Fritz Hochwälder
Foto: Von Nanuksen - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=66043310

Geboren am: 28. Mai 1911

Gestorben am: 20. Oktober 1986

Beiträge von Fritz Hochwälder
FORVM, No. 11

Die Herberge

Zwei Szenen aus einem neuen Schauspiel
November
1954

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FORVM, No. 31/32

Der Dramatiker Ferdinand Bruckner

Zur Buchausgabe seiner „Historischen Schauspiele“ im Verlag Kiepenheuer & Witsch
Juli
1956

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FORVM, No 67/68

„Donnerstag“ / Ein modernes Mysterienspiel

Vorabdruck zur Uraufführung bei den Salzburger Festspielen
Juli
1959

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FORVM, No. 85

In Sachen Paul Celan

Januar
1961

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FORVM, No. 148-149
Landschaft der Kindheit

Auf der Gassen ...

April
1966

Wien VII. Westbahnstraße 3, 3. Stock, Tür 11: Zimmer, Küche, Kabinett — da wohnten vor dem Ersten Weltkrieg mein Vater, meine Mutter, deren alte Mutter, unser Dienstmädchen Anna Waldbrühl und ich, das Kind. Anna ging noch vor 1920 von uns weg, zurück in ihren Heimatort Klein-Neusiedl, dort lebt (…)

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Fritz Hochwälder (ca. 1979)

Fritz Hochwälder (geboren 28. Mai 1911 in Wien, Österreich-Ungarn; gestorben 20. Oktober 1986 in Zürich, Schweiz) war ein österreichischer Dramatiker. Seine Werke, die sich durch eine knappe Prosa und moralistische Themen auszeichnen, wurden hauptsächlich am Burgtheater in Wien uraufgeführt. Hochwälder gilt als bedeutende Figur im österreichischen Theater des 20. Jahrhunderts; 1966 erhielt er den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur.

Fritz Hochwälder erlernte bei seinem Vater in der Westbahnstraße im 7. Wiener Gemeindebezirk Neubau das Tapeziererhandwerk, verfolgte aber als Autodidakt, etwa durch Volkshochschulkurse am Volksheim Ottakring, seine historische und politische Bildung und engagierte sich politisch auf Seiten der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ), der Jugendorganisation der SDAP im Bezirk Neubau. In dieser Zeit entstand auch seine einzige längere Prosaarbeit Donnerstag, die erst nach seinem Tod im Nachlass gefunden und posthum 1995 publiziert wurde. Es handelt sich um einen im spätexpressionistischen Stil geschriebenen Großstadtroman, „wie er in der österreichischen Literatur jener Jahre keinen Vergleich hat“ (Karl-Markus Gauß, NZZ).

Hochwälders erste Tragödie, Jehr, wurde 1932 in den Wiener Kammerspielen uraufgeführt. Im August 1938, nach dem Anschluss Österreichs, musste er als Jude und bekennender Linker aus Österreich flüchten. Er konnte von Wien unerkannt bis nach Vorarlberg gelangen und erreichte von dort durch den Rhein schwimmend die Schweiz. Dort wurde er zeitweilig interniert, machte aber dann, durch die Gesetze zur beruflichen Untätigkeit verpflichtet, sein schriftstellerisches Hobby zur Hauptbeschäftigung.[1] In dieser Zeit war er Mitglied der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ).[2] Seine Mutter und sein Vater wurden beide im KZ Theresienstadt ermordet.

Hochwälders Drama Das Heilige Experiment, eine Darstellung des Scheiterns des Jesuitenstaates in Paraguay an den weltlichen Interessen der spanischen Kolonialherrschaft, wurde 1943 am Theater Biel Solothurn (damals noch Städtebundtheater Biel-Solothurn) uraufgeführt (Inszenierung: Peter Lotar) und erlebte 1947 seine erfolgreiche Premiere im befreiten Österreich (am Wiener Burgtheater). 1952 brachte es seinem Autor auch den internationalen Durchbruch, ausgehend von Paris (unter dem Titel Sur la terre comme au ciel).

Hochwälders erfolgreichste Zeit waren die 1950er Jahre, in denen er quasi als Hausautor des Burgtheaters fungierte und seine dramaturgisch gut gebauten, spannungsreichen Stücke mit historisch-politischem Hintergrund auch im Ausland viel gespielt wurden. Hochwälders Schaffen wurde auch für das Fernsehen entdeckt. Zahlreiche seiner Stücke wurden für das noch sehr an die Bedingungen des Theaters gebundene Fernsehspiel adaptiert und ebenso nahm Hochwälder Aufträge für Drehbücher an.

In den 1960er Jahren wurde es stiller um Hochwälder, dessen Hauptwohnsitz sich weiterhin in der Schweiz befand. Die etwas pathetische, an den Klassikern geschulte Sprache des Dramatikers geriet außer Mode, Hochwälders Herzleiden beeinträchtigte zudem seine Schaffenskraft. Fritz Hochwälder blieb aber dennoch bis zuletzt „der“ offizielle Dramatiker der Zweiten Republik.

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Ehrengrab von Fritz Hochwälder

Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 33 G, Nummer 74) beigesetzt.

  • Jehr. 1932
  • Liebe in Florenz. 1939
  • Esther. 1940
  • Das heilige Experiment. 1942
  • Casa Speranza. 1943
  • Hotel du Commerce. 1943
  • Der Flüchtling. 1944/45
  • Die verschleierte Frau. 1946
  • Meier Helmbrecht. 1946
  • Der öffentliche Ankläger. 1947
  • Virginia. 1948
  • Sur la Terre comme au ciel. 1952
  • Donadieu. 1953
  • Die Herberge. 1955
  • Der Unschuldige. 1956
  • Donnerstag. 1959
  • Schicksalskomödie. 1960
  • Der verschwundene Mond. 1961
  • 1003. 1964
  • Der Himbeerpflücker. 1965
  • Der Befehl. 1967
  • Lazaretti oder Der Säbeltiger. 1975

Essay und Vorträge

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  • Im Wechsel der Zeiten. 1980

Der Film Mission von 1986 (Regie: Roland Joffé, mit Robert De Niro, Jeremy Irons, Liam Neeson) wurde ursprünglich von Hochwälders Stück Das heilige Experiment angeregt.[4]

Hörspiele (Auswahl)

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  • 1946: Der Flüchtling – Regie: N. N. (Hörspielbearbeitung – Radio Frankfurt)
  • 1949: Das heilige Experiment – Bearbeitung und Regie: Karl Peter Biltz (Hörspielbearbeitung – SWF)
  • 1949: Das heilige Experiment – Bearbeitung und Regie: Wilhelm Semmelroth (Hörspielbearbeitung – NWDR Köln)
  • 1949: Der Flüchtling – Regie: Nicht angegeben (Hörspielbearbeitung – RWR)
  • 1950: Der öffentliche Ankläger – Regie: Rudolf Noelte (Hörspielbearbeitung – RIAS Berlin)
  • 1951: Die Flucht – Regie: Ludwig Cremer (Hörspielbearbeitung – NWDR)
  • 1951: Der öffentliche Ankläger – Regie: Leon Epp (Hörspielbearbeitung – RWR)
  • 1951: Herr Richter, das ist mein Kind! – Regie: Heinz Schimmelpfennig (Hörspiel – SWF)
  • 1952: Herr Richter, das ist mein Kind! – Regie: Nicht angegeben (Hörspiel – ORF Kärnten)
  • 1952: Der öffentliche Ankläger – Bearbeitung und Regie: Peter Arthur Stiller (Hörspielbearbeitung – Radio Saarbrücken)
  • 1952: Vier Paragraphen. Eine Reportage aus dem Jahr 1946 – Regie: Peter Arthur Stiller (Hörspiel – Radio Saarbrücken)
  • 1953: Der öffentliche Ankläger – Bearbeitung und Regie: Peter Arthur Stiller (Hörspielbearbeitung – HR)
  • 1953: Das heilige Experiment – Bearbeitung und Regie: Wilm ten Haaf (Hörspielbearbeitung – Radio Saarbrücken)
  • 1954: Der Flüchtling – Bearbeitung und Regie: Otto Ambros (Hörspielbearbeitung – ORF Wien)
  • 1954: Donadieu – Regie: Walter Ohm (Hörspielbearbeitung – BR)
  • 1954: Donadieu – Regie: Peter Albert Stiller (Hörspielbearbeitung – ORF Vorarlberg)
  • 1955: Das heilige Experiment – Regie: Karlheinz Schilling (Hörspielbearbeitung – SWF)
  • 1957: Der öffentliche Ankläger – Regie: Walter Knaus(Hörspielbearbeitung – SDR)
  • 1957: Die Herberge – Regie: Nicht angegeben (Hörspielbearbeitung – DRS)
  • 1959: Donnerstag. Übertragung aus dem Landestheater Salzburg – Regie: Oscar Fritz Schuh (Hörspielbearbeitung – ORF Salzburg/SBGF)
  • 1959: Der Unschuldige – Regie: Nicht angegeben (Hörspielbearbeitung – DRS)
  • 1961: Das heilige Experiment – Regie: Nicht angegeben (Hörspielbearbeitung – ORF Wien)
  • 1965: Donadieu – Bearbeitung und Regie: Werner Hausmann (Hörspielbearbeitung – ORF Salzburg/DRS/BR)
  • 1973: Der Befehl – Regie: Ferry Bauer (Hörspielbearbeitung – ORF Oberösterreich)
  • 1980: Meier Helmbrecht – Regie: Helmuth Froschauer (Hörspielbearbeitung – ORF Wien)
  • 1982: Die Prinzessin von Chimay – Regie: Ferry Bauer (Hörspielbearbeitung – ORF Oberösterreich)
  • 1983: Esther – Bearbeitung und Regie: Franz Hölbing (Hörspielbearbeitung – ORF Tirol)
  • 1985: Der verschwundene Mond – Bearbeitung und Regie: Klaus Gmeiner (Hörspielbearbeitung – ORF Salzburg)

Quellen: ARD-Hörspieldatenbank, Ö1-Hörspieldatenbank und HörDat, die Hörspieldatenbank

Einzelnachweise

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  1. ORF: Fritz Hochwälder als Zeithistoriker, 27. Mai 2011 | ORF: Fritz Hochwälder als Zeithistoriker. Internet Archive. Archiviert vom Original am 25. April 2016.
  2. Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band II, 1. Saur, München 1983, S. 523.
  3. Sigurd Paul Scheichl: Fritz Hochwälder im Wien der späten vierziger Jahre. 2019, S. 15.
  4. Sabine Prüfer: The Individual at the Crossroads. The Works of Robert Bolt, Novelist, Dramatist, Screenwriter. Peter Lang, Frankfurt am Main 1998, S. 145.