Streifzüge, Heft 69
April
2017

Nationaler Tellerrand?

Wäre der Aufstieg der AfD ein spezifisch deutsches Problem, ließe es sich möglicherweise im Rahmen der deutschen Entwicklung begreifen. Das ist aber ganz offensichtlich nicht der Fall. Die Bundesvorsitzende der Partei, Frauke Petry, traf am 10. Juni 2016 auf der Zugspitze mit dem FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache zu einem Gipfeltreffen zusammen, bei dem auch gemeinsame Arbeitsgruppen zur Koordination der Aussagen zunächstzum Thema Euro vereinbart wurden. Beide erklärten: „Wir wollen gemeinsam zu neuen politischen Höhen voranschreiten.“ (Welt, 11. Juni 2016)

Im EU-Parlament haben sich die verbliebenen beiden Abgeordneten der AfD inzwischen nicht nur mit der FPÖ, sondern auch mit dem französischen Front National zusammengetan, und bereits im April 2016 hatte Petry öffentlich den damals noch um die Nominierung durch die Republikaner kämpfenden heutigen US-Präsidenten Donald Trump gelobt und „Parallelen“ zwischen ihm und ihrer eigenen Partei festgestellt.

Es handelt sich also bei der AfD um eine deutsche Variante einer in Europa und den USA als den beiden historischen Zentren des Kapitalismus an Einfluss gewinnenden politischen Formierung. Bevor wir die Frage nach Charakter und Funktion dieser Partei aus den Entwicklungen des Kapitalismus selbst heraus beantworten, werfen wir einen Blick auf die Parteien und Kandidaten, denen sich die AfD offensichtlich verbunden und in deren Aufwärtsbewegung sie sich eingebettet fühlt. Um den Rahmen dieses kleinen Buches nicht zu sprengen, beschränken wir uns auf vier Blicke in vier Himmelsrichtungen.

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Manfred Sohn: Falsche Feinde. Was tun gegen die AfD? Ein alternativer Ratgeber
konkret texte
128 Seiten, 13,50 Euro
ISBN 978-3-930786-81-7

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