourdieu 1983, 193) — als erneute Zusicherung der Kreditwürdigkeit, deren allzu „großzügige“ Vergabe auf die Gruppe als Ganzes zurückfällt. So gesehen finden die Selbständigen und freiberuflich Tätigen der Züricher Szene „in den schicken Sportarten und Spielen, auf Empfängen, Cocktailpartys und anderen gesellschaftlichen Treffpunkten mehr als nur die damit verbundenen Vergnügungs- und Bildungswerte: nämlich den idealen Umgang, der es ihnen ermöglicht, Beziehungen zu schaffen und zu unterhalten und damit das Kapital an Ansehen zu mehren, das für die Ausübung ihres Berufes unerläßlich ist“ (Bourdieu 1984, 448).

Da die Klatschkolumnen beinahe ausschließlich mit Berichten über gesellschaftliche Treffs (wie Empfänge, Premieren, Jubiläen, Versteigerungen, Partys etc.) ihre Spalten füllen, verraten sie eine ganze Menge über die normalerweise unsichtbare kontinuierliche „Beziehungsarbeit“; zugleich informieren sie ganz nebenbei darüber, wer derzeit ein Konto eröffnet oder über ein solches (noch) verfügt, von dem er Sozialkapital abbuchen kann. Mit Hilfe von Beispielen, die sich von der ad hoc betriebenen Institutionalisierungsarbeit dadurch zunehmend entfernen, daß eindeutig definierte Zugehörigkeitsregeln in Anspruch genommen werden (im Sinne der Stabilisierung dauerhafter Beziehungen durch Clubmitgliedschaft und/oder Heirat), lassen sich typische soziale Gelegenheiten zur Pflege von Sozialkapital beschreiben und analysieren.

‚Office Warming Cocktail‘ bei Hargitay & Partners in Zollikon. Von den Penthouse-Büros auf dem Sonnenberg ist der Unternehmensberater Peter Hargitay mit seiner Firma in eine 16-Zimmer-Villa an die Zollikerstraße umgezogen ... ‚Kronenhalle‘-Barchef Peter Roth überwachte das ‚Nouvelle‘-Party-Team, welches Sushi und andere japanische Köstlichkeiten vom japanischen Restaurant ‚Sala of Tokyo‘ (gilt als bestes fernöstliches Spezialitätenrestaurant in Zürich) zu kistenweise Taittinger’s 76-er Comtes de Champagne servierte. Die Stimmung in dem mit viel moderner Kunst — neuester Erwerb sind ein zwei auf drei Meter großes Gemälde des italienischen Malers und Bildhauers Raffael Doria sowie Bilder des New Yorker Senkrechtstarters James Rizzi — und antiken englischen Möbeln eingerichteten Gebäude war gelöst und fröhlich. SKA-Direktor Walter Bächinger war ebenso erschienen wie der Schönheitschirurg und Hargitay-Freund Gerard Hubatka, Spencer-Stuart-Vice-President Roger Rytz, TASA-Headhunter Anthony van Hoboken und der Informationschef des Gottlieb-Duttweiler-Instituts, Max Gurtner. Man sah auch den Zürcher Staranwalt André Aloys Wicki (Henrici, Reber und Wicki), Hargitay-Anwalt Mark Bruppacher sowie Hargitay-Klient Marc Rich mit seiner Frau.

(Kol. v. 26.9.; Originalzitat, d.h. Übernahme der grammatikalischen Fehler.)

Diese Party ist zunächst eine Werbeveranstaltung für diverse Party-Dienste. Konzipiert ist sie als eine Veranstaltung vom Typ: „Tag der offenen Tür“. Die unerläßlichen Requisiten und Kulissen des gesellschaftlichen und beruflichen Ansehens: Möbel, Dekorationselemente, die ganze räumliche Anordnung werden dem anwesenden Publikum vorgeführt. Die Kombination von moderner Kunst und antiken englischen Möbeln stellt geschickt ab auf verbreitete Geschmacksrichtungen unter den potentiellen Klienten. Der ganze Repräsentationsaufwand an Innenarchitektur, Möbeln und Kunstgegenständen wie der demonstrative Aufwand an erlesenen (exotischen) Speisen und Getränken wollen direkt die Botschaft vermitteln: diese Räume hat der (berufliche) Erfolg gepachtet und insofern sind Geld und soziale Beziehungen hier zu Hause. Indem der Unternehmensberater seinen angesehenen Hausanwalt wie reputierliche Klienten zu seinen Gästen macht, verquickt er geschickt gesellschaftliche mit beruflicher Reputierlichkeit. Infolge ihres akzeptierten gesellschaftlichen und beruflichen Ansehens „bürgen“ diese Gäste für die Seriosität des vom Gastgeber geleiteten Unternehmens und werben nicht nur unter den Anwesenden für neue Kunden. Die Party ist einer jener Konvertierungsmechanismen, welche eine zufällige Bekanntschaft in eine auserwählte Freundschaft verwandeln helfen, d.h. in eine dauerhaft angelegte nicht-kontraktuelle Sozialbeziehung, die dennoch verläßlich ist. Der Freund im „Geschäftsfreund“ macht Geschäfte möglich.

Zwei weitere Beispiele.

‚Baur au Lac‘-Besitzer Charles Kracht „hatte die Club-Idee in England aufgeschnappt und versuchte, einen Club nach englischem Muster zu schaffen. In englischen Clubs ist es verboten, Geschäfte zu machen oder über Geschäfte zu reden; dort widmet man sich im Club dem Zeitungslesen, dem Essen und der Erholung. Das wäre in Zürich undurchführbar: Geschäftemachen und über Geschäfte reden ist höchster Sinn und Zweck der ‚Baur au Lac‘-Club-Mitgliedschaft. Auch mit seinem kulturellen Sendungsbewußtsein sei (er), so erzählte (Charles Kracht), baden gegangen. Als er einmal im Club einen kulturellen Abend veranstaltete, seien höchstens zehn Leute gekommen. Und auch seine Vorstellung, daß Volkstümliches vielleicht zugkräftiger wäre, erwies sich als Irrtum ...

Im Vorstand des von Charles Kracht präsidierten Komitees sind: Rechtsanwalt Peter Alther, Bankier Hans Vontobel, Unternehmensberater Egon Zehnder (alle seit 1970), Rechtsanwalt Franz Reichenbach, Medizinprofessor Franz Rhomberg, Rechtsanwalt Rudolf Heiz und Ex-,Baur au Lac‘-Direktor Michel Rey.

(Kol.v. 15.5.)

Alles, was sich zum gehobenen Zürcher Jet-Set zählt, marschierte Samstagabend im ‚Baur au Lac‘-Club an. Es galt, einen runden Geburtstag von Mia Brunner-Schwer zu feiern, der zweimal glücklich geschiedenen Junggesellin, Finanzberaterin und Bezirksschulpflegerin ...

Unter den Gästen: Schriftstellerin Sandra Paretti mit Lebensgefährte (!, H.T.) Hannes Looser (Werbeberater, H.T.), Diogenes-Verleger Daniel Keel mit Anna, Bankier Nicolas J. Bär mit Ehefrau Vreni, Energie-Zar Michael Kohn, die Rechtsanwälte Jörg Rappold mit Minouche und Peter Hafter mit Rosmarie, Bauunternehmer Böbi Baur, Unternehmensberater Egon Zehnder, Immobilienmakler Ruedel Steigrad, Architekt Peter Haussmann mit Frau Barbara, Schönheitschirurgin Trudy Vogt, Psychiater Hannes Maurer mit Ruth, GC-Arzt Tommy Preiss mit Silvia. Die Laudato sprach ETH-Professor Kaspar Winterhalter ...

(Kol. v. 13.6.)

Der Club ist der diskreteste und zugleich sicherste soziale Mechanismus zur Herstellung und Aufrechterhaltung gruppenspezifischer Homogenität. Wenn schon ein auf den ersten Blick „rein“ gesellschaftlicher Anlaß, wie eine Geburtstagsfeier, infolge ihres Charakters als geschlossene Gesellschaft, eine „Geselligkeitstechnik zur sozialen Abgrenzung“ (Bourdieu) darstellt, gilt dies umso mehr für jene clubartigen Zusammenschlüsse, welche diskret um spezifische, extravagante Aktivitäten (Golf, Reiten etc.) organisiert sind und die Aufnahme von Mitgliedern formal geregelt haben. Homogenität schafft Solidarität und diese erleichtert die Konzentration von Sozialkapital in den mehr oder weniger exklusiven Clubs (Bourdieu 1983, 192). Diese Funktion wird von allen, auch von englischen Clubs wahrgenommen, und auch der ‚Baur au Lac‘-Club ist ganz auf diese Funktion zugeschnitten, was u.a. ablesbar ist an der Liste der präsentierten Vorstandsmitglieder: sie ist eine Art Gotha reputierlicher Zürcher Freiberufler und Selbständiger. Daß dieser Club das dort angehäufte soziale Kapital direkt in Geschäftsbeziehungen umsetzt, also materielle Profite auf der Basis von Mitgliedschaft erzielt werden, spricht erneut für ein in Zürich verbreitetes utilitaristisches Milieu, welches zwischen Geschäftemachen und kulturellen Praktiken trennt und ihnen auch verschiedene soziale Orte zu ihrer Ausübung zuweist. Doch auch in diesem Milieu ist kulturelles Kapital präsent, in der Form von Bildungskapital, operationalisiert über die zeitweilige Zugehörigkeit zu allgemein anerkannten Eliteuniversitäten bzw. über dort erworbene Bildungspatente. Hierzu ein weiteres Beispiel:

Kurt Waldheim, ehem. Generalsekretär der Vereinten Nationen, sprach am Freitagnachmittag im Haus zum Rüden vor den Mitgliedern des Harvard-Club of Switzerland, der Vereinigung ehemaliger Studenten der Harvard-Universität in der Schweiz. Im Auditorium: Harvard-Club-VR-Präsident Egon P. S. Zehnder, Bankier Nicolas J. Bär, Regierungspräsident Hans Künzi, Botschafter Franz Muheim, Staatssekretär Cornelio Soemmaruga, Staatsrechtler Prof. Dietrich Schindler, Nationalrat Sigi Widmer, Rechtsanwalt Thomas Bär, US-Konsul Alfred P. Brainard, Rentenanstalt-Präsident Walter Diener, Brown-Boveri-Direktor Thomas Gasser ...

... Harvard-Club-Präsident Mario A. Corti, stellvertr. Generaldirektor der Nationalbank, leitete das Gespräch ...

(Kol. v. 27.6.)

Auch diese Form des Clubs dient der Konzentration von Sozialkapital, welches über zu Amt und Ansehen gekommene ehemalige Kommilitonen angehäuft wird, die über Mehrfach- oder Doppelmitgliedschaften oder Verwaltungsratsposten an andere Netzwerke angeschlossen sind. Auf diese Weise läßt sich auch kulturelles Kapital in Sozialkapital umwandeln, zahlen sich also Bildungsinvestitionen aus. Der Bildungstitel, vor allem wenn er an ausländischen Eliteuniversitäten erworben wurde, garantiert über schichtspezifische Selektionskriterien nicht nur ein bestimmtes Ausmaß an homogenen Einstellungen und Verhaltensweisen (Windolf 1986, 241 f.; 252 ff.), er sichert seinen Trägern eine Kompetenzvermutung zu (Müller 1988, 177; 186, Fn. 36), die einen Ewigkeitswert besitzt, daran u.a. ablesbar, daß die Gesellschaftsreporterin die Mitglieder des Harvard-Clubs auch als „IQ-Elite“ bezeichnet.

Gleich kulturellem Kapital läßt sich auch soziales Kapital vererben. Trägern eines berühmten Familiennamens sind nicht nur Tür und Tor geöffnet, sie selbst sind ebenfalls stark nachgefragt, weil sie über hohes Sozialkapital verfügen: ohne besonderen Aufwand verwandeln sich ihnen „Gelegenheitsbekanntschaften in dauernde Beziehungen“ (Bourdieu 1983, 193), so daß sich von Sozialkapital ganz gut leben läßt:

Martin Richard Escher, [9] einer jener jungen Männer, die von Berufung zu Berufung springen, und bei denen man nie weiß, wo das Genie aufhört und die verkrachte Existenz beginnt, stellt jetzt Kunst aus. Der wohlerzogene Sohn einer Zürcher Patrizierfamilie, dessen Mutter die Schauspielerin Mary Martlew-Escher ist, ist freier Journalist (repräsentiert das Wiener Society-Magazin ‚Von‘ in der Schweiz) mit gelegentlichen Seitensprüngen zu Film (Assistent bei ‚Richard Wagner‘) und Theater (Assistent bei ‚Warten auf Godot‘ im Wiener Moulin Rouge) — und jetzt auch zur Kunst. Escher lud in sein neues Domizil ...

Da Escher eine eingestandene Schwäche für Blaublütige und beste Beziehungen zum Adel hat, wimmelte es an seinem Cocktail von ‚vons‘.

(Kol. v. 2.5.)

Es handelt sich um ein Lehrstück, wie das von der traditionsreichen Familie direkt weitergegebene kulturelle und soziale Kapital in hierfür geeigneten beruflichen Tätigkeiten maximal verwertet wird, wobei kulturelles Kapital hier nicht unbedingt für erworbene Bildungspatente steht, sondern für gutes Benehmen, sicheres Auftreten und Geschmack, im Schoße der Familie anerzogene Fähigkeiten im Sinne von Individualitätsmustern, die schichtspezifisch standardisierte Verhaltensweisen darstellen, welche „auf etwas ganz Individuelles hinzudeuten scheinen“ (Popitz 1967, 15), so daß, wenn auch ein kritischer Unterton herauszuhören ist, dennoch von „Berufung“ die Rede ist. Daß die Beherrschung der Regeln und Techniken des gesellschaftlich-geselligen Umgangs heute den Reichtum des Adels ausmacht, prädestiniert ihn für die Übernahme der ihm vom Gastgeber zugewiesenen Rolle wie für Repräsentationsberufe.

Eine nicht unübliche Strategie unter Freiberuflern und Selbständigen, soziale Beziehungen zu stabilisieren, stellt die

Heirat

dar. Zwei Beispiele mögen genügen:

Cesar Schürch, 43, Finanzfachmann, Zünfter und auch sonst mit glänzenden Beziehungen zur guten Gesellschaft gesegnet, führt Vicky Ionesco, 26, Tochter des Industriellen Bobby Ionesco und Mitarbeiterin von Innendekorateur Jan Willem van Lynden, vor den Traualtar. Geheiratet wird in der Kirche von Kilchberg, dann gibt es einen großen Empfang (Abeggs, Bodmers, Fürstenbergs und anderer Adel werden da sein) im ‚Baur-au-Lac‘-Club ... Das Hochzeitskleid für eine fünfstellige Frankensumme wird zurzeit im Haute-Couture-Haus ‚Maison Bouchette‘ genäht ...

(Kol. v. 4.7.)

Martin Stehli, 38, Rechtsanwalt und seit Anfang des Jahres selbständig (Kauf und Verkauf von Unternehmungen), lernte letzten November auf einem Fest ... eine hinreißend aussehende Berner Notarin kennen. Letzte Woche wurde Helen Vogt, 32, Tochter des bekannten Nierenspezialisten Dr. Hans Vogt, seine Frau ... Da der Bräutigam großer Opernliebhaber ist, war Erich Wild, Chorleiter des Opernhauses, engagiert und spielte auf der Orgel Variationen von Opernmelodien ... Es war wunderschön, und der Eindruck perfekter Ästhetik wurde noch abgerundet, als man sich (anschließend) auf dem Familiensitz des Bräutigams in Obfelden (M. Stehli stammt aus der berühmten Seidendynastie) zum Hochzeitsmahl und Fest versammelte.

Bei strahlendem Wetter, in dem großen Park mit über hundert Jahren alten Bäumen empfingen die Stehlis, der Bräutigam im Cut, die Braut ganz in langem Weiß ... den illustren Kreis ihrer 90 Gäste ... (Darunter:) Psychiater Gion Condrau mit Irmgard; Energiezar und Partyfex Michael Kohn, die ‚Gotthard‘-Gastronomen Caspar und Ljuba Manz, Prinz Fritzi Schwarzenberg mit Regula, Peter Sulzer (Generaldirektor Sulzer Winterthur), Verleger-Witwe Charlotte von Schumacher, Golfclub-Zumikon-Präsident Max Froelicher, Bauunternehmer Böbi Baur, Christophe und Corinne Gautier (Siber Hegner), Architekt Johann Carl Wehrli mit Marika, ..., Alfred Schwarzenbach (Seide) ...

(Kol. v. 4.7.)

Die entscheidende Heiratsregel lautet: Gleich und gleich gesellt sich gern. Selbst da, wo Heirat sich dem Zugriff der Familie weitgehend entzieht, setzen sich dennoch schichtspezifische Auswahlkriterien durch, welche durch die Freiwilligkeit der Entscheidung und die weit verbreitete Auffassung von Liebe verdeckt werden. Feste wie andere gesellschaftliche Ereignisse „ermöglichen (auf scheinbar zufällige Weise) das Zusammentreffen von Individuen, die im Hinblick“ auf innerhalb einer sozialen Gruppierung geltende Merkmale „so homogen wie möglich sind“ (Bourdieu 1983, 193). Allerdings ist ein gewisses Einstandskapital erforderlich; auch hier gilt der Matthäus-Effekt: nur wer hat, dem wird gegeben. Gerade bei der Vermehrung von Sozialkapital zeigt sich dieser Effekt überdeutlich: der zugeschriebene (da sozial vererbte) Status eines Zunftmitglieds wie bestehende Zugangsmöglichkeiten zu Clubs (Baur-au-Lac, Golfclub Zumikon), die der Akkumulation von Sozialkapital dienen, erhöhen beträchtlich die Chance, Zufallsbekanntschaften in dauerhafte Beziehungen und diese in Geschäftsbeziehungen zu verwandeln. Überhaupt führen die wenigen Angaben der Gesellschaftsreporterin anschaulich vor, wie durch Heirat eine Bündelung der vorhandenen Ressourcen an ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital herbeigeführt wird, die neue materielle und symbolische Profitchancen eröffnet. Dies gilt in besonderem Maße für die Absicherung respektive Erweiterung bereits bestehender Netzwerke an sozialen Beziehungen, die sich gesellschaftlich wie beruflich auszahlen können.

Wie verzweigt — u.a. durch Doppel-und Mehrfachmitgliedschaften — diese Netzwerke sind und wie unsichtbar sich die existenzsichernde Beziehungsarbeit vollzieht, vermag das letzte Beispiel zu demonstrieren:

Modekaufmann Gerard Meyer (‚Saint-Phil‘-Boutiquen) lud zur nächtlichen Bodensee-Rundfahrt mit dem Orient-Express und nannte als Grund nichts weiter als ‚die Freude am Leben‘. Eine illustre Gruppe von 160 Leuten (‚alles Freunde‘) traf sich Samstagabend am Bahnhof Zollikon ... Durch die verschneite Landschaft fuhr man, mit kurzem Zwischenhalt auf dem Zürcher Hauptbahnhof, bei Kerzenlicht Richtung ... St. Gallen. Auffallend schöne Frauen waren da, herausgeputzt und in kostspieliger Toilette; ein Trickkünstler und ein Taschendieb unterhielten die Gesellschaft, während sie das sechsgängige Menü verzehrte ... Unter den Gästen: Finanzunternehmer Wolf Forster mit seiner blonden Frau Uli, ..., Makler Ruedel Steigrad mit seiner Frau Caroline, ..., Jack und Sarah Dimmenstein von der Musikvertrieb AG, Unternehmensberater Paul Esterhazy mit Frau Christa (zählten auch bei Escher zu den Gästen, H.T.), Pelz-Designer André Bisang mit Lisa, Kleiderfabrikant Carlo Goetschel (Algo AG) mit Sylvie, die Unternehmer York Münster mit Marlys, Cesar Schürch mit Vicky, ..., Fotogalerist Kaspar Fleischmann mit Mary Lee, die Rechtsanwälte Dieter Neupert mit Katharina, Robert Buri, Versicherungskaufmann Fritz Lanz mit Ursula, Bankier Ronnie Kimche mit Pat, die Gynäkologen Jörg Brunner mit Lisbeth und Peter Reich mit Pamela, Zahnarzt Francesco Kunz mit Valeria, Innenarchitekt Max Reiser (hat alle ‚Saint-Phil‘-Läden eingerichtet) mit Ruth, Squash-Unternehmer Max Roder (‚Airgate‘) mit Hanni, Textilagentin Angelique Brupbacher, Herrenkonfektionsfabrikant Didier Bollag mit Vera, Innenarchitekt Chris Portenier mit Janine ...

(Kol. v. 28.11.)

Die Beziehungsarbeit versteckt sich hier in einem gepolsterten Arrangement von Geselligkeit und Unterhaltung, das durch den gezeigten Aufwand und die vollzogene Umwertung (Eisenbahn statt Auto) Exklusivität und damit zugleich auch Kreditwürdigkeit demonstriert. Und doch ist gerade dieses soziale Feld der Geselligkeit eine diskrete, aber wirkungsvolle Gelegenheit, die dort gezeigten Fertigkeiten und Fähigkeiten als Demonstrationen professioneller Kompetenz auszugeben. Die aufgeführte Namens- und Berufsparade (mit inzwischen vertrauten Namen) zeigt erneut die enge Symbiose zwischen Freunden und (potentiellen) Geschäftsfreunden. Allerdings weist diese Art der Anhäufung von Sozialkapital ein typisches Risiko auf — die „Freundschaftsfalle“: „Wenn das Schwundrisiko tatsächlich in dem Maße der Verschleierung des Ökonomischen wächst, ist ein Punkt vorstellbar, jenseits dessen es keinen Weg zurück aus der ‚Freundschaft‘ in die Welt ökonomischen Kalküls gibt, weil der kleine Gefallen als Unzumutbarkeit aufgefaßt wird. In diese ‚Freundschaftsfalle‘ gerät, wer den Balanceakt zwischen praktischem Geschäftssinn und intrinsischer Freundschaft nicht zu bewerkstelligen mag“ (Müller 1988, 166).

6. Ein kleines Nachwort, das man auch als Vorwort lesen kann.

Auf den ersten Blick berichten die Klatschkolumnen über unbedeutende Einzelereignisse, die im Jahresablauf aufeinander folgen und untereinander kaum Berührungspunkte aufzuweisen scheinen. Gemeint ist die „ewige Wiederkehr“ von Partys, Premieren und anderen kulturellen Veranstaltungen, die in der Lebens- und Berufswelt der Selbständigen und freiberuflich Tätigen einen festen Platz einnehmen. So fest, daß man durchaus von einem gesellschaftlichen Zwang sprechen kann: Einladungen müssen ausgesprochen und sie müssen auch angenommen werden; und ebenso zwingend scheint es zu sein, daß die Runde immer aufwendiger — demonstrativ aufwendiger — wird.

Diese Beobachtungen lenken das Interesse auf ein Phänomen, das in Anlehnung an Durkheim das „nichtkontraktuelle Moment“ an formalen Geschäftsbeziehungen genannt werden kann. Über die zahlreichen gesellschaftlichen Gelegenheiten reproduziert sich eine soziale Struktur, ein lockerer, netzartig strukturierter Zusammenschluß von Personen, die das eine miteinander verbindet, daß sie als Selbständige und freiberuflich Tätige ihren Lebensunterhalt verdienen. Es gibt keine formal festgelegte Mitgliedsrolle, man ist entweder dabei oder nicht dabei (indem man selbst eine Einladung ausspricht, die angenommen wird, oder von anderen eingeladen wird). Zugehörigkeit wird diskret „gesteuert“, indem die gesellschaftlichen Anlässe exklusive Maßstäbe setzen, die diejenigen, die man nicht dabei haben will, nicht erfüllen können. Der „demonstrative Konsum“ hat hierin seine nützliche Seite. Man muß sich also anstrengen, vor allem Zeit und Geld investieren, um dazugehören zu können. Diese rastlose Beziehungsarbeit ist also ein „Muß“, nicht nur für die Erlangung und Festigung der Zugehörigkeit, sondern auch zur Nutzung der dadurch gegebenen Profitchancen (materieller wie symbolischer Art). Die von vielen begehrte „Mitgliedschaft“ in diesen „besseren Kreisen“, die sich über die unzähligen gesellschaftlichen Ereignisse ständig reproduzieren, stellt über die gesellschaftliche Reputation auch die berufliche in Aussicht, woran jedem Selbständigen und freiberuflich Tätigen gelegen ist. Unter denen, die dazu gehören — verdientermaßen, wenn sie auf ihre Vor-Leistungen zurückblicken — wird vor allem gegenseitige Anerkennung getauscht, als wechselseitige Bestätigung unter denjenigen, die über die diskret wirkenden Auslesemechanismen „gleich“ (homogen) gemacht worden sind. In der sozialen Horizontalen vollzieht sich aber auch die wechselseitige Anerkennung von gezeigten Geschmacksrichtungen und Kulturpraktiken, die auf diese Weise vorbildlich und damit verbindlich werden können. Da diese Manifestationen des demonstrativen Konsums so notwendig wie teuer sind, dürfte die Überzeugung auch nicht weit sein, daß dies alles recht und billig ist. Infolge dieser Legitimitätslegende gilt: Wer hat, dem wird nicht nur gegeben, sondern er darf (sich) auch nehmen — mit einem guten Gewissen.

[1Der Rohtext setzt sich zusammen aus diesen 48 Kolumnen, die Norbert Lauer dankenswerterweise in den PC eingegeben hat. Mit Hilfe des Textanalyse-Systems TEXTPACK V (vgl. Klingemann et al. 1984; Lanfranchi 1986; Mohler 1984; Mohler/Züll 1984) wurden Wörter (Wortketten) im Kontext abgerufen, d.h. es wurden alle in den 48 Kolumnen aufgeführten Personennamen in ihrem Kontext herausgelesen und alphabetisch geordnet. Auch die Häufigkeit, mit der eine bestimmte Person in welcher Kolumne genannt wurde, wurde ausgezählt. Da die Personennamen im Kontext ausgelesen wurden, wurden in der Regel die zu ihnen gehörenden Berufe respektive beruflichen Tätigkeiten miterfaßt, die mit Hilfe des Verzeichnisses der persönlichen Berufe (Bundesamt für Statistik, Bern 1981) klassifiziert wurden. Aus der Gesamtmenge der identifizierten Personen wurden die Nicht-Züricher aussortiert. Die verbliebenen 1.130 Züricher wurden mit Hilfe des Schweizer „Who is who“ (Genf 1984/85) und der beiden Telephonbücher von Zürich Stadt und Zürich Land (Stand: 1986/87), die in der Regel Berufsbezeichnungen aufführen, überprüft; soweit erforderlich, wurden die verfügbaren Daten vervollständigt. Diese mühsamen Arbeiten besorgte dankenswerterweise Peter Maaß. Von den 1.130 Personen konnten bei 72 keine beruflichen Angaben nachgewiesen werden, weitere 69 Fälle streuten hinsichtlich der Berufskategorien zu sehr. Die ausgewählten Zeitungstexte erfüllen die an eine computer-unterstützte Inhaltsanalyse zu stellenden Anforderungen. Gegenüber der verbreiteten Anwendungsmöglichkeit von Textpack liegt hier ein unüblicher Anwendungsfall vor. Ohne die Hilfe und den Einsatz von Pierre Lanfranchi (Florenz) und die Hilfestellung von Monica Seccombe (Florenz) hätten die skizzierten Operationen nicht durchgeführt werden können. Zu danken ist auch Brigitte Schwab, die geholfen hat, diese Computer-cosca zusammenzustellen. Dank gilt ferner Elisabeth Michel-Alder (Zürich), die den Jahrgang 1985 der Züri-Woche besorgte und zusammen mit Wolf Linder (Bern) sich meinen vielen Fragen stets aufgeschlossen zeigte. Wolf Linder stellte auch den Kontakt her zum „Kulturprojekt der Universität Zürich“, von wo ich die Daten zur Berufsstruktur der in der Stadt Zürich wohnenden Erwerbstätigen (auf der Basis der Volkszählung von 1980) erhielt. Leonie Breunung (Hannover) sei gedankt für die kritische Durchsicht des Manuskripts.

[2Aus Platzgründen wird auf eine Wiedergabe der Berufe respektive Berufsgruppen verzichtet.

[3In Klammern sind die absoluten und Prozentzahlen aufgeführt, allerdings nur bei einem relativ „hohen“ Anteil, ansonsten wird entweder nur die absolute Zahl genannt oder auf eine quantitative Angabe gänzlich verzichtet. Daß es sich bei den in den Kolumnen aufgeführten Namens- wie Berufsinhabern jeweils um Minderheiten handelt, demonstriert überdeutlich der Vergleich mit ausgewählten Daten zur Berufsstruktur (in Klammern jeweils die Kolumnenwerte). Von insges. 195.653 Erwerbstätigen entfallen z.B. auf Unternehmer/Manager/Bankiers: 4.022 (131); Hoteliers: 1.546 (10); Rechtsanwälte: 426 (27); Ärzte: 1.476 (42); Opernsänger: 84 (23); Schauspieler: 153 (69); Kunsthändler: 2.102 (25). Allerdings wurde nur ein Kolumnenjahrgang ausgewertet.

[4Mediziner finden sich auf der Anbieter-Seite wie unter der Trägerschicht der Konsumkultur.

[5Es kommen noch 7 Juristen (z.B. Richter) hinzu.

[6Zusätzlich werden 5 Diplomaten genannt.

[7Außerdem werden 3 Sekretärinnen aufgeführt.

[8Nicht nur die Ausdehnung des Beziehungsnetzes ist von Bedeutung, eine Rolle spielt auch die Höhe des Kapitals derjenigen, die einem solchen Netz jeweils angehören. Vgl. Bourdieu 1983, 191. Netzwerke sind allerdings nicht identifiziert worden. Dies lohnte wohl auch erst bei mehreren Jahrgängen. Über die Häufigkeit der Nennung einer Person in einer und/oder mehreren Kolumnen ließe sich auch deren Bedeutung operationalisieren.

[9Der Name Escher verweist auf den Unternehmer und Politiker Alfred Escher (1819-1882), dessen Denkmal sich auf dem Zürcher Bahnhofsplatz befindet.

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