Trautl Brandstaller

Geboren am: 30. April 1939

Gestorben am: 1. Januar 2024

Politologin, ehemals Institut fiir Höhere Studien, Wien, und Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Linz, studierte unter anderem an der Sorbonne, war Redakteurin der „Kathpress“ und „Furche“, erhielt den Karl-Renner-Preis für Publizistik 1968, war dann beim Verlag Styria, Graz-Wien-Köln, tätig und FORVM-Mitherausgeberin. Sie kommt von der Katholischen Hochschulgemeinde Wien und war Vizepräsidentin der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Journalisten. 1972 Redakteurin des ORF-Politmagazins „Querschnitte“, dann bis 1974 innenpolitische Redakteurin des „profil“. Ab 1975 eine Fülle von Dokumentationen, Interviews, Gesprächen und Moderationen im ORF-Fernsehen, wo sie 1986–1992 die Hauptabteilung „Gesellschaft, Jugend und Familie“ leitete. 1998–2008 Kolumnistin der „Furche“; schrieb 1996–2020 regelmäßig Artikel und Rezensionen für die „Europäische Rundschau“ und weiterhin für „International“ und „Tagebuch“, auch Mitglied dessen Redaktionsbeirates.

Beiträge von Trautl Brandstaller
FORVM, No. 171-172

Zwischen Sartre und Lévi-Strauss

März
1968

Wir wollen versuchen, die Wurzeln aufzuzeigen, aus denen sich die heutige Auffassung des Terminus Struktur herleitet. Dies ist eine ziemlich undankbare Aufgabe, auf die wir jedoch um so weniger verzichten können, als sie uns ermöglicht, uns nicht im gegenwärtigen, vieldeutigen Gebrauch des (…)

FORVM, Heft 173

Tod der christlichen Demokratie?

Mai
1968

Hier das Ergebnis einer von unserem Mitherausgeber Dr. Peter Diem erdachten und geleiteten Enquete unter Katholiken der jungen Generation — teils Mitarbeiter der ÖVP, teils Politologen und unabhängige Journalisten. Wir bringen zunächst die Beiträge unserer drei neuen Mitherausgeber. Demnächst (…) Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

FORVM, No. 181

Plädoyer für ASO (Außersynodale Opposition)

Januar
1969

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Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

FORVM, No. 195/I

Wahlkampfkritik

März
1970

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Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

FORVM, No. 196/I

Warum die SPÖ siegte

April
1970

I. Der Sieg der SPÖ am 1. März 1970 war nicht nur ein Schock für die ÖVP. Er traf die SPÖ so unvorbereitet wie die absolute Mehrheit die ÖVP am 6. März 1966. Beide Parteien hatten sich im Wahlkampf verbal zum Ziel der absoluten Mehrheit bekannt. Wie de Gaulle seine Plebiszite stets unter dem (…)

FORVM, No. 198/II/199

Illich vor Studenten: „Setzt Universität außer Betrieb!“

Juni
1970

Hager, fast ausgemergelt, braungebrannt und impulsiv macht Ivan Illich alles nur nicht den Eindruck eines katholischen Geistlichen. Der Sohn eines kroatischen Katholiken und einer spanischen Jüdin, der seit zehn Jahren das „Centro Intercultural de Documentacion“ (CIDOC) in Cuernavaca, 70 km von (…)

FORVM, No. 198/II/199

Kreiskys Sitzfleisch wächst

100 Tage SPÖ-Regierung, 100 Tage ÖVP-Opposition
Juli
1970

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Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

FORVM, No. 200/201

Der unaufhaltsame Aufstieg des Kurt Falk

August
1970

Die demokratische Republik Österreich ist das Land der Pressefreiheit und der Pressebeschlagnahmen. Daher erscheint der nachfolgende Artikel in einem Sonderheft unserer Zeitschrift. Er ist das Ergebnis mühsamer Recherchen bei rund zwei Dutzend Personen, die’s wissen müssen. In diesem Sinn ist er (…)

FORVM, No. 207/I/II

Vorsorglicher Protest an den Ministerrat

Februar
1971

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Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

FORVM, No. 210/I/II

Frankreich: undankbarer Kardinal

Mai
1971

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Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

FORVM, No. 212/I-IV

Zigtausend Jahre Männerherrschaft

Zur Geschichte und Literatur der Frauenbewegung
August
1971

In den USA ist die Revolte der Frauen am heftigsten ausgebrochen. Amerikanerinnen sind auch die Autorinnen der beiden Bücher, die zu Bibeln der zweiten weiblichen Emanzipationswelle geworden sind: Betty Friedan „The Feminine Mystique“ (Der Weiblichkeitswahn. Ein vehementer Protest gegen das (…)

FORVM, No. 352/353

Strafanzeige

gegen Walter Grabher-Meyer
April
1983

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Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

Edeltraud „Trautl“ Brandstaller (oft auch als Traudl Brandstaller, verheiratete Edeltraud Keller,[1] auch als Edeltraud Brandstaller-Keller benannt[2]; * 30. April 1939 in Wien; † 1. Jänner 2024) war eine österreichische Journalistin, Schriftstellerin und Fernsehredakteurin.

Trautl Brandstaller legte 1957 ihre Matura an einem Realgymnasium ab, studierte in der Folge Rechtswissenschaften an der Universität Wien sowie Französische Sprache am angegliederten Dolmetsch-Institut und schloss 1962 mit einer Promotion zum Dr. iur. ab. Ihr Französisch-Studium setzte sie anschließend an der Sorbonne in Paris fort. Nach bestandener akademischer Übersetzerprüfung 1963 folgte von 1964 bis 1966 ein postgraduales Studium der Politikwissenschaft am Institut für Höhere Studien.

Ihre journalistische Laufbahn begann 1963 mit einem etwa einjährigen Engagement bei der Nachrichtenagentur Kathpress. 1967 schrieb sie für die Wochenzeitung Die Furche und wurde 1968 zur Vizepräsidentin der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Journalisten und Publizisten berufen, die eine Gliederung der Katholischen Aktion war. Im gleichen Jahr übernahm sie die Leitung der Wiener Repräsentanz des Styria Verlags, die sie bis 1970 innehatte. Zeitgleich arbeitete sie auch für das Neue FORVM und war dort kurzzeitig Vorsitzende des Vereins der Redakteure und Angestellten. Für das ORF-Politmagazin Querschnitte war sie 1972 als Redakteurin tätig. In den Gründungsjahren des Wochenmagazins profil wechselte sie in dessen innenpolitische Redaktion und blieb dort bis 1974. In diesem Jahr oblag ihr dann die Ausarbeitung des ersten Berichts zur Lage der Frauen in Österreich.

1975 erhielt sie eine feste Anstellung beim ORF-Fernsehen, für das sie ihre ersten Dokumentationen produzierte, darunter die Fernsehdokumentation Fremde in der Heimat (ausgestrahlt am 18. Juni 1975 mit anschließender TV-Diskussionsrunde u. a. mit dem Journalisten Claus Gatterer und dem Rechtsextremisten und FPÖ-Abgeordneten Otto Scrinzi;[3] Auszeichnung 1976), in der Brandstaller die österreichische Minderheitenpolitik mit den Kärntner Slowenen auf den Prüfstand stellte.[4][5] 1976 bis 1984 bekam sie die Leitung des politischen TV-Frauenmagazins[6] Prisma übertragen, das die Emanzipation der Frau thematisierte und wichtige Anstöße zur Frauenpolitik lieferte, u. a. mit dem Fernsehbeitrag über Rosa Jochmann (Auszeichnung 1981). In dieser Phase war sie auch regelmäßige Moderatorin der Diskussionssendung Club 2. Zwischen 1986 und 1992 war sie Leiterin der ORF-Hauptabteilung Gesellschaft, Jugend und Familie. Sie wurde bekannt mit Fernsehdokumentationen wie Juden in Wien heute (Auszeichnung 1986). 1992 bis 1994 war sie für die Ö1-Sendereihe Diagonal − Radio für Zeitgenossen verantwortlich, in der Porträts berühmter Persönlichkeiten (Simone de Beauvoir, Marion Dönhoff, Václav Havel und Richard von Weizsäcker Milovan Đilas, György Konrád, Adam Michnik und andere) gesendet wurden.[4][7] Eine weitere ihrer TV-Arbeiten ist der Fernsehdreiteiler Donauabwärts – Eine Reise ins unbekannte Europa.

Die als freie Publizistin und Journalistin weiterhin tätige Brandstaller veröffentlichte zahlreiche politisch-historische Artikel unter anderem in den Tageszeitungen Der Standard und Die Presse sowie in der Europäischen Rundschau.

Gemeinsam mit dem Medienwissenschaftler Peter Diem vertrat sie die Bürgerinitiative pro Austria. Diese unterstützt alle Bestrebungen, die geeignet sind, die österreichische Identität in einem geeinten Europa zu erhalten und zu fördern und so zur Schaffung einer offenen Gesellschaft im Sinne Karl Poppers beizutragen. Zugleich versuchte die Initiative, die Errichtung eines Hauses der Geschichte der Republik Österreich zu forcieren (seit November 2018 als Haus der Geschichte Österreich bestehend).

Brandstaller war neben Peter Diem, Hermann Maurer und Helga Maria Wolf, eine von vier Personen, die viele Jahre das Hauptherausgeber-Team („Editors-in-Chief“) des Informationsportals Austria-Forum bildeten. 2023 verließ sie aus Zeitgründen das Team.[8]

Edeltraud „Trautl“ Brandstaller, mit Ehenamen Keller, war ab 1978 mit dem Rechtsanwalt und SPÖ-Politiker Heinrich Keller (1940–2025) verheiratet. Sie haben eine gemeinsame Tochter (* 1981). Sie starb am 1. Jänner 2024 im Alter von 84 Jahren[6] und wurde am Wiener Zentralfriedhof bestattet, gemeinsames Grab mit ihrem im Juli 2025 verstorbenen Ehemann.[1][9]

Einzelnachweise

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  1. a b Edeltraud Keller in der Verstorbenensuche bei friedhoefewien.at
  2. a b c d Fernsehpreis der Erwachsenenbildung. PreisträgerInnen seit 1967. Büro Medienpreise – Fernseh- und Radiopreis der Erwachsenenbildung der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs – KEBO (online (PDF; 179 KB) auf der Website der KEBO, 1. März 2018, abgerufen am 19. September 2025). Hier:
    • 15. Fernsehpreis 1981: Rosa Jochmann und „Dr. Edeltraud Brandstaller-Keller für den Prisma-Beitrag ‚Rosa Jochmann‘“.
    • 19. Fernsehpreis 1986: „Dr.in Edeltraud Brandstaller-Keller für ‚Juden heute in Wien‘“.
    • 40. Fernsehpreis 2007: „Axel Corti-Preis 2008: Dr.in Trautl Brandstaller“
  3. Thomas Hanifle, Martin Hanni: Fremde in der Heimat. In: Gatterer9030. SuTi GmbH, 2014, abgerufen am 19. September 2025 (mit eingebundenem Video eines Ausschnitts aus der Diskussionssendung, 12:45 Min.). 
  4. a b c d Trautl Brandstaller im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien. In der Version 17. Juni 2025, abgerufen am 19. September 2025:
    „Für ihre erste Dokumentation ‚Fremde in der Heimat‘ über die Situation der Kärntner Slowenen erhielt sie 1976 zum zweiten Mal (nach 1968) den Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis.“
    „Außerdem erhielt sie 1993 den Preis der Stadt Wien für Publizistik …“
    „Von 1992 bis 1994 war sie für die Sendereihe ‚Diagonal − Radio für Zeitgenossen‘ des Radiosenders Ö1 verantwortlich, die Porträts verschiedener berühmter Persönlichkeiten erstellte.“
  5. a b c Preisträger des Dr. Karl Renner Publizistikpreises und des Dr. Karl Renner Solidaritätspreises. (PDF; 138 KB) Österreichischer Journalisten Club (ÖJC), 4. September 2023, abgerufen am 19. September 2025.
  6. a b c Trautl Brandstaller 84-jährig verstorben. In: wien.ORF.at. 2. Januar 2024, abgerufen am 19. September 2025. 
  7. Eintrag zu Trautl Brandstaller im Austria-Forum in der Rubrik Ehemalige Mitglieder des Editorial Boards. In der Version 10. Jänner 2024, abgerufen am 19. September 2025.
  8. Hermann Maurer: Editorial Board, Hauptherausgeber und ehemalige Mitglieder des Editorial Boards und gelegentliche Mitarbeiter. In: Austria-Forum. 15. August 2025, abgerufen am 19. September 2025. 
  9. Heinrich Keller in der Verstorbenensuche bei friedhoefewien.at.
  10. Goldene Ehrenzeichen für Prof. Worm und Dr. Brandstaller. APA-OTS-Aussendung der Rathauskorrespondenz, 6. Juni 2000, abgerufen am 19. September 2025.
  11. Fernsehpreis der Erwachsenenbildung zum 40. mal überreicht (Memento vom 6. Oktober 2022 im Internet Archive) In: Blog. ARGE Bildungshäuser Österreich, 29. Mai 2008, abgerufen am 19. September 2025.
  12. APA: Corti-Preis an Trautl Brandstaller. In: Die Presse. 2. April 2008, abgerufen am 19. September 2025: „Den Corti-Preis erhält sie u. a. für ihren fast schon legendären Einsatz für feministische Themen, die sie in den 70er Jahren mit ‚Prisma‘ als erstem Frauenmagazin im deutschsprachigen Raum vertrat.“ 
  13. Doktordiplom für Bundespräsident. Studium vor 50 Jahren abgeschlossen. In: wien.ORF.at. 1. Dezember 2011, abgerufen am 19. September 2025: „Neben Fischer wurden die Journalistin und Schriftstellerin Traudl Brandstaller […] ausgezeichnet.“ 
  14. Trautl Brandstaller: Kein Kuss für Mom. In: Die Presse. 12. Oktober 2007, abgerufen am 19. September 2025. 
  15. Präsentation: Buch widmet sich „neuer Macht der Frauen“. Buchrezension. In: wien.ORF.at. 6. November 2007, abgerufen am 19. September 2025.