Rudolf Burger
Beiträge
FORVM, No. 456

Schwindsucht der Systeme

Wie sich bei Rudolf Burger* die Philosophie gesundschrumpft
Dezember
1991

Vor ein paar Jahren ist er noch munter ausgeschritten und hat unterwegs Vermessungen vorgenommen, so jedenfalls der Titel der damaligen Aufsatzsammlung. Inzwischen läßt Rudolf Burger das Abstecken bleiben und hat sich ganz aufs Zurückstecken geworfen. Nur die alte Munterkeit ist auch im neuen Buch (...)

FORVM, No. 469-472

Der gebändigte Staat

Kurzer Nachtrag zu einer unterbliebenen Diskussion über eine These von Rudolf Burger
April
1993

Rudolf Burger hat sich anläßlich einer »profil«-Bitte um „Grundsätzliches” prinzipiell zum staatlichen Gewaltmonopol über das gemeingefährliche Volk bekannt und es sich dabei unter dem Titel „Populismus und Demokratie“ in einem klassischen „Nest von Widersprüchen“ bequem gemacht: Man sollte Haiders (...)

Context XXI, Heft 7-8/2001 — 1/2002

Nationaler Schulterschluss gegen die Erinnerung

Über Aktualität und politische Opportunität von Burgers Philosophie des Vergessens
Februar
2002

Also, ich bin sicherlich nicht derjenige, der ein Leben lang im Büßer­hemd durch die Welt geht. (...) Warum soll ich mich mit irgendwelchen Ver­gangenheitsproblemen belasten? (Jörg Haider, in: Der Spiegel 5/2000) Reden wir über Wiedergutmachung: Die betrifft nämlich nicht nur die in New York und im (...)

Grundrisse, Nummer 1

Apologie der Erstarrung

März
2002

Die Gesichtspunkte der Eiszeit ermangelten nicht einer gewissen Größe. Der Mensch wurde nicht so sehr nach seiner Leistung geschätzt als vielmehr dem Vertrauen nach, das auf ihn (in ihm) gehäuft lag. Das ist kein unfreier Standpunkt. Das Gefühl der Freiheit wird gemeinhin weniger geschätzt als das (...)

FORVM, Burgeriana
IV. Sonderheft ▫ Nr. 505 ▫ im LXVIII. Jahr ▫ Wien, April 2021

Rudolf Burger 
Austrokopernikus

Kein Nachruf
April
2021

Lieber Gerhard, es ist lange her, und vieles hat sich zum Traurigen gewendet. Ich bedauere vieles. Deinen Text kann ich leider nicht öffnen, aber ich danke Dir sehr für Deine Mühe. Vielleicht können wir einmal reden. (1. April 2021, 14:39) Alles Liebe, Rudolf Es war das erste (...)

FORVM, Burgeriana

Der Narzißmus des „Bin ich nicht“

Januar
2022

Über Rudolf Burgers erstes posthumes Buch. Die Besprechung erschien zuerst im Magazin der Theodor Kramer Gesellschaft „Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands“ 38/4, Dezember 2021, 70f., hier mit freundlicher Genehmigung deren Herausgebers sowie Autors dieses Beitrages. (...)

Beiträge von Rudolf Burger
FORVM, No. 339-341

Habermas als Dichter

Mai
1982

Jürgen Habermas: Theorie des kommunikativen Handelns, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1981, Bd. 1, 534 Seiten, Bd. 2, 633 Seiten, DM 48 (Leinen DM 98), öS 364,80 (Leinen öS 744,80)

FORVM, No. 344-346

Linkswalzer

Oktober
1982

(Beinahe) Grund-lose Bemerkungen zur (beinahe) überflüssigen Frage: Was ist (heute noch) links? Die Zeit der „Theoriediskussionen“ und der „Strategiedebatten“ scheint in der Linken vorläufig einmal vorbei zu sein. Dem Objektiven gegenüber ist man legerer geworden. Man fragt nicht mehr, seiner selbst (...)

FORVM, No. 349-351

FORVM des FORVMs

März
1983

FORVM, No. 352/353

Dein Böser Blick, Elfriede

April
1983

FORVM, No. 352/353

P.S.

Hymne an Sigrid Löffler
April
1983

FORVM, No. 356/357

Arbeit ist (nicht) genug

August
1983

Im Jahr 1883, dem Todesjahr von Karl Marx, ist ein Text erschienen, der niemandem ein Jubiläum wert zu sein scheint. Seine ersten Sätze lauten: Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder, in denen die kapitalistische Zivilisation herrscht, eine Sucht, die das in der modernen (...)

FORVM, No. 358/359

„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland ...“

November
1983

Eugen Kogon‚ Hermann Langbein, Adalbert Rückerl u.a. (Hrsg.): Nationalistische Massentötungen durch Giftgas. Eine Dokumentation. S. Fischer Verlag 1983. 350 Seiten‚ DM 34, öS 258

FORVM, No. 361/363

Orwell nach dem Countdown

Obszöne Buchbesprechung*
März
1984

Orwell or not well

FORVM, No. 364/365

Hurra, wir verfallen

April
1984

Richard Sennett: Verfall und Ende des öffenlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität. S. Fischer, Frankfurt am Main, 1983, 405 Seiten. — Illustration: Peter Fleischhacker. „Wie bös diese Zeiten waren! Welches niemals aussetzende Bewußtsein der Feindschaft von Mensch zu Mensch, welche Gefeitheit (...)

FORVM, No. 406-408
Für S.

Geist und Zeitgeist

oder das Subjekt als Revenant
Oktober
1987

Negation vermag in Lust umzuschlagen, nicht ins Positive. Th. W. Adorno Zu Beginn der achtziger Jahre, so sagen manche, habe der „Zeitgeist“ sich gewandelt, er habe seine Inhalte geändert und seine Richtung verkehrt. Andere vermuten, er sei damals erst entstanden, denn bis dahin habe kein Mensch (...)

FORVM, No. 409/410

Zerebrale Sinnlichkeit und die Agnostik der Formen

Januar
1988

Bei dem nachfolgenden Essay handelt es sich um den ausgearbeiteten Text eines Vortrags, den R. B. am Symposion der Wiener Festwochen: „Kunstbilder — Weltbilder. Manierismus und Postmoderne“ am 20. Mai 1987 ım Palais Palffy gehalten hat. In einem seiner letzten Interviews, 1983, ein Jahr vor seinem (...)

FORVM, No. 411/412

Erfüllt eure Pflicht!

Offener Brief an Abgeordnete
März
1988

Betrifft: Absetzung des Bundespräsidenten nach Art 60 Ab 6 B-VG Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Dr. Kurt Waldheim hat die Öffentlichkeit über seine Vergangenheit im Unklaren gelassen und ist durch Täuschung eines Teils seiner Wähler zum Bundespräsidenten gemacht (...)

FORVM, No. 415/416

Lob der Niedertracht

Juli
1988

Schon der Titel ist eine Provokation, noch mehr der Inhalt — wo man doch gern einen Verfall der Moral beklagt, in sexualibus vor allem der Papst, und, mehr in politicis, ausgerechnet ein Waldheim; in schöner Übereinstimmung mit einer Journalistik, deren Infamiemonopol wg. Barschel u. ä. sich (...)

FORVM, No. 417-419

Nein‚ Jürgen!

Oktober
1988

Als er (Kajin) Hebel ... auf einem Feld traf, sagte er zu ihm: ‚Es gibt keine zukünftige Welt, keine Belohnung für die Guten, keine Bestrafung für die Missetäter. Diese Welt ist nicht aus Gnade erschaffen werden, und sie wird auch nicht von Erbarmen beherrscht. Warum sonst ist dein Opfer angenommen (...)

FORVM, No. 420-422

Mythologie als Mythisierung
oder
Das neue Interesse am Immergleichen

Dezember
1988

Für S. „Ich bitte dich bei Allah, o Schwester, erzähle uns eine Geschichte, durch die wir uns die wachen Stunden dieser Nacht verkürzen können“ — so sprach die jüngere Schwester zu Scheherezâd bei Anbruch der Nacht, die deren letzte zu sein drohte. Scheherezâd erwiderte: „Mit größter Freude, wenn der (...)

FORVM, No. 426/427

„Ein herrlicher Sonnenaufgang“
oder
Die Tugend und der Terror

Juni
1989

I. „Der griechischen Philosophie scheint zu begegnen, was einer guten Tragödie nicht begegnen darf, nämlich ein matter Schluß“ — dieser stolze Satz, mit dem der 22jährige Karl Marx seine Dissertation „Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie“ eröffnet, könnte auch, folgt man (...)

FORVM, No. 428/429

Mediale Sittlichkeit, oder:
Die neue Lust auf Tugend

August
1989

Bei den diesjährigen Römerberg-Gesprächen setzte unser Herausgeberbeirat R. B. die Diskussion (begonnen mit „Geist und Zeitgeist“ in Heft Okt. 1987) über Moral und neue Liederlichkeit fort; das Frankfurter Publikum, unvorbereitet, fand sich in einem Wechselbad widerstreitender Gefühle. Die Welt ist (...)

FORVM, No. 433-435

Jenseits der Landschaft

oder Das Naturschöne als Kunstprodukt
März
1990

Nach M. Wenn die nature artificielle des Menschen sich entformt, werden die Künste künstlich. A. Gehlen „Landschaft“ ist heute ein politästhetisches Phantasma, der Ti‘tel meines Vortrags eine Phantasmagorie — das Wort verstanden in seiner ursprünglichen Bedeutung, die heute kaum mehr geläufig ist. (...)

FORVM, No. 442/443

In Zapparonis Garten
oder
Die Perfektion der Natur

Oktober
1990

FORVM, No. 444

Die Philosophie des Aufschubs

Dezember
1990

Mittlere Aufregung und fröhliche Fehlmeldungen von Taz bis FAZ — Burger hätte, z.B., Anders einen Erpresser genannt — über diese Eröffnungsrede zum Günther Anders-Symposium der Stadt Wien geben die schöne Gelegenheit zu sorgsamer Richtigstellung durch worttreulichen Abdruck. Schönen Dank, die (...)

FORVM, No. 445-447

Die Welt im Katalog

Randglosse zur Expo
März
1991

I. Im Jahr nach der ersten Weltausstellung (London 1851) eröffnete ein gewisser Aristide Boucicault in Paris ein Straßengeschäft namens „Bon Marché“. Der Laden war das, was man heute eine „soziale Innovation“ nennen würde. Durch Einführung neuartiger Verkaufsprinzipien hat er den Einzelhandel (...)

FORVM, No. 456

Die falsche Wärme der Kultur

Fußnote zu einem neuen Bedürfnis
Dezember
1991

Als am 24. August 1991 die internationale Presse unter dem Aufmacher erschien: „KPdSU in Rußland verboten!“, da handelte es sich um eine Nachricht, die eigentlich niemanden mehr überraschte. Der in der vorangegangenen Woche gescheiterte Putsch hatte in der Sowjetunion eine Entwicklung katalytisch (...)

FORVM, No. 456

Der philosophische Tod

eines Schwadroneurs
Dezember
1991

FORVM, No. 460/461

Vom Willen zum Erhabenen

Mai
1992

Druckfassung eines Vortrages vom Dienstag, 28. April 1992, 19 Uhr, an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Die Frage nach dem Undarstellbaren ist in meinen Augen die einzige, die im kommenden Jahrhundert den Einsatz von Leben und Denken lohnt. Jean-François Lyotard Ihr seid häßlich? (...)

FORVM, No. 473-477

Die milden Wonnen der Vernünftigkeit

Juli
1993

Wolfgang Müller-Funk, Die Enttäuschungen der Vernunft. Von der Romantik zur Postmoderne‚ 192 Seiten, Edition Falter im GBV, Wien 1990 Sie kennen vermutlich alle, die Sie hier sitzen um einer „Vernetzung“ beizuwohnen, den traurigen alten Witz von den zwei Männern, die, einander unbekannt, auf einer (...)

FORVM, No. 478/479

Patriotismus und Nation

Bemerkungen zu einem (nicht nur) österreichischen Problem
November
1993

Wohl dem Manne, dem ein blühend Vaterland das Herz erfreut und stärkt! Mir ist, als würd’ ich in den Sumpf geworfen, als schlüge man den Sargdeckel über mir zu, wenn einer an das meinige mich mahnt, und wenn mich einer einen Griechen nennt, so wird mir immer, als schnürt er mit dem Halsband eines (...)

FORVM, No. 481-484

Determinanten der europäischen Integration

April
1994

I. Mythologisch ist die Geschichte Europas die Geschichte einer Entführung, semantisch ist sie die Geschichte einer Vergewaltigung: Kaum ein Begriff wurde mehr mißbraucht als der Begriff »Europa«. Er ist eine Sehnsuchtsvokabel für die einen, ein Nostalgiewort für die anderen, eine Beschwörungsformel (...)