Geboren am: 2. August 1924
Gestorben am: 1. Dezember 1987
ČSSR: Moskaus Vietnam
Der Internationale Gerichtshof gegen Kriegsverbrechen wurde von Bertrand Russell ins Leben gerufen aus Anlaß des großen amerikanischen Verbrechens gegen das kleine vietnamesische Volk. Russell wandte sich an eine Reihe von Personen mit der Bitte, Mitglieder dieses Gerichtshofes zu werden; jene, (…)

James Arthur Baldwin (* 2. August 1924 in Harlem, New York City als James Arthur Jones; † 1. Dezember 1987 in Saint-Paul-de-Vence, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich) war einer der bedeutendsten US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der weit über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus bekannt wurde.[1][2]
Viele seiner Arbeiten behandeln Themen wie Rassismus und Sexualität. Seine Erzählungen sind berühmt für den persönlichen Stil, in dem Fragen der Identität von Schwarzen und Homosexuellen und damit verbundener sozialer und psychologischer Druck zur Sprache kommen, lange bevor die soziale, kulturelle oder politische Gleichstellung dieser Gruppen erkämpft wurde.[2][3]
Leben und Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jugend und Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]James Baldwin wurde 1924 in Harlem unter dem Namen James Arthur Jones als erstes Kind der alleinstehenden Emma Berdis Jones geboren; sein Vater ist unbekannt. Nach der Hochzeit der Mutter mit dem wesentlich älteren Fabrikarbeiter und Baptistenprediger David Baldwin, der im Zuge der Great Migration aus New Orleans nach New York gezogen war, wurde James im Alter von drei Jahren dessen Nachname gegeben. Die Mutter von Baldwins Stiefvater war in ihrer Kindheit und Jugend noch eine Sklavin gewesen. Emma und David Baldwin bekamen in den folgenden Jahren gemeinsam acht Kinder.[4]
James Baldwins Jugend im Ghetto war vor allem durch die Erfahrung von Armut, Deprivation und Diskriminierung ebenso wie durch den religiösen Fanatismus der Pfingst- und Holiness-Bewegung geprägt, der seine Familie angehörte. Sein Vater konnte die große Familie kaum ernähren und suchte als Laienprediger Trost und Kompensation in seinem Erwähltheitsbewusstsein und den Verheißungen eines besseren Lebens im Jenseits. Oft teilte er gegenüber seinen Kindern Prügelstrafen aus, die Baldwin später für eine Reaktion auf den Rassismus hielt: Er ließ seine Wut über die Weißen an seinen eigenen Kindern aus. Schließlich wurde er durch die Widersprüche in seiner eigenen Existenz in jenen Wahn getrieben („eaten up by paranoia“), den James Baldwin später immer wieder als unausweichliche Folge des Rassenhasses dargestellt hat.[5]
Zu seinem Stiefvater hatte James schon in früher Jugend ein äußerst angespanntes, gestörtes Verhältnis. Nach einem visionären Erweckungserlebnis als Vierzehnjähriger, das danach auch als Vorlage für die Erfahrungen der gleichaltrigen Figur John Grimes in seinem stark autobiografisch geprägten Debütroman Go Tell it on the Mountain diente,[6] fand James Baldwin ab 1938 bis zu seinem siebzehnten Lebensjahr in der Pfingstgemeinde des Stiefvaters Anerkennung als jugendlicher Prediger. Die Beziehung zum Stiefvater war fortan durch zunehmende Rivalität und Ablehnung durch diesen gekennzeichnet. Es entwickelten sich bei Baldwin zugleich Hass als auch Verständnis für seinen Stiefvater. Er entschloss sich, in seinem späteren Leben nicht dieselbe verbitterte Haltung gegenüber der rassistischen Außenwelt wie sein Stiefvater einzunehmen. Diese Ablehnung und der sittenstrenge religiöse Fanatismus David Baldwins spiegelten sich später als dominierende Themen in James Baldwins Werken wider.[7]
Obwohl James Baldwin zunächst wie sein Stiefvater in einer übersteigerten Gläubigkeit „den Ausweg aus seinem Hass für die weißen Unterdrücker und seine Verachtung für die unterdrückten Schwarzen“ fand, wandte er sich nach drei Jahren erfolgreicher Predigertätigkeit 1941 von der Kirche ab, was zugleich die endgültige Entfremdung vom Stiefvater bewirkte. Baldwin war zu der Überzeugung gelangt, dass die Ghettokirchen nur eine Maske für „den Hass, Selbsthass und die Verzweiflung“ seien („a mask for hatred and self-hatred and despair“) und dass die Religion in Harlem ausschließlich eine „exquisite Rachephantasie“ sei („a complete and exquisite fantasy revenge“).[8]
Schon früh zeigte der begabte James ein großes Interesse an Literatur. Er war als Kind und Jugendlicher ein leidenschaftlicher Leser, der sein Lesematerial in den öffentlichen Bibliotheken New Yorks fand. Zu den ersten literarischen Einflüssen auf ihn zählten Werke von Harriet Beecher-Stowe, Horatio Alger und Charles Dickens. Ermuntert wurde er dabei von Schule und Freunden, darunter seiner Lehrerin Orilla Miller. Als Jugendlicher erlebte er die Literatur, z. B. das Werk Dostojewskis, als eine Befreiung aus der Einsamkeit, die er verspürte: Sie habe ihm gezeigt, dass er in seiner Armut, seiner körperliche Schwäche und seinen mentalen Problemen nicht allein sei.[9]
Anfänge als Schriftsteller
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kurz nach seiner Abkehr vom Christentum schloss James Baldwin 1942 eine Schulausbildung an der angesehenen De Witt Clinton High School, einer vornehmlich von Weißen, meist Juden besuchten Schule in der Bronx, ab. Dort hatte er sich zuvor bereits durch die Herausgabe der Schülerzeitung The Magpie profiliert, für die er bereits einige Kurzgeschichten und Gedichte verfasst hatte. An der High School hatte er Freundschaften zu Mitschülern wie Sol Stein, Richard Avedon und Emile Capouya geknüpft, die später zu bedeutenden Figuren in der Kulturszene wurden. Er verließ die Familie und lebte in New Jersey von Gelegenheitsarbeiten, um sich daneben dem Schreiben widmen zu können. Ein Jahr später zog er nach Greenwich Village, dem Künstlerviertel New Yorks. Dort lernte er die die damals noch unbekannten Beat-Schriftsteller Jack Kerouac und Allen Ginsberg sowie den Maler Beauford Delaney kennen, der für ihn zu einem väterlichen Freund wurde.[10]

Als 1943 sein Stiefvater starb, sah sich Baldwin in der Pflicht, für den Unterhalt der Familie zu sorgen. Seinen Entschluss, Schriftsteller zu werden, gab er jedoch nicht auf, sondern wurde durch die Arbeiten, die er annahm, in seinem Streben noch bestärkt. Einen Förderer fand er in dem 16 Jahre älteren Schriftsteller Richard Wright, seinerzeit der bekannteste schwarze Autor der Vereinigten Staaten. Nach einem ersten Treffen 1944 erhielt Baldwin durch Wrights Fürsprache ein Stipendium, eine Eugene F. Saxton Fellowship für ein Romanprojekt. Dieses scheiterte zwar, bot jedoch einige Jahre später die Vorlage für seinen Roman Go Tell It on the Mountain. Auch ein weiteres Buchprojekt Baldwins, das durch ein Stipendium der Rosenwald Fellowship gefördert wurde, fand keinen Verleger.[11]
1946 veröffentlichte Baldwin seine erste Buchrezension in der Zeitung The Nation. In den folgenden Jahren wurde er als Essayist und Rezensent bekannt; er publizierte in namhaften Zeitschriften und Zeitungen. Sein erstes bedeutendes fiktionales Werk war die Kurzgeschichte Sonny’s Blues im Jahr 1948.
In Baldwins Verhältnis zu seinem erklärten geistigen Vater Richard Wright wiederholte sich anschließend der für ihn immer noch tief sitzende Konflikt mit seinem Stiefvater. Wenige Jahre nach dem Bruch mit dessen religiösem Milieu vollzog sich der Bruch mit Wright, dessen aufklärerischem Impetus er die Befreiung aus den fanatisch-religiösen Zwängen seiner Kindheit verdankte. In einigen seiner ersten Essays, Everybody’s Protest Novel (1949) und Many Thousands Gone (1951), kritisiert Baldwin Wrights Roman Native Son. Er charakterisiert das Werk Wrights analog zu Harriet Beecher-Stowes berühmten Anti-Sklaverei-Roman Onkel Toms Hütte als ein „Protestroman“ und stellt in Frage, ob und inwiefern diese Bücher auch über künstlerische Qualität verfügen. Konkret warf Baldwin Wright vor, mit seinem Helden Bigger Thomas eine Figur in die Welt gesetzt zu haben, die eher ein soziologisches Experiment als ein echter Mensch sei. Er durchlaufe nämlich im Laufe der Handlung keine Entwicklung und entfalte keine echten Beziehungen zu den anderen Charakteren; seine Handlungen hätten keine echten Hintergründe und könnten keine zufriedenstellenden Antworten auf Fragen wie nach dem gesellschaftlichen Ursprung der Gewalt bieten. An Stelle davon, das echte Leben wiederzugeben, verkörpere er das unrealistische Stereotyp eines gewalttätigen, hasserfüllten Schwarzen, das noch aus der Zeit der Sklaverei stamme. Damit stehe er in einer Reihe mit Figuren wie der Mammy aus Vom Winde verweht oder auch Onkel Tom selbst, die durch ihre mythologisierte Darstellung des schwarzen Daseins rassistische Ressentiments nur verstärkten. Infolge von Baldwins Kritik zerbrach die Freundschaft zwischen den beiden schwarzen Schriftstellern. Dennoch machte Baldwin in Zukunft auch durch direkte Anspielungen in seinen Büchern immer wieder deutlich, wie viel er seinem literarische Ziehvater schuldete. So ist der Titel seines ersten Essaybandes, Notes of a Native Son, klar demjenigen von Wrights Protestroman nachempfunden.[12]
Baldwins Bekenntnis zum „Realismus“ und seine damit einhergehende Kritik an Wrights Stereotypen wurde programmatisch für sein literarisches Werk. An die Stelle die Stelle der Stereotypen sollten in seinem Werk echte, facettenreiche, beinahe paradoxe Menschen mit inneren Konflikten und komplexen Beziehungen zueinander treten. Gerade dieses Innenleben, das von größerer Bedeutung sei als , gelte es für den Künstler besonders genau nachzuzeichnen. Der Verzicht auf diese Suche nach der allumfassenden Wahrheit führe dazu, dass der Autor die vereinfachten, diskriminierenden Vorstellungen seiner Umwelt nur wiedergebe. Die Wirklichkeit sollte nicht wie in dem von ihm kritisierten Protestroman verschleiert oder vereinfacht, sondern in ihrer ganzen Komplexität enthüllt werden – oder jedenfalls eine glaubwürdige, lebensechte Realität („verisimilitude“). Objektivität könne der Schriftsteller nämlich nicht erreichen, sondern bleibe in seiner Weltanschauung den äußeren Umständen Raum, Zeit und soziale Stellung verhaftet. Eine der Hauptzwecke dieser realistischen Haltung sei es, dem Leser dabei zu helfen, die Realität zu ertragen, indem ihm gezeigt werde, dass er sein Leid mit anderen Menschen teile. Als Vorbilder dienten Baldwin hingegen Autoren wie Henry James, Charles Dickens oder Honoré de Balzac, drei der wichtigsten Vertreter des literarischen Realismus.[13]
Baldwin in der Wahlheimat Frankreich
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Die anfängliche Erfolglosigkeit seiner ersten literarischen Projekte und das Gefühl der Unmöglichkeit, sich selbst und seinen Platz in einer Gesellschaft zu finden, die ihn unterdrückte oder ignorierte, drängten James Baldwin trotz einiger Schuldgefühle gegenüber seiner Familie im November 1948, auf Wrights Spuren ins Exil nach Paris zu gehen. Wie er später betonte, hatte er den Rassismus in New York als eine reale Gefahr für sein Leben empfunden. Als konkreten Anlass nannte er den Suizid seines (schwarzen) Freundes Eugene Worth. Baldwin befürchtete, in den Vereinigten Staaten ein ähnliches Schicksal erleiden zu können und ansonsten aus Hass auf die unterdrückerische Gesellschaft zu verbittern. Anders als Wright, der sich in Kreisen der geistigen Elite Frankreichs (Jean-Paul Sartre u. a.) bewegte, lebte Baldwin in der französischen Metropole zunächst in einem völlig anderen Milieu in bitterster Armut unter schwarzen Franzosen, Arbeits- und Obdachlosen und anderen US-amerikanischen Immigranten. Einflüsse des französischen Existentialismus sind in seinem Werk daher nicht zu spüren. Baldwin befand sich für den Besitz von Diebesgut einige Tage in Haft, was er im Text Gleichheit in Paris verarbeitete. In seinen frühen Pariser Jahren erlebte er außerdem die „Liebe seines Lebens“, wie er sie selber titulierte, mit dem jungen, bisexuellen, angehenden Schweizer Maler Lucien Happersberger. Zeitgleich führten beide Parteien regelmäßig Affären; Baldwin wurde sogar Patenonkel von Happersbergers erstem Kind. Auch nach ihrer Trennung blieb das ehemalige Paar mit Unterbrechungen bis zu Baldwins Lebensende in engem Kontakt.[14]
Die folgenden vier Jahrzehnte verbrachte Baldwin überwiegend in Frankreich. Er bezeichnete diesen Schritt als „Selbstexilierung“. In den USA sei es ihm nicht gestattet gewesen, sich in die Richtung zu entwickeln, in die er sich nur habe entwickeln können: „Alles, was mir meine Landsleute in jenen 24 Jahren, die ich im Lande zu leben versuchte, anzubieten hatten, war der Tod – ein Tod überdies nach ihrem Geschmack.“ Zugleich verschaffte ihm das Exil seiner eigenen Meinung nach die Möglichkeit, die Welt außerhalb der US-amerikanischen Perspektive zu betrachten.[15]
In Europa wurde Baldwin, der bis zu seinem Tod alle Versuche schwarzer Amerikaner ablehnte, die ihnen verweigerte Identität aus ihren afrikanischen Wurzeln abzuleiten, deutlich, dass er sich als Autor einzig im Medium der westlichen Kultur und der englischen Sprache verwirklichen konnte. Er hielt sich zusammen mit seinem Liebhaber Happersberger einige Monate lang als „stranger in the village“ (dt.: Fremder im Dorf), wie es in seinem gleichnamigen Essay heißt, im Schweizer Kurort Leukerbad auf. Baldwin reflektierte zu diesem Besuch, dass er in Europa als ein US-Amerikaner und damit als ein Fremder wahrgenommen wurde. Zugleich war er für die Dorfbewohner auf Grund seiner Hautfarbe ein „Neger“ und „ein lebendes Wunder“, das mit Erstaunen betrachtet und beinahe wie ein exotisches Tier behandelt wurde.[16]
Baldwins Reisen beschränkten sich nicht auf Westeuropa. Seitdem er 1961 die Hochzeit seines Freundes, des Schauspielers Engin Cezzar, besucht hatte, verbrachte er besonders in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre regelmäßig Zeit in der türkischen Metropole Istanbul. Dort hatte der in seiner Heimat mittlerweile berühmte und heiß diskutierte Autor die Möglichkeit, Privatmensch zu sein und umgeben nur von einem kleinen Kreis von Intellektuellen und Künstlern an seinen Romanen und Essays zu arbeiten. Im Gegenzug behinderte sein vergleichsweise entlegener Wohnort Baldwin bei der Kommunikation mit seinen Verlegern und der Einflussnahme auf die US-amerikanische Politik. Ein Vorteil war die relativ ungestörte, wenn auch offiziell geächtete Schwulenszene der Stadt. Im Gegensatz zu New York und Paris reflektiert sich Baldwins Verbundenheit zu Istanbul nicht direkt in seinem literarischen Werk; im Gegenteil, die Stadt am Bosporus findet kaum Erwähnung.[17]
Durchbruch und Anerkennung in den USA
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James Baldwin gelang 1953 mit der Veröffentlichung seines Erstlingsromans Go tell it on the Mountain, in dem sich seine Kindheits- und Jugenderfahrungen in der heimatlichen Kirchengemeinde widerspiegeln, der schriftstellerische Durchbruch. In Europa vollendete er auch seinen zweiten Roman, Giovanni’s Room, der aufgrund seiner Thematik für großes Aufsehen und öffentliche Diskussionen sorgte.[18] In diesem Roman, dessen weißer Protagonist nach Frankreich geht, um sich selbst zu finden, setzt sich Baldwin in der Gestaltung der Identitätssuche des Helden in einer homosexuellen Beziehung literarisch mit der Frage seiner eigenen sexuellen Orientierung auseinander, die sich ebenso in seinem Essay über André Gide äußert und fortan im überwiegenden Teil seiner Werke eine gewichtige Rolle spielen wird.[19]
1961, als bereits anerkannter, in den USA gefeierter Autor, grenzte sich Baldwin in seinem zweiten Sammelband, Nobody Knows My Name: More Notes of a Native Son, in drei zu Alas, Poor Richard zusammengefassten Essays in scharfer Form von seinem einstigen Mentor Richard Wright ab und versucht sich damit von den Maßstäben der vorangegangenen Generation afroamerikanischer Schriftsteller zu befreien. In seiner schriftstellerischen Haltung näherte sich Baldwin damit der Position Ralph Ellisons an, der das Postulat, afroamerikanische Literatur müsse zwangsläufig Protestliteratur sein, zurückwies.[20]
Nach dem Tod Wrights in Paris kam es in Baldwins späterem literarischen Werk allerdings zu einer verblüffenden Umkehr: Ohne der Nachahmung bezichtigt zu werden, konnte Baldwin nun das auch bei ihm vorhandene und dringend gesuchte neue Thema des Protestes zum Ausdruck bringen. In dem schnell zum Bestseller gewordenen Roman Another Country, der vermutlich nicht zuletzt wegen seiner zahlreichen Sexszenen einen großen Leserkreis fand, gelingt es Baldwin Einschätzungen in der Literaturkritik zufolge allerdings nicht hinreichend, die künstlerische Distanz eines „artist“ mit dem Ausdruck des politischen Protestes eines „propagandist“ zu vereinbaren.[21] Eine ähnliche Richtung schlug Baldwin mit dem Roman Tell Me How Long the Train's Been Gone ein, der ihm ähnliche Vorwürfe einbrachte, wie er sie 20 Jahre zuvor gegen Richard Wright gerichtet hatte. Mario Puzo etwa urteilte, dass Baldwin ein reines „Propagandawerk“ vorgelegt habe, das vielleicht von gesellschaftlicher Relevanz sei, aber mit Kunst nichts zu tun habe.[22]
Engagement in der Bürgerrechtsbewegung
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Baldwin engagierte sich in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und vor allem gegen Rassismus. Seine Reden und Essays hatten großen Einfluss, allen voran seine Schrift The Fire Next Time, in der er, von persönlichen Erfahrungen ausgehend, die rassistische Struktur und die sexuelle Doppelmoral der US-amerikanischen Gesellschaft analysierte. Im Unterschied zu anderen afroamerikanischen Schriftstellern der 1950er und 1960er Jahre bewahrte Baldwin zumeist seinen Optimismus, dass sich die ethnischen Konflikte in den USA, wenn auch mit großer Kraftanstrengung, langfristig überwinden ließen.[23] Dilawar (2021) geht in einem Artikel in der Zeitschrift Jacobin der Frage nach, inwieweit sozialistische Überzeugungen zeit seines Lebens Baldwins politisches Handeln motiviert und bestimmt haben.[24]
Späte Jahre in Südfrankreich
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach den tödlichen Anschlägen auf Malcolm X am 21. Februar 1965 und Martin Luther King am 4. April 1968 suchte Baldwin erneut Ruhe und Abgeschiedenheit, um über die gewandelte Lage nachzudenken und seine literarische Tätigkeit fortsetzen zu können. So ließ er sich 1970 in Südfrankreich nieder, wo er – von einigen letzten Reisen abgesehen – seine letzten Jahre verbrachte. Dort besaß er ein Bauernhaus in Saint-Paul-de-Vence, in dem er an seinen letzten Werken arbeitete und illustre Namen der US-amerikanischen Kulturszene wie etwa Maya Angelou oder Toni Morrison empfing.[25]
Seinen eigenen Aussagen zufolge war ihm in Hollywood bei dem Versuch, ein Drehbuch für einen Film über Malcolm X zu schreiben, endgültig klar geworden, dass „der Dialog nicht mehr möglich und der amerikanische Traum ausgeträumt sei“. Seine neue Rolle begriff er nun als die eines Zeitzeugen, der die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung, wie er sie selbst erlebt hatte, nicht dokumentarisch („not a documentary“), sondern als „persönliches Buch und Zeugnis“ („a personal book – a testimony“) darstellt.[26] Mit der Großstadt New York, dem Schauplatz vieler seiner Romane, verband ihn eine ingrimmig Ambivalenz, die als Hassliebe bezeichnet werden kann.[27] Sein Einfluss auf die schwarze Politik hatte abgenommen: Angesichts der erstarkten, radikalen Black-Power-Bewegung galt Baldwin mittlerweile als ein moderates Überbleibsel der Vergangenheit.[28]
Das Spätwerk Baldwins spiegelt vor allem seine Bemühungen wider, unter dem Eindruck einer „neuen schwarzen Ästhetik positive Selbstbilder“ zu entwerfen, indem beispielsweise seine „ausschließlichen Deutungen der schwarzen Musiktradition, vor allem des Gospel und des Spiritual, als Ausdruck von Leid und Schmerz“ stehen.[29] In seinem letzten Roman, Just Above My Head (1979; dt.: Zum Greifen nah, 1981), greift Baldwin in einer Beschreibung des Lebens eines berühmten Gospelsängers seine lebenslange Auseinandersetzung mit der afroamerikanischen Kirche und Musik wieder auf.
James Baldwin starb 1987 in Saint-Paul-de-Vence im Alter von 63 Jahren an Speiseröhrenkrebs und wurde am 8. Dezember 1987 auf dem Ferncliff Cemetery, Hartsdale, New York begraben.[30]
Rezeption
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Baldwins Romane erschienen zeitnah zu ihrem Entstehen und ihrer Erstpublikation in englischer Sprache im Ausland, auch in deutscher Übersetzung in der Bundesrepublik. In der DDR brachte nach Baldwins Tod der Verlag Volk und Welt seinen Roman Eine andere Welt in vier Auflagen heraus, eine davon 1988 in der Reihe Ex libris. In der BRD wurden die vorhandenen Übersetzungen seiner Werke weiterhin im Taschenbuchformat vertrieben. Einige seiner Werke gehören zur Schullektüre im Englischunterricht.
Im Zusammenhang der „Black Lives Matter“-Bewegung und erneuten Rassismusdebatten wurde Baldwin in den 2010er Jahren in zahlreichen Ländern vor allem der westlichen Welt breit rezipiert und erhielt neue Beachtung.[27] Seine Kritiken am rassistischen System der Vereinigten Staaten, beispielsweise an der bis heute weit verbreiteten Polizeigewalt, werden bis heute regelmäßig zitiert. Baldwin zählt heute zu den bekanntesten Autoren seiner Zeit und wird von weltberühmten Künstlern wie Madonna oder Morissey als Inspirationsquelle genannt. Oft finden Kurzzitate von ihm, die die eigentliche Komplexität seines Werkes nicht immer reflektieren, ihren Weg ins Netz.[31] Die dtv Verlagsgesellschaft startete im Frühjahr 2018 die schrittweise Edition von Baldwins Gesamtwerk in Neuübersetzung, vorgenommen von der Übersetzerin Miriam Mandelkow. Als erster Band erschien am 28. Februar 2018 Von dieser Welt als neue deutschsprachige Fassung seines Debütromans Go Tell It on the Mountain,[32] der in den Monaten März/Juli/August 2018 der Sprung in die SWR-Bestenliste,[33][34] im April 2018 in die ORF-Bestenliste[35] und bis auf Platz 12 der Bestsellerliste des Magazins Der Spiegel gelang.[36]
In dem Dokumentarfilm I Am Not Your Negro von Raoul Peck aus dem Jahr 2017 ist Baldwins unvollendetes Manuskript Remember This House Grundlage einer filmischen Collage. Die Verfilmung von If Beale Street Could Talk von Regisseur Barry Jenkins[37] hatte im September 2018 beim Filmfestival von Toronto Weltpremiere und kam im Februar 2019 in Deutschland in die Kinos.[38] Regina King wurde 2019 für ihre Rolle in diesem Film mit einem Oscar als beste weibliche Nebendarstellerin ausgezeichnet.[39] Baldwin diente außerdem als eine der Vorlagen für die Figur des Roebuck Wright, eines von Jeffrey Wright dargestellten schwarzen, homosexuellen Journalisten in Wes Andersons Film The French Dispatch.[40]

Der afrodeutsche Kulturjournalist René Aguigah charakterisiert Baldwin nach Michel Foucault als einen „spezifischen Intellektuellen“, der sich angesichts der Komplexität der modernen Welt fast nur zu seinem Fachgebiet – im Falle Baldwins den Problemen der Schwarzen in den USA – äußerte. Diese Expertise rührte bei Baldwin einerseits aus intensiver Forschung, andererseits aus persönlicher Erfahrung. Er selbst meinte dazu, dass seine Hautfarbe ihn zu einem Experten gemacht habe. Seine Romane wurzeln Aguigah zufolge fest in der Welt des 20. Jahrhunderts, sowohl in Bezug auf das Alltagsleben als auch auf die Unterdrückung der Afroamerikaner und die großen politischen Ereignisse der Bürgerrechtsbewegung. Im Gegensatz zu vielen zeitgenössischen westlichen Intellektuellen war Baldwin allerdings bis auf eine kurze Zeit als junger Mann kein Anhänger eines geschlossenen ideologischen Systems wie dem Marxismus; ebenso bewahrte er Distanz zur schwarzen Kirche um Martin Luther King und zu den Black Muslims um Malcolm X.[41]
Werke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine dreibändige, annotierte Werkausgabe ist in der Library of America erschienen:
- Early Novels & Stories: Go Tell it on the Mountain – Giovannis Room – Another Country – Going to Meet the Man. In: Toni Morrison (Hrsg.): Library of America. Nr. 97, 1998, ISBN 978-1-883011-51-2.
- Collected essays. In: Toni Morrison (Hrsg.): Library of America, Nr. 98. 1998, ISBN 978-1-883011-52-9.
- Later Novels: Tell Me How Long the Train’s Been Gone – If Beale Street Could Talk – Just Above My Head. In: Darryl Pinckney (Hrsg.): Library of America. Nr. 272, 2015, ISBN 978-1-59853-454-2.
Essaysammlungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Notes of a Native Son, 1955[42] (dt. teilw. in Schwarz und Weiß oder Was es heißt, ein Amerikaner zu sein)[43]
- Erste vollständige Ausgabe: Von einem Sohn dieses Landes. dt. von Miriam Mandelkow. Mit einem Vorwort von Mithu Sanyal und einer Nachbemerkung der Übersetzerin, dtv München 2022, ISBN 978-3-423-29009-8
- Nobody Knows My Name. 1961 (dt. teilw. in Schwarz und Weiß oder Was es heißt, ein Amerikaner zu sein)[43]
- The Fire Next Time. 1962 (dt. Hundert Jahre Freiheit ohne Gleichberechtigung. 1964)[44]
- Neuübersetzung: Nach der Flut das Feuer. dt. von Miriam Mandelkow. Mit einem Vorwort von Jana Pareigis, dtv, München 2019, ISBN 978-3-423-28181-2.
- Eine Straße und kein Name. Rowohlt, Reinbek 1973, ISBN 3-499-25023-3 (englisch: No Name in the Street. 1972. Übersetzt von Irene Ohlendorf).
- Teufelswerk. Betrachtungen zur Rolle der Farbigen im Film. Rowohlt, Reinbek 1977, ISBN 3-499-25083-7 (englisch: The Devil Finds Work. 1976. Übersetzt von Mark W. Rien).
- Das Gesicht der Macht bleibt weiß. Hoffmann und Campe, Hamburg 1986, ISBN 3-499-13362-8 (englisch: The Evidence of Things Not Seen. 1985. Übersetzt von Günter Panske).
- The Price of the Ticket. Collected nonfiction, 1948–1985. St. Martin’s Press, New York 1985, ISBN 0-312-64306-3.
Romane
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Go Tell It on the Mountain. Alfred A. Knopf, New York 1953.
- Gehe hin und verkünde es vom Berge. dt. von Jürgen Manthey. Rowohlt, Reinbek 1966, ISBN 978-3-499-11415-1.
- Neuübersetzung: Von dieser Welt. dt. von Miriam Mandelkow, Vorw. von Verena Lueken. dtv, München 2018, ISBN 978-3-423-28153-9[45]. Einer der Hamburger Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen 2018 für Mandelkow sowie der Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis 2020 für Mandelkow, insbesondere für diese Neuübersetzung.
- Giovanni’s Room. Dial Press, New York 1956, OCLC 44800071.
- Giovannis Zimmer. dt. von Axel Kaun und Hans-Heinrich Wellmann. Rowohlt, Reinbek 1963, ISBN 978-3-499-10999-7.
- Neuübersetzung: Giovannis Zimmer. dt. von Miriam Mandelkow, Nachw. von Sasha Marianna Salzmann. dtv, München 2020, ISBN 978-3-423-28217-8.
- Another Country. Dial Press, New York 1962, OCLC 264020.
- Eine andere Welt. dt. von Hans Wollschläger. Rowohlt, Reinbek 1965, ISBN 978-3-498-09029-6.
- Lizenzausgabe des Verlages Volk und Welt in der DDR.
- Neuübersetzung: Ein anderes Land. dt. von Miriam Mandelkow, Nachw. von René Aguigah. dtv, München 2021, ISBN 978-3-423-28268-0.
- Tell Me How Long the Train's Been Gone. Dial Press, New York 1968, ISBN 0-7181-0589-3
- Sag mir, wie lange ist der Zug schon fort. dt. von Gisela Stege. Rowohlt, Reinbek 1969, ISBN 978-3-498-09029-6
- Neuübersetzung: Wie lange, sag mir, ist der Zug schon fort. dt. von Bettina Abarbanell und Miriam Mandelkow, Nachw. von Elmar Kraushaar. dtv, München 2024, ISBN 978-3-423-28402-8
- If Beale Street Could Talk. Dial Press, New York 1974, ISBN 0-7181-1126-5.
- Beale Street Blues, dt. von Nils Thomas Lindquist, Rowohlt, Reinbek 1974, ISBN 978-3-498-00442-2.
- Neuübersetzung: Beale Street Blues. dt. von Miriam Mandelkow, Nachw. von Daniel Schreiber. dtv, München 2018, ISBN 978-3-423-28987-0[27]
- Zum Greifen nah. Rowohlt, Reinbek 1981, ISBN 978-3-498-00468-2 (englisch: Just Above My Head. 1979. Übersetzt von Nils Thomas Lindquist).
Erzählungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Going to Meet the Man, 1965 (dt. Gesammelte Erzählungen, 1968; später als: Des Menschen nackte Haut (Tb.), Sonnys Blues (geb.))
Gedichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jimmys Blues. Gedichte. Zweisprachig. Rowohlt, Reinbek 1984, ISBN 3-499-15419-6 (englisch: Jimmy’s Blues. Selected Poems. 1983. Übersetzt von Thomas Stegers).
- Jimmy's Blues. Gedichte/Poems. Zweisprachig. Engeler 2024, ISBN 978-3-907369-36-4 (englisch: Jimmy's Blues and other Poems. 2014. Übersetzt von Christian Filips.)
Theater
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Blues for Mister Charlie, 1964 (dt. Buchausgabe Blues für Mr. Charlie / Amen Corner, 1971)
- The Amen Corner, Erstaufführung 1955 (dt. Buchausgabe Blues für Mr. Charlie / Amen Corner, 1971)
Als Mitautor
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- mit Richard Avedon (Fotografien): Nothing Personal. Dell Publ., New York 1964.
- mit Yoran Cazac (Illustrationen): Little Man Little Man. A Story of Childhood. The Dial Press, New York 1976, ISBN 0-8037-4859-0 (Kinderbuch).
Filmografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1972: Sie nannten ihn Malcolm X (One Day When I Was Lost), von Baldwin nach der von Alex Haley herausgegebenen Autobiografie von Malcolm X verfasstes Drehbuch, bisher allerdings noch nicht verfilmt
- 1985: Go Tell It on the Mountain, Fernsehfilm aus der Reihe American Playhouse von Stan Lathan, mit Paul Winfield und Olivia Cole
- 1998: Die Farbe des Herzens (A la place du cœur) von Robert Guédiguian, Literarische Vorlage
- 2017: I Am Not Your Negro von Raoul Peck, Dokumentarfilm nach dem unvollendeten Manuskript Baldwins Remember This House (mit vielen Filmaufnahmen von Reden Baldwins)
- 2018: If Beale Street Could Talk von Barry Jenkins, Literarische Vorlage
Interviews und Gespräche mit James Baldwin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- James Baldwin, l'expérience d'un écrivain noir dans un village suisse. In: rts.ch. 25. April 2017, abgerufen am 2. August 2024 (französisch, Künstlerporträt von Pierre Koralnik aus dem Jahr 1962).
- Francois Bondy: Gespräche mit James Baldwin, Carl J. Burckhardt, Mary McCarthy, E. M. Cioran, … [u. a.]. Europaverlag, München/Wien 1972, ISBN 3-203-50409-X.
- mit Margaret Mead: Rassenkampf – Klassenkampf. Ein Streitgespräch. Rowohlt, Reinbek 1973, ISBN 3-499-11617-0 (englisch: A Rap on Race. 1971. Übersetzt von Monika Kulow).
- An Interview, 1971 mit Nikki Giovanni: https://www.youtube.com/watch?v=4Jc54RvDUZU
- A Dialogue, 1973 mit Nikki Giovanni
- Thomas Ayck: … gegen die US-Gesellschaft. Gespräche mit Henry Miller und James Baldwin. Tsamas, Bad Homburg vor der Höhe 1977, ISBN 3-87656-012-8, S. 59–92.
- Fritz J. Raddatz: ZEIT-Gespräche. Zehn Dialoge mit Günter Grass, Rolf Hochhuth, Thomas Brasch, Joseph Breitbach, Alfred Grosser, Alberto Moravia, Leszek Kołakowski, Susan Sontag, James Baldwin, Hans Mayer. (= Band 1 der „Gespräche“) Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-518-37020-0, S. 113–122.
- Jordan Elgrably: Gespräch mit James Baldwin. Aus dem Amerikanischen von Heide Lipecky. In: Sinn und Form 2/1988, S. 407–420 (über seine Auswanderung nach Frankreich, die Bedeutung des Schreibens und seine Anfänge als Autor).
Preise und Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für sein Werk wurde Baldwin mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet (Guggenheim-Stipendium, 1954;[46] National Institute of Arts and Letters Award in Literature, 1956 (Mitgliedschaft 1964);[47] Ford Foundation grant-in-aid, 1959; George Polk Award)[48]. 1986 wurde er zum Kommandeur der französischen Ehrenlegion ernannt. Seit 1964 war er Mitglied der American Academy of Arts and Letters.[49]
2024 wurde Baldwin von der Suchmaschine Google mit einem Doodle geehrt.[50]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt. C. H. Beck, München 2024, ISBN 978-3-406-81369-6.
- Wolfgang Binder: Baldwin, James (Arthur). In: Bernd Engler, Kurt Müller (Hrsg.): Metzler-Lexikon amerikanischer Autoren. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000, ISBN 3-476-01654-4, S. 41–43.
- Herb Boyd: Baldwin’s Harlem. A biography of James Baldwin. Atria Books, New York, NY u. a. 2008, ISBN 978-0-7432-9307-5.
- Nicholas Buccola: The Fire Is upon Us: James Baldwin, William F. Buckley Jr., and the Debate over Race in America. Princeton University Press, Princeton 2020, ISBN 978-0-691-21077-3.
- Douglas Field: Walking in the dark : James Baldwin, my father, and me, Manchester : Manchester University Press, 2024, ISBN 978-1-5261-7517-5
- Rolf Franzbecker (unter Mitarbeit von Peter Bruck u. Willi Real): Der moderne Roman des amerikanischen Negers. Richard Wright, Ralph Ellison, James Baldwin. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1979, ISBN 3-534-07366-5, S. 80–112.
- Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth. Athenäum, Frankfurt am Main 1974, ISBN 3-7610-1816-9, S. 246–320.
- Eddie S. Glaude Jr.: Begin Again: James Baldwin’s America and Its Urgent Lessons for Our Own. Crown Publishing Group, New York 2020, ISBN 978-0-525-57532-0.
- Trudier Harris: James Baldwin 1924–1987. In: Paul Lauter u. a. (Hrsg.): The Heath Anthology of American Literature. Houghton Mifflin Co., Boston 1998, ISBN 0-395-86823-8, Bd. 2, S. 2221.
- Miša Krenčeyová: James Baldwins Afrika: Vielschichtig verweigerte Vereinnahmungen. In: Stichproben – Wiener Zeitschrift für kritische Afrikastudien. Nr. 37, Jg. 19, 2019, S. 1–42.
- Günter H. Lenz: James Baldwin. In: Martin Christadler (Hrsg.): Amerikanische Literatur der Gegenwart in Einzeldarstellungen (= Kröners Taschenausgabe. Band 412). Kröner, Stuttgart 1973, ISBN 3-520-41201-2, S. 155–189.
- Simon Njami: James Baldwin ou le devoir de la violence. Seghers, Paris 1991, ISBN 2-232-10247-5 (französisch).
- Monika Plessner: Ich bin der dunklere Bruder. Die Literatur der schwarzen Amerikaner. Von den Spirituals bis zu James Baldwin. Fischer, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-596-26454-5, S. 292–301.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über James Baldwin im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über James Baldwin in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- James Baldwin bei IMDb
- Baldwin hören - Berkeley University
- Brief von Hannah Arendt an James Baldwin, The Meaning of Love in Politics ( vom 28. September 2007 im Internet Archive), 21. November 1962
- James Baldwin - Biography. Englischsprachige Biografie. Auf: The European Graduate School. Abgerufen am 10. September 2014
- Rene Aguigah, Max Böhnel, Andreas Robertz: Der wiederentdeckte Vordenker Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht, Beitrag vom 3. August 2024.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Vgl. Monika Plessner: Ich bin der dunklere Bruder. Die Literatur der schwarzen Amerikaner. Von den Spirituals bis zu James Baldwin., S. 292.
siehe auch Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 251 ff. und 320. - ↑ a b Günter H. Lenz: James Baldwin. In: Martin Christadler (Hrsg.): Amerikanische Literatur der Gegenwart in Einzeldarstellungen., S. 155.
- ↑ Jean-François Gounardoo, Joseph J. Rodgers: The Racial Problem in the Works of Richard Wright and James Baldwin. S. 158, 148–200.
- ↑ Vgl. Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 246 f.
René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 32–33 - ↑ Vgl. Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 247. Das Wortzitat Baldwins ist den Notes of a Native Son (S. 74) entnommen.
Siehe zu der fanatisch-religiösen Prägung Baldwins in seiner Jugend auch eingehend Monika Plessner: Ich bin der dunklere Bruder. Die Literatur der schwarzen Amerikaner. Von den Spirituals bis zu James Baldwin., S. 292 ff. Plessner zufolge endete Baldwins harter, verbitterter Stiefvater als Paranoiker in einer Nervenheilanstalt (vgl. S. 293).
René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 33 - ↑ Siehe eingehender Günter H. Lenz: James Baldwin. In: Martin Christadler (Hrsg.): Amerikanische Literatur der Gegenwart in Einzeldarstellungen., S. 157 ff.
- ↑ Vgl. dazu detailliert Monika Plessner: Ich bin der dunklere Bruder. Die Literatur der schwarzen Amerikaner. Von den Spirituals bis zu James Baldwin., S. 292 ff.
Siehe eingehender Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 247 f.
René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 34 - ↑ Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 247 f.
- ↑ René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 34
- ↑ Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 248.
René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 34–36 - ↑ Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 249.
René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 38–39 - ↑ Vgl. dazu detailliert Monika Plessner: Ich bin der dunklere Bruder. Die Literatur der schwarzen Amerikaner. Von den Spirituals bis zu James Baldwin., S. 293 f.
siehe eingehender Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 251 ff.
René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 39–45 - ↑ René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 44–47, 49–53
- ↑ René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 81–83, 85–88
- ↑ James Baldwin: „Blues für Mr. Charlie / Amen Corner“. Hamburg 1971, S. 96. Siehe eingehender Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 249 ff. sowie Monika Plessner: Ich bin der dunklere Bruder. Die Literatur der schwarzen Amerikaner. Von den Spirituals bis zu James Baldwin., S. 293 f.
René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 84–85 - ↑ René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 88–90
- ↑ René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 118–120
- ↑ Vgl. Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 249 ff. sowie Monika Plessner: Ich bin der dunklere Bruder · Die Literatur der schwarzen Amerikaner · Von den Spirituals bis zu James Baldwin., S. 293 f.
- ↑ Vgl. Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 250. Siehe eingehend Monika Plessner: Ich bin der dunklere Bruder. Die Literatur der schwarzen Amerikaner. Von den Spirituals bis zu James Baldwin., S. 295 ff.
- ↑ Vgl. Monika Plessner: Ich bin der dunklere Bruder. Die Literatur der schwarzen Amerikaner. Von den Spirituals bis zu James Baldwin., S. 293 f. Siehe eingehend Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 251–253.
- ↑ Vgl. Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 252–257. Siehe auch Maria Diedrich: Multikulturalität - Afro-amerikanische Literatur. In: Hubert Zapf u. a.: Amerikanische Literaturgeschichte. 2., akt. Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2004, ISBN 3-476-02036-3, S. 431. Siehe auch die Ausführungen von Günter H. Lenz: James Baldwin. In: Martin Christadler (Hrsg.): Amerikanische Literatur der Gegenwart in Einzeldarstellungen., S. 172 ff.
- ↑ René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 124–125
- ↑ Vgl. Günter H. Lenz: James Baldwin. In: Martin Christadler (Hrsg.): Amerikanische Literatur der Gegenwart in Einzeldarstellungen., S. 179 ff.
- ↑ Arvind Dilawar: The Socialism of James Baldwin. In: Jacobin. 1. Februar 2021, abgerufen am 18. Januar 2024 (englisch).
- ↑ René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 166–167
- ↑ Peter Freese: James Baldwin. In: Ders.: Die amerikanische Kurzgeschichte nach 1945. Salinger, Malamud, Baldwin, Purdy, Barth., S. 259 f.
- ↑ a b c Paula Pfoser: „Der bessere Protestroman“ Beale Street Blues, Rezension im ORF, 29. Juli 2018, abgerufen am 1. August 2018.
- ↑ René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 166
- ↑ Maria Diedrich: Multikulturalität – Afro-amerikanische Literatur. In: Hubert Zapf u. a.: Amerikanische Literaturgeschichte. 2., akt. Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2004, ISBN 3-476-02036-3, S. 431.
- ↑ o.A.: Chronology. In: Collected essays. Library of America. Nr. 98, 1998, ISBN 978-1-883011-52-9, S. 855.
- ↑ René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 10–11, 95
- ↑ Das dtv-James-Baldwin-Special
- ↑ SWR-Bestenliste April 2018
- ↑ SWR-Bestenliste Juli/August 2018
- ↑ ORF-Bestenliste April 2018 ( des vom 30. Juli 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/tv.orf.at
- ↑ SPIEGEL-Bestsellerliste
- ↑ If Beale Street Could Talk (2018), IMDb, abgerufen am 1. August 2018.
- ↑ If Beale Street Could Talk (2018) Release Info, IMDb, abgerufen am 1. August 2018.
- ↑ https://oscar.go.com/news/winners/oscar-winners-2019-live-updates-to-come
- ↑ Melena Ryzik: In the Company of Wes Anderson. In: The New York Times. 22. Oktober 2021, abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ René Aguigah: James Baldwin: Der Zeuge. Ein Porträt., S. 11–12, 27–28
- ↑ Volltext (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2017.
- ↑ a b Leonharda Gescher Ringelnatz (Übs.): Schwarz und Weiß oder Was es heißt, ein Amerikaner zu sein. 11 Essays. Rowohlt, Reinbek 1963, ISBN 3-499-14055-1.
- ↑ Hans Georg Heepe (Übs.): Hundert Jahre Freiheit ohne Gleichberechtigung. Rowohlt, Reinbek 1964, ISBN 3-499-10634-5.
- ↑ Sasha Marianna Salzmann: James Baldwins Roman „Von dieser Welt“ in neuer Übersetzung. In: FAZ.net. 8. März 2018, abgerufen am 9. März 2018.
- ↑ Website der Guggenheim-Stiftung, abgerufen am 5. Dezember 2017.
- ↑ Preisträger und Mitglieder des National Institute of Arts and Letters, abgerufen am 5. Dezember 2017.
- ↑ James P. Werlock: James Baldwin. In: Abby H. P. Werlock (Hrsg.): Companion to Literature: Facts on File Companion to the American Short Story. Facts on File, ISBN 978-0-8160-6895-1, S. 56.
- ↑ Members: James Baldwin. American Academy of Arts and Letters, abgerufen am 14. Februar 2019.
- ↑ Jens: Wer war James Baldwin? Google ehrt den US-Autor und Schriftsteller mit einem interessanten Doodle. 1. Februar 2024, abgerufen am 1. Februar 2024.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Baldwin, James |
| ALTERNATIVNAMEN | Baldwin, James Arthur (vollständiger Name); Jones, James Arthur (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | amerikanischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 2. August 1924 |
| GEBURTSORT | Harlem, New York City, New York, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 1. Dezember 1987 |
| STERBEORT | Saint-Paul-de-Vence, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich |


