Israel
Beiträge
Internationale Situationniste, Numéro 4

Signal pour commencer une culture révolutionnaire en Israel

juin
1960

Le concept même de situation construite est continuellement faussé par l’existence d’une psychose quotidienne qui plonge l’être humain dans un pathos d’irrémédiable médiocrité. Il faut lutter contre la mé diocrité, contre le juste milieu des passifs et des soi-disant progressistes qui se contentent de (...)

FORVM, No. 134

Die zögernde Vorhut

Februar
1965

Der israelische Satiriker Ephraim Kishon, unseren Lesern durch die Vorabdrucke aus seinen deutsch erschienenen Büchern (und wohl auch durch die Lektüre der Bücher selbst) schon seit langem bekannt, glossiert in seiner täglichen Column im „Ma’ariv“, der populärsten Zeitung Israels, auch die politischen (...)

FORVM, No. 162-163

Araber und Juden

Juni
1967

32 Tage verbrachten Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir im Nahen Osten: 16 Tage in der Vereinigten Arabischen Republik und ebenso viele in Israel. Es war kein touristischer Ausflug. Sie trafen mit Präsident Nasser und Ministerpräsident Eschkol zusammen, mit Palästina-Flüchtlingen in der Gegend (...)

FORVM, No. 182/I

In Sachen Israel

Offener Brief an Ministerpräsident Kossygin
Februar
1969

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kossygin, die Unterzeichneten erlauben sich, wegen des künftigen Schicksals des Staates Israel an Sie heranzutreten, Gerade angesichts der jüngst sich bedrohlich steigernden wechselseitigen Gewaltakte fühlen wir als Angehörige von Ländern, die die schwerste (...)

FORVM, No. 186/187

Für jüdisch-arabische Symbiose

Juni
1969

I. Wenn der durchschnittliche Bibelleser die Grußanrede Jesu liest: „Der Friede sei mit euch!“, so erscheint ihm als christlich, was nichts anderes ist als die Übersetzung der normalen hebräischen Grußformel, ihrerseits identisch mit dem arabischen Normalgruß, der aus Karl May oder Haremsoperetten (...)

FORVM, No. 191/II

Wenig Tauben in Israel

Besuch im Jahre 3 nach dem Blitzsieg
November
1969

Bei Parlamentswahlen in Israel verlor die Koalition der Arbeiterparteien 5 Sitze (58 statt 63); sie gingen an die Koalition der Rechten („Gahal“, „Heruth“ plus Liberale: 27 statt 22). Über den Hintergrund berichtet E. R., Nahostspezialist von „Le Monde“, in der folgenden Serie, welche FORVM in (...)

FORVM, No. 192

Sprünge in Davids Panzer

II. Teil unseres Israelreports
Dezember
1969

Die Regel ist unerbittlich. Jeder Araber, der im Verdacht steht, einem Terroristen geholfen oder seine Anwesenheit der Polizei verschwiegen zu haben, muß der Zerstörung seines Hauses gewärtig sein. Verwandte oder Vermieter sind dabei oft unschuldige Opfer. Die israelischen Behörden stellen den (...)

FORVM, No. 197/II

Reise durch Aegypten

Mai
1970

Eric Rouleau, Nahostspezialist von „Le Monde“, unternahm seit dem Sechstagekrieg im Juni 1967 mehrere Reisen nach Israel und den arabischen Staaten. Seinen Bericht über Israel veröffentlichten wir 1969 (Eric Rouleau, Wenig Tauben in Israel, NF, Mitte November 1969, Sprünge in Davids Panzer, NF (...)

FORVM, No. 197/II

Unternehmen Goldmann

Mai
1970

Der Staat Israel, im Teufelskreis der Gewalt, gleicht kaum mehr der sozialistischen und pazifistischen Nationalheimstätte der Juden, von der die den großen Progromen Eintkommenen träumten. Die Gründer dieses Staates sind in den Krieg hineingeschlittert. Zumindest einen gibt es noch, der versucht, (...)

FORVM, No. 197/II

Warum ich Nasser treffen wollte

Mai
1970

Sie haben zu Journalisten gesagt: „Ich habe zweieinhalb Jahre darauf verzichtet, die Politik der israelischen Regierung öffentlich zu kritisieren, um nicht ihr Handeln in einer schwierigen Situation zu beeinträchtigen.“ Warum haben Sie dieses Schweigen plötzlich gebrochen? Weil ich besorgt bin, (...)

FORVM, No. 198/I

Reise durch Aegypten (II)

Juni
1970

Alle pessimistischen Prognosen, betreffend die ägyptische Wirtschaft, wurden von den Ereignissen widerlegt. Zum erstenmal seit vielen Jahren ist die Zahlungsbilanz aktiv, nachdem 1967/68 ein Defizit von mehr als 50 Millionen Pfund (rund 3,75 Milliarden Schilling) zu verzeichnen war. Die (...)

FORVM, No. 198/II/199

Von Israel nach Palästina

Ansätze einer gemeinsamen israelisch-palästinensischen Linken
Juli
1970

Am 11. April 1970 kam es, wie die deutschsprachige israelische Zeitung „Jediot Chadaschot“ (Neueste Nachrichten) berichtet, zu einem „Handgemenge zwischen Polizei und Linksradikalen ... Ursprung des Zwischenfalls war die Absicht einer Gruppe von 130 Angehörigen der Organisation ‚Matzpen‘ und der (...)

FORVM, No. 200/201
An Abba Eban (Jerusalem):

Ihr werdet Preußen!

August
1970

Lieber Abba! Fast sechs Jahre lang las jeder von uns beiden aus streng geheimen Akten die Gedanken des anderen. Du bekamst von Eurer Londoner Botschaft Berichte über unsere vertraulichen Kabinettsberatungen, ich die Foreign-Office-Telegramme aus Tel Aviv. Nie wieder konnten wir so vertraulich (...)

FORVM, No. 200/201
Abba an Dick:

Schreib nächstes Mal an Nasser!

August
1970

Lieber Dick! Du hast Dich nicht im geringsten geändert. Das ist keine kleine Sache, wenn man aus sechs Jahren Ministertätigkeit mit so offenkundig unbeschädigtem moralischem Bewußtsein und literarischem Können hervorgeht. Ich wußte, daß Du tief in einer fernen Welt parlamentarischer Reformen, (...)

FORVM, No. 204/I/II

Zurückgebliebene Israeli

Zum Weltkongreß jüdischer Studenten
Dezember
1970

Das NEUE FORVM war stets rabiat anti-antisemitisch, stets für das konkrete Lebensrecht der Israelis als Nation‚ stets für das ebenso konkrete Recht der Palästinenser. Leserbeschwerden, daß wir jüngsthin dieses Recht stärker akzentuierten als jenes, akzeptieren wir; wir halten das für vertretbar in (...)

FORVM, No. 225

Terror schadet

November
1972

Der Kampf in der arabischen Welt im allgemeinen — und in Palästina im besonderen — ist gekennzeichnet durch die Tatsache, daß wir es sowohl mit „klassischen“ imperialistischen Widersprüchen zu tun haben, als auch mit solchen, die sich aus der Konfrontation verschiedener nationaler Bourgeoisien (...)

FORVM, No. 235/236

Subimperialist Israel

Juli
1973

1 Zionistische Bevölkerungspolitik Die gegenwärtige Repressionswelle, die vor allem linke antizionistische Organisationen trifft und schon zu Gefängnisstrafen bis zu 17 Jahren geführt hat (für Daud Turki und Ehud Adiv als Führer eines angeblichen „Spionage- und Sabotagenetzes“), das Bekanntwerden von (...)

FORVM, No. 244

Karl Kraus und der Zionismus

Die Nationalitätenfrage als Klassenfrage
April
1974

Unter den Schriften von Karl Kraus ist „Eine Krone für Zion“ (Wien 1898, 31 Seiten) die unbekannteste. Kraus selbst hat den Verkauf 1913 einstellen lassen, und in der Zeit des wachsenden Antisemitismus antijüdisch Interpretierbares mehr und mehr aus seinem Werk herausgenommen, vor allem in seinen (...)

FORVM, No. 249/250

Rumpf-Palästina?

Organisationen und Ziele der Palästinenser
September
1974

Die politisch-militärische Organisation Al Fatha ist seit ihrem ersten Kommuniqué über die Durchführung von Guerilla-Operationen am 1.Januar 1965 unaufhörlich gewachsen und zur weitaus größten Formation des palästinensischen Widerstandes geworden. In ihr gibt es jedoch mehrere, zum Teil gegensätzliche (...)

FORVM, No. 249/250
Dokumentation

Israelischer Landraub

Von der Besetzung zur Annexion
September
1974

Unmittelbar nach dem Sechstagekrieg, am 14. Juni 1967, nahm der Sicherheitsrat der UNO die Resolution Nr. 237 an, in der Israel aufgefordert wird, „für Schutz, Wohlergehen und Sicherheit der Bewohner der Gebiete, in denen militärische Operationen stattgefunden haben, zu sorgen und die Rückkehr der (...)

FORVM, No. 323/324

Die Judenfalle

Hersch Mendel — wie ostjüdische Arbeiter Zionisten wurden
November
1980

Über Wege, Umwege und Sackgassen der jüdischen Arbeiterbewegung im Osten sprach der deutsche Journalist Eike Geisel mit zwei deutschen Juden, Jakob Moneta und Jakob Taut, die beide aus Polen stammen. Anlaß war das Erscheinen der Autobiographie eines Proletariers aus Warschau: Hersch Mendel: (...)

FORVM, No. 344-346

Zukunft für Israel!

Oktober
1982

Es war im Februar 1960 in einem Café in Kairo. Einige ägyptische junge Leute versuchen, mir klarzumachen, daß die Israelis Hunde seien und Ben Gurion kein Mensch, sondern eine ekelhafte Mischung aus Schakal und Aasgeier. Ich werfe ihnen vor, gegen alle Konflikterfahrungen zu verstoßen: wer seinen (...)

MOZ, Nummer 40

„Land gegen Frieden“

April
1989

Abba Eban war von 1966-1974 israelischer Außenminister. In einem Artikel der „New York Times“ sprach sich Eban Anfang Januar für einen direkten Dialog zwischen Israel und der PLO aus. Georg Stein sprach mit Abba Eban in Den Haag. MOZ: Die Mehrheit der PLO hat nun auf dem Nationalrat in Algier das (...)

FORVM, No. 426/427

Der Friede in Palästina ...

Politiker fürchten sich
Juni
1989

Klaus Kufner: Was sagen Sie zu der starren Haltung Israels zum Dialogangebot von seiten der PLO? Uri Avnery: Die israelitische Politik hat sich im Grunde nicht verändert. Sie wird bestimmt durch Ministerpräsident Shamir und seine Partei der Likud, und das Ziel ist, die israelische Herrschaft im (...)

FORVM, No. 426/427

... ist unausweichlich

PLO: Unser Partner ist das israelische Volk
Juni
1989

Vier Monate nach dem Durchbruch von PLO-Chef Arafat zur gleichzeitigen Absage an den Terror wie zur Annahme von Israels staatlicher Existenz warten die Palästinenser noch immer auf eine positive Reaktion der israelischen Führung. Doch hat sie dieses Warten an der Richtigkeit des neuen Kurses (...)

FORVM, No. 426/427

Es war auch mein Fehler

Juni
1989

Klaus Kufner: Auf welche historische Wurzeln können junge Sozialisten heute zurückgreifen, um wieder zu einem gesunden Selbstbewußtsein zu kommen? Denn derzeit sieht es so aus, als wäre die Sozialdemokratie in einer Umstrukturierungsphase. Bruno Kreisky: Naja, ich weiß nicht, ob man das als (...)

MOZ, Nummer 43
Israel:

Ein Apartheidstaat

Juli
1989

Mitte Juni besuchte der Buchautor und Leiter des „Jerusalem-Institutes für Friedensservice“ in London Wien. In seinem jüngst erschienenen Buch „Israel — ein Apartheidstaat“ setzt er sich wissenschaftlich mit den Phänomenen Rassismus und Zionismus auseinander. Für die MOZ hat er seine Thesen (...)

FORVM, No. 430/431

„sondern zunehmend ab“

November
1989

Der „Standard“, von Oscar Bronner gegründet gegen den Einheitsbrei der hiesigen Presse, beglückt uns neuerdings mit einer Zeitschriftenschau; gerade der rechte Moment, es auch mit ihm uns sorgfältig zu verderben: Er ordnet sich nämlich selbst gar bacher-dalmatisch ein ins Unisono der hiesigen Presse, (...)

MOZ, Nummer 58
Sowjetjuden nach Palästina

Aus Opfern werden Täter

Dezember
1990

Zu Hause werden sie von antisemitischen Organisationen unter Druck gesetzt, als Auswanderer Richtung Palästina für zionistische Aussiedlungspolitik instrumentalisiert. Die sowjetischen Juden, Opfer in Moskau, werden in den von Israel besetzten Gebieten zu Tätern. Während in Moskau die Beamten auf (...)

FORVM, No. 445-447
Faisal Aweidah, PLO, Wien

Was ist passiert?

6. März 1991 — Interview
März
1991

Wie sehen Sie die Lage am Golf? Basra ist von den Amerikanern mehr oder weniger kontrolliert. Daher die von den USA gesteuerten Unruhen und sogenannten Protestdemonstrationen. Ansonsten ist die Situation durchaus wieder unter der Kontrolle der irakischen Regierung. Das Volk steht mehrheitlich (...)

FORVM, No. 448-450

Die Palästinenser sind die Juden

Mai
1991

Ihre Recherchen über Waldheim haben das FORVM mit Antifaschismus geschmückt, ihr nachstehender Beitrag läßt sich auch als Illustration zu dem nebenstehenden von Karl Pfeifer lesen. -Red Erstens sei vorweggenommen, und damit ein für allemal festgestellt und auch durch die Geschichte und in den (...)

FORVM, No. 448-450

Realitätsflucht oder Friede

Mai
1991

Der Autor, 1928 in Baden bei Wien geboren, emigrierte 1938 über die Schweiz, Italien und Jugoslawien nach Ungarn und kehrte 1951 nach Österreich zurück, wo er unter Pseudonymen und eigenem Namen in »AZ« und FORVM publizierte. Der zwischen 1980 und 1987 viermal aus Ungarn ausgewiesene Journalist ist (...)

FORVM, No. 452-454

Palästinenser &/oder Juden

Juli
1991

Friederice Beyers „Die Antisemiten sind die Israelis“ hat, gemeinsam mit Karl Pfeifers „Friede oder Realitätsflucht“ im vorigen Heft, jene produktive Erregung ausgelöst, der wir die wildesten Diskussionen danken: hier ist sie, mehr im nächsten Heft. Zudummheiten „Friederice Beyer“ zitiert mich in (...)

FORVM, No. 452-454

Israelischer Faschismus oder polnische Erbschaft?

Juli
1991

Zionismus = Rassismus? Am 10. November 1975 nahm die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution an, die Zionismus mit Rassismus gleichsetzt. Das Ziel der Urheber dieser Resolution war es, den Staat Israel und die Bewegung, die ihn hervorgebracht hat, zu verleumden. Sowohl in der (...)

Context XXI, ZOOM 3/1996

Sand in die Augen

John Bunzl* über die Wahlen in Israel und deren politische Auswirkungen.
Juni
1996

ZOOM: Die Wahlen in Israel sind geschlagen. Wie sieht die Mehrheit Netanyahus in der Knesset aus? John Bunzl: Netanyahu wird in erster Linie von den religiösen Parteien unterstützt, die bei den Wahlen besonders erfolgreich waren. Aber auch die Partei Der dritte Weg – eine Abspaltung der (...)

Context XXI, ZOOM 6/1996

Friedensprozeß statt Frieden

Oktober
1996

Uri Avnery war Abgeordneter der Knesseth, friedenspolitischer Berater verschiedener Regierungspolitiker (u.a. auch von Bruno Kreisky). Heute ist er prominenter Aktivist der israelischen Friedensbewegung, Publizist und Journalist in Tel Aviv. ZOOM: Wie sehen Sie die Chancen für den (...)

Context XXI, ZOOM 6/1997

Naher Osten

Oktober
1997

Im Januar 1997 kam es auf Zypern zu der sogenannten Raketenkrise, als der griechische Teilstaat russische Luftabwehrraketen installieren wollte. Die Türkei drohte, die USA konnten mit stärksten Druck vermitteln. Die Türkei und Israel verkündeten Anfang Mai 1997 eine gemeinsame Verteidigungsdoktrin. (...)

Context XXI, ZOOM 7/1997
Hans Benedict:

Bis der Tod sie eint

Ein israelisch-palästinensi­scher Tatsachenroman
November
1997

Der Schnittechnik und Raf­fung von Filmen folgend, reist Benedict durch ein Jahrhundert, im Sauseschritt von der Zeit des osmanischen Reiches bis in die Mi­nisterpräsidentschaft Yitzhak Rabins, manchmal All­tägliches unter die Lupe nehmend, Blutrache und po­litische Ebenen vermengend, dann sich (...)

radiX, Texte

Damit nicht alle TäterInnen straflos ausgehen

 
2000

Buchbesprechung: Nakam. Jüdische Rache an NS-Tätern. (Jim G. Tobias/Peter Zinke: Konkret Literatur Verlag, Hamburg 2000). „Wie die Lämmer zur Schlachtbank“ – diese weitverbreitete Ansicht über die angeblich widerstandslose Vernichtung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden, existiert trotz des (...)

radiX, Nummer 3

Nationalismen und Bantustans

Über die Kritik am Nahost-„Friedensprozeß“
Mai
2000

Mit der Unterzeichnung des Abkommens von Oslo und seinen Folgeabkommen kam zum ersten mal seit der Gründung des Staates Israel ein Prozeß in Gange in dem ein Teil der palästinensischen Politik und der Bevölkerung in den besetzten Gebieten mit der Regierung Israels in einen Dialog trat, der zu einer (...)

Context XXI, Heft 3-4/2000

Neues aus Nahost

Juni
2000

In Israel und seinen Nachbarstaaten überschlagen sich in den letzten Monaten die Ereignisse. In Österreich ist ein Sammelband zum Thema erschienen. Innerhalb weniger Tage zog sich die israelische Armee Ende Mai überraschend früh aus dem Libanon zurück. Gleichzeitig mit dem Rückzug der Israelis (...)

radiX, Aussendungen

Israel, Palästina und andere Nationalstaaten

Zu den jüngsten Ereignissen im Nahen Osten
November
2000

Nicht erst seit dem Besuch des israelischen Likud-Chefs Sharon auf dem Tempelberg kocht die Stimmung unter der palästinensischen Bevölkerung der besetzten Gebiete. Die Unruhen, die dem provokativen Besuch des rechtsextremen Politikers folgten und bisher schon fast 200 Menschenleben gekostet (...)

Café Critique, Jahr 2000

Kreiskys Erben? Hitlers Erben.

Dezember
2000

Wenn einer glaubt, es könne keine Steigerung mehr geben, wird er in Österreich stets eines Besseren belehrt: hier ist alles immer noch mieser als anderswo - auch der Antiimperialismus. Sie schreien (noch) nicht: Treibt die Juden ins Meer, aber sie wollen „vom Jordan bis zum Meer“ ein „arabisches (...)

Café Critique, Jahr 2001

Es gibt keinen richtigen Ort

Februar
2001

Die deutsche Linke sollte keine Ratschläge erteilen, sie sollte aber auch nicht schweigen. Die deutsche Linke sollte es am besten gar nicht geben. Wer das Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge fordert bzw. keinen Unterschied macht zwischen der Einlösung dieses Rechts und einer angemessenen (...)

Context XXI, Heft 1/2001

Die wahren HeldInnen der Weltgeschichte

Ein Buch über jüdische Rache an NS-Tätern
März
2001

Als Jude geboren zu sein, ist keine Schande, es ist ein Unglück! Meine geliebte Frau Anna, wirst du gerächt werden? Meine kleine Tochter Athalia, wirst du gerächt werden? Die Asche dreier Millionen jüdischer Männer, Frauen, Kinder, in Treblinka verbrannt, werdet ihr gerächt werden? Das Motiv der (...)

Context XXI, Heft 2/2001

Ticket To Ride

April
2001

Die Auseinandersetzung mit den theoretischen und praktischen Formen des Antizionismus der linksradikalen militanten und bewaffnet kämpfenden Gruppen in Deutschland scheint angesichts ihrer historischen und politischen Niederlage wie eine überflüssige, billig zu habende Profilierungs- oder (...)

Context XXI, Radiosendungen 2001

Antizionismus in der österreichischen Linken

Juni
2001

Margit Reiter über Israel-Kritik nach der Shoah. Eine Sendung von Cafe Critique. Am 23.10.2001 hatte in Wien die Veranstaltung „Israel und die Linke“ stattgefunden, die von Cafe Critique und der Basisgruppe Politikwissenschaft organisiert wurde. Margit Reiter, die vor kurzem die Studie „Unter (...)

Context XXI, Radiosendungen 2001

Die postfaschistische Linke, Israel und das WTC

Juni
2001

Horst Pankow über linke Projektion und die Anschläge von New York City. Eine Sendung von Cafe Critique. Am 23.10.2001 hatte in Wien die Veranstaltung „Israel und die Linke“ stattgefunden, die von Cafe Critique und der Basisgruppe Politikwissenschaft organisiert wurde. Nachdem dort die Wiener (...)

Context XXI, Heft 5/2001

Never ending story II

September
2001

Margit Reiter hat eine umfassende Studie über Antisemitismus und Antizionismus in der österreichischen Linken vorgelegt. Darf man über linken Antisemitismus schreiben, wenn man weiß, dass die Rechte die Existenz solch eines Antisemitismus zur Entschuldigung und Verharmlosung der eigenen, mal (...)

Streifzüge, Heft 3/2001

Alles auf Kursk

Der islamistische Terror und die Selbstversenkung der radikalen Linken
Oktober
2001

Die Selbstmordattentate vom 11. September haben nicht nur die Twin-Towers gesprengt, sie sprengen auch das politische Bezugssystem. Nicht dass der Politik eine Scheu vor Leichenbergen anzudichten wäre, aber sie pflegt zu Gewalt und Massenmord eine instrumentelle Beziehung. Weniger die schiere (...)

radiX, Aussendungen

Rechtsextreme Palästina-Solidarität

Dezember
2001

Auf der homepage der rechtsextremen Wiener Nachrichten Online (WNO) findet sich ein Aufruf zu einer Demonstration „Gegen Terrorismus und Krieg. Frieden für Afghanistan und Palästina“, die am 15. 12. um 13 Uhr am Wiener Schwedenplatz beginnen soll. In diesem werden antisemitische Mörderbanden zu (...)

Café Critique, Jahr 2002

Wer über Israel spricht, muß mit antisemitischen Ressentiments rechnen

Januar
2002

Replik auf Aug und Ohr, Gegeninformationsinitiative: „Wer hier hereinkommt, das bestimme ich! Tumult und Redeverbot in Wien auf einer Veranstaltung mit einem Vertreter der Bahamas!“ Am 23. Oktober fand in der Wiener Universität die Veranstaltung „Israel und die Linke“ statt, die von dem (...)

Context XXI, Radiosendungen 2002

Die Juden und Europa im Jahre 2002

März
2002

Thomas von der Osten-Sacken, Stephan Grigat und Ilka Schröder über das aktuelle Verhältnis der EU zu Israel und über den Antisemitismus in Europa. Vom 10. bis 12. Mai fand in Berlin eine internationale Israel-Solidaritätskonferenz statt, die vom Berliner Bündnis gegen IG Farben organisiert wurde. (...)

Streifzüge, Heft 1/2002

Islamischer Antisemitismus?

Antijudaismus in islamischen Gesellschaften
März
2002

Nicht erst seit dem 11. September ist die Frage nach arabischem und islamischem Antisemitismus eine, an der sich die Linke nicht mehr vorbeidrücken kann. Die Aufgeregtheit, mit der diese Frage diskutiert wird, steht jener um die Einschätzung des 11. Septembers um nichts nach. Auf allen Seiten (...)

Streifzüge, Heft 1/2002

Von Auschwitz nach Bagdad

Anmerkungen zu den wundersamen Wandlungen des Anti-Antisemitismus
März
2002

Der folgende Artikel stammt aus dem Jahr 1991 und ist in der Krisis 11 erschienen. Vor allem ob der aktuellen Parallelen dokumentieren wir ihn hier in einer Kurzfassung. Die Zwischentitel stammen von der Redaktion. Hu-Hu-Hussein!? (…) Die Zuspitzung am Golf ging natürlich auch an der (...)

Streifzüge, Heft 1/2002

Auschwitz und Wahnwitz

Offener Brief an Gerhard Scheit
März
2002

Der Grund, warum ich mich zu Deinem kleinen Text (vgl. „Streifzüge“ 3/2001) über das Auseinanderbrechen des Wiener „Kritischen Kreises“, der die „Streifzüge“ hervorbrachte, äußere, ist der, dass er mir einen Begriff an die Hand gibt, der es mir erlaubt, meine Haltung zur These, die „islamistischen (...)

Streifzüge, Heft 1/2002

Auf dem Minenfeld

Vier Versuche einer Beschreibung, aber auch einer Entschärfung von Knallkörpern
März
2002

Gerüchten zufolge soll die Trennung in der alten Streifzüge-Redaktion auch damit zu tun haben, dass es dem neuformierten Kritische Kreis eigentlich darum geht, missliebige Themen auszuklammern, konkret die Frage des Antisemitismus ganz einfach zu entsorgen. Dass dem nicht so ist, demonstriert (...)

radiX, Aussendungen
„Damals haben die Juden in Europa was erlebt“

Protokoll einer völkischen Allianz

April
2002

Vier Tage nachdem Neonazis in einer von Burschenschaften organisierten Demonstration gegen die Wehrmachtsausstellung „Sieg Heil“ gröhlend und unter kameradschaftlichem Augenzwinkern der Polizei und der Regierungsparteien durch die Wiener Innenstadt marschierten, trafen sich Rechtsextreme aller (...)

Context XXI, Radiosendungen 2002

Islamismus und Faschimus, Teil 1

Mai
2002

Claudia Dantschke und Thomas Uwer über Verbindungen zwischen rechtsextremen und islamistischen Gruppierungen und über den trikontinentalen Faschismus im Irak. Vom 10. bis 12. Mai fand in Berlin eine internationale Israel-Solidaritätskonferenz statt, die vom Berliner Bündnis gegen IG Farben (...)

Context XXI, Heft 2/2002
Wessen Frieden?

„Die Friedensbewegung auf der palästinensischen Seite ist geführt von Yassir Arafat“

Uri Avnery im Gespräch
Mai
2002

Die Zuspitzung der Lage im Nahen Osten, aber auch die deutliche Zunahme antisemitischer Anschläge und Übergriffe weltweit, hat auch in der Redaktion von Context XXI zu Diskussionen geführt. Wir wollen dabei nicht in die aufgeregte Kriegsberichterstattung bürgerlicher und linker Medien einstimmen, (...)

Café Critique, Jahr 2002

Die Selbstzerstörung der Linken

Von Jean Améry zu Edward Said
Mai
2002

I Der Antisemitismus ist im Antizionismus enthalten wie das Gewitter in der Wolke, schrieb Jean Améry 1969 in seinem Aufsatz über den „ehrbaren Antisemitismus“ - der damit schließt, daß es keinen ehrbaren Antisemitismus geben könne, denn was der Antisemit, wie immer er auch auftrete, im Sinn habe, (...)

Context XXI, Radiosendungen 2002

Der ehrbare Antisemitsmus

Mai
2002

Gerhard Scheit und Michael Holmes über den „ehrbaren Antisemitismus“ Israelkritik bzw. Antizionismus. Über Said, Adorno und Améry.

Café Critique, Jahr 2002

L’antisémitisme, l’antisionisme et la gauche

Conférence tenue à Mayence le 13 mai 2002 dans le cadre des « Deutsche Projektionen »
mai
2002

Si on souhaite s’informer pour savoir si l’idée d’un antisémitisme de gauche tient debout, on peut se référer à une bibliographie qui depuis quelques années ne cesse de s’élargir. Hannah Arendt critiquait déjà dans les années cinquante l’idée que l’antisémitisme serait un phénomène exclusivement de droite : (...)

Context XXI, Radiosendungen 2002

Zionismus und Kommunismus

Mai
2002

Simone Dinah Hartmann und Joachim Bruhn über die Linke und den Zionismus.

Streifzüge, Heft 2/2002

„Jüdischer Staat“ und „Befreiung Palästinas“

Konzepte ohne Perspektive
Juni
2002

Die „Befreiung Palästinas“ hat im Mittel des Mords durch Selbstmord einen Trumpf entdeckt. Auch wenn die Zahl der Todesopfer auf palästinensischer Seite das Drei- bis Vierfache der getöteten Israelis ausmacht, so können die „Gotteskrieger“, welche auf längere Sicht allein zu dieser über- und daher (...)

Streifzüge, Heft 2/2002

Die Jubelperser der Weltpolizei

Eine verschworene deutsche Gemeinschaft: Die sogenannten Antideutschen von Bahamas/ISF Freiburg als Zeloten für „Freedom and Democracy“
Juni
2002

Wenn sich der oberste Kriegsherr der demokratischen Weltbarbarei in Berlin die Ehre gibt, gehört zu den devoten Begrüßungskommandos auch ein Häuflein von Claqueuren, das die Verrücktheit der bürgerlichen Ideologie an den Grenzen des modernen warenproduzierenden Systems in besonders signifikanter (...)

Context XXI, Heft 3-4/2002

„Es gibt eine Grenze!“

Interview mit Dan Tamir
Juni
2002

Dan Tamir ist Offizier der israelischen Armee und Mitarbeiter der israelischen Friedensbewegung Yesh Gvul, die 1982 im Zuge der Libanon-Invasion entstanden ist um Soldaten zu unterstützen, die repressive Befehle gegen Zivilisten verweigern. Damals wurden 168 Dienstpflichtige inhaftiert. Seit dem (...)

Context XXI, Heft 3-4/2002

Transfer eines Feindbildes

Antisemitismus in islamischen Gesellschaften
Juni
2002

In der Diskussion über die jüngste Eskalation des Nahostkonfliks und die antisemitischen Angriffe der “weltweiten Intifada” in Europa kommt leider nur zu oft die sachliche Analyse und Kritik des Antisemitismus in islamischen Gesellschafen zu kurz. Bisher sind zu diesem Thema nur einzelne Artikel, (...)

Café Critique, Jahr 2002

To know the worst

Über den kategorischen Imperativ Adornos im Zeitalter des suicide bombing
September
2002

Das Ganze ist das Unwahre bedeutet das Gegenteil von: alles ist eins. Nicht von ungefähr hat Adorno dem zweiten Teil der Minima moralia das Motto (von F. H. Bradley) vorangestellt: „Where everything is bad / it must be good / to know the worst.“ Der kategorische Imperativ, den Adorno später in der (...)

radiX, Aussendungen

Niemals Vergessen!

Gegen Antisemitismus und Faschismus!
Oktober
2002

Die Pogrome rund um den 9. November 1938 waren nur die Höhepunkte eines von antisemitischen Ausschreitungen geprägten Jahres. Im Raubzug gegen ihre jüdischen Nachbarn spielten die Wiener und Wienerinnen eine Vorreiterrolle im gesamten deutschen Reich. Sie begannen sofort nach der umjubelten (...)

Context XXI, Heft 5-6/2002

„Neue Historiker“ schreiben die Geschichte um

November
2002

40 Jahre nach dem Unabhängigkeitskrieg trat in Israel eine Generation „neuer Historiker“ auf, die in den arabischen Ländern und von links- und rechtsextremen „Antizionisten“ bejubelt werden. Es sind in der Regel nach 1948 geborene israelische Wissenschaftler, die sich in ihren Arbeiten auf die Jahre (...)

Context XXI, Heft 5-6/2002

Gedächtnis und Geschlecht

November
2002

Sammelbände sind selten Bücher, die frau als Gesamtes empfehlen kann. So auch ein neuer Band über Geschlechterkonstruktionen in verschiedenen Formen des Erinnerns an den Nationalsozialismus, der neben guten Beiträgen auch einiges an Schund enthält. Ich lese und staune: „Das jüdische Gedächtnis“ sei (...)

Context XXI, Radiosendungen 2002

Antisemitismus in der Linken

Dezember
2002

Antisemitismus ist keine ausschließliche Domäne der Rechten. In seinem Referat an der Universität Graz spricht Thomas Schmidinger über die beiden Hauptargumentationslinien linker AntisemitInnen nach 1945, die verkürzte Kapitalismuskritik und der Hass gegen Israel, sowie über die ideologischen (...)

Risse, Risse 3

Völkisches von der Bezirksanwaltschaft

Über eine antisemitische Einstellungsverfügung im Strafverfahren gegen Indymedia
Dezember
2002

Das Verfahren gegen den schweizerischen Ableger von Indymedia und den Cartoon ihres Hauszeichners Latuff ist eingestellt worden. Mit der gerichtlichen Verfügung ist ein weiterer Meilenstein in der langen Geschichte des unzertrennlichen Verhältnisses zwischen schweizerischem Amtsschimmel und (...)

Context XXI, Heft 7/2002

Wissenschaft als Kritik

Der israelische Historiker Benni Morris im Gespräch
Dezember
2002

Prof. Benni Morris, den ich im Mai am Rande einer Konferenz in Berlin getroffen habe, wurde als einer der ersten „postzionistischen“ oder „neuen Historiker“ auch über die Grenzen Israels hinaus bekannt. Diese Generation von sich selbst als parteiisch begreifenden WissenschafterInnen hatte es sich (...)

Context XXI, Heft 7/2002

Short Cuts

Dezember
2002

Christoph Burgmer: Das negative Potential. Gespräche mit Johannes Agnoli. Freiburg, ca ira-Verlag, 80 Seiten, 9,50 Euro Agnoli führt aus, warum der Staat notwendigerweise ein Zwangsverhältnis darstellt, das für allerlei Dinge zu gebrauchen ist, aber ganz sicher nicht für die Emanzipation der (...)

Café Critique, Jahr 2003

Der Irak und der Krieg

März
2003

Einladungstext zu der Veranstaltung „Die Ideologie des Baath-Regimes, die Friedensbewegung und das Massaker von Halabja“ mit Thomas von der Osten-Sacken im Jüdischen Gemeindezentrum im März 2003 Die baathistische Herrschaft im Irak ist am ehesten als ein panarabischer Faschismus unter (...)

Café Critique, Jahr 2003

Der Haß der Antiglobalisierungsbewegung auf Israel

Eine Kritik der No-Globals und ihrer Kritiker
Mai
2003

Das Konzept des SPOG-Kongresses vermittelte von Anfang an den Eindruck, als wolle man sich einmal treffen, um über dieses und jenes zu reden, um nachher in etwa so weiterzumachen wie bisher. Anfänglich waren Israel und die antisemitischen Ausfälle der Palästinasolidarität als Themen gar nicht (...)

Risse, Risse 5

Braune Brause fürs Volk

Juni
2003

Mecca-Cola wurde zum neuen Lifestylegetränk urbaner Gutmenschen. Dass es aber dessen Entwicklern zuletzt um die immer wieder behauptete Unterstützung palästinensischer Kinder geht belegt folgender Bericht. Wer zwecks Kauf neuer Bluejeans einen Laden der Lifestylekette «Speed Company», welche in (...)

Context XXI, Radiosendungen 2003

Sogar am Erdbeben waren wir Juden schuld!

Juni
2003

Antisemitismus in Mexiko. Ein Interview mit Esther Shabot, Juni 2003.

Context XXI, Heft 4-5/2003

Dort, wo man Fahnen verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen

August
2003

Markus Kemmerling brachte es auf den Punkt: „In einem Land, in welchem nicht nur vereinzel­te Rechtsextreme mit Befrei­ung den Abzug US-amerika­nischer Truppen assoziieren, kann es niemanden ernsthaft überraschen, wenn im Groß­deutschen und Antijüdischen fußende Ressentiments durchbrechen, sobald (...)

Context XXI, Heft 4-5/2003

„Gerade dieses Volk ...“

August
2003

Dolores M. Bauer: Israel/Palästina: Wenn aus Opfern Täter werden. Eine Textanalyse. Das Buch der ehemaligen ORF-Reporterin Dolo­res M. Bauer: Israel/Palästina: Wenn aus Opfern Täter wer­den (Edition Va Bene, Wien- Klosterneuburg 2002) stellt sich als subjektiv-persönlicher Beitrag zu einem Frieden (...)

Context XXI, Heft 4-5/2003

Short Cuts

August
2003

Robert Kurz: Weltordnungskrieg. Das Ende der Souveränität und die Wandlungen des Imperialismus im Zeitalter der Globalisierung. Horlemann Verlag, Bad Honnef 2003, 448 Seiten, EUR 19,80 Lange Jahre haben sich Robert Kurz und seine Mitstreiter und -streiterinnen von der Nürnberger (...)

Café Critique, Jahr 2003

Kundgebung

November
2003

Niemals vergessen! Gegen Antisemitismus und Faschismus! Die Pogrome rund um den 9. November 1938 waren nur die Höhepunkte eines von antisemitischen Ausschreitungen geprägten Jahres. Im Raubzug gegen ihre jüdischen NachbarInnen spielten die OstmärkerInnen eine Vorreiterrolle. Bereits vor der (...)

Café Critique, Jahr 2003

Redebeitrag für die Gedenkveranstaltung zum Novemberpogrom

am 9. November 2003 vor der in der Pogromnacht zerstörten Synagoge in der Zirkusgasse in Wien
November
2003

Am 9. November 1938 wurden in einer konzertierten Aktion im gesamten Deutschen Reich die Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert, Juden und Jüdinnen misshandelt, verhaftet und ermordet. Die von den Nazis geplante politische Inszenierung wurde von weiten Teilen der (...)

Context XXI, Heft 2-3/2004

Antirassistischer Antisemitismus

Judenhass im moralisch einwandfreien Gewand
März
2004

Auch nach jahrelanger Auseinandersetzung und seminaristischer Bearbeitung des Themas herrscht in der Linken ein falscher Begriff des Antisemitismus vor. Dies legt durchaus den Schluss nahe, dass es sich hier weniger um ein Verkennen dessen Charakters handelt, als vielmehr um ein interessiertes (...)

Context XXI, Heft 2-3/2004

Hallo, Leute von der Arge Wehrdienstverweigerung!

März
2004

Dieses Schreiben richtet sich an alle, die in der Arge tätig sind und sich verantwortlich fühlen. Die Redaktion Context XXI ist über die Trennung von der Arge nicht unglücklich. Längst schon hat es inhaltliche Differenzen gegeben, die jetzige Trennung ist nur mehr eine formale Angelegenheit. Die (...)

Context XXI, Heft 6-7/2004

Antiemanzipatorisches Ressentiment

Der Antizionismus als Kampf gegen die „künstliche Zivilisation“
Oktober
2004

Es gilt, einen kriti­schen Begriff von Antisemitismus und Antizionismus zu erarbeiten, also den linken Allgemeinplatz zu widerlegen, welcher behauptet der Anti­semitismus sei das eine, der Antizionis­mus dagegen das ganz andere. Wie schon der Untertitel des Marxschen Haupt­werks — Kritik der (...)

Context XXI, Heft 8/2004

Kritik und Entlastung

Dezember
2004

Wenn sich ein respektabler Journa­list wie Hans Rauscher, seriös und Meinungsbildner, mit Antisemitis­mus auseinandersetzt, so ist das zunächst einmal ein Grund für Zu­versicht, hat er doch gute Chancen damit auch gehört zu werden. Mit dem im Oktober 2004 erschienen Buch Israel, Europa und der neue (...)

Café Critique, Jahr 2005

Im Dilemma

Eindrücke von der radikalen Linken in Israel
 
2005

Was bedeutet es, im Staat der Shoah-Überlebenden radikale Staats- und Kapitalkritik zu formulieren? Radikale Linke befinden sich in Israel in einem Dilemma, das aber nur den wenigsten bewusst zu sein scheint. Der Normalzustand ist, dass man sich als Staatskritiker gegen die Ideologie zur Wehr (...)

Café Critique, Jahr 2005

„Suicide Attack. Zur Kritik der politischen Gewalt“

Buchpräsentation, Berlin, im Februar 2005
Februar
2005

Einführungstext Spätestens der tausendfache Mord der Suicide Attacks vom 11. September hat unübersehbar gemacht, was sich bereits zuvor in den zahlreichen Selbstmordattentaten in Israel manifestiert hatte: eine Bewegung, die im Namen Allahs zum Djihad aufruft gegen Juden und alles was sie mit (...)

Café Critique, Jahr 2005

Antiemanzipatorisches Ressentiment

Der Antizionismus als Kampf gegen die „künstliche Zivilisation“
Februar
2005

Wie schon der Untertitel des Marxschen Hauptwerks – Kritik der politischen Ökonomie – verrät, ist die kapitalistische Gesellschaft nur als staatlich verfasste adäquat zu fassen. Der Staat ist entgegen der gängigen marxistischen Ansicht keineswegs ein Überbauphänomen, der sich über einer ökonomischen (...)

Café Critique, Jahr 2005

„Antirassismus“ als ehrbarer Antisemitismus

Zweite Erklärung zur Sprengung unserer Veranstaltung „Der Iran und die Bombe“ am 9. März 2005
März
2005

Der Abend muss eine große Genugtuung gewesen sein. Endlich, nachdem sich die internationale Solidarität bislang in erster Linie auf das Verfassen feuriger Apologien heldenhaft „kämpfender Völker“ und das Spendensammeln für baathistische und islamistische Massenmörder beschränkt hatte, konnte den (...)

Café Critique, Jahr 2005
Erste Stellungnahme zur Verhinderung unserer Veranstaltung

Der Iran und die Bombe

am 9. März 2005
März
2005

Am Mittwoch Abend sollte im Wiener Café 7Stern, dem Kulturcafé der KPÖ Wien, auf Einladung der Gruppierung Café Critique und der Studienrichtungsvertretung Politikwissenschaft unter dem Titel Der Iran und die Bombe ein Vortrag über das Atomwaffenprogramm der Teheraner Regierung stattfinden. Thomas (...)

Café Critique, Jahr 2005

Redebeitrag auf dem Befreiungsfest

Mai
2005

am Schwarzenbergplatz zum 8. Mai 2007 in Wien, das von Café Critique, der STV Politikwissenschaft, der Israelitischen Kultusgemeinde und vielen anderen organisiert wurde. Heute ist das Gedenken an die Befreiung vom Nationalsozialismus mehr denn je mit der Verpflichtung verknüpft, einen neuen (...)

Context XXI, Heft 3-4/2005

„Antizionismus“ in der KPD der 1920er Jahre

Juni
2005

Bislang wird Antizio­nismus in der Linken vor allem auf die Zeit nach dem Sechs-Tage-Krieg verortet und generell als ein Nach-1945-Phänomen verstanden. Das Bild, das dabei trans­portiert wird, sieht ungefähr so aus: Zwar seien schon vor 1933 antisemitische Äußerungen und Handlungen in der (...)

Context XXI, Heft 5-6/2005

Frauenräume in der Zionistischen Weltorganisation (1897-1920)

Oktober
2005

FRAUENRAUM – das kann ein Zimmer, eine Küche, die Mode sein. Weiterhin können Verhaltensnormen wie auch eine bestimmte Körpervorstellung einen Frauenraum bilden. Im Folgenden wird unter Frauenraum ein Raum für politische Aktivität der Frauen und ihre Beteiligung an der zionistischen Bewegung (...)

Context XXI, Heft 5-6/2005

Wahn und Wohnzimmer

Oktober
2005

Ebenso wie der Antisemitismus nach 1945 Auschwitz in sein System der Schuldabwehr aufgenommen hat, so wurde auch, der Scheinrationalität des Wahns konsequent folgend, der Hass auf Israel, Staat gewordene Konsequenz aus der Shoa, in das antisemitische Weltbild integriert. Israel stellt in dieser (...)

Café Critique, Jahr 2005

Paradise no!

Judenmord für 7 Euro
Oktober
2005

Café Critique, Jahr 2005

Lechts und rinks

Und wie man das verwechseln kann, wenn es um Israel geht
Dezember
2005

Der Schutz von Juden und Jüdinnen vor Verfolgung ist der Zweck des israelischen Staates. Gegen diesen Charakter der israelischen Staatlichkeit richten sich die Bestrebungen der meisten sogenannten Post-, Nicht- oder Antizionisten in Israel, die das deutsch-europäische Bedürfnis nach legitimer, (...)

Context XXI, Heft 7-8/2005

Unlawful Combatants

Das Dilemma des „War on Terror“
Dezember
2005

Das berüchtigte US-Internierungslager in Guantanamo erinnert sicherlich nicht an deutsche KZ’s, wie neben Giorgio Agamben und Micha Brumlik auch ungezählte Linke meinen behaupten zu müssen. Geheuchelte moralischer Empörung dieser Art nährt sich aus einem Antiamerikanismus, der schon immer wusste, (...)

Café Critique, Jahr 2006

Befreite Gesellschaft und Israel

Zum Verhältnis von Kritischer Theorie und Zionismus
 
2006

Kritische Theorie ist das Gegenteil von linker Gesinnung. Rekapituliert man, was in den letzten vierzig Jahren so alles unter „die Linke“ firmierte und damit einen Anspruch darauf anmeldete, Teil einer umfassenden Emanzipationsbewegung zu sein, läßt sich in der Rückschau die Tatsache, daß die (...)

Café Critique, Jahr 2006

Französische Avantgardisten und der Zionismus

Die Situationisten über Israel
 
2006

Erinnert man heute an die 68er-Bewegung, kommt die Sprache schnell auf die Ereignisse des Pariser Mai, in dem die französischen Studenten und Arbeiter das Land an den Rand einer revolutionären Situation brachten. Wenig bekannt ist hingegen, wer die geistigen Wegbereiter dieser Ereignisse waren. (...)

Streifzüge, Heft 36

Nebelschwaden und Gewitterwolken

Sechs Notizen anlässlich des Nahostkonflikts
März
2006

1. Lechts und Rinks Mangelnde Bildung mag durchaus die mentale Stabilität fördern, wenn man ein Antisemit ist. Voraussetzung ist das jedoch keineswegs. Und beschönigen oder verharmlosen lässt sich damit auch kaum etwas. Die beschwichtigenden Hinweise auf eine gewisse intellektuelle Unbedarftheit (...)

Context XXI, Jahr 2006

Der Iran – Antisemitismus & Aufrüstung

Juni
2006

Nach der Wahl Mahmoud Ahmadinejads zum Präsidenten der Islamischen Republik Iran hat sich die politische Landschaft der vorderasiatischen Regionalmacht stark verändert: das endgültige Scheitern der Bestrebungen auf dem Wege institutioneller Teilnahme demokratische Reformen durchzusetzen wurde (...)

Context XXI, Jahr 2006

Holocaust-Leugnung, Israel-Vernichtung und Judenhass

Ahmadinejad und die westliche Reaktion
Juni
2006

Dass der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad den Holocaust leugnet, ist Teil einer Ideologie und langfristigen Strategie. Niemals zuvor hat der Präsident eines grossen und wichtigen Landes die Leugnung des Holocaust zur Regierungspolitik gemacht, und niemals zuvor geschah dies in Verbindung (...)

Context XXI, Jahr 2006

Mit der Hizbollah oder gegen sie?

Die Bundesregierung vor einem Richtungsentscheid
Juni
2006

Erstmals in der Geschichte des Nahostkonflikts sollen deutsche Marineverbände im Auftrag der Vereinten Nationen vor der Küste Libanons tätig werden, um die illegale Einfuhr iranischer Waffen für die Hizbollah nach UN-Resolution 1701 zu unterbinden. Dieser Auftrag wird zur Farce, wenn seine (...)

Context XXI, Jahr 2006

„Der einzige Politiker, der die Wahrheit sagt …“

Uni Graz untersagt Auftritt von Fritz Edlinger
Juni
2006

Am 10. November 2005 sollte Fritz Edlinger einen Vortragsabend der „Gesellschaft für österreichisch-arabische Beziehungen“ an der Universität Graz mit dem Titel „Palästina — selbständiger Staat oder israelische Kolonie?“ — u.a. mit Ludwig Watzal - moderieren. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der (...)

Streifzüge, Heft 37

Mentale Überlegenheit und militärische Kraft

Anmerkungen zum Nahostkonflikt
Juni
2006

1. Wenn man sich schon auf die von den politischen Akteuren vorgegebene Konfliktlinie einlässt – „Israel und der Westen“ einerseits, die immer mehr unter fundamentalistischen Druck geratenden Regime der islamischen Länder andererseits -, dann sollte man auch den zweiten Schritt tun und das reale (...)

Café Critique, Jahr 2006
Rede bei der Abschlußkundgebung der Demonstration

„Für Israel – und sein Recht auf Selbstverteidigung“

am 28. 7. 2006 in Berlin
Juli
2006

gehalten von Thomas von der Osten-Sacken (Wadi e.V.) im Namen von Café Critique, Redaktion Bahamas, typoskript.net, Berliner Bündnis gegen IG Farben u.a. Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, Ich habe hier und heute die Ehre im Namen all jener Gruppen zu sprechen, die (...)

Café Critique, Jahr 2006

Die Mörder und der Ruf nach Frieden

August
2006

„Es ist Krieg und alle wollen mitmachen.“ So beginnt Thomas Schmidinger seinen Kommentar zur Situation im Nahen Osten in dieser Zeitung am 1. August. Doch tatsächlich ist Krieg und alle wollen Frieden — einen Frieden, der es der Hisbollah ermöglichen würde, ihre Kräfte erneut zu sammeln um den Djihad (...)

Café Critique, Jahr 2006

Über die Israelsolidarität in Zeiten des Krieges

August
2006

Kaum eine Aussendung von Café Critique hat bislang eine so große Zahl an Reaktionen ausgelöst, wie unser Aufruf zu einer Solidaritätskundgebung mit Israel, die wir in Zusammenarbeit u.a. mit der Israelitischen Kultusgemeinde am 20. Juli 2006 in Wien veranstaltet haben, und an der auch der (...)

Café Critique, Jahr 2006

Redebeitrag von Café Critique zur Gedenkveranstaltung an die Reichspogromnacht

am 9. 11. 2006 in der Zirkusgasse in Wien
November
2006

Am heutigen 9. November findet in Wien eine Demonstration gegen Faschismus und Rassismus statt. Die zu dieser Demonstration aufrufenden Gruppen tun sich normalerweise dadurch hervor, dass sie bedingungslose Solidarität mit der Hamas, mit Mahmud Ahmadinedschad und anderen Israelfeinden und (...)

Café Critique, Jahr 2007

Ruf nach dem Gegensouverän

Eine Intervention von Café Critique
Januar
2007

Die übelsten Hinterlassenschaften der Arbeiterbewegung sind jene Denkformen, in denen die illusorischen Vorstellungen der bürgerlichen Gesellschaft über sich selbst mit dumpfen antibürgerlichen Ressentiments amalgamiert wurden, statt als verkehrtes Weltbewusstsein einer verkehrten Welt der Kritik (...)

Streifzüge, Heft 39

Alles außer Krieg ist schwer zu machen

Nicht nur im Nahen Osten, aber vor allem dort – Einige Behauptungen zum Streiten
März
2007

Misere der Wert-Ordnung Krieg ist der Vater aller Dinge. Staat muss sein. Ohne ihn herrscht blanke Gewalt. Mit ihm auch. Aber ordentlich. Seit Thomas Hobbes ist das der Weisheit letzter Schluss, wenn eins über das Leben räsoniert. Und für die moderne Gesellschaft, zu deren Propheten Hobbes zählt, (...)

Streifzüge, Heft 39

Wegsehen oder Solidarität mit Israel?

Civilization of Clash und antisemitischer Vernichtungswahn
März
2007

1. Israel muss von der Bildfläche getilgt werden. Die Wurzel des zionistischen Regimes muss trockengelegt werden. Die Anwendung einer einzigen Atombombe würde Israel völlig zerstören, während sie der islamischen Welt nur begrenzte Schäden zufügen würde. Wer dem gegenwärtigen iranischen Präsidenten (...)

Café Critique, Jahr 2007

Wohin steuern Österreich und die OMV?

Mai
2007

Am 21. April 2007 unterzeichneten die Vertreter der Österreichische Mineralölverwaltung OMV und des iranischen Regimes drei Absichtserklärungen über das größte Erdgas-Geschäft, dass je ein europäisches Unternehmen mit dem Iran abschlossen hat: Der Energiekonzern will sich erstens mit einem Anteil von (...)

Café Critique, Jahr 2007

Tony Judt — ein europäischer Ideologe als sozialdemokratischer Vordenker zur Delegitimation Israels

Zum Vortrag Judts im Bruno Kreisky Forum
Juni
2007

Tony Judt hat einen über tausend Seiten starken Wälzer vorgelegt, die Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart. Der Zweite Weltkrieg ist ihm darin eine allgemeine „Katastrophe, in die Europa sich gestürzt hatte“ und die irgendwie allerlei Opfer produzierte. Wer will es da schon genauer wissen, (...)

Café Critique, Jahr 2007

Antwort an Ulrike Lunacek

Juli
2007

Unser Flugblatt zur Regenbogenparade, in dem wir über die Situation von Schwulen und Lesben im Iran informiert und sowohl den geplanten 22-Milliardendeal der OMV mit dem Regime in Teheran als auch die völlig unzureichende Stellungnahme dazu von Ulrike Lunacek kritisiert haben, hat zu einer (...)

Café Critique, Jahr 2007
Kundgebung

Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs!

September
2007

Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und europäischen Förderer! Es geht um Israel — und um den Restbestand politischer Vernunft! Nachstehend ein Aufruf zu einer Kundgebung gegen Geschäfte mit der iranischen Diktatur am 30. September in Wien. Die Kurzfassung ist der gemeinsame (...)

Café Critique, Jahr 2007

Die iranische Bedrohung

September
2007

Der Iran muss mit allen Mitteln an der Entwicklung von Nuklearwaffen gehindert werden. Alles andere stellt die Existenz Israels zur Disposition. In Israel hatte sich seit dem schlechten Ergebnis des Libanonkrieges im Sommer letzten Jahres eine gewisse politische Agonie eingestellt, oft gepaart (...)

Café Critique, Jahr 2007

Aus dem Holocaust nichts gelernt?

Warnung vor dem iranischen Atomprogramm
September
2007

Grußbotschaft zur Kundgebung „Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs“ am Sonntag, 30. September 2007, 18 Uhr Stephansplatz. Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Freundinnen und Freunde! Ich kann zwar heute hier nicht an dieser wichtigen und notwendigen Kundgebung der Solidarität mit Israel (...)

Café Critique, Jahr 2007

Berichte zur Iran-Kundgebung

September
2007

ÖSTERREICH IRAN ISRAEL JUDENTUM DEMONSTRATION ATOM OMV Protest gegen das iranische Atomprogramm in Wien Utl.: Israelitische Kultusgemeinde und Gruppen kritisieren Geschäfte mit „Mullahs“ - Auch OMV am Pranger Wien (APA) - „Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs“ haben die Israelitische (...)

Café Critique, Jahr 2007

Ganz und gar nicht ums Ganze

Ein Kommentar zum „Ums Ganze-Kongress“ in Frankfurt am Main
November
2007

Kommunistische Kritik kreidet der bürgerlichen Gesellschaft nicht an, dass sie Freiheitsrechte hervorgebracht hat, sondern weist darauf hin, dass eine Gesellschaft, die solche Rechte notwendig hat, eine gewalttätige Gesellschaft ist. Diese Kritik richtet sich nicht gegen das Glücksversprechen der (...)

Café Critique, Jahr 2007

Österreich als Türöffner für die Mullahs

Dezember
2007

Der geplante Milliardendeal der OMV mit dem Iran würde Österreich zum langfristigen strategischen Partner des Mullahregimes in Teheran machen. „Die OMV begegnet ihren Geschäftspartnern auf gleicher Augenhöhe. Schließlich entspricht der Respekt vor Mensch und Umwelt unseren ethischen Prinzipien.“ (...)

Café Critique, Jahr 2008

Die europäischen Steigbügelhalter der Mullahs

Die Schweizer stehen nicht allein mit ihren Iran-Geschäften
 
2008

Die Schweizer sind ihrem EM-Kooperationspartner Österreich nicht nur in fußballerischen Belangen voraus. Während die Österreichische Mineralölverwaltung (OMV) immer noch über ihren 22-Milliarden-Euro-Deal mit dem iranischen Regime verhandelt, hat die Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg letzte Woche (...)

Café Critique, Jahr 2008

Kritik des Zionismus – Lob der EU

 
2008

Micha Brumlik hat eine Kritik des Zionismus vorgelegt, die ihn gleichzeitig attackiert und für ihn Partei ergreift. Von der scharfen Kritik an den antiisraelischen Auslassungen des deutsch-französischen Publizisten und Politikwissenschaftlers Alfred Grosser gelangt man bei der Lektüre zur (...)

Café Critique, Jahr 2008

Kalkül und Wahn im Iran

Replik auf Über die Rationalität iranischen Erdgases von Gerhard Mangott vom 22.12.2007
Januar
2008

Gerhard Mangott stellt in seiner Werbeeinschaltung für die OMV das iranische Regime auf eine Stufe mit autoritär regierten Ländern wie Russland oder Algerien – und er bedient sich dabei einer Sprache, die seine Ressentiments offenbar werden lässt, wenn er gegen eine „philoisraelitische Gemeinde“ (...)

Café Critique, Jahr 2008

„Die Reserven zur Herstellung des allgemeinen Chaos“

Über das Verhältnis der Europäischen Union zur Islamischen Republik
April
2008

Soll die Bedrohung Israels durch das Atomprogramm des Iran hervorgehoben werden, fühlen sich nicht wenige Freunde Israels herausgefordert, sogleich hinzuzufügen: Europa sei ja genauso bedroht. Fast reflexartig wird damit Bereitschaft zum Bündnis signalisiert: die Europäer müßten aufgerüttelt werden, (...)

Café Critique, Jahr 2008
Konferenzbericht

Die iranische Bedrohung

Die Islamische Republik, Israels Existenzkampf und die europäischen Reaktionen
Mai
2008

Am 3. und 4. Mai fand an der Universität Wien die internationale Konferenz Die iranische Bedrohung — Die Islamische Republik, Israels Existenzkampf und die europäischen Reaktionen statt. Die Konferenz war an beiden Tagen gut besucht. Der Eröffnung und dem ersten daran anschließenden Round table (...)

Streifzüge, Heft 43

„… und dann gnade uns Gott!“

Interview mit Moshe Zuckermann
Juni
2008

Eckpunkte eines Friedens … Ich habe mit einer Reihe Leute in Israel gesprochen. Sie haben Angst, dass, ja weil es keinen Frieden mit den Arabern geben könne. Gibt es noch eine politische Perspektive oder muss man sich auf eine Katastrophe einstellen? Verzweiflung, Absage an die Möglichkeit der (...)

Café Critique, Jahr 2008

Fetisch und Barbarei

Rätekommunismus und Antizionismus
Juli
2008

Der Rätekommunismus formulierte nicht nur eine Kritik am bolschewistischen Parteiverständnis, sondern implizierte auch eine Absage an die mechanistische Erkenntnistheorie Lenins, die Widerspiegelungstheorie. Diese avancierte im Marxismus-Leninismus zur kanonisierten Erkenntnistheorie und wurde (...)

Café Critique, Jahr 2008

Eliminierung der Widersprüche

Geschichte der neuen deutschen Volksfront (proisraelisch) – kurzer Lehrgang
August
2008

Eine Antwort auf den Artikel „Juden als nützliche Idioten“ von Ingo Way und Stefan Wirner. Es ist ein merkwürdiges Phänomen: Dem Bedürfnis, von antideutscher Kritik sich abzustoßen, entspringen neudeutsche Liberale, die das meiste von dem verfehlen, was der Liberalismus im Guten enthält. Offenbar ist (...)

Café Critique, Jahr 2008

„Projektion“ – „Überidentifikation“ – „Philozionismus“

Der Vorwurf des Philosemitismus an die antideutsche Linke
September
2008

Die so genannten Antideutschen geistern seit gut 15 Jahren durch die bundesrepublikanische politische Diskussion. Ihre Geschichte beginnt Ende der achtziger Jahre, als sich Angehörige der radikalen Linken auf Jean Améry besannen, der seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 immer wieder betont hat, dass (...)

Streifzüge, Heft 44

Maseltov!

Auf Besuch in Israel – Einige Randglossen
Oktober
2008

Die junge Frau von der Security am Busbahnhof in Haifa will meinen Pass sehen. Die alte Dame neben ihr erkennt mich: groß, graues Haar, Brillen und einen großen schwarzem Rollkoffer. Sie streckt mir die Hand entgegen. Die junge ist beruhigt, winkt mich durch samt dem Gepäck – nicht einmal der (...)

Grundrisse, Nummer 28
Sebastian Kalicha (Hg.):

Barrieren durchbrechen!

Israel/Palästina: Gewaltfreiheit, Kriegsdienstverweigerung, Anarchismus
Minimol
Dezember
2008

Nettersheim: Verlag Graswurzelrevolution, 2008, 277 Seiten, 19,90 Euro Die Zusammenarbeit mit Israelis war ein heikles Thema in unserer Gemeinde, da die meisten von uns Israelis bislang nur entweder als SoldatInnen oder als SiedlerInnen begegnet sind. Gleichzeitig war uns aber klar, dass wir (...)

Café Critique, Jahr 2009

Israel als Jude unter den Staaten

Januar
2009

Der Antisemitismus versetzt Juden in eine ausweglose Situation. Dem reichen Juden wird sein Erfolg angekreidet, der arme als Schnorrer verachtet. Der Assimilant erscheint als heimtückischer Zersetzer des Volkskörpers, der Traditionsbewusste als anpassungsunfähiger Sonderling. Der sexuell Aktive (...)

Café Critique, Jahr 2009

Das Leid in Gaza und der Ruf nach Frieden

Januar
2009

Haben Palästinenser und Palästinenserinnen Glück im Unglück und leben im Westjordanland, so haben sie mit einer korrupten Autonomiebehörde zu tun, die sich seit Jahrzehnten als unfähig erweist, mit den Milliarden Dollar und Euros, die aus aller Welt an sie fließen, etwas Vernünftigeres anzufangen, als (...)

Grundrisse, Nummer 29

Argumentationsstrukturen und Begründungsfiguren um den Krieg gegen Gaza

März
2009

Dieser Text stellt sich nicht zur Aufgabe, die historischen und aktuellen Ereignisse rund um den Krieg gegen die BewohnerInnen in Gaza zu analysieren und zu kommentieren. Für diese Aufgabe gibt es Kompetentere als den Verfasser; ich verweise gerne auf die Analysen von John Bunzl oder Uri Avnery. (...)

Café Critique, Jahr 2009

Der „Antirassismus“ von Holocaust-Leugnern

April
2009

Diese Woche findet in Genf die UN-Antirassismuskonferenz statt, die Nachfolgekonferenz jener Veranstaltung, bei der 2001 im südafrikanischen Durban Israel als einziges Land der Welt wegen „staatlichem Rassismus“ an den Pranger gestellt wurde und während deren NGO-Forum es tätliche Angriffe auf (...)

Café Critique, Jahr 2009

Irans Mäßigung ist eine Illusion

Eine Replik auf Rudolf Walther
Mai
2009

Wer sich, aus welchen Motiven auch immer, der Verteidigung des iranischen Regimes verpflichtet fühlt, behauptet gern, der iranische Präsident habe gar nicht davon gesprochen, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen („to wipe Israel off the map“). Es handele sich lediglich um einen (...)

Café Critique, Jahr 2009

Iran- & Israelsolidarität

August
2009

Neutralität hinsichtlich der Vernichtungsdrohungen gegenüber Israel darf es unter den Gegnern des iranischen Regimes nicht geben. Kaum etwas lässt sich schwerer beantworten als die Frage, wohin die gegenwärtigen Proteste im Iran und die Spannungen innerhalb des Regimes führen werden. Die auf den (...)

Café Critique, Jahr 2009

Europa und Iran: Terrorliste statt Dialog

Dezember
2009

Während die bewundernswert ausdauernde Freiheitsbewegung im Iran weiterhin unter Lebensgefahr gegen die „Islamische Republik“ auf die Straße geht und für den „Tag des Studenten“ am 7. Dezember neue Massenproteste angekündigt hat, hofieren heimische Politiker weiterhin ein Regime, das den Westen mit (...)

Café Critique, Jahr 2010

Drei Optionen für den Iran

Mai
2010

Hinsichtlich einer Reaktion auf die Gefahren, die vom Regime in Teheran für die iranische Bevölkerung, Israel, die Länder der Region und den Westen ausgehen, gibt es drei Möglichkeiten: den Sturz des Regimes, die schnellstmögliche Verhängung scharfer Sanktionen oder gezielte Militärschläge gegen (...)

Café Critique, Jahr 2010

Der Mufti und die Kommunisten

Zur Frühgeschichte der israelischen und palästinensischen KP
Juli
2010

Die Entwicklung des israelisch-palästinensischen Kommunismus stalinistischer Provenienz ist von 180-Grad-Wendungen, fragwürdigem Verhalten gegenüber den Opfern des Antisemitismus und der Kooperation mit reaktionären und faschistischen Kräften unter der Flagge des Antiimperialismus geprägt. Mit dem (...)

Café Critique, Jahr 2010

Norman Paech im Kampf gegen Israels Souveränität

Zum Auftritt eines deutschen Antizionisten in Wien
Juli
2010

Am 8. Juli wird der antizionistische Vordenker der deutschen Linkspartei Norman Paech in Wien über die Hamas-Solidaritätsflotte referieren. Aus diesem Anlass nachstehender Beitrag. Teile davon basieren auf Texten der [Kölner Georg-Weerth-Gesellschaft->http://www.gwg-koeln.tk und der Hamburger (...)

Café Critique, Jahr 2011

Wehrmachtskrieger gegen Israel

Januar
2011

Anfang der 80er Jahre ließ der israelische Premierminister Menachem Begin dem deutschen Kanzler Helmut Schmidt völlig zu Recht ausrichten, wer als Offizier am Vernichtungskrieg an der Ostfront teilgenommen hat, sollte zu den Problemen im Nahen Osten ein für alle mal den Mund halten. Das scheint (...)

Café Critique, Jahr 2012

Der Günter Grass der Politikwissenschaft

Juni
2012

Der »Nahostexperte« Michael Lüders hat ein Iran-Buch geschrieben, das an Perfidie kaum zu überbieten ist.

Café Critique, Jahr 2014

Deconstructing Israel

Wie Judith Butler in ihrer jüngsten Schrift »Am Scheideweg« das Ende des jüdischen Staates propagiert.
Januar
2014

Café Critique, Jahr 2014

Deconstructing Israel

Januar
2014

In her latest pamphlet, Judith Butler urges the end of the Jewish state.

Café Critique, Jahr 2014

Free Gaza – from Hamas!

Juli
2014

Rede bei der Kundgebung „Hummus statt Hamas – Gegen Antizionismus & Terror“ am 17.7.2014 in Hannover.

Café Critique, Jahr 2016

Antisemitism of the Ayatollahs: Holocaust Denial & Hatred of Israel in Khamenei’s & Rouhani’s Iran

Vortrag bei der Konferenz „Islam & Antisemitism“
Oktober
2016

Café Critique, Jahr 2016

Die Einsamkeit Israels

Zionismus & die iranische Bedrohung
Oktober
2016

Café Critique, Jahr 2017

50 Jahre 6-Tage-Krieg

Die Zukunft der Zwei-Staaten-‚Lösung‘ und der Einfluss des iranischen Regimes
April
2017

Vortrag von Stephan Grigat.

Streifzüge, Jahrgang 2023

Rechtsruck im Schafspelz

Dezember
2023

Einer der vielleicht besten Sätze, die im Sommer der Migration 2015 über das damalige Geschehen gesagt wurden, stammt erstaunlicherweise von einem Politiker, der spätestens in jenen Jahren wegen seiner Hardliner-Politik gegenüber Griechenland weltberühmt wurde: Wolfgang Schäuble. Er konstatierte, (...)

Streifzüge, Jahrgang 2024

Montagehöllen des Krieges

Januar
2024

Zumindest im Rückblick ist die militärische Konfrontation in der Ukraine eine nicht wirklich überraschende Folge des Zerfalls der „realsozialistischen“ Sowjetunion (1992) und ihrer Satelliten. Es war das Scheitern des Versuchs einer auf die Arbeiterklasse gestützten, von einer Parteielite (...)

Staat Israel
מדינת ישראל

Medinat Jisra'el
Flagge Wappen
ÄgyptenTunesienLibyenAlgerienMarokkoMauretanienSenegalGambiaGuinea-BissauGuineaSierra LeoneLiberiaElfenbeinküsteGhanaTogoBeninNigeriaÄquatorialguineaKamerunGabunRepublik KongoAngolaDemokratische Republik KongoNamibiaSüdafrikaEswatiniMosambikTansaniaKeniaSomaliaDschibutiEritreaSudanRuandaUgandaBurundiSambiaMalawiSimbabweBotswanaÄthiopienSüdsudanZentralafrikanische RepublikTschadNigerMaliBurkina FasoJemenOmanVereinigte Arabische EmirateSaudi-ArabienIrakIranKuwaitKatarBahrainIsraelSyrienLibanonJordanienRepublik ZypernTürkeiAfghanistanTurkmenistanPakistanGriechenlandItalienMaltaFrankreichPortugalSpanienMauritiusFrankreich (Réunion)Frankreich (Mayotte)KomorenSeychellenMadagaskarSão Tomé und PríncipeSri LankaIndienIndonesienBangladeschVolksrepublik ChinaNepalBhutanMyanmarKanadaKönigreich Dänemark (Grönland)IslandMongoleiNorwegenSchwedenFinnlandIrlandVereinigtes KönigreichNiederlandeBelgienDänemarkSchweizÖsterreichDeutschlandSlowenienKroatienTschechienSlowakeiUngarnPolenRusslandLitauenLettlandEstlandBelarusRepublik MoldauUkraineNordmazedonienAlbanienMontenegroBosnien und HerzegowinaSerbienBulgarienRumänienGeorgienAserbaidschanArmenienKasachstanUsbekistanTadschikistanKirgisistanRusslandVereinigte StaatenMaledivenJapanNordkoreaSüdkoreaRepublik China (Taiwan)SingapurMalaysiaPhilippinenThailandVietnamLaosKambodschaIndienVenezuelaGuyanaSurinameFrankreich (Französisch-Guayana)BrasilienKap VerdeSpanien (Kanarische Inseln)Dominikanische RepublikPuerto Rico (zu Vereinigte Staaten)Dominikanische RepublikBahamasJamaikaKubaMexikoMexikoVenezuelaGuyanaSurinameFrankreich (Französisch-Guayana)BrasilienKap VerdeSpanien (Kanarische Inseln)Dominikanische RepublikPuerto Rico (zu Vereinigte Staaten)Dominikanische RepublikBahamasJamaikaKubaMexikoMexikoKönigreich Dänemark (Färöer)
Amtssprache Hebräisch
anerkannte Minderheitensprache: Arabisch[1]
Hauptstadt Jerusalem[2]
Staats- und Regierungsform parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt Staatspräsident
Jitzchak Herzog
Regierungschef Ministerpräsident
Benjamin Netanjahu
Parlament(e) Knesset
Fläche Kernland 22.380 km² (152.),
besetzte Gebiete 6.831 km²
Einwohnerzahl 9.136.000 inkl. Ost-Jerusalem und Golan-Distrikt; Fortschreibung Dezember 2019[3][4]; 391.000 israelische Siedler leben in Judäa und Samaria (Westjordanland) (Schätzung 2016)[5] (96./94.)
Bevölkerungsdichte 410 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung + 1,6 % (Schätzung für das Jahr 2021)[6]
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2023[7]
  • 539 Milliarden USD (29.)
  • 533 Milliarden USD (48.)
  • 55.535 USD (13.)
  • 55.000 USD (29.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,919 (22.) (2021) [8]
Währung Neuer (Israelischer) Schekel (ILS)
Unabhängigkeit 14. Mai 1948 (5. Ijjar 5708)
National­hymne HaTikwa (deutsch: „die Hoffnung“)
Nationalfeiertag 5. Ijjar (Tag der Unabhängigkeit)
Zeitzone UTC+2
UTC+3 (Sommerzeit)
Kfz-Kennzeichen IL
ISO 3166 IL, ISR, 376
Internet-TLD .il
Telefonvorwahl +972
KuwaitSaudi-ArabienIrakIranJordanienSyrienÄgyptenIsraelLibanonZypernLibyenGriechenlandTürkeiWestjordanland

Israel (hebräisch ישראל Jisra'el; arabisch إِسْرَائِيل ʾIsrāʾīl), amtlich Staat Israel (hebräisch מדינת ישראל/? Medinat Jisra'el), ist ein Staat in Vorderasien an der Ostküste des Mittelmeers. Israel ist der einzige Staat der Erde mit mehrheitlich jüdischer Bevölkerung und versteht sich als Nationalstaat des jüdischen Volkes.[9][10][11][12] Israel gehört geographisch zum Maschrek und grenzt an den Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten sowie an den Gazastreifen und das Westjordanland. Die Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt Israels ist Jerusalem; jedoch erkennen die Vereinten Nationen und die Mehrheit ihrer Mitgliedstaaten Jerusalem nicht als israelische Hauptstadt an. Der größte Ballungsraum ist Gusch Dan um die am Mittelmeer gelegene Metropole Tel Aviv-Jaffa.

Das Gebiet des heutigen Israel gilt als Wiege des Judentums sowie auch der beiden jüngeren abrahamitischen Religionen. Es stand seit 63 v. Chr. nacheinander unter römischer, byzantinischer, sassanidischer, arabischer, osmanischer und britischer Herrschaft. Die dort seit rund 3000 Jahren ansässigen Juden (biblisch: Israeliten, Hebräer) wurden im Laufe der Geschichte mehrmals vertrieben oder zur Emigration gedrängt (jüdische Diaspora). Vom ausgehenden 19. Jahrhundert an bestanden unter europäischen Juden, nicht zuletzt aufgrund der in Europa zunehmenden Judenverfolgung, Bestrebungen, im damals osmanischen Palästina wieder einen jüdischen Staat zu errichten (Zionismus, benannt nach Zion, dem Tempelberg). Ein erster Grundstein wurde dafür beim ersten Zionistenkongress (1897 in Basel) unter der Führung Theodor Herzls gelegt; der Plan einer Staatsgründung nahm durch die britische Balfour-Deklaration von 1917 konkretere Formen an. Von 1920 bis 1948 bestand das Völkerbundsmandat für Palästina, das nach der Auflösung des Osmanischen Reiches Großbritannien übertragen worden war. Eine verstärkte jüdische Einwanderung und der Aufbau protostaatlicher Strukturen führten in dieser Zeit zu ersten Konflikten mit der arabischen Bevölkerung. Der UN-Teilungsplan für Palästina von 1947 hatte das Ziel, diese beizulegen, doch wurde er von arabischer Seite abgelehnt. Dennoch erfolgte am 14. Mai 1948 die israelische Unabhängigkeitserklärung, und unmittelbar danach begann der erste Palästinakrieg durch den militärischen Angriff der arabischen Nachbarstaaten auf den jungen Staat. Die folgenden Jahrzehnte der Geschichte Israels sind vom andauernden arabisch-israelischen Konflikt entscheidend geprägt.

Das politische System Israels basiert auf einem parlamentarischen Regierungssystem. Regierungschef ist der von der Knesset eingesetzte Ministerpräsident; das Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, der überwiegend repräsentative Aufgaben erfüllt. Israel ist als freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat mit einem ausgeprägten Sozialstaat verfasst; das Land wird oft als die „einzige Demokratie im Nahen Osten“ bezeichnet. Der überwiegend zentralistisch verwaltete israelische Staat ist in sechs Bezirke unterteilt, und diese sind wiederum in 71 Städte, 141 Gemeinden und 53 Regionalverbände (Zusammenschlüsse kleinerer Ortschaften zu Verwaltungsgemeinschaften) gegliedert.

Das dicht besiedelte Land hat 2023 etwa 10 Mio. Einwohner, davon ca. 7,2 Mio. Juden (73 %), 2 Mio. nichtjüdische Araber (20,9 %)[13] und einige weitere traditionell im Land beheimatete Minderheiten wie christliche Aramäer,[14] Samaritaner, Armenier, Tscherkessen und Roma.[4] Das Rückkehrgesetz gestattet es allen Juden der Erde, sich in Israel niederzulassen. Seit etwa 1990 leben auch zunehmend legale asiatische und osteuropäische Arbeitsmigranten sowie illegale Einwanderer aus Afrika im Land.

Die jüdische Bevölkerung setzt sich aus Aschkenasim, Mizrachim, Sephardim, Falaschen und jemenitischen Juden zusammen, doch ist eine zunehmende Verschmelzung dieser Gruppen zu beobachten. Die Mehrheit der arabischen Israelis sind Muslime, eine Minorität bilden arabische Christen und Drusen.

Trotz widriger äußerer Umstände (exponierte geografische Lage, Kriege mit den arabischen Nachbarstaaten, Mangel an Wasser und Rohstoffen, Abhängigkeit von ausländischem Kapital) ist es Israel gelungen, einen hoch entwickelten Wirtschafts- und Wissenschaftssektor zu entwickeln. Die israelische Wirtschaft ist von einer fortschrittlichen Landwirtschaft und einer spezialisierten, stark exportorientierten Industrie geprägt. Wichtige Industriesektoren sind die Diamantenverarbeitung, die chemische und pharmazeutische Industrie sowie die Halbleitertechnik; im Dienstleistungssektor sind vor allem die Finanzwirtschaft, die Softwareentwicklung und der Tourismus nennenswert. Von wachsender Bedeutung ist die High-Tech-Industrie; das Land hat die höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung pro Einwohner und die höchste Dichte an Start-ups weltweit.

Das Land ist seit 2010 Mitglied der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Nach dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) befindet sich Israel auf Platz 19 (Platz 1 im Nahen Osten, Platz 3 in Asien, Stand 2020).[15][16] Im Jahr 2023 schätzte der Internationale Währungsfonds Israels Pro-Kopf-BIP auf 58.270 US-Dollar weltweit auf Platz 13, was es zu einem der reichsten Industrieländer macht.[17] In Bezug auf das durchschnittliche Vermögen pro Erwachsenem,[18] Innovation[19] und Lebenserwartung[20] liegt es im Nahen Osten an erster Stelle. Laut Global Finance lag Israel im Jahr 2022 auf Platz 6 der fortschrittlichsten und technologischsten Länder.[21]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ siehe auch: Israel (Name)

Die ägyptische Merenptah-Stele – der älteste Beleg für das Wort „Israel“

Den ältesten Beleg für die Bezeichnung „Israel“ enthält die ägyptische Merenptah-Stele, die sich heute im Ägyptischen Museum in Kairo befindet. Sie beschreibt einen Feldzug des Pharaos gegen Israel im Lande Kanaan und wird auf das Jahr 1208 v. Chr. datiert. Die Bibel erzählt von den „Kindern Israels“, die mit den ebenfalls von ihr erwähnten „Hebräern“ gleichgesetzt werden, und den Königreichen Israel und Juda, die bis zur Eroberung durch Assyrien (Zerstörung Israels 722 v. Chr.) bzw. bis zum Babylonischen Exil des Königs von Juda und seiner Bevölkerung (ab 597 v. Chr.) zwei Kleinstaaten bildeten, die in zahlreiche politische Allianzen und Konflikte mit ihren Nachbarn verwickelt waren und einander bekämpften.[22] Die Herrscherdynastie von Juda leitete sich vom gesamtisraelitischen König David (10. Jh. v. Chr.) ab.

Die Volksetymologie des Alten Testaments deutet „Israel“ von der Wurzel שׂרה śrh I „er kämpft wider Gott“ (Gen 32,29 EU).[23] Jakob bekam diesen Beinamen, nach seinem Kampf am Jabbok. Seine Nachkommen, die zwölf Stämme, wurden als „Kinder Israels“, „Israeliten“ oder kurz „Israel“ bezeichnet.[24] Jedoch kommen auch andere Herleitungen in Frage.[23]

Ableitungen vom Namen Israel lauten: Israeli, israelisch (bezogen auf den heutigen Staat) und Israelit, israelitisch (im Sinne von Jude, jüdisch, bezogen insbesondere auf das biblische Volk Israel).

Andere Namensvorschläge vor der Staatsgründung (1948), die jedoch verworfen wurden, waren: Eretz Israel (Land Israel), Zion, Juda und Neues Juda.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israel liegt auf einer Landbrücke zwischen Asien und Afrika am östlichen Rand des Mittelmeeres. Damit zählt es geographisch zu Vorderasien, geologisch aber zu Afrika, da es auf der afrikanischen Kontinentalplatte liegt. Im Osten liegt die Arabische Platte und die Grenze dazu bildet das Jordantal, welches Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs ist. Im Norden grenzt Israel an den Libanon, im Nordosten an Syrien, im Osten an Jordanien, im Südwesten an den Gazastreifen und Ägypten und im Süden ans Rote Meer.

Fläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Staatsgebiet Israels liegt innerhalb der Waffenstillstandslinie von 1949, der sogenannten Grünen Linie und beträgt 20.991 km²; davon sind 20.551 km² Land und 440 km² Wasser.[25] Das entspricht etwa der Größe Hessens. Durch das Jerusalemgesetz 1980 und die Annexion der Golanhöhen 1981 hat Israel aus israelischer Sicht eine Fläche von 22.380 km² und ist damit etwa doppelt so groß wie der Libanon. In der Länge misst das Land von Norden bis Süden 470 km. An seiner breitesten Stelle misst das Land 135 km, an der schmalsten nur 15 km.

Die im Sechstagekrieg von 1967 von Israel eroberten Gebiete haben eine Fläche von über 67.000 km², wobei rund 60.000 km² auf die 1982 an Ägypten zurückgegebene Sinai-Halbinsel entfallen. Die Fläche des von Israel annektierten Golan beträgt 1150 km², diejenige Ostjerusalems und Umgebung 70 km². Das Westjordanland, historisch und in Israel amtlich als Judäa und Samaria bezeichnet, umfasst 5879 km², 220 km² davon Wasser, und der Gazastreifen misst 360 km².[25]

Im Zuge des Ersten Libanonkriegs im Jahr 1982 okkupierte Israel kurzfristig etwa 6500 km² des Libanons und rückte bis nach Beirut vor, zog sich dann aber wieder bis zum Südlibanon zurück und besetzte bis 1985 ein 3058 km² umfassendes Gebiet. Die danach eingerichtete Sicherheitszone südlich des Flusses Litani wurde im Mai 2000 geräumt.

Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

See Genezareth
Har Meron in Galiläa
Das Tote Meer
Dattelpalmen in der Arava
Erosionskrater Machtesch Ramon im Negev

Israel lässt sich in vier Regionen einteilen: Die Mittelmeerküste, die Hügellandschaft im Zentrum, das Jordantal und die Negev-Wüste.

Das Tote Meer ist mit 418 m unter dem Meeresspiegel der niedrigste Punkt Israels und der Erde, der höchste Punkt des Landes ist der Berg Meron in Galiläa mit 1208 m, beziehungsweise aus israelischer Sicht ein 2248 m hoher Vorgipfel des Hermon.

Die Küstenebene verläuft von der libanesischen Grenze nach Gaza im Süden, nur vom Karmelkap in der Bucht von Haifa unterbrochen. Um Gaza ist sie etwa 40 km breit, wird gegen Norden immer schmaler und hat an der libanesischen Grenze nur noch eine Breite von fünf Kilometern. Sie ist subtropisch und wird für den Anbau von Wein und Zitrusfrüchten genutzt. Der am dichtesten bevölkerte Teil ist der Großraum Tel Aviv (Gusch Dan). Ebenfalls sehr dicht besiedelt ist die nördlich angrenzende Scharonebene. Die Ebene wird von mehreren kurzen Flüssen durchzogen, von denen nur zwei, der Yarkon und der Kischon, ganzjährig Wasser führen.

Östlich der Küste, im Zentrum des Landes, schließt sich eine Hügellandschaft an. Im Norden liegen die Berge und Hügel des oberen und unteren Galiläa, weiter im Süden schließen sich im politisch umstrittenen Westjordanland die Hügel des biblischen Samaria mit ihren fruchtbaren Tälern an, die südlich von Jerusalem vom Judäischen Bergland mit seinen recht unfruchtbaren Hügeln abgelöst werden. Das Hügelland liegt im Durchschnitt 610 Meter über dem Meeresspiegel und erreicht in Galiläa mit dem Berg Meron (1208 m) seinen höchsten Punkt. Viele Täler durchschneiden die Landschaft in Ost-West-Richtung. Das größte ist die Jesreelebene (biblisch als Tal Esdrelon bezeichnet), welches sich von Haifa aus 48 km in südöstlicher Richtung bis zum Jordantal erstreckt. Es ist an seiner breitesten Stelle 19 km weit.

Östlich der Hügellandschaft liegt das Jordantal, welches einen kurzen Abschnitt des 6500 km langen Großen Afrikanischen Grabenbruchs bildet. Der Jordan, mit 322 km Israels längster Fluss, wird aus den Quellflüssen Dan, Banijas und Hasbani im Norden gespeist. Der Jordan fließt südlich durch die Chulaebene in den See Genezareth (hebräisch ים כנרת Jam Kinneret). Der See hat eine Fläche von 165 km² und liegt etwa auf 213 m unter dem Meeresspiegel. Mit einem Speichervermögen von drei Kubikkilometern ist er das wichtigste Wasserreservoir des National Water Carrier. Der Jordan fließt im Süden des Sees Genezareth ab und endet schließlich im Toten Meer, welches ein extrem salzhaltiger und abflussloser See ist. Das Tote Meer, das sich Israel mit den palästinensischen Gebieten und Jordanien teilt, ist der tiefste Punkt der Erdoberfläche. Es liegt 418 m unter dem Meeresspiegel und hat eine Fläche von 1020 km². Südlich des Toten Meeres führt der Grabenbruch mit der Arava-Senke, die über 170 km keinen dauerhaften Wasserfluss besitzt, bis zum Golf von Akaba. Die Arava-Senke bildet die Grenze zu Jordanien.

Der Negev bedeckt mit einer Fläche von rund 12.000 km² mehr als die Hälfte der Landfläche Israels. Geographisch gehört er zur Sinai-Wüste. Die Wüstenregion beginnt im Norden etwa auf der Höhe von Be’er Scheva und endet bei Eilat, der südlichsten Stadt Israels.

Flüsse und Meere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Banyas, einer der Quellflüsse des Jordans

Israel grenzt an zwei Meere: an das Mittelmeer im Westen und an das Rote Meer im Süden. In Haifa, Ashdod und Eilat gibt es teils große Häfen, die ein wichtiger Teil der israelischen Wirtschaft sind. Die wichtigsten Wasserquellen Israels sind die Quellflüsse des Jordans: Der Hasbani, der Dan im nördlichen Israel und der Banyas (auch Hermonfluss genannt) in den nördlichen Golanhöhen entspringen im Gebiet um das Hermongebirge. Sie vereinigen sich in der Gegend um Sede Nehemija zum Jordan, der danach in Nord-Süd-Richtung die Huleebene Nordgaliläas durchquert, bevor er bei Bethsaida in den See Genezareth mündet. Südlich des Sees tritt er in den Jordangraben ein und nimmt in seinem weiteren Verlauf linksseitig die beiden einzigen größeren Zuflüsse Jarmuk und Jabbok auf. Südöstlich von Jericho mündet er in das Tote Meer, einen abflusslosen Endsee.

In seinem beinahe gesamten südlichen Flussverlauf (mit Ausnahme der Strecke vom See Genezareth bis Bet Sche’an) bildet der Jordan die Grenze zwischen Israel und Jordanien. Im nördlichen Bereich fließt er entlang der israelischen Golanhöhen.

Der Jordangraben mit dem Toten Meer bildet eine geologische Senke und ist als Grabenbruch stark erdbebengefährdet.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Israel wird durch seine Lage zwischen der subtropischen Trockenheit der Sahara und der arabischen Wüsten einerseits und der subtropischen Feuchtigkeit der Levante andererseits bestimmt. Obwohl Israel ein eher kleines Land ist, hat es mehrere Klimazonen. Das Klima ist von der Entfernung zum Mittelmeer, von der Höhe und der geographischen Breite abhängig. Im Norden gemäßigt und bewaldet, ist Israel im Süden heiß und wüst. Insgesamt sind 50 % des Landes Steppe und Wüste, wobei die Negev-Wüste die größte Fläche darstellt. An der Küste zum Mittelmeer herrscht das subtropische Mittelmeerklima, das sich durch trockene, heiße Sommer und regenreiche, milde Winter auszeichnet.

Der Januar ist der kälteste Monat mit Durchschnittstemperaturen zwischen 6 °C und 15 °C, Juli und August sind mit 22 °C bis 33 °C die wärmsten Monate. Die Sommer sind an der Mittelmeerküste von hoher Luftfeuchtigkeit geprägt, im Inneren des Landes, dem Jordantal und dem Negev jedoch recht trocken. In Eilat werden oft die höchsten Temperaturen erreicht, örtlich bis zu 46 °C. Mehr als 70 % des durchschnittlichen Regens fällt zwischen November und März. Von Juni bis September fällt normalerweise kein Regen. Die Niederschlagsmenge nimmt von Nord nach Süd stark ab, so dass ganz im Süden im Durchschnitt nur 30 mm, im Norden mehr als 900 mm im Jahr erwartet werden können. Besonders im Negev variiert die Niederschlagsmenge von Jahr zu Jahr sehr stark. Im Winter kann es in den höheren Regionen zu Schnee kommen, ab und zu auch in Jerusalem. Die drei Gipfel des Hermon sind im Winter über mehrere Monate von Schnee bedeckt.

Die Gebiete mit Niederschlägen von mehr als 300 mm im Jahr werden besonders intensiv landwirtschaftlich genutzt. Etwa ein Drittel des Landes kann bebaut werden.

In der regnerischen Zeit sind auch Unwetter und Hagel möglich und Wasserhosen können die Mittelmeerküste treffen, richten aber nur sehr geringe Schäden an. Allerdings wurde am 4. April 2006 der Westen Galiläas von Gewitterzellen und einem F2-Tornado getroffen, der größere Schäden verursachte und durch den 75 Personen verletzt wurden.

Städte und Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachtansicht von Tel Aviv-Jaffa, zweitgrößte Stadt Israels und wirtschaftliche Metropole
Hafen Haifa

Es gibt in Israel 68 Städte und hunderte kleinere Ortschaften. Der Stadtstatus wird vom israelischen Innenminister an sich bewerbende Ortschaften vergeben, in der Regel nur dann, wenn sie mehr als 20.000 Einwohner zählen.

Größere Städte sind Jerusalem (901.302 Einwohner), Tel Aviv-Jaffa (443.939 Einwohner), Haifa (281.087 Einwohner), Rischon LeZion (249.860 Einwohner), Aschdod (222.883 Einwohner) und Be’er Scheva (207.551 Einwohner). In Jerusalem, Haifa, Jaffa oder Akko und Ramla lebt die arabische und jüdische Bevölkerung teilweise zusammen. Die größte überwiegend arabische Stadt ist Nazareth (76.551 Einwohner), gefolgt von Umm al-Fahm (54.240 Einwohner); die größte von Beduinen bewohnte Stadt ist Rahat im Negev (66.791 Einwohner).[26]

Eine israelische Besonderheit sind die Kibbuzim und Moschawim. Es handelt sich dabei um Ortschaften mit einer sozialistisch-kollektiven oder genossenschaftlichen Verfassung. Im Laufe der Zeit hat aber der Grad der genossenschaftlichen Zusammenarbeit abgenommen, örtlich wurde er ganz abgeschafft.

In den besetzten Gebieten im Westjordanland gibt es etwas über 200 israelische Siedlungen, vier davon Städte mit über 15.000 Einwohnern und etwa 145 nicht bewilligte sogenannte „Outposts“, in Ostjerusalem befinden sich 32 und auf den Golanhöhen 42 jüdische Siedlungen (Schätzung aus dem Jahre 2010).[27]

Die israelischen Siedlungen in den im Juni 1967 von Israel eroberten Gebieten, einschließlich der von Israel annektierten, gelten für verschiedene internationale Organisationen als illegale Siedlungen gemäß geltendem Völkerrecht, das einen Bevölkerungstransfer in besetzte Gebiete verbietet (IV. Genfer Abkommen, Art. 49[28]). Israel bestreitet jedoch, dass es sich um Gebiete handelt, in denen das IV. Genfer Abkommen Gültigkeit hat.[29]

Safed im Winter

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispielbild der Flora Israels

Aufgrund der verschiedenen klimatischen Bedingungen in den einzelnen Landesteilen weist Israel eine große Landschaftsvielfalt auf. Dabei reicht die Pflanzenwelt Israels von der fruchtbaren Vegetation in Teilen des Nordens bis zu einigen Oasen im Süden.

In Israel wachsen seit jeher Olivenbäume, Eichen, Feigenbäume und Johannisbrotbäume. Seit den 50er Jahren hat man in Israel mit der Anpflanzung von Nadelwäldern, vor allem aus Aleppo-Kiefer und Mittelmeer-Zypresse, und Obstplantagen begonnen. Insgesamt wurden bis jetzt mehr als 240 Millionen Bäume gepflanzt. Heute sind etwa 3 % der Fläche Israels (213.000 Hektar) bewaldet.

In Israel wachsen wild etwa 125 Arten von Pflanzen, die auch als Zierpflanzen kultiviert und gezüchtet werden, darunter Kronen-Anemone, Sonnenaugen-Tulpe, Strauß-Narzisse und Madonnen-Lilie.[30] Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass diese Gartenpflanzen hier domestiziert wurden. In der Negevwüste wächst der aus Amerika eingeschleppte Kaktus Opuntia ficus-indica. Im Süden des Landes gibt es seit ungefähr 1985 auch künstlich angepflanzte Akazien und Kastanien. An den Küstengebieten und in Teilen des Negev wachsen Dattelpalmen.

In Israel gibt es zahlreiche Schutzgebiete, in denen sich 63 (Stand 2008) für den Tourismus erschlossene Anlagen befinden, die von der Israel Nature and Parks Authority (INPA, dt. etwa „Israelische Behörde für Natur und Parks“) als israelische Nationalparks und Naturreservate verwaltet und unterhalten werden.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mesopotamischer Damhirsch im Wildpark Chai Bar Karmel

Aufgrund der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und verschiedener Landschaftsformen hat Israel auch eine sehr vielfältige Tierwelt. Zahlreiche Tiere sind jedoch vom Aussterben bedroht und Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts starben bereits das Nordöstliche Nilkrokodil (Crocodylus niloticus niloticus), der Syrische Braunbär (Ursus arctos syriacus), der Asiatische Gepard (Acinonyx jubatus venaticus), der Syrische Halbesel (Equus hemionus hemippus), der Arabische Strauß (Struthio camelus syriacus) und die Arabische Kropfgazelle (Gazella subguttorosa marica) in Israel aus. Der Asiatische Löwe (Panthera leo persica) und der Kaukasische Rothirsch (Cervus elaphus maral) starben im Frühmittelalter und das Flusspferd in der Eisenzeit in Israel aus.[31] Einige Exemplare des seltenen Arabischen Leoparden (Panthera pardus nimr) gibt es noch in der Judäischen Wüste und im Negev.[32] Unter den Großtieren halten konnte sich beispielsweise der Syrische Steinbock.

In den Wüstengebieten der Avara und des Negev wurden Arabische Oryxantilopen und Persische Halbesel (Equus hemionus onager) wiederangesiedelt, die im Wildpark von Chai Bar Jotvata gezüchtet werden. Im Norden gibt es mit Chai Bar Karmel einen ähnlichen Wildpark, in dem die Arten der mediterranen Klimazonen wie Armenische Wildschafe (Ovis orientalis gmelini) und Mesopotamische Damhirsche (Dama dama mesopotamica) gezüchtet werden. Letztere werden auch Persische Damhirsche genannt und kommen auch wieder in Freiheit in Nord-Israel vor. Ebenfalls wieder angesiedelt wurde das Reh (Capreolus capreolus coxi).

Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus) leben in der Nähe von Salzteichen bei Eilat. Die Syrische Streifenhyäne (Hyaena hyaena syriaca), der Arabische Wolf (Canis lupus arabs), die beiden Unterarten der Edmigazelle, Palästina-Berggazelle (Gazella gazella gazella) und Akaziengazelle (Gazella gazella acaciae), die Dorkasgazelle (Gazella dorcas) und das Wildschwein (Sus scrofa) sind weitere in Israel lebende Tiere.

Es sind hier auch rund 90 Reptilien-[33] sowie zehn Amphibienarten präsent.[34] Unter den Letzteren ist der extrem seltene Israelische Scheibenzüngler besonders hervorzuheben. Von dieser auch „Hula-Frosch“ genannten Art nahm man jahrzehntelang an, dass sie ausgestorben sei.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeine Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungspyramide 2016: Israels Bevölkerung ist sehr jung.

Ende 2020 zählte Israel 9.291.000 Einwohner, rund 6.870.000 (73,9 %) davon Juden und 1.956.000 (21,1 %) Araber. Die Anzahl anderer Einwohner betrug rund 456.000 (5,0 %).[35]

Auf die Einwohnerzahl bezogen steht Israel 2018 an 99. Stelle aller Länder gleich nach Österreich und vor der Schweiz.[36]

Etwa 92 % der Bevölkerung leben in urbanen Gebieten, 25 % in einer der großen Städte. Rund 75 % der jüdischen Einwohner sind im Land geboren, 28 % sind jünger als 14 Jahre und 10,3 % älter als 65 Jahre. Das Durchschnittsalter lag 2017 bei 29,5 Jahren. Die Bevölkerungsdichte beträgt 373,2 Personen pro km². 2018 betrug die Lebenserwartung für Männer 80,6 Jahre, für Frauen 84,2 Jahre, womit sie die achthöchste weltweit ist.[37]

Die Staatsangehörigkeit kann auf mehreren Wegen erlangt werden: Zum einen durch die Abstammung, zum anderen durch eine Naturalisierung oder durch den Wohnsitz. Dieses Gebietsprinzip wurde auf diejenigen Einwohner Palästinas angewandt, die nach 1948 im Gebiet Israels lebten. Eine Einbürgerung ist auch durch die Verleihung der Staatsbürgerschaft möglich. Durch das Rückkehrgesetz können grundsätzlich alle Juden, die nach Israel einwandern, die israelische Staatsbürgerschaft erlangen, wobei eine doppelte Staatsangehörigkeit möglich ist. Nichtjüdische Einwohner der im Sechstagekrieg 1967 eroberten Gebiete, die Israel seinem Staatsgebiet zuschlug (Ostjerusalem und Golanhöhen), können sich einbürgern lassen.[38]

Bevölkerungswachstum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 2019: ein Vielfaches seit Israels Gründung

Nach der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 lebten auf dem israelischen Gebiet etwa 806.000 Menschen. In den darauffolgenden Jahren stieg die Bevölkerungszahl stark an. Dieser Zuwachs war der Immigration der Juden aus Europa und einigen arabischen Staaten zu verdanken.

Die Gesamtbevölkerung Israels sank im Laufe der Geschichte des Staates nie. Trotz des Nahostkonflikts und der arabisch-israelischen Kriege wächst die Bevölkerung weiterhin. Nur durch den Jom-Kippur-Krieg emigrierten über 130.000 Israelis aus Israel. Dieser Bevölkerungsverlust konnte jedoch durch die hohe Geburtenrate jüdischer Familien wieder aufgefangen werden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion kamen über 700.000 sowjetische Juden nach Israel, was einen Bevölkerungszuwachs von über 20 % bedeutete. Ab 1996 begann sich das Wachstum der Bevölkerung zu verlangsamen, als die Regierung eine straffere Steuer- und Geldpolitik verfolgte. Seit den 2000er Jahren nimmt die Bevölkerung wieder stark zu. Das Wachstum der Bevölkerung wird vor allem von der hohen Geburtenrate der ultra-orthodoxen und der muslimischen Bevölkerung angetrieben. Beide Gruppen zusammen waren 2015 für über 40 % der Neugeborenen verantwortlich.[39]

Das Bevölkerungswachstum lag zwischen 2015 und 2020 bei rund 1,8 Prozent pro Jahr.

Einwohnerzahl Israels seit 1948[40]
Jahr Einwohner
1948 0.806.000
1950 1.370.000
1955 1.789.000
1960 2.150.000
1965 2.598.000
1970 3.022.000
1975 3.493.000
1980 3.922.000
Jahr Einwohner
1985 4.266.000
1990 4.822.000
1995 5.619.000
2000 6.289.000
2006 7.116.000
2010 7.695.000
2015 8.463.500[41]
2020 9.291.000[35]

Räumliche Verteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsdichte
Bevölkerungsdichte Israels 2008

Israel weist eine Bevölkerungsdichte von etwa 381 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Die Bevölkerungsdichte ist jedoch ungleich verteilt. Lebensfeindliche Gebiete wie die Negev-Wüste haben eine geringe Bevölkerungsdichte; die Golanhöhen sind ebenfalls eher schwach besiedelt. In Arava, dem am dünnsten besiedelten Teil des Landes, leben auf einem Quadratkilometer durchschnittlich nur 20 bis 30 Menschen.

Der bei weitem größte Teil der Bevölkerung lebt in den Großstädten wie Tel Aviv-Jaffa, Rischon LeZion und Haifa an den Küstenregionen im Westen des Landes. Mit über 3000 Menschen pro Quadratkilometer sind dies die am dichtesten besiedelten Orte. Weitere dicht besiedelte Orte sind Jerusalem und das Umland der Stadt. Israel liegt in der internationalen Länderrangliste der Besiedlungsdichte auf Platz 33 und ist der am dichtesten besiedelte Staat des Nahen Ostens.

Urbanisierung

Bei der Gründung des Staates im Jahre 1948 lebten etwa nur 30 Prozent der Einwohner in Städten, wobei der Unterschied zwischen Arabern und Juden groß war; etwa 75 Prozent der israelischen Juden lebten damals in Städten. Im Jahr 2013 hat der Urbanisierungsgrad nach Angaben der israelischen Regierung über 78 Prozent erreicht. Damit ist der Urbanisierungsgrad weitaus höher im Vergleich zu anderen Industriestaaten. Dies hat seine Ursache vor allem darin, dass die Städte bis in die 1960er Jahre der fast einzige besiedelbare Wohnraum in Israel waren. Zudem gab es bis zum Sechstagekrieg von 1967 immer wieder arabische Terroranschläge auf jüdische Siedlungen im Grenzland, bei denen zahlreiche Menschen starben und viele Familien flüchteten. Ermöglicht durch das Besiedeln lebensfeindlicher Zonen des Staatsgebiets sinkt seit Mitte der 1980er Jahre der Urbanisierungsgrad Israels wieder.

Bevölkerungsgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die israelische Statistik unterscheidet zwischen „Juden“ und „Arabern“, zu denen seit 1995 noch eine weitere, „andere“ Gruppe hinzukommt.

Jüdische Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arabische Minderheit in Israel (2000)

Ende 2020 waren 73,9 % der Israelis Juden. Unter der jüdischen Bevölkerung Israels hatten 2001 26 % wenigstens einen in Israel geborenen Elternteil, 37 % waren Israelis der ersten Generation, 34,8 % Einwanderer und deren direkte Nachkommen aus Europa und Nordamerika und 25,3 % Einwanderer und deren Nachkommen aus Asien oder Afrika, hauptsächlich aus den muslimischen Ländern.[42] Nach dem Zerfall der Sowjetunion sind über eine Million Juden aus deren Nachfolgestaaten nach Israel eingewandert, davon alleine in der Zeit von 1989 bis 1999 mehr als 750.000. Etwa 179.000 israelische Bürger sind Holocaust-Überlebende (Stand 2021).[43]

Innerhalb der jüdischen Bevölkerung wird unterschieden zwischen

  • Aschkenasim, Juden mit Wurzeln in Ost- und Mitteleuropa, ehemaligen Staaten der UdSSR sowie europäischstämmige Juden aus den USA, Argentinien und anderen westlichen Staaten sowie deren Nachkommen
  • Sephardim, Juden, deren Vorfahren von der Iberischen Halbinsel stammen
  • Mizrachim, Juden aus Vorderasien und Nordafrika und deren Nachkommen
  • Falaschen, Einwanderer aus Äthiopien, die hauptsächlich durch die militärischen Operationen Moses (1984), Joshua (1985), Salomon (1991) und Taubenflügel (2011) nach Israel geflogen wurden
  • Jemenitische Juden, Einwanderer aus dem Jemen, die zwischen 1949 und 1950 durch die militärische Operation Magic Carpet nach Israel geflogen wurden

Arabische Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

21,1 % der israelischen Bevölkerung sind Araber. Die arabische Bevölkerung lebt zum Teil in gemischten arabisch-jüdischen Städten wie Haifa, Jerusalem, Akko und Ramle. Der größere Teil lebt in arabischen Orten in Galiläa, im östlichen, an das Westjordanland grenzenden Teil der Küstenebene zwischen Tel Aviv und Haifa sowie im nördlichen Teil des Negev. 10 % sind Beduinen, viele mit festem Wohnsitz, weitere 10 % sind Drusen, deren Dörfer in Galiläa, auf dem Karmel und dem Golan liegen.

Andere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die als „Andere“ bezeichnete Bevölkerung von Israel (Ende 2020 456.000 Einwohner) umfasst unter anderem nichtjüdische Einwanderer, die Bahai, die sich nicht nur als eigene Religionsgemeinschaft, sondern auch als eigene Bevölkerungsgruppe bezeichnen, die Alawiten, die Ahmadi, die Samaritaner und zwei Dörfer mit Tscherkessen. Seit September 2014 werden auch Aramäer als eigenständige nationale Bevölkerungsgruppe anerkannt.[44] Seit den 2000er Jahren leben in Israel auch mehrere Tausend asiatische Gastarbeiter und illegale Einwanderer aus Afrika. In Israel gibt es des Weiteren eine kleine Minderheit europäischer Christen; diese besteht überwiegend aus Russen, Ukrainern und Polen.

Israelis in den besetzten Gebieten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Israelis in den besetzten Gebieten leben überwiegend in Judäa und Samaria (Westjordanland). In den 1981 annektierten Golanhöhen und Ostjerusalem lebt eine große Anzahl Israelis, die die arabische Population weit übersteigt.

Emigration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit einigen Jahren gibt es keine genaueren Daten, die sich mit der israelischen Auswanderung befassen.

In den letzten Jahrzehnten hatte die Emigration aus Israel deutlich zugenommen. Bis 1990 wanderten acht Prozent der jüdischen Bevölkerung Israels aus. Von 1990 bis 2005 wanderten 230.000 Israelis aus. Die meisten waren zuvor nach Israel eingewandert. Bis 2005 wanderten wieder 15 Prozent ein. 2007 wanderten 21.500 Israelis aus, dies war die letzte große Auswanderungswelle aus Israel. Seit 2008 geht der Emigrationsgrad zurück, und 73 Prozent der ausgewanderten Juden und 4 Prozent der Araber kehrten bis 2013 wieder nach Israel zurück.

Laut dem israelischen Central Bureau of Statistics leben heute weltweit 650.000 emigrierte Israelis im Ausland.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Klagemauer mit dem Tempelberg und Felsendom in Ostjerusalem
Nazareth, Synagogenkirche
Bahai-Gärten in Haifa

Die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel von 1948 garantiert die Religionsfreiheit. Die Religionsgemeinschaften verwalten ihre religiösen und heiligen Stätten selbst, gesetzliche Regelungen sollen den freien Zugang garantieren und vor Entweihungen schützen. Anerkannte Religionsgemeinschaften sind die jüdische, die islamische, die verschiedenen christlichen Kirchengemeinden sowie die der Drusen und der Bahai. Die staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften haben ein Recht auf interne Autonomie und auf staatliche Finanzierung ihrer Gebetshäuser und der Gehälter der religiösen Amtsträger.

Gut 75 % der Bevölkerung Israels sind Juden. Damit ist Israel der einzige Staat der Welt, in dem Juden die Mehrheit der Einwohner bilden. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2009 bezeichnen sich

Gemäß einer Studie aus dem Jahr 2015 erklärten sich 65 Prozent der Israelis als nicht religiös oder Atheisten. Nur 30 Prozent erklärten, religiös zu sein.[46]

Die Mehrheit der israelischen Araber sind sunnitische Muslime. Im Jahr 2001 waren es 1.004.600, rund 17 % der Bevölkerung. Ende 2019 lebten 177.000 Christen in Israel, das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 2,0 %. Rund 137.000 (77,5 %) von ihnen sind arabische Christen, rund 40.000 (22,5 %) sind nicht-arabische Christen.[47] 143.000 Israelis sind Drusen (Stand 2019).[48] Das entspricht einem Anteil von 1,6 % der Einwohner.

Die weltweit einzige Gemeinde von Samaritanern zählt 751 Personen (Ende 2011). Gut die Hälfte leben in Israel, die übrigen leben im Westjordanland.

In Israel leben etwa 25.000 Karäer sowie eine nicht bekannte Anzahl messianische Juden, welche gewisse Elemente der jüdischen Religion beibehalten haben, jedoch Jesus von Nazaret als Messias ansehen und somit dem Christentum zugerechnet werden.

Schließlich leben einige hundert Bahai in Haifa und Umgebung, wo sich ihre zentralen Heiligtümer befinden, die das Bahai-Weltzentrum bilden. Seit 2008 zählt es zum UNESCO-Weltkulturerbe.[49]

Nach Angaben des zentralen israelischen Statistikbüros lebten Anfang 2022 rund 182.000 Christen in Israel, 1,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Christen stellen damit 1,9 Prozent der Gesamtbevölkerung Israels, davon sind 76,7 Prozent arabische Christen.[50]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtssprache ist gemäß dem Nationalstaatsgesetz von 2018 nur noch Hebräisch,[51][52][53] zuvor waren Hebräisch und Arabisch gleichermaßen Amtssprachen, wobei faktisch jedoch Hebräisch die bevorzugte Amtssprache war. Arabisch wird heute ein „gesonderter Status“ zugewiesen, wobei das Gesetz gleichermaßen erklärt, dass der bisherige Status des Arabischen beibehalten werden soll und der Gebrauch des Arabischen seitens staatlicher Institutionen durch Einzelgesetze geregelt wird.[54]

In der britischen Mandatszeit zwischen 1922 und 1948 waren neben Hebräisch sowohl Englisch als auch Arabisch Amtssprachen,[55] wobei Englisch Vorrang gegenüber den beiden anderen hatte. Nach der Unabhängigkeit wurde die entsprechende Klausel aufgehoben und Englisch nicht mehr aktiv als Amtssprache verwendet (abgesehen von gewissen Nischen, wie Warnschildern), blieb aber, vor allem weil viele staatliche Schriftstücke nur in dieser Sprache vorlagen, sozusagen „passiv“ in Gebrauch.[56] Zweisprachige Schilder sind häufiger hebräisch und englisch als hebräisch und arabisch beschriftet, öffentliche Verlautbarungen erscheinen oft auch auf Englisch.[57] Darüber hinaus spielt Englisch, wie inzwischen fast überall auf der Welt, eine wichtige Rolle in Wissenschaft, Wirtschaft und der internationalen Verständigung, wird allerdings als Fremdsprache betrachtet und staatliche Publikationen erscheinen nur noch dann in dieser Sprache, wenn sie sich an internationales Publikum wenden. Englisch ist primäre Fremdsprache an Schulen, die meisten Israelis sind dadurch und durch den Konsum amerikanischer Medien mit der Sprache vertraut.

Die Ende des 19. Jahrhunderts wiederbelebte hebräische Sprache wird von der Mehrheit der Israelis gesprochen. Arabisch ist daneben die Muttersprache von mehr als einer Million arabischer und drusischer Staatsbürger sowie der meisten jüdischen Einwanderer, die in den 1950er/1960er Jahren aus arabischen Ländern einwanderten. An arabischen Schulen in Israel ist Arabisch die Schulsprache. An hebräischen Schulen ist Arabisch neben Englisch als zweite Fremdsprache Pflicht.

Im Behördenverkehr wird fast ausschließlich Hebräisch verwendet, amtliche Formulare liegen meist nur auf Hebräisch vor, und israelische Reisepässe sind auf Hebräisch und Englisch gehalten. Bei der israelischen Reifeprüfung (Bagrut) müssen alle Schüler Hebräischkenntnisse nachweisen.[58]

Lebensstandard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Index der menschlichen Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Rangfolge des vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen veröffentlichten Index der menschlichen Entwicklung nahm Israel 2017 mit 0,903 Punkten den 22. Platz von 188 ausgewerteten Ländern ein.[59] 2016 und 2015 stand Israel mit 0,899 bzw. 0.898 Punkten jeweils auf dem 19. Platz bei 188 ausgewerteten Ländern.[60]

1990 lag der Staat mit 0,785 auf Platz 15, 2000 mit 0,850 Punkten auf Platz 17 und 2010 mit 0,833 Punkte auf Platz 26.

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Bloomberg-Index der gesündesten Länder 2019 liegt Israel auf dem zehnten Platz. Zum Vergleich: Österreich kam auf Platz 13, Deutschland auf 23 und die USA auf 35. Für die Bewertung legten die Autoren der Studie im Auftrag der Bloomberg L.P. Kriterien wie Lebenserwartung, Trinkwasserversorgung und Gesundheitsversorgung zugrunde. Negativ wurde Tabakkonsum und Übergewicht bewertet.[61]

Die Lebenserwartung in Israel gehört zu den höchsten der Welt und betrug im Jahr 2018 82,7 Jahre, 84,7 Jahre für Frauen und 80,8 Jahre für Männer. Die Fertilitätsrate von 2,66 in Israel ist die höchste unter den Industriestaaten.[25]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Urgeschichte reicht von den ältesten menschlichen Spuren bis an den Beginn einer breiteren schriftlichen Überlieferung. Einige Vertreter des Homo erectus verließen Afrika vor rund zwei Millionen Jahren. Die ältesten als gesichert geltenden Spuren in Israel ließen sich auf 1,4 Millionen Jahre datieren und wurden südlich des Sees Genezareth auf israelischem und auf jordanischem Gebiet entdeckt. Eine weitere Wanderungswelle folgte vor etwa 600.000 Jahren. Vor mindestens 250.000 Jahren erschienen Neandertaler (ihnen zugewiesene Steinbearbeitungstechniken ließen sich belegen) in der Region und weitere kamen möglicherweise in kalten Zeiten aus Europa, die hier gleichzeitig mit dem archaischen Homo sapiens lebten. Er gilt als direkter Vorfahr des heutigen Menschen, entwickelte sich vor mindestens 200.000 Jahren in Ostafrika und lässt sich in Palästina vor 110.000 Jahren nachweisen. Einige dieser anatomisch modernen Menschen dürften vor etwa 130.000 Jahren Afrika verlassen haben. Doch vor 80.000 Jahren verschwanden sie wieder aus Israel, um vor 50.000 Jahren wieder dort aufzutauchen. Erneut lebten sie mit Neandertalern in derselben Region, wahrscheinlich kam es zu gemeinsamen Nachkommen. Vor 45.000 bis 28.000 Jahren verschwand der Neandertaler. Im Jordantal entstand vor 70.000 Jahren ein 200 km langer, 2.000 km² großer See, der bis 12.000 v. Chr. existierte. Die Menschen lebten weiterhin von der Großwildjagd, auch kleinere Tiere und Fischfang spielten eine immer größere Rolle, dazu kam weiterhin die Sammeltätigkeit.

Bereits um 18.000 v. Chr. mehren sich Anzeichen für dauerhaftere Lager – eine dorfartige Struktur ist nachgewiesen –, eine begrenzte Produktion von Lebensmitteln, und wilde Gerste wurde gemahlen und gebacken. Hauptjagdwild waren Gazellen, an deren Wanderwegen Lager entstanden. Um 12.000 v. Chr. erschienen Häuser aus halbrunden Steinsetzungen mit Aufbauten aus Lehm, spätestens 11.000 v. Chr. wurde Getreide angepflanzt. Es mehrten sich die Anzeichen für Rituale und Opfer, die Toten wurden meist in kontrahierter Stellung beigesetzt, gelegentlich die Schädel separat beerdigt. Die bis dahin recht abstrakte Kunst wurde durch realistischere Darstellungen ergänzt, die als älteste Bilddokumente Vorderasiens gelten.

In der Epoche zwischen 9.500 und 8.800 v. Chr. wurde zwar Landbau betrieben, doch die Herstellung von Tongefäßen war noch nicht bekannt. Wichtigster Fundort ist Jericho, das aus den Siedlungen, die meist weniger als einen halben Hektar groß waren, mit einer Fläche von 4 ha weit herausragt. Um 8.000 v. Chr. umgab die vielleicht 3.000 Menschen bergende Stadt eine Mauer von 3 m Höhe, doch von 7.700 bis 7220 v. Chr. war die Stadt unbewohnt. Seit 8.300 v. Chr. breitete sich die bis dahin auf das Jordantal und die Golanhöhen begrenzte Getreideproduktion weiter aus, um 7.600 v. Chr. kam es zu einer starken Ausweitung des Siedlungsraums, die mit Wanderbewegungen einherging oder mit einem stärkeren Bevölkerungswachstum. Die meisten der älteren Siedlungen wurden aufgegeben.

Jericho entstand um 7.220 v. Chr. neu und war bis 6400 v. Chr. bewohnt. Die Migrationsmuster der Epochen vor den „Mega-Dörfern“ wurden um 7.000 v. Chr. wieder aufgenommen, daneben bestanden weiterhin feste Siedlungen. Erst nach dieser Phase erfolgte die Stabilisierung, die die Voraussetzung für urbane Strukturen bot, zudem kam Keramik in Gebrauch. Sha'ar HaGolan, eine Fundstätte von 20 ha Fläche, dürfte die größte Stadt zwischen 6.400 und 6.000 v. Chr. gewesen sein. Fernhandel lässt sich bis nach Anatolien und zum Nil belegen, vielleicht fanden Wanderungen dorthin statt. Zwischen etwa 5.500 und 4.500 v. Chr. bestanden, wohl aufgrund klimatischer Verschlechterungen, keine Kontakte zu Ägypten. Zwischen 4.400 und 4.000 v. Chr. deuten dort wieder Viehhaltung und Art der Landwirtschaft auf palästinensische Ursprünge. In der Kupfersteinzeit war Teleilat Ghassul im Jordantal mit 20 ha Fläche eine der größten Siedlungen. Sie barg geräumige Häuser von 3,5 mal 12 Meter Grundfläche sowie einen Tempel. Zwischen 3.500 und 3.300 v. Chr. kam es zu einem drastischen kulturellen Einbruch, doch Spuren von Gewalt ließen sich bisher nicht belegen.

Danach setzte eine bronzezeitliche, als „frühurban“ bezeichnete Epoche ein, in der Palästina Handelsbeziehungen weit über die Landesgrenzen hinaus unterhielt, vor allem nach Ägypten. Ägypter lassen sich entlang der Handelswege nach Palästina in einem Siedlungsnetzwerk belegen. Das nunmehr unter einem Pharao zentralisierte Ägypten suchte, zum Teil mit Gewalt, die Kontrolle über Rohstoffe zwischen dem Sinai und dem Libanon zu gewinnen, die für die enorme Bautätigkeit im Zusammenhang mit den dortigen Pyramiden von großer Bedeutung waren. Eng mit diesen Kämpfen dürfte die Existenz zahlreicher befestigter Siedlungen zusammenhängen. Mehr als 260 Siedlungen mit insgesamt vielleicht 150.000 Einwohnern sind aus dieser Epoche allein in Westpalästina bekannt, vor allem in Galiläa, Samarien und Juda. Unter ihnen waren Beth Yerah und Yarmuth mit 20 und 16 ha die größten, einige Städte wiesen bis zu 8 m dicke Stadtmauern auf, Beth Yerah hatte vielleicht 4000 bis 5000 Einwohner. Stadttore und große Tempelanlagen wie in Megiddo wurden errichtet. Am Ende der Frühen Bronzezeit kam es zu einem Zusammenbruch der städtischen Kultur und zu einer Dominanz der Weidewirtschaft. Zugleich griffen „Asiaten“ immer wieder das Nildelta an, bis dort die semitischen Hyksos nach 1.700 v. Chr. die Herrschaft übernahmen.

Entwicklung seit dem Auftreten der Israeliten in Kanaan bis zum 19. Jahrhundert

Die Bibel berichtet, dass sich das Königreich Israel nach dem Tode Salomos (um 926 v. Chr.) in das von Jerobeam I. regierte Nordreich Israel mit der Hauptstadt Samaria (das blau gefärbte Areal) und das Herrschaftsgebiet Rehabeams, des Königs von Juda, um die Hauptstadt Jerusalem (das ocker gefärbte Areal im Süden) auflöste.
Schätze aus dem Jerusalemer Tempel, darunter auch die Menorah, werden nach der Belagerung und Zerstörung Jerusalems im Römischen Triumphzug nach Rom gebracht (Darstellung auf der Innenseite des Titusbogens in Rom)

Die ersten archäologisch nachgewiesenen Spuren einer früh- oder protoisraelitischen Besiedlung der Maschrek-Region gehen auf die Zeit zwischen dem 12. und dem 11. Jahrhundert v. Chr. zurück (vgl. Landnahme der Israeliten). Jerusalem wurde nach biblischer Überlieferung etwa 1.000 v. Chr. durch David von den Jebusitern erobert und als Hauptstadt seines Großreiches auserkoren; dieses zerfiel nach dem Tod seines Thronfolgers Salomo in zwei Reiche. Das Nordreich Israel ging 722 v. Chr. im Kampf gegen die Assyrer unter, das Südreich Juda wurde 587 v. Chr. von Babylon erobert. Das Land wurde in weiterer Folge Teil des Perserreichs, dann des Reiches von Alexander dem Großen, zuletzt des Reichs der Seleukiden.

Der Aufstand der Makkabäer 165 v. Chr. brachte Israel noch einmal für etwa 100 Jahre staatliche Unabhängigkeit. 63 v. Chr. begann die Zeit der römischen Oberherrschaft. Die Römer gliederten das Gebiet in zwei Provinzen auf: Syria im Norden, Judäa im Süden. Im Jüdischen Krieg wurden Jerusalem und der Jerusalemer Tempel 70 n. Chr. vollkommen zerstört. Der letzte jüdische Aufstand in Israel gegen die römische Herrschaft (Bar-Kochba-Aufstand) wurde 135 n. Chr. niedergeschlagen. Ein Teil der jüdischen Bevölkerung wurde vertrieben. Das Land selbst wurde seither „Palästina“ genannt. Diesen Namen, der auf das seinerzeit bereits in den Nachbarvölkern aufgegangene Volk der Philister zurückgeht, erhielt das Land aufgrund eines Erlasses von Kaiser Hadrian, um die Erinnerung an die judäischen Bewohner zu tilgen, deren Aufstand er niederschlug. Trotzdem blieb Palästina – neben Rom und seinen Provinzen in Europa und Nordafrika sowie abgesehen von Mesopotamien (Babylonien) – ein Zentrum des Judentums; bis ins Mittelalter hinein waren sowohl die babylonischen als auch die palästinischen Rabbinen wegweisend für die Entwicklung der jüdischen Religion und Lebensweise auch außerhalb dieser Gebiete.

Im Zuge der islamischen Expansion geriet das Gebiet 636 unter arabische Herrschaft. Seit dieser Zeit wurde Palästina mehrheitlich von Arabern bewohnt. Die Kreuzfahrer beherrschten von 1099 bis 1291 das von ihnen so bezeichnete „Lateinische Königreich Jerusalem“. Es folgten die Mamluken von 1291 bis 1517 und dann die osmanische Herrschaft von 1517 bis 1918. Keine dieser Obrigkeiten hatte für Palästina eine eigene Verwaltung vorgesehen oder das Gebiet als selbstständige geographische Einheit betrachtet. Auch für die Osmanen war die Region ein Teil Syriens, wohl auf die römische Bezeichnung Syria zurückgehend. Das Land wurde in drei Distrikte eingeteilt.

Zionistische Bewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1880–1917[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edmond De Rothschild (1845–1934)
Max Bodenheimer-Gedenktafel in der Richmodstraße 6 am Kölner Neumarkt
Delegation der Zionisten, die am 2. November 1898 nach Palästina gekommen war, um mit Kaiser Wilhelm II. zusammenzutreffen. Von links nach rechts: Bodenheimer, Wolffsohn, Herzl, Moses Schnirer, Joseph Seidener.

Als Beginn oder Vorläufer der zionistischen Bewegung gilt die ca. 1880 entstandene osteuropäische Sammlungsbewegung Chibbat Zion („Zionsliebe“). Deren Ortsvereine waren in zahlreichen russischen und rumänischen Städten vertreten. Mitglieder der Chibbat Zion nannten sich Chowewe Zion („Zionsfreunde“). Sie sammelten etwa 3000 Auswanderungswillige für gemeinsame Siedlungsprojekte in Palästina. Während der osmanischen Herrschaft war Palästina nur dünn besiedelt und stagnierte wirtschaftlich.[62] Von der Ankunft der ersten jüdischen Einwanderer ab 1880 gingen Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes aus. In den folgenden Jahrzehnten wanderten – auch deshalb – viele weitere Menschen, Juden wie Araber, in Palästina ein.

Die erste größere Einwanderungsbewegung (Alija) von Juden nach Palästina erfolgte um 1882. Im Sommer 1882 erreichte eine sechsköpfige russische Gruppe Palästina und baute mit finanzieller und logistischer Unterstützung von Baron Edmond de Rothschild die Siedlung Rishon LeZion („Erste in Zion“) auf.[63] Zwischen 1880 und 1895 finanzierte Edmond de Rothschild die Gründung von mehr als 30 weiteren Kolonien in Palästina, darunter die bedeutenden Moschawot (Siedlungen) Petach Tikwa, Zichron Ja’akow, Rosch Pina, Chadera und Yesod ha-Ma’aleh. Seither gilt Baron Edmond de Rothschild als „Vater der Kolonisierung Palästinas“.[64] 1891 gründete der deutsch-jüdische Zionist Baron Maurice de Hirsch die Jewish Colonization Association, die ab 1899 finanziell umfangreich von Baron de Edmond de Rothschild unterstützt wurde. Im Jahre 1898 lebten nach Angaben der Jewish Colonization Association 5.200 Juden in Palästina in landwirtschaftlichen Mustersiedlungen.[65]

Zwischen 1890 und 1914 galt Köln als Hauptstadt des Zionismus.[66] In Köln gründeten 1893 die beiden bedeutenden zionistischen Funktionäre Max I. Bodenheimer und David Wolffsohn den Kölner Verein zur Förderung von Ackerbau und Handwerk in Palästina. Zudem gründete Bodenheimer den Nationaljüdischen Klub Zion Köln, war Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und baute aus seiner Wohnung am Kölner Neumarkt von 1905 bis 1914 den Jüdischen Nationalfonds auf.[67][68]

Delegierte am Ersten Zionistischen Weltkongress in Basel, 1897

Die Schlüssel- und Führungsfigur des politischen Zionismus wurde aber Theodor Herzl. Während der Dreyfus-Affäre in Frankreich schrieb Herzl 1896 das Buch Der Judenstaat – Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage. Darin führte Herzl seine Idee einer souveränen staatlichen Organisation aus, um dem planlosen und zerstreuten Auswandern europäischer Juden ein gemeinsames Ziel zu geben und das jüdische Siedlungswerk völkerrechtlich abzusichern. Herzl begründete seine Idee kaum mit religiösen Motiven, sondern mit dem Scheitern der jüdischen Emanzipation gerade in den zivilisierten Ländern Europas. So hatte Herzl bis dahin besonders Frankreich als Hort des sozialen und kulturellen Fortschritts gesehen. Nun urteilte er, der Antisemitismus werde nie verschwinden, alle Bemühungen der Juden um Assimilation würden ihn eher noch verstärken. Nur die Sammlung der Juden in einem eigenen Land könne daher der Ausweg sein.

Herzls Buch wurde im Gegensatz zu den Schriften seiner ideologischen Vorläufer stark beachtet und gab den Anstoß zum internationalen Zusammenschluss der bestehenden nationaljüdischen Vereine. Am 29. August 1897 trafen 200 von ihren Vereinen gewählte Delegierte in Basel zum ersten Zionistenkongress zusammen. Dort forderte Herzl erstmals einen völkerrechtlich legalisierten Judenstaat in Palästina. Daraufhin gründete sich die Zionistische Weltorganisation (World Zionist Organisation, abgekürzt WZO) mit der Maxime: „Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina.“ In sein Tagebuch schrieb Herzl: „In Basel habe ich den Judenstaat gegründet… Vielleicht in fünf Jahren, jedenfalls in fünfzig wird es Jeder einsehen.“

1901 gründete die Zionistische Weltorganisation auf dem 5. Zionistenkongress in Basel den Jüdischen Nationalfonds, um erstmals jüdische Ansiedlungen in Palästina gezielt zu fördern. Die zweite Alija wurde durch Pogrome und das Scheitern der russischen Revolution 1905 ausgelöst. Bis 1914 wanderten etwa 40.000 meist junge russische Juden nach Palästina aus. Dort wuchs die jüdische Bevölkerung bis 1914 auf etwa 85.000 Menschen an. 1907 gründete die Zionistische Weltorganisation auf dem 8. Zionistenkongress das Palästinaamt in Jaffa, und David Wolffsohn wurde zum Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation gewählt. Mit einer Anleihe des Jüdischen Nationalfonds ermöglichte er den Bau der ersten Häuser in Ahuzat Bajit, dem späteren Tel Aviv, und legte damit den Grundstein für die 1909 gegründete erste hebräische Stadt.[69] Bis 1938 wuchs die Einwohnerzahl Tel Avis auf 150.000 an.

1917–1948[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arthur Balfour und die Balfour-Deklaration

Mitten im Ersten Weltkrieg folgte das wohl wichtigste Kapitel zur Gründung Israels: Am 2. November 1917 gab auf Initiative des britischen Diplomaten Lord Milner der britische Außenminister Arthur Balfour brieflich die nach ihm benannte Balfour-Deklaration gegenüber dem engagierten britischen Zionisten Walter Rothschild, 2. Baron Rothschild ab. Danach betrachte die britische Regierung die „Gründung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ mit Wohlwollen und werde die „größten Anstrengungen unternehmen, um das Erreichen dieses Ziels zu erleichtern.“ Diese Erklärung übernahm die Zielformulierung der Zionistischen Weltorganisation (WZO). Damit hatte erstmals ein europäischer Staat das zionistische Ziel eines jüdischen Staates in Palästina anerkannt. Dabei sollten die Rechte der ansässigen nichtjüdischen Bevölkerung gewahrt werden.

Durch den Sieg der Briten im Ersten Weltkrieg wurde 1917 die osmanische Herrschaft in Palästina beendet. Im Anschluss an die Konferenz von Sanremo 1920 übertrug der Völkerbund 1922 Großbritannien das Mandat für Palästina mit dem Gebiet, das heute gemeinsam von Israel und Jordanien eingenommen wird. Zu den Mandatsbedingungen gehörte, dass die Briten die Verwirklichung der Balfour-Deklaration ermöglichen sollten, die aber die Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina nicht beeinträchtigen sollte. Die Mandatsmacht war aufgefordert, die jüdische Einwanderung zu ermöglichen, diese jüdischen Einwanderer geschlossen anzusiedeln und hierfür auch das ehemalige osmanische Staatsland zu verwenden. Es sollte dabei ausdrücklich dafür Sorge getragen werden, dass „nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und die religiösen Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und die politische Stellung, deren sich die Juden in irgendeinem anderen Lande erfreuen, präjudizieren könnte“.

Im Juli 1922 teilten die Briten Palästina in zwei Verwaltungsbezirke, Palästina und Transjordanien, das etwa drei Viertel des Mandatsgebietes umfasste. Zunächst wurden Transjordanien und Palästina noch als Verwaltungseinheit mit einheitlichen Mandatsgesetzen, der gleichen Währung und gleichen Mandatspässen betrachtet (siehe auch: Weißbuch von 1939), aber Juden war es nur noch erlaubt, sich westlich des Jordans anzusiedeln. Im östlichen Teil, in Transjordanien, dem heutigen Jordanien, setzten die Briten den haschemitischen Herrscher Abdallah ein, der von der arabischen Halbinsel vertrieben worden war.

Baron Edmond de Rothschild gründete 1924 die Palestine-Jewish Colonization Association (PICA) und setzte seinen Sohn James Armand de Rothschild als Direktor der Organisation sein. Zwischen 1924 und 1932 folgte die vierte Alija. Mit dem Machtantritt der NSDAP am 30. Januar 1933 begann die gesamtstaatliche Judenverfolgung in Deutschland. Erste Maßnahmen des NS-Regimes waren der Judenboykott vom 1. April sowie das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums und das Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft vom 7. April 1933, wodurch viele deutsche Juden Eigentum, Beruf und soziale Stellung verloren. Am 25. August 1933 trat das Ha’avara-Abkommen zwischen der Jewish Agency, der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und dem deutschen Reichswirtschaftsministerium in Kraft, um die Emigration deutscher Juden nach Palästina zu erleichtern. Bei der fünften Alija wanderten von 1933 bis zum Kriegsbeginn 1939 250.000 deutsche Juden in andere Länder aus. Von 1933 bis 1941 erreichten aus dem Deutschen Reich etwa 55.000 Juden Palästina – etwa ein Viertel aller jüdischen Einwanderer. Die nationalsozialistische Judenverfolgung beschleunigte den Zustrom europäischer Juden nach Palästina ab 1935 erheblich. Da die Flüchtlinge damals noch bis zu 1000 englische Pfund mitnehmen durften, erlebte Palästina einen wirtschaftlichen Aufschwung, der wiederum den Zustrom von Arabern dorthin verstärkte. Die für die Emigration von Deutschland nach Palästina erforderlichen Finanztransaktionen wurden zu 75 Prozent durch die Palästina Treuhandstelle zur Beratung Deutscher Juden GmbH (Paltreu) abgewickelt. Die Paltreu wurde nach der NS-Machtergreifung 1933 von Max M. Warburg, seiner Hamburger M.M.Warburg-&-CO-Bank, dem Berliner Bankhaus A.E. Wassermann und der von Theodor Herzl erschaffenen Anglo-Palestine Bank gegründet.[70][71][72]

Nachdem 1936 der arabische Aufstand gegen palästinensische Juden einsetzte, lehnten die Briten die Umsetzung der Balfour-Deklaration ab. Stattdessen legte die britische Peel-Kommission im Juli 1937 einen ersten Teilungsplan vor. Demnach sollte ein Großteil Palästinas den Arabern, der kleinere Teil mit den meisten jüdischen Siedlungen, den Juden zugeteilt werden. Jerusalem und ein Küstenstreifen sollten britisches Mandatsgebiet bleiben. Chaim Weizmann, der die WZO seit 1935 leitete, sprach sich auf dem 20. Zionistenkongress für die Annahme dieses Plans aus, um so viele verfolgte Juden wie möglich zu retten. Die neu eingewanderten Juden waren sofort begeistert, die arabischen Vertreter lehnten den Plan jedoch ab und verlangten, ganz Palästina zu einem arabischen Staat zu machen. Der Plan scheiterte.

Im Weißbuch von 1939 legte die britische Regierung einseitig fest, die Balfour-Deklaration sei bereits verwirklicht. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollten noch maximal 75.000 Juden in Palästina einwandern dürfen. Auf einer Konferenz in London im August 1939 versuchte der britische Premierminister Neville Chamberlain die Vertreter der WZO zum Verzicht auf einen jüdischen Staat in Palästina zu bewegen. Chamberlains Versuche blieben erfolglos.

Die deutsche Orientpolitik mündete in der Verbrüderung mit arabischen Nationalisten im gemeinsamen Kampf gegen Briten und Juden. 1941 wurde der von den Engländern eingesetzte Amin al-Husseini, Mufti von Jerusalem und einflussreicher Führer der arabischen Nationalbewegung, von Adolf Hitler in Berlin empfangen. Von Berlin aus soll er mit Adolf Eichmann die Ermordung der im arabischen Raum lebenden Juden geplant haben.[73]

Mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 begann die Shoah mit organisierten Massenmorden an sowjetischen Juden und Deportationen deutscher und osteuropäischer Juden in Ghettos und Lager in Osteuropa. Zwischen Juli und Oktober 1941 fielen die wichtigsten Entscheidungen zur Ausweitung der Judenvernichtung: Nun begann der Bau von Vernichtungslagern und für deutsche Juden wurde reichsweit das Tragen des Judensterns angeordnet. Der laufende Holocaust wurde im Herbst 1941 außerhalb Deutschlands bekannt, dies führte aber zu keinen gezielten Gegenmaßnahmen. Auf der 1942 in New York City einberufenen Biltmore-Konferenz forderten die US-Delegierten der Zionistischen Weltorganisation und eine Gruppe um den späteren Staatsgründer Israels David Ben-Gurion erstmals, „die Tore Palästinas zu öffnen“, um dort ein jüdisches Commonwealth mit demokratischer Verfassung nach europäischem Vorbild einzurichten. Dies lehnte die britische Regierung ab und untersagte die Veröffentlichung des Biltmore-Programms in Großbritannien und Palästina.

Seit dem Aufstand im Warschauer Ghetto im Januar 1943 wuchs die Zahl jüdischer Flüchtlinge erneut. Die britische Regierung ließ nun immer häufiger jüdische Siedlungen in Palästina durchsuchen, illegale Einwanderer verhaften und verbot zionistische Zeitungen. 1944 weiteten die zionistischen Untergrundorganisationen Irgun und Lechi ihre Anschläge gegen die Briten aus. Gleichzeitig kämpften etwa 100.000 der bis dahin 500.000 palästinischen Juden mit den Alliierten in Europa gegen die Deutschen. In den letzten Kriegsmonaten befreiten die Alliierten einige der nationalsozialistischen Vernichtungslager, darunter am 27. Januar 1945 das KZ Auschwitz. Kein europäischer Staat außer Frankreich und Schweden erklärte sich nach Kriegsende am 8. Mai 1945 bereit, die überlebenden Juden aufzunehmen. Die Zionistische Weltorganisation forderte, wenigstens die überlebenden KZ-Häftlinge einwandern zu lassen. US-Präsident Harry S. Truman forderte die Briten auf, sofort 100.000 jüdische Einwanderer zuzulassen, doch der britische Außenminister Ernest Bevin hielt an dem niedrigen Monatskontingent fest. Aus der Sowjetunion wurden seit Februar 1946 etwa 175.000 vom NS-Regime vertriebene polnische Juden in ihr Heimatland abgeschoben, dort aber von den ortsansässigen Polen, die ihren Besitz vielfach übernommen hatten, abgelehnt. 95.000 von ihnen flohen daraufhin über Westeuropa nach Palästina. Die Hagana, die jüdische Brigade der britischen Armee, und der Mossad organisierten nun gemeinsam die illegale Einwanderung der Shoa-Überlebenden, die sogenannte Bericha.

Die Briten ließen 50.000 von ihnen in den Jahren 1945/46 in Vertriebenenlager in die amerikanische Besatzungszone nach Deutschland zurückbringen, andere wurden in Zypern interniert. Während einer Razzia am 29. Juni 1946 nahm die britische Armee alle in Palästina auffindbaren Mitglieder der Jewish Agency und führende Zionisten gefangen und arrestierte sie wochenlang in einem Lager in Lod, ca. 20 Kilometer östlich von Tel Aviv.

Jüdische Siedlungen von 1947
Teilungsplan der UN von 1947

Im Jahr 1946 nahmen die Angriffe der terroristischen Untergrundorganisation Irgun vor allem auf britische Eisenbahnlinien stetig zu. Paramilitärische Einsatztruppen der sich mittlerweile von den Briten abgespaltenen Hagana sprengten vom 16. bis 17. Mai zehn Brücken. Im Gegenzug zu den Terroranschlägen verhafteten die britischen Mandatsträger am 29. Juni alle zionistischen Führer, worauf am 22. Juli Irgun unter Führung des späteren israelischen Ministerpräsidenten und Außenministers Menachem Begin einen Seitenflügel des King David Hotels in Jerusalem sprengte, in dem sich das britische Hauptquartier befand. Es kam zu zahlreichen Toten, die Opferzahlen variieren zwischen 91 und 176.

Die Eskalation der Unruhen zog sich durch das ganze Jahr 1947 – bis die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 29. November mit Zweidrittelmehrheit für den UN-Teilungsplan für Palästina und die Gründung eines jüdischen und eines arabischen Staates stimmten, wobei der Großraum Jerusalem als Corpus separatum unter internationale Kontrolle gestellt werden sollte. Mit dem UN-Beschluss und dem Beginn des britischen Rückzugs nahmen nun die arabischen Unruhen und Anschläge wieder zu. Am Tag nach der Verkündung des UN-Teilungsplans am 30. November 1947 begann der zunächst guerillaartige israelisch-arabische Bürgerkrieg, der Palästinakrieg. Es kam zu Überfällen von arabischen Freischärlern auf jüdische Siedlungen und Wohngebiete und zu Gegenschlägen der paramilitärischen Verbände der Juden. Dabei hielt sich die britische Mandatsregierung bezüglich des Schutzes der Bevölkerung bedeckt oder hinderte mitunter sogar die jeweils gegnerischen Truppen am Eingriff, so zum Beispiel am 13. April 1947, während des Angriffs auf einen medizinischen Konvoi zum Hadassah-Krankenhaus. Kurz darauf begann die Flucht und Vertreibung der arabischen Bevölkerung aus den nun Israel zugeteilten Gebieten, teilweise begleitet von der Zerstörung ihrer Dörfer, Bauten und Dokumente. Oft ging damit der Nachweis der Existenz der palästinensischen Bevölkerung und somit ihres Rechtanspruchs verloren. Die arabische Bevölkerung lehnte in der Folge das Existenzrecht Israels ab, was bis zum heutigen Tag Folgen für die Region hat. Gleichermaßen wurden auch jüdische Bewohner aus nun palästinensischen Gebieten vertrieben. Dabei gab es auf beiden Seiten hohe Flüchtlings- und Todeszahlen.

Geschichte des Staates Israel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1948: Gründung des Staates Israel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

David Ben-Gurion proklamiert am 14. Mai 1948 den Staat Israel

Da das britische Mandat für Palästina am 14. Mai 1948, einem Freitag, um Mitternacht enden sollte, versammelte sich der Jüdische Nationalrat im Haus des ehemaligen Bürgermeisters Dizengoff in Tel Aviv um 16 Uhr noch vor Sonnenuntergang und damit vor Beginn des Sabbats. Unter einem Porträt des Begründers der zionistischen Bewegung, Theodor Herzl, verkündete David Ben-Gurion in der Unabhängigkeitserklärung „kraft des natürlichen und historischen Rechts des jüdischen Volkes und aufgrund des Beschlusses der UNO-Vollversammlung“ die Errichtung des Staates Israel. Elf Minuten später erkannten die Vereinigten Staaten von Amerika durch US-Präsident Harry S. Truman den neuen Staat an, die Sowjetunion folgte am 16. und die Tschechoslowakei am 18. Mai.

Der Jahrestag der Staatsgründung, Jom haAtzma’ut, wird nach jüdischem Kalender am 5. Ijjar (etwa vom 20. April bis 20. Mai nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert.

1948: Unabhängigkeitskrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chaim Weizmann, der erste Staatspräsident Israels
Paula und David Ben-Gurion

Noch in der Gründungsnacht erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Transjordanien, der Libanon, der Irak und Syrien dem neuen Staat den Krieg. Es folgte der Israelische Unabhängigkeitskrieg (Erster Arabisch-Israelischer-Krieg), der von Mai 1948 bis Januar 1949 dauerte und der Israel gegenüber dem Teilungsplan erhebliche Gebietsgewinne – vor allem im westlichen Galiläa um Akko und im nördlichen Negev – brachte. 1949 wurde mit den arabischen Angreifern jeweils ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Der Irak zog sich ohne ein solches Abkommen aus dem Westjordanland zurück. Die nach dem Teilungsplan für die Palästinenser vorgesehenen Gebiete gelangten unter jordanische (Westjordanland einschließlich Ostjerusalem) beziehungsweise ägyptische Besatzung (Gazastreifen).

Während des Krieges flohen rund 850.000 Araber aus Palästina. Zum Teil wurden diese Flüchtlinge durch israelische Streitkräfte vertrieben, zum Teil wurden sie von den arabischen Streitkräften aus strategischen Gründen evakuiert. Infolge dieses Schwunds der arabischen Bevölkerung besteht die Mehrheit im Staat Israel seit diesem Zeitpunkt aus Juden.

Aus der ersten Wahl zu einer verfassungsgebenden Versammlung am 25. Januar 1949 ging die sozialistisch-zionistische Mapei-Partei als Siegerin hervor, gefolgt von der linkssozialistischen Mapam. Ministerpräsident wurde David Ben-Gurion. Es kam in den folgenden Jahren zu wechselnden Koalitionen aus zionistisch-sozialistischen, religiösen und arabischen Parteien.

Nach der Nationalisierung des Sueskanals, die Ägypten gegen bestehendes Recht durchführte, beschlossen Frankreich, Großbritannien und Israel 1956 die Sues-Kampagne. Nach einem israelischen Angriff sollten die beiden ehemaligen Großmächte als scheinbar neutrale Kräfte intervenieren und das Kanalgebiet besetzen. Am 29. Oktober 1956 stießen israelische Truppen in den Gazastreifen und den Sinai vor, und am 5. November begannen die europäischen Truppen zu landen, doch die Kampagne musste beendet werden. Unter dem Druck der Vereinigten Staaten und der UNO zogen sich die drei Angreifer bis zum März 1957 aus den besetzten Gebieten zurück. Allerdings wurde die israelisch-ägyptische Grenze in der Folge durch UN-Friedenstruppen gesichert, und der Zugang zum Golf von Akaba war frei für die israelische Schifffahrt zum israelischen Hafen von Eilat. Die USA verpflichteten sich gegenüber Israel, diesen internationalen Wasserweg offen zu halten.

1967: Sechstagekrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1966 war die Zahl der Übergriffe arabischer Terroristen auf 41 gestiegen, und schon in den ersten vier Monaten des Jahres 1967 kam es zu 37 Angriffen.[74] Ägyptische Streitkräfte besetzten am 15. Mai 1967 (dem Jahrestag der israelischen Unabhängigkeitserklärung) die demilitarisierte Zone des Sinai. Unterstützt wurden sie dabei von exil-palästinensischen Kampfeinheiten. Am 16. Mai forderte der ägyptische Staatspräsident Gamal Abdel Nasser die seit 1956 stationierten UN-Truppen auf, das Grenzgebiet zu Israel zu verlassen. Am 18. Mai bereiteten sich die syrischen Truppen auf Kampfhandlungen auf den Golanhöhen vor und der UNO-Generalsekretär Sithu U Thant kam Nassers Forderung widerstandslos nach und zog die UN-Truppen ab. Radio Kairo meldete am 18. Mai: „Ab heute gibt es keine internationalen Friedenstruppen mehr, die Israel beschützen. Unsere Geduld ist zu Ende. Wir werden uns nicht mehr bei den Vereinten Nationen über Israel beklagen. Ab jetzt herrscht der totale Krieg gegen Israel, und er wird zur Auslöschung des Zionismus führen“,[75] und aus Syrien hieß es am 20. Mai vom syrischen Verteidigungsminister Hafez Assad: „Unsere Streitkräfte sind absolut gerüstet, nicht nur die Aggression zurückzuschlagen, sondern auch einen Befreiungsschlag zu starten und die zionistische Präsenz aus unserer arabischen Heimat hinauszusprengen. Die syrische Armee, den Finger am Abzug, ist sich einig … als Militär bin ich der festen Überzeugung, dass die Zeit gekommen ist, in eine Vernichtungsschlacht hineinzugehen.“

Am 22. Mai sperrte die ägyptische Armee die Straße von Tiran (den Zugang zum Golf von Akaba) erneut für die israelische Schifffahrt. Am 30. Mai schloss auch Jordanien mit Ägypten einen Militärpakt. Daraufhin kündete Nasser an: „Die Heere von Ägypten, Jordanien, Syrien und Libanon sind an den Grenzen Israels aufmarschiert … sie werden die Herausforderung annehmen. Hinter uns stehen die Armeen des Irak, Algeriens, Kuwaits, des Sudan und der gesamten arabischen Welt. Das wird die ganze Welt in Erstaunen versetzen. Heute wird sie erkennen, dass die Araber zum Kampf bereit sind. Die Stunde der Entscheidung ist da. Die Zeit der Erklärungen ist vorbei, die des Handelns gekommen.“[75]

Am 4. Juni trat der Irak dem Militärbündnis von Ägypten, Jordanien und Syrien bei, und der irakische Präsident Abd ar-Rahman Arif kommentierte: „Die Existenz Israels ist ein Fehler, der korrigiert werden muss. Dies ist die Gelegenheit, die Schmach auszulöschen, die man uns seit 1948 angetan hat. Unser Ziel ist klar: Israel von der Landkarte wegzufegen.“[76]

Am 5. Juni 1967 begann der Sechstagekrieg. Israel kam dem sich abzeichnenden gemeinsamen Angriff Ägyptens, Syriens und Jordaniens durch einen Präventivschlag zuvor und kontrollierte nach militärischem Erfolg den Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland und Ostjerusalem und schließlich die Golanhöhen. Am 11. Juni wurde der Waffenstillstand unterzeichnet. Am 19. Juni beschloss das israelische Kabinett, die Gebiete in Friedensverhandlungen zurückzugeben. Am 1. September verabschiedeten die arabischen Staaten die Khartum-Resolution, worin festgelegt wurde, nicht mit Israel zu verhandeln. In der UN-Resolution 242 des Sicherheitsrates vom 22. November 1967 wurde von Israel gefordert, sich aus Gebieten, die im Sechstagekrieg erobert worden waren, zurückzuziehen. Im Gegenzug sollte Israel territoriale Unversehrtheit garantiert werden.

Mehr als 175.000 Palästinenser flohen aus ihrer Heimat. Nach dem Krieg begann Israel mit dem Bau von jüdischen Siedlungen, um die strategische Tiefe Israels zu erhöhen und die besetzten Gebiete besser kontrollieren zu können.

Golda Meir, Premierministerin des Landes von 1969 bis 1974

Zwischen 1968 und 1970 fand der „Abnutzungskrieg“ zwischen Israel und Ägypten statt. Von 1969 bis 1974 hatte mit Golda Meir die erste Frau das Amt des israelischen Ministerpräsidenten inne.

1973: Jom-Kippur-Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Oktober 1973, dem jüdischen Versöhnungsfest Jom Kippur, griffen Syrien und Ägypten Israel im Jom-Kippur-Krieg an.

Der Angriff überraschte die unvorbereiteten Israelis und brachte den Angreifern zunächst militärische Anfangserfolge. Aus israelischer Sicht wirkte sich der Überraschungsangriff auf die Einberufung, anders als die arabischen Strategen gedacht hatten, nicht negativ aus. Im Gegenteil verlief die Einberufung der Reservisten außergewöhnlich schnell, und das trotz der anfänglichen Überraschung und einiger Verwirrung in den Mobilmachungsdepots. Während des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur ruhte das öffentliche Leben fast vollständig, wodurch kein Straßenverkehr die Militärtransporte behinderte und die Reservisten in ihren Häusern und Synagogen schnell ausfindig gemacht werden konnten. Weniger als 24 Stunden nach Beginn der Kampfhandlungen erreichten die ersten Teile zweier Reservedivisionen unter Avraham Adan und Ariel Scharon die Orte Baluza und Tasa, jeweils 250 Kilometer von ihren Heimatbasen entfernt.

Die Syrer drangen mit über 1400 Panzern in die Golanhöhen ein, die Ägypter durchbrachen die israelischen Verteidigungsstellungen und überquerten den Sueskanal. Mit Ausnahme eines kleinen Gebietes um Port Said an der Mittelmeerküste gelang den Ägyptern die Einnahme der Bar-Lev-Linie und die Besetzung eines Streifens parallel zum Sueskanal.

Den Israelis gelang es jedoch relativ bald, die Angreifer zurückzuschlagen. Im Norden führte die Gegenoffensive zu einer Niederlage für die syrische Armee, die in wenigen Tagen – bis zum 10. Oktober – bereits besiegt war und 870 Panzer sowie tausende Fahrzeuge und Geschütze zurücklassen musste. Die Syrer wurden bis 32 Kilometer vor Damaskus zurückgedrängt, die syrische Hauptstadt massiv bombardiert, was viele zivile Opfer forderte. Ein Durchbruch durch die syrische Front gelang den israelischen Truppen jedoch nicht.

Auf der Sinai-Halbinsel drängten israelische Truppen die Ägypter ebenfalls zurück und überquerten am 16. Oktober den Sueskanal. Südlich der Bitterseen gelang es den Israelis unter Führung von General Ariel Scharon, die auf dem Ostufer verbliebene ägyptische 3. Armee einzukesseln. Die israelische Armee stand nun jenseits des Sueskanals, 120 km vor Kairo.

Am 22. Oktober rief der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in der Resolution 338 auf Druck der Vereinigten Staaten alle Parteien auf, das Feuer einzustellen. Bei Inkrafttreten des Waffenstillstands am 22. Oktober (Nordfront) bzw. 24. Oktober (Südfront) waren die Syrer besiegt; die eingeschlossene und unversorgte ägyptische 3. Armee stand vor der Vernichtung.

Nach dem Beginn des Waffenstillstands begannen in einem Zelt am Meilenstein 101 der Straße zwischen Kairo und Sues Verhandlungen zur Truppenentflechtung zwischen den kriegführenden Parteien. Diese Verhandlungen zogen sich über Monate hin.

Die Verluste waren auf beiden Seiten hoch. Mehr als 2600 israelische Soldaten fielen, 7500 wurden verwundet und 300 gerieten in Gefangenschaft. Die israelische Luftwaffe erlitt große Verluste durch den Einsatz von Flugabwehr-Raketen aus sowjetischer Produktion. Auf arabischer Seite gab es über 8500 Tote zu beklagen.

Der Krieg führte zu einer Traumatisierung der israelischen Öffentlichkeit, die die außenpolitische Bedrohung kaum wahrgenommen hatte, weil die israelische Armee bis dahin als unbesiegbar gegolten hatte. Die Vorwürfe aufgrund der massiven Verluste zwangen die israelische Regierungschefin Golda Meir im April 1974 zum Rücktritt.

Für die arabische Welt stellte der Krieg politisch einen Erfolg dar. Mit dem Krieg konnte Israel signalisiert werden, dass die arabische Welt ein militärisch nicht zu unterschätzender Gegner war.

Der Jom-Kippur-Krieg war Auslöser der Ölpreiskrise 1973.

1977: Beginn des Friedensprozesses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Menachem Begin, der erste israelische Premierminister des revisionistischen Flügels des Zionismus

Im Mai 1977 veränderte die 9. Knessetwahl die politische Landschaft des Landes. Hatten seit Staatsgründung stets linke Regierungen das Land dominiert, kam es nun erstmals zu einer konservativen Mehrheit im Parlament; Menachem Begin wurde Ministerpräsident einer Koalition aus Konservativen, liberalen und religiösen Parteien.

Am 9. November 1977 verkündete der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat im ägyptischen Parlament wie schon 1971 eine Friedensinitiative. Inwieweit dahinter von Anfang an ein wirklicher Wille zur Aussöhnung mit Israel stand oder lediglich das Ziel, den Sues-Kanal und den Sinai zurückzuerhalten, lässt sich nicht ganz nachvollziehen, da der 1971er Initiative der Überfall auf Israel (Jom-Kippur-Krieg) gefolgt war. Tatsache ist: Auf Präsident Sadats Initiative hin kam 1977 ein Friedensprozess in Gang, und der israelisch-ägyptische Friedensvertrag (siehe auch Camp-David-Abkommen) wurde unterzeichnet, der unter anderem die Rückgabe des Sinai bis 1982 regelte.

Schon direkt nach dem Sechstagekrieg 1967 wurde die israelische Gesetzgebung auch auf den besetzten Ostteil Jerusalems ausgeweitet. Am 30. Juli 1980 verabschiedete die Knesset das Jerusalemgesetz und erklärte damit Jerusalem zur ewigen und unteilbaren Hauptstadt Israels. Die Annexion Ostjerusalems wie auch die 1981 erfolgte Annektierung der Golanhöhen werden allerdings international nicht anerkannt und verurteilt.[77]

Während des Ersten Golfkriegs zwischen Irak und Iran bombardierten israelische Flugzeuge im Juni 1981 den irakischen Atomreaktor Osirak in der Nähe von Bagdad und zerstörten ihn (Operation Opera). Begründet wurde diese Operation mit der atomaren Bedrohung Israels durch den Irak.

Ab den 1980er Jahren nahmen die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern immer mehr zu.

Im Juni 1982 begann der erste Libanonkrieg aufgrund von Anschlägen der PLO gegen Israel. Als Reaktion ließ der israelische Regierungschef Menachem Begin den Libanon durch die israelischen Streitkräfte angreifen, da die PLO ihre Aktionen aus Beirut koordinierte. Nach der Besetzung Beiruts durch die Israelis zog die PLO aus dem Libanon ab. Der Krieg endete im September des gleichen Jahres, nach Schätzungen waren ihm 10.000 Menschen zum Opfer gefallen. Israel besetzte den Südlibanon bis 1985, danach richtete Israel bis 2000 eine Sicherheitszone mit der SLA ein. Syrien besetzte den Libanon de facto bis 2005.

1987: Erste Intifada[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Friedensnobelpreisträger und Premierminister Jitzchak Rabin wurde 1995 Opfer eines Attentats

Im Jahre 1987 brachen gewalttätige Unruhen von Palästinensern aus, die sogenannte Erste Intifada. Die Folgejahre standen im Zeichen dieser Auseinandersetzung, aber auch von Friedensverhandlungen, die zur Einführung einer palästinensischen Selbstverwaltung für die Gebiete des Gazastreifens und des Westjordanlandes führten. Zwischenzeitlichen Fortschritten standen Rückschritte und schwere Krisen – zum Beispiel die Ermordung Jitzchak Rabins durch einen jüdischen Extremisten sowie wiederholte Selbstmordattentate palästinensischer Terroristen – gegenüber. Den vorerst größten Stillstand erreichte der sogenannte Oslo-Friedensprozess, nachdem sich 2000 der israelische Ministerpräsident Ehud Barak und der PLO-Chef Jassir Arafat in Camp David unter der Vermittlung des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton nicht hatten einigen können. Strittige Punkte waren vor allem die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge, die Teilung Jerusalems und die Aufgabe von Gebieten, die Israel im Sechstagekrieg erobert hatte. Auch relativ weitreichende Zugeständnisse der Israelis, wie der Verzicht auf 95 % der umstrittenen Gebiete, konnten ein Scheitern der Verhandlungen nicht verhindern.

Bei der Beurteilung der Verhandlungen und der Gründe für deren Scheitern gibt es unterschiedliche, kontrovers diskutierte Ansichten (siehe Camp David II).

2000: Zweite Intifada[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur wenige Monate später, im September 2000, brach die Zweite Intifada aus, in deren Verlauf die Friedensverhandlungen abgebrochen wurden. Palästinensische Selbstmordattentate und israelische Militäraktionen, wie der Einmarsch in arabische Städte, kosteten bis Anfang 2005 mehrere tausend Menschen beider Seiten das Leben. Mit dem Abkommen von Scharm asch-Schaich, das am 8. Februar 2005 von Ministerpräsident Ariel Scharon, dem Chef der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas, dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak und König Abdullah II. von Jordanien unterzeichnet wurde, endete die al-Aqsa-Intifada.

Nach dem Erfolg der radikalislamischen Terrororganisation und Partei Hamas bei den Parlamentswahlen in den palästinensischen Autonomiegebieten sowie der israelischen Partei Kadima zu den Wahlen zur Knesset 2006, aus denen Ehud Olmert als neuer Ministerpräsident hervorging, verschärfte sich die innenpolitische Lage in Israel dramatisch. Im Sommer 2006 eskalierte die Situation, als Israel auf die Entführung zweier israelischer Soldaten durch die Hamas mit Angriffen im Gazastreifen und Westjordanland reagierte. Mit der Solidarisierung der Hisbollah mit der Hamas durch die Entführung weiterer israelischer Soldaten begann der zweite Libanonkrieg.

Nach jahrelangen Hindernissen scheint die diplomatische Annäherung zwischen dem Vatikan und Israel konkreter zu werden. Streitpunkt ist ein altes Gesetz, das immer noch in Israel gültig ist und den Kirchen die Erlaubnis von Güterbesitz verweigert. Der Heilige Stuhl möchte seine historischen Besitztümer wieder zurückerhalten, die vom Staat „geraubt“ wurden. Dazu gehört beispielsweise das Pilgerhaus in der Küstenstadt Caesarea.[78]

Am 28. Dezember 2008 begann die israelische Armee mit der Operation Gegossenes Blei eine Reihe von schweren Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen, nachdem von dort Kurzstreckenraketen auf israelische Ortschaften gefeuert worden waren. Am 3. Januar 2009 wurde die Operation zu einer Bodenoffensive ausgeweitet.

Am 31. Mai 2010 kam es zum Ship-to-Gaza-Zwischenfall, bei dem eine Anzahl Schiffe durch das israelische Militär abgefangen wurde, die die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen wollten. Neun Aktivisten kamen dabei ums Leben. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel haben sich seitdem massiv verschlechtert. Schon vorher hatte sich die Türkei unter der Erdogan-Regierung von Israel entfernt, sich zum Fürsprecher der Hamas entwickelt und den Schulterschluss mit dem Iran gesucht, dessen Präsidenten er als den „besten Freund“ bezeichnete.[79]

Im Juli 2014, nach einem Mord an drei jüdischen Religionsschülern und einem noch ungeklärten Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen, war ein erneuter Konflikt zwischen Israel und der Hamas ausgebrochen. Die israelische Armee startete die Operation Protective Edge und begann mit der Invasion des Gazastreifens. Am 26. August endeten die Gefechte mit einem Waffenstillstand.

Nachdem es im November 2014 zu einer Regierungskrise zwischen Likud und den liberalen Parteien gekommen war, enthob Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am 2. Dezember seinen Finanzminister Yair Lapid und Justizministerin Tzipi Livni ihrer Ämter. Im März 2015 fanden daher Neuwahlen statt, die Netanjahus Partei gewann.

Seit Oktober 2015 kommt es immer wieder zu Messerattacken von palästinensischen Terroristen auf Passanten und Sicherheitskräfte. Bei dieser neuen Welle von Gewaltakten sind bisher 34 Israelis und mindestens 220 Palästinenser sowie ein Tourist aus den USA getötet worden (Stand: 1. Juli 2016). Die meisten der Palästinenser wurden bei Anschlägen und Anschlagsversuchen auf Israelis von den Sicherheitskräften erschossen. Oft handeln die Täter allein und ohne eine übergeordnete Struktur. Die israelischen Behörden machen eine radikale Anstachelung von Palästinensern dafür verantwortlich.[80][81]

Ab 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anfang des 2020er Jahrzehnts war geprägt von der COVID-19-Pandemie in Israel, Massenprotesten gegen eine Justizreform und dem Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisches System[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Knesset, das israelische Parlamentsgebäude

Der Staat Israel ist eine parlamentarische Demokratie nach westlichem Vorbild. Die Organisation Freedom House und die Zeitschrift The Economist stufen Israel als einziges Land im Nahen Osten als freie Demokratie ein.[82][83] Im Demokratieindex 2023 der britischen Zeitschrift The Economist belegt Israel Platz 29 von 167 Ländern, was die beste Platzierung unter den Staaten des Nahen Ostens darstellt (gefolgt von Palästina auf Platz 110). Israel gilt dem Index nach als eine „unvollständige Demokratie“.[84]

Verfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israel verfügt als einer von drei Staaten weltweit, neben dem Vereinigten Königreich und Neuseeland, über keine kodifizierte Verfassung.[85]

Am 13. Juni 1950 beschloss die Knesset die Hariri-Resolution, nach der eine Verfassung in Form von einzelnen „Grundgesetzen“ aufgebaut werden solle. Jedes Grundgesetz solle dem Parlament einzeln vorgelegt werden, die Gesamtheit dieser Grundgesetze solle als „Verfassung“ Israels gelten. Die Unabhängigkeitserklärung vom 14. Mai 1948 sowie inzwischen elf Grundgesetze ersetzen eine Verfassung.

Die zwischen 1958 und 1984 verabschiedeten acht Grundgesetze befassen sich mit den Institutionen des Staates Israel. 1992 wurden sie durch die Grundgesetze zur Berufsfreiheit und zur Menschenwürde und Freiheit erstmals um den Schutz von Grundrechten ergänzt.[86]

Am 19. Juli 2018 verabschiedete das israelische Parlament das Nationalstaatsgesetz (offiziell Grundgesetz: Israel – Der Nationalstaat des jüdischen Volkes). Darin ist der Anspruch Israels verankert, die „nationale Heimstätte des jüdischen Volkes zu sein“. Ferner bestimmt das Gesetz das vereinte Jerusalem zur Hauptstadt Israels. Flagge, Nationalhymne, der hebräische Kalender und jüdische Feiertage sind seitdem als Nationalsymbole festgeschrieben, Hebräisch als alleinige Amtssprache.[87] Der arabischen Sprache wird ein Sonderstatus eingeräumt; ein Zusatz stellt klar, dass der bisherige Gebrauch und Status der Sprache durch das Gesetz nicht beeinträchtigt werde.[88]

Staatspräsident[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzungszimmer im Präsidentenpalais in Jerusalem

Der Staatspräsident (hebräisch Nasi) wird von der Knesset in einer geheimen Abstimmung durch eine absolute Mehrheit für eine siebenjährige Amtszeit gewählt. Eine Wiederwahl ist nicht möglich. Das Amt des Präsidenten symbolisiert die Einheit des Staates über parteipolitische Grenzen hinweg. Seine Aufgaben sind repräsentativer und formeller Art. Am 2. Juni 2021 wurde Jitzchak Herzog zum Staatspräsidenten gewählt und trat das Amt zum 9. Juli 2021 an. Seine Vorgänger waren Reuven Rivlin und Schimon Peres.

Parlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das israelische Parlament, die Knesset, wurde am 25. Januar 1949 zum ersten Mal gewählt. Die 120 Mitglieder der Knesset werden in geheimer Wahl für vier Jahre gewählt.[89] Das Frauenwahlrecht führte Israel bereits 1946 ein.[90] Die allgemeinen Wahlen sehen starre Listen vor, das heißt, die Wähler stimmen nur für Parteilisten und können die Reihenfolge innerhalb der Listen nicht beeinflussen. Es gibt keine unterschiedlichen Wahlbezirke, alle Wähler stimmen für dieselben Parteilisten. Die Knesset wählt den Präsidenten und beschließt die Gesetze. Das oberste Gericht kann ein Gesetz nur aufheben, wenn es gegen die Verfassung verstößt.

Regierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ministerpräsident (Regierungschef), (hebräisch ראש הממשלה, Rosch haMemschala „Oberhaupt der Regierung“) und sein Kabinett üben die ausführende Gewalt aus.

Der Präsident beauftragt denjenigen Parteiführer, der ein Mitglied der Knesset sein muss, eine neue Regierung zu bilden, der am ehesten dazu imstande ist. Nach der Auswahl des Präsidenten hat der auserkorene Ministerpräsident 45 Tage Zeit, eine Regierung zu bilden, die dann kollektiv von der Knesset gebilligt werden muss. Dabei stellt der Ministerpräsident auch die Grundlinien seiner Regierungspolitik dar.

Die Regierung ist mit der Durchführung der internen und auswärtigen Angelegenheiten beauftragt. Die Möglichkeiten, die Richtlinien der Politik zu bestimmen, sind sehr umfassend, und der Ministerpräsident ist autorisiert, zu jedem Thema Maßnahmen zu ergreifen, wenn dies nicht per Gesetz einer anderen Autorität übertragen ist.

Die Minister sind dem Ministerpräsidenten gegenüber für die Erfüllung ihrer Aufgaben verantwortlich und verpflichtet, der Knesset über ihre Handlungen Rechenschaft abzulegen. Die meisten Minister haben einen Geschäftsbereich und leiten ein Ministerium; andere arbeiten ohne Geschäftsbereich, können jedoch mit Sonderaufgaben beauftragt werden.

Mindestens die Hälfte der Minister haben der Knesset als Abgeordnete anzugehören, wobei jedoch alle Minister als Kandidaten für die Knesset geeignet sein müssen. Der Ministerpräsident oder ein anderer Minister mit Billigung des Ministerpräsidenten ernennt maximal sechs stellvertretende Minister, die alle der Knesset als Abgeordnete angehören müssen.

Bisher wurden alle Regierungen in Israel auf der Basis einer Koalition verschiedener Parteien gebildet, da keine Partei eine ausreichende Zahl von Mandaten in der Knesset auf sich vereinigen konnte, um alleine eine Regierung zu bilden.

Die Regierung bleibt in der Regel für vier Jahre im Amt. Der Ministerpräsident und die Minister einer aus dem Amt scheidenden Regierung nehmen ihre Pflichten so lange wahr, bis eine neue Regierung ihre Arbeit aufnimmt. Kann der Ministerpräsident nicht länger seinen Pflichten nachkommen, im Falle seines Rücktritts, einer gegen ihn gerichteten Anklage, eines erfolgreich durchgeführten Misstrauensvotums der Knesset oder seines Todes, überträgt die Regierung einem ihrer Mitglieder, das zugleich Knessetabgeordneter ist, die Amtsgeschäfte. Dieser amtierende Ministerpräsident hat die gesamte Autorität; ausgenommen ist allerdings die Möglichkeit, die Knesset aufzulösen.

Ministerpräsident ist seit dem 29. Dezember 2022 Benjamin Netanjahu, der den seit Juli 2022 regierenden Jair Lapid ablöste.

Parteien und politische Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israel besitzt ein Mehrparteiensystem. Im Parlament sind seit der Staatsgründung nie weniger als zehn Parteien vertreten. Ursachen dafür sind die niedrige Sperrklausel sowie vor allem die durch Einwanderung gewachsene Heterogenität der Bevölkerung.

Die wichtigste Trennlinie zwischen den Parteien ist seit dem Sechstagekrieg die zwischen „Tauben“ und „Falken“. „Tauben“ vertreten das Prinzip „Land für Frieden“. Sie befürworten die Errichtung eines palästinensischen Staates und die Teilung Jerusalems zwischen Israel und Palästina. Die sog. „Falken“ vertreten hingegen die Formel „Frieden für Frieden“, wohinter die Absicht steht, die besetzten Territorien auf lange Sicht ganz oder teilweise zu annektieren. Traditionell stehen sich die Awoda als führende Partei des „Tauben“-Lagers und Likud als führende Partei der „Falken“ gegenüber.[91] Bis 1977 gehörten alle Ministerpräsidenten Awoda oder deren Vorläufern an, seither gab es überwiegend Regierungschefs aus dem Likud.

Größte rechte Partei ist traditionell der Likud, daneben existieren kleinere rechte Parteien wie Jisrael Beitenu (hauptsächlich von russischen Einwanderern gewählt). Die religiösen Parteien, bei denen zwischen Ultraorthodoxen (Schas und Vereinigtes Thora-Judentum) und Nationalreligiösen unterschieden wird, waren seit 1977 zumeist mit dem Likud verbündet. Größte linke Partei ist traditionell die sozialdemokratische Awoda, weiter links besteht daneben Meretz. Awoda und linke Parteien insgesamt haben an Bedeutung verloren. Seit Ende der 1970er Jahre kam es häufig zur Gründung zentristischer Parteien, die oft kurzlebig waren, die bedeutendste in der 2021 gewählten Knesset ist Jesch Atid (liberal, laizistisch). Oft kommt es vor Wahlen zur Gründung neuer Parteien oder Allianzen bestehender Parteien. Daneben bestehen Parteien, die weit überwiegend (Chadasch) oder ausschließlich von Arabern unterstützt werden und häufig in unterschiedlichen Konstellationen mit gemeinsamen Listen antreten.

Aus den stark sozialistischen Anfängen des israelischen Staates erklärt sich die bedeutende Rolle, die die Histadrut, der Allgemeine Verband der Arbeiter Israels, im politischen Leben spielt.

In Deutschland sind die bekanntesten Gruppen der israelischen Friedensbewegung Gusch Schalom und Peace Now. Daneben gibt es noch einige andere unabhängige Menschenrechtsorganisationen wie B’Tselem und Machsom Watch (Checkpoint Watch) sowie die Bürgerrechtsgruppe ICAHD.

Frauenwahlrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1920 schuf der Jischuw eine Repräsentantenversammlung. Diese verfügte zwar über keine juristische Legitimation, da die Macht bei der britischen Mandatsmacht lag; doch diese war zur Zusammenarbeit mit jüdischen Vertretungen angehalten. Ultraorthodoxe Männer blockierten das Frauenwahlrecht im Jischuw in den Anfängen erfolgreich. Als Kompromisslösung erhielten Frauen im April 1920 für eine beschränkte Zeit das Wahlrecht.[92] Die ultraorthodoxen Männer wurden dadurch entschädigt, dass sie zwei Stimmen erhielten: eine für sich und eine für ihre Frau. Ein dauerhaftes Frauenwahlrecht gab es ab 1925 bei den Wahlen zur zweiten Gesetzgebenden Versammlung.[92] Das Prinzip Eine Stimme pro Person wurde jedoch erst bei der Wahl der vierten Gesetzgebenden Versammlung im August 1944 angewendet.[92] Die für diese Wahl geltenden Regeln bildeten die Grundlage für die Verfassung des Staats Israel, der am 15. Mai 1948 unabhängig wurde.[92] Nach der Unabhängigkeitserklärung sollte innerhalb von fünf Monaten eine Konstituierende Versammlung eine Verfassung aufstellen, was jedoch wegen des Kriegs nicht möglich war. Im Januar 1949 fanden Knessetwahlen nach dem System statt, das für die Repräsentantenversammlung (siehe oben) gegolten hatte. Am 16. Februar 1949 wurden dann zunächst einige Basisgesetze von der Konstituierenden Versammlung beschlossen.[93] Die Vorschrift, dass das Geschlecht keine Rolle spielen darf, war Teil dieser Basisgesetze.[94]

Politische Indizes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 44,1 von 120 143 von 179 Stabilität des Landes: stabiler
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
2023[95]
Demokratieindex 7,93 von 10 29 von 167 Unvollständige Demokratie
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2022[84]
Freedom in the World Index 77 von 100 Freiheitsstatus: frei
0 = unfrei / 100 = frei
2023[96]
Rangliste der Pressefreiheit 53,23 von 100 101 von 180 Erkennbare Probleme für die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2024[97]
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 63 von 100 31 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2022[98]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ÄgyptenSaudi-ArabienJordanienLibanonSyrienSyrien (von der UN überwachtes demilitarisiertes Puffergebiet)Bezirk Tel AvivBezirk HaifaZentralbezirkSüdbezirkBezirk Jerusalemde-facto Israel (von Israel als zum Bezirk Jerusalem gehörig gezählt; von der Palästinensischen Autonomiebehörde als Teil des Westjordanlandes beansprucht)de-facto Israel (Zentralbezirk; von der Palästinensischen Autonomiebehörde als Teil des Westjordanlandes beansprucht)de-facto unter Kontrolle Israels (von Israel als Judäa und Samaria bezeichnet; teils unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde und von dieser als Westjordanland bezeichnet und vollständig beansprucht)Gazastreifen (offiziell unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde, von Israel de-facto abhängig, offiziell aber nicht als Teil Israels betrachtet)Nordbezirk (Israel)Golanhöhen (de-facto Israel, von Israel als Teil des Nordbezirks angesehen; von Syrien beansprucht)Nordbezirk (demilitarisierter Teil des Nordbezirks)
Karte der Bezirke im Staat Israel

Bezirke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Staatsgebiet Israels ist in sechs Bezirke, hebräisch מחוזות mechozot (Singular machoz), eingeteilt. Fast alle Bezirke sind in insgesamt 15 Unterbezirke, hebräisch נפות nafot (Singular. nafa) unterteilt. Zusätzlich wird in den offiziellen Statistiken der Militärbezirk Judäa und Samaria geführt. Dieser umfasst die jüdischen Siedlungen im Westjordanland.

Die sechs Bezirke Israels sind:[99]

Kommunalverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalverwaltung besteht aus drei unterschiedlichen Typen: der Stadtverwaltung, der Gemeindeverwaltung und der Regionalverwaltung.

Stadtverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Stadtverwaltung, hebräisch Iriyah, ist die größte Form der Kommunalverwaltung in Israel. Der Status einer Stadtverwaltung wird vom israelischen Innenminister an sich bewerbende Ortschaften vergeben, die normalerweise mehr als 20.000 Einwohner haben. Vereinzelt sind auch Ausnahmen möglich. 2008 gab es 71 Stadtverwaltungen.

Gemeindeverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gemeindeverwaltung, hebräisch מועצה מקומית Mo'atzah Mekomit, englisch local council, daher auch Lokalverband, ist eine Verwaltungseinheit für die kleineren urbanen Siedlungen und die größeren landwirtschaftlichen Ortschaften. Eine Gemeindeverwaltung hat zwischen 2000 und 20.000 Einwohnern und liegt damit in der Verwaltungsgliederung Israels zwischen Städten und ländlichen Regionalverbänden. Im Jahr 2007 bestanden in Israel insgesamt 141 Gemeindeverwaltungen.

Regionalverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Büro des Regionalverbandes Menashe

Regionalverwaltungen, hebräisch מועצה אזורית Mo'atza Azorit, sind die dritte Art der Kommunalverwaltung in Israel. Dabei handelt es sich häufig um eine Verwaltung auf zwei Ebenen.

Die Regionalverwaltung ist für mehrere kleinerer Siedlungen in ländlichen Gegenden zuständig, die häufig einen eigenen Gemeindeausschuss besitzen. Die Siedlungen sind für gewöhnlich über eine größere Fläche verteilt, aber in geographischer Nähe zueinander. Die einzelnen Siedlungen innerhalb eines Regionalverbandes haben weniger als 2000 Einwohner.

Der Gemeindeausschuss einer Siedlung entsendet Abgeordnete in die Regionalverwaltung, die direkt berufen oder durch Wahl bestimmt sind, in Proportion zur Einwohnerzahl. Viele Kibbuzim und Moschawim sind Teil einer Regionalverwaltung. 2003 gab es 53 Regionalverbände in Israel.

Außen- und Sicherheitspolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staaten mit Botschaften aus Israel
Staaten, die Botschaften in Israel haben

Israel wird von 162 der 192 übrigen UN-Mitgliedstaaten diplomatisch anerkannt (siehe dazu Internationale Anerkennung Israels), was mehr als 80 % aller Staaten sind. Vorwiegend Staaten mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung erkennen Israel nicht an und einige von ihnen bestreiten auch das Existenzrecht Israels.[100]

Ziel der israelischen Außenpolitik ist eine Lösung des Nahostkonflikts, infolge der eine langfristige Verbesserung der Beziehung zu den arabischen Ländern erhofft wird. Israel hat sowohl mit Ägypten als auch mit Jordanien einen Friedensvertrag unterzeichnet. Im Januar 2007 berichtete die israelische Zeitung Haaretz außerdem, dass es zwischen 2004 und 2006 mit Syrien geheime Friedensverhandlungen gegeben habe.[101]

Weiteres Ziel der israelischen Sicherheitspolitik ist die Immigration möglichst vieler Juden, speziell derjenigen, die aus israelischer Sicht existentieller Bedrohung ausgesetzt sind. In mehreren spektakulären Aktionen hat Israel Juden, teilweise unter Zuhilfenahme des Militärs, nach Israel gebracht, selbst wenn diese nicht israelische Staatsbürger waren, beispielsweise die Evakuierung äthiopischer Juden während der Hungersnot in deren Land.

Die USA sind Israels wichtigster Verbündeter und gewähren ihm den Status eines „wichtigen Verbündeten außerhalb der NATO“. Dabei wird Israel gegenüber Jordanien und Ägypten, die ebenfalls mit den Vereinigten Staaten verbündet sind, bevorzugt behandelt. Dies betrifft beispielsweise den Zugang zu nachrichtendienstlichen Informationen oder Rüstungstechnologie.

Tatsächlich haben die USA ein weitreichendes eigenständiges Interesse an der Region und am Fortbestand Israels. So zählt Israel zu denjenigen Staaten, denen der Kongress im Rahmen des sogenannten Foreign-Military-Financing-Programms militärische Entwicklungshilfe der höchsten Stufe bewilligt, die aber unter der Bedingung vergeben werden, dass das Nehmerland militärische Ausrüstung ausschließlich von amerikanischen Rüstungsfirmen beschafft. Darüber hinaus müssen die USA dem Weiterverkauf von Rüstungsgütern, die mit diesem Finanzierungsprogramm erworben wurden, in jedem Einzelfall zustimmen.

Israel kooperiert außerdem in vielen Bereichen mit der VR China und insbesondere mit Indien. Seit den 1950er Jahren leistet Israel Entwicklungspolitik in Afrika und mit weniger Aufwand auch in Asien. Treibende Kraft dahinter waren Golda Meir bzw. Mosche Scharet. Ziel der Entwicklungspolitik war es, die Einkreisung durch feindliche arabische Staaten zu durchbrechen und die uneingeschränkte Unterstützung für die arabischen Länder durch schwarzafrikanische Nationen zu schwächen. Im Falle von Äthiopien hatte man auch Interesse daran, die Sicherheit der dortigen jüdischen Minderheit zu gewährleisten.

Am 7. September 2010 vollzog Israel den Beitritt zur OECD.[102]

Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit wurde im Dezember 2013 eine ca. 400 km lange Sperranlage zu Ägypten fertiggestellt, um illegale Migranten aus Afrika davon abzuhalten, nach Israel einzuwandern, und Drogen- und Waffenschmuggel einzudämmen. Die Baukosten betrugen 450 Millionen US-Dollar.[103][104]

Ein Friedensvertrag zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, auch Abraham-Abkommen genannt, wurde am Dienstag, dem 15. September 2020, um 13.37 Uhr vor dem Weißen Haus in Washington in Anwesenheit von US-Präsident Trump durch Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den Außenminister der Emirate Abdullah bin Said al-Nahjan unterzeichnet. Zeitgleich erfolgte ein Friedensvertrag zwischen Israel und Bahrain mit dem Königreich Bahrain durch Abdullatif bin Raschid al-Sajani, ebenso mit Marokko und dem Sudan. Eine Anerkennung des Existenzrechts Israels durch andere arabische Staaten blieb bislang jedoch aus.

Israel und Kosovo vereinbarten am 1. Februar 2021 die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Mit der Übereinkunft erkannte ein weiteres Land mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung Israel an. Kosovo ist auch das erste europäische Land, das seine Botschaft in Israels Hauptstadt Jerusalem eröffnen will. Bisher haben nur die USA und Guatemala ihre diplomatischen Vertretungen von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Der außenpolitische Sprecher der Europäischen Union, Peter Stano, drohte jedoch, der Kosovo würde durch die Botschaftsentscheidung seine Perspektive auf eine EU-Mitgliedschaft verspielen, was jedoch den Kosovo nicht davon abhält.[105] Auch Äquatorialguinea will seine Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegen.[106]

Israelische Friedensdiplomatie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom ehemaligen israelischen Ministerpräsident Ehud Olmert vorgelegtes Friedensangebot mit Lösung des Siedlungsproblems durch einen territorialen Austausch zur Erschaffung eines souveränen Staates Palästina in Territorium äquivalent zu der Größe des Westjordanlandes und des Gazastreifens.

Sowohl die frühen zionistischen Vertreter vor der Unabhängigkeit Israels als auch mehrere israelische Regierungschefs danach haben seit 1919 mehrere Übereinkünfte mit arabischen Vertretern getroffen und eine Vielzahl von Friedensangeboten vorgelegt, jedoch konnte aus verschiedensten Gründen keines von diesen einen regionalen Frieden etablieren. Diese Friedensangebote sollten die zentralen Konfliktfragen in den israelisch-palästinensischen und den israelisch-arabischen Gesprächen endgültig klären – Grenzen, israelische Siedlungen, Sicherheit und Flüchtlinge.

Diese Angebote enthielten unter anderem das neun Tage nach Israels Sieg im Sechstagekrieg vorgelegte Friedensangebot an Syrien und Ägypten, welches über amerikanische diplomatische Kanäle vermittelt wurde und die Rückgabe der Golanhöhen an Syrien und die Rückgabe des Sinais an Ägypten im Gegenzug für einen Friedensvertrag anbot. Die arabische Liga lehnte jedoch durch die Khartoum-Resolution jegliche Verhandlungen mit Israel kategorisch ab (Kein Frieden mit Israel, keine Anerkennung Israels und keine Verhandlungen mit Israel). Des Weiteren wurde 1967 bis 1970 im Rahmen des Allon-Plans die Rückgabe von bis zu 98 % des Westjordanlandes an Jordanien angeboten, jedoch lehnte dies König Hussein I ab.[107]

Weitere wichtige Ereignisse waren die Übergabe von 40 % des Westjordanlandes mit über 90 % der Bevölkerung an die Palästinensische Autonomiebehörde im Verlauf des Oslo-Friedensprozesses sowie die Zustimmung Israels zu den Clinton Parameters. Diese sahen einen zukünftigen palästinensischen Staat in ganz Gaza und bis zu 97 % des Westjordanlandes vor. Zusätzlich überließ Israel 2005 unter dem „Scharon-Plan“ ganz Gaza an die Palästinensische Autonomiebehörde und bot 2008 eine territoriale Lösung der umstrittenen Gebiete des Westjordanlandes an, welche durch einen gegenseitigen Gebietsaustausch einen palästinensischen Staat im Westjordanland ermöglichte (siehe Abbildung). Dieser Vorschlag wurde jedoch von Mahmud Abbas abgelehnt.[108]

Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Merkava 4, Israels modernster Kampfpanzer

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (hebräisch צבא ההגנה לישראל Tzwa haHagana leJisra'el, kurz צה"ל Tzahal, oder englisch Israel Defense Forces, kurz IDF) gelten als die stärksten Streitkräfte der Region. Die Personalstärke und die Anzahl der Waffensysteme unterliegen der Geheimhaltung. Schätzungen gehen von einem Personalstand von rund 176.500 Männern und Frauen (davon Heer: 133.000, Luftwaffe: 34.000, Marine: 9.500) aus, die im Verteidigungsfall auf über 600.000 verstärkt werden können.[109] Die militärische Bedrohung hat sich für Israel nach dem Ende des Kalten Krieges von symmetrisch ausgerichteten Gegnern zu asymmetrisch kämpfenden palästinensischen und libanesischen Organisationen gewandelt.

In Israel gilt eine Wehrpflicht von 36 Monaten für Männer und 24 Monaten für Frauen, von der israelische Araber sowie alle nichtjüdischen, schwangeren oder verheirateten Frauen ausgenommen sind. Nur Frauen ist es gestattet, der Wehrpflicht aus Gewissensgründen nicht nachzukommen; sie leisten dann einen zivilen Ersatzdienst von ein bis zwei Jahren. Das monatliche Gehalt der Wehrpflichtigen betrug 2011 rund 460 Schekel (circa 98 Euro).[110] Im Jahr 2023 reichte der nach Einsatzgebiet gestaffelte Sold der Wehrpflichtigen von 1.327 bis 3.276 Schekel (etwa 333 bis 822 Euro). Den Wehrpflichtigen wurde der Sold zum Jahr 2022 um 50 % erhöht, nachdem die Öffentlichkeit wegen der zunehmenden Einkommensungleichheit in den IDF empört war.[111] 2021 erhielten Berufssoldaten im Ruhestand eine deutliche Erhöhung ihrer Pensionsbezüge, während aktive Truppen in den unteren Rängen zunächst lange Zeit keine Erhöhung ihres Soldes bekamen. In Israel verdienten Berufssoldaten 2011 bis zu fünfzigmal so viel wie Wehrpflichtige; dieser Abstand hat sich mit den Erhöhungen bei den Wehrpflichtigen etwas verringert, ist aber bis heute deutlich.

Bei einer Wehrdienstverweigerung kann eine Haftstrafe verhängt werden.[112]

Ein Charakteristikum des israelischen Wehrsystems ist die international vergleichsweise hohe Einbindung seiner Reservisten, die aufgrund des regelmäßigen Reservedienstes (ein Monat pro Jahr bei Unteroffizieren und Mannschaften bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres und des 51. bei Offizieren, bei Frauen bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres) einen hohen Grad an Ausbildung und Verwendungsfähigkeit beibehalten. Die Streitkräfte führen auch in Kooperation mit den USA und anderen NATO-Ländern regelmäßig Übungen durch und schicken ihren Führungsnachwuchs häufig zur Ausbildung in diese Staaten.

IAI Lavi israelischer Produktion- eine Darstellung der israelischen Wehrtechnik
F-16I 'Sufa'
Patrouillenboot der Dabur-Klasse auf See.
Israelische F-15 I Ra’am, eine Variante der als Atomwaffenträger geeigneten McDonnell Douglas F-15E Strike Eagle
Soldaten des Netzach Jehuda-Bataillons
Shavit beim Start – eine Trägerrakete, die aus der Jericho-2-Mittelstreckenrakete entwickelt wurde.
Soldatinnen des Karakal-Bataillons

Das Rückgrat des Heeres ist die Panzertruppe mit rund 1.500 modernen Kampfpanzern des Typs Merkava. Darüber hinaus sind noch etwa 2.000 ältere Modelle, v. a. M60 (Magach), überwiegend bei Reserveeinheiten, im Einsatz. Die Luftstreitkräfte verfügen über etwa 500 Kampfflugzeuge und 200 Hubschrauber;[109] diese entstammen zwar fast ausschließlich US-amerikanischer Produktion, wurden jedoch oft bereits beim Bau oder nachträglich von israelischen Rüstungsunternehmen für die spezifischen Erfordernisse der israelischen Streitkräfte modifiziert und besitzen in der Regel Bewaffnung (wie Delilah, Nimrod und Spice) sowie Elektronik (wie Litening) israelischer Produktion. Die israelische Marine verfügt u. a. über rund 40 Patrouillenboote, zehn Raketenboote, drei Korvetten und fünf moderne U-Boote der Dolphin-Klasse. Die deutsche Rüstungsindustrie ist an der Entwicklung und Lieferung der Dolphin-U-Boote beteiligt.[113] Außerdem wurde der Motor des Merkava IV-Panzers von MTU Friedrichshafen entwickelt und wird unter Lizenz von L-3 Communication Combat Propulsion Systems (vorher General Dynamics) produziert.[114] Im Gegenzug wurde Deutschland mit den in Israel entworfenen Spike-Panzerabwehrraketen ausgestattet.[115] Die Bundeswehr betreibt auch die israelischen Heron-Drohnen.

Die israelische Infanterie verfügt über verschiedene Waffen. Meistverwendet ist das amerikanische M16 (Gewehr) in verschiedenen Versionen. Allerdings sind auch Waffen israelischer Produktion im Gebrauch, wie beispielsweise IMI Negev, Tavor TAR-21, IMI Galatz, IMI Galil, Uzi und IWI Jericho 941.

Israelische Rüstungsunternehmen sind unter anderem: Israel Weapon Industries,[116] Israel Aerospace Industries, Rafael und IMI.

Zur Luftverteidigung verfügt Israel seit 1991 über das Patriot-Flugabwehrsystem (Version PAC 2) und bereits seit den 1960er Jahren über das Hawk-Flugabwehrsystem.[109]

Israel verfügt seit 2000 über das Arrow (englisch: „Pfeil“, ursprünglicher hebräischer Name: חץ; „Chetz“)-Raketenabwehrsystem (Version Arrow 2) gegen Mittel- und Interkontinentalraketen, hatte jedoch lange Zeit gegen den Beschuss mit Kassam-Raketen, die die Hamas vom Gazastreifen aus einsetzt, sowie die Katjuscha-Raketen der Hisbollah aus dem Südlibanon aufgrund ihrer kurzen Reichweite mit dementsprechender Flugzeit kein Abwehrmittel. Gegen die Bedrohung durch Raketen mit einer Reichweite von bis zu 70 Kilometern wurde das Abwehrsystem Iron Dome (ursprünglicher hebräischer Name: כיפת ברזל kipat barzel, deutsch ‚Eiserne Kuppel‘) entwickelt. Die ersten Batterien wurden im März 2011 nahe Be’er Scheva in Betrieb genommen und konnten kurz danach bereits Raketen der Hamas abfangen.[117][118][119][120] Gegen Raketen mit einer Reichweite zwischen 70 und 250 Kilometern ist ferner das Abwehrsystem David’s Sling geplant.[121][122] Zur Erhöhung des Schutzes gegen ballistische Raketen ist seit kurzem die verbesserte PAC 3 Version des Patriot-Flugabwehrsystem im Einsatz[123] und eine verbesserte Version von Arrow (Arrow 3) in der Entwicklung.[124]

Israel hat den Atomwaffensperrvertrag nie unterzeichnet und verfügt nach allgemeiner Einschätzung seit den 1960er Jahren über Nuklearwaffen, die im Negev Nuclear Research Center entwickelt worden sind. In den 1970er Jahren gab es eine geheime gemeinsame Nuklearwaffenforschung mit Südafrika. Fachkreise gehen davon aus, dass Israel über rund 200 Kernsprengköpfe verfügt. Der israelische Nuklear-Techniker Mordechai Vanunu veröffentlichte etliche Einblicke in das israelische Kernwaffenprogramm, wofür er angeklagt und verurteilt wurde. Die offizielle Politik der Regierung ist, diese Frage nicht zu kommentieren, also den Besitz weder zuzugeben noch ihn abzustreiten (die sogenannte Politik der „atomaren Zweideutigkeit“).[125] Ein Interview im Dezember 2006, in dem Premierminister Ehud Olmert in einer Aufzählung von Nuklearwaffenmächten neben Frankreich, den USA und Russland auch Israel nannte, wurde von der internationalen Presse als indirektes Eingeständnis für einen israelischen Nuklearwaffenbesitz und gleichzeitig als Drohung und Replik in Richtung Iran gewertet.[126][127] Am 4. Dezember 2012 verabschiedete die UN-Vollversammlung eine Resolution mit 174 zu 6 Stimmen, dass Israel unverzüglich dem Kernwaffensperrvertrag beitreten und die IAEA zur Kontrolle der Atomanlagen ins Land lassen soll.[128]

Israel lag 2017 auf Platz 1 des Globalen Militarisierungsindex (GMI).[129] Israel gab 2017 knapp 4,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 16,5 Milliarden US-Dollar für seine Streitkräfte aus.[130]

Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emblem der israelischen Polizei

Die Polizei Israels (hebräisch: משטרת ישראל, Mischteret Jisrael) beschäftigt rund 30.000 hauptamtliche Kräfte. Diese werden von 33.000 ehrenamtlichen Kräften unterstützt (Stand 2016).[131] Zur Aufgaben der Polizei gehören die Strafverfolgung, die Kontrolle des Straßenverkehrs und die Abwehr von Gefahren für die öffentliche Ordnung und Sicherheit. Sie untersteht dem Ministerium für öffentliche Sicherheit Israels und wurde 1948 gegründet. Die Notruftelefonnummer ist 100.

Die regionale Gliederung entspricht den sechs Bezirken Israels. Die funktionale Gliederung erfolgt entsprechend den Aufgabenfeldern in zahlreiche Abteilungen wie beispielsweise Investigations & Intelligence (deutsch etwa Ermittlungen und Information) oder Policing and Security (deutsch etwa Kontrolle und Sicherheit).

Daneben besteht die Grenzpolizei (hebräisch מִשְׁמַר הַגְּבוּל Mishmar HaGvul oder kurz מג״ב Magav), die mehrere Spezialeinheiten zur Terrorismusbekämpfung unterhält, darunter die JAMAM.

Der Leiter der Polizei (Nitzav bzw. Rav Nitzav) wird von der israelischen Regierung auf Empfehlung des Ministers für innere Sicherheit berufen. Ihm steht ein Stellvertreter zur Seite.

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Feuerwehr in Israel waren im Jahr 2019 landesweit 2.000 Berufs- und 2200 freiwillige Feuerwehrleute organisiert, die in 120 Feuerwachen und Feuerwehrhäusern, in denen 420 Löschfahrzeuge und 31 Drehleitern bzw. Teleskopmasten bereitstehen, tätig sind.[132] Die nationale Feuerwehrorganisation Israel Fire and Rescue Services repräsentiert die israelischen Feuerwehren.[133]

Nachrichtendienste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mossad (המוסד למודיעין ולתפקידים מיוחדים, „Institut für Aufklärung und besondere Aufgaben“; eigentlich Mosad Merkazi leModi'in uLeTafkidim Mejuchadim, „Allgemeiner Nachrichten- und Sicherheitsdienst“) ist der israelische Auslandsgeheimdienst.

Neben ihm besteht der Inlandsgeheimdienst Schin Bet und den Militärgeheimdienst Aman.

Siedlungspolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israelische Siedlungen im seit 1967 besetzten Westjordanland

In den seit Juni 1967 besetzten Gebieten wurden über 400 jüdische Siedlungen und sogenannte Outposts errichtet, die von jüdischen Israelis bewohnt werden. Die Anzahl der jüdisch-israelischen Siedler beläuft sich auf insgesamt fast 600.000, davon leben im Westjordanland ca. 391.000 (Stand 2016) und 201.200 in Ostjerusalem (Stand 2014).[134] Im Gazastreifen lebten bis zum August 2005 etwa 7500 Israelis zwischen mehr als einer Million Palästinensern. Die Siedlungen sind oft großzügig nach US-amerikanischem Vorbild gebaut. Sie werden von einem massiven Sicherheitsapparat gegen Angriffe geschützt. Ein Netz von Spezialstraßen, die teilweise nur von israelischen Bürgern genutzt werden dürfen, bietet eine gute Verkehrsinfrastruktur zwischen den Siedlungen und dem israelischen Territorium. Zugleich erschwert es die Entwicklung in den palästinensischen Autonomiegebieten. Die Bewegungsfreiheit der palästinensischen Bevölkerung wird zusätzlich durch israelische Straßensperren und Kontrollposten eingeschränkt.[135]

Im August 2005 räumte die Regierung Scharon in enger Koalition mit der Arbeitspartei sämtliche Siedlungen im Gazastreifen sowie vier kleinere Siedlungen im Westjordanland. Hierbei handelte es sich um einen einseitigen und weltweit anerkannten Schritt Israels, der nicht im Rahmen der „Roadmap“ erarbeitet wurde (siehe Scharon-Plan). Aus dem Umfeld Scharons war jedoch auch zu vernehmen, dass angestrebt werden soll, die größten Siedlungen im Westjordanland auszubauen. Im Gegenzug sollen den Palästinensern territoriale Zugeständnisse gemacht werden. Militante palästinensische Organisationen stellen diesen Teilrückzug Israels als eigenen Sieg über Israel dar. Ariel Scharons Amtsnachfolger Ehud Olmert hat durch seinen sogenannten Konvergenz-Plan den Palästinensern angeboten, gegen Festschreibung des Verlaufs des zurzeit jenseits der Grünen Linie in palästinensischem Gebiet gebauten Sperranlagen einen palästinensischen Staat zu akzeptieren.

International werden die jüdischen Gemeinden und Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten überwiegend als völkerrechtswidrig angesehen. Das Völkerrecht gestatte die vorübergehende Beschlagnahmung von Land in besetzten Gebieten ausschließlich für militärische Zwecke, nicht jedoch für die dauerhafte Niederlassung eigener Staatsbürger, Landwirtschaft und andere zivile Nutzungen. Israel hat eine andere Beurteilung der juristischen Lage, steht damit allerdings international isoliert da. In mehreren Resolutionen haben die Vereinten Nationen Israel vergebens aufgefordert, den Siedlungsbau einzustellen.

Recht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seite mit einigen der ersten israelischen Gesetze

Das Recht des heutigen Israels hat seine Ursprünge in drei verschiedenen Rechtstraditionen: Dem Recht aus osmanischer Zeit, dem Recht der britischen Mandatszeit in Form des common Law und dem positiven Recht des israelischen Gesetzgebers seit 1948.

Die Gründung des Staates Israel 1948 brachte zunächst keine tiefgreifenden Veränderungen: Die Law and Administration Ordinance 1948 ließ alles geltende Recht in Kraft, soweit es nicht durch neue Legislativakte geändert wurde. Bis in die Gegenwart ist deshalb ein großer Teil des Rechts Israels im Bereich des Handels- und Gesellschaftsrechts materiell englisches Recht, auch wenn seit 1972 die Rechtsprechung der englischen Gerichtsbarkeit nicht mehr bindend ist. Das osmanische Recht ist nur noch in wenigen Bereichen relevant, da der israelische Gesetzgeber besonders das Vertrags- und Sachenrecht neu geordnet hat. Langfristig soll das geltende Privatrecht in die Ordnung des kontinentaleuropäischen Rechtskreises in Form eines Zivilgesetzbuches überführt werden. Das englische Recht weicht somit mehr und mehr einer selbständigen israelischen Rechtswissenschaft, die methodisch dennoch dem common law nahesteht.

Rechtssystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das israelische Rechtssystem besteht aus den Gesetzen, die die Knesset erlässt, und zu Teilen aus den Verordnungen, die die britische Mandatsherrschaft bis 1948 erlassen hat, welche wiederum von der Knesset übernommen und im Einzelnen überarbeitet wurden. Die israelische Rechtsordnung lässt sich am besten als „gemischtes“ System charakterisieren, denn sie gehört zu den westlichen Rechtssystemen, wurde stark durch das angloamerikanische Recht beeinflusst, enthält aber auch Aspekte, die typisch für das bürgerliche Recht römischer Prägung sind. Zudem sind bestimmte Merkmale des Rechtssystems durch die Tatsache beeinflusst, dass Israel ein jüdischer Staat ist. Die Rechte des Obersten Gerichtshofes in der juristischen Bewertung der Gesetze der Knesset sind beschränkt. Die juristische Interpretation ist auf formelle Probleme wie die Ausführung von Gesetzen und die Gültigkeit untergeordneter Gesetzgebung begrenzt.

Im Dezember 1985 hat Israel das UN-Sekretariat darüber informiert, dass die zwingende Rechtsprechung des Internationalen Gerichtshofes nicht weiter akzeptiert werde.

Gerichtswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude des Obersten Gerichtshofes

Die Unabhängigkeit der Justiz, aufgeteilt in säkulare und religiöse Gerichte, wird durch die Grundgesetze gewährleistet. Aufgrund einer geplanten Justizreform der Regierung von Premierminister Netanjahu, die nach Meinung der Kritiker ein Ende der unabhängigen Justiz bedeutet, kommt es seit Januar 2023 in Israel zu Massenprotesten mit bis zu einer halben Millionen Teilnehmern.[136]

Die Richter der säkularen Gerichte werden vom Präsidenten auf Empfehlung eines speziellen Nominationsausschusses ernannt, der sich aus den Richtern des Obersten Gerichts, Mitgliedern der Anwaltskammer und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zusammensetzt. Richter werden auf Lebenszeit ernannt und treten im Alter von 70 Jahren obligatorisch in den Altersruhestand.

Die säkulare Gerichtsbarkeit ist dreistufig gegliedert: Auf der ersten und zweiten Stufe gibt es Magistrats- und Bezirksgerichte für Prozesse im Zivil- und Strafrechtsbereich sowie Jugend-, Verkehrs-, Militär-, Arbeits- und städtische Appellationsgerichte.

An der Spitze der Judikative, als höchste Berufungsinstanz, steht das Oberste Gericht mit Sitz in Jerusalem. Aus den Richterinnen und Richtern des Obersten Gerichts bildet sich auch das „Hohe Gericht für Gerechtigkeit“ („Beit-Din Gawoah LeTzedek“ = „BaGaTz“), das je nach Bedeutung des Falles mit drei, fünf oder sieben Richterinnen und Richtern besetzt ist. Dieses Gericht ist die einzige und höchste Appellationsinstanz in Grundsatzfragen und bietet (ähnlich dem Bundesverfassungsgericht) die Möglichkeit, gegen die Regierung sowie alle Vertreter und Institutionen des Staates zu klagen und ihre Maßnahmen auf Rechtmäßigkeit überprüfen zu lassen, sie ggf. sogar auszusetzen.

Personenstandsfragen wie Eheschließung und Scheidung, Unterhalt, Vormundschaft und Adoption Minderjähriger fallen nach osmanischer Rechtstradition unter die Zuständigkeit der Gerichtsbarkeit bzw. Verwaltung der jeweiligen Religionsgemeinschaft. Diese religiösen Gerichte sind die Rabbinatsgerichte für die jüdischen Glaubensgemeinschaften, die muslimischen Scharia-Gerichte, die religiösen Gerichte der Drusen und die Kirchengerichte der zehn anerkannten christlichen Gemeinschaften in Israel. Mehrere hundert nicht- bzw. gemischt-religiöse Paare müssen daher jedes Jahr zur Eheschließung ins Ausland reisen und lassen diese dann in Israel anerkennen. Für keiner Religionsgemeinschaft angehörende Partner gibt es inzwischen ein der Zivilehe ähnliches Rechtsinstitut,[137][138] mehrere Gesetzesinitiativen zur Einführung der Zivilehe scheiterten in den vergangenen Jahren am Widerstand der orthodoxen Parteien.[139][140]

Obwohl die Legislative ausschließlich im Kompetenzbereich der Knesset liegt, hat das Oberste Gericht die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit auf erwünschte Gesetzesänderungen zu lenken; als Oberster Gerichtshof hat das Gericht die Autorität, zu entscheiden, ob ein Gesetz mit den Grundgesetzen des Staates übereinstimmt.[141]

Menschenrechte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israel verfügt über starke und unabhängige Institutionen, die politische Rechte und bürgerliche Freiheiten für den größten Teil der Bevölkerung garantieren. Freedom House stuft Israel daher als „frei“ ein.[142]

Israel praktiziert gegenüber Palästinensern eine Form der »Verwaltungshaft«, nach der Personen ohne Anklage und Prozess mit Gefängnisstrafen belegt werden können.[143] Im August 2022 erreichte die Zahl der sogenannten »Verwaltungshäftlinge« in israelischen Gefängnissen mit 723 Personen (davon 11 Palästinenser mit israelischer Staatsbürgerschaft, die übrigen Palästinenser aus den besetzten Gebieten) einen neuen Höchststand seit 2008.[144]

Amnesty International berichtete Ende 2011, dass Israel in diesem Jahr im Westjordanland einschließlich Ostjerusalem mehr als 1000 Palästinenser vertrieben habe und mehr als 500 Häuser, Wohnungen und Installationen zur Wasserversorgung zerstört habe, gegenüber dem Vorjahr hätten sich die Vertreibungen und Zerstörungen verdoppelt. Einher gehe dieser Trend mit der Verstärkung des israelischen Siedlungsbaus und der Zunahme gewalttätiger Angriffe von Siedlern auf Palästinenser.[145]

Nachdem Israel dem UN-Menschenrechtsrat bei seiner Kritik an Israel lange Zeit Einseitigkeit vorgeworfen und ihn daher boykottiert hatte, deutete sich 2013 eine Wende an.[146] Im Juni 2018 begrüßte Israel allerdings den Austritt der USA aus dem Menschenrechtsrat. Regierungschef Benjamin Netanjahu warf dem Rat vor, er konzentriere sich zwanghaft auf Israel.[147]

Im Juli 2020 warf die israelische Menschenrechtsorganisation Yesh Din der israelischen Regierung Apartheid in den besetzten Gebieten vor.[148] Im Januar 2021 bezeichnete die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem Israel als Apartheid-Regime.[149] Im April 2021 warf Human Rights Watch der israelischen Regierung Apartheid und andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gazastreifen, im Westjordanland und in Ostjerusalem vor.[150] Im Januar 2022 bezeichnete auch Amnesty International die israelische Herrschaft über die Palästinenser in einem Bericht als Apartheid-System; die israelische Regierung bezeichnete den Bericht als „reinen Antisemitismus“ und als „Lügen von Terror-Organisationen“.[151] Der Zentralrat der Juden in Deutschland verlangte von Amnesty Deutschland, sich „öffentlich und unzweideutig von dem antisemitischen Bericht zu distanzieren“.[152][153] Die deutsche Bundesregierung kritisierte den Amnesty-Bericht.[154] Apartheid-Vorwürfe waren bereits in der Vergangenheit erhoben worden.[155]

Die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) soll auf ihrer Tagung im September 2022 in Karlsruhe unter anderem über einen Antrag des südafrikanischen Bischofs Frank Chikane und anderer Mitglieder einer Untersuchungsmission des ÖRK nach einem Besuch in Israel und Palästina Anfang dieses Jahres eine Resolution zur israelischen Apartheid diskutieren. Alon Liel und Ilan Baruch, beide ehemalige Botschafter in Südafrika, unterstützen aufgrund ihrer Kenntnis der früheren Verhältnisse dort und den gegenwärtigen in den israelisch besetzten Gebieten Palästinas diesen Antrag. Sie betonen, dass es nicht antisemitisch sei, Israels Behandlung der Palästinenser als Apartheid zu bezeichnen und appellieren an diese Vollversammlung dies zu tun, da ein duales Rechtssystem die israelischen Siedler gemäß israelischem Zivilrecht mit vollen bürgerlichen und politischen Rechten behandle, jedoch die Palästinenser auf demselben Landstrich unter Militärrecht stelle, ohne dass diese Einfluss auf das über sie herrschende Organ hätten.[156]

Folter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1999 war die Folter von palästinensischen Gefangenen durch israelische Sicherheitskräfte weit verbreitet und systematisch. 1999 urteilte das Oberste Gericht Israels, dass Gefangene bei Verhören nicht mehr gefoltert werden dürfen.[157]

Generalstaatsanwalt Elyakim Rubinstein gab jedoch eine Verordnung heraus, in der es hieß, dass Geheimdienstler, die dennoch Gefangene folterten, nicht vor Gericht kämen, wenn sie nachweisen konnten, dass dies „unmittelbar notwendig war, das Leben, die Freiheit von Menschen oder Eigentum vor einer konkreten Gefahr eines schweren Schadens zu bewahren“, und dass es „keine andere Möglichkeit gibt, dies sicherzustellen“. Hochgestellte Beamte mussten die Methoden genehmigen, und die Verhörer mussten detaillierte Aufzeichnungen über die Anzahl der Schläge, die schmerzhaften Zwangspositionen und alle anderen sogenannten besonderen Mittel führen.[158] In den 2000er Jahren gab es rund tausend Beschwerden wegen Folter gegen den Geheimdienst, die alle von den Behörden abgewiesen wurden; Gerichtsverfahren wurden nicht zugelassen.[159] Im Jahr 2014 stieg die Zahl der Fälle von Folter durch den israelischen Geheimdienst erneut stark an.[160]

Im November 2018 wies das Oberste Gericht (Richter Yosef Elron, Isaac Amit und David Mintz) eine Klage gegen den Geheimdienst wegen Folter ab und urteilte, dass die „besonderen Verhörmethoden“, die der Geheimdienst gegen den Kläger Firas Tbeish angewandt hatte – Schlafentzug, Schläge, schmerzhafte Positionen, gewaltsames Schütteln bis zur Bewusstlosigkeit –, als Ausnahme, wie in dem Gerichtsurteil von 1999 beschrieben, gerechtfertigt seien. Richter Mintz sprach dabei von einem „Urteil, das besagt, dass Folter verboten ist, außer in höchst außergewöhnlichen Fällen“.[161]

Im September 2019 wurde der Palästinenser Samir Arbid festgenommen und von Schin-Bet-Mitarbeitern beinahe zu Tode gefoltert. Nach der Folter durch den Schin Bet wurde Arbid bewusstlos, mit zahllosen Knochenbrüchen und Traumata sowie Nierenversagen und Verdacht auf einen Herzinfarkt in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht und musste beatmet werden. Justizorgane hatten die Folter von Arbid genehmigt. Die israelischen Behörden leiteten zwar eine Untersuchung ein, als die Misshandlungen bekannt wurden, doch im Januar 2021 stellte Generalstaatsanwalt Avichai Mendelblit die Untersuchungen gegen die Folterer ein.[162]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neue israelische Schekel-Banknoten und -Münzen
Ein Luftbild vom Tel-Aviv-Ballungsraum
Die Gulfstream G200 – ein transkontinentales Geschäftsreiseflugzeug, das von Israel Aerospace Industries entwickelt wurde.

Israel hat eine technologisch hoch entwickelte Marktwirtschaft mit hohem Staatsanteil. Ein bedeutender Arbeitgeber ist darum auch der öffentliche Dienst, in dem 33 % der israelischen Arbeitnehmer beschäftigt sind. In der Industrie arbeiten 17 %, in Tourismus, Handel und Finanzen 20 %; 28 % sind in anderen Bereichen (Dienstleistungen usw.) tätig.

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 88,7 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 80,7 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,4 % des BIP.[163]
Die Staatsverschuldung betrug 2016 121,1 Mrd. US-Dollar oder 62,0 % des BIP.[164] Israel hat in den letzten Jahren bei der Sanierung seines Staatshaushaltes Erfolge vorzuweisen.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Etwa die Hälfte der staatlichen Auslandsschulden hat Israel bei den USA, seiner Hauptquelle für politische, wirtschaftliche und militärische Unterstützung. Ein verhältnismäßig großer Anteil der israelischen Auslandsschulden wird in Form von State of Israel Bonds von Privatinvestoren gehalten. Die Kombination von amerikanischen Kreditgarantien und direkten Anleihen bei Privatinvestoren ermöglicht Israel, zu günstigen Zinssätzen zu leihen, manchmal unterhalb der marktüblichen Zinssätze. Diese Politik wird auch von Deutschland geduldet und unterstützt, um das strategische Ziel der Existenzsicherung des jüdischen Staates zu erreichen.

2015 lag das Wirtschaftswachstum bei geschätzten 2,4 % und damit unter dem Vorjahreswachstum von 2,8 %. Das Bruttoinlandsprodukt Israels betrug im Jahr 2014 insgesamt 305 Milliarden US-Dollar, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im gleichen Jahr 37.731 US-Dollar. Die Arbeitslosigkeit lag 2015 bei ca. 5,4 %.[166][167] 2017 lag sie bei 4,3 %. Die Gesamtzahl der Beschäftigten wird für 2017 auf 4 Millionen geschätzt, davon 47,2 % Frauen.[168] Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Israel Platz 16 von 137 Ländern (Stand 2017–2018).[169] Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegte Israel 2017 Platz 36 von 180 Ländern.[170]

Israel ist bei fossilen Energieträgern (Rohöl, Erdgas, Kohle), bei Getreide, Rindfleisch, Rohstoffen und militärischer Ausrüstung von Importen abhängig. Im Land gibt es geringe Mengen von Erdöl, Phosphaten, Pottasche und Kaolin.[171] Ob Israel Edelmetalle und Edelsteine als weitere Bodenschätze besitzt, ist unbekannt. Es werden aber große Goldvorkommen vermutet. Bei Erdgas deutet sich ein Wandel bezüglich der Importabhängigkeit an, seit vor der Mittelmeerküste vier Lagerstätten entdeckt wurden.[172] Vom Gasfeld „Tamar“, das etwa 90 Kilometer vor Haifa liegt, fördert Israel seit 2014 Erdgas, welches zur Weiterverarbeitung in die südisraelische Stadt Aschdod geleitet wird.[173] Mittelfristig will man in Zusammenarbeit mit Zypern Erdgas als Flüssiggas auch nach Europa exportieren.[174]

Nicht zuletzt wegen seiner begrenzten Ressourcen an Anbauflächen, Wasser und Rohstoffen hat Israel seinen landwirtschaftlichen und industriellen Sektor in den letzten Jahrzehnten intensiv entwickelt. Dennoch ist Israel kein landwirtschaftlicher Selbstversorger. Vor allem Futtermittel-Getreide muss größtenteils importiert werden.[175] Israel besitzt bedeutende Kapazitäten bei Erdölraffinerien, Diamantenschleifereien und in der Fabrikation von Halbleitern. Bedeutende Exportartikel sind geschliffene Diamanten, Spitzentechnologie, militärische Ausrüstung, Software, Arzneimittel, Feinchemikalien und landwirtschaftliche Produkte (Früchte, Gemüse und Blumen, neuerdings auch Kaviar).[176] Israel investiert mehr Geld pro Kopf der Bevölkerung in Forschung und Entwicklung als jedes andere Land.[177] In der Region um Tel Aviv hat sich ein Silicon Wadi entwickelt, in dem allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 422 Unternehmensgründungen entstanden.[178] Die innovative israelische Startup-Szene im Bereich der Spitzentechnologien gilt weltweit als vorbildlich.[179]

Ein großes Problem ist die Wasserversorgung. Mit zusätzlich entwickelten neuartigen Methoden zur ökonomischen Landbewässerung (s. Abschnitt Wissenschaft und Technologie) wird versucht, die Wasserknappheit zu bewältigen. Die Wasserversorgung ist auch ein politischer Zankapfel, der in der Vergangenheit zu Spannungen mit dem Nachbarland Syrien geführt hat.

Einfluss der Immigration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Einwanderungen aus der ehemaligen Sowjetunion kamen Wissenschaftler und Akademiker ins Land, die für Israels Zukunft von beträchtlichem Wert sind. Der Zustrom, verbunden mit der Öffnung neuer Märkte nach dem Ende des Kalten Krieges, belebte Israels Wirtschaft und sorgte während der 1990er Jahre für ein rasches Wachstum. Als die Regierung ab 1996 eine straffere Steuer- und Geldpolitik verfolgte und der Einwandererstrom sich verlangsamte, begann sich das Wachstum zu verlangsamen. Dafür sank die Inflation 1999 auf ein Rekordminimum.

Soziale Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab den 1980er Jahren durchlief Israel einen kapitalistischen Prozess und die Armutsquote stieg. Israel ist eines der Länder mit der größten Ungleichheit und weist die größten Einkommensunterschiede unter den OECD-Ländern auf. Israel hat im OECD-Raum mit einem Wert von 300 Milliarden Dollar den höchsten Anteil an Schattenwirtschaft im Verhältnis zum BIP. Der Großteil der ultraorthodoxen und arabischen Bevölkerung lebt in Armut. Und durch kapitalistische Maßnahmen wie den Wirtschaftsplan von 2003 vergrößern sich die sozialen Unterschiede.[180][181]

Nach dem Bericht der Nationalen Sozialversicherung von Dezember 2015 wachsen derzeit 31 % der Kinder Israels in Armut auf. Damit ist in den letzten Jahren eine leichte Verbesserung der Situation eingetreten. Insgesamt gelten jedoch immer noch 22 % der Israelis als arm. Besonders hoch ist die Armutsquote dem Bericht zufolge bei ultraorthodoxen Juden sowie bei der arabischen Minderheit der Palästinenser im Land. Hier liegt sie jeweils bei ca. 50 %.[182]

Ein großes Problem ist die Erwerbsarmut aufgrund der sehr geringen Löhne in vielen Branchen: Trotz einer niedrigen Arbeitslosenquote von nur 3,7 % lebt 2019 ein Fünftel der Israelis unter der Armutsgrenze.[183]

Im Sommer 2011 kam es aufgrund der unbefriedigenden sozialen Lage in Israel zu den größten Protestaktionen der jüngeren Geschichte. Bis zu einer halben Million Menschen demonstrierten vorwiegend in Tel Aviv gegen die hohen Lebenshaltungskosten und forderten soziale Gerechtigkeit und einen Wohlfahrtsstaat.[184]

Arbeitswoche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die amtliche Arbeitswoche beginnt in Israel mit dem Sonntag (hebräisch „Jom Rischon“, „Erster Tag“) als dem ersten Tag der Woche. Während des Sabbats von Freitagnachmittag bis Samstagabend bleiben die meisten Geschäfte geschlossen und werden fast keine Dienstleistungen angeboten. Hierbei gibt es aber starke Unterschiede zwischen eher religiös und eher säkular geprägten Ortschaften.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das King David Hotel, Jerusalem

Der Tourismus in Israel ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor des Landes. Zuständig ist das Ministerium für Tourismus.

Viele Reiseziele in Israel sind Stätten des Christentums wie beispielsweise die Jerusalemer Altstadt, Nazareth, Bethlehem und der See Genezareth. Außerdem existieren zahlreiche historische Stätten wie beispielsweise die Städte Caesarea Maritima, Bet Sche’an und Akkon, die Festung Masada sowie ein Teilstück der ehemaligen Gewürzstraße von Petra nach Gaza. Badeurlaube sind an der Mittelmeerküste, am Roten Meer und am Toten Meer möglich. Am Roten Meer (Eilat) gibt es zudem Tauchgebiete und Resorts. Außerdem gibt es in Israel neun Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes. Aufgrund der sehr guten Verkehrsinfrastruktur können Individualreisen einfach durchgeführt werden.

Der Ort mit dem höchsten Touristenaufkommen ist Jerusalem mit ca. 3,5 Millionen Besuchern jährlich. Tel Aviv wurde 2009 von rund 1,7 Mio. Touristen besucht.[185] Herkunft der Touristen nach höchster Anzahl (zuerst): Vereinigte Staaten, Russland, Frankreich und Vereinigtes Königreich.[186] 2008 hat die israelische Regierung 10 Mio. Schekel (ca. 2,077 Mio. €) für die Tourismuswerbung in Europa bereitgestellt.[186]

Die meisten Touristen reisen vom Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv an. Einreiseprobleme gibt es, wenn in den Reisepässen von Touristen Visa oder Einreisestempel von arabischen Ländern vorhanden sind (außer Jordanien und Ägypten).

Banken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israels Bankensystem hat seine Wurzeln in der zionistischen Bewegung im frühen 20. Jahrhundert vor der Gründung Israels. Die Zionistische Weltorganisation mit Theodor Herzl gründete am 27. Februar 1902 die Anglo Palestine Company (APC) (später in Bank Leumi umbenannt). Die drei größten Banken Israels sind die Banken Hapoalim, Leumi und die Israel Discount Bank, die über 60 % des Bankwesens Israels ausmachen. Alle Banken des Staates werden von der Israelischen Zentralbank überwacht.[187]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Verkehrsträger ist die Straße. Israel hat insgesamt 18.096 km asphaltierte Straßen und 2,4 Millionen Kraftfahrzeuge.[188] Die Anzahl der Kraftfahrzeuge pro 1000 Personen liegt bei 324, was im Vergleich zu anderen Industriestaaten relativ niedrig ist. In Israel sind 5715 Busse im Linienverkehr aktiv.[189] Von besonderer Bedeutung sind die Überlandbusse der Buskooperative Egged.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von zunehmender Bedeutung ist das Eisenbahnnetz der Israel Railways, das nach jahrzehntelanger Vernachlässigung seit einigen Jahren modernisiert und ausgebaut wird. Das Streckennetz der staatlichen israelischen Eisenbahngesellschaft beläuft sich auf 949 km. Nach großen Investitionen in den 1990er Jahren hat sich die Anzahl der Fahrgäste pro Jahr von 2,5 Millionen (1995) auf 35 Millionen (2008) gesteigert. Die Eisenbahnen transportieren zudem pro Jahr um die 6,8 Millionen Tonnen Fracht.

In Jerusalem verkehrt seit dem Jahr 2011 eine Straßenbahnlinie. Für Tel Aviv wird ein umfangreiches Stadtbahnnetz vorbereitet. Eine erste Linie wurde 2023 in Betrieb genommen.

Duty-free am Flughafen Ben Gurion

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Flughafen ist der Ben-Gurion-Flughafen bei Lod im Großraum Tel Aviv. Er hatte 2014 14,9 Millionen Passagiere. Weitere Flughäfen: Flughafen Sde-Dov in der Stadt Tel Aviv, Flughafen Haifa, Flughafen Eilat, der neue Flughafen Ramon wenige km nördlich von Eilat, Flughafen Rosh Pina. Der Flughafen Atarot in Jerusalem ist seit 2001 außer Betrieb. Die größte Fluggesellschaft ist die El Al mit Sitz am Ben-Gurion-Flughafen, die derzeit weltweit 44 Flugziele bedient. Der Flugverkehr von und nach Israel unterliegt aufgrund der ständigen terroristischen Bedrohung besonders strengen Sicherheitsvorschriften.

Seefahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haifa, Aschdod und Eilat sind die drei Hafenstädte des Landes. Der an der Mittelmeerküste gelegene Hafen Haifa ist der älteste und größte Hafen des Landes, während der Hafen in Aschdod einer der wenigen Tiefwasserhäfen der Welt ist und auf dem offenen Meer gebaut wurde. Zusätzlich gibt es noch einen Hafen in Eilat, dieser wird für den Handel mit den Ländern des fernen Ostens verwendet. In Chadera, Tel Aviv und Aschkelon gibt es ebenfalls kleinere Häfen, die jedoch nur Kohle, Erdgas oder Erdöl für nahe liegende Elektrizitätskraftwerke liefern. In Aschkelon, Aschdod, Tel Aviv, Herzlia, Haifa und Eilat existieren Jachthäfen. Kreuzfahrtschiffe legen gelegentlich in Haifa, Aschdod und Eilat an. Saisonale Fährverbindungen nach Zypern und weiter nach Griechenland verkehren nur ab Haifa.

Grenzübergänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israel ist über Landgrenzen nur von Jordanien und Ägypten aus erreichbar. Die Grenze mit Syrien und dem Libanon ist für Zivilisten geschlossen.

Die offiziellen Grenzübergänge mit Jordanien sind:

  • die Sheikh-Hussein-Brücke über den Jordan bei Bet Sche’an
  • die Allenby-Brücke über den Jordan bei Jericho (Westjordanland)
  • der Arava-Übergang bei Eilat und Aqaba

Die offiziellen Grenzübergänge mit Ägypten sind:

  • der Kerem-Schalom-Übergang beim Gazastreifen
  • der Nizanna-Übergang
  • der Netafim-Übergang nördlich von Eilat
  • der Taba-Übergang südlich von Eilat.

Seit dem Rückzug aus dem Gazastreifen gelten die Übergänge Karni und Erez als De-facto-Grenzposten (der De-jure-Status ist noch zu bestimmen). Der Grenzübergang Rafah, zwischen dem Gazastreifen und Ägypten, wird nicht mehr von den Israelis gehandhabt.

Telekommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzte Meile für Telefonanschlüsse und ADSL wird von Bezeq gestellt. Um 2003 hat auch Hot begonnen, Telefon und Internet über das Fernsehkabelnetz anzubieten. 2016 nutzten 78,9 Prozent der Bevölkerung das Internet.[190] Die IT-Branche in Israel zählt zu den wettbewerbsfähigsten der Welt.

Wasserversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entsalzungsanlagen in Israel
Ort Inbetriebnahme Leistung
(Mio. m³)
Aschkelon 2005 118
Palmachim 2007 090
Chadera 2009 127
Sorek 2013 150
Aschdod 2015 100
Quelle: Israelnetz 4/19[191]

Nach einer schweren Versorgungskrise im Jahr 2008 wurde die Wasserwirtschaft radikal modernisiert.[192]

Stand 2017 sind fünf Meerwasserentsalzungsstationen in Betrieb.[193] Sie decken über 70 Prozent des landesweiten Wasserbedarfs. Technische Verbesserung hat den Entsalzungsprozess sehr viel energieeffizienter und vor allem günstiger gemacht. Ein Kubikmeter trinkfertiges Leitungswasser wird für unter 50 ct gewonnen.[194][195] Über den einheimischen Verbrauch hinaus lieferte Israel im Jahr 2021 an die Palästinensische Nationalbehörde 100 Millionen Kubikmeter Trinkwasser und 91 Millionen Kubikmeter an Jordanien.[196]

Israel ist führend beim Wasser-Recycling: 86 Prozent des Abwassers aus Haushalten werden für die Landwirtschaft genutzt. Zum Vergleich: USA, 1 Prozent. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch (Stand: 2016, insgesamt, incl. aller Sektoren) von 280 Kubikmetern ist im internationalen Vergleich sehr gering, (USA 1540 m³).[197][198][199]

2017 wurde ein Tunnelprojekt begonnen um von der Entsalzungsanlage, (Umkehrosmoseanlage) bei Tel Aviv Wasser bis hinein nach Jerusalem zu bringen. 4 Meter im Durchmesser, 13,5 Kilometer lang und 125 Meter unter massivem Berggestein. Mit einer Transportleistung von 65.000 Kubikmeter pro Stunde.[200][201]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwaltung und Finanzierung des israelischen Bildungssystems wird vom Erziehungsministerium, vom Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport und von den Städten getragen.

Schulen und Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Israel besteht für Kinder im Alter von fünf bis sechzehn Jahren Schulpflicht. Bis zum 18. Lebensjahr ist der Schulbesuch kostenlos. In der Regel besuchen Drei- bis Vierjährige einen kostenpflichtigen Kindergarten. In Israel stieg die mittlere Schulbesuchsdauer von 10,8 Jahren im Jahr 1990 auf 12,8 Jahre im Jahr 2015 an. Sie ist damit eine der höchsten der Welt.[202]

Das Schulsystem ist auf die multikulturelle Bevölkerung abgestimmt. Es gibt unterschiedliche staatliche Schulen, deren Lehrplan an spezielle Gesichtspunkte, wie Sprache und Religion der Schüler, angepasst sind. Der kleinere Teil der israelischen Schüler besucht Privatschulen, die unter der Schirmherrschaft religiöser und internationaler Organisationen arbeiten.

2018 betrugen die Ausgaben pro Grundschüler in staatlichen hebräischen Schulen 15.300 Schekel, in staatlichen religiösen Schulen 19.300 Schekel, in den offiziellen arabischen Schulen 16.900 Schekel.[203]

2019 betrugen die Ausgaben pro Schüler und Jahr in den „normalen“ jüdischen Mittelschulen 32.800 Schekel, an den staatlichen religiösen Mittelschulen 43.100 Schekel und an den staatlichen arabischen Mittelschulen 26.800 Schekel, d. h. die Ausgaben pro Schüler an den religiösen jüdischen Schulen war um 61 Prozent höher als das an den arabischen Schulen, das der „normalen“ jüdischen Mittelschulen um 22 Prozent.[204]

In der Oberstufe können die Schüler zwischen einer akademischen, technologischen, agrarwissenschaftlichen oder militärischen Fachrichtung wählen. Nach bestandener Abschlussprüfung erhält man das Bagrut.

Etwa 216.000 Studenten sind an einer der Hochschulinstitutionen des Landes immatrikuliert. Weltbekannt sind das Technion und die Hebräische Universität Jerusalem. Die acht Universitäten Israels bieten ein breites Lehrangebot in natur- und geisteswissenschaftlichen Fächern, siehe Liste der Universitäten in Israel.

Zusätzlich existiert eine Vielzahl von akademischen Hochschulen, die keinen universitären Status besitzen, jedoch anerkannte akademische Diplome ausstellen dürfen und oft mit den Universitäten kooperieren, siehe Liste der akademischen Hochschulen in Israel.

Zehntausende nutzen Erwachsenen-Bildungsprogramme. Für Neueinwanderer stehen spezielle Sprachschulen zur Verfügung, in denen Hebräisch in Intensivkursen angeboten wird.

Bibliothekswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bibliothekswesen Israels hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Es entwickelte sich verstärkt unter Einwanderung deutscher Buchexperten nach 1933. Der erste Direktor der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek war Hugo Shmuel Bergmann, der ehemals an der deutschsprachigen Karls-Universität in Prag tätig war. Bergmann baute die Sammlungen dementsprechend auf und beauftragte für die einzelnen Bereiche Spezialisten. Für die Hebraica-Sammlung konnte er den jungen Gershom Scholem gewinnen. Auch der zweite Direktor war ein Deutscher, Gotthold Weil, der seine Stellung in der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin verloren hatte. Ab 1949 übernahm die Position der ebenfalls aus Deutschland stammende Curt Wormann. Er prägte das israelische Bibliothekssystem nachhaltig, wurde aber dafür kritisiert, dass es zu unflexibel auf die Bedürfnisse der Neueinwanderer und die Anforderungen der Masseneinwanderungen nach der Staatsgründung reagierte. Dabei sollte jedoch zwischen den einzelnen Bibliotheken und ihrem Zweck unterschieden werden. Im Falle der für die Öffentlichkeit gedachten Stadtbibliotheken Tel Avivs mag das zutreffend sein, die National- und Universitätsbibliothek musste sich jedoch dem internationalen wissenschaftlichen Standard anschließen.

Ein Pflichtexemplargesetz besteht seit 1953; 2001 wurde die Regelung erneuert und von Büchern, Zeitschriften und Zeitungen auch auf audiovisuelle Medien ausgedehnt; Netzressourcen sind weiterhin ausgeschlossen. Das Pflichtexemplarrecht legt die Abgabe an insgesamt fünf Institutionen fest. Diese sind das Staatsarchiv, die Bibliothek der Knesseth, das Bildungsministerium und die Nationalbibliothek Israels, die zwei Exemplare erhält. Das Israeli Center for Libraries (ICL) gibt jährlich einen Katalog registrierter Periodika auf CD-ROM und als Online-Version heraus. Bislang sind um die 4800 ISSN in Israel vergeben worden. Der israelische Staat verfügt über ein dichtes Netz von Bibliotheken in Großstädten sowie auf dem Land.

Wissenschaft und Technologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dan Shechtman erhielt 2011 den Nobelpreis für Chemie
Teilchenbeschleuniger am Weizmann-Institut für Wissenschaften, Rehovot
A horizontal parabolic dish, with a triangular structure on its top.
Der weltgrößte Solar-Parabolspiegel im Ben-Gurion National Solar Energy Center in der Negev-Wüste[205][206]

In den Jahren von 2002 bis 2013 wurde der Nobelpreis an acht Israelis in wissenschaftlichen Bereichen verliehen:

Die Notwendigkeit, ein relativ unfruchtbares, unterentwickeltes Land in einen modernen Industriestaat von heute zu verwandeln, war seit der Gründung Israels bestimmend für dessen wissenschaftliche und technische Entwicklung. Wasserknappheit, wüstenartige Landschaft und Mangel an Arbeitskräften führten auch zur Entwicklung neuartiger landwirtschaftlicher Methoden.

Israel investiert heute gemessen am Weltmaßstab überdurchschnittlich viel in Forschung und Entwicklung. Die Universitäten, die eng mit der Industrie zusammenarbeiten, erbringen dabei 80 % der Forschungsergebnisse. Universitäten gründeten sogar Firmen zur Vermarktung der praktischen Anwendungen ihrer Forschungsergebnisse. Mehr als die Hälfte aller wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind in der Biotechnologie, der Biomedizin und der klinischen Forschung angesiedelt.

Israelische Wissenschaftler waren maßgeblich an der Erforschung des Botenstoffs Interferon beteiligt. Auch die Pharmaforschung profitiert oftmals von israelischen Kapazitäten, so zum Beispiel bei der Entwicklung des Medikaments Copaxone. Hoch entwickelte medizinische Diagnose- und Behandlungsgeräte werden in Israel entwickelt und weltweit exportiert. Darunter befinden sich Geräte für Computertomographie und Magnetresonanztomographie, Ultraschall-Scanner, nuklearmedizinische Kameras, chirurgische Laser und eine Miniaturkamera, welche als eine schluckbare Kapsel zur Untersuchung des Verdauungstraktes verwendet wird.

Ein Schwerpunkt der israelischen Forschung liegt auf Elektronik und Kommunikationstechnik. Israel ist eins der führenden Länder in der Forschung und Entwicklung von Glasfasern, elektro-optischen Kontrollsystemen und wärmeempfindlichen Nachtsichtgeräten. Neben Software für Groß- und Bürocomputer werden Roboter für verschiedenste Anwendungsbereiche entwickelt.

1983 wurde die Israel Space Agency gegründet. Seit 1988 ist Israel in der Lage, mit Hilfe einer eigenen Rakete (Shavit) Satelliten ins All zu befördern. Darüber hinaus wurden verschiedene Displaysysteme, aeronautische Computer, Instrumente und Flugsimulatoren entwickelt. Ilan Ramon war 2003 innerhalb der STS-107-Mission der erste Israeli im Weltraum. Er verunglückte zusammen mit seinen sechs NASA-Kollegen beim Wiedereintritt des Space Shuttles Columbia tödlich.

Die Wasserknappheit trieb die Entwicklung von computergesteuerten Bewässerungssystemen voran. In diesem Zusammenhang wurde auch die Tropfmethode entwickelt, bei der das Wasser direkt zu den Wurzeln der Pflanzen geleitet wird. Intensiver Forschung ist es zu verdanken, dass das riesige unterirdische Reservoir an Brackwasser unter dem Negev nutzbar gemacht werden konnte: Verschiedene Pflanzen wie Kirschtomaten gedeihen mit diesem Wasser gut, das aus einer Tiefe von tausend Meter in die Höhe gepumpt wird und eine Temperatur von 42 Grad Celsius hat.[207]

Die Nichtverfügbarkeit von konventionellen Energiequellen machte die intensive Entwicklung von alternativen Energiequellen wie Solar-, Wärme- und Windenergie erforderlich. Israel betreibt kein Kernkraftwerk, weil es eine Überwachung seiner Nuklearanlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) nicht zulassen will. Seit 2007 plant es den Bau eines 2000-Megawatt-Meilers in der Negev-Wüste, wo sich in der Nähe von Dimona das Negev Nuclear Research Center befindet.[208]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Philharmonische Orchester Israels dirigiert von Zubin Mehta

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israels Kultur ist eng mit den Kulturen der umliegenden Nachbarstaaten verbunden, dennoch zeichnet den modernen Staat Israel eine Anzahl einzigartiger kultureller Besonderheiten aus, zum Beispiel dass die Menschen des Landes Einflüsse aus über 100 Nationen in ihre Kultur integriert haben, die so zu einem bunten Flickwerk mannigfaltiger Kulturen wurde.

Vor allem die israelische Musik ist erwähnenswert. Dabei ist der israelische Volkstanz recht bekannt, ebenso die Interpretation von klassischer Musik. Das Philharmonische Orchester Israels tritt landesweit und auch im Ausland auf.

Die Museumslandschaft ist vor allem durch Kibbuzim geprägt, von denen einige Kleinstmuseen beherbergen, beispielsweise das Haus der Ghettokämpfer im Kibbuz Lochamej haGeta’ot. Größere Museen gibt es in Tel Aviv und Jerusalem, wie das Israel-Museum mit dem Schrein des Buches oder das Holocaust-Museum Yad Vashem.

Bekannte Schriftsteller stammen aus Israel, darunter der auch im deutschsprachigen Raum bekannte Satiriker Ephraim Kishon.

Die ehemals provinzielle israelische Filmindustrie ist seit Anfang der 2000er Jahre weltweit anerkannt. Der Umgang mit Sexualität sowie Homosexualität in Israel zeigt erhebliche Unterschiede zu den deutlich restriktiveren Nachbarländern.

Feiertage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Israel sind jüdische Feiertage die einzigen Feiertage im Staat. Zu den wichtigsten gehören Rosch ha-Schana, Jom Kippur, Sukkot, Chanukka und Pessach.

Neben diesen Feiertagen gibt es eine Anzahl von Nationalfeiertagen:

Kulinarisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die israelische Küche umfasst lokale Gerichte sowie Gerichte des Landes durch jüdische Einwanderer. Das meiste israelische Essen ist koscher und in Übereinstimmung mit der Halacha zubereitet. Da die meisten Einwohner Israels entweder jüdisch oder muslimisch sind, wird Schweinefleisch sehr selten oder gar nicht konsumiert. Die israelische Küche ist ein Gemisch aus mehreren jüdischen Traditionen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israelische Literatur wird vor allem in neuhebräischer Sprache geschrieben. Daneben gibt es Autoren, die in arabischer, russischer, jiddischer und anderen Sprachen schreiben. Jeden Juni findet die Hebrew Book Week statt, und der Sapir-Preis wird vergeben. Einige Prosa-Autoren sind in Übersetzung auch im deutschsprachigen Bereich bekannt: Amos Oz, David Grossman und Zeruya Shalev. Im Bereich der Lyrik bekannt sind Jehuda Amichai, Nathan Alterman und Rachel.

Musik und Tanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die israelische Musik ist sehr vielseitig; sie kombiniert Elemente westlicher und östlicher Musik. Erkennbar sind eine Tendenz zum Vermischen verschiedener Stile, Einflüsse aus der Diaspora und von neueren Musikstilen wie chassidischen Liedern, asiatischer und arabischer Popmusik, Hip-Hop oder Heavy Metal.

Von großer Bedeutung ist der Volkstanz, der vom kulturellen Erbe vieler Immigrantengruppen profitiert. Israel hat mehrere professionelle Ballett- und Modern-Dance-Kompanien. Bekannte israelische Choreografen sind Ohad Naharin, Rami Beer, Barak Marshall und noch viele andere.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israel besitzt eine gut entwickelte Filmwirtschaft. Neben der Teenager-Komödien-Reihe Eis am Stiel erlangten auch die ernsthafteren Produktionen von Regisseuren wie Josef Cedar, Eran Riklis und Eytan Fox internationale Bekanntheit. Filme mit historischem Hintergrund in Israel wie Massada oder Jesus Christ Superstar wurden teilweise an Originalschauplätzen gedreht. Die Fernsehserie Hatufim – In der Hand des Feindes war nicht nur auch im Ausland überaus erfolgreich, sondern diente auch als Vorlage der US-Serie Homeland. Israelische Schauspieler wie Gal Gadot wirken auch in internationalen Blockbustern mit. In der Oscar-Kategorie für den besten fremdsprachigen Film wurden israelische Produktionen bisher zehnmal nominiert.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Habima Theater in Tel-Aviv

Am Theater besteht großes Interesse; das Repertoire umfasst die ganze Bandbreite des klassischen und zeitgenössischen Dramas in Übersetzungen, außerdem Stücke einheimischer Autoren. Habimah, eine der drei wichtigsten Theaterkompanien, wurde 1916 in Moskau gegründet und befindet sich seit 1931 in Tel Aviv.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bemerkenswert vielfältig ist Israels Museumslandschaft. Haifa, Tel Aviv und Jerusalem haben bekannte Kunstmuseen, in vielen Städten und Kibbuzim besteht eine Vielzahl kleinerer Museen, die sich einer großen Bandbreite von Themen widmen, beispielsweise das Haus der Ghettokämpfer im Kibbuz Lochamej haGeta’ot. Zu den bekanntesten Museen zählen das Israel-Museum in Jerusalem, das die Schriftrollen aus Qumran am Toten Meer sowie eine umfangreiche Sammlung jüdischer religiöser Kunst und Volkskunst beherbergt, das Holocaust-Museum Yad Vashem in Jerusalem und das Diasporamuseum auf dem Campus der Universität Tel Aviv.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Israel existieren sehr verschiedenartige Medien für die unterschiedlichen Sprachgruppen des Landes. Die wichtigsten Zeitungen sind Maariw, Haaretz, The Jerusalem Post und Jedi’ot Acharonot. Haaretz und The Jerusalem Post erscheinen auch auf Englisch. Der Rundfunk Kol Israel sendete bis März 2008 auch ein Programm auf Kurzwelle für das Ausland, teils mit eigenen Produktionen, teils als Übernahme des Programms für Einwanderer Reshet Reka. Bedeutend ist außerdem der Radiosender der Streitkräfte, Galei Zahal. Neben Zeitungen und Rundfunkprogrammen auf Hebräisch, Arabisch, Englisch und Russisch gibt es auch einige auf Deutsch und Jiddisch. Die wichtigste deutschsprachige Publikation Israels war die inzwischen eingestellte Tageszeitung Israel-Nachrichten aus Tel Aviv. Ein Nachfolgeprojekt erscheint unter dem gleichen Namen seit Januar 2013 im Internet.[209] Eine weitere mehrsprachige Internet-Zeitung ist The Times of Israel.

In Israel gilt die Pressefreiheit, auch harte Kritik an Regierung und Behörden ist gefahrlos möglich. Die Pressefreiheit ist durch die Rechtsprechung als Grundrecht anerkannt. Themen der nationalen Sicherheit unterliegen jedoch der Militärzensur und gelegentlichen Nachrichtensperren.[210] Die Zensurbehörde entscheidet vorab darüber, ob Medienberichte zu bestimmten Themen die Sicherheit Israels gefährden. Gegen ihre Entscheidungen kann vor Gericht geklagt werden. Um eine Veröffentlichung zu zensieren, muss eine „unmittelbare Wahrscheinlichkeit für eine echte Beschädigung der Sicherheit des Staates“ bestehen.[211] Im Jahr 2024 entzog die israelische Regierung Al-Jazeera ihre Sendelizenz in Israel bzw. verbot die Berichterstattung des Senders in Israel wegen Al-Jazeeras angeblich einseitiger Berichterstattung zum Krieg in Israel und Gaza.[212][213] Die UN wertete das Sendeverbot als Einschränkung der Pressefreiheit in Israel.[214] In der Rangliste der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen, in der die Länder der Erde nach dem Grad aufgeführt werden, in dem in ihnen die Pressefreiheit verwirklicht ist, wurde Israel im Jahr 2016 auf Platz 101 von 180 eingeordnet (2013: Platz 112). Israel war damit im Nahen Osten – nach Tunesien und dem Libanon – an dritter Stelle platziert.[215] Im Jahr 2019 wurde Israel auf Platz 88 eingestuft.[216]

Neben der Verlagspresse besteht eine umfangreiche israelische Publizistik in Blogs, in Webforen und in den sozialen Netzwerken. Auf der von den Professoren Ishak Saporta und Yossi Dahan gegründeten Website Haokets („Der Stachel“) erscheinen seit 2003 Artikel auf Hebräisch und Englisch.[217][218] Bekannt geworden ist auch das Autorenblog +972, das seit 2010 besteht. Beide sind politisch links einzuordnen.

Zeitungsmarkt

Israels Zeitungsmarkt ist sehr vielfältig. Israelis gelten als interessierte Zeitungsleser; insgesamt wird eine durchschnittliche Auflage von 600.000 Stück erreicht. Die wichtigsten Tageszeitungen erscheinen in Hebräisch, allerdings sind auch Zeitungen in vielen anderen Sprachen, unter anderem Arabisch, Englisch, Polnisch, Französisch, Jiddisch, Russisch, Ungarisch und Deutsch, erhältlich.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Basketballverein Maccabi Tel Aviv in der Menora Mivtachim Arena

Die meisten Sportverbände sind auf internationaler Ebene mittlerweile Mitglieder der europäischen Dachorganisationen (z. B. UEFA, ULEB etc.), weshalb israelische Mannschaften an deren Wettbewerben teilnehmen. Die Mitgliedschaft in asiatischen Organisationen war wegen Boykott-Maßnahmen arabischer Mitgliedsverbände nicht mehr möglich gewesen.

Israel hat einige namhafte Sportvereine, besonders in den im Land populären Sportarten Basketball und Fußball, die auch im internationalen Vergleich recht bekannt sind. An erster Stelle ist hier Maccabi Tel Aviv zu nennen, dessen Basketballmannschaft 1977, 1981, 2001 (SL), 2004, 2005 und 2014 den Europapokal gewann, im Fußball nach der alten Organisation noch den Asienpokal der Landesmeister 1968 und 1971.

Weiter sind Hapoel Tel Aviv, das den Asienpokal der Landesmeister 1967 für sich beanspruchen durfte, Hapoel Petach Tikwa, Maccabi Netanja, Maccabi Haifa, Beitar Jerusalem und Hapoel Haifa bekannte Fußballvereine.

Hapoel Jerusalem hat 2004 den ULEB Cup der Union of European Leagues of Basketball gewonnen.

Die Hapoel-Vereine gehören der Confédération Sportive Internationale du Travail an, die den Arbeiter- und Breitensport organisiert.[219]

Special Olympics Israel wurde 1985 gegründet und nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Geschichte

Zu Gesellschaft und Wirtschaft